Schreibwettbewerb Februar/März 2018 - Voting & Siegerehrung

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    • Schreibwettbewerb Februar/März 2018 - Voting & Siegerehrung

      Welche Geschichte hat euch am Besten gefallen? 14
      1.  
        Die Schönheit des Unbekannten (3) 21%
      2.  
        Ein magischer Ort (2) 14%
      3.  
        Dancing in the Dark (2) 14%
      4.  
        Schatten der Vergangenheit (2) 14%
      5.  
        Der Geist und die Tänzerin (4) 29%
      6.  
        Eine unvergessliche Begegnung (1) 7%
      Hallo zusammen!

      Lange genug wurdet ihr auf die Folter gespannt und ich muss mich für die kleine Verzögerung entschuldigen - doch endlich ist es wieder soweit und das Voting kann beginnen!

      Und ich kann euch sagen - Das Warten hat sich gelohnt, denn es sind wieder eine Menge toller Geschichten bei mir eingetroffen!


      Und somit geht der Schreibwettbewerb Februar/März 2018 ins entscheidende Uservoting.

      Folgendes Thema wurde von unserem letzten Gewinner Asni vorgegeben:

      Tanz mit einem / einer Fremden

      Die Geschichten werden gemessen am Datum ihres Einreichens willkürlich gepostet. So steht ihr im Bezug auf deren Autoren völlig im Dunkeln. ;)

      ACHTUNG: Beim Voten ist man nicht anonym. Somit wird Schummeln ausgeschlossen. Zudem dürfen einmal abgegebene Stimmen nicht mehr verändert werden. Bedenkt das bitte bei eurer Stimmenabgabe!

      Das Voting dauert bis 31. März 2018 um 23:59:59 Uhr.

      Viel Spass beim Lesen und Voten! :)

      Euer Fantasy-Geschichten Forum
    • Die Schönheit des Unbekannten
      von Lehaidin

      Ich war gelangweilt.
      Der gesamte Ball, den mein Vater für meine Vermählung ausgerichtet hatte, war langweilig. Ich weiß, das klingt jetzt seltsam, aber ich bin ein Prinz, der sich noch nie für eine Frau interessiert hat. Mein ganzes Leben war bisher ein ausgelassenes Treiben in Kneipen und Spelunken gewesen, welches mir bisher auch ziemlich gut gefallen hatte. Ich war ein Draufgänger, ein Angeber und ein Frauenheld, aber so, wie mein ausgelassenes Treiben in den Spelunken der Königsstadt, so war auch meine Beziehung zum anderen Geschlecht.
      Frauen besuchten mein Zimmer Tag für Tag. Frauen, die mein Vater wohl eher weniger zu schätzen wusste.
      Und jetzt? Jetzt wird er alt und schwach und glaubt, er müsste mich schnell zu seinem mündigen Nachfolger machen, der mit einer Königin an seiner Seite regieren müsste. Völliger Unfug, wenn ihr mich fragt. Wieso braucht ein König denn unbedingt eine Königin um zu regieren?
      Naja, egal, ich könnte mich nun stundenlang über meinen Vater beschweren, aber wieso sollte ich euch die langweiligen Annalen meines Lebens erzählen, wenn ich euch von dem noch viel langweiligeren Ball erzählen kann.
      Da war ich also nun. Auf einer Veranstaltung, auf der die schönsten Frauen des Landes erschienen waren. Naja, wohl eher die, deren Väter nach mächtigen Positionen strebten. Immer wieder stellten mir alte Greise ihrer rausgeputzten Töchter vor, die händeringend versuchten Luft zu bekommen, weil ihr Kleider ihnen die Lungen abschnürten. Gezwungen lächelten sie mich an, verbeugten sich so lange, bis ich wahrlich in ihren Ausschnitt schauen konnte und kicherten kurz darauf mit vorgehaltener Hand, als ob sie nicht gewollt hätten, dass ich ihnen auf ihre Brüste schaute.
      Gelangweilt starrte ich den Teppich unter meinen Füßen an, während eine weitere Frau auf mich zu getorkelt kam und sich mit ihrem Vater vor mich stellte.
      Getorkelt war vielleicht auch der falsche Begriff, denn die übergewichtige Riesin sah mehr nach einem Krieger aus, als nach einer zierlichen Frau. Die hochhackigen Schuhe ächzten unter ihrem Gewicht und die breiten Oberarme brachten das Kleid beinahe zum Platzen, während der Vater sie mir vorstellte.
      Ich hatte den Namen schon wieder vergessen, als mir belustigt der Größenunterschied zwischen Vater und Tochter gewahr wurde. Der mickrige Vater war schlank und kaum größer als fünf Fuß, während seine Tochter mit breiten Schultern und etwa sechseinhalb Fuß vor mir aus dem Boden ragte.
      Ich lächelte teilnahmslos und innerhalb weniger Augenblicke waren Vater und Tochter in der Menge verschwunden, obwohl man die gigantische Frau auch weiterhin über den Köpfen der anderen Bewerberinnen sah.
      Ich lehnte mir mit verdrehten Augen zu meinem Vater rüber und flüsterte:
      "Vater, ich müsste mal ein kleines Geschäft erledigen!"
      Mein Vater nickte grimmig und wir Beide wussten, dass ich nur versuchte diesem Alptraum zu entfliehen. Dennoch gewährte er mir meinen Wunsch und ich versuchte, ohne loszustürmen aus dem Saal zu gelangen. Die Frauen im Saal blickten gespannt zu mir hinüber, als ob ich mir nun eine von ihnen auswählen würde und sie bis in alle Ewigkeit zu meiner geliebten Frau machen würde. Pah, wohl kaum. Die Liebe ist eine Lüge. Spätestens als mein Vater von seiner Königin verlassen wurde für niemand geringeren als seinen besten Freund, war mir klar, dass die Liebe nichts als Schmerz mit sich bringt.
      Schnell hatte ich die gierige Meute von Frauen, die wie Raubtiere auf ihre Beute warteten, hinter mir gelassen und öffnete die kleine Nebentür zu den Gemächern der Königsfamilie.
      Ausatmend schloss ich die Tür wieder und genoss für einen kurzen Moment die Ruhe der leeren Gänge vor mir. Dann lief ich los und peilte die oberen Gärten an um ein wenig Luft zu schnappen und mich im schlimmsten Fall vor meiner nervigen Verpflichtung zu drücken. Ich wurschtele einen kleinen Flachmann aus meiner Tasche und ließ den hochprozentigen Alkohol einen Rachen hinabgleiten, während ich den oberen Wachgang entlang ging und über die kläglichen Väter nachdachte, die gerade im Thronsaal versuchten ihr Töchter zu verheiraten.
      Dann dachte ich daran, dass mein Vater das gleiche Ziel hegte und in mir kochte Wut auf. Wie konnte er nur glauben, dass ich mich einfach so in eine wildfremde Frau verlieben könnte, die mir auf einem so pietätlosen Ball vorgestellt wurde.
      Ich stürmte um das nächste Eck und knallte ,noch immer wütend über meinen Vater, gegen eine Wache. Ich fiel zu Boden und ein ungelenkes Klappern versicherte mir, dass die Wache, gegen die ich gelaufen war, ebenfalls zu Fall gekommen war.
      "Was fällt euch eigentlich ein du nichtsnutzige...", fluchte ich los und wollte gerade die Wache für ihre Taten schelten, als ich in das Gesicht einer braunhaarigen Frau blickte.
      "Oh, ähh, geht es euch gut?", fragte ich vorsichtig und hielt der Wache meine Hand hin.
      "Mein Prinz! Es.. es tut mir so unermesslich leid", entschuldigte sich die Wache und sich rappelte sich auf, ohne auch nur meine Hand anzublicken.
      Ihr Helm war von ihrem Haupt gefallen und ich blickte in ein zartes Gesicht, eingerahmt von langen, lockigen Haaren, die leicht auf ihre Schultern hinab fielen. Sie war schlank und wie es sich für eine Wache gehört war ihr Körper gut trainiert. Ihre schlanken Beine umgab eine enge Hose und ihre eleganten Kurven waren selbst durch die Rüstung der Wachen ansehnlich und wunderschön. Ihre braunen Augen schauten beschämt auf den Boden herab und sie wollte sich gerade Bücken und den Helm aufheben, als mir derselbe Einfall kam.
      Mit einem dumpfen Geräusch knallten unsere Köpfe aneinander und erneut verhaspelte sich die Soldatin in wirren Entschuldigungen, was mich unweigerlich zum grinsen brachte, während ich ihren Helm aufhob. Ich hielt ihr die Kopfbedeckung hin und schüchtern griff sie danach. Unsere Hände berührten sich und ich zuckte zusammen. Nicht vor Angst, nicht, weil ich ich Berührungen nicht ertragen konnte, nein, ich zuckte zusammen, weil ihre warmen Hände eine völlig neue Wärme in meinen Körper brachte.
      Wie durch ein unsichtbares Band verbunden trafen sich unsere Blicke und ich musste erneut lächeln.
      "Wie heißt ihr?", fragte ich leise und ließ den Helm noch nicht los. Ich wollte mit der jungen Soldatin reden, ich fühlte mich zu ihr hingezogen, ohne zu wissen warum.
      "Ich, ähh... Ich bin Niemand", antwortete sie und ließ ihren Kopf auf die Brust sinken.
      Durch den Gang hallte Tanzmusik, welche unten im Thronsaal gespielt wurde und ich war mir sicher, dass mein Vater die Gäste etwas beschäftigen wollte, während er gerade Wachen auf mich ansetzte.
      "Nun, Niemand. tanzt mit mir!", sagte ich bestimmt und zog sie an der Hand zu mir heran.
      "Was?", flüsterte sie und ihre Stimme klang zitternd und unsicher.
      Ihre Haare rochen nach Flieder und ich schloss wie in Trance die Augen, während ich ich der Musik lauschte und mich zu ihrem Ohr beugte.
      "Tanzt mit mir", flüsterte ich und ließ den Helm los, welcher krachend auf dem Boden aufschlug.
      Die junge Soldatin zuckte zusammen und ihre Hände zitterten, als ich meine Hand um ihre Hüfte legte und ihre Hand in meine gleiten ließ. Der leise Walzer strömte durch den Gang und ich begann zu tanzen. Sie ließ sich von mir führen und machtlos keuchte sie mir ins Ohr, während sie zitternd versuchte meinen Schritten zu folgen.
      Ich schloss die Augen und der Duft des Flieders ließ mich schwach werden, während mir ihr heißer Atem an meinem Ohr eine Gänsehaut verpasste. Die junge Frau und ich tanzten eng umschlungen und ihr warmer Körper presste sich an meinen. Noch nie hatte ich mit einer Frau auf diese Art getanzt und nun vernebelte mir die junge Fremde den Verstand. Verträumt zog ich meinen Kopf zurück und schaute in ihr Gesicht.
      Ihre Augen waren geschlossen und ihr Mund war leicht geöffnet, während sie leise stöhnend den Tanz genoss. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht und ich wurde das Gefühl nicht los, dass die junge Frau ebenfalls noch nie auf diese Art getanzt hatte.
      Dann öffnete sie ihre Augen und für einen kurzen Moment stand die Welt um mich herum still. Ihre braunen Augen blickten so tief in mich hinein, dass ich mein gesamtes Leben, den Schmerz, die Trauer und die Freude, an mir vorüber ziehen sah. Noch immer lächelte sie und eine Träne lief mir über die Wange, als ich ,von den Erinnerungen meiner Vergangenheit geplagt, sanft ihren Kopf nahm und ihn näher zu mir zog.
      Dann berührten sich unsere Lippen und wie ein elektrischer Stoß durchfuhr mich eine Wärme, die ich noch nie in meinem Leben empfunden hatte. Der Kuss durchströmte mich wie ein Leuchtfeuer die Dunkelheit und mein Magen drehte sich.
      Dann lösten sich unsere Lippen voneinander und für einen Augenblick starrten wir uns lächelnd an.
      Plötzlich hörten wir Schritte aus dem Gang hinter uns und die Fremde schreckte zusammen, löste sich aus meinen Armen und rannte davon. Wie erstarrt blickte ich ihr hinterher und nach wenigen Momenten bogen zwei Wachen ums Eck hinter mir.
      "Mein Prinz, euer Vater verlangt nach euch. Er will, dass ihr euch nun entscheidet", sagte eine der beiden Wachen.
      Ich nickte unbeeindruckt und hob den Helm auf, welcher noch immer auf dem Boden lag und starrte auf das silbrige Metall in meiner Hand.
      "Ich habe mich entschieden", sagte ich und drehte mich entschlossen um.
    • Ein magischer Ort
      von Tom Stark

