Eine Totgeglaubte Blutlinie (Arbeitstitel)

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    • @Kathamaus

      Ich habe das zweite Kapitel gelesen und es hat mit gut gefallen.

      Ich hatte allerdings das Empfinden, dass es sich nicht so flüssig hat lesen lassen :huh:

      Oder es war einfach nur zu früh zum lesen... :S

      Ich kann auch nicht wirklich sagen, woran es gelegen hat. Mir schien es hier und da, als würdest du lieber schnell damit fertig werden. Aber den Abschluss fand ich klasse :)

      Ich werde mir noch ein paar Gedanken machen müssen und gebe dann einen besseren Kommentar ab. Ich bleibe aber weiterhin dabei :thumbsup:
    • @LadyK.
      Danke für dein Kommentar. Nach langem Überlegen denke zu wissen welche Stellen nicht flüssig zu lesen sind, vorrausgesetzt du meinst nicht den ganzen Text das man den insgesamt nicht flüssig lesen kann.
      Ich werde die stellen noch verbessern.
      Also eigentlich habe ich mir richtig viel Zeit gelassen beim schreiben....
    • @Kathamaus

      Wie versprochen, mein verbesserter Kommentar. Mal sehen, ob du verstehst, was ich meine.

      Ich denke der Text liest sich insgesamt doch gut, für meinen Geschmack ist etwas viel wörtliche Rede dabei. Es lässt sich nicht vermeiden, wenn man Unterhaltungen schreibt. Vielleicht könntest du diese noch ein bisschen ausschmücken z. B mit Beschreibungen (das Verhalten der einzelnen Personen, wie sie sich bewegen... Nur ein Beispiel). Hier und da hast du das schon gut gemacht. Du schreibst in der Allwissenden-Erzähler-Perspektive, was dir erlaubt, jeden Charakter genau zu durch leuchten, oder nur einzelne Wichtige. Bei Kadien gelingt es dir, versuche dieses Schema bei den anderen auch anzuwenden.

      Was mich ein bisschen verwirrt :

      1 die Reaktion Kadiens auf das Geschenk ihrer besten Freundin. Mag sie keine Bücher? Oder liest sie nicht gerne? Es wirkt, als würde sie sich darüber gar nicht freuen, wenn man es mit den Reaktionen auf die anderen Geschenke vergleicht. Sie umarmt den einen und bei dem anderen weint sie sogar :huh:

      2 das "Verhalten". Das ist ein Punkt über den man sich sicher lange streiten kann.
      Kadien ist 21 geworden, richtig? MMn passt das Verhalten irgendwie nicht so ganz dazu.
      Sie ist ca. in meinem Alter und ich würde allerhöchstens mit meinem 2 Jahre alten Neffen einen Schneemann bauen. Aber wie gesagt, jeder tickt da ein bisschen anders. Und für die Geschichte ist es auch nicht dramatisch, wenn es so bleibt. Das war für mich nu so ein... Halt, warte, wie alt sind sie nochmal?... Moment :thumbup:
      Behält sie ihr Kleid an, wenn sie raus geht? :/ wird bestimmt kalt 8|

      Bitte den Kommentar nicht böse aufnehmen, ich habe deine Geschichte wirklich gerne gelesen. Es ist nur mein persönliches empfinden und verpflichtet dich nicht dazu auch nur irgendetwas zu ändern :love: :)

      Hoffentlich lüftet sich das Geheimnis der Schneeeule bald, die macht mich schon ganz narrisch :D und die Geschenke haben ja scheinbar auch etwas zu bedeuten :thumbsup:
    • LadyK schrieb:

      Mag sie keine Bücher?
      Wir ihr nicht kalt?
      Guten Morgen, danke das du dir noch einmal die Zeit genommen hast.
      Also ich habe wohl vergessen zu erwähnen das kaidien nicht so auf den Fantasy Quatsch steht wie Aylia, weswegen sie im ersten Moment skeptisch über das Geschenkt ist. Werde ich noch versuchen mit ein fließen zu lassen.
      Ob Kaidien kalt ist oder nicht ist noch ein Geheimnis was noch gelüftet wird, aber tatsächlich sollte ich darüber auch eine Reaktion rein bringen. Vielleicht über ihre Freunde das die sich wundern oder ihre Mutter ihr sagt ob sie sich nicht was wärmeres anziehen will.

      Ich hab mich glaub ich auch tatsächlich zu Sehr auf Kaidien versteift mit den Emotionen und wie sie sich verhält und hab die anderen so ein bisschen vernachlässigt... Da muss ich mich mit den anderen noch ein bisschen mehr auseinandersetzten. Zu der eventuellen Bedeutung der Geschenke und der Eule sag ich jetzt Mal nichts :D

      Und keine Sorge die Kommentare hier nehme ich nicht böse, denn diese helfen mir wenigstens anstatt einfach nur zu sagen schreib was anderes und versteif dich nicht so auf die Kapitel. Ich bin über jeden Kommentar dankbar und überlege mir was ich ändern möchte und was nicht. Muss ja immer noch zu meiner Geschichte passen. Aber deine Einwände verstehe ich und sehe ich sogar genauso.

      Hoffe du liest weiter wenn ich Mal wieder was reingestellt habe und ich hoffe auch was von dir lesen zu können. Nur Mut :love:
    • @Kathamaus

      Sicher lese ich weiter :thumbsup: ich will ja wissen, wieso die Eule sie stalkt :D

      Tja, bei mir wird das wohl noch dauern, da sich mein Laptop gestern von selbst zerlegt hat. Ich schreibe jetzt fröhlich mit dem Handy Kommentare. Aber die Geschichten müssen warten ;( 8|

