Schreibwettbewerb Juni/Juli 2018 - Voting

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    • Schreibwettbewerb Juni/Juli 2018 - Voting

      Welcher Geschichte gebt ihr eure Stimme? 21

      Das Ergebnis ist nur für Teilnehmer sichtbar.

      Hallo, liebe Community!

      Schöne Geschichten sind bei mir eingegangen und ich freue mich Kekse, sie euch endlich präsentieren zu dürfen. Es handelt sich zwar um "nur" 3 Einsendungen, doch jede von ihnen ist es auf jeden Fall wert, gelesen zu werden! Also vergesst nicht, eure Stimmen abzugeben!









      Um es nochmal allen ins Gedächtnis zu rufen: das Thema wurde von unserer letzten Gewinnerin Cory Thaín vorgegeben und lautete:

      Schatzkiste(n)

      Die Geschichten werden gemessen am Datum ihres Einreichens willkürlich gepostet. So steht ihr im Bezug auf deren Autoren völlig im Dunkeln.

      ACHTUNG: Beim Voten ist man nicht anonym. Somit wird Schummeln ausgeschlossen. Zudem dürfen einmal abgegebene Stimmen nicht mehr verändert werden. Bedenkt das bitte bei eurer Stimmenabgabe!


      ACHTUNG: Das Ergebnis der Umfrage wird jetzt erst nach Abgabe der eigenen Stimme sichtbar. Somit wird "Pushen" ausgeschlossen.

      Danke für euer Verständnis.

      Das Voting dauert bis 31. Juli 2018 um 23:59:59 Uhr.

      Viel Spass beim Lesen und Voten! :)

