Arbeitstitel: Verwaltungsfehler auf höherer Ebene

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    • Arbeitstitel: Verwaltungsfehler auf höherer Ebene

      Hallo, ihr Lieben!

      Mir spukt jetzt schon seit längerem ein neues Projekt im Kopf herum.

      Wird vermutlich etwas Kürzeres - hängt aber davon ab, wie es sich entwickelt. Weiß auch noch nicht, wie schnell ich damit vorankommen werde, da ich ja noch zwei andere Projekte am Laufen habe ^^

      Der Plot steht schon grob und ich klatsch euch jetzt einfach mal den Prolog her :D


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      Prolog


      Was ist das? Wo bin ich auf einmal? Was fliegt da für ein Ding vor mir?
      Und da sind ja noch mehr! Da schweben vier seltsame leuchtende Blasen vor mir!
      Oh nein, bin ich etwa auch eine Blase? Wo sind meine Arme – und meine Beine? Wo ist mein Körper?
      Ich träume, ja, das muss es sein! Ein komischer Traum.
      Was nun? Was mache ich jetzt, bis ich wieder aufwache? Ich könnte mich ein wenig umsehen.

      Wir befinden uns hier in einem Gang und vor uns ist eine Tür – eine seltsame rote Tür.
      Aber was machen wir hier? Warten wir auf etwas?
      Wenn ich mich umdrehe, sind da noch mehr Blasen! Alle schweben in Reih' und Glied.
      Davon muss ich morgen unbedingt meinem Therapeuten erzählen! Hab ich morgen überhaupt eine Sitzung? Was ist heute für ein Tag? Egal, in Träumen existiert sowieso keine logische Zeit.

      „Entschuldigung!“ Kann mich die Blase vor mir hören? „Hallo! Entschuldigung! Ich rede mit dir!“
      „Was denn?“
      Sie hat mich gehört! Sie kann mich verstehen! „Wo sind wir hier?“, frage ich sie.
      „Ich hoffe, nicht in der Hölle – oh, bitte Herr, ich will nicht in die Hölle!“, piepst das runde Lichtgebilde hysterisch. „Ich will auf die Blumenwiese! Ich will Regenbögen – viele Farben, Glück, Freude! Bitte, lass es die Blumenwiese sein!“
      Na toll, ausgerechnet vor mir muss so eine Irre herumfliegen. Von dieser verrückten Blase werde ich wohl kaum eine vernünftige Antwort erhalten.

      Ich drehe mich lieber um.
      „Hallo! Weißt du vielleicht, wo wir sind?“, frage ich die Leuchtkugel hinter mir.
      „Dort, wo wir alle einmal hingehen“, raunt diese mit mitteltiefer männlicher Stimme.
      Gut, die scheint mir schon ein wenig pragmatischer zu reagieren, auch wenn sie etwas musikalisch auf mich wirkt.
      Ich versuche mehr herauszufinden. „Und wo gehen wir alle einmal hin?“
      „Wo du hingehst, kann ich dir leider nicht sagen. Das hängt davon ab, ob du ein guter Mensch warst, oder nicht“, entgegnet mir die Bariton-Blase.
      Wie!? Das kann aber nicht sein Ernst sein! „Was genau meinst du? Du willst damit jetzt aber nicht behaupten, dass wir tot sind, oder?“
      „Du armes Ding! Kannst du dich etwa nicht mehr erinnern, wie es mit dir zu Ende gegangen ist?“, fragt die Lichtblase mich bemitleidend.
      „Nein, ich bin nicht tot – ich träume nur! Ich habe gerade noch ferngesehen, als – ja, genau! Daran ist diese komische Serie schuld!“ Ich muss wohl eingeschlafen sein und jetzt diesen Schwachsinn träumen!
      „Also, ich erinnere mich genau“, summt die Blase richtig harmonisch, als ob sie darüber glücklich wäre. „Ich bin gerade auf dem Weg in mein Bett gewesen, da hat der Hund der Nachbarn mit seinem Gebell meine Katze verschreckt, die dann den Blumentopf auf der Anrichte umgestoßen hat. Als ich habe nachsehen wollen, ob dieser noch ganz geblieben ist, bin ich gestolpert und hab mir den Kopf an der Tischplatte angeschlagen – da ist es dann wohl vorbei gewesen“, erzählt mir das schwebende Lichtgebilde.
      „Ich bin nicht gestorben!“ Das wüsste ich doch, oder nicht?
      „Armes Ding!“, wimmert die männliche Singstimme abermals. „Du bist mit deinem Leben wohl nicht zufrieden gewesen …“
      Ich bin nicht tot! Warum will er mir das einreden?
      „Also ich habe ein erfülltes Leben gehabt. Ich kann reinen Gewissens sagen, dass ich bestimmt an einen guten Ort kommen werde.“
      Langsam geht mir diese Blase furchtbar auf die Nerven.
      „Ich wünsche dir, dass deine Seele auch Frieden finden wird“, sagt er zu mir und obwohl er es bestimmt nett meint, kommt es mir momentan total überheblich vor.
      „Ach, sei still! Ich will nicht mehr mit dir reden!“ Ich drehe mich wieder um.

      Was!? Nur noch eine Lichtblase vor mir!
      „Gleich ist es soweit – gleich bin ich dran! Ich will nicht dort runter – nein, will ich nicht – nicht an diesen Ort! Es tut mir so leid, dass ich den Müll nicht getrennt und Fleisch gegessen habe!“, zetert die Hippie-Blase unruhig vor mir.
      Wie lange dauert dieser verrückte Traum denn noch? Ich muss irgendwie die surreale Zeit totschlagen.
      Nachdem ich mir nun eingestehe, dass der Gesprächspartner von zuvor doch die bessere Wahl gewesen ist, drehe ich mich wieder um.
      „Hey, tut mir wirklich leid, dass ich vorhin so …“
      „Nein, mit dir rede ich nicht mehr!“, jault mir die Bariton-Blase beleidigt ins Gesicht.
      Moment! Habe ich überhaupt noch ein Gesicht? Die anderen Lichtblasen haben ja auch keines.
      Als ich mich umdrehe, befinde ich mich direkt vor der roten Tür. Die aufgedrehte Hippie-Blase ist verschwunden.
      Heißt das, dass ich jetzt dran bin?


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      Öffne die rote Türe
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    • Kapitel 1


      Die Tür, sie ist weg! Oh, und ich bin auch woanders!
      Sieht aus, wie ein Büro. Ah, da ist ja die rote Tür – hinter mir. Jetzt weiß ich auch, warum sie mir so seltsam vorgekommen ist. Sie hat keine Klinke.
      Okay, dieser Traum hat wirklich Potential, meine Psyche aus einem ganz anderen Licht zu betrachten. Ich beginne, mich langsam zu fragen, welche unaufgearbeiteten Probleme sich in meinem Unterbewusstsein befinden.
      Jedenfalls ist es sehr ordentlich in diesem Büro.

      Ich, die Lichtblase, oder was auch immer mich gerade darstellen soll, sitze anscheinend auf einem Stuhl – oder schwebe darüber, besser gesagt. Vielleicht ist es ein Ledersessel. Sieht nach dunkelgrünem Leder aus. Ich kann es leider nicht mit Bestimmtheit sagen, da ich ihn nicht berühren kann. Mein Gehirn hat dummerweise vergessen, meinen Körper herbeizuträumen. Aber eigentlich ist das momentan auch völlig egal.
      Was zum Teufel mache ich hier!?
      Vor mir steht ein Arbeitstisch, auf dem nichts außer einer Akte liegt. Der Raum ist völlig dunkel und dennoch – ich kann die rote Tür, den Stuhl unter mir und den Arbeitstisch, hinter dem silberne Aktenschränke stehen, deutlich sehen.
      Die Akte, richtig! Ich schwebe hinauf über den Tisch, um sie in Augenschein zu nehmen.
      Toll, wenigstens eine Begebenheit, die in diesem Traum Sinn macht. Das heutige Datum, der dritte Oktober, steht auf dem Deckblatt. Wie gerne würde ich einen Blick hineinwerfen, aber hallo! Keine Hände! Ein richtig frustrierender Traum. Mein Therapeut hätte seine Freude damit.