      »Sie vermissen Sie sehr, qui? Nehmen Sie das, es wird Ihnen helfen.« Die Stimme der Polynesierin hatte wissend und mitfühlend geklungen, ihr Akzent war natürlich sehr französisch gewesen. Dass ich ausgerechnet an die einzige Straßenhändlerin in Papeete, die deutsch konnte, geraten musste, war ein unfassbarer Zufall. Natürlich war Tahiti offiziell Teil der EU, man konnte inzwischen sogar mit dem Euro bezahlen, aber die Insel war außerhalb der Touristenhotels nicht unbedingt europäisch eingestellt. Meine Kinder würden mich für verrückt halten, dass ich dreißig Euro für solchen Tinnef ausgab. Ich, der kühle,analytische, fast atheistische Ingenieur, der zeitlebens rund um den Globus unterwegs war, der Urtyp des fleißigen Deutschen, der für wenig mehr als Tabellen, Grafiken und Termine Sinn aufbrachte. Auch nicht für die Familie. Gerade nicht für die Familie. Nicht für meine Kinder, Julia und Klaus und auch nicht für Sandra, die Frau, die ich geliebt hatte, immer noch liebte. Ihr Tod hatte mich wachgerüttelt, fand ich, andere meinten hingegen, völlig aus der Bahn geworfen. Diese Reise sollte ein Selbstfindungstrip werden. Dabei war nicht ich es, den ich wirklich suchte?
      »Es wird Ihnen helfen sie wiederzusehen. Sie werden sehen. Sie müssen nur genug daran glauben.« Ich hatte gelacht, mein müdes, bedrücktes Lachen. »Das mit dem Glauben wird schwer, Madame. Den wenigen Glauben, den ich vielleicht noch gehabt hätte, hat sie mitgenommen. Wir hatten eine klare Arbeitsteilung in der Familie. Ich war für tropfende Wasserhähne und Investmentfonds zuständig, sie für Erziehung, die Moral und den Glauben.«
      Die alte Polynesierin hatte gelächelt. Trotz des Alters hatte sie noch alle Zähne und sie strahlten beinahe. »Das war nicht gerade eine sehr moderne Ehe, n'est-ce pas?«
      Obwohl ich mich schon abwenden wollte, musste ich bleiben, widersprechen. Meine Sandy nicht modern? Oh, wer das glaubte, der kannte meine Frau schlecht. Schon öffnete ich den Mund, um sie aus vollem Herzen vor dieser Straßenhändlerin zu verteidigen, doch dann war der bleierne Mantel der Erkenntnis auf meine Schultern gefallen und hatte mich erstarren lassen. »Wenn Sie damit meinen, dass ich sie viel zu wenig gewürdigt habe … haben Sie wohl vollkommen recht …« Gegen Ende war meine Stimme immer leiser geworden. Ehe ich mich versah, war ich schon mitfühlend in den Arm genommen worden. Soweit war es schon gekommen, dass sogar Wildfremde sich genötigt sahen, mich zu trösten! »Wenn Sie so wenig Glauben haben, wird der Wenige, den Sie aufbringen, bestimmt zehnfach zählen. Liebe ist genug da, das kann jeder sehen, der Augen im Kopf hat.«

