Skadi bloggt (über Zeichenthemen)

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    • Skadi schrieb:

      Ich hab inzwischen Wassertankpinsel von 3 unterschiedlichen Herstellern […] Wenn es euch interessiert, könnte ich für beides jeweils eine Art Vergleich machen.

      Ihr kommt nicht drumherum, ob ihr nun wollt oder nicht.

      ✎ Skadi redet über – Wassertankpinsel

      Und weil ich immer noch so wenig Talent für Einleitungen habe, wie eine Eule zum Schlittschuhlaufen, fange ich auch gleich an.

      Ich hatte schon in einem anderen Post kurz angerissen, was ein Wassertankpinsel eigentlich ist. Der Vollständigkeit zuliebe erkläre ich es an dieser Stelle nochmal. Nein, der folgende Absatz ist keinesfalls aus dem früheren Post kopiert. Wie käme ich dazu? Okay, naja vielleicht doch:
      Wassertankpinsel (oder auch Waterbrush Pens) sind im Grunde nichts anderes als normale Pinsel, nur dass sie einen eigenen Wassertank haben... wie der Name ja schon sagt xD Das heißt, man braucht den Pinsel nicht ständig neu ins Wasser tauchen, damit die Spitze feucht genug für die Farben ist. Stattdessen fließt je nach Bedarf von selbst sauberes Wasser hinein. Manche Zeichner füllen auch gleich farbige Tusche in den Tank und verwenden den Wassertankpinsel direkt als Farbstift.
      Wassertankpinsel sind außerdem für diejenigen praktisch, die gern unterwegs zeichnen oder malen, weil man keinen separaten Wasserbehälter mitnehmen muss.
      Die Pinselspitzen bestehen aus weißen Synthetikfasern, die sich (zumindest meiner Erfahrung nach) gut reinigen lassen. Damit in der Tasche auch nichts kleckert, kommen die Pinsel mit eigener Verschlusskappe.

      Unsere heutigen Hauptdarsteller, meine Damen und Herren:



      Die Pinsel sind von verschiedenen Herstellern und damit man sie besser vergleichen kann, habe ich mir aus meiner Sammlung jeweils die Größe M rausgesucht. Außerdem gibt es dieses Mal einen Ehrengast. Wieso erfahrt ihr später. Begrüßen wir Leon:

      Hm, er ist wenig beeindruckt. Weiter im Text.

      Hier habe ich die Pinsel auseinander geschraubt und nebeneinander aufgereiht. Von links nach rechts folgende Reihenfolge:
      • Wassertankpinsel von Rico Design
      • Aquash Brush von Pentel
      • ZIG Waterbrush von Kuretake
      • Wassertankpinsel von Faber-Castell

      Manche sind länger, manche sind kompakter. Ich persönlich mag es, wenn der Griff etwas länger ist, weil er mir dann besser in der Hand liegt. Der Pinsel von Faber-Castell ist mir etwas kurz und daher unhandlich. Wenn ich ihn für lose Linien weiter oben anfasse, reicht der Griff nicht aus, um auf meiner Hand aufzuliegen. Ist halt ein Unterwegs-Wassertankpinsel.

      Üblicherweise werden die Wassertankpinsel aufgefüllt, in dem man einfach den Kopf abschraubt und dann unkompliziert Wasser in die Öffnung des Tanks fließen lässt. Nur der Pinsel von Kuretake funktioniert etwas anders (wie immer. Wer ein paar Produkte von Kuretake hat, weiß was ich meine xD ). Die Öffnung des Tanks ist mit einem Pumpsystem verschlossen. Das heißt, man muss den Tank kopfüber in ein Wasserbehältnis tauchen, den Griff drücken, loslassen und durch den Unterdruck zieht sich der Tank voll Wasser. Wer's brauch ^^ Auf dem Foto sieht man den schwarzen Stöpsel.


      Kommen wir langsam mal zum Knackpunkt an der ganzen Sache: Den Pinselspitzen. Ich arbeite mich mal von links nach rechts durch, entsprechend der Reihenfolge auf dem Foto oben.
      Nummer 1: Der Wassertankpinsel von Rico Design.

      Auf dem Foto kann man es schon sehen, dass die Fasern sehr weich sind. Selbst wenn ich mit den Fingern versuche eine Spitze zu formen, bleiben sie nicht im Verbund sondern fransen immer wieder aus. Bisher habe ich den Pinsel erst einmal benutzt. Es liegt also nicht am Materialverschleiß. Bei den anderen Größen dieses Herstellers ist das übrigens genau so. Außerdem „spalten“ sich Teile der Pinselspitze ab, wenn man den Pinsel über eine Oberfläche führt... Ungleichmäßige Linien sind damit vorprogrammiert. Wenn man das nur vor dem Kauf wüsste.

      Nummer 2: Der Aquash Brush von Pentel

      Wenn ihr jetzt denkt, dass der ziemlich intensiv und ziemlich viel benutzt aussieht: Nope. Ich kann mit den Fingern abzählen, wie oft ich den Pentel tatsächlich benutzt habe. Er liegt zwar schon Jahre bei mir herum, wirklich oft kam er aber nicht zum Einsatz. Trotzdem sind die Fasern gräulich verfärbt (was nicht so schlimm ist, solange nichts abfärbt). Und diese Spitze... Also eigentlich kann man das gar nicht mehr Spitze nennen. Die Fasern machen, was sie wollen. Saubere, akkurate Linien bekommt man damit nicht hin und generell Urgh! Ich mach besser weiter, bevor ich anfange, Gegenstände zu beleidigen.

      Nummer 3: Der ZIG Waterbrush von Kuretake

      An dem Pinsel gibt es für mich nichts auszusetzen ^^ Die Pinselspitze bleibt in Form, die Fasern haften gut aneinander. Etwas anderes habe ich von Kuretake aber auch nicht erwartet :D

      Nummer 4: Der Wassertankpinsel von Faber-Castell

      Und ja, die Lichtverhältnisse sind auf diesem Foto völlig anders, als auf dem anderen. Ich musste zwischen den Bildern eine Zwangspause einlegen, weil Leon es für eine prima Idee hielt, mir ohne Ankündigung auf dem Schoß zu springen. Zusammengefasst: Ich hab mich erschrocken, darüber hat er sich erschrocken, worauf ich mich noch mehr erschrocken habe. Es folgte eine unkoordinierte Handbewegung meinerseits und das Ende vom Lied ist, dass die offenen Wassertanks ihren Inhalt erst über meinen Tisch, dann über mich und schließlich über Klopsi ausgebreitet haben. Und nein, ich habe die Tanks natürlich nicht geleert, bevor ich sie aufgeschraubt habe – Genial, ich weiß (und so was hat einen Hochschulabschluss). Btw, keine Sorge. Leon hat keinen Schaden genommen und fühlt sich auch seelisch-moralisch in keiner Weise betroffen. Wenige Minuten später war er schon wieder am spielen. Und wer kann solchen braunen Kulleraugen schon böse sein?

      Oh. Und geh von meinem T-Shirt runter, du pelzbesetzte Fellschleuder. Danke.
      Okay, wo war ich? Achso, der Pinsel von Faber-Castell. Abgesehen davon, dass er mir ein bisschen kurz ist, liebe ich diesen Pinsel! Die Pinselspitze ist super. Die Fasern bleiben perfekt aneinander haften. Sie geben genügend nach, sind elastisch, gleichzeitig aber auch stabil genug, um eine wirklich spitze Spitze (öh...) zu bilden. Damit kann ich sehr kontrollierte, feine und vor allem saubere Linien ziehen #Kontrollfreak. Sehr toll. Hach, wie schön ^^

      So, erst mal genug gelabert :D Klopsi ist schon ganz platt von so viel Geblubber.

      Reicht also!
      „Art, like morality, consists of drawing the line somewhere“
      - G.K. Chesterton

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    • Du weißt, wie es um meine Mal- und Zeichenfähigkeiten gestellt ist, aber ich liebe diesen Blog trotzdem einfach! Ich liebe Stifte, Vergleiche zwischen Ihnen und überhaupt.
      Der letzte Post hat mir deswegen besonders gefallen - und auch, wenn ich ihn niemals benutzen würde und auch gar nicht weiß, wie genau (macht man das dann mit einem Wasserfarbkasten? Kein Plan xD), hab ich das dringende Bedürfnis, mir den Faber Castell zu kaufen (bin da sowieso ein Fangirlie).


      Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
    • Phielen Dank, Phi :D

      Phi schrieb:

      (macht man das dann mit einem Wasserfarbkasten? Kein Plan xD)
      Doch, genau so ^^ Die Wassertankpinsel ersetzen lediglich den klassischen Pinsel und das nachdippen ins Wasser entfällt.
      Mehr ist es gar nicht :rofl:
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    • ✎ Bildbesprechung „Blaue Eule“: Klick mich zum Bild

      Normalerweise arbeite ich ja nicht mit Vorlagen. In diesem Fall war es aber ein bisschen was anderes, weil von der Vorlage der eigentliche Reiz ausging :D Wie ich schon in meinem Bilderthread geschrieben habe, basiert meine Zeichnung auf einer Kinderzeichnung. So gesehen liegt die Idee für das Motiv also nicht wirklich bei mir, sondern bei Rukas Neffen :rofl: Für mich persönlich war das besondere an der Zeichnung nicht die technische Umsetzung, sondern vorgegebene Bildelemente in einen gemeinsamen Kontext zu bringen. Kinderzeichnungen bieten sich dafür meiner Meinung nach gerade dafür an, weil für uns große Leute nicht immer eindeutig ist, was uns der kleine Künstler mit seinem Bild sagen will :rofl: Die Bilder sind so schön unschuldig und ungezwungen ^^ Hachja.
      Vor ein paar Wochen hatte ich deshalb in der Shoutbox gefragt, ob jemand eine Kinderzeichnung für mich hätte und bekam schließlich dieses Bild zugeschickt:

      Und weil ich in Plauderlaune bin und generell viel zu gern und viel zu viel über Entstehungsprozesse von Zeichnungen rede, erzähle ich hier, wie ich bei meiner Interpretation vorgegangen bin :D

      Das erste, was einem an der Kinderzeichnung ins Auge springt, ist diese große, blaue Eule. Man kann sie einfach nicht übersehen, weil sie einfach mal gefühlt 50% des Bildes für sich allein einnimmt xD Jedenfalls denke ich, dass es eine Eule sein soll ^^ Die Ringe um die Augen und der Schnabel deuten mMn darauf hin. Für mich guckt sie extrem genervt und fertig mit der Welt. Als ob sie von irgendetwas tierisch ankotzt ist und sie einfach nicht mehr auf diesem Planeten leben will. Also ungefähr wie ich nach jeder Dienstberatung im Büro. Interessanterweise hat meine Freundin ihren Blick als verärgert interpretiert. Wie würdet ihr den Blick der Eule auf der Kinderzeichnung sehen? ^^
      Mit der Eule hatte ich den Hauptteil meines Motives. Als nächstes habe ich mir die anderen Figuren angesehen und überlegt, wie ich sie logisch zur Eule hinzufügen könnte. Bei der Maus war das nicht schwer. Das Größenverhältnis kommt sogar hin. Nur dieses winzig kleine Pferdchen xD Was ist das bitte für ein kleines Pferd? Wieso ist es so klein? Wieso ist die Maus größer als das Pferd? Ich bin mir sicher, dass mir Rukas Neffe diese Fragen beantworten könnte. Aber erstmal musste ich ohne seine Hilfe auskommen. Ich habe also darüber nachgedacht, wie man diese Größenverhältnisse erklären könnte und bin zu dem Schluss gekommen, dass es ja ein Spielzeugpferdchen sein könnte. Okay, Spielzeugpferdchen it is. Schauen wir uns den Rest des Bildes an:
      Am oberen Rand sieht man im Hintergrund ein paar Ballons in Herzchenform. Ich kann euch nicht erklären, wie ich darauf gekommen bin. Aber ich habe mir gedacht „Hey, vielleicht ist die Maus in das Pferd verknallt und die Luftballons unterstreichen ihre Zuneigung.“ Auf dem Original guckt die Maus eigentlich die Eule an und nicht das Pferd. Das nennt man dann wohl künstlerische Freiheit :D Für mich hat die Idee ganz gut gepasst, weil es auch den genervten Blick der Eule erklären würde. Scheint keine Romantikerin zu. Jedenfalls habe ich dadurch eine Hintergrundgeschichte für das Motiv:

      Eine blaue Eule hat sich ein Mäuschen gefangen. Müde und erschöpft von der Jagd, fliegt sie mit ihrer Beute zurück in ihr Nest, um sich ihr Futter dort in Ruhe schmecken zu lassen. Doch als sie dort ankommt, verliebt sich die Maus in ein Holzpferdchen. Das Holzpferdchen wurde vor einiger Zeit von der Eule wegen seiner geringen Größe und der Färbung für etwas Essbares gehalten, bevor die Eule feststellen musste, dass dem nicht so ist. Seitdem liegt das Pferdchen in ihrem Nest herum. Für die Maus ist es Liebe auf den ersten Blick. Es umschmeichelt das Pferdchen mit süßen Liebesgeflüster und schmachtet es ungeniert an. Unsere Eule ist allerdings keine Romantikerin und das Geschnulze verdirbt ihr gründlich den Appetit. So viel zu einem leckeren Happen vor dem Zubettgehen.

      Ergibt das Sinn? Nicht so wirklich xD

      Da mein Motiv an dieser Stelle feststand, brauchte ich es nur noch ausmalen. Die Farben hatte ich durch die Vorlage vorgegeben und musste mir kein eigenes Farbschema ausdenken. Es gibt übrigens einen ersten Versuch mit Copicmarkern. Das ging allerdings leider knietief in die Hose. Deswegen gibt es eine zweite und finale Version mit Buntstiften, die ihr auch im Forum hochgeladen seht.

      Und mehr gibt es dazu nicht zu sagen ^^
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      - G.K. Chesterton

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    • Deine Interpretation ist genial :D

      Der kleine "Künstler" ist gerade bei mir, da habe ich ihm doch direkt mal deine Version seines Bildes gezeigt. Er ist total begeistert und voll happy, dass SEIN Bild als Vorlage diente :D
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.
    • Skadi schrieb:

      Wie würdet ihr den Blick der Eule auf der Kinderzeichnung sehen?
      Sie siht etwas Psycho aus XD 'Angenervt' passt da schon ganz gut. Der kleine Neffe kann sehr gut zeichnen, wie ich finde. Seine Maus sieht total gut aus und die Farben sind wohl gewählt. <3

      Skadi schrieb:

      Jedenfalls habe ich dadurch eine Hintergrundgeschichte für das Motiv:
      Und die ist der Hammer XD Muss spontan an eine meiner Figuren denken. Wäre er eine Eule wäre ihm auhc sowas von der Apetit vergangen XD Aber er hätte die Maus aus prinzip dennoch platt gemacht und das Pferd irgendwie verbrannt XD

      Deine Eule sieht übrigens auch wunderschön aus :love: Die blaue Farbe leuchtet richtig und der Blick... omg dieser Blick x,D
      Hast du dir dafür echte Eulen angeschaut oder war alles aus dem Kopf?

      Uuuund vielen Dank für die Auflistung an Wassertank Pinsel! Ich fand das sehr interessant!


      Genesis: Sie ist Azathoth, das amorphe Chaos in der zentralen Leere
      Josh: Meine Prophetin!
    • Aztiluth schrieb:

      Hast du dir dafür echte Eulen angeschaut oder war alles aus dem Kopf?
      Für die Eule habe ich mir verschiedene Fotos von echten Eulen und Käuzen rausgesucht. Bisher habe ich noch nie welche für ein Motiv zeichnen brauchen, deshalb war die Eule für mich etwas völlig neues ^^
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    • ✎ Skadi hat Kram (3)

      Ehrlich gesagt komme ich mir doof dabei vor, schon wieder nur neuen Zeichenkram zu zeigen. Aber ich weiß leider nicht, über welches Material ihr gern mehr wissen oder über welche Themen ihr etwas lesen wollt. Also ruft bitte laut, wenn euch irgendwas ins Auge fällt.

      Jedenfalls war ich dieses Wochenende auf einer Messe, auf der es unter anderem eine Halle zum Thema kreatives Gestalten gibt. FunFact: Zeichnen zählt nicht dazu und Malerei nur dann, wenn Bob Ross drauf steht oder man kleine Quadrate auf eine Leinwand pinselt. Kreativmessen und ich... es ist eine spezielle Beziehung und wir werden niemals Freunde werden. Manchmal hat man aber Glück und findet zwischen tausenden von Stempeln und kitschigen Postkartenkartons trotzdem etwas nützliches.