      Was ist das? Ein Klicken? Moment mal!
      Dort zwischen den Aktenschränken ist noch eine Tür! Eine blaue Tür und verdammt - die hat eine Klinke! Wieso hat die blaue Tür eine Klinke und die rote nicht!? Diese bewegt sich im Übrigen gerade nach unten.
      Nur, um sicher zu gehen, schwebe ich zurück auf den Vielleicht-Ledersessel und sehe zur blauen Tür hinüber. Langsam öffnet sie sich.
      Ein Mann – oder eine Frau!? Wer oder was ist das?
      Da steht eine Person in der Tür! Eine graue Person ohne Gesicht. Dem Körperbau nach zu urteilen, würde ich sagen, dass es sich um einen Mann handelt – einen sehr schmächtigen Mann.
      Er kommt zum Arbeitstisch und nimmt mir gegenüber Platz. Mit seinen Händen, an denen man keine einzelnen Finger erkennen kann, greift er nach der Akte und öffnet sie.
      „Ihren Namen, bitte“, ertönt schließlich eine sanfte männliche Stimme.
      Ich wusste es! Es ist ein Mann!
      Da ich mir ja ohnehin bis ich wieder aufwache die Zeit vertreiben muss, kann ich ja mitspielen.
      „Alexandra Kira West“, antworte ich ihm gespannt.
      Die graue Gestalt blättert durch die Akte und gibt ein brummendes Geräusch von sich. Es ist mir unmöglich, ohne erkennbare Mimik seine Laune zu deuten.
      „Seltsam …“, murmelt er und es scheint so, als würde er in der Akte nach etwas suchen.
      Kann er etwa meinen Namen nicht finden?
      „Ich kann Ihren Namen nicht finden“, meint er.
      Na, hab' ich's nicht gesagt?!
      „Und Sie sind heute hier angekommen?“
      Hier! Wo ist hier!?
      Vielleicht kann mir diese graue Gestalt mehr sagen. „Ja, vor einer geschätzten halben Stunde. Aber sagen Sie, wo bin ich hier eigentlich und wie bin ich hierher gekommen? Und bitte erzählen Sie mir nichts von wegen, ich wäre gestorben – das hat mir diese Tonleiterakrobaten-Blase schon weismachen wollen“, stelle ich im Vorhinein klar.
      „Sie sind hier bei der Anmeldung für das Jenseits, wie ihr es nennt“, erklärt er mir.
      „Nicht Sie auch noch! Ich weiß genau, dass das nur ein verrückter Traum ist. Ich meine, haben Sie jemals von jemandem gehört, der ins Jenseits gekommen ist, ohne gestorben zu sein?“
      „Sie sind nicht gestorben?“ Der graue Mann sieht mich eindringlich an. Ja, ich weiß, er hat kein Gesicht, aber dennoch – ich spüre seinen bohrenden Blick.
      „Nein, verdammt! Ich habe ferngesehen und auf einmal war ich hier!“
      „Ich verstehe. Das ist einmal etwas Neues.“ Jetzt kichert er.
      Warum kichert er?
      „Mir sind ja wirklich schon viele Ausreden untergekommen, aber so etwas bisher noch nicht. Sie sind sehr kreativ, muss ich schon sagen.“
      Will der mich jetzt verarschen?
      „Nun aber genug. Alle müssen diesen Weg eines Tages gehen und Ihrer ist jetzt leider gekommen. Mein herzliches Beileid“, meint die fratzenlose graue Person mit ernstem Ton.
      Da kann er noch so seriös daherreden! Wenn ich nicht gestorben bin, dann bin ich es eben nicht!
      „Also, sagen Sie mir bitte Ihren richtigen Namen“, fordert er mich jetzt auf und blättert durch seine Akte.
      Gut, wenn ihr weiter dieses Spiel spielen wollt – das kann ich auch!
      „Amy Winehouse“, gebe ich als Antwort.
      „Miss Winehouse ist schon registriert. Hören Sie …“ Oh, er steht auf!
      Muss ich jetzt Angst haben?
      „Ich habe heute noch 243.492 weitere Seelen abzufertigen und wenn von denen jede so einfallsreich ist wie Sie, dann muss ich wieder Überstunden machen.“ Er seufzt. „Wenn Sie mir Ihren Namen nicht verraten wollen, muss ich Sie im Keller unterbringen, und das wollen Sie doch bestimmt nicht.“
      „Im Keller? Heißt das das, was ich glaube, dass es heißt?“, frage ich ihn.
      „Ihr nennt es Hölle und dort ist es wirklich nicht sehr angenehm.“
      Langsam aber sicher macht dieser Traum keinen Spaß mehr. Kann ich jetzt bitte wieder aufwachen?
      „Sie träumen nicht“, versichert er mir und setzt sich wieder.
      Hab' ich das etwa laut gesagt? Nein, oder? Er kann doch nicht etwa …
      „Gedankenlesen? Doch, wenn ich es für notwendig halte.“
      Ja, scheiß die Wand an!
      „Nein, bitte nicht. Es befinden sich Toiletten in dem Bereich, dem Sie dann zugewiesen werden.“
      Aber! Das kann doch nicht stimmen! „Wie soll ich denn gestorben sein?“ Ich will verdammt noch mal eine Erklärung!
      „Das wissen Sie wirklich nicht mehr?“
      „Lesen Sie doch meine Gedanken!“
      „Gut, um das nachprüfen zu können, benötige ich bitte Ihren richtigen Namen.“ Er neigt den Kopf zur Seite und ich könnte schwören, dass er mich ungeduldig anglotzt.
      „Den habe ich Ihnen schon gesagt – Alexandra Kira West.“
      „Da kann etwas nicht stimmen. Dieser Name ist nicht in der Akte“, meint er und überprüft es erneut. „Warten Sie einen Moment. Ich werde sofort in der zuständigen Abteilung anrufen“, bittet er mich.
      In der zuständigen Abteilung?

      Das scheint mir immer weniger ein Traum zu sein.
      So ein absurdes Szenario würde ich nirgendwo in meinen Verstand wiederfinden.
      Die graue Gestalt holt ein längliches leuchtendes Ding aus einer Schublade des Arbeitstisches und hält es sich ans Ohr. „Ja, hier ist Yaahen von der Meldestelle. Die Sektion Seeleneintreibung bitte.“
      Seeleneintreibung? Bin ich wirklich tot?
      „Ja, ich habe hier eine Seele, Alexandra Kira West aus – einen Moment, bitte …“ Er wendet sich an mich „Woher sind Sie?“
      „Ähm, aus Brooklyn, New York.“ Haben die etwa auch verschiedene Zweigstellen?
      „Sie ist aus New York, ja … Das ist Keefurs Territorium – ich habe es befürchtet. Gut, verbinden Sie mich. Ich warte.“ Er wirkt irgendwie gestresst. „Das haben wir gleich, haben Sie bitte noch etwas Geduld, Miss – oder Misses West? Sind – also, waren Sie verheiratet?“
      Was tut das jetzt noch zur Sache? Ich will den Kopf schütteln um meiner Fassungslosigkeit Ausdruck zu verleihen, was aber dazu führt, dass ich mich unkontrolliert im Kreis drehe.
      „Keefur! Ich bin's, Yaahen. Du, bei mir ist gerade eine Seele, deren Namen … Ach, ja? … Und dann? … Keefur, du kannst doch nicht …! Aber was soll ich dieser armen Seele jetzt …!? Warte kurz!“ Der graue Mann widmet sich wieder mir. „Bitte verzeihen Sie, ich werde mich sofort um Sie kümmern.“ Der graue Sesselpupser scheint aufgebracht, was er hinter seinem Grau gut zu verstecken weiß.
      Was ist denn nun?
      „Keefur, ich schwöre dir – bei der nächsten Betriebsfeier werde ich dich …! Ja, aber was soll ich denn – ich meine, so etwas lässt sich nicht rückgängig machen! Du kannst doch nicht aus einer Laune heraus …! Egal, was dieser Mensch getan hat! … Nein! Keefur, dafür kann man uns zur Rechenschaft ziehen! Wenn …! Ich höre?! … Paragraf 6, Absatz 6, Regel Nummer 6? Meinst du, das ist in diesem Fall …? Ich verstehe. Gut. Du hörst von mir!“ Der konturlose Graue beendet das Gespräch, legt das längliche Leuchtding vor sich auf den Tisch und beugt sich zu mir nach vorne.
      „So, Miss West, ich habe mich nun mit meinem Kollegen beraten. Wie es scheint, ist der Verwaltung ein wirklich unangenehmer Fehler unterlaufen. Wir haben aber bereits eine Lösung gefunden.“
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    • Bin schon ganz zufrieden mit den Teilen hier, würde mich aber trotzdem über Verbesserungsvorschläge freuen ^^
      Bis zum nächsten wird es wohl noch ne ganze Weile dauern.
      LG