      Euer Fantasy-Geschichten Forum

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen
    • Der 13. Krieger


      Die Augen geschlossen atmete er tief ein. Er behielt die Luft in seinen Lungen. Hielt für einen Moment die Zeit an. Seine Gedanken verlangsamten sich, sein Körper entspannte.
      Er ließ die Luft sanft über seine Lippen hinaus streichen. Die Welt beschleunigte sich wieder. Seine Gedanken bewegten sich wieder schneller, waren allerdings sortierter als zuvor. Sein Körper versetzte sich in Bereitschaft.
      Die Augen immer noch geschlossen verlagerte er seine Konzentration in sein Gehör. Er konnte sie hören. Die aufgeregten Stimmen, wie sie leise tuscheln. Die Füße, wie sie sich Mühe gaben sanft den Boden zu berühren. Doch er nahm sie trotzdem war. Bisher hatte er doch jeden Angreifer bemerkt. Egal, ob ein Mann allein oder ein ganzes Heer. Bisher hatte er sie alle gehört und den Schatz gegen sie verteidigt. Den Schatz, für dessen Schutz er geboren war.
      Noch einmal atmete er tief ein und aus, dann öffnete er die Augen. Die dunkle Pupille bedeckte schnell das sonst strahlende Grün der Iris. Er hatte sich an diese Dunkelheit gewöhnt, kannte er sie doch auch schon sein Leben lang. So weit wie seine Erinnerung zurückreichte, lebte er in dieser Höhle und beschützte den Schatz. Einen Schatz, von dem er noch nicht einmal genau wusste, was er eigentlich war. Eine schwere Holztür trennte ihn von der Schatzkammer. Diese solle er nie im Leben betreten, hatte ihm sein Lehrer direkt in den ersten Minuten und in allen darauffolgenden erklärt. So blieb ihm nur die Fantasie, was dort wohl war. Viele Varianten, viele Bilder hatte er in seinem Kopf gesehen. Am längsten begleitete ihn das der Schatzkiste. Eine Schatzkiste gefüllt mit dem Wertvollsten der Welt. So wertvoll, dass niemand wusste, wie wichtig es ist und wie sehr es fehlt, bis er es zu Gesicht bekommt. Doch den Anblick überlebt keiner. Er hatte Brüder durch die Tür gehen sehen. Sie hielten dieses Elend nicht mehr aus. Ein ewiges Leben in Dunkelheit für eine Holztür und die Fantasie, was dahinter sei. Sie hatten wissen wollen, wofür sie kämpften, doch keiner hatte es berichten können. Einige Minuten nachdem sie die Schatzkammer betreten hatten, erklangen Schreie. Qualvolle Schreie. Schreie, die einem durch Mark und Bein fuhren. Einige Stunden später verstummten sie. Einige Tage später fand sich der Leichnam übersät mit Brandmahlen, Fesselspuren, blutenden Wunden von Peitschenhieben, gebrochenen Fingern und manchmal auch einer herausgeschnittenen Zunge in der dunklen Höhle wieder. Mehrmals hatte er dies miterleben müssen. Mehrere junge Brüder, die zu Zeiten kamen, in denen gerade kein Angriff stattfand, hatten diesen Weg gewählt. Es war wohl die Langeweile, die sie in den Tod trieb.
      Die lauter werdenden und nun für jeden deutlich zu vernehmenden Schritte rissen ihn aus der Konzentration. Es war so weit. Ein Blick nach rechts und links bestätigte ihm, dass 589 und 765 mit ihm warteten und kampfbereit waren. Sie alle hatten keine Namen, waren bloß nummeriert in der Reihenfolge, in der sie in die Höhle kamen. Waren sie zu wenige oder zu alt, kamen Neue und keiner wusste woher. Nur zwei Dinge verbanden sie alle. Wenn sie in die Höhlen kommen, sind sie erst 15 Jahre alt und tragen keinerlei Erinnerung an die vorherige Zeit ihres Lebens. Von da an waren sie alle bloß noch Krieger. Krieger des Schatzes. Lebten wie Brüder und waren durchnummeriert, damit die Organisation der Gruppe besser ist. Sie hatten auch schon mit hunderten hier unten gelebt, da war Organisation wichtig. Für den Kampf noch mehr als für das Leben, denn mehr Brüder bedeuteten auch mehr Gegner.
      „Ein weiterer Höhlenraum“, ertönte eine tiefe Stimme, die zu einem hochgewachsenen, breitschultrigen Mann gehörte. Seine Kleidung war dreckig und musste auch sauber nicht allzu edel aussehen. Sie war grün und fleckig. Ihm folgten zwei Frauen. Für Frauen ebenfalls hochgewachsen, aber dem Mann reichten sie trotzdem nur bis zur Schulter. Sein erster Eindruck bestätigte sich, dies waren bloß einfache Gauner, die meinten hier ein leichtes Spiel zu haben. Die Armeen, egal, welches Landes und egal, zu welcher Zeit, brachten nie Frauen mit.
      Die Fremden betrachteten die Höhle, kamen immer weiter hinein. Sie wussten noch nichts von ihren Gegnern. Leise und lauernd stand er mit seinen beiden Brüdern im Schatten. Wenn diese Menschen gingen ohne sich der Schatzkammer zu nähern, wäre es nicht notwendig sie zu töten. Er verharrte. Beobachtete. Immer in Kampfbereitschaft. Seine Augen auf den Mann gerichtet, zuckte er beinahe zusammen. Es knallte. Es knallte laut. Dann ein leiserer Knall. Mehr ein Aufprall. Der Aufprall von 765s Körper auf dem Boden. Sein Blick schnellte von rechts nach links und wieder zurück, da entdeckte er einen weiteren Mann in der Tür. Im Gesicht trug er einen seltsamen Apparat und in der Hand hielt er so etwas wie ein Metallrohr. Diese Waffe war ihm neu. So etwas hatte er noch nie zuvor gesehen. Eine Sekunde zu lang zögerte er, da ertönte auch schon der nächste Knall. Wieder folgte ein leiserer. Diesmal war es der Körper von 589. Nun war er allein. Allein gegen vier. Gegen vier mit Waffen, die er nicht kannte. Gegen einen Gegner, der in Dunkelheit sehen zu können scheint wie am hellen Tag.
      Doch diesmal zögerte er nicht mehr. Ein scharfes Surren zerschnitt die Luft, während er die beiden Kurzschwerter aus ihren Scheiden auf seinem Rücken zog. Er setzte seinen linken Fuß etwa einen Meter und leicht zur Seite versetzt vor dem rechten ab, federte in die Knie, war bereit für den Sprung nach vorne. Er hatte sich seinen Gegnern noch nicht einmal nähern können, da ertönte wieder ein Knall. Noch bevor der Schmerz durch seine Nervenzellen im Rückenmark das Gehirn erreichte, spürte er das Blut über seine Brust fließen. Seine Knie gaben nach. Er war auf einmal so schwach. Die Schwerter rutschten ihm aus der Hand und landeten klirrend auf dem Boden. Bevor er bei ihnen angekommen war, war er tot.
      So viele Schlachten hatte er gekämpft, so viele hatte er gewonnen, doch irgendwann endet alles. Dies war das Ende des 13. Krieger des Schatzes. Nun gab es keine Krieger mehr. Der Schatz, falls er denn überhaupt existierte, musste sich von nun an selbst beschützen.