      Ich hab mir drei weitere Posca-Marker gekauft, in den Farben Beige, Smaragdgrün und Bordeauxrot. Die Farbkombination hat es mir sehr angetan und ich denke, sie sind eine gute Ergänzung zu dem Set, das ich schon habe. Ursprünglich hatte ich es auf die Pastelltöne abgesehen, aaaber die gibt es natürlich nur im überteuerten Set. Tja


      Außerdem hab ich einen Maskierstift von Molotow mitgenommen. Die blaue Flüssigkeit darin ist, wie der Name schon sagt, Maskierflüssigkeit. Mein altes Fässchen musste ich nämlich vor kurzem wegwerfen, weil der Inhalt zu einem festen, klumpigen Blobb mutiert ist und nicht mehr zu benutzen war. Das schöne an diesem Stift ist, dass es eben ein Stift ist und man sich keinen Pinsel ruiniert, wenn man die Flüssigkeit aufträgt.


      Bei einem Händler habe ich dann einen 40er Block Mixed Media Papier von Strathmore gefunden und obwohl er dort als Papier für Stempelkrams verkauft wurde, habe ich ihn mitgenommen. Der Hersteller ist in den USA eine ganz große Nummer. Was bei uns Hahnemühle ist, ist Übersee Strathmore. Viele amerikanische und kanadische Künstler benutzen dieses Papier für ihre Wasserfarben- und Acrylbilder. Beim selben Stand hab ich auch gleich ein paar Bögen Karton für Wasserfarben mitgenommen. Laut Händler sollte man daraus Postkarten falten und mit Stempeln... ach, lassen wir das.


      Und nein, ich fange bestimmt nicht mit Handlettering an *g* Das Format dieses Blocks ist für mich praktisch, weil ich nicht erst mühlselig mit der Schneidemaschine an meine großen Bögen muss. Außerdem sind gleich drei verschiedene Papiersorten drin und ja: Da war mein Pragmatismus wieder größer, als alles andere :rofl: Oder war es meine Faulheit? Wer weiß.
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    • Ich habe bei meiner letzten Zeichnung neues Zeichenpapier ausprobiert und weil mir währenddessen ein paar Gedanken und Erkenntnisse dazu gekommen sind, dachte ich mir, dass ich sie einfach mal aufschreibe. Dafür ist der Blog ja auch irgendwie da :rofl:

      ✎ Skadi probiert aus: Strathmore Mixed Media Zeichenpapier

      Nur um das gleich von Anfang an klarzustellen: Das hier wird nicht unbedingt ein Produkttest ^^ Ich halte nur meine Erfahrungen mit dem Material fest, dass ich für meine Zeichnung verwendet habe. Also erwartet bitte keinen Allround-Ultimativ-Test, bei dem sämtlicher, denkbarer Zeichenkram auf Herz und Nieren ausgetestet wird :D Okay? Dann ist's gut.

      Im Titel steht es ja schon. Es geht um das Mixed Media (300 Series) Zeichenpaper von Strathmore. Wie alle Mixed Media Papiere ist es dafür gedacht, universal für alle möglichen Zeichenmaterialien verwendet werden zu können. Egal ob Bleistift, Buntstift, Wasserfarben, Acryl, Kreiden und so weiter und so fort.

      Genau genommen ist es ein Velinpapier und hat demnach eine entsprechend glatte Oberfläche. Ich persönlich mag das ja sehr gern, weil der Stift so gleichmäßig darüber gleitet. Dazu später aber mehr. Erstmal ein paar Grunddaten:
      Das Papier hat eine Stärke von 190 g/m² und ist deshalb angenehm stabil, aber weicher als Zeichenkarton. Es ist nicht gebleicht, sondern hat den typischen, warm-weißen Ton von ungebleichten Papier. Außerdem ist es säurefrei, was besonders dann wichtig ist, wenn man mit Alkoholmarkern (Copic, ProMarker, Spectra Ad, Stylefile etc) malen möchte. Die Maße der einzelnen Bögen liegt bei 22,9 x 30,5 cm. Das ist ein Stück größer als unser DIN A4 Format, was schlichtweg daran liegt, dass das Papier in den USA hergestellt wird und die USA... naja, es heißt halt Deutsches Institut für Normung :rofl: Der Größenunterschied ist allerdings nicht so gravierend. Das Blatt passt trotzdem in jeden normalen Haus- und Hofscanner ^^
      Im Block sind insgesamt 40 Bögen Papier. Wie viel man dafür bezahlt, kann ich nicht genau sagen, weil der Preis zum Teil auch vom jeweiligen Importhändler abhängt (wie gesagt: Das Papier kommt aus den USA). Ich habe meinen Block jedenfalls auf einer Messe für 15 Euro bekommen.

      Der Block als solches ist recht robust. Das Papier wird durch eine Spiralbindung aus Metall gehalten und der Rücken des Blocks besteht aus sehr starken Karton (echt jetzt xD Vergleicht das nicht mit den Wabbelpappen, die wir von unseren Schulblöcken kennen). Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass sich sich der Block prima als Alternative zum Skizzenbuch für unterwegs macht.

      Einzig die Perforierung der Bögen ist nicht gerade der Hit. Ich habe den Fehler gemacht, und mich darauf verlassen, dass sich das Papier mit einem geschmeidigen Ruck löst. Dann ist das hier passiert:

      Hmpf. Nagut. Ich musste dann doch mit einer Schere ran, weil ich das Blatt einfach nicht mit der Hand abtrennen konnte. Wie auch immer.

      Ich habe das Papier zusammen mit folgenden Material benutzt: Bleistiften (H und HB), einem Tuschestift (Copic Multiliner 0,3 und 0,1) und Gansai Tambi Wasserfarben. Vom Prinzip muss ein Mixed Media-Papier das alles aushalten können. Und um vorzugreifen: Das hat auch es auch. Sozusagen. Aber immer eins nach dem anderen.
      Ich habe ja schon erwähnt, dass das Papier eine glatte Oberfläche hat. Für Kontrollfreaks wie mich ist so was ja das absolute Himmelreich. Eine glatte Oberfläche bedeutet keine Struktur, das bedeutet keine Unebenheit und das wiederum heißt, dass mein Stift beinahe widerstandslos über das Papier hinweggleitet, wie Schlittschuh auf dem eingefrorenen Dorftümpel. Das Papier verzeiht auch viel, was Bleistiftlinien und Radieren angeht. Bei meiner Zeichnung sind nur an den ganz kritischen Problemstellen Rillen und Bleistiftrückstände zusehen. Gefusselt hat das Papier beim Radieren auch gar nicht.
      Die glatte Oberfläche hat aber auch ihren Nachteil: Es fehlt die Struktur, die lösliche Pigmente aufnimmt. Das habe ich sowohl an der Tusche, als auch ganz besonders bei der Wasserfarbe gemerkt. Die Tusche kam beim Radieren nämlich mit. Und ja, ich weiß, dass das bei jedem Papier passiert. Bei diesem kam es mir aber schon sehr ausgeprägt vor. Zumal sich die Tusche an ein paar wenigen Stellen (zum Glück) sogar eine halbe bis ganze Stunde später noch wegradieren ließ. Richtig deutlich wurde es dann mit der Wasserfarbe. Obwohl die Gansai Tambi nicht mal klassische Aquarellfarben sind. Man benutzt nur wenig Wasser um die Pigmente zu aktivieren. Durch die glatte Oberfläche habe ich die Farbe auf dem Papier eher hin und her geschoben, denn tatsächlich vermalt. Im Chat habe ich spaßeshalber gemeint, ich würde Pigmente schubsen. Ja.. das war näher an der Realität dran, als die Jungs wahrscheinlich vermutet haben. Jedenfalls war es dadurch schwer, eine gleichmäßige, deckende Farbschicht hinzubekommen. Vor allem bei den großen Flächen haben sich ungleichmäßige Schlieren gebildet. Da ich die Farben vorher schon mal auf strukturierten Papier verwendet habe und sie sich da eindeutig besser verarbeiten ließen, kann ich zu 100% sagen, dass es in diesem Fall am Papier lag.
      Aber immerhin hat das Papier das Wasser gut aufgenommen. Es haben sich weder Wellen gebildet, noch hat sich etwas verzogen. Wobei man, wie gesagt, nur wenig Wasser für die Farben braucht. Wie der Härtetest mit Aquarellfarben aussehen würde, steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt (versteht ihr? Auf einem anderen Blatt? Weil man ja auf das Papier...? Nein? Nagut ._. ).