      Kapitel 2


      „Was soll das heißen, ein Fehler?“ Bedeutet das, dass ich also doch nicht gestorben bin?
      „Es ist mir wirklich äußerst unangenehm“, beginnt sich der obskure Mann mit dem offensichtlichen Farbdefizit zu entschuldigen. „Wie es scheint, wurde Ihre Seele irrtümlich eingetrieben.“
      „Sehen Sie!? Ich habe doch gleich gesagt, dass ich nicht gestorben bin! Sie hören mir ja nicht zu!“, beschwere ich mich. Ich habe gewusst, dass da etwas nicht stimmen kann. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum ich beim Fernsehen hätte zu Tode kommen können.
      „Es tut mir außerordentlich leid.“
      „Gut! Also, da wir das nun geklärt haben – schicken Sie mich jetzt wieder in meinen Körper zurück!“
      Der Graue – wie war noch gleich sein Name? Yaa-irgendwas erhebt sich vom Tisch. „Das ist leider nicht möglich …“
      „Wie bitte!?“ Das kann aber nicht sein Ernst sein! Und was gedenken diese Stümper, jetzt zu unternehmen?
      Er geht zu einem der silbernen Aktenschränke, holt einen weiteren Ordner heraus und setzt sich wieder hin – seelenruhig. Still hockt er da und sieht mich mit seinen nicht vorhandenen Augen an.
      Hallo!? Beweg deinen Arsch! Tu gefälligst irgendwas!
      Diese unfähigen Lichtblasenfänger schnappen sich fälschlicherweise meine Seele und jetzt bin ich tot? Aus!? Finito!? Pech gehabt – das Leben ist zu Ende!?
      „Ich weiß, das ist schwer zu begreifen. Ich verstehe es vollkommen, wenn Sie aufgebracht sind.“
      „Aufgebracht!? Ich!? Lächerlich! Wie kommen Sie denn darauf!?“, keife ich ihn an.
      „Das ist, nehme ich an, Ironie, nicht wahr? Oder Sarkasmus? Darüber habe ich bereits gelesen. Ihr Menschen seid überaus interessant.“ Er öffnet abermals die Schublade und nimmt ein dickes Buch mit einem makellosen beigefarbenen Einband heraus. „Bitte, gestatten Sie mir, kurz nachzuschlagen.“ Gelassen lehnt er sich auf seinem Stuhl zurück und schlägt die Beine übereinander.
      Nein, das sind gar keine richtigen Beine. Genau wie bei den Fingern an seinen Händen ist sein gesamter Unterkörper nur als einzige monochrome Masse wahrzunehmen. Es sieht beinahe so aus, als würde er einen langen Rock tragen, dessen Grau auch seine Füße verschlingt.
      Als er das Buch öffnet, kann ich den Titel sehen. Menschliche Verhaltensmuster: Der Ratgeber für eskalierende Situationen.
      Ich glaub', ich spinn'! Für was hält der sich!? Ein Ratgeber? Sind wir Menschen etwa Tiere!?
      Gut, ich muss mich erst mal beruhigen.
      Tief durchatmen!
      Ja, ich weiß, dass ich keine Lunge habe – das sagt man doch nur so! Und wie soll man sich verdammt noch mal ohne Atemübungen beruhigen können? Komm, Alex, du schaffst das!

      Was soll's – ich bin also tot. Schlimmer kann es nicht mehr kommen.
      „Kann es theoretisch schon. Wenn Sie unter einem Punktedurchschnitt von fünfundzwanzig liegen, werden Sie im Keller einquartiert …“
      „Lassen Sie das! Raus aus meinen Gedanken!“ Das ist doch wirklich unerhört! „Haben Sie einen Vorgesetzten oder so etwas? Ich würde mich gerne mit einer höheren Instanz unterhalten! Wo ist Gott!?“, will ich jetzt wissen.
      „Es tut mir wirklich leid, Miss West. Momentan kann nur ich Ihnen weiterhelfen. Derjenige – oder besser gesagt das, was ihr Menschen 'Gott' nennt, ist unser Betriebsrat. Dessen Mitglieder befinden sich aber momentan auf einer Dienstreise.“
      „Dienstreise – ja, leck mich! Wollen Sie mich verarschen!? Sie können doch nicht erwarten, dass ich das einfach so hinnehme!“
      „Ich verstehe Sie voll und ganz …“, spricht er mit seiner sanften Stimme ganz langsam, als wolle er mich betören, was seltsamerweise tatsächlich einen leicht beruhigenden Effekt auf mich hat. „Ich wäre an Ihrer Stelle auch ungehalten, Miss West. Hören Sie, wir haben für Sie zwei Lösungsvorschläge. Der erste ist unkompliziert und, meiner Meinung nach, das Vernünftigste.“ Er legt den dicken Wälzer auf dem Tisch ab und räuspert sich. „Sie finden sich damit ab, dass Ihr Leben, wenn auch zu Unrecht, in jungen Jahren, nehme ich an, geendet hat und lassen sich hier bei uns einweisen. In diesem Fall würden wir selbstverständlich versuchen, Sie bestmöglich zu entschädigen. Sie bekämen VIP-Rechte zugesprochen und autorisierten Zutritt zu unserem Dimensionsschauraum.“
      „Aber ich wäre weiterhin tot …“
      „Das ist richtig“, bestätigt das graue Etwas nickend.
      „Und ich müsste hier bleiben – würde meine Familie, Freunde und Bekannte nie wieder sehen?“
      „Nur so lange, bis diese ebenfalls sterben … Wobei auch dann nicht sicher wäre, ob sie in die gleiche Etage kommen würden, wie Sie, Miss West.“
      Verdammt, schon wieder drehe ich mich im Kreis. Ich muss damit aufhören, meinen Kopf schütteln zu wollen. „Das – das will ich nicht …“, sage ich leise.
      Wie wird wohl Marcus reagieren? Ich frage mich, ob er es schon gemerkt hat.
      Oh, Marc! Wir wollten doch an Weihnachten Urlaub auf Hawaii machen! Er hat mir erst vor einer Woche beim Abendessen in der Downtown verraten, dass er jetzt bereit für Nachwuchs wäre.
      „Das tut mir wirklich leid für Sie, Miss West!“
      „Verschwinden Sie aus meinem Kopf – das ist privat, verdammt! Haben Sie kein Benehmen? Und zu Ihrer Frage von vorher – ja, ich bin verheiratet!“
      Diese graue Nervensäge treibt mich noch in den Wahnsinn.
      „War.“
      „Wie bitte!?“
      „Sie 'waren' verheiratet“, korrigiert er mich so sensibel wie ein Presslufthammer.
      „Und was ist mit der zweiten Möglichkeit?“, will ich langsam genervt wissen.

      „Nun, Misses West …“ Er nimmt die Akte zur Hand, die er vorhin aus dem Schrank geholt hat.
      Jetzt bemerke ich die Aufschrift auf dem Deckblatt. Der vierte Oktober, das morgige Datum.
      „Wir können Ihre Seele wieder zurückbringen – allerdings nicht in Ihren eigenen Körper.“ Der graue Aktenfetischist beginnt, in dem Ordner zu blättern.
      „Wieso nicht?“
      „Sie sind schon zu lange hier. Ihre Seele hat Ihren Körper bereits für einen zu großen Zeitraum verlassen, daher müssen wir Sie in einen neuen Körper transferieren. Dies ist die Akte all jener, die morgen sterben werden. Ich bin bemüht, eine geeignete Hülle für Ihre Seele zu finden – möglichst in der Umgebung, in der Sie gelebt haben und ungefähr in Ihrem Alter …“ Er verstummt.
      Was? Sieht er mich etwa an? Was will der graue gesichtslose Mann jetzt schon wieder von mir!?
      Auch, wenn er weder Nase, Mund noch Augen hat, ist es dennoch unangenehm, so angestarrt zu werden!
      „Wie wir zuvor schon festgestellt haben, sind Sie nicht in der heutigen Akte vermerkt, Misses West.“
      „Ja, und?“ Aah! Mein Alter! Jetzt verstehe ich!
      Immer noch wartet er auf eine Antwort von mir.
      „Einundzwanzig.“
      „Misses West …“ Er neigt den Kopf zur Seite und attackiert mich erneut mit seinem optisch nicht vorhandenen Blick, der mich sein Zweifeln dennoch spüren lässt.
      „Einen Versuch war es wert“, seufze ich nachgiebig. „Einunddreißig.“
      Er blättert weiter. Ganz vertieft studiert er den Inhalt der Akte und nach gefühlten zehn Minuten sieht er zu mir auf.
      „Was denn nun?“, frage ich ungeduldig.
      „Ich habe einen geeigneten Körper in Brooklyn für Sie gefunden, Misses West. Er wird in etwa fünf Minuten frei werden.“ Seine Stimme klingt plötzlich so zufrieden.
      „Frei werden? Sie meinen …“
      „Die Person wird in fünf Minuten sterben“, entgegnet er ohne Umschweife.
      „In fünf Minuten schon?“
      „Es ist jetzt eine Minute vor Mitternacht.“ Mister Grau-Gesicht erhebt sich mitsamt der Akte aus seinem Stuhl.
      „Und wie? Ich meine, können Sie mir irgendetwas über diese Frau sagen? Woran stirbt sie? Hat sie irgendwelche Krankheiten? Dann hätte es ja keinen Sinn, mich in ihren Körper zu schicken. Ich würde dann vielleicht gleich wieder sterben!“
      „Dafür ist keine Zeit mehr. Ich habe Ihnen einen gesunden Körper ausgesucht, aber Sie müssen sich jetzt sofort entscheiden! Sie haben noch genau drei Minuten! Wenn Sie diesen Weg wählen, muss ich umgehend Vorkehrungen treffen!“
      Verdammt! Natürlich will ich wieder zurück! „Ja, ich will leben!“
      Ohne zu zögern, nimmt er wieder das längliche Leuchttelefon zur Hand und hält es sich ans Ohr. „Keefur? Ja, ich bin's. Brooklyn, 00:04 Uhr, Autounfall, Seele Nummer 487X-H395-BB37 ... Ja, wie besprochen. Regel Nummer 6 – tu es!“
      Autounfall!? Das klingt gar nicht gut!
      Der Graue kommt auf mich zu.
      Jetzt ist es wohl soweit. Aber ich habe noch so viele Fragen!
      Er streckt seine grauen fingerlosen Hände nach mir aus und umschließt mich.
      Dann ist es dunkel.