      Sie hatte mir diesen Ort genannt, mitten im Bergregenwald dieser Vulkaninsel. Marae Arahurahu hatte sie ihn genannt, ein heiliger Ort, ein Ort an dem man die Geister geliebter Verstorbener treffen könne. Natürlich glaubte ich nicht an so etwas, aber was hatte ich schon zu verlieren?
      Der Fußmarsch war lang gewesen, aber auf eine gewisse, merkwürdige Art befreiend. Meine kleine Führerin, die Enkelin der Alten, war barfuß unterwegs und warum auch nicht? Für Menschen gefährliche Tiere gab es hier nicht, jedenfalls keine Schlangen, wie man mir versichert hatte. An die allgegenwärtigen Moskitos hatte ich mich schnell gewöhnt. Mein Beruf hatte mich oft nach Südamerika geführt und ich war Schlimmeres gewohnt. Zum bestimmet einhundertsten Mal berühre ich die kleine Statue, die ich von der Alten erworben habe, an dem einfachen Lederband um meinen Hals. Sie stellt eine sitzende Figur mit extrem ausgeprägtem Bauch und großem Kopf dar.
      Kurz vor Dämmerung erreichen wir diesen rechteckigen, von einer hüfthohen Natursteinmauer eingefriedeten Platz, an dessen Ende sich eine steinverkleidete Plattform befindet. Ich stehe auf einem natürlichen Plateau. Der Nebel, der sich bei den sinkenden Temperaturen aus den Wäldern der Täler ringsherum erhebt, taucht die Welt in ein mystisches Zwielicht und beinahe bin ich bereit an die Magie des Ortes zu glauben. Beinahe.
      Ich sehe mich nach meiner kleinen Führerin um. Das Mädchen ist bestimmt keine vierzehn Jahre alt, doch so sehr ich mich auch umblicke, sie ist verschwunden. Andererseits gibt es hier ja keine echten Gefahren und das Mädchen kennt hier jeden Stein, im Gegensatz zu einem gewissen deutschen Touristen. Mir bleibt also nichts anders übrig, als hier zu bleiben, bis sie mich abholt. »Aisaka«, rufe ich nochmals in die anbrechende Nacht, doch der Nebel verschluckt den Ruf sofort, sodass nicht einmal die eindrucksvollen Bergwälder ein Echo zurückwerfen können. »Ganz toll.« Ich schüttle den Kopf, aber andererseits habe ich ja keine Termine, niemand den ich treffen muss, keinen Ort, an dem ich jetzt sein müsste oder lieber wäre. Genauso gut kann ich also hier bleiben. Als ich mich umsehe, finde ich menschengroße Statuen, aber keine, die meiner Statuette gleicht. Schließlich entdecke ich einen leeren Sockel. Ganz eindeutig stand auf ihm einmal eine Statue, dem Abdruck nach zu urteilen, noch vor Kurzem. Mangels anderer Ideen und Sitzgelegenheiten, setze ich mich auf den Sockel, immerhin bin ich nicht mehr der Jüngste und der Aufstieg war doch ermüdend.

      Wieder nehme ich die kleine Statue, diesmal ganz vom Hals, und drehe sie zwischen den Fingern. »Was würden Sie Ihrer Frau sagen, wenn Sie sie noch einmal sprechen könnten?« hatte der ehrlich bemühte Typ von der Trauerbewältigung mich gefragt.
      »Sie ist tot, verdammt.« Eigentlich werde ich nie ausfallend. »Ich kann ihr gar nichts mehr sagen!« Danach war diese sogenannte Trauerberatung für mich erledigt.
      »Es tut mir leid.« Jetzt ist es heraus.
      »Es tut mir so leid.« Ich starre auf die kleine Figur in meinen Händen, als könnte sie als Überbringer der Botschaft dienen. Aber eigentlich ist es nicht das, was ich sagen will.
      »Komm zurück, ich brauche Dich ...« Das ist es. Egoistisch. Ehrlich. Niederschmetternd. Die Wahrheit.

      »Nicht erschrecken, bitte.« Natürlich erschrecke ich mich fast zu Tode. Sekundenlang sitze ich erstarrt da und starre betroffen auf die Statue. Ein weiteres Mal trifft mich fast der Schlag als sich aus dem Nebel eine Gestalt schält. Eindeutig eine Frau, na klar, passend zur der Stimme mit dem französischen Einschlag. Ich lache. Eine Ersatzreaktion, weil ich sonst entweder hingebungsvoll fluchen muss, und ich fluche eigentlich nicht, oder, keine Ahnung was schlimmer wäre, wenig männlich erschrocken quieke.
      Die Dame, welche sich ungefragt neben mich setzt, nenne ich bewusst so: Eine Dame. Ihre Bewegungen sind würdevoll und von dieser eleganten Langsamkeit, die man nur im Laufe eines langen Lebens erwirbt. Anders als ich in meinem Touristenoutfit, buntes Hemd, Trekkingweste, Khakihose, hat sie ein einheimisches Kleid an, in sanften Rottönen gehalten, ganz genau ist das im dämmrigen Licht aber nicht auszumachen. Sie hat dunkles Haar und in ihrem Gesicht zeigt sich das Alter in jener sanften Schönheit, für welche die meisten Frauen sogar ein Kapitalverbrechen in Betracht zögen.
      »Sie haben mich nicht erschreckt«, stelle ich mannhaft fest.
      »Umso besser.« Ihr Schmunzeln nimmt mich sofort gefangen. Dasselbe Schmunzeln habe ich schon so oft und doch viel zu wenig gesehen. Wissend, verstehend, verzeihend und zugleich so spöttisch, dass man kurz davor ist, sich zu schämen. Wenn man wissentlich etwas Dummes gesagt hat und dann gezwungen ist, über sich selbst zu lächeln.
      »Sam«, ich reiche ihr die Hand. »Also das ist mein Name.« Zum Glück kann sie nicht sehen, dass ich rot werde. Im Smalltalk war ich schon immer eine Niete.
      »Sandrine, angenehm.« Mir stockt der Atem. Ich mag es nicht, verschaukelt zu werden, schon gar nicht vom Schicksal. Ganz besonders nicht vom Schicksal.
      »Stimmt etwas nicht?« Ihre Stimme ist arglos und ich entspanne mich. Zufälle soll es ja geben. Sogar solche. Wir unterhalten uns. Es fällt mir eigentümlich leicht. Das sollte es nicht, aber es kümmert mich nicht. Eigentlich bin ich es, der redet. Sie hört zu, legt ab und zu den Kopf zur Seite, lächelt dieses magische Lächeln, wenn ich mich selbst belüge, bringt mich dazu, gnadenlos ehrlich zu sein. Irgendwann gibt es nichts mehr zu erzählen. Ich fühle mich leer, aber leicht.