      Okay, also was ist mein Fazit? Insofern ich eins ziehen kann, macht sich das Papier sicher super für Bleistift- und Buntstiftzeichnungen. Tusche funktioniert sicher auch hervorragend, solange man danach nicht nochmal radieren muss. Das Papier ist stabil, widerstandsfähig und insgesamt war es sehr angenehm, darauf zu zeichnen. Eventuell sollte man die Farben fixieren, wenn man fertig ist, weil die Oberfläche doch sehr glatt ist und sich auch im Nachhinein Pigmente lösen könnten. Wofür ich es definitiv nicht nochmal verwenden werde, sind Zeichnungen, bei denen ich Wasserfarben benutzen will. So spaßig sich Pigmentschubsen auch anhört, ich war zwischenzeitlich echt frustriert.

      Skadi out.
      „Art, like morality, consists of drawing the line somewhere“
      - G.K. Chesterton

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    • Joah, ich habe die letzten Tage einen neuen Zeichenblock ausprobiert und einem ersten Härtetest unterzogen. Deswegen ratet, was jetzt kommt.

      ✎ Skadi probiert aus: Canson Bristol Zeichenpapier (XL Serie)

      Damit habt ihr jetzt nicht gerechnet, was?
      Ich fange wieder mit ein paar allgemeinen Grunddaten an. Das Papier ist Bristolpapier im Format DIN A4 und hat eine Stärke von 180 g/m². Damit ist es ziemlich stabil und hält ein bisschen was aus. Aus eigener Erfahrung muss ich euch aber sagen: Wenn bei dieser Papierstärke einmal ein Knick drin ist, dann gleich richtig.


      Urgh.

      Die Oberfläche ist extra glatt. Ich hatte ja schon bei dem Strathmorepapier gemeint, dass ich das mag und beim Zeichnen und späteren Kolorieren fand ich die gleichmäßige Textur sehr angenehm. Zum Großteil. Dazu aber später mehr. Jedenfalls eignet sich das Papier eben wegen dieser glatten Oberfläche sehr gut für Buntstift- und Bleistiftillustrationen. Meine Güte, die Stifte sind darüber hinweg geglitten, als hätte ich Gleitgel auf die Minen geschmiert. So muss das flutschen 8)



      Im Block befinden sich 50 Blatt, die klassisch an einer der schmalen Kante geleimt sind und sich mit einem zärtlichen Ruck abtrennen lassen. Das ist jetzt nichts Besonderes. Das kennen wir von unseren Schulblöcken (Prä-Ringbuchbindung), tut aber seinen Dienst für einen Zeichenblock.
      Wegen der glatten Oberfläche dürfte das Papier eher weniger für Wasserfarben geeignet sein. Was mit Alkoholmarkern ist, kann ich nicht sagen. Das Papier ist nicht als säurefrei gekennzeichnet, was für Alkoholmarker aber ziemlich wichtig ist. Auf Amazon habe ich zwar gelesen, dass jemand mit seinen Markern darauf malen würde, allerdings steht dort auch, dass sich das Papier schlecht für Polychromos eignen würde und das ist meiner Erfahrung nach nicht wahr. Also… keine Ahnung xD
      Die Farbe des Papiers ist übrigens reinweiß.

      So, und jetzt kommt ein kurzer Exkurs für die Leute, die sich im Leben lieber mit wichtigen Themen auseinandersetzen und sich deshalb nicht erklären können, wieso dieses Papier Bristol heißt. Diejenigen, die das schon wissen… Ihr könnt zum Schneemann springen ^^
      Bristolpapier ist nach der englischen Stadt Bristol benannt. Gaaanz früher haben Papierwerke aus ganz Europa ihre Papiere dorthin geschickt, um sie verkleben zu lassen. Das Ganze war ein Veredlungsprozess, bei dem hochwertige, stabile Qualitätspapiere entstanden sind. Inzwischen schaffen die einzelnen Papierhersteller diesen Vorgang selbst. Der Begriff Bristolpapier (bzw. Bristol Board) wurde trotzdem beibehalten, weil die Anforderungen noch immer dieselben sind. Geschichtsstunde beendet. Mh, das war jetzt doch kürzer, als ich gedacht habe. Egal. Schneemann!



      Ich hab das Papier mit zusammen mit Bleistiften (HB und H), schwarzer Tusche (Copic Multiliner 0,3 und 0,1) und Buntstiften ausprobiert. Genau genommen Polychromos (Faber Castell,) Luminance (Caran d’Ache ) und Lightfast (Derwernt,) also Buntstifte auf Ölbasis.
      Die Bleistiftlinien hat das Papier wunderbar vertragen und es ließ sich alles, bis auf ein paar überbeanspruchte Problemstellung, wegradieren. Es sind durch den Bleistift auch keine Rillen im Papier entstanden, in denen später die Buntstifte hätten hängen bleiben können. In dieser Hinsicht verzeiht das Papier also viel. Mit der Tusche gab es auch keine Probleme. Wobei es mir an manchen Stellen vorkam, als würden die Linien etwas mehr auseinanderlaufen als ich gewöhnt bin. Aber da mir das Zerlaufen erst aufgefallen ist, nachdem ich mit dem Handy stark vergrößerte Nahaufnahmen gemacht habe, geht das trotzdem in Ordnung, denke ich. Obwohl das Papier so glatt ist, haftet die Tusche gut darauf. Zumindest ist beim Radieren ist bei weitem nicht so viel runtergekommen, wie bei dem Strathmorepapier.
      Dann kamen die Buntstifte. Und oh mein Gott! Es war einfach so befriedigend. Das Papier hat eigentlich (ja, eigentlich) gar keinen Widerstand gezeigt und der Abrieb war göttlich. Als ich fertig war, habe ich das Bild neben ein anderes gehalten, bei dem ich dieselben Stifte, aber ein anderes Papier benutzt habe und die Körnung der Farben war mit dem Bristolpapier einfach wesentlich feiner und gleichmäßiger. Zitat Chaos:

      Chaos Rising schrieb:

      Das sehe sogar ich!

      So sinngemäß. Die Farben leuchten auch sehr schön und kräftig und das Schichten war zum Großteil auch kein Problem. Auf einer Fläche musste ich acht (acht!) Schichten Farbe auftragen, um meinen gewünschten Farbton zu erhalten und das Papier hat danach sogar noch die Schattierung ausgehalten :thumbup: So muss das sein.
      Tja, nichtsdestotrotz steht noch das große Aber, Eigentlich und Zum Großteil im Raum. Denn obwohl ich das Papier meines Wissens nach überall gleich bearbeitet habe, sind an drei oder vier Stellen aufgeriebene Stellen im Material entstanden. Ich weiß nicht wieso, ich weiß nicht wie. Ich kann nicht mal zweifelsfrei sagen, ob es an mir oder am Papier lag. Mein Buntstift ist jedenfalls an diesen Stellen hängen geblieben und es sind ungleichmäßige Flecken entstanden. So! Im Nachhinein kann ich auch nicht behaupten, dass ich in diesen Bereichen besonders viel radiert hätte oder sie zu den Problemstellen gehören würden. Es bleibt ein Rätsel.

      Das ist aber auch der einzige Punkt, über den ich meckern muss, aber nicht unbedingt dem Papier anlasten will – wie gesagt, ich weiß nicht, ob es tatsächlich an der Verarbeitung liegt.
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    • Okay, das hier ist der mit Abstand spontanste Blogeintrag, den ich bisher gemacht und wahrscheinlich auch machen werde xD Es ist einfach so bizarr, dass ich es loswerden muss.