      Aber denn habe ich mehr Zeit, andere Sachen zu lesen ;) :whistling:
    • So, ich habe das zweite Kapitel nun auch vollständig gelesen. Zum ersten: Es ist deutlich besser geschrieben als dein erster Versuch des ersten Kapitels. Wieder bildlich, mit Vergleichen und schönen Wortkonstruktionen.
      Ein wenig musste ich über diese hippelige beste Freundin lachen, die es scheinbar in jeder Geschichte zu geben scheint. Das lässt mich immer daran zweifeln, ob meine Freundin einfach nur zu viel Beruhigungsmittel geschluckt hat, oder ich die hippelige beste Freundin bin (was eigt nicht kein kann xD). Was ich sagen will, es wirkt etwas stereotypisch - was nicht unbedingt schlecht ist. ^^ Mal sehen, was du noch daraus machst.
      Interessant finde ich, wie Kaidien langsam von den seltsamen Kräften angezogen wird (und du die Verbindung zum Prolog herstellst). Und ihre Freunde scheinbar ebenfalls in alles hineingezogen werden, in dem sie ihr Sachen schenken, die ihren Blick gefesselt haben, oder sie schlicht an Kaidien erinnert haben. Mal schauen, was im Wald passieren wird, wenn die mysteriöse Eule jetzt schon mit Kaidien spricht ;)

      LG, Kyelia

      Für eine Welt, die mehr Einhörner braucht! #Vote4Jen!
    • Hey @Kathamaus ich habe es doch schon geschafft die geänderte Version zu lesen.

      Ich finde es jetzt viel besser als vorher. Ich bin echt gespannt wie es weiter geht. Ihre Mutter scheint doch etwas mehr zu wissen :whistling: .

      Rechtschreibung und Grammatik habe ich jetzt mal nicht beachtet. Da lasse ich die arbeiten, die mehr Ahnung haben ;)
    • Hallo @LadyK, ich freue mich das dir die verbesserte Version gefällt. Mir gefällt sie so auch viel besser. ich bin auch gerade dabei das Dritte kapitel zu schreiben und versuche diesmal das mit meinen anderen Charakteren gleich besser zu machen und auch ihre reaktionen zu beschreiben. Hoffe das es dir dann auch wieder gefällt

      @Kyelia es freut mich das du wieder weiter gelesen hast und ich kann dir versichern das da noch viel kommen wird nach und nach
    • Kapitel Drei

      Spoiler anzeigen
      Kapitel 3

      Sonderbare Geschehnisse

      Schottland, Inverness 21.12.2021

      Kaidien blieb abrupt stehen und drehte sich suchend hin und her. Hatte sie das gerade wirklich gehört oder spielte da jemand ihr einen Streich?
      „Wer ist da? Komm und zeige dich!“ rief Sie in die Leere, in der Hoffnung irgendjemand würde heraus kommen und sich ihr zu erkennen geben.
      „Kaidi? Alles in Ordnung? Wer soll sich zeigen?“ Aylia sah ihre beste Freundin mit einem fragenden Blick an. Die beiden jungen Männer blieben stehen und sahen ziemlich verwirrt aus.
      „Habt ihr das nicht gehört? Da hat jemand geflüstert…“ Kaidien verstummte und dachte noch einmal darüber nach, was gerade passiert war. Die Stimme die sie gehört hatte klang irgendwie seltsam, so als würde sie einen Hall mit sich tragen. War es vielleicht doch nur in ihrem Kopf und sie fand die Vorstellung toll, dass die kleine Eule ihr antworten würde?
      „Nichts. Ich dachte ich hätte was gehört aber da war nichts“, versuchte sie wieder von sich abzulenken und schüttelte den Kopf.
      „Na los, lasst uns weiter gehen.“ Lächelnd zog Kaidien ihre Freunde mit sich, in Richtung Stadtinneren.
      „Yeah, Endlich einen leckeren Mokkaschokolatte mit Karamell“, freute sich Aylia, hackte sich bei Dylan unter und zusammen fingen sie an vorwärts zu hüpfen.
      „Na… dann wollen wir mal“, Jamie reichte Kaidien seinen Ellenbogen und hoffte sie würde sich genauso wie Aylia bei Dylan bei ihm einhaken. Und Tatsächlich, nach kurzem Zögern ging Kaidien einen Schritt auf ihren Ex zu, lächelte scheu und stecke ihren Arm zwischen seiner Seite und dem abstehenden Arm durch. Zaghaft gingen die beiden los. Sie hatten beide leicht gerötete Wangen, Jamie dazu noch Schmetterlinge im Bauch.
      Kaidien konnte ihre Gefühle gerade nicht richtig einordnen. Sie dachte bei ihr gab es nur noch Freundschaftliche Gefühle für ihren Ex Freund, doch nun waren da unbekannte Gefühle. Gefühle die sie noch nie gehabt hatte durchzogen sachte ihre Körper. Ein kleines bisschen Kribbeln im Bauch und eine brennende Spur lief über ihren Arm. Doch im selben Moment waren die Gefühle auch schon wieder verschwunden.
      Sie liefen noch eine ganze Weile so lang, bis sie am Eingang ihres Lieblings Kaffees angekommen sind. Dylan und Aylia gingen als erstes durch die gläserne Tür und als diese wieder zu schwang, sah Kaidien ihre beiden Spiegelbilder. Das von sich selbst und das von einem jungen Mann mit leicht rot glühenden Augen und auf einmal war da wieder Jamie. Da musste wohl jemand hinter ihm gestanden haben oder von drinnen durch geschaut haben.
      Sie gingen, immer noch eingehakt, dem Pärchen hinter her und setzten sich ihnen an den Stammplatz der vier. Er stand in einer Nische vor einem großen Fenster, mit Blick auf eine filigranen Brunnen, der mit verschiedenen Fabelwesen verziert war.
      Sie alle bestellten sich ihre Lieblings Getränke, ihre favorisierten Kuchenstücke und saßen gemeinsam eine ganze Weile da. Es fühlte sich an wie immer, wie ein ganz normaler Tag mit ihren Freunden. Nur eine Sache war diesmal anders, denn draußen auf dem Baum saß auf einen Ast wieder der kleine Raubvogel. Kaidien konnte nicht anders, als immer wieder aus dem Fenster zu blicken und zu kontrollieren, ob sie es wirklich war. Selbst das Gespräch ihrer Freunde rückte in den Hintergrund und nichts konnte ihre Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken.
      Jamie schaute immer wieder verstohlen zu Kaidien rüber und machte sich so langsam sorgen, denn sie sah so abwesend aus. Da war aber auch wieder das andere Gefühl, das Kribbeln im Bauch und diese Anziehungskraft. So stark wie nie zuvor, noch nicht mal wie zu dem Zeitpunkt, als sie zusammen waren. Er hatte es gespürt, dass vorhin etwas passiert war, als sie Arm in Arm zum Kaffee gegangen waren.
      „Kaidien, was sagst du dazu?“ Aylia sah ihre Freundin vielsagend an.
      „Was? Tut mir leid, ich habe nicht zugehört…“ Kaidien versuchte wieder sich auf das Gespräch zu konzentrieren und die Eule einfach mal zu vergessen. Das sind nur Zufälle, nichts weiter.
      „Na zu der Party! Heute Abend? Unsere Freunde von der Uni?“ Aylia wurde langsam ungeduldig und klapperte mit ihren Fingernägeln auf der Tischplatte.
      „Ohja, das wird spitze, ganz bestimmt. Aber es kommen doch wirklich nur unsere engsten Freunde oder? Du weißt ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen…“ Kaidien versuchte einen nachdringlichen Blick hinzubekommen, damit Aylia auch wirklich verstand, dass sie keine Lust hatte auf jede Menge Menschen die sie begaffen würden.
      „Ja, Ja nur die engsten Freunde. Das hatte ich dir doch versprochen. Und nun los, lasst uns zahlen und dann wieder zurückgehen, damit wir uns fertig machen können.“ Aylia verfiel in einen Singsang und man spürte förmlich, wie aufgeregt sie war. Das konnte nichts Gutes bedeuten…
      Sie standen auf, zahlten, zogen sich ihre Jacken an und verließen zusammen das Café. Kaidien ging an der einen Seite, Jamie an der anderen und zwischen ihnen Aylia und Dylan.
      „Los, Los sonst werdet ihr nie fertig. Ihr Mädels braucht doch immer so lange.“ Dylan war ganz in seinem Element.
      „Ach Schatz, keine sorge ihr werdet euch schon nicht langweilen. Ihr beiden Männer könnt das Ess- und Wohnzimmer vorbereiten.“ Aylia gab ihrem Freund einen Kuss auf die Wange und fing lautstark an zu kichern.
      Dylan konnte einfach nur verblüfft dreinschauen und konnte nicht glauben, das seine Freundin es geschafft hatte ihn rein zu legen.