      ---

      Klicke, um in den neuen Körper zu gelangen!
      :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :minigun:
    • Hey @kijkou,
      Ich dachte ich lese Mal den Prolog um zu sehen ob es zu den Geschichten kommt die ich weiter lesen.
      Nach dem Prolog musste ich aber sofort das erste Kapitel lesen und danach das zweite. Es liest sich sehr flüssig und ist auch witzig. Auf so eine Idee mit der Seele die Fälschlicherweise geholt wurde, wäre ich nie gekommen. Rechtschreibung und Grammatik kann ich nicht wirklich was zu sagen habe da selber Probleme.
      Ich finde die Idee hinter der Geschichte wirklich gut und ich werde aufjedenfall weiter dran bleiben. Zwischendurch immer Mal ein Lacher. Am besten fand ich die Stelle, wo die Seele gedacht hat scheiß die Wand an und der Typ meinte bitte nicht, da müsste ich schon echt lachen.
      Weiter so :thumbsup:

      LG Kathamaus
    • Wow, @kijkou

      Ich bin fasziniert :D Das mit den Blasen und der fälschlicherweise eingesammelten Seele... genial! :thumbsup: Wär ich nie im Leben draufgekommen. Stelle ich mir aber auch nicht so toll vor, nicht mehr in seinen eigenen Körper zurückkehren zu können... Da wäre ich ja total in Rage :cursing:
      Und das mit dem Autounfall... uh. Wird kein angenehmes Erwachen, was?

      Sorry, der Kommentar ist etwas kürzer, es ist viertel drei morgens und ich will jetzt ins Bett. xD Aber ich musste unbedingt noch deine Geschichte lesen.
      Also ich bleibe auch dran und der Abohaken wird gesetzt! :)

      Na dann
      Gute Nacht^^
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















    • Okay, das ging jetzt echt schneller als erwartet :D
      Ich weiß auch nicht, aber so beinahe planlos humorvolles Zeugs zu schreiben liegt mir irgendwie mehr, als ernstzunehmende Geschichten :/

      Na gut, genug gelabert :rofl:





      Kapitel 3



      Oh, nein! Dieser Lärm! Was ist das? Sirenen?
      Richtig, der graue Büroaffe hat mich zurückgeschickt!
      Warum ist es immer noch so dunkel? Und kann bitte jemand dieses laute Gedröhne abstellen? Das ist ja nicht auszuhalten! Was ist hier überhaupt los?
      Stimmt, ich erinnere mich.
      Die Frau, deren Körper Mister Grau-Gesicht in der Akte gefunden hat, stirbt ja an einem Autounfall.
      Das heißt, wenn ich hier bin, dann ist sie bereits …
      Armes Ding. Sie soll ungefähr in meinem Alter gewesen sein und jetzt das – aus dem Leben gerissen bei einem unnötigen Autounfall.
      Was rede ich da!?
      Als ob mein Dahinscheiden viel besser gewesen wäre! Vielleicht ist sie sogar selbst schuld – hat den Sicherheitsgurt nicht angelegt gehabt oder ist wie eine Irre durch die Stadt gerast.

      Autsch, verdammt! Was stimmt denn jetzt nicht!?
      Diese Schmerzen – besonders im Kopf! Das muss vom Unfall kommen! Na toll, jetzt bin ich vielleicht ein Krüppel und sitz' im Rollstuhl!
      „Hierher! Zwei Personen sind noch im Wagen eingeklemmt! Ein Mann und eine Frau!“
      Wer ist da?
      Im Wagen eingeklemmt? Brennt die Karre eh nicht!? Holt mich da sofort raus!
      „Sir? Können sie mich hören, Sir!?“
      Nein, nicht! Holt erst mal mich aus dem Auto! 'Ladies first'! Auch in Notfallsituationen müssen Damen vorrangig behandelt werden!
      „Die Frau sieht schlimm aus“, höre ich eine junge männliche Stimme rechts von mir.
      Oh, nein! Der graue Typ im Jenseits hat doch versprochen, dass ich in einen gesunden Körper komme. Gut, vielleicht müssen sie mich erst wieder zusammenflicken, das kann auch sein.
      Verdammt, diese Kopfschmerzen! Wenn das so weitergeht, dann bringen allein schon die mich wieder um.
      „Holt erst Mal zwei Tragen, danach sehen wir weiter!“ ruft eine andere, strenge weibliche Stimme. „Sir, können Sie mich hören?“
      Bitte, helft mir! Um den Kerl könnt ihr euch nachher auch noch kümmern! Nur, weil ich schlimm aussehe, wollt ihr mich links liegen lassen!? Schreibt mich noch nicht ab! Rettet mich!
      „Hier!“
      „Danke. Das sollte genügen …“
      Autsch, was pikst mich da!? Gibt es hier etwa Bienen im Auto?
      Was hat mich da gerade in den – oooh, ja! Das tut gut! Das ist gleich viel besser!
      Der Schmerz – er schwindet … schwin-det … wie schön …

      Was … ist passiert? Bin ich etwa eingeschlafen!?
      Wo bin ich? Es ist immer noch dunkel.
      Ich glaube, ich bin nicht mehr im Auto eingeklemmt. Ja, es ist so weich! Ein Bett vielleicht?
      Da piepst etwas! Haben die mich ins Krankenhaus gebracht? Muss wohl so sein …
      Irgendwie tut mir fast nichts mehr weh. Sind entweder die Schmerzmittel oder Graufresse hat sein Wort gehalten und ich bin gar nicht so hinüber, wie zuerst gedacht.
      Verdammt, ich will endlich wissen, was genau mit mir lost ist!
      Kann ich eigentlich meine Augen öffnen? Ach, ich versuch's jetzt einfach mal.
      Scheiße, ist das hell! Gleich wieder zumachen.
      Typisch Krankenhaus – immer diese unschöne, grelle Beleuchtung. Haben die schon einmal was von einem Dimmer gehört?
      Ich weiß zwar noch nicht, in wessen Körper ich zurückgekehrt bin, aber ich werde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass in Krankenzimmern ein Helligkeitsregler im Beleuchtungssystem eingeführt wird.
      So, noch einmal langsam – nur blinzeln …
      Sieht alles noch ziemlich verschwommen aus. Ich hoffe, meine Augen haben nichts abgekriegt. Ich will keine Brille tragen müssen.
      Hm, niemand hier – ein Einzelzimmer, soweit ich das erkennen kann.
      Soll ich aufstehen? Nein, lieber nicht. Ich weiß ja nicht, welche Schäden der Unfall angerichtet hat.
      Ich werde einfach mal nach der Schwester rufen.
      Wo ist denn dieser blöde Knopf?
      Ah, langsam sehe ich wieder klarer. Aber mein Körper fühlt sich so kraftlos an. Es ist schwer, meinen Arm überhaupt zu heben.
      Da fühle ich etwas neben meiner Hand auf der Matratze liegen. Oh, das muss es sein – der Rufknopf.
      Ich drücke ihn.
      Ich warte.
      Ich warte immer noch.
      Hallo!? Was, wenn das hier ein Notfall wäre?
      Ich warte jetzt bestimmt schon seit zwei Minuten und noch immer keiner hier.
      So, jetzt wäre ich bestimmt schon tot. Ziemlich schlechter Service hier!
      Ah, endlich höre ich Schritte.