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    • Die Familienkiste


      „Au“, stellte ich benommen fest und öffnete mühsam die Augen. Unsere kühlen, glatten Steinfliesen mit der rauen Oberfläche hatte ich sofort erkannt. Dennoch fragte ich mich, warum ich auf dem Kellerboden lag. Das Flackern unserer kleinen, trüben Leuchtfunzel wurde mir bewusst; ich hatte meinem Schatz schon vor Wochen versprochen, sie zu ersetzen. Mit zusammengebissenen Zähnen stützte ich mich auf die Ellenbogen und erblickte den Rücken meiner Frau.
      „Ah … hey, Schatz … was ist passiert?“, fragte ich leicht benebelt und stand vorsichtig auf. Während ich sprach, spürte ich ein dumpfes Pochen am Hinterkopf und tastete danach. „Bin ich hingefallen?“, wollte ich wissen, während meine suchenden Finger jedoch keine Beule oder dergleichen fanden. Ein leichter Schwindel überkam mich und ich hielt mich an einem Regal voller Einmachgläser mit Erdbeermarmelade fest.
      „Ach, Schatz“, hörte ich meine Frau seufzen, „du hättest besser aufpassen müssen.“ Sie schüttelte sachte den Kopf und ich konnte ihren hochgezogenen Mundwinkel geradezu sehen. Ich erinnerte mich an den belustigten, leicht hilflosen Blick in ihren Augen, wenn sie so den Kopf schüttelte und musste lächeln.
      „Hm… ja, Schatz“, antwortete ich zögernd und versuchte mich zu erinnern, was eigentlich passiert war. Ich bemerkte, dass sie vor unserer Familienkiste stand. Die Kiste hatten wir, seit wir zusammen waren, mit Fotoalben und dergleichen gefüllt, … wobei – eigentlich war sie so groß, dass sie selbst mit unseren paar Erinnerungsstücken noch leer wirkte. Ich lachte innerlich, als ich mich an die Zeit kurz nach unserer Hochzeit erinnerte: Damals stand die Kiste noch im Wohnzimmer und alle Besucher hatten gefragt, welche »geheimen« und »unglaublich wertvollen« Dinge wir in ihr verstecken. Irgendwann waren wir es leid gewesen und hatten das ohnehin eher schmucklose, alte Teil samt Inhalt in den Keller verfrachtet.
      „Was genau machst du eigentlich?“, wollte ich von ihr wissen. Erleichtert registrierte ich, dass der Schwindel langsam abklang, aber das Pochen blieb.
      Eine Weile reagierte sie überhaupt nicht, starrte nur weiter in die Kiste.
      „Schatz?“, fragte ich besorgt.
      „Warum hast du mir das nur angetan?“, fragte sie unvermittelt. Es klang abweisend, geradezu emotionslos und plötzlich wurde mir klar, was sie vorhin mit »besser aufpassen« gemeint hatte. Nun geriet auch mein Innerstes ins Wanken. „Sie weiß von meinem Ausrutscher mit Dana?“, dachte ich schuldbewusst. „Oh nein … ich muss ihr unbedingt klar machen, dass es eine einmalige, saudumme Sache gewesen ist.“
      „Schatz…“, setzte ich an und zögerte. Ich näherte mich ihr langsam und vorsichtig. „Ich … es tut mir wahnsinnig leid und … ich kann das erklären, wirklich!“, beteuerte ich und spürte erste Tränen der Verzweiflung auf meinen Wangen. Als ich schließlich neben ihr stand und sie mit trübem Blick ansah, stutzte ich. Ihre Mimik verriet weder Traurigkeit noch Wut, sie schien nicht verwirrt oder enttäuscht zu sein. Ihr Gesicht war eine Maske der Bosheit, ihre Augen starr auf die Kiste gerichtet.
      „Mach es dir bequem, Schatz!“, schlug sie mit eisiger Stimme vor und verwirrt folgte ich ihrem Blick. Einen Augenblick bevor sie den Deckel klackend ins Schloss warf, sah ich den Rücken eines reglosen Mannes in unserer Kiste, mit einer riesigen, schmierigen Platzwunde am Hinterkopf.
      „Was?!“, rief ich entsetzt, aber sie lief einfach durch mich hindurch, löschte das Licht und verriegelte die Kellertür.