      „Was war heute los bei dir, als wir im Café waren?“ Aylia war zusammen mit ihrer Freundin in dessen Zimmer, um sich für die Party vorzubereiten.
      „Ich weiß es auch nicht genau. Erst dachte ich, ich hätte was gehört und dann das ich was in dem Glas, am Eingang des Café gesehen hätte. Jamie sah verändert aus im Glas…“ Kaidien schaute verträumt in den großen Spiegel, wo sie gerade vorstand.
      "Achja genau, was war das mit Jamie? Na komm schon, raus damit. Ich habe genau gesehen das es bei euch gefunkt hat.“ Aylia sah Kaidien mit einem wissenden Blick an, einem Blick den niemanden ausweichen konnte.
      „Ich weiß auch nicht. Es war anders als sonst, viel intensiver. Aber nacheinem kurzen Moment war es auch schon wieder weg. Das war bestimmt gar nichts. Lass uns jetzt weiter machen, sonst kommen gleich die Gäste und wir sind nicht da.“ Kaidien versuchte ihre Freundin auf andere Gedanken zu bringen und von sich abzulenken. Die beiden jungen Frauen stellten sich gemeinsam vor den Spiegel, machten sich die Haare und versuchten auseinander das Beste zu holen. Sie wollten unwiderstehlich aussehen.

      Die Party war im vollen Gange. Die Leute tanzten, redeten und lachten miteinander, die Stimmung war ausgelassen. Kaidien versuchte ihre Gefühle für Jamie zu deuten, beobachtete jeden seiner Schritte und ließ ihn keine Sekunde aus den Augen. Dylan und Aylia tanzen gerade eng umschlungen, als ein langsamer Song angefangen hatte. Kaidien beneidete das was sie haben, sie wollte auch so geliebt werden und wollte selber jemanden so sehr lieben. Sie ließ ihren Blick wieder zu Jamie wandern und plötzlich trafen sich ihre Blicke. Sie war wie gefesselt von seinen blauen Augen, die einmal kurz rot aufblitzen und wurde von ihnen angezogen. Sie gingen langsam aufeinander zu, ihre Hände berührten sich und es funkte zwischen den beiden. Seine Finger hinterließen eine brennende Spur auf ihrer Haut, als er seine Hand über ihren Körper wandern ließ. Es war als würde die Zeit still stehen und niemand anderes wäre mehr im Raum. Sie konnte ihren Blick immer noch nicht von ihrem Ex abwenden und war erstaunt, das Jamie auf einmal diese Anziehung auf sie hatte. Sie nahmen sich in die Arme und fingen an sich zu der Musik zu bewegen. Ihr Atem beschleunigte sich, als sie ihren Kopf anhob und ihn Jamie entgegen streckte. Jamie beugte sich langsam runter und ihre Münden trafen sich. Es war ein Kuss, wie sie ihn noch nie zuvor erlebt hatten, als wäre etwas Neues in ihnen erwacht. Plötzlich ging eine Art Blitz durch Kaidiens Körper und sie sah im ersten Moment nichts mehr. Doch dann kam eine Art Bild vor ihre Augen, als wenn sie ein kleines Video abspielen würde.
      Sie sah einen großen Jungen Mann, der gerade dabei war auf ein brennendes Haus, das aus einen Baum wuchs, zuzulaufen, mit einem großen Eimer voll Wasser in der Hand. Er hatte knallrote Haare und blaue Augen mit einem leichten roten Tatsch, die voller Angst und Verzweiflung auf das Haus starrten. Immer wieder waren Schreie einer Frau zu hören, die voller Schmerz durch die Luft getragen wurden. Eine Zweite Frau stand vor dem brennenden Haus und rief immer unverständlich einen Namen.
      „Ist da noch jemand in dem Haus? Miss?! Ist da noch jemand in dem Haus?“ Der rothaarige Mann versuchte die Frau zu erreichen, versuchte mit ihr zu reden, während er den Wassereimer an dem Haus ausleerte, in der leisen Hoffnung das Feuer so etwas bändigen zu können.
      „Meine… Meine Herrin. Miss McGrey… Sie ist nochmal ins Haus gelaufen und es scheint, als würde jetzt etwas den Rückweg versperren.“
      „Warum um alles in der Welt, ist sie da noch einmal rein?“ Ungläubigkeit sah man in den Augen des Mannes.
      „Sie wollte das einzige rausholen, was noch eine Bedeutung für meine Herrin hat…“ Die junge Frau brach in Tränen aus. „Sie müssen meine Herrin daraus holen, sie darf nicht sterben. Ich flehe sie an, retten sie Miss McGrey.“
      „Beruhigen sie sich Miss…?“
      „Sora, einfach nur Sora!“
      „Okay, gibt es noch einen anderen Weg, um ins Haus zu kommen? Ist vielleicht irgendwo ein Fenster offen?“
      „Im ersten Stock ist ein Balkon, dessen Tür immer auf ist.“
      Ohne auch nur noch ein Wort zu verlieren, kletterte er an der Wand hoch, Richtung Balkon und hievte sich auf die Plattform. Oben angekommen wollte er gerade die Balkontür öffnen, als ein brennender Ast auf seinen Arm runterviel. Ein brennender Schmerz durchzuckte ihn und er schreckte zurück. Der Ärmel seines Leinenhemdes hatte Feuer gefangen und verbrannte die haut, die darunter lag. Mitthilfe seines Halstuches, löschte er die kleine Flamme auf seinem Arm. Danach versuchte er durch das Fenster zu blicken. Aber was er dort sah, stimmte ihn traurig…
      Kaidien und Jamie gingen abrupt auseinander, als würden sie den anderen nicht kennen. Beide sahen verstört aus und keiner wusste was sie zum anderen sagen sollten. Kaidien vernahm laute Musik und kam wieder im hier und jetzt an. Ohne Jamie anzuschauen ging sie hinüber zu ihrer besten Freundin, die gerade bei den Getränken stand.
      „Was war denn das? Oh mein Gott sah das heiß aus. Seid ihr jetzt wieder zusammen? Das wäre so super, alles würde so wie früher werden…“
      „Aylia, Stopp. Ich weiß doch selber gar nicht was das war…“ Kaidien sah traurig aus und wusste nicht, wie sie das was sie gesehen hatte verarbeiten sollte. Aylia konnte sie davon auf keinen Fall was erzählen. Kaidien wollte am liebsten wegrennen und alles hinter sich lassen. Ihre beste Freundin zog sie am Amr Richtung Tanzfläche und machte das was sie immer tat um ihre Freundin abzulenken. Sie tanzten wie wild, zappelten und fingen beide an zu lachen.

      Um 2 Uhr Morgens waren alle Gäste verschwunden und die vier Freunden waren gerade fertig geworden mit aufräumen.
      „So, wir sind fertig. Jetzt können auch wir nach Hause gehen und ins Bett schlüpfen.“ Aylia gähnte bei ihren Worten und ging zusammen, mit den beiden Männern zur Eingangstür, um sich ihre Jacken überzustreifen. Kaidien wollte die ganze Zeit mit Jamie reden, aber sie wusste nicht wie und brachte daher keinen einzigen Ton raus. Zuerst umarmte sie ihre beste Freundin und danach Dylan, die daraufhin Platz machten und Hand in Hand auf Jamie warteten.
      „Kannst du noch einen Moment hier bleiben, Jamie?“ Kaidien hatte ihren ganzen Mut zusammen genommen und konnte diese Worte gerade so aussprechen.
      „Klar, ich kann noch bleiben, kein Problem“, erwiderte Jamie ohne zu zögern, mit vor Aufregung geröteten Wangen. Endlich konnte er mal mit ihr alleine sein und vielleicht, wenn es gut läuft, könnte er ihr endlich seine, noch vorhandenen Gefühle offenbaren.
      „Na gut, dann gehen wir alleine nach Hause. Na komm, meine Hübsche. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang.“ Dylan, der den Nachmittag über sehr in sich gekehrt war, legte seinen Arm um seine Freundin und zusammen verließen sie das Haus. Jamie und Kaidien standen, peinlich berührt im Eingangsbereich, keiner traute sich den ersten Schritt zu machen. Jamie, immer noch rot glühend, fuhr sich mit der Hand durch die Haare und starrte auf den Boden.
      „Wollen wir nach oben in mein Zimmer gehen? Da können wir ungestört reden, nicht das meine Mutter gleich durch die Tür kommt…“ Kaidien bewegte sich Richtung Treppe, nachdem der immer noch auf den Boden blickende Jamie ihr zugenickt hatte. Der junge Mann wurde immer nervöser, stolperte sogar fast über seine eigenen Füße und erhoffte sich so viel von dem Gespräch, was gleich kommen würde. Im Zimmer angekommen, schloss Kaidien die Tür und drehte sich zu Jamie. Nun, voller Hoffnungen und Erwartungen, blickte Jamie direkt in Kaidiens Augen und ging einen Schritt auf sie zu. Er wollte ihr unbedingt wieder nahe sein und glaubte, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür wäre. Doch Kaidien war schneller und erzählte ihm, was sie gerade bedrückte.
      „Der Kuss, der Tanz und die Berührungen, es war anders, es war einschüchternd. Und dann während des Kusses diese Vision von dem Mann, einer Frau und einem brennenden Haus, das aus einem Baum kam. Hast du das auch gesehen? Ich weiß einfach nicht was da passiert ist, wie ich das einordnen soll? Bitte sag mir das du das auch gesehen hast und ich nicht verrückt werde…“ Kaidien sprudelte einfach so drauf los und hoffte das ihr ehemals Vertrauter sie verstehen würde.
      „Eine Vision? Das hast du dir bestimmt nur eingebildet, sowas gibt es doch nur in Büchern.“ Jamie schaute Kaidien ungläubig an und versuchte den Abstand zwischen den beiden noch mehr zu verkürzen. Zwar hatte er auch etwas gespürt bei dem Kuss und hat ab und an ein Bild gesehen von den Dingen die sie ihm gerade beschrieben hat, aber das konnte einfach nicht wahrgewesen sein. Er wollte nur an den unglaublichen Kuss denken und an die starke Anziehungskraft zwischen den beiden.
      „Ja, wahrscheinlich hast du Recht“, Kaidien hatte allen Mut verloren und wollte nur noch ins Bett gehen. Vielleicht war sie ja einfach nur erschöpft, denn schließlich ist heute so viel passiert.
      „Mo nighean donn, ich wollte schon die ganze Zeit mit dir über etwas sehr wichtiges reden…“, fing Jamie an, mit erstickter Stimme zu erzählen. Doch weiter kam er leider nicht, denn Kaidien hörte ihm schon gar nicht mehr zu.
      „Du solltest auch gehen, es ist schon spät und ich bin hundemüde.“ Kaidien ging zur Tür hinüber, öffnete sie und bedeutet Jamie zu gehen. Das er sie bei ihrem alten Kosenamen, meine braunhaarige Schönheit, genannt hat, ist ihr schon gar nicht mehr aufgefallen.
      Jamie stand mit offenem Mund da. Er konnte nicht glauben, dass Kaidien ihn ausgerechnet jetzt weg schickte. Gerade, als er offen und ehrlich mit ihr sein wollte. Er versuchte ihren Blick zu fangen, doch hatte er keine Chance. Kaidien war längst in einer anderen Welt, mit ihren Gedanken.
      „Ja, natürlich, ich geh dann auch mal. Ich finde alleine raus…“ Voller Enttäuschung, ging Jamie mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern die Stufen hinunter, zur Eingangstür und zog sich seine Jacke an. Ein Letzter Blick zu Kaidien und er verließ, wie seine Freunde vor ihm, das Haus ohne auch nur ein einziges Wort mehr zu sagen. Kaidien hatte ein schlechtes Gewissen, denn Jamie sah so traurig aus, als er gerade das Haus verlassen hatte. In Gedanken versunken, ging sie zu ihrem Bett, zog sich ihren Schlafanzug an und legte sich unter die Decke.
      Die kleine Katze Blackcira, legte sich ebenfalls auf das Bett, zu Kaidiens Füßen und rollte sich ein.
      „Gute Nacht, meine kleine Raubkatze“, sagte Kaidien, die sich schon im Halbschlaf befand. Sofort nach ihren Worten, nahm die Erschöpfung die Kontrolle über ihren Körper und sie sank in einen tiefen Schlaf.
      <<Gute Nacht, Mylady>>