      Eine Krankenschwester kommt herein – oder ist sie Ärztin? Egal, sie ist verdammt heiß!
      Wieso hab' ich das gerade gedacht? Scheinbar hat mein Kopf doch etwas abbekommen.
      Ich hoffe, ich hab' ihre Figur! Wenn ich fett bin, können sie mich gleich wieder ins Jenseits zurückholen.
      „Sie sind aufgewacht, dem Herren sei Dank!“, sagt sie erfreut.
      'Dem Herren sei Dank'? Vergiss den Typen – das ist nur ein Betriebsrat, dessen faule Mitglieder sich irgendwohin auf Reisen begeben und sich in die Sonne legen, während andere die schlimmste Krise ihres Daseins durchleben.
      Oh, sie ist blond! Schulterlange blonde Locken – eine Augenweide!
      Jetzt reicht's aber! Konzentriere dich, Alex!
      Du musst herausfinden, ob du wieder völlig gesund wirst!
      Sie beugt sich mit einem kleinen Kugelschreiber über mich.
      Nein, lass das! Das blendet! Ist doch kein Kugelschreiber. Das ist eine von diesen nervtötenden Arztlampen, mit denen sie einem vorm Gesicht `rumfuchteln, in die Augen leuchten und einen quälen.
      Ich kneife die Augen zusammen.
      „Lassen Sie mich kurz sehen“, bittet sie mich mit sanfter Stimme.
      Gut, ich mache die Augen wieder auf.
      Zwischen ihren Möpsen hat sie ein silberfarbenes Kreuz hängen. Dürfen sich Ärztinnen eigentlich so anziehen? Knöpf' dir verdammt nochmal die Bluse zu!
      „Ich bin Doktor Erica Sanders und ich kümmere mich um Sie, keine Sorge.“ Sie lächelt. Schöne rote Lippen hat sie.
      Ich muss damit aufhören! Vielleicht haben sie mich in eine Lesbe gesteckt. Aber nein, nicht mit mir! Man kann gegen alles ankämpfen!
      „Können Sie sich noch an den Unfall erinnern?“
      Ich würde ihr ja gerne antworten, aber einerseits fühle ich mich dermaßen kraftlos, sodass meine Stimmbänder gar nicht daran denken wollen, in Schwingung zu geraten und andererseits habe ich Angst, dass meine neue Stimme furchtbar klingen könnte.
      Ach, wie gerne bin ich mit Marc Karaoke singen gegangen! Das wäre das Ende, wenn ich nicht mehr singen könnte!
      Ich nicke leicht.
      „Lassen Sie sich ruhig Zeit, es hat keine Eile“, meint Doktor Barbie – ich meine, Sanders - rücksichtsvoll. „Ich werde Sie einstweilen über Ihren Zustand unterrichten.“
      Ja, bitte! Unbedingt! Das will ich schon die ganze Zeit wissen! Den Smalltalk hätten Sie sich sparen können, Doc!
      „Trotz des schweren Autounfalls scheinen Sie kaum Verletzungen erlitten zu haben. Vermutlich ist es der Schock, der Sie sich so schlapp fühlen lässt.“
      Das kann natürlich sein …
      „Eine Platzwunde oberhalb der Stirn haben Sie allerdings und eine leichte Gehirnerschütterung“, fährt sie fort.
      Gut, das erklärt meine lüsternen Gedanken ihr gegenüber.
      „Ich denke, Sie benötigen einfach noch ein wenig Ruhe, damit Sie wieder auf die Beine kommen.“ Sie lächelt mich an und wirft einen Blick auf die Gerätschaften neben meinem Bett.
      Ich würde zu gerne aufstehen.
      „Alle Werte in Ordnung, Sie brauchen sich keine Sorgen machen“, will die hübsche Ärztin mich beruhigen.
      Sehr gut, also soll ich jetzt was tun? Schlafen? Mich ausruhen?
      Eigentlich will ich lieber in Erfahrung bringen, ob Marc schon Bescheid weiß.
      Mein armer Marc! Er braucht bestimmt Beistand.
      Aber kann ich einfach so zu ihm gehen? Ich meine, ich bin für ihn jetzt eine komplett Fremde.
      Wieder erwische ich mich, wie ich in Gedanken versunken Doktor Sanders in den Ausschnitt starre. Ich muss damit aufhören – das ist abartig!
      „Gut, da Sie in körperlich guter Verfassung sind … “, sagt sie jetzt etwas traurig gestimmt. „Ich muss Sie leider darüber informieren …“ Sie atmet tief durch und sieht mich mit ihren tiefblauen Augen an.
      Was kommt jetzt?
      „Ihre Beifahrerin, Miss Cohen, hat den Unfall leider nicht überlebt, es tut mir leid.“ Einfühlsam legt sie mir ihre Hand auf die Schulter.
      Ja, na das war doch klar – das war abzusehen, wenn dieser Körper hier auch hätte sterben sollen …
      Moment, was hat sie eben gesagt!?
      Meine Beifahrerin!?
      „Sollten Sie etwas brauchen, können Sie mich jeder Zeit rufen lassen, Mister Pierce.“


      ---

      Was zum Teufel geht hier vor?
      :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :minigun:
    • @kijkou
      Spoiler anzeigen

      :rofl: Ich habe es irgendwie geahnt. Als ich bei der Hälfte des Textes war
      jetzt is die Gute ein Mann. O Gott. Da muss sie sich erstmal dran gewöhnen!
      und ich Frage mich ist etwa schon wiederetwas schief gegangen bei der Verwaltungsebene? sie wollten sie doch in einen Frauenkörper zurückschicken.
      naja Hey aber es ist auch mal ne andere Erfahrung ein Mann zu sein. Die Möglichkeit hat auch nicht jeder.
      ich bin schon gespannt was sie aus ihrem neuen Leben als Mann macht


      LG

      P.S. Der Kommentar stammt vom Handy daher ja keine Zitate und so ^^ aber ich werd weiter dranbleiben . bin gespannt was du noch draus machst. ;)
      Chaos sagt, Halvars dunkle Seite sei harmlos gegen mich...
















      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BlueRosesInMyHeart ()

    • Hi Blue ^^

      BlueRosesInMyHeart schrieb:

      @kijkou
      :rofl: Ich habe es irgendwie geahnt. Als ich bei der Hälfte des Textes war
      Spoiler anzeigen

      Tu das bitte in nen Spoiler, sonst wissen die anderen schon Bescheid :D



      jetzt is die Gute ein Mann. O Gott. Da muss sie sich erstmal dran gewöhnen! X/
      Hihi, ja, genau XD

      und ich Frage mich ist etwa schon wieder etwas schief gegangen bei der Verwaltungsebene? sie wollten sie doch in einen Frauenkörper zurückschicken.
      Davon war nie die Rede - sie ist davon ausgegengen, aber Mister Grau hat sich dazu nicht geäußert :D



      naja Hey aber es ist auch mal ne andere Erfahrung ein Mann zu sein. Die Möglichkeit hat auch nicht jeder.
      ich bin schon gespannt was sie aus ihrem neuen Leben als Mann macht :D
      Ja, hab mich das schon oft gefragt, wie wäre es, wenn ... XD


      LG

      P.S. Der Kommentar stammt vom Handy daher ja keine Zitate und so ^^ aber ich werd weiter dranbleiben . bin gespannt was du noch draus machst. ;)

      Oki, kein Problem ^^
      Freu mich <3




      :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :minigun:
    • Hey @kijkou

      Das wird meine neue Lieblingsgeschichte aber sag es keinem :D
      Es liest sich so locker leicht und man kann der Handlung super gut folgen. Es ist witzig und versprüht irgendwie Freude. Und man versteht alles sofort, muss es nicht zwei Mal lesen und man hat das Gefühl, das es gar nicht lange dauert bis man fertig gelesen hat. Die Zeit verfliegt und man hat trotzdem das Gefühl, das man die Zeit sinnvoll genutzt hat.
      Ich habe schon befürchtet dass sowas kommen muss. Wäre auch zu einfach gewesen, wenn Alex einfach wieder in einen tollen Frauenkörper geschickt wird. Da musste ja ein Haken sein.
      Ich freue mich aufs weiter lesen. :thumbsup:

      LG Kathamaus
    • Na gut, weil ich heute gut in Fahrt war :D
      Leute, ich hab nur ungefähr eine Anhung, wo uns die Geschichte hinführen wird - ich warne euch vor. Habe nur den Anfang und das Ende fix geplant und ein paar Zwischenstationen vage im Kopf ...
      Bisher macht es mir einfach nur wahnsinnigen Spaß, weiterzuschreiben und freue mich natürlich, wenn es euch gefällt ^^




      Kapitel 4


      Sie lächelt mir zu, dreht sich um und verlässt das Zimmer.
      Mister Pierce? Ich versuche zu verdrängen, was mir gerade in den Sinn gekommen ist.
      M-i-s-t-e-r!? Das kann sich doch wohl nur um einen Scherz handeln.
      Ich blicke an mir herunter. Toll, flach wie ein Brett … keine Möpse! Nicht einmal kleine Tröten!
      Bin ich wirklich in einem Kerl gelandet?
      Was hat sich dieser graue Vollidiot dabei gedacht? Der sitzt jetzt bestimmt in seinem dunklen Büro und lacht sich kaputt.
      Habe ich ein Umtauschrecht oder eine Art Garantie auf diesen Körper?
      Ich kann doch nicht als Mann weiterleben!
      Als Frau hätte ich wenigstens irgendwie wieder mit Marc zusammenkommen können, sofern er mich nicht als verrückt abgestempelt hätte – aber so? Undenkbar! Ich meine, selbst wenn ich ihm alles erzählen würde und er wüsste, wer ich bin, würde das über die Grenzen seiner bedingungslosen Liebe weit hinausgehen.
      Was soll ich jetzt nur tun?

      Ich muss erst mal auf die Beine kommen. Ja, Beine …
      Ich sehe hinunter zu meinen – na ja, eigentlich seinen Füßen, die unter der Bettdecke versteckt liegen.