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen
    • Der wertvollste Schatz der Welt


      Aus dem dunkelbraunen Herz des Schattenbaumes ist ihr Körper geschaffen, geschnitzt von Meisterhand aus einem einzigen Stück. Fugenlos, lückenlos, wasserdicht.
      Ihr Deckel ist ebenfalls aus einem einzigen Stück desselben Baumes. Runen und raffinierte, hauchdünne Schnitzereien verzieren das Äußere, gewähren dem aufmerksamen Betrachter zahllose neue Bilder, je nachdem, aus welchem Winkel man sie betrachtet oder wie der Lichteinfall es zulässt.
      Prächtige, schwere Beschläge aus Bronze bilden breite Bänder, die poliert wie Gold glänzen und der Kiste zusätzlichen Halt gewähren. Während die Runen magisch den unbezahlbaren Inhalt schützen, sollen die Beschläge die Kiste selbst vor Stößen sichern. Stolz, schwer und wundervoll anzusehen, verwahrt sie sicher den wertvollsten Schatz der Welt.
      Hände, anmutig, schlank und feingliedrig, streichen bewundernd über die Schnitzereien, als sie den Deckel öffnen.
      »Schau, mein Gemahl. Eine ganze Truhe voller Gold und Geschmeide, von den Zwergen aus Silberhalle. Sie haben sogar einen ihrer unglaublichen Bäume, die ohne Sonnenlicht wachsen, für diese Truhe geopfert.«
      »Da kannst du es einmal sehen, meine Gemahlin. So sind sie, die Bärtigen unter der Erde. Selbst in ihrem Tribut, ihrer Kapitulation, liegt der immerwährende Hauch des Todes. Sie geben uns totes Metall und einen ermordeten Baum als angeblichen Beweis ihrer friedlichen Absichten.«
      »Aber sie ist so schön, mein Herr. Sieh doch diese Kunstfertigkeit. Schau diese Bilder, sie zeigen die Geschichte ihres Königreichs, von der Erschaffung bis heute!«
      »Fürwahr. So bieten uns die Zwerge doch nicht nur ihr wertloses, glänzendes Metall, sondern auch ihre Geschichte. Womöglich verstehen sie doch, welche Dinge wahrlich Wert besitzen? Möge der Tand in die Kriegskasse wandern, soll das Gold die menschlichen Söldlinge bezahlen. Doch diese edle Truhe, lass sie uns mit etwas wahrhaft Würdigem füllen!«