      Kennt ihr die Website Wish.com? Das ist eine dieser Website, auf denen man von verschiedenen Händlern (Marken-)Produkte zu Dumpingpreisen erwerben kann. Einen Pullover, der eigentlich 88 Euro kosten würde bekommt man für lediglich 8 Euro, SD-Karten für 5 Euro statt 23 Euro, ein IPad für 27 Euro statt 242 Euro *g* Ihr seht, in welche Richtung das Ganze geht und ich halte euch für intelligent genug, eure eigenen Rückschlüsse daraus zu ziehen :rofl:
      Auf YouTube gibt es gerade etliche Videos über diese Seite und die erworbenen Produkte. Aus Neugierde und – zugegeben - akuter Langeweile habe ich mir die Website eben ein bisschen angesehen. Und was interessiert mich natürlich am meisten? Richtig: Zeichenkram :D Ich gebe also „Art Supplies“ in die Suchleiste ein und werde auch sofort mit Angeboten erschlagen. 25% Rabatt, 50% Rabatt, 75% Rabatt, 88% Rabatt. Ganz schnell soll ich zugreifen, weil manches „Fast weg“ ist. Aha, na dann xD Ich scrolle mich also durch Stifte, Pinsel, Grafiktabletts und einem Haufen anderen Mist, bist mir plötzlich etwas ins Auge sticht.
      Ein Farbkasten von Faber Castell: Klick mich.
      Mir wird High Quality versprochen und das in drei verschiedenen Ausführungen. Die Beispielbilder und die Form und Textur der Farbblöcke lassen auf Aquarellfarben schließen und ich habe hier ganz offensichtlich keinen üblichen Schulmalkasten vor der Nase. Ein Wassertankpinsel ist auch gleich im Set, genau wie ein Schwämmchen. Professionelle Pigmente und das im handlichen Plastikkasten (sind die Kästen von Faber-Castell nicht eigentlich immer aus Karton oder Metall? :hmm: hmm…)! Mir wird hier doch tatsächlich ein Preisnachlass von 76% gewährt.
      Oder auch nicht. Denn das Thumbnail auf dem Index zeigt mir diesen Preis den großen Kasten mit 48 Farben.

      Tatsächlich gilt das Angebot mit 16 Euro aber für den kleinen mit 24 Farben. Der abgebildete 48er kostet schon wieder 26 Euro, also nochmal zehn mehr. Normalerweise würde man für diesen 124 Euro berappen. Damit kommt die Rechnung mit 76% Rabatt zwar nicht so ganz hin, aber da ich selbst eine Matheschwäche habe, möchte ich lieber den Mund halten. So oder so ist das ein Top-Deal, bei dem man zuschlagen sollte.
      Oder etwa nicht? :D
      Faber-Castell ist bekanntlich eine deutsche Marke und aus unseren Geschäften nicht wegzudenken. Nun beschäftige ich mich zwangsläufig durch mein Hobby sehr viel mit Kunstmaterial und habe dadurch einen entsprechenden Überblick über die Produktreihen einzelner Anbieter. Faber-Castell ist da natürlich auch ganz vorn dabei. Und während ich mir diesen Kasten so ansehe, kommt mir folgende Erkenntnis in den Sinn:
      Faber-Castell stellt solche Farben nicht her.
      Die Optik des Kastens und natürlich Form und Fabrikat der Farben passen in keine Produktreihe von Faber-Castell. Allein die Form der Farbblöcke lässt auf eine Herstellung außerhalb Europas schließen, da bei uns eher die klassischen Näpfe vertrieben und vor allem (!) hergestellt werden. Weil ich aber nicht allwissend bin, befrage ich Google, was es zu der ganzen Sache sagt. Nichts. Aha. Das heißt, ein bisschen spuckt mir die Suchmaschine schon aus. Allerdings sind die Ergebnisse Verweise auf Angebote ähnlicher Websites wie Wish.com. Großhändler wie Amazon haben offenbar noch nie etwas von diesem Farbkasten gehört. Okay, wie sollen sie auch? Das Ding hat schließlich nicht mal einen genauen Namen oder wird einer der bestehenden Produktreihen zugeschrieben :rofl: Und da ich keine Han-Schriften lesen kann, könnten die Schriftzeichen auf der Packung alles Mögliche heißen. „Wer das liest ist doof.“
      Ich schaue also direkt im Online-Shop von Faber-Castell nach und siehe da: Faber-Castell selbst kennt diesen Farbkasten ebenfalls nicht. Na sowas! Das kam jetzt aber unerwartet :rofl:

      Zukunftsskadi hier. Diese Anmerkung schreibe ich, nachdem ich mit meinem Blogeintrag fertig bin. Im nachfolgenden Absatz steigere ich mich ein kleines bisschen zu sehr in die juristische Sichtweise hinein. Das hat nichts mehr mit dem eigentlichen Blogthema zu tun, ich möchte es aber auch nicht unkommentiert lassen. Wen die Paragraphenreiterei nicht interessiert, der darf wieder zum Schneemann springen

      Das Ding ist also… Ja, was ist es eigentlich? Für ein Imitat fehlt ein Original, das es kopiert. Also dreister Namensklau? Identitätsdiebstahl? :rofl: Ich hab keine Ahnung. Sicher ist, dass es sich – zumindest nach deutschem Recht – um Täuschung des Käufers handelt. Eine arglistige Täuschung gemäß § 123 BGB, um genau zu sein. Entsprechend Absatz 1, 1. Halbsatz §123 BGB kann eine Willenserklärung (aka Vertragsschluss, aka Kaufvertrag, aka Bestellung) angefochten werden, wenn die Abgabe der Willenserklärung durch arglistige Täuschung bestimmt wurde. Eine arglistige Täuschung liegt dann vor, wenn die Täuschung vorsätzlich erfolgt und der Täuschende wissentlich und absichtlich einen Irrtum seines Vertragspartners herbeiführen will. Okay, an dieser Stelle breche ich meine Subsumtion unvollständig ab. Ich hab den Mist schon genug auf Arbeit und will niemanden langweilen. Zusammengefasst: Da mir hier ein Produkt einer bestimmten Firma angeboten wird, diese aber gar nicht der tatsächliche Hersteller ist, wurde der Käufer getäuscht. Grundsätzlich kann er also einklagen, dass der Vertrag rückabgewickelt wird. Sprich: Geld und Ware zurück. Und ja, ich unterstelle dem Anbieter, dass er vorsätzlich gehandelt hat. Denn… sorry, wie kann das aus Versehen passieren? Man verkauft als seriöser Händler nicht „aus Versehen“ hunderte Farbkästen mit gestohlenen Namen drauf! Das kann mir keiner erzählen.
      So oder so spielt unser deutsches Recht jedoch keine Rolle, da die Firma hinter Wish.com in den USA sitzt und sowieso nur als Plattform für Dritthändler dient. Die Website hat zwar eine Gesetzesvollzugs-Richtline,die ist aber so schwammig geschrieben, dass es einfach lachhaft ist. Vorallem der Teil mit dem Ausland und dem Ermessen… Ach, lassen wir das. Ich wollte schon vor 857 Zeichen nicht mehr darüber nachdenken.



      Inzwischen weiß ich also ganz sicher, dass ich es ganz bestimmt nicht mit einem Farbkasten von Faber-Castell zu tun habe. Leider muss ich mich an den Kopf fassen, als ich die Bewertungen anklicke und gerade mal eine einzige Person zum selben Schluss gekommen zu sein scheint, wie ich. Der Großteil der restlichen Kommentarschreiber scheint davon überzeugt, ein Originalprodukt aus dem Haus Faber-Castell erworben zu haben. Den Rest verstehe ich nicht. No entiendo español. Oder so. Glaube ich.
      Übrigens schaue ich mir an dieser Stelle das erste Mal die anderen Beispielfotos an. Und ja, da fällt einem noch so einiges auf: Der Wassertankpinsel sieht völlig anders aus, als die von Faber-Castell. Und dann gibt es noch diese tolle Beschreibung auf dem Farbtestbogen:

      Das ist übrigens die Originalgrößer der Grafik auf der Website xD Ranzoomen kann man nicht und ich hab nichts verkleinert oder so.
      „Very suitable for germany cartoon painting graffiti without too much color[…]“
      Uhrm, was? xD
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    • ✎ Bildbesprechung „Andromeda“ (1. Teil) Klick mich zum Bild

      Oder auch: Das Bild, bei dem schiefgeht, was nur schiefgehen kann. Mein Frustrationslevel war zwischenzeitlich über 9.000.
      Wie ich schon in meinem Bilderthread erwähnt habe, stammt die ursprüngliche Idee, Nachtleuchtfarbe mit einem Galaxiethema zu verbinden, von einer YouTuberin. Dieses Mal brauchte ich mir keine Gedanken über die Pose der Figur machen, weil sie mir von Anfang klar war. Ich wollte gern einen Anschein von Schwerelosigkeit, der die Figur lethargisch ausgeliefert ist und hatte automatisch eine halbstehende, halbschwebende rückgelehnte Pose in meinem Kopf. Auf meiner schnellen Skizze hat sie gut funktioniert. Ich konnte also schnell in die eigentliche Zeichnung einsteigen.
      So sieht meine Skizze übrigens aus. Später musste der Zettel noch als Testbogen für andere Sachen herhalten. Beispielsweise habe ich unten ausprobiert, wie sich die Nachtleuchtfarbe mit Tusche verträgt, wie stark sie deckt und wie viel Farbe ich auftragen muss, um einen möglichst intensiven Leuchteffekt zu erreichen. FunFact: Das ist die Rückseite einer anderen aussortierten Zeichnung :whistling:

      Mir war von Anfang an klar, dass ich für dieses Motiv Wasserfarben verwenden würde und brauchte dementsprechend das passende Papier. Dafür habe ich einen Bogen Hahnemühle Echt-Bütten Aquarellkarton "Turner" mit 300g/m² genommen. Mir hat die Textur zwar überhaupt nicht zugesagt (es fühlt sich ein bisschen an wie dieses waschbare Dokumentenpapier, aus dem z. B. der B17 Führerschein ist. Uuurgh, mir läuft es eiskalt den Rücken runter, wenn ich nur daran denke!) aber laut Beschreibung soll sich dieses Papier sehr gut für Nass-in-Nass-Techniken eignen. Nagut. Wenn die Beschreibung das sagt, dann wird das auch so stimmen. Glaube ich.
      Darauf habe ich also meine Figur vorgezeichnet. Bei dieser Figur waren die Haare eine kleine Abwechslung für mich. Normalerweise bin ich bei Haaren und Frisuren detailvierliebt *hust* Ein wenig. Ein bisschen. Ein ganz kleines bisschen. Darauf habe ich verzichtet, weil ich bei diesem Motiv eine eigene Vorstellung der Haare hatte. Ich wollte, dass sie wie eine leichte, weiche Wolke wirken. So, als ob man mit den Fingern widerstandslos hindurchstreichen kann. Diese Leichtigkeit wäre durch Linien, besonders durch schwarze Linien, verloren gegangen. Zudem habe ich beim Rumprobieren festgestellt, dass die Nachtleuchtfarbe die Linien getrübt und mir somit mein klares, sauberes Linienbild verdorben hätte. Aus diesem Grund bestehen die Haare dieses Mal nur aus einer groben Form. Um die Frisur trotzdem als solche zu erkennen, habe ich vereinzelte Strähnen eingezeichnet, die sich aus der Hauptform lösen, und sich dann wieder eingliedern. Auf diese Weise entsteht zumindest andeutungsweise der Eindruck von Haarsträhnen.

      Insgesamt ist die Figur detaillos gehalten. Solche Feinheiten wie Zehen oder Muskeln wären verschwendete Zeit gewesen, weil sie durch die dunklen Farben des Körpers sowieso verdeckt werden. Ich bin halt pragmatisch, was soll ich sagen? Da ich es somit nur mit einfachen Formen zu tun habe, steht die Vorzeichnung innerhalb kurzer Zeit. An dieser Stelle merkte ich bereits, wie schrecklich ich die Textur des Papiers finde. Obwohl ich nicht viel radiert habe, fusselt das Papier und mein Tuschestift (für den Körper) blieb ständig daran hängen. Im Endergebnis sahen die Außenlinien dünn, kraftlos und zittrig aus. Beim Gesicht hatte ich durch die Papierstruktur sogar so wenig Gewalt über meinen Stift, dass ich die Gesichtszüge völlig verkorkst habe. Aber gut, habe ich mir gedacht, die Farben decken sie eh ab und am Schluss ziehe ich die Linien einfach zusammen mit den fehlenden Details nach. Apropos Details. Weil ich mir bezüglich meiner eigenen Feinmotorik unsicher war (inzwischen bin ich eines Besseren belehrt), habe ich feine Zwischenräume mit Maskierflüssigkeit abgedeckt. Maskierflüssigkeit bildet nach dem Trocknen eine Deckschicht auf dem Papier und verhindert, dass Farbe auf die abgedeckten Stellen kommt. Wenn man fertig ist, zieht man den Film einfach ab und hat weiße, farbfreie Flächen. Auf diesem Foto sieht man übrigens gut, was ich mit fusseln meine. Die dunklen Flecken neben den Beinen und an den Füßen sind nicht etwa Reste meines Radiergummis, sondern Papierflusen.

      Mein nächster Schritt waren endlich die Farben für den Körper. Auf einem Probebogen habe ich mit verschiedenen Farben ausprobiert, auf welche Weise ich mein gewünschtes Ergebnis am besten hinbekomme: Aquarellfarben von Van Gogh, Posca Pens und Aquarellbuntstifte von Faber Castell. Irgendwie habe ich dabei völlig vergessen, dass ich ja auch noch Aquarellfarben von MozArt habe… keine Ahnung wieso. Jedenfalls habe ich mich für die Aquarellfarben von Van Gogh entschieden, mit der Kombination aus Lila und zwei verschiedenen Blautönen. Falls jemand das Rumgekleckse sehen möchte:

      Mit einer Galaxie verbinde ich, neben unendlichen vielen Sternen, Nebel und ineinandergreifende Farbverläufe. Das blanke Chaos eben. Um diesen Effekt zu erzielen, habe ich die Nass-in-Nass-Technik verwendet, habe also das Papier mit klaren Wasser angefeuchtet und dann die Farben punktuell nebeneinander aufgetragen, damit sie an den Rändern ineinander verlaufen können und verschwommene Übergänge zueinander bilden. Das hat... nicht funktioniert. Das Papier hat den Farben praktisch keinen Widerstand geboten und alles hat sich zu einem unschönen Einheitsbrei vermischt. Sowieso kam mir der Farbauftrag merkwürdig vor. Auf der Farbe haben sich kleine Punkte gebildet, als ob die Pigmente sich nicht aufgelöst, sondern sich einfach nur auf dem Papier abgesetzt hätten. Aus meiner eigenen Erfahrung mit den Van Gogh Farben kann ich sagen, dass das natürlich nicht sein kann. Ich denke, dass das Papierfusseln waren, die die Pigmente stärker aufgesogen haben. Außerdem hat das Papier eine gefühlte Ewigkeit zum Trocknen gebraucht. Irgendwas stimmte da nicht. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Endergebnis sah langweilig, matschig und ganz und gar nicht so aus, wie ich mir das vorgestellt habe. Leider kann ich nicht sagen, ob das Papier, die Farben oder beides zusammen schuld daran waren.
      Allerdings hatte ich mein Bild zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgegeben. Sondern erst geschlagene 5 Minuten später. Als ich nämlich die Maskierflüssigkeit abziehen wollte, kam die obere Papierschicht hinterher. Mitsamt der Farbe.



      Tja.
      Solche Schäden kann ich nun beim besten Willen nicht fixen. Damit war die Sache erledigt.







      So, reicht mit der theatralischen Pause. Ich fand (und finde) mein Konzept aber so cool, dass ich es nicht einfach sein lassen wollte. Also zack, Leuchttisch vorgeholt und das Bild auf ein neues Blatt Papier durchgepaust. Hoffentlich würde Versuch Nummer zwei ohne Probleme funktionieren.
      Achtung Spoiler!

      Würde er nicht.
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    • ✎ Bildbesprechung „Andromeda“ (2. Teil)