      Sehr gut! Ich kann ohne Probleme mit den Zehen wackeln. Jetzt winkle ich die Beine ab und stelle sie leicht auf, sodass meine Knie einen kleinen Berg unter der Decke bilden. Soweit ich das beurteilen kann, sind sie funktionstüchtig. Beine: Check!
      Als nächstes die Arme. Meine rechte Hand ist zumindest schon in der Lage gewesen, der Rufknopf zu drücken.

      Ich balle zwei Fäuste. Das fühlt sich ja richtig seltsam an, wenn man keine langen Fingernägel hat! Irgendwie verstümmelt … Auch der komische Fingerclip an meinem linken Zeigefinger ist nicht gerade angenehm. Ich drücke fester, aber merke gleich, dass ich mich doch noch recht kraftlos fühle.
      Beim Versuch, meine Arme anzuheben, zieht es in den Schultern.

      Nein, das lass' ich lieber noch bleiben. Aufstehen wird wohl noch nichts. Frustrierend!

      Hmm, jetzt interessiert mich aber …
      Noch einmal nehme all meine Kraft zusammen, um meinen rechten Arm, der ausgestreckt neben mir auf der Matratze liegt, in Bewegung zu setzen. Ich lasse meine Hand unter die Decke gleiten.
      Bei meiner Hüfte angekommen merke ich voller Begeisterung, dass ich vermutlich eines dieser voll-erotischen Krankenhausnachthemden trage.
      So, aber jetzt – Konzentration! Der folgende Bewegungsablauf erfordert, abgesehen von viel Fingerspitzengefühl, perfektes Zusammenspiel von Schulter- und Armmuskulatur. Voller Neugierde arbeite ich mich mit meiner Hand an meiner Hüfte nach oben, bis …
      Heilige Scheiße! Ist das etwa meiner!?
      Was ich dort unten mit meiner rechten Hand ertaste, liegt jenseits aller Vorstellungskraft.
      Jetzt weiß ich auch, warum die Ärztin so nett zu mir war.
      Während ich meine neue Errungenschaft inspiziere, drängt sich mir die Frage auf, ob dieses monströse Teil noch größer werden kann … Oh, ja – es kann! Das geht ja schneller, als mir lieb ist!

      Sofort zieht sich meine Hand wieder zurück und platziert sich peinlich berührt wieder außerhalb der Bettdecke. Ich habe soeben beschlossen, dass ich dieses Ding nicht mehr anfassen werde.
      Aber … wie soll ich das mit dem Pinkeln anstellen!? Ich habe noch nie mit einem Penis gepinkelt!

      Immer noch versucht, an einen sehr komplexen Traum zu glauben, schließe ich meine Augen.
      Komm, Alex, versuch zu schlafen! Wenn du wieder aufwachst, liegst du vielleicht wieder in deinem eigenen Bett – in deinem eigenen Körper.
      Wie soll ich denn einschlafen? Ich bin viel zu aufgekratzt! Bekomme ich noch Schmerzmittel? Ich könnte die Dosis erhöhen …
      Wenn ich nicht bald einschlafen kann, rufe ich Doktor Barbie und bitte sie um Schlafpillen.
      Funktioniert das mit Schäfchen zählen wirklich? Bisher hab' ich das nie ausprobiert.
      Ein Versuch kann nicht schaden.
      Eins, zwei, drei, vier … Moment … Muss ich mir die Schafe dabei bildlich vorstellen? Und müssen sie alle weiß sein? Um sicher zu gehen, nehm' ich lieber weiße.
      Ein Schaf springt über den Zaun. Das zweite Schaf hüpft hinüber. Das dritte mäht und nimmt Anlauf … Dürfen sie mähen? Muss der Zaun aus Holz sein?
      Ach, das wird so nichts – ich kann das nicht ernst nehmen und müde werde ich davon auch nicht.
      Ich zähle einfach normal.
      Eins … zwei … drei … vier …
      … einhundertsiebenundfünfzig … einhundertachtundfünfzig … ein-hun-dert…und…neun…


      „Hier, in diesem Zimmer …“
      „Und es geht ihm wirklich gut?“
      „Nun, er ist in guter körperlicher Verfassung, Misses Pierce.“
      „Dem Herren sei Dank.“
      „Mister Pierce“, höre ich eine liebliche Stimme dicht an meinem rechten Ohr.
      Ich kneife meine Augen fest zusammen. Stecke ich etwa immer noch in dem Körper dieser männlichen Zeugungsmaschine fest?
      „Mister Pierce, Sie haben Besuch“, unterrichtet mich die wohlklingende Frauenstimme und berührt mich sachte an meiner Schulter. „Seien Sie geduldig mit ihm. Er hat seit dem Unfall noch nicht gesprochen.“
      „Ich verstehe, danke“, erklingt eine andere weibliche Stimme.
      Danach höre ich das Schallen von Absätzen, die sich immer weiter entfernen, gefolgt von einer sich schließenden Tür.

      „Lucian Azariah Pierce, wie oft habe ich dir schon gesagt, du sollst so spät nicht mehr unterwegs sein“, seufzt die noch anwesende Person, mein Besuch.
      Wer mag sie sein? Und 'Lucian Azariah Pierce'!? Ist das jetzt mein Name!?
      Welche Mutter ist so grausam und nennt ihren Sohn so?
      Soll ich meine Augen öffnen? Aber wenn ich das tue, muss ich mich mit ihr auseinandersetzen …
      „Tut mir wirklich leid wegen Isabelle. Auch wenn ich sie nicht leiden hab können – du hast sie gemocht, nicht wahr?“
      Es hat keinen Sinn, irgendwann muss ich ja sowieso aufstehen …
      Langsam öffne ich meine Augen und drehe meinen Kopf zur Seite.
      Links neben meinem Bett sitzt eine elegant gekleidete Dame – vielleicht Anfang fünfzig.
      Ohne es zu wollen, lasse ich meinen Blick wie einen Scanner über sie wandern.
      Sie trägt einen lockeren roten Blazer über ihrer schwarzen Bluse, deren großzügiges Dekolleté ein goldenes Diamanten-Collier schmückt.
      Bei ihrem Gesicht angelangt bemerke ich, dass sie mich ernst über ihre schmale Brille hinweg, die sie fast ganz unten auf ihrer Nasenspitze trägt, ansieht.
      „Mein armer Junge“, seufzt sie und schiebt sich die Brille wieder etwas weiter nach oben.
      Ist das seine Mutter?

      Sie erhebt sich, streicht mein Haar nach hinten und küsst mich auf die Stirn. „Ich bin ja so froh, dass dir nichts Schlimmeres passiert ist“, meint sie fast weinerlich. „Wie fühlst du dich?“
      Jetzt werde ich wohl mit ihr reden müssen …
      Ja, okay – ich gebe zu, ein bisschen neugierig bin ich schon, wie seine Stimme klingt.
      Ohne mich von ihr abzuwenden, taste ich nach der Bettsteuerung und fahre die Lehne nach oben, um mich etwas aufzurichten.
      „Lucian.“ Voller Sorge sieht sie mich mit ihren warmen braunen Augen an. Vier Furchen zähle ich auf ihrer Stirn, die verzweifelt in Falten liegt.
      „Ich …“, melde ich mich zu Wort. Oh, das klingt gar nicht schlecht. Ich will noch mehr hören. „Es geht mir gut. Ich fühl' mich noch etwas schwach …“ Die Stimme klingt sympathisch, sehr männlich und tief – aber nicht zu tief, für meinen Geschmack. Aber ob sie Karaoke-tauglich ist, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.
      „Ja, das ist völlig verständlich. Deine Ärztin hat gesagt, dass du heute nach der Visite schon nach Hause kommen kannst, sofern alles in Ordnung ist und du dich schonst.“
      Das sind ja tolle Neuigkeiten! Sobald ich hier raus bin, werde ich nach Marcus sehen. Ich muss ihm ja nicht gleich auf die Nase binden, wer ich bin.

      Ich frage mich, wie ich aussehe.
      „Sag mal … Hast du vielleicht einen Spiegel, Mutter?“, frage ich sie.
      „Mutter!? Vielleicht sollten sie dich doch noch hierbehalten …“ Nun wirkt ihr Gesichtsausdruck richtig besorgt.
      Was hab' ich denn Falsches gesagt? „Jetzt hab' ich dich aber drangekriegt. Du solltest dein Gesicht sehen“, versuche ich mich zu retten.
      Sie sieht erleichtert aus – es scheint funktioniert zu haben.
      „Lucian, du bist unmöglich!“ Wieder seufzt sie. „Deine Mutter ist immer noch in England und dein Vater hat ein wichtiges Businessmeeting. Erst wollten sie McBrady herschicken, bis ihnen in den Sinn gekommen ist, dass dieser vielleicht nicht zu dir dürfte. In Krankenhäusern sind sie da sehr streng und lassen nur Verwandtschaft zu den Patienten. Deswegen haben sie dein liebes Tantchen angerufen.“ Die Dame lächelt liebevoll und kneift mich in meine rechte Backe.
      Widerwillig drehe ich mich weg. „Lass das – sonst bleib' ich gleich hier“, brumme ich genervt.
      „Na wenigstens ist dir dein Humor trotz dieses schrecklichen Vorfalls nicht abhanden gekommen“, meint sie amüsiert.
      „Hast du jetzt einen Spiegel oder nicht?“, frage ich noch einmal ungeduldig.
      „Eitel wie eh und je!“, lacht sie und kramt in ihrer roten Ledertasche, die sie auf dem Boden neben dem Stuhl abgestellt hat. „Hier.“
      Ich nehme den kleinen Handspiegel entgegen, den Lucians Tante mir reicht. Noch zögere ich, hineinzusehen.
      „Keine Sorge, dein hübsches Gesicht hat nichts abbekommen“, versichert sie mir lächelnd.
      Ich drehe den Spiegel zu mir um.