      Dunkelbraun ist ihr Holz, verziert mit einem Relief, das unter den ständig erneuerten bunten Farben nur wenige erahnen. Die bronzenen Beschläge sind dünn geworden, so oft wurden sie auf Hochglanz poliert.
      Die Truhe, ein Meisterstück, geschaffen aus nur zwei Stücken desselben Baumes. Fugenlos und dicht. Sie steht zwischen anderen Exponaten, Statuen der Friedenskönige, Zeptern der alten Zeit, uraltem Geschmeide und Waffen vor der Ära des Friedens.
      Zwei Wächter stehen in ihrer Nähe. Ein kleiner mit Bart, gerüstet in die schwere, zeremonielle Rüstung der silbernen Halle und ein großer, schlank und in die leuchtenden Farben des ewigen Waldes gekleidet.
      Sie bewachen den wertvollsten Schatz der Welt. Es ist ein Ehrendienst.
      »Ihr hättet das schöne Holz wirklich nicht so furchtbar bunt anmalen müssen.« Die tiefe Stimme lässt das Holz der Truhe mitschwingen.
      »Jedes Mal erklärst du es mir aufs Neue, Zwergenfreund.« Die sanfte Stimme des Hochgewachsenen klingt belustigt. »Aber die edle Herrin befand, dass unsere Friedensverträge in fröhliche Farben gewandet gehören. Soll ich hingehen und mich in deinem Namen bei ihr beschweren?«
      Der Bärtige brummt ebenfalls belustigt. Die Konter seines elfischen Kameraden werden mit den Jahren immer leichter vorhersehbar.

      Staubig ist der Ort, aber trocken. Unter anderen Dingen begraben ruht sie, die alte Bewahrerin. Das Dunkelbraun ihres alten Holzes ist schwarz geworden unter der bunten, abblätternden Farbe. Die schweren Bronzebeschläge sind ersetzt durch lederne, weich und doch fest. Völlig fugenlos schließt sie nicht mehr, aber sie ist noch dicht und beschützt tapfer den wertvollsten Schatz der Welt in ihrem Inneren. Noch immer hält ihr ungewöhnliches Holz die Würmer ab, die magischen Runen, fast nicht mehr zu erfühlen, vertreiben weiterhin Nager und anderes Ungeziefer.
      »Hier, mein alter Freund. Hier ist es, das gute Stück.«
      Kräftige Elfenhände, alt und doch jugendlich, holen die Truhe ins Licht.
      »Ist es wirklich die Kiste, die einst die Friedensverträge unserer Völker beinhaltet hat? Sie sieht nicht gerade eindrucksvoll aus. Was ist jetzt eigentlich drin?«
      Licht fällt auf den Inhalt, als der Deckel mit wohlig knarrenden Lederscharnieren geöffnet wird.
      »Als die Verträge von deinem Volk so virtuos in der Halle der Freundschaft in Stein gemeißelt wurden, gab mir mein Vater die Truhe, um sie erneut mit Schätzen zu füllen. Das ist Brokk, der Orkbarbar. Und das sind Ejail und Ejann, die beiden mystischen Einhörner. Leider fehlen ihnen ein Huf und ein Schweif. Ja, und hier, das sind Belean, mein Vater und Artosch, dein Großvater, die den Frieden ausgehandelt haben, um nur ein paar zu nennen.« Der Elf schiebt dem Zwerg die Truhe mit den Dutzenden liebevoll bemalter kleiner Figuren aus Horn und Bein hin.
      »Mögen sie meinem Patenkind, deinem Sohn, so viel Lachen schenken wie einst meinem eigenen.«

      Schimmernd schwarz ist ihr Holz, auf Hochglanz poliert und mit wertvollen Ölen versiegelt.
      Ihr Deckel wurde entfernt und daraus zwei halbmondförmige Stücke gefertigt, die nun an ihrem Boden befestigt sind. Obwohl sie nun immer leicht hin und her schwankt, bewahrt sie sicher und tapfer weiterhin den wertvollsten Schatz der Welt.
      Starke Hände streichen sanft über ihre Seiten und greifen in sie hinein. Eine Füllung aus Kissen und Decken hält ihren Inhalt warm und behütet. Doch nun wird die Truhe um ihren Schatz erleichtert. Noch ein paarmal wippt sie nach, bis sie zum Stillstand kommt.
      »Seht her, meine Verwandten unterm Berge und meine Brüder aus dem ewigen Wald! Schaut auf Beorgon, Sohn des Baragon, Sohn des Cortosch, Sohn des Artosch, meinen Sohn und den zukünftigen König von Silberhalle!«

      Außer Betrieb - Geduldsfaden ist gerissen