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Kathamaus ()

    • @Kathamaus

      Ich hab das 3. Kapitel gelesen und fand es schon um einiges besser, als dein erster Versuch des zweiten. Diesmal hast du es besser gemacht, auf deine Charaktere einzugehen. Trotzdem sind sie mir alle noch ein wenig zu flach...

      Vielleicht fällt es dir leichter vorzustellen, wie deine Freunde in einigen Situationen reagieren (fährt sich jemand verlegen durch die Haare oder trampelt einer nervös von einem Fuß auf den Anderen?).


      Kathamaus schrieb:

      „Tut mir leid, aber das kann ich dir einfach nicht glauben. Die ganze Zeit sagst du, dass es nicht sein kann. Aber was kann nicht sein? Komm schon, ich bin es, deine beste Freundin!“ Aylia wollte unbedingt, dass Kaidien ihr erzählte was los ist. Schließlich konnte sie ihr vertrauen, was auch immer sie Aylia erzählen würde.
      Das ist für mich ein bisschen doppelt gemoppelt. Es liegt durch die wörtliche Rede schon auf der Hand, das Aylia neugierig ist. Vielleicht könntest du hier mehr auf die Reaktion von ihr eingehen. (stupst sie Kaidien vielleicht gegen die Schulter oder hüpft sie aufgeregt herum)


      Kathamaus schrieb:

      Du solltest auch gehen, es ist schon spät und ich bin hundemüde.“ Kaidien ging zur Tür hinüber, öffnete sie und bedeutet Jamie zu gehen.

      „Ja, natürlich, ich geh dann auch mal. Ich finde alleine raus…“ Voller Enttäuschung ging Jamie die Stufen hinunter, zur Eingangstür und zog sich seine Jacke an. Ein Letzter Blick zu Kaidien und er verließ, wie seine Freunde vor ihm, das Haus ohne auch nur ein einziges Wort mehr zu sagen. Kaidien hatte ein schlechtes Gewissen, denn Jamie sah so traurig aus, als er gerade das Haus verlassen hatte
      Das wäre doch ein idealer Zeitpunkt, um uns Jaimie ein bisschen besser vorzustellen! Scheinbar ist er in Kaidien noch verliebt. Durch die Bitte eines Gesprächs macht er sich also Hoffnungen. Hier vielleicht ein bisschen auf Haltung, Ausdruck und Gesten eingehen. Wenn man voller Hoffnung ist, verhält man sich ganz anders als wenn man gerade einen riesen Enttäuschung erlebt hat.

      Rechtschreibung und Grammatik lasse ich wie gewohnt wieder aus. Lies dein Text noch einmal Probe, dann fällt dir vieles bestimmt auch selber auf (geht mir genauso)

      Jetzt aber auch mal etwas, was mir gut gefallen hat :D

      Die Visionen hast du sehr gut beschrieben. Ich bin gespannt inwieweit die Freunde etwas mit der ganzen Sache zu tun haben. Da ja eine der Erinnerungen scheinbar durch Jaimie ausgelöst wurde, wenn ich das richtig verstanden habe 8|

      Hach, ich glaube, das wird gut :thumbsup:
    • @LadyK
      Danke das du weiterhin dran bleibst, momentan ist ja eher weniger los hier im Forum.

      Ich freue mich, dass du sagst, das es mir wieder besser gelungen ist, auch wenn es noch nicht ganz so optimal ist. Ich tue mich ein bisschen schwer damit, die anderen Charaktere auch genauso wie Kaidien mit einzubinden, bzw. sie weniger flach erscheinen zu lassen.
      Ich habe das Dritte Kapitel nochmal überarbeitet und hoffe das ich es im nächsten Kapitel dann noch besser hin bekomme.
      Ich habe auch versucht Jamie in dem, von dir besagten Teil, genauer vorzustellen, was mir aber auch nicht ganz so einfach viel.

      Ich hoffe das du weiter dran bleibst :/
    • @Kathamaus die überarbeitete Version habe ich gelesen. Hier ein "kleiner" Kommentar :D

      Besser! Hier und da noch ausbaufähig, aber ich finde es besser als vorher:

      Kathamaus schrieb:

      Mo nighean donn, ich wollte schon die ganze Zeit mit dir über etwas sehr wichtiges reden…
      Jetzt frage ich einfach mal ganz doof... Was soll das am Anfang heißen? :rofl:

      Kathamaus schrieb:

      Er versuchte ihren Blick zu fangen, doch hatte er keine Chance.
      Da würde ich lieber... Ihren Blick einzufangen... schreiben. Irgendwie liest es sich holprig. :huh:
      [list][/list]Mir war gar nicht so wirklich bewusst, dass die anderen beiden ein Paar sind :whistling:

      Und was ich die letzten Male schon anmerken wollte: Wenn du eine förmliche Anrede benutzt, wird diese in jedem Fall groß geschrieben!

      Kathamaus schrieb:

      Herrin, sehen sie sich ihre Schulter an! Sehen sie es, das…?“
      [list][/list]-Herrin, sehen Sie sich ihre Schulter an! Sehen Sie es, das...? -

      Hab ich immer vergessen, mal zu erwähnen. Ich bin zwar für Rechtschreibung und Grammatik betriebsblind, aber sowas fällt mir auf

      8) :panik:
      LG LadyK im Dienst :)
    • Hallo @Kathamaus

      ich fand den Arbeitstitel deiner Geschichte interessant und wurde dann vom Prolog förmlich aufgesogen. Bis jetzt bin ich bis Kapitel 2.1 gekommen und finde, der Sog entfaltet sich immer dann, wenn es ins Fantastische geht. Bei den Handlungen zwischen den fantastischen Elementen gleicht der Text eher einer Aneinanderreihung von Informationen. Beispiel:

      Kathamaus schrieb:

      hre Freunde und ihre Mutter klatschten und fingen an zu Frühstücken. Brötchen, Croissants und Stücke vom Kuchen wurden rumgereicht und die Becher wurden mit Kaffee, Tee oder Kakao gefüllt. Sie bestrichen ihre Brötchen mit Butter, Marmelade oder mit ein bisschen der leckeren Schokocream und bissen herzhaft ab. Sie ließen sich das Frühstück schmecken, lachten und unterhielten sich. Dabei ließen sich die Fünf ausgiebig Zeit und genossen das gemeinsame beieinander sitzen, Blackcira immer an Kaidiens Füßen
      Dagegen wirkt der folgende fantastische Abschnitt auf mich sehr lebendig. Ich stehe beim Lesen selbst unter der Dusche:

      Kathamaus schrieb:

      Jeder Tropfen, der ihren Körper berührte, entfachte ein kleines Feuerwerk auf ihrer Haut, welches eine leicht brennende Spur auf ihrem Körper hinterließ. Das Wasser rief nach ihr, rief ihren Namen und drang in ihren Geist…
      Ich weiß nicht ob das Absicht ist und du den "gewöhnlichen" Alltag der Heldin auch in der Sprache nicht zu aufregend gestalten willst, aber mir gefällt dein Schreibstil in den fantastischen Bereichen eindeutig besser.

      Noch eine Anmerkung zum Prolog:
      Ist es für die Geschichte von Bedeutung, dass die Hebamme erst 14 ist und trotzdem besser als manch ältere ihrer Zunft? Wenn nicht, würde ich das Alter weglassen und nur schreiben, dass sie eine sehr gute Hebamme ist. Mich hat es irritiert, weil es auf den Prolog keine weiteren Auswirkungen hat. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich selbst schon zwei Kinder bekommen habe und die Hebammen zum Teil deutlich älter waren. Abgesehen davon, hat mich die Szene zurück in den Kreißsaal befördert. Atmen und nicht nur schreien...

      @Chaos Rising: Babys müssen nicht zwingend nach der Geburt schreien. Sie atmen auch so. Aber als Kontrast zur Totenstille vorher ist es gut.

      LG LLW
    • @littlelovelywolf schön noch eine Leserin mehr zu haben. Der Prolog ist tatsächlich bisher der beste Part der Geschichte,bzw. Ist mir am besten gelungen.
      Meinst du, das die stellen wo es nicht ins fantastische gehen mehr leben brauchen? Da hapert es nämlich tatsächlich bei mir, da ich Schwierigkeiten habe, da rein zu finden und auch diese stellen attraktiv wirken zu lassen. Allerdings sollen die Stellen, die bisher ins fantastische gehen auch etwas besonderes haben, um jetzt nicht zu viel zu verraten.
      Ja das mit der Hebamme war tatsächlich am Anfang so gedacht das es eine besondere Bedeutung haben soll, aber inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher :D
      Tatsächlich hatte ich auch eine Hebamme die naja nicht ganz so jung war :D
      Ich hoffe das die die Geschichte trotzdem gefällt und du weiter meine nächsten Kapitel verfolgen wirst :thumbsup:
    • @LadyK ich finde es echt toll das du dir die Zeit nimmst und auch meine Korrektur, ich meine das du dann auch noch nach der Korrektur das ganze nochmal liest. Ein großes Danke dafür, da ich zur Zeit ja auch nicht so viele Leser habe.

      Mo nighean Donn heißt so viel wie " meine braunhaarige Schönheit/mein braunhaarige Mädel" und ist gälisch. Dachte ich habe die Bedeutung gut in den darauf folgenden Satz gesagt... Vielleicht ist es nicht ganz plausibel gewesen.
    • So und weiter geht es mit dem Kapitel 4

      Spoiler anzeigen
      Kapitel 4

      Die Prophezeiung

      Schottland, Inverness 22.12.2021



      Einmal wird ein Kind geboren…
      … retten vermag das Land Elasmia und alle anderen…
      Ein Mahl deren Schulter ziert…
      Erkennen wird man es…
      …Große Kräfte…
      …verlorene Gaben…
      …Kind geboren…Mahl deren Schulter…
      …Asmodeo, der Dämon… erweckt… Bestimmung…

      Kaidien wachte mit Schweiß gebadeter Stirn auf, ihr Tattoo fühlte sich an, als würde es in Flammen stehen und ihr Kopf pochte voller Schmerz. Sie konnte sich für einen Moment an nichts erinnern, noch nicht einmal daran, wo oder wer sie genau war. Immer noch mit ihren Gedanken in ihren Traum gefesselt, wirkte sie Orientierungslos und ein Schleier der Hilflosigkeit überzog sie. Immer und immer wieder ging sie in Gedanken den Traum durch und fragte sich, was das nun wieder zu bedeuten haben könnte. Nur einzelne Fetzen des Traums waren hängen geblieben. Das irgendwann einmal ein Kind geboren werden soll und das dieses dann ein Land namens Elasmia retten solle. Aber warum träumte ausgerechnet sie das, was sollte das alles bedeuten?
      Man konnte Angst in Kaidiens Augen sehen, die sich immer wieder die Hände über den Mund legte. So langsam hatte sie das Gefühl verrückt zu werden, aber wem konnte sie sich anvertrauen? Die junge Frau wusste nicht was sie tun sollte, eine Welle der Einsamkeit überrollte sie und drohte sie zu ersticken. Ihre Katze Blackcira kam auf sie zu, sprang aufs Bett und kletterte auf ihren Schoß. Ein lautes Miauen war zu hören. Die kleine Gefährtin rollte sich zusammen und kuschelte sich eng an ihre Herrin.
      Kaidien fing an, ihr den Rücken zu kraulen, was eine tief beruhigende Wirkung auf sie hatte. Sie war nicht alleine, sie hatte Freunde und Familie, ihre kleine Katze Blackcira und, bei einem Blick nach draußen, auch die kleine Eule.
      Kaidien beruhigte sich wieder, stieg aus dem warmen Bett und zog sich ihren Roten, aus Seide gemachten Morgenmantel über die Arme. Ihr Weg führte sie hinunter in die Küche, wo schon ihre Ziehmutter Claire auf sie wartete, einen Schokochino in der einen Hand und in der anderen, ein frisch gebackenes Brötchen. Es duftete herrlich, nach Mehl und nach warmen frischen Gebäck.
      „Hallo, meine Kleine. Hast du den gestrigen Tag noch gut überstanden?“, fragte Claire ihre Tochter mit einem traurigen Lächeln auf dem Gesicht.
      „Guten Morgen, Mutter. Der Tag war lang und Ereignis reich.“ Kaidien wusste nicht was sie ihrer Mutter noch hätte sagen sollen.
      „Ereignis reich?“, fragend und doch irgendwie wissend, schaute Claire zu ihrer Tochter hinüber, die immer noch in der Tür stand. Sie konnte es Kaidien ansehen, die Veränderung kommt langsam und ihr wird nicht mehr viel Zeit bleiben.
      „Ist auch egal, ich will jetzt einfach Frühstücken, danach geht es mir bestimmt viel besser.“
      „Wieso, stimmt irgendwas nicht?“ voller unterdrückter Panik, versuchte Claire ganz ruhig zu bleiben, um heraus zu finden, was genau mit Kaidien passiert ist.
      „Ich hab nur starke Kopfschmerzen, hab nicht besonders gut geschlafen…“ Kaidien tat es mit einem Nicken weg und setze sich an die Kücheninsel.
      „Du hast wieder Brötchen gemacht, Mutter? Es duftet wirklich herrlich…“ mit geschlossenen Augen, zog Kaidien die berauschenden Duft in sich ein. Ein Kribbeln, welches durch den ganzen Körper sich seinen Weg suchte, lies sie leicht erschaudern.
      Claire beobachtete ihre Ziehtochter, lies sie nicht aus den Augen und was sie sah, bestätigte nur ihre Befürchtung, dass die Zeit bald gekommen war.
      „Ich wollte dir was Gutes tun“, holte sie ihre Tochter aus deren Gedanken und stellte ihr einen Teller, mit einem Brötchen hin. Daneben den Schokochino, der zu einem kleinen Teil nach Kaffee roch und zu einem viel größeren nach Schokolade und daneben einen Teller, mit einer kleinen Auswahl an Aufschnitt. Natürlich durfte die Schokocream auch nicht fehlen.
      Während Kaidien so da saß, sich ihr Frühstück schmecken lies, kam ihre Mutter wieder in die Küche und legte eine kleine Schatulle neben sie.
      „Was ist das?“ Kaidien nahm das Päckchen in die Hand und schaute es sich genauer an.
      „Das ist ein weiteres Geschenk für dich,… Von deiner Mutter, deiner leiblichen…“ Claires Blick wurde trüb und ihre Augen füllten sich mit Tränen, Tränen die Kaidien nicht genau deuten konnte.
      „Mutter, wenn es dich so sehr verletzt, dann brauch ich das nicht. Meine leibliche Mutter hat mich weggeben und hat kein Interesse für mich gezeigt. Nur du bist mir wichtig, du bist meine Mutter, die einzige!“ Kaidien hielt die Hand ihrer Mutter ganz fest.
      „Eines Tages wirst du das gebrauchen können und es wäre von mir nicht richtig, es vor die zu verbergen. Öffne es bitte!“
      Kaidien sah ihre Mutter noch einmal an und öffnete die kleine Schachtel, ohne zu wissen, wozu sie irgendetwas brauchen könnte und vor allem für was.
      Ihre Hände zitterten, als sie den Deckel öffnete und sie das Seidenpapier aus dem inneren der Schachtel entfernte. Zum Vorschein kam eine Kette, deren Anhänger ein silberner Schlüssel war. Der Kopf des Schlüssels war wie ein Drache geformt, der sein Drachen Ei, ein Smaragd, in seinen Klauen hielt und behütete. Kaidien hielt den Schlüssel in der Hand und fühlte das Gewicht, die Kraft, die in ihm steckte. Es war ein Teil von ihr und das wusste sie, auch wenn sie nicht sagen konnte woher.
      „Du musst ihn bei dir tragen, genauso wie den Smaragd, der um deinen Hals baumelt.“ Claire schloss ihre Tochter in die Arme und versuchte nicht darüber nach zu denken, was die Zukunft noch bringen und wie schnell sie eintreffen würde.
      „Und, was hast du heute noch so vor?“, versuchte Claire das Thema vom Schlüssel und dem, was er mit sich brachte, zu verdrängen.
      „Ich weiß nicht. Ich denke ich werde gleich eine kleine Runde laufen gehen. Das Wetter scheint perfekt dafür zu sein und dabei kann ich am besten abschalten.“ Kaidien stand auf, gab ihrer Mutter noch einen Kuss und ging schnellen Schrittes nach oben in ihr Zimmer, um sich fürs laufen umzuziehen. Oben in ihrem Zimmer angekommen, wollte sie den Schlüssel auf ihren Nachttisch stellen, als sie eine Stimme in ihrem Kopf hörte.
      <<Das würde ich nicht tun, Herrin. Tragt ihn bei euch>>
      Kaidien konnte nicht glauben, dass es schon wieder geschah. Niemand war bei ihr im Raum, also konnte auch niemand zu ihr sprechen und schon gar nicht in ihrem Kopf.
      Trotzdem legte sie die Kette mit dem Schlüssel um ihren Hals, zog sich um und lief wieder die Treppe zur Eingangstür hinunter. Mit schnellen Bewegungen, zog sie sich ihre Laufschuhe und eine Mütze an und öffnete die Tür.
      Ein Windhauch, eine Prise kalter Luft, begrüßte sie und hieß sie willkommen. Sofort fühlte sich Kaidien besser, das konnte ihre Mutter an ihrer Körperhaltung sehen. Schon jetzt sah sie, was die Elemente versuchten und womit sie ganz langsam Erfolg zu haben schienen.
      „Bis später, Mutter.“
      „Bis später, aber pass auf dich auf und achte auf deine Umgebung.“ Claire winkte ihrer Tochter noch nach, als diese schon in den Wald verschwunden waren. Dieser verflixte Wald, der das Böse inne hält.
      Kaidien war mit ihren Gedanken schon ganz wo anders und verlor keinen Gedanken an die Stimme in ihrem Kopf. Sie schaute noch nicht einmal nach, ob die kleine Eule, ihre neue Freundin, sie wieder verfolgte. Sie lief einfach weiter und weiter, um sich endlich wieder frei zu fühlen.
      Der Wind hauchte ihr einen Kuss auf die Wange, umspielte ihre Finger und ihren ganzen Körper. Sie liebte dieses Gefühl, aber heute war es anders, es fühlte sich viel lebendiger an. Der Duft von Wald und Blumen kroch ihr in die Nase und verbreitet eine angenehme Wärme in ihrem Körper. Die Erde unter ihren Füßen schien sie in die Luft zu tragen, brachte sie zum Schweben und strahlte eine Geborgenheit aus, die Kaidien so nicht kannte. Komm zu mir, nimm mich in dich auf…
      Kaidien lenkte ihre Füße Richtung Bach, der nur eine halbe Meile weit weg war. Am Bach angekommen, kniete sie sich hin und hielt ihre Hände in das kühle Nass, um es zu trinken. Als das Wasser in Berührung mit der Haut von Kaidien kam, flackerte ein kleines Licht auf. Das Wasser suchte sich seinen Weg zu ihrem Mund und lief ihren Hals hinunter. Eine brennende Spur, die dem Weg des Wassers nachlief, durchflutete Kaidien, die dieses Gefühl begrüßte, wie die Berührung eines Geliebten…
      Kaidien schloss die Augen, genoss die Emotionen, wie eine lang vergessene Flamme der Leidenschaft und verlor sich darin.
      >>Wach auf, Kaidien<<
      Ein Schreck durchlief Kaidiens Körper, sie öffnete die Augen und ein rotes Glühen war für einen kurzen Moment zu sehen.
      Schon wieder das Gefühl einer eindringlichen Einsamkeit und Verzweiflung überkam Kaidien. Sie fand keinen Weg zurück, ins Hier und Jetzt. Wusste nicht, wie sie weiter leben sollte, was das Leben für einen Sinn hatte und was mit ihr geschah.
      >>Beruhige dich, Atme und komm wieder zu dir<<
      Wer ist da?
      >>Das weißt du genau, meine Liebe. Wir kennen uns jetzt schon seit deiner Geburt<<
      Das kann nicht sein. Zeig dich mir endlich und hör auf in meinem Kopf herum zu spuken!!!
      >>Wie du wünscht, Herrin<<
      Kaidien wusste nicht, was mit ihr geschah, konnte niemanden sehen in ihrer Umgebung und verlor langsam den Verstand. Plötzlich hörte sie Flügelschlagen, die immer näher kamen und über ihrem Kopf hinweg flogen. Auf einen Stein, genau vor Kaidiens Augen, landete die kleine Schneeeule und schaute ihr direkt in die Augen. Zwischen den ihren, auf der Stirn, trug sie einen Smaragd. Er sah genauso aus, wie der Smaragd an Kaidiens Kette, der genau in diesem Moment anfing, etwas heiß zu werden.
      >>Guten Tag, Kaidien. Ich bin Smara und ich kenne dich schon dein ganzes Leben lang<<
      Kaidien glaubt nicht was sie da sah und was sie hörte. Sie schien den Boden unter ihren Füßen zu verlieren, ihr wurde schwindelig, alles drehte sich. Sie sank auf ihre Knie, verlor das Gleichgewicht, viel auf den Boden und verlor ihr Bewusstsein.

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