      Hmm…
      Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es hätte schlimmer kommen können. Eigentlich könnte ich mich sogar als Glückspilz bezeichnen.
      Ein sehr gutaussehendes Gesicht hat dieser Lucian gehabt.
      Seine Augen faszinieren mich. Ich kann den Farbton gar nicht genau bestimmen – irgendwas zwischen einem Grün und einem helleren Braun. Darüber stehen zwei dichte, schön gepflegte dunkle Augenbrauen, die ich ein paar Mal auf und ab bewege, während ich mein neues Ich betrachte.
      Die Haare sind dunkelbraun, fast schwarz und er scheint einen kräftigen Bartwuchs zu haben – oder er hat sich gestern nicht rasiert gehabt, denn kurze Stoppeln sprießen schon – besonders auf seinem Kinn und den Wangen.
      Während ich über meine wohlgeformten Kieferknochen streiche, vernehme ich Lärm von draußen.
      Ich lege den Spiegel vor mir auf die Decke.

      „Was ist denn dort draußen los?“, fragt jetzt auch Tante Pierce verwundert und begibt sich zur Tür. Neugierig öffnet sie diese und sieht unauffällig ums Eck.
      „Wo liegt er!?“, brüllt eine aufgebrachte Stimme draußen durch den Gang.
      Eine Krankenschwester stellt sich vor die Tür meines Krankenzimmers und breitet verteidigend ihre Arme aus.
      Lucians Tante weicht zurück, als ein aufgebrachter Mann in Begleitung einer schluchzenden Frau schnaubend versucht, an der Krankenschwester vorbei einen Blick zu erhaschen.
      „Wo ist diese Bastard!? Ich will mit ihm reden!“, ruft der missgelaunte Herr.
      „Hören Sie, ich kann Sie nicht einfach so zu unseren Patienten lassen. Wenn Sie sich nicht beruhigen, muss ich den Sicherheitsdienst rufen“, warnt die Schwester ihn streng.
      „Eine Minute! Eine einzige verdammte Minute!“, bittet der Mann wieder etwas ruhiger.
      Die Krankenschwester sieht erst Tante Pierce und dann mich fragend an.
      Ich will zwar absolut keinen Ärger, aber ich muss mich früher oder später sowieso mit Lucians Leben auseinandersetzten. Mehr von meiner Neugierde als von meiner Vernunft getrieben nicke ich schließlich zustimmend.
      Die Frau tritt zur Seite und lässt den Mann mitsamt Begleitung vorbei. Dieser hat einen Vollbart, durch den er wie ein wütender Bär aussieht. Er kommt auf mich zu und baut sich vor meinem Bett auf.
      Die Frau - vermutlich seine, bleibt ein Stück weiter hinten stehen und sieht mich mit verheulten Augen an.
      Der Mann ballt seine Hände zu Fäusten und holt tief Luft. „Du verdammter Wichser! Wie kannst du mir nur so selbstgerecht ins Gesicht schauen!? Du hast unsere Tochter auf dem Gewissen! Und ich schwöre bei Gott – das wirst du noch bitter bereuen!“


      ---

      Was will der wütende Teddybär?

      --------------------------------------
      PS: Kommis bitte in Spoiler schreiben :D

      LG kij
      :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :minigun:
    • Hey @kijkou, genau das Richtige um meinen Tag zu verschönern.

      Spoiler anzeigen

      Wieder ein sehr lustiger Tag. Ich hätte in der Situation genau das selbe getan wie Alex. Erstmal gucken wie gut man bestückt ist :D . Welche Frau würde nicht Mal wissen wollen, wie es ist mit einem Penis.
      Es war wieder sehr lustig, auch wenn der eltze Teil dann etwas ernster wurde. Das aufeinmal die Eltern des toten Mädchens vor ihm stehen oder ihr, ich bin gespannt wie er reagieren wird.


      Weiter so :thumbup:
      LG Kathamaus
    • Kathamaus schrieb:

      Hey @kijkou, genau das Richtige um meinen Tag zu verschönern.

      Spoiler anzeigen

      Wieder ein sehr lustiger Tag. Ich hätte in der Situation genau das selbe getan wie Alex. Erstmal gucken wie gut man bestückt ist :D . Welche Frau würde nicht Mal wissen wollen, wie es ist mit einem Penis.
      Ja, nicht wahr? Gleich mal anfassen :rofl:

      Es war wieder sehr lustig, auch wenn der eltze Teil dann etwas ernster wurde. Das aufeinmal die Eltern des toten Mädchens vor ihm stehen oder ihr, ich bin gespannt wie er reagieren wird.
      Vielleicht bekomm ich es morgen fertig, mal schauen ^^



      Weiter so :thumbup:
      LG Kathamaus
      Danke dir ^^
      Liebe Grüße <3
      :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :minigun:
    • Hallo ihr Lieben ^^

      Ich hab hier beim Schreiben gerade den totalen Lauf, deswegen komm ich grad nicht so viel zum Lesen, tut leid (^^;
      Befürchte immer, wenn ich mich zu weit von dieser Story entferne (geistig gesprochen :pillepalle: ), dass es dann nicht mehr so flott vorangeht :D

      Hab gestern noch Kapitel 5 fertig bekommen - bin aber noch nicht so ganz zufrieden. Was meint ihr?

      Viel Spaß und
      LG



      Kapitel 5


      Wortlos sehe ich den wütenden Mann vor mir an. Er schwört bei Gott?
      Einerseits frage ich mich, was er bei einem Betriebsrat ohne Arbeitsmoral schwören will und andererseits, was ich ihm antworten soll …
      Was könnte man in so einer Situation sagen?
      Gut, nach allem, was ich bisher gehört habe, bin ich am Steuer gesessen, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, was passiert oder wie dieser Unfall zustande gekommen ist.
      „Mister Garcia, ich verstehe, dass Sie momentan vermutlich durch die Hölle gehen“, spricht Tante Pierce rücksichtsvoll. „Sie haben Ihre Tochter verloren. Das ist sehr schmerzvoll - das kann ich gut nachvollziehen …“
      „Ach, können Sie das!?“, fällt der Mann ihr erzürnt ins Wort.
      „Ja, das kann ich sogar sehr gut“, entgegnet sie unbeirrt. „Ich habe selbst eine Tochter verloren. Aber der Punkt ist, Sie wissen nicht, was genau geschehen ist und gehen hier auf meinen Neffen los …“
      „Er hat den Wagen schließlich gefahren, oder nicht!?“ Erwartungsvoll sieht mich Mister Garcia an.
      Verdammt, warum hat mich diese graue Gestalt aus dem Jenseits nicht in den Körper der Beifahrerin, dieser Isabelle, geschickt!? Dann müsste ich mich jetzt nicht vor diesem wild gewordenen Grizzly rechtfertigen und hätte auch nicht das Gehänge eines Zuchtbullen!
      „Sag doch was, verdammt!“, brüllt mich der Kerl an.
      „Ich weiß nicht …“, will ich ihm antworten, aber werde von Lucians Tante unterbrochen.
      „Wenn Sie meinen Neffen noch einmal so anschreien, vergesse ich mich!“
      „Was ist denn hier los!?“, ertönt eine weibliche Stimme. Es ist Doktor Barbie, die in der Türe steht und die anwesenden Personen nacheinander mustert. Sie betritt den Raum und wartet auf eine Erklärung.
      „Dieser nichtsnutzige Bastard hat uns unsere Tochter genommen!“, klärt Mister Garcia die Ärztin auf.
      „Dazu kann und will ich mich nicht äußern. Ich bin wegen der Visite hier und würde mich meinem Patienten gerne in Ruhe widmen. Wenn Sie also bitte das Krankenzimmer verlassen könnten …“ Doktor Sanders stemmt eine Hand in die Hüfte und deutet mit der anderen auf den Ausgang.
      Mit einer dicken pulsierenden Ader auf seiner Stirn wirft mir der Mann noch einen hasserfüllten Blick zu, bevor er sich seiner Frau zuwendet.
      Diese zieht schon seit einiger Zeit an seinem Ärmel, um ihm klarzumachen, dass sie gehen möchte.
      Widerwillig verlässt Mister Garcia schnaubend mit seiner Gattin, gefolgt von der Krankenschwester, den Raum.