      Ich benutze meinen Leuchttisch nicht wirklich oft. Wenn es hochkommt, baue ich ihn zwei bis drei Mal im Jahr auf. Aber wenn ich ihn einmal brauche, dann bin ich echt froh, dass ich ihn habe. Anstatt das ganze Bild von Grund auf neu zeichnen zu müssen, brauchte ich einfach nur die Linien durchpausen und konnte binnen weniger Minuten weitermachen. Für meinen zweiten Versuch habe ich das 300 g/m² Mixed Media Papier (XL) von Canson genommen. Damit hatte ich schon vorher positive Erfahrungen gemacht und auch dieses Mal war ich höchst zufrieden. Es nimmt einfach so unfassbar viel Wasser auf ohne sich zu wellen oder aufzulösen. Die Tusche hält auch gut und lässt sich gleichmäßig auftragen. Was will ich mehr? Anstatt der Van Gogh-Farben, habe ich es dieses Mal mit den MozArt Komorebi-Wasserfarben versucht und das Endergebnis ist einfach tausendmal besser. Die Farben verteilen sich gleichmäßig und farbintensiv auf dem Papier, ohne zu einem matschigen Einheitsbrei ineinander zu zerfließen. Ich konnte sogar problemlos die Farbschichten reaktivieren und neu vermalen, wenn mir eine Kante zu hart vorkommt. Selbst nach schätzungsweise zehn Schichten Farbe hat das Papier keine Abnutzungserscheinungen gezeigt :thumbup:
      Weil ich nicht nochmal das Risiko eingehen wollte, mein Bild durch die Maskierflüssigkeit zu ruinieren, habe ich die feinen Zwischenräume zwischen den Haarsträhnen direkt mit einem Pinsel ausgemalt. Ich muss zugeben, dass mich meine Feinmotorik und Präzisionsarbeit selbst überrascht hat. Hätte mir nicht zugetraut, so fitzelige Linien mit einem Pinsel hinkriegen zu können. Um den Körper fertigzustellen, habe ich noch mit Pinsel und weißer Farbe Sternenkonstellationen angedeutet. Ich habe sie an die Stellen gemalt, an denen am menschlichen Körper oft Sommersprossen oder Leberflecke vorkommen. Außerdem habe ich, zum Beispiel an den Handgelenken und den Füßen, den Verlauf von Armreifen und Fußkettchen angedeutet. Das kam mir am sinnvollsten vor, weil die Punkte dadurch willkürlich wie Sterne wirken, gleichzeitig aber auch auf einer menschlichen Figur Sinn machen.
      Nachdem das erledigt war, kam endlich die Nachtleuchtfarbe zum Einsatz. Die Farbe selbst ist Acrylfarbe und deswegen dick und cremig. Da ich sonst nur Farben auf Wasserbasis gewohnt bin, war die Konsistenz ungewohnt für mich und hat mir Schwierigkeiten bereitet. So dicke Farbe verläuft nicht gleichmäßig, sondern bleibt auf dem Papier, wie man sie aufträgt. Man sieht deshalb noch die Rillen, die durch die Pinselborsten entstanden sind. Ich habe zwar immer wieder versucht, die Textur gleichmäßig auszufüllen, 100%ig geschafft habe ich das nicht. In meiner Vorstellung hatte das Haar eine glatte, ebenmäßige Struktur. Das habe ich dadurch leider nicht umsetzen können. Aber man muss auch Kompromisse eingehen können. Außerdem war es durch die Farbbeschaffenheit ungeeignet für Details und feine Linien. Das habe ich gemerkt, als ich die Haarsträhnen angemalt habe. Ich bin grundsätzlich über meine vorgezeichneten Linien gekommen. Ganz feine Details, wie die Augenbrauen oder die Strähnen im Gesicht, habe ich überhaupt nicht gleichmäßig aufgetragen bekommen. Zumal eine Schicht der Farbe nicht gereicht hat, um meinen gewünschten Leuchteffekt zu erzielen. Insgesamt habe ich ungefähr 8 oder 9 Schichten Farbe aufgetragen. Ich muss deshalb wohl oder übel damit leben, dass diese beiden Stellen im Dunkeln eben nicht leuchten.
      Als ob das nicht reichen würde, gab es noch andere Probleme: Im ersten Teil habe ich bereits erwähnt, dass die Farbe milchig-transparent trocknet. Die Farbe hat also erst nach vielen Schichten meine blassen (!) Bleistiftlinien ein bisschen überdeckt. Außerdem ist jede kleine Fussel kleben geblieben. Wenn ich sie nicht rechtzeitig gesehen habe, blieb sie halt unübermalbar zu sehen. Achja: Und die Farbe weicht die darunterliegenden Wasserfarben auf. Urgh.
      Insgesamt ist das mit der Nachtleuchtfarbe also so abgelaufen:
      Schicht auftragen,
      Schicht antrocknen lassen,
      Schicht mit dem Pinsel glattziehen (was, wie gesagt, nur bedingt funktioniert hat),
      die nächste Schicht auftragen,
      Schicht antrocknen lassen,
      Schicht mit dem Pinsel glattziehen,
      feststellen, dass auf der unteren Schicht eine Fussel/ein Strich zu sehen ist,
      frustriert das Gesicht in den Händen verbergen,
      die nächste Schicht auftragen,
      Schicht antrocknen lassen…
      Ihr versteht das Prinzip.
      Für den Hintergrund hatte ich mir in den Kopf gesetzt, ebenfalls Nachtleuchtfarbe zu verwenden. Ich wollte echte Sternbilder aufmalen, die man nur im Dunkeln sieht. So als kleines Gimmick, eine Überraschung für den Schluss. Nun gehört mein Gehirn allerdings zu der langsameren Sorte, beziehungsweise ist es generell sehr lernresistent. Denn obwohl ich bereits mit den Augenbrauen und den Haarsträhnen meine Erfahrung gemacht habe, dass ich feine Details mit dieser Farbe eben NICHT umsetzen kann, habe ich es trotzdem versucht :rolleyes:
      Und es sah einfach mega unsauber aus. Aber gut. Ich dachte mir, dass ich vielleicht noch was mit den Wasserfarben retten kann. Der Plan war ursprünglich, vereinzelte Ornamente in den Hintergrund zu malen. Da ich aber gleich am Anfang ordentlich gekleckst habe, musste ich umschwenken und den ganzen Hintergrund farbig machen.
      Jap.
      Das sah echt scheiße aus.

      Wobei ich an dieser Stelle nochmal lobend das Papier erwähnen möchte. Es stecken Unmengen an Wasser in diesem Bild und es hält und hält und hält :thumbsup:
      Zu diesem Zeitpunkt bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich den Hintergrund hasse xD Allein diese öde, rechteckige Form finde ich so ätzend und langweilig. Das ganze Bild ist einfach nur ein lahmer, lila Einheitsbrei ohne Kontraste oder Blickfänger. Der Körper geht völlig unter und die Sternbilder sehen aus, als hätte ich aufs Papier genießt. Eigentlich stand für mich schon fest, dass ich das Motiv jetzt endgültig abbreche und sein lasse. Irgendwie habe ich dann aber doch an der Figur gehangen, weil sie mir für sich alleinstehend sehr gut gefällt :hmm:
      Kurzerhand hab ich also die Schere genommen und meine Figur ausgeschnitten.

      Wenn ihr jetzt denkt, dass dabei nichts schiefgehen kann… doch, kann es. Ich habe zwar nichts weggeschnitten, was nicht wegsollte. Aber durch das Festhalten der Figur habe ich Farbpigmente an die Finger bekommen, ohne es zu merken. Als ich mit denselben Fingern dann auf die Nachtleuchtfarbe der Haare gefasst habe… *seufz* Ihr könnt es euch denken. Jedenfalls habe ich danach eine halbe Stunde damit zugebracht, den gröbsten Schmutz mit einem feuchten Pinsel abzubürsten und die Stellen mit weiteren Schichten Nachtleuchtfarbe zu überdecken. Zum Glück bin ich stur.
      Keine Experimente mit dem Hintergrund mehr. Keine Nachtleuchtfarbe und Schnickschnack. Stattdessen habe ich meine Figur auf ein Blatt schwarzes Zeichenpapier geklebt und in den Hintergrund Sterne gezeichnet. In dem schwarz-weißen Chaos verstecken sich übrigens auch echte Sternbilder:
      Der große Wagen,
      Kassiopeia,
      das Sternbild Löwe und das Sternbild Dreieck (das gibt es wirklich xD)
      und das Sternbild des Schwans, wobei ich seine Schwingen aus Versehen verkehrt rum gezeichnet habe :whistling: Hupsi.

      Ihr könnt euch denken, wie glücklich ich war, als dieses Bild ENDLICH fertig an meiner Wand hing. Hat jemand mitgezählt, wie viel schiefgegangen ist? Sicher habe ich sowieso irgendwas vergessen.
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    • ✎ Skadi probiert aus: Derwent Inktense Aquarell-Reiseset

      Aquarellfarben und ich führen eine einseitige Beziehung. Ich liebe sie, stoße mit meiner Zuneigung aber nicht auf Gegenliebe :rofl: Ich bin einfach zu ungeduldig. Nichtsdestotrotz lasse ich mich davon nicht irritieren und habe ein neues Aquarellset ausprobiert: Das Aquarellreiseset von Derwent. Dieses Set war vor ein paar Monaten in der ScrawlrBox und kam mir insofern ganz recht, weil ich mir eh ein kleines Set für Unterwegs anschaffen wollte. Das ist es, Bleistift zum Größenvergleich:


      Der Name „Reiseset“ sagt ja bereits, dass es dafür gedacht ist, bequem in der Tasche mitgeführt zu werden. Dementsprechend hat der Kasten eine sehr kompakte, sprich kleine, Größe. Er bietet trotzdem eine solide Grundausstattung mit 12 Farben, einer kleinen Mischpalette im Deckel und einem Schwämmchen um überschüssige Farbe abzustreifen. Sogar ein kleiner Wassertankpinsel ist im Lieferumfang enthalten. Insgesamt kann man mit diesem Farbkasten also raus gehen und loslegen :D
      Der Kasten an sich besteht aus Plastik. Ich bin mir noch unschlüssig, was ich davon halte. Denn Plastik ist natürlich nicht so widerstandsfähig wie Metall und geht im Falle eines Sturzes schnell kaputt – was schnell passieren kann, wenn man ihn draußen mit sich herumträgt. Dafür hat das Plastik den Vorteil, dass es leichter ist und nicht rosten kann. Einer meiner Metallkästen rostet nämlich gemütlich vor sich hin :/ Abgesehen davon, dass es echt nicht schön aussieht, wird der Kasten an diesen Stellen brüchig und erstecht anfällig gegen Schäden.
      Die Farben sind klassische Aquarellblöcke in halben Näpfen. Im Gegensatz zu anderen Aquarellfarben wie Schmincke, Van Gogh, MozArt etc, ist ihre Konsistenz eher trocken. Die Oberfläche glänzt nicht wachsartig. Ob das nun gut oder schlecht ist, kann ich nicht sagen. Wir haben es an dieser Stelle aber festgestellt, so! :D
      Die Näpfe liegen, jeweils im Sechser Block, nochmal in einer extra herausnehmbaren Plastikpfanne. Auch einzeln können die Näpfe herausgenommen und neu sortiert werden. Das ist für diejenigen praktisch, die mit einem eigenen Farbsystem arbeiten oder wie ich den Drang haben, alles systematisch sortieren zu müssen.

      Negativpunkt hierbei: Die Farben liegen lose in ihren Näpfen. Wenn man sie oder den Kasten auf den Kopf dreht, fallen sie einem entgegen. Ich weiß nicht, wie es bei euch aussieht. Aber in meiner Tasche schlägt der Inhalt gerne mal ausgelassen Purzelbäume. Denn wie gesagt: Es ist als Reiseset für unterwegs gedacht. Es ist also gar nicht so unwahrscheinlich, dass der Kasten mal in einer unüblichen Lage landet. Benutzt man ihn allerdings nur zuhause, dann dürften die losen Farben nicht weiter stören.


      Bleiben wir gleich bei den Farben. Die enthaltene Farbauswahl kann man getrost als anständige Grundausstattung bezeichnen. Einen Pluspunkt bekommt der Kasten von mir für die Farbe „Pflaume“, ein echt schönes Violett-Weinrot. Dieser Farbton wird gern aus Basissets weggelassen, weil man ihn von Prinzip aus Blau und Rot selbst mischen kann. Wenn man wie ich aber viel mit diesem Ton arbeitet (ich schattiere damit Hautfarben), ist es ungemein praktisch, ihn gleich parat zu haben. Alle Farben könnt ihr auf meinen Teststreifen sehen:

      Nun macht mein Handy qualitativ nicht die besten Fotos und die Beleuchtung ist auch nicht gerade die Bombe. Trotzdem kann man sehen, dass die Farben etwas milchig wirken. Sie sind nicht so farbintensiv und leuchtend, wie ich das beispielsweise von den Farben von Mozart oder Van Gogh kenne. Auf mich wirkt es, als wären mattende Füllstoffe hineingemischt worden. Kreide zum Beispiel, das würde auch die trockene Konsistenz erklären. Wie auch immer.
      Im Großen und Ganzen verlaufen die Farben mit der passenden Menge Wasser gleichmäßig. Auf meinem Bild und den Teststreifen gibt es zwar Stellen, auf denen sich die Pigmente nicht so schön verteilt haben, aber das kann auch am Papier liegen. Das Aquarellpapier, das ich für beides benutzt habe, ist nicht gerade das Gelbe von Ei. Deswegen möchte ich das nicht unbedingt den Farben anlasten.

      Wie sich die Farben bei Nass-in-Nass-Techniken verhält, habe ich nicht ausprobiert. Das kann bei mir nur schief gehen *g*

      Bleibt zum Schluss noch der enthaltene Wassertankpinsel. Naja, was soll ich sagen? Er ist handlich und klein genug, damit er im Kasten seinen Platz findet. Ein Spitzenprodukt ist er aber nicht. Es bildet sich keine ordentliche Spitze, mit der man anständige Feinarbeiten machen kann. Nicht mehr als ein nettes Gimmick, für mich persönlich mangels Qualität aber auch nicht mehr.

      Insgesamt ist der Farbkasten also... okay. Der Kern der Sache sind für mich die Farben und die bewegen sich im 0815 Durchschnittsbereich. Nichts schlechtes, aber auch nichts, wovon ich schwärmen würde. Für bloße Übungen, Skizzen und Konzepte kann man ihn sicher nutzen. Aber für knapp 23€ auf Amazon... da findet man definitiv bessere Alternativen.
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    • Danke für diesen ausführlichen Bericht. Da ich nicht aquarelliere (und somit wenig bis keine Ahnung habe), weiß ich grad nicht: Ist ein "weiß" unüblich in Aquarellkästen? Und mir persönlich würde das dunkle Grün fehlen...
      Aus aktuellem Anlass:

      Ich möchte bitte keine LIKEs mehr haben! ^^
      Wenn Dir mein Beitrag hier und anderswo gefällt, schreibs mir einfach. :danke:
    • Cory Thain schrieb:

      Ist ein "weiß" unüblich in Aquarellkästen?
      Ja, denn im Grunde brauchst du Weiß für Aquarellfarben nicht. Die Farben sind trotz Farbpigmente transparent, das heißt das Weiß des Papiers schimmert immer durch. Je mehr Schichten man aufträgt, desto weniger ist das der Fall und die Farbe wirkt kräftiger oder dunkler, je nachdem ^^ Wenn man also helle Töne haben möchte, nimmt man einfach mehr Wasser und nur wenig Farbe. Das ist die typische Eigenart von Aquarellfarben.
      Es gibt weiße Aquarellfarbe. Meiner Erfahrung nach werden die Farben dadurch aber milchig trüb.

      Cory Thain schrieb:

      Und mir persönlich würde das dunkle Grün fehlen...
      Man erkennt es auf dem Foto nicht so gut, aber "Racing Green" ist ein klassisches dunkles Tannengrün.
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    • Erinnert mich an die Farbkästen, die man im Discounter kaufen kann, für 5 Euro. :rofl: Die Farben dort sind meist auch nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Eben wie du sagst, diese 0815 Farben, die man für wenig Geld normalerweise durchaus sehr gut verwenden kann, aber auch keine Höchstleistungszeichnungen erwarten darf. Wobei ich auch erstaunt bin, was man da manchmal für Glücksgriffe machen kann/bzw. Fehlkäufe bei teuren Farben. Es kommt nie auf den Preis an. :rofl:

      Ich denke, für ein Reiseset ist der Kasten durchaus vertretbar, als nettes Gimmick für unterwegs. Eine schnelle Skizze hier, oder eine fixe Idee dort aufs Papier bringen.

      Aber ich bin genauso von den Mozart Farben verwöhnt :whistling:

      Der Bericht gefällt mir. Gerade, weil ich Aquarellfarben ja liebe und immer auf der Suche nach neuen bin :rofl:

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen

      Der, der das Licht stahl
      Síchestja - Das Erbe einer Vergangenheit
    • Ich hatte auch mal überlegt, mir so ein Reiseset zuzulegen. Mein Farbkasten ist aus Holz und dementsprechend ziemlich schwer und unhandlich. :/

      Aber die von dir angesprochenen Abzugspunkte sind Anlass dafür, dass ich mir genau den Kasten nicht besorge :D
      Danke für diesen ausführlichen Bericht und vielleicht hast du ja nochmal Lust Nass in Nass auszuprobieren :P
      Möglicherweise verhalten sich die Farben dann etwas anders?

      Skadi schrieb:

      Die Farben liegen lose in ihren Näpfen.
      Meehhh X/
      Da war der Kasten für mich schon abgehakt. Ich hasse es, wenn ich malen möchte, erstmal alles wieder einsortieren zu müssen :D

      Obwohl die Farben auf dem Teststreifen gar nicht so doof aussehen. Das helle grün finde ich sogar ganz schön ^^
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
    • Um den Blogeintrag zu vervollständigen, gibt es jetzt noch mein fertiges Probebild. Ich habe leider keine bessere Auflösung davon. Aber schließlich ist das hier auch nicht mein Zeichenthread :D


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