      »Lassen Sie uns tanzen!« Sie erhebt sich in spontaner Eleganz, ich komme eher schwankend auf die Beine. Wo kommt das jetzt her, und wichtiger, warum mache ich da mit?
      »Hier? Jetzt? Ernsthaft?« Ein geschmeidiger Redner werde ich in diesem Leben wohl nicht mehr. »Und zu welcher Musik?«
      Sie lächelt wieder und sofort weiß ich, dass ich eine vermutlich ziemlich dumme Frage gestellt habe. »Wir leben im 21. Jahrhundert. Tahiti ist nicht mehr wie zu der Zeit, als die Bounty hier ihre Meuterei erlebte.«
      Bevor ich noch diesen historischen Exkurs verdauen kann, fördert sie ein I-Pad zutage. Ich sagte doch, meine Frau ist in Wahrheit moderner als ich. Aber das ist ja gar nicht meine Sandy, das ist Sandrine, eine völlig andere Person, oder? Die kleine Statue vergesse ich auf dem Sockel, vergesse sie überhaupt ganz.

      Zu dem E-Gitarren-Intro eines 90er Jahre Love-Songs, ergreift sie meinen Arm und meine Hüfte.
    • Dancing in the Dark
      von Cory Thain

      Heute würde es geschehen! Heute würde er ihr die Frage aller Fragen stellen...

      So lange tanzte er schon mit ihr, jede Nacht! Wenn der Tango erklang, war alles vergessen, der Frust des Tages, die Müdigkeit aufgrund durchtanzter Nächte, die Einsamkeit an den Morgen danach. Den Tanzschuppen hatte er nur zufällig entdeckt, vor etwa einem Jahr. Und das nur, weil ebenjener Tango durch die Türritzen sickerte, ihn lockte, einzutreten, sich aufzuwärmen an den Klängen... und vielleicht ein gutes Bier zu bekommen. Oder zwei.

      Er wußte nicht mehr, ob er damals das Bier bekommen hatte. Er wußte fast nichts mehr, außer, dass SIE dort auf der Tanzfläche mit einem imaginären Partner tanzte, einsam und allein. Ihre Augen waren geschlossen gewesen und doch wußte er schon da, dass sie wunderschön sein würden, voller Tiefe und Kraft...

      Er war einfach auf sie zugegangen, hatte in einem Anflug von Mut sanft ihren Arm berührt. Und ohne die Augen zu öffnen, wandte sie sich ihm zu, zog ihn in ihren Tanz, in ihre Arme. Das war der Beginn. Er hatte immer geglaubt, kein guter Tänzer zu sein, aber dieses Gefühl verflog, als er sie über das Parkett führte. Geschmeidig und selbstverständlich fügte sie sich seiner Führung, und er hatte oft... nein, immer das Gefühl, dass sie eins waren in diesem Tango.

      Seit einem Jahr hatte er nicht mehr geschlafen. Nacht für Nacht hielt er seine Tänzerin im Arm, bis der Morgen erwachte und sie sich mit einem flüchtigen Kuss auf die Wange von ihm verabschiedete. Und jeden morgen starrte er ihr nur nach, bis sich die Tür hinter ihr schloß. Dann erst erlaubte er sich, auf einen Stuhl zu sinken und für einige Minuten die Augen zu schließen.

      Doch der Tag war hartnäckig und forderte seinen Tribut. Er erhob sich, wankte bleiern müde nach Hause, um sich für seinen Job fertig zu machen. Seit einem Jahr...

      Doch heute würde es geschehen! Heute würde er ihr die Frage aller Fragen stellen:

      WER BIST DU?
    • Schatten der Vergangenheit
      von Alexander2213

      „Verneigt euch vor Claudius, dem Großen, Kaiser von Argutera, Bezwinger der neun Königreiche, Zerstörer der...“ Claudius ließ seinen gelangweilten Blick über den gut gefüllten Thronsaal gleiten, während der Zeremonienmeister den endlosen Titel zum wiederholten Male aufsagte.
      Von seinem erhöhten Platz aus konnte er die Menge gut überschauen. Der Saal war bereits gut gefüllt, mit Vertretern aus allen Teilen des Reiches. Noch immer kamen neue Adlige, um ihm ihre Ehrerbietung zu erweisen. Da waren die Häupter der Zwerge aus den grünen Bergen oder die gefürchteten Waldmenschen. Sie alle beugten ihr Knie vor ihm.

      Eine grimmig wirkende Frau erschien vor dem Thron. Die Großfürstin der Toleras war gekommen und verbeugte sich tief. Claudius dachte zufrieden an die Unterwerfung dieses renitenten Völkchens. Ja, die Toleras waren schon würdige Gegner gewesen, das Reitervolk hatte zu den Letzten gehört, die sich dem Imperium widersetzten.

      Claudius wusste, welchen Beinamen er beim Volk hatte: Der Grausame. Doch er war stolz auf seine Taten und seinen Ruf. Seit zehn Jahren hatte es keinen Krieg mehr gegeben, weil keiner so tollkühn war, sich mit ihm anzulegen. Wenn man herrschen wollte, musste man hart sein, keine Gnade kennen.
      Dann sah er die Frau in dem rot schimmernden Kleid. Ihr Haar schien fast golden. Sie gehörte zu einem der niederen Provinzfürsten. Einem jungen schlaksigen Kerl, der gerade erst die Regentschaft von seinem Vater übernommen hatte.
      „Graf Ferdinand von Krachdorf, nebst Gemahlin“, stellte der Zeremonienmeister die Gäste vor. Die Frau faszinierte Claudius. Sie sprach etwas in ihm an, doch er konnte nicht genau sagen was eigentlich. Sie war jung und schön, das mochte schon sein, aber das waren seine zahlreichen Kurtisanen auch. Dieses Gesicht, es wirkte vertraut. Für die nächsten Gäste hatte er kaum ein Auge, stattdessen folgte er dem roten Punkt in dem rauschenden Meer von Kleidern. Der Rest der Zeremonie fühlte sich wie eine Ewigkeit an.

      Wie von Zauberhand öffnete sich in der Mitte des Saals die Menge. Alle warteten darauf, dass er den Tanz eröffnete. Langsam erhob er sich und schritt die Stufen vom Thron herunter, gefolgt von seinem Schatten, dem Leibwächter Cato. Er war der einzige Mann, dem Claudius vertraute und er verkörperte das, was einem Freund am nächsten kam. Der Kaiser schritt an seiner Lieblingskurtisane in ihrem strahlend blauen Kleid vorbei, seiner Lieblingsfarbe und dann an den anderen Hofdamen, die um seine Gunst buhlten.

      Die Frau in Rot stand nicht in der ersten Reihe der Schaulustigen, doch als er auf sie zusteuerte, öffnete sich die Menge. Er hielt ihr die Hand hin und ein Raunen ging durch die Menge. Gab es eine neue Favoritin? Sie schien zu zögern, bevor sie ihm schließlich ihre Hand entgegenstreckte. Ihr Mann erbleichte, doch er war klug genug nichts zu sagen.
      Claudius fühlte ihre warme Hand, als er sie zur Tanzfläche führte. Die Musiker fingen an zu spielen. Zu leisen Klängen verbeugten sie sich voreinander. Claudius war trotz seiner fast 50 Jahre immer noch in bestechend guter Form. Täglich trainierte er mit Cato den Schwertkampf und auch beim Tanzen hatte er viel Übung.

      Die Musik floss ruhig dahin und sie tanzten eng zusammen. Und immer noch war dieses vertraute Gefühl da. „Wie ist euer Name, Madame“, fragte er sie. „Aurelia“, sagte sie mit feiner Stimme. Im Takt der schneller werdenden Musik wirbelte er sie einmal um die eigene Achse.
      Ihr blondes Haar wirbelte genauso wie ihr feuriges Kleid und plötzlich wusste er, an wen sie ihn erinnerte. Melina, sie sieht aus wie Melina, dachte er. Fast hätte er den Takt verpasst, doch die Musik wurde wieder ruhiger und so fiel es nicht weiter auf.
      „Ihr bewegt euch gut auf der Tanzfläche. Doch sagt, wo kommt ihr her?“, fragte er sie. Er schaute sie genauer an, musterte ihr Gesicht, als sie über die Tanzfläche wogten. Tatsächlich sah sie ihr erstaunlich ähnlich, der einzigen Frau, die er je wirklich geliebt hatte. Vielleicht lag es auch etwas am roten Kleid, Melina hatte diese Farbe geliebt.

      Sie lächelte: „Interessiert es euch wirklich, jetzt bin ich doch hier.“ Er musste sie haben, schon weil sie ihn an alte unbeschwerte Zeiten erinnerte! Die Musik schwoll immer stärker an, er wirbelte sie über die Tanzfläche. Er genoss den Tanz, auch wenn er langsam etwas ins Schwitzen kam.
      Als die Musik mal wieder etwas ruhiger wurde und sie eng aneinander tanzten, raunte sie ihm zu:
      „Ihr könnt wirklich gut tanzen, Euer Majestät. Habt ihr schon immer viel getanzt?“ Er dachte an seine geliebte Melina und ein Anflug von Wehmut überkam ihn. „Früher viel, aber jetzt kaum noch, fast nur zu offiziellen Anlässen“, sagte er. Er dachte daran, wie es damals endete.
      „Ihr erinnert mich an jemanden“, sagte er und schaute in ihre unergründlichen Augen.

      Melina hatte ihn verraten und sich auf die Seite seiner Feinde gestellt, nur weil er diese läppische Stadt zerstört hatte. Wie hieß sie doch gleich? Damals hatte er zum letzten Mal Gnade gezeigt! Er hatte ihr nicht die Haut abziehen lassen, wie er sonst Verräter bestrafte. Er hatte sie nur in die Sklaverei verkauft und nie wieder etwas von ihr gehört.

      „Ich weiß, an wen ich euch erinnere. An meine Mutter.“, sagte sie, gerade als die Musik wieder schneller wurde. Wieder wirbelte er sie herum, doch eigentlich fühlte er sich selber schwindelig. War sie wirklich ihre Tochter? Wie war es Melina ergangen? Lebte sie vielleicht noch. Ein Gefühl kam auf, dass er lange nicht mehr gekannt hatte: Schuldgefühle. So lange hatte er versucht, jeden Gedanken an sie zu verdrängen, alles brach über ihn herein. Ein Gefühl von Übelkeit breitete sich aus.

      „Wie kann es sein?“, fragte er, doch die Musik wurde immer schneller und so verzögerte sich die Antwort. Eigentlich hätte der Einführungstanz längst beendet sein sollen, damit auch alle anderen anfangen konnten zu tanzen. Doch solange er keine Anstalten machte, aufzuhören, spielten die Musiker weiter.
      „Wie geht es ihr?“, fragte er, obwohl er die Antwort auf die vorherige Frage noch nicht bekommen hatte.
      „Sie ist tot... Genau wie du!“, sagte sie mit Genugtuung in der Stimme! Er ließ sie abrupt los. Was hatte sie getan. Er sah die kleine Nadel in ihrer Hand. Der Schweiß lief ihm über die Stirn und er sackte zusammen. Plötzlich war Cato hinter ihm. „Majestät, was ist los?“, fragte er aufrichtig besorgt.

      Ein Raunen ging durch die Menge, doch Claudius schaute nur auf Aurelia. Er sah den Zorn in ihren Augen und ihre Stärke. Diesen Blick hatte Melina niemals gehabt. Sie war immer so sanft gewesen. In Aurelias Augen erkannte er sich selber. Was musste sie alles getan haben, um hierher zu kommen? Der Schmerz breitete sich in seinem Körper aus. Er kannte die Symptome des Talingaris-Giftes - unheilbar, schnell wirkend und verdammt schmerzhaft.

      „Vergiftet“, sagte er nur. Cato begriff sofort und mit gezücktem Schwert sprang er auf Aurelia zu. Diese ließ die Nadel fallen und machte keine Anstalten zu fliehen oder sich zu wehren, sondern erwartete denn tödlichen Schlag, mit stoischer Gelassenheit.
      „Stopp“, sagte Claudius und Cato erstarrte in der Bewegung, mit fragender Miene sah er seinen Kaiser und Freund an. „Du hast den Kaiser von Argutera ermordet. Doch ich selbst werde noch das Urteil über dich verhängen.“
      Eine Schmerzwelle ging durch seinen Körper. Er würde sie leiden lassen, auch wenn er damit den letzten Rest von der Erinnerung an Melina zerstören würde.
      Immer mehr Wachen der Leibwache strömten herbei und drängten die Schaulustigen zurück, die sich am Anblick des gefallenen Kaisers noch halb ungläubig ergötzten.

      Ein Reich hielt man nur mit Stärke zusammen, danach hatte er immer gelebt. Er sah in die Gesichter der Leute um ihn herum - der Könige, Fürsten und Stammesführer, die alle in der Sekunde seines Todes nach der Macht greifen würden. Er begriff, er hatte alles verloren. Durch Unterdrückung aufgebaut, würde das Reich in einer Spirale der Gewalt untergehen.

      Für die Macht hatte er seine Liebe geopfert und erst jetzt fühlte er den Verlust. Dafür musste er sie hart bestrafen. Sie mochte sein Fleisch und Blut sein, doch Gnade lag nicht in seinem Wesen.
      Claudius konnte nicht mehr klar sehen und auch sein Geist wurde immer mehr vernebelt. Er blickte Aurelia an, doch er sah Melina, mit ihrem sanften Gesicht. Mit letzter Kraft schob er die Illusion beiseite.
      „Ich...“ Schmerzen flossen durch seinen Körper. „Ich verurteile dich, Aurelia, dazu, mein Erbe anzutreten. Eine schlimmere Strafe kenne ich nicht.“
      Er sah Aurelias fassungsloses Gesicht, das mit Schmerz, Zorn und einem Anflug von Trauer kämpfte. Alles zerrann vor seinen Augen zu einem gleißenden Licht. Dann wurde alles schwarz.
    • Der Geist und die Tänzerin
      von Tariq

      Die blaugestrichene, mit goldenen Schnörkeln verzierte Tür öffnete sich langsam, und SIE kam zum Vorschein. Es war, als würde mit ihrem Erscheinen die Sonne in seinem Gemüt aufgehen.
      Der Geist seufzte unhörbar. Seit drei Jahrhunderten musste er in diesem Gemälde ausharren, das an Scheußlichkeit kaum zu überbieten war.
      Nein, das war nicht ganz richtig. Das Gemälde war außerordentlich gut. Nur das Motiv, das der Maler gewählt hatte, war scheußlich. Mehrmals hatte der Geist hören müssen, wie die Leute darüber tuschelten, und manchmal musste er sogar mit ansehen, wie sie sich schaudernd davon abwandten. Es zeigte ein Wesen, das einer morbiden Fantasie entsprungen zu sein schien. Eine furchterregende, geflügelte Kreatur mit struppigem, schwarzem Fell, glühenden Augen und riesigen Tatzen, die sich aus dem Dunkel schälte und langsam auf den Betrachter zuschlich.
      Es zeigte ihn selbst. Das war er einmal gewesen, ein nach Menschenblut dürstendes Monster. Des Nachts hatte er die Dörfer terrorisiert, Schrecken verbreitet und unendliches Leid über die Bewohner gebracht ... bis dieser Magier ihn tötete und seinen Geist hier in dieses Gemäldebannte.
      Die glühenden Augen der gemalten Kreatur waren die Fenster seines Gefängnisses. Dank ihnen konnte er sehen, und dank ihnen hatte er auch schon viel gesehen. Das Bild war aus dem Haus des Magiers, der es damals mit sich genommen hatte, in die Villa eines Kaufmannes gekommen. Dort wurde es von einem Kunstsammler entdeckt, der es erwarb und hier in diesem Raum seines schlossähnlichen Wohnsitzes an die Wand hängte. Das Zimmer strotzte nur so von Dingen, die er wie dieses Gemälde irgendwann einmal erstanden hatte und nun hier aufbewahrte, um sie ab und an stolz seinen Gästen zu präsentieren.
      Der Geist war verbittert. Fünfhundert Jahre Bann hatte die Strafe gelautet. Danach würde er erlöst sein und endlich im großen Nichts verschwinden dürfen. Eine winzige Annehmlichkeit hatte der Magier ihm damals gewährt. Es stand ihm frei, während dieser langen Zeit ein einziges Mal sein Gefängnis zu wechseln. Die Bedingung dabei war jedoch, dass es ein toter Gegenstand sein musste, in dem er seine Existenz fortführen wollte. Keine Person, kein Tier, keine Pflanze. Nur ein Ding. Er hatte nie davon Gebrauch gemacht.
      Die Jahre vergingen, doch er zählte sie nicht. Für ihn stand die Zeit still. Es kam nur selten jemand in den Raum, um das Sammelsurium abzustauben, und so war jede Abwechslung willkommen.
      SIE war der Lichtblick seiner freudlosen Tage, der Höhepunkt dieser endlosen Stunden, von denen sich jede genauso ereignislos an die eben vergangene reihte, wie diese es schon vor ihr getan hatte.
      Sehnsüchtig richtete er nun seine Augen auf ihre grazile Gestalt. Niemals würde er sich an ihr sattsehen können. Die schlanken Arme hatte sie hoch über sich erhoben und ein wenig angewinkelt, so dass sie fast einen Kreis bildeten. Die Hände waren locker geöffnet, die Finger nicht ganz gestreckt, mit bewegungslosen Spitzen, die in einer zart wirkenden Geste einander zugewandt verharrten. Die rechte Hand stand dabei ein klein wenig höher. Das lag daran, dass sie den Oberkörper anmutig leicht nach links neigte und auch den Kopf in diese Richtung gewandt hatte. Ihr Blick war auf den Boden neben ihr gerichtet, den sie lediglich mit den Fußspitzen berührte. Das erkannte er an den winzigen Schuhen, die unter dem tiefreichenden Saum des duftigen, weiten Spitzenkleides hervorlugten.
      So oft schon hatte er sie gesehen, den Blick nicht von ihr wenden können. Sie jedoch hatte ihn noch niemals angeschaut. Den Kopf mit der perfekten Frisur, die ihre herrlichen dunklen Haare in einen spitzenumhüllten Dutt zwang, drehte sie nie. Stur sah sie an ihm vorbei. Man hätte meinen können, dass sie bewusst den Augenkontakt vermied. Doch er wusste, dass das nicht so war. Sie konnte ihn nicht ansehen.
      Wie immer war vorher diese leise Musik erklungen. Mit Musik selbst konnte er nicht viel anfangen, aber diese Melodie liebte er, weil es bedeutete, dass sie gleich erscheinen würde.
      Und immer, wenn der kleine, hohe Trillerton erklang, öffnete sich die blaue Tür.

      Doch etwas störte ihn.
      Sie kam nie allein. Immer war ER dabei. Dieser aufgeblasene Gockel. Steif, als hätte er einen Stock verschluckt, und stolz, als sei er das wichtigste Individuum auf dieser Erde, erschien er im selben Augenblick in der roten Tür, in dem sie in der blauen auftauchte. Seinen linken Arm mit der geballten Faust verbarg er leicht angewinkelt hinter dem Rücken, den rechten hatte er vor seiner Brust. In der Hand hielt er eine Rose. Jedes Mal, wenn er kam, hatte er sie bei sich. Eine Rose, so blutrot, dass sie einen fast schmerzhaften Kontrast bildete zu dem Schwarz seines Gehrockes und dem strahlenden Weiß seiner Hemdbrust.
      Während er sich langsam auf sie zubewegte, war sein Blick einzig und allein auf die Schönheit vor ihm gerichtet. Keine einzige Sekunde ließ er ihn abschweifen, um so unwichtige Dinge wie die Gegenstände im Zimmer zu betrachten. Der Kerl war ein Geck, ein hochnäsiger und eingebildeter Lackaffe.
      Der Geist hasste ihn. Mit der ganzen Leidenschaft, zu der er fähig war. Voller Genugtuung erkannte er, dass SIE ihr vornehm gekleidetes Gegenüber auch diesmal keines Blickes würdigte, während sie näherkam. Die Augen blieben niedergeschlagen, der Kopf verharrte in der anmutigen gebeugten Haltung, die Linie des erhobenen rechten Armes folgte dem sanften Schwung ihres zarten Halses.
      Als sie eine bestimmte Distanz zwischen sich überbrückt hatten, begannen beide, sich zu drehen. Und danach bewegten sie sich auch noch zusätzlich um eine unsichtbare Mitte zwischen sich. ER blieb dabei stocksteif, drehte sich nur langsam um die eigene Achse.
      SIE tat das auch, fing aber zusätzlich an, ihren Oberkörper langsam zu neigen. Zuerst nach vorn, wobei sie mit den Armen den weit bauschenden Rock ihres Spitzenkleides berührte, dann nach rechts, nach hinten und schließlich nach links, um gleich darauf wieder von vorn zu beginnen.
      Sie tanzte.
      Es wirkte so leicht, so anmutig, als sei sie schwerelos. Die Drehungen, die ihr Körper während dieser Bewegungen vollführte, verstärkten den Eindruck noch. Welch ein Gegensatz zu ihrem Mittänzer, wenn man dessen starre Haltung mit den an den Körper gepressten Armen überhaupt als Tanz bezeichnen konnte.
      So bewegten sie sich zweimal umeinander herum, ohne sich dabei irgendwie näherzukommen.
      Nachdem sie den zweiten Kreis vollendet hatten, hörten beide wie auf geheime Absprache auch auf, sich um sich selbst zu drehen. Sie erstarrten wieder, und während die Musik leise verklang, zogen sie sich langsam wieder zu ihren jeweiligen Türen zurück. SIE zur blauen, ER zur roten.
      Als sich diese hinter ihnen geschlossen hatten, fiel die Anspannung von dem Geist ab. Wie jedes Mal, wenn ER und SIE sich trafen, hatte er auch diesmal grauenhafte Angst gehabt, dass sie dem Rosenträger ihre Aufmerksamkeit schenken würde. Es hätte ihn zutiefst getroffen. So war er nur einer von zweien, die von ihr nicht beachtet wurden. Dann aber wäre er selbst der Einzige gewesen. Diesen Schmerz hätte er nicht verkraften können. Er wäre daran zerbrochen. All die Jahre der Einsamkeit hatten das nicht schaffen können, aber ihr hätte es allein dadurch gelingen können, dass sie ihren Tanzpartner ansah.
      Doch es war auch diesmal nichts dergleichen passiert. Und wie immer begann, sobald die Erleichterung bei ihm nachließ, sofort die nagende Furcht zu wachsen, was bei der nächsten Begegnung zwischen den beiden passieren könnte. Würde sie stark bleiben? Würde sie IHN weiter ignorieren mit seiner albernen Rose, die er ihr nicht einmal hinreichte, sondern fest an die Brust drückte, ganz so, als wäre es ihm gar nicht wichtig, dass Sie diese Blume bekam?
      Eine Stunde musste er jetzt warten. Eine Stunde lang hoffen, dass ER auch das nächste Mal unverrichteter Dinge mit seiner Rose wieder verschwinden musste. Eine weitere Stunde...
      Was gäbe der Geist darum, der Tänzerin selbst einmal eine Rose reichen zu können. Oder - was noch viel unvergleichlicher wäre und was er weder zu denken noch zu hoffen wagte - einmal mit ihr tanzen zu können. Und sei es nur diese steife Drehung um die eigene Achse, mit der ER immer versuchte, sie zu beeindrucken. Nur einmal. Er wäre ihr nahe, mit jeder vollen Stunde wäre er ihr wirklich ganz nahe, könnte endlich ihr Gesicht einmal aus der Nähe betrachten, ihr Kleid bewundern, ihr Haar, ihre zarten Hände...
      Nur einmal ihr nahe sein. Anstelle des Rosenkavaliers aus der roten Tür kommen...

      Als die Stunde um war, begann es von vorn. Leise erklang die Musik.
      Die blaugestrichene, mit goldenen Schnörkeln verzierte Tür auf der altertümlichen Uhr öffnete sich langsam, und SIE erschien.
      Die rote Tür, die der blauen genau gegenüberlag, öffnete sich ebenfalls. Und er erschien. In der Hand trug er die rote Rose. Während er sich ihr näherte, ließ er ganz kurz einen Blick hinüberfliegen zu dem Bild an der Wand, in welches er dreihundert Jahre lang gebannt gewesen war. Das Motiv, das der Maler gewählt hatte, war scheußlich. Es zeigte ein Fantasiewesen, eine furchterregende, geflügelte Kreatur mit struppigem, schwarzem Fell, glühenden Augen und riesigen Tatzen, die sich aus dem Dunkel schälte und langsam auf den Betrachter zuschlich.
      Das war er einmal gewesen. Früher, vor langer Zeit, in seiner Vergangenheit.
      JETZT aber trug er ein weißes Hemd und einen schwarzen Gehrock. Und gleich würde er tanzen mit der Dame seines Herzens. Zu jeder vollen Stunde, und das noch zweihundert wunderbare Jahre lang.
    • Eine unvergessliche Begegnung
      von Kleiner Liki

      Vanessa, eine zierliche Elfe von unfassbarer Schönheit, saß in der Taverne „Der tanzende Troll“ und schaute sich um. Eine große Menge Männer hatte sie bereits zum Tanz aufgefordert, aber jeder einzelne war langweilig gewesen. Alle waren sehr offen gewesen und hatten sie mit ihrer Lebensgeschichte genervt. Nur langweilige Stories. Nur eine war ansatzweise interessant gewesen. Ein gut aussehender Elf hatte sie erzählt.

      Er erzählte er sei in einem Kampf mit Menschen verwickelt gewesen. Die Schergen des grausamen Königs Kriel, wollten die Steuern in einem heruntergekommenen Menschendorf eintreiben. Er hatte sich ihnen entgegengestellt und mit ihnen gekämpft. War aber nach kurzer Zeit geflohen, da die Menschen zu siebt waren. Ein jämerlicher Kämpfer, dachte Vanessa bei sich. Plötzlich stand ein schwarzgekleideter Elfe vor ihr. Er schaute sie mit einem durchdringenden Blick an.

      „Hi, mein Name ist Scavi“.
      Vanessa blinzelte zweimal.Der Typ hats drauf, überlegte sie.
      „Würde die edle Dame mir einen Tanz schenken?“
      „Klar doch“, antwortete Vanessa erfreut. Elegant half Scavi ihr vom Stuhl auf und schwebte mit ihr Richtung Tanzbühne. Kaum dort angekommen, legte er los. Scavi tantze leidenschaftlich und voller Energie. Diesem junge Mann, gefiel Vanessa sofort. Sonst immer ruhig und selbstbewusst, war sie es, die die Männer in Verlegenheit brachte, aber nun traf es sie. Scavi lenkte sie komplett, mal schnell im Kreis tanzen, ein andermal eine Drehung nach der anderen oder ein ruhiger Paartanz. Vanessa schaute ihn neugierig an.
      „Na, was führt dich hierhin?“ fragte sie ihn.
      „Naja, ich bin ein Reisender, ich tauche überall auf“, antwortete er.
      „Auch Im Schloss des Kriels?“
      „Von dem Bösewicht? Paah, der ist doch kein großes Problem“. Schnell schaute sich Vannesa um. „Das war aber ein schlechter Scherz, oder?“ .
      „Nein, wie kommst du darauf?“

      Wie aus dem nichts, kam ein Stuhl auf Scavi zugeschossen. Dieser aber, hatte blitzschnelle Reflexe und duckte sich unter dem fliegenden Geschoss weg. Ein Dutzend bewaffnete Soldaten stümten in die Taverne.
      „Eine schöne Schlägerei“, gröllte ein Zwerg. Drei Soldaten kamen Scava immer näher. Dieser wartete reglos. Als sie sich noch einen Schritt näherten, zog er zwei Elfenwurfmesser und warf diese, auf zwei der Soldaten. Einer wurde in die Brust getroffen und der andere in die Kehle. Beide starben in wenigen Sekunden. Vanessa bewunderte sein Geschick. Zeit zu helfen, dachte sie. Sie zog ein langes Elfenmesser aus ihrem Mantel und ging in Fechtposition. Die Soldaten wichen aber nicht zurück. Scavi Schwarzklinge, du stehst unter Arrest, wegen Verdachtes auf Mord des Königs, Scava rollte mit den Augen und flüsterte: „Der war doch sowieso böse“. Vanessa schmunzelte und schaute sich genau um. In der Taverne sah es aus wie in einer Arena, nur das die Zuschauer alle ruhig waren und erwartungsvoll glotzten. Der Tavernenbesitzer trat vor und sagte mit lauter Stimme : Lasst sie gehen und verlasst dieses Haus. Diese beiden Turteltäubchen haben bestimmt nichts getan. Ein Soldat ging auf ihn zu und rief wütend:
      „NICHTS GETAN ? UND WAS SIND DIE BEIDEN LEICHEN DA ? ETWA STROHPUPPEN“ ? Mit zornroten Kopf zog der Soldat sein Schwert und ging auf den Tavernenbesitzer los. Dieser, der ein Zwerg von stämmiger Statur war, zuckte nicht mit der Wimper. Der Soldat kam näher und stürzte sich auf den Zwerg. Der Zwerg schlug ihn ein Holztablett mit voller Wucht auf den Kopf, das er bei sich getragen hatte. Der Geschlagene fiel augenblicklich ohnmächtig um. Der Zwerg grunzte und warf das Tablett weg. Die Soldaten glotzten, als hätte der Zwerg ein Wunder vollbracht.

      Scavi nutzte den Moment der Unachtsamkeit und trat einen Soldaten mit voller Kraft in den Brauch. Dieser stöhnte und fiel um und kippte dabei gegen zwei seiner Freunde, die auch anfingen zu torkeln. Vanessa wußte dies zu nutzen und sprang blitzschnell nach vorne und schlitze den torkelden Soldaten die Bäuche auf, worauf diese ächzten und auch umfielen. Die anderen Soldaten erwachten aus ihrer Schreckensstarre und griffen an. Scavi hatte sein Elbenschwert gezogen und schwang es anmutig durch die Luft. Mit einem Grinsen sah er seine Kontrahenten an. Vier Krieger kamen langsam auf ihn zu. Die anderen zu Vanessa. Scavi sprang auf die Tanzbühne und war somit einen Meter höher als die Krieger. Vanessa folgte ihm und kam mit einer perfekten Rolle auf. Die Soldaten bildeten einen Halbkreis um sie. Die Mehrzahl war mit Schwertern und Dolchen bewaffnet, außer einer, der hatte eine fünf Fuß lange Lanze.

      Der Krieger der niedergetreten worden war stand auf. Er blickte sich um und erblickte Scavi. Langsam schlich er hinter die beiden Elfen, ohne das einer von ihnen etwas merkte. Siegessicher lächelte er hämisch und sprang lautlos auf die Tanzbühne. Den Dolch zum Stoß erhoben rannte er los, um ihn den Elfen in den Rücken zu rammen. Doch plötzlich schrie er auf und fiel sofort hin. Ein Zwerg hatte ihn seine Axt ins Bein gejagt. Irritiert blickte der am Boden liegende Kämpfer sich um, dann wurde er enthauptet. „So kämpft man aber nicht“,murmelte der Zwerg. Die Truppe des Königs hatte nichts davon mitbekommen. Sie mussten vielmehr aufpassen nicht von den Schwertstreichen der schnellen Elfen getroffen zu werden.

      Langsam bekamen die Schergen des Königs es mit der Angst zu tun. Anfangs waren sie in einer großen Mehrzahl. Auch gegen Elfen. Bloß hatten sich diese sturren Zwerge eingemischt. Die können es auch nie lassen, ob im Kampf oder auf dem Goldmarkt, dachte ein Krieger, der eigentlich Schmied war. Ein kleiner, schmalgebauter Soldat, rannte aus der Taverne so schnell er konnte und schrie dabei. Der Anführer der Kämpfer rief laut: „Ihr wißt das auf Verrat die Todesstrafe steht, also bleibt hier und lasst uns diese Aufruhestifter festnehmen. Nach diesen Worten griffen die Krieger mit neuer Energie an. Scavi schlug einen Salto über zwei zischende Klingen unter ihm und stieß sein Schwert in die Schulter eines Feindes. Dieser schrie auf und warf sein Schwert zu Boden. Doch der Elfe war abgelenkt und ein Widersacher nutzte diese Gelegenheit, er wollte seinen Dolch in das Bein des Elfen werfen. Vanessa sah dies aus den Augenwinkeln und warf in Sekundenschnelle ihren Dolch nach dem anderen Dolch. Wenige Zentimeter vor Scavis Bein landeten die beiden Dolche auf den Boden. Er nahm dies wahr und kämpfte weiter, ohne abgelenkt worden zu sein. Auf einmal klopfte jemand an der Tür.

      Verdutzt starrten alle Gäste zur Tür, denn man musste den Kampfeslärm draußen gehört haben. Nach einer kleinen Weile wurde die Tür eingetreten und ein großer Trupp Krieger drang in die Taverne ein. „Verstärkung“, keuchte einer der Soldaten erleichtert. Scavi warf Vanessa einen Blick zu und deutete mit dem Kopf eine Bewegung auf eine der Hintertüren an. Vanessa verstand sofort und die beiden Elfen sprinteten los.
      Unterdessen strömten immer noch Krieger durch die zerstörte Tür ein und verfolgten die Elfen. „Gehört das noch zum Tanz?“ ,rief Vanessa Scavi zu.
      „Aber klar doch, möge die edle Dame mir folgen?“. Scavi öffnete die Tür des Stalles für sie.
      „Wir schaffen das, da ist eine weitere Doppeltür am Ausgang“, sagte Vanessa.
      „Wir sind Elfen, wir schaffen fast alles“, kam es zurück. Scavi öffnete eine der Stalltüren und nahm die Zügel zweier Pferde in die Hand. „Ohh ein Schimmel und ein Fuchs. Ich nehme den Schimmel“, sagte Vanessa und blinzelte Scavi neckend zu.
      „Jetzt beginnt der Tanz erst richtig, erwiderte dieser. Los geht’s!“, erwiderte dieser und schwang sich auf den Fuchs. Die Pferde preschten im Galopp Richtung Doppeltür. Dort angekommen trat Scavi diese im vollen Ritt auf und stellte sich auf seinem Pferd hin. „Da sind sie. Ergreift sie und bringt sie ins Gefängnis“ schrie ein Soldat, der sie entdeckt hatte. Scavi holte einen Bogen unter seinem Umhang hervor und spannte einen Pfeil. Der Wachmann wurde schreckensbleich und erstarrte förmlich. Kurz darauf steckte ein Pfeil in seinem Arm. Er blicke ungläubig auf seinen Arm und wurde ohnmächtig und fiel in den Schlamm.
    • Seid gegrüßt, liebe Teilnehmer, Mitleser und Fantasy-Begeisterte!

      Der Votingzeitraum zum Schreibwettbewerb Februar/März 2018 ist abgelaufen und wir haben einen Gewinner/eine Gewinnerin!

      Einmal mehr gab es eine epische Schlacht um Ruhm und Ehre - Eine Schlacht darum, die Gunst und die Stimmen der Wählerschaft zu bekommen und abzustauben! Selten war das Ergebnis so knapp wie in dieser Schlacht, doch eine Geschichte hat es geschafft, den Sieg für sich zu erringen. Und obwohl einige bekannte Namen daran teilgenommen haben, hat am Ende ein "Aussenseiter" die Sache für sich entscheiden können. Um wen es sich dabei handelt, erfährt ihr hier und jetzt!

      Und hier kommt auch schon die Auflösung:

      ...Gewonnen hat mit 4 von insgesamt 14 Stimmen (29%)...

      *trommelwirbel* :mamba2:

      Herzlichen Glückwunsch zum Sieg! Du kannst nun das Thema für den nächsten Wettbewerb vorgeben. Ausserdem wurdest du in die Rangliste eingetragen und bekommst für zwei Monate 5 goldene Sterne, sowie einen eigenen Benutzertitel. Schon jetzt viel Spass damit!

      Ein herzliches Dankeschön auch an alle anderen Teilnehmer! Wir hoffen, dass ihr beim nächsten Schreibwettbewerb auch wieder fleißig mitmacht und so zahlreich abstimmt. Wir sind schon sehr auf das neue Thema gespannt, das unser aktueller Gewinner hoffentlich schon bald vorgeben wird. 8)

      Übrigens könnt ihr nun auch nachschauen, wer die Autoren sind. Diese wurden den Geschichten beigefügt.

      Das war der Schreibwettbewerb Februar/März 2018. Vergesst nicht, euer Feedback zu den Geschichten zu hinterlassen! ;)

      Euer Fantasy-Geschichten-Forum
    • @Tom Stark @Cory Thain @Alexander2213 @Kleiner Liki @Lehaidin

      Tolle Geschichten von euch, allesamt! Danke für den spannenden Wettkampf, den ihr damit ermöglicht habt!! ^^
      Danke für das interessante Thema, @Asni!

      Spoiler anzeigen
      Cory, deine fand ich viel besser als meine! :thumbup:
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • @BlueRosesInMyHeart @Chaos Rising @Cory Thain @LadyK @Alexander2213 @Lehaidin @Tom Stark

      Vielen vielen lieben Dank euch allen. Es war mein erster Versuch, und ich hatte nicht im Traum damit gerechnet, damit zu gewinnen. Zumal die Konkurrenz wirklich beachtlich war. :blush:
      Jetzt muss ich mir ein Thema überlegen und erstmal nachschauen, was für Themen es denn schon gab. Wäre vielleicht hilfreich, wenn @Deku einen Thread erstellen könnte, in dem alle bereits verwendeten Themen mal aufgelistet werden können. Erspart Sucherei durch etliche Threads. ^^

      Also, nochmal vielen Dank, und schöne und erholsame Feiertage euch allen!
      VG Tariq
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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