      „So eine Unruhe gleich am Morgen …“ Doktor Sanders schließt die Türe, wirbelt herum und lächelt mich an. „Guten Morgen, Mister Pierce. Wie haben Sie geschlafen?“ Sie nähert sich meinem Bett, nimmt meine Krankenakte und wirft einen Blick hinein.
      Diese Akte würde ich auch gerne sehen. Da stehen bestimmt alle möglichen Informationen über Lucian drin.
      „Wie fühlen Sie sich?“, fragt sie und überprüft die Werte auf den Gerätschaften. „Sie wollen wohl nicht mir mir sprechen“, meint sie lächelnd und entfernt den Fingerclip von meiner linken Hand.
      „Doch …“, gebe ich kurz als Antwort.
      „Ganz ehrlich – wissen Sie noch, wie es zu dem Unfall gekommen ist?“ Mit ihren blauen Augen sieht sich mich eindringlich an.
      Ich muss schlucken.
      „Keine Panik – ich urteile nicht über Sie. Das war eine medizinische Frage. Ihr Kopf wurde immerhin leicht verletzt. Es wäre also nichts Ungewöhnliches, wenn Ihre Erinnerungen verschwommen wirken. Ich möchte nur sichergehen, dass Sie sich deswegen nicht unnötig Sorgen machen“, erklärt sie.
      Wieder schweift mein Blick weiter hinunter bis zu ihrem Ausschnitt. Ich will ja eigentlich nicht hinsehen, aber diese wohlproportionierten Rundungen, deren oberes Viertel aus der Bluse guckt, wirken irgendwie hypnotisch auf mich.
      „Ja, Mister Pierce, das werde ich jetzt benutzen“, sagt die Ärztin, worauf ich aufschrecke.
      Sie nimmt das Stethoskop zur Hand, das sie um den Hals getragen und gerade noch über ihren Brüsten gehangen hat.
      Seltsam. Das ist mir beim Betrachten ihrer Weiblichkeit gar nicht aufgefallen. Und ich hab' schon gedacht, sie hat mich erwischt.
      „Bitte, richten Sie sich auf“, fordert sie in einem fast schon strengen Ton, sodass ich nicht anders kann, als sofort zu gehorchen. „Achtung, das wird jetzt etwas kalt“, warnt Doktor Barbie mich noch, bevor sie das eisige Abhörgerät gnadenlos auf meinen nackten Rücken presst und ich zusammenzucke.
      Neben allen anderen Voraussetzungen, die man erfüllen muss, um Arzt zu werden, darf einem die sadistische Ader nicht fehlen.
      „Atmen Sie tief ein und aus“, bittet mich Doktor Sanders, während sie mit ihrer Hand gegen meine Brust drückt, um meine Haltung zu korrigieren.
      Ich atme tief ein.
      „Trainieren Sie?“, fragt sie interessiert.
      Ich atme wieder aus.
      „Er steht jeden Tag morgens auf dem Laufband, nicht wahr, Lucian?“, antwortet seine Tante für mich. „Auch in die Kraftkammer geht er bestimmt vier Mal die Woche.“
      Aber hallo! Dass er so aktiv ist – ich meine, war – das ist ganz schön …
      „Beeindruckend. Viele Leute haben nicht diese Disziplin“, entgegnet meine Ärztin.
      Nimm mir nicht das Wort aus dem Mund!
      „Aber ich muss darauf bestehen, dass Sie jetzt mindestens zwei Wochen auf anstrengende Aktivitäten verzichten. Kriegen Sie das hin?“ Die blonde Schönheit fixiert mich mit ihren tiefblauen Augen.
      „Wenn die Frau Doktor das sagt, dann muss ich ja wohl“, antworte ich verlegen und lächle.
      „Gut, Mister Pierce, von meiner Seite aus besteht kein Grund mehr, Sie länger hierzubehalten. Wenn Sie sich also fit genug fühlen, können Sie Ihre Sachen zusammenpacken und dann die Schwester rufen. Die bringt Sie dann nach draußen.“ Die Ärztin macht ein paar kleine Schritte zurück und sieht mich erwartungsvoll an.
      „Ich danke Ihnen“, sage ich und nicke ihr zu.
      „Ja, haben Sie vielen Dank, Doktor!“ Tante Pierce begleitet sie noch bis zur Türe und schließt diese hinter ihr. „Na komm, Lucian! Mach dich fertig – oder willst du hier im Krankenhaus frühstücken?“, fragt sie mich ungeduldig und deutet auf eine Sporttasche, die auf einem kleinen Tisch nahe dem Fenster steht.

      Was jetzt? Erwartet sie etwa, dass ich mich vor ihr umziehe?
      Ich schiebe die Decke beiseite, setze mich auf den Rand meines Krankenbettes und blicke hinunter auf meine Füße.
      Die sind ja riesig … Und diese Beinbehaarung! Nicht, dass dieser Lucian übermäßig viele Haare an den Beinen hätte, aber gegen meine weiblichen, schön glatt rasierten Beine sehen die richtig bewaldet aus.
      Gut, wenigstens einen Vorteil hat es, ein Mann zu sein. Ich muss mir diese ganze lästige Körperrasur nicht mehr antun.
      Ungeduldig geht Tantchen Pierce auf und ab. „Ach, keine Bange – ich schaue schon nicht“, kichert sie, nachdem sie mich dabei erwischt hat, mich nach ihr umzudrehen.
      Na dann wollen wir mal sehen, wie sich Lucian Azariah Pierce so gekleidet hat.
      Ich stehe auf, um mir die Sporttasche zu greifen.
      Das ist ja hoch! Verdammt, wie groß bin ich denn!? Das sind bestimmt fast sieben Fuß, würde ich meinen. Ich muss dann unbedingt auf meinem Führerschein nachsehen.
      Mit der Tasche setze ich mich wieder auf das Bett und öffne sie. Bevor ich einen Blick hineinwerfe, bete ich im Stillen, dass ich nichts Abartiges, wie einen männlichen Stringtanga oder ähnliches, vorfinde. Ich nehme all meinen Mut zusammen und wühle mich durch die Kleidung.
      Unter einem klassischen weißen Hemd finde ich graue Socken und schwarze Boxer-Briefs.
      Normale Unterhosen! Gott sei Dank – nein, streich' das!
      Mit den Briefs in der Hand stehe ich auf und ziehe sie, Lucians Tante zugewandt an. Auf keinen Fall darf ich riskieren, dass sie meinen Arsch sieht. Ich hasse diese Krankenhauskittel!
      Moment, ich bin ja jetzt ein Mann. Das heißt, ich kann dieses Prinzessinnennachthemd ausziehen. Der Oben-ohne-Stil wirkt jetzt nicht mehr anzüglich.
      Aber davor muss ich sichergehen, dass dieses Ungetüm richtig sitzt. Vorsichtig fasse ich in meine Unterhosen und platziere das große, warme fleischige Etwas, so gut ich kann, in der Mitte. Zu lange darf ich mir dabei nicht Zeit lassen, um nicht erwünschte Aktivitäten zu vermeiden.
      So weit, so gut. Erleichtert befreie ich mich, so graziös wie möglich, von dem unmodischen Fetzen und muss mich gleich darauf zusammenreißen, Lucians Körper nicht genauestens unter die Lupe zu nehmen.
      Dieser Mann hat einen Traumkörper! Gut, er hatte …

      Ich frage mich gerade, ob er schon bei dem grauen Sesselpupser im Büro gewesen ist und wie er wohl auf die ganze Situation reagiert hat. Hat ihm diese Graufratze erzählt, dass ich jetzt in seinem Körper stecke?
      „Lucian, ich weiß, du bist bestimmt noch traumatisiert – aber kannst du dich etwas beeilen?“, drängt die nette Tante, während sie auf ihrem Handy herumtippt. „Dein Vater hat einen Termin bei Doktor Powell gemacht. Um zehn Uhr müssen wir dort sein und wenn du noch in Ruhe frühstücken willst …“
      „Doktor Powell?“ Wer ist das und was soll ich dort? Bin ich nicht gerade erst untersucht worden?
      Ich schlüpfe in das weiße Hemd.
      „Du warst anscheinend schon lange nicht mehr bei ihm. Wann war das letzte Mal? War das nicht noch auf der Uni, nachdem sie dir nahegelegt haben, dich in psychologische Betreuung zu begeben?“
      Ein Seelenklempner!? Nein, alles, nur das nicht! Der würde sofort merken, dass etwas nicht stimmt!
      Demotiviert schlüpfe ich in die dunkelgraue Designerjeans, die wie angegossen passt. Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich die Farbe Grau hasse?
      „Komm jetzt! Erst gehen wir frühstücken und danach fahr' ich dich hin“, sagt die Dame im roten Blazer ungeduldig.
      „Muss das sein? Eigentlich wollte ich …“
      „Du weißt ganz genau, dass kein Weg daran vorbeiführt, wenn die Anordnung von deinem Vater kommt“, unterbricht mich Lucians Tante und holt ihre Lederhandtasche.
      Ach du meine Güte! In was für eine Familie bin ich da hineingeraten!?
      :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :zombie: :minigun: