Was wäre wenn?! Eine Halvar + Iouna Parody (Zwischen Leben und Tod)

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    • Hikari schrieb:

      Oh hui, das ging ja richtig zur Sache mit dem Typen. Ich wette ja, der macht noch Ärger
      Ach, iwo ... der hat bestimmt seine Lektion gelernt *hust*

      Ruka schrieb:

      antwortete sie lächelnd?? Ach kommt, das war doch eher sowas hier:
      xD
      So ohne Brille vermutlich so ... :crazy:

      Ruka schrieb:

      Erwähnte ich schon, dass ich Ivar genial finde?
      Ja, er ist so die Art Freund, die man sich nicht aussucht, aber oft braucht. :rofl: Diese - ich mag dich, aber du bist scheiße - Freunde.

      Hikari schrieb:

      Die ganze Situation erinnerte mich etwas an das, was ich so von Fifty Shades of Grey mitbekommen habe. Reicher Typ mit solchen Vorlieben ... und dann musste ich daran denken, dass der Roman nur deshalb "erotisch" ist, weil der Typ reich ist
      Stellt euch mal vor, der wäre ein Penner in einem heruntergekommenen Wohnmobil und würde dann solche Spielchen spielen wollen.
      ... Die armen Frauen
      Ja, das wäre dann nicht mehr erotisch, sondern ein Horrorstreifen. Wie bei "Wrong Turn" oder so. Hinterweltler, die Leute verschleppen und dann foltern und sowas. Romantisch wäre das dann nimmer, wenn Christians Grey son Kerl ohne Zähne wäre, der Frauen in einer selbst ausgehobenen Grube wegen seines Mutterkomplexes foltert ... Oo Das ist nur ok, weil er viel Geld hat und gut aussieht. :dance:





      Folge 7 - Musik in den Ohren

      Die Luft hing regungslos im Raum und die Glocke hatte gerade zum Unterrichtsbeginn geläutet. Bei der Wärme an diesem Tag hätte es Iouna nicht verwundert, wenn einige Schüler ihres Kurses es vorgezogen hätten, den örtlichen Wasserpark aufzusuchen, anstatt sich in das Zimmer zu quälen. Aber leider waren beinahe alle da oder trudelten gemächlich ein.
      Die Ferien standen vor der Tür, die Abschiedsfeier war bezahlt und der Abschlussball in fester Hand einiger übermotivierter Mädchen.
      Der Kurs der jungen Frau war für die musikalische Untermalung des Festes zuständig, so wie für viele andere Veranstaltungen, aber an diesem Nachmittag zerfloss der Arbeitseifer wie ein Eis in der Savanne. Die Hälfte der Schüler hing schwitzend in ihren Stühle, die andere Hälfte stimmte ihre Instrumente mit wenig Eifer, sodass zur unerträglichen Wärme noch schiefe Töne hinzukamen.
      Ich hätte mich krankmelden sollen …
      Iouna hatte keine Ahnung, was sie an diesem Tag mit der Meute anfangen sollte. Die Proben zuvor waren gut verlaufen, sodass sie nicht wirklich unter Zeitdruck gerieten, wenn sie einen Tag Luftlöcher starrten.
      Die Lehrerin musste leicht grinsen, wenn sie an die Veranstaltung dachte, welche sie zusammen mit ihren Schülern geplant hatte. Es sollte mal etwas den Staub vom Schulgebäude fegen. Denn auch wenn man es ihr nicht ansah, immerhin war Iouna noch keine achtzig Jahre alt. Der modrige Geruch ihrer Vorgängerin musste vertrieben werden, der noch im Musikraum schwebte und die Schüler mehr als frustriert hatte. In einer Welt, die Kids Formate wie Youtube und Facebook bietet, kann man nicht mehr mit einfachen Klassikern die Jugend begeistern und sie stundenlang Mozart, Bach oder Vivaldi auf ihren Instrumenten einstudieren lassen – was sie dann mehr als gelangweilt wiedergeben.
      Vielleicht sollten wir eine Warnung auf die Einladungen drucken lassen?
      Aber ein Klopfen an der Klassenraumtür sorgte dafür, dass die Lehrerin ihren Kopf vom Pult hob und zu dieser schaute.
      „Ja, bitte?“, rief Iouna laut, als sich der Türgriff nach unten neigte und Lillian Dahl plötzlich eintrat.
      Da brat mir einer doch einen Storch. Sie ist tatsächlich gekommen.
      Wie weggeblasen war die Müdigkeit der Lehrerin und sie richtete sich auf. Immerhin sollte die Schülerin nicht den Eindruck gewinnen, dass dies eine Mittagsschlafveranstaltung war.
      Etwas zurückhaltend kämpfte sich die Tochter des Polizisten an den Pauken und Trommeln vorbei, um dann Iouna ihren Anmeldezettel zu überreichen.
      „Sie haben gewonnen“, murmelte Lillian dann und schaute sich um.
      „D-Das sollte kein Wettstreit sein“, erwiderte Iouna verwirrt, die sie immerhin nicht gezwungen hatte, ausgerechnet an ihrem Kurs teilzunehmen.
      Das Mädchen nickte und setzte sich dann auf einen der freien Plätze, wo sie ausgiebig von der Gruppe gemustert wurde.
      Kurz wies Iouna Lillian in der Klasse ein, was zur Folge hatte, dass die Lehrerin wissen wollte, was Lillian gerne für ein Instrument spielen würde.
      Schüchtern sah die Tochter des Polizisten zu den Violinisten hinüber und die Lehrerin nickte.
      „Hast du eine eigene oder möchtest du ein Schulinstrument nutzen?“, hakte Iouna nach.
      „Meine ist bei meiner Mutter“, antwortete Lillian leicht geknickt und Iouna schickte einen der Schüler los, um dem Mädchen eines der gespendeten Instrumente bringen zu lassen.
      Leider erwies sich das gebrachte Instrument als vollkommen verstimmt, weswegen eine Vorführung des Standes von Lillians Können verschoben werden musste.
      Nichtsdestotrotz wollte Iouna ihr zumindest schon einmal die Noten der Lieder für das Schulfest mitgeben, weshalb sie zusammen nach Unterrichtsschluss den Kopierer im Lehrerzimmer aufsuchten.
      „Wie geht es dir?“, fragte Iouna, während das Gerät wieder einmal einen Papierstau anzeigte.
      „Man lebt“, gab die junge Frau nur unwirsch von sich und sah ihrer Lehrerin zu, wie sie einen Kampf gegen die Mächte der Finsternis führte – Papier aus dem Kopierer ziehen.
      Ein paar Fußtritte später lief das Gerät dann und Iouna versuchte, die unangenehme Stille zu beenden.
      „Und deinem Vater?“, hakte sie deshalb nach, weshalb die Lehrerin von ihrer Schülerin abschätzig angesehen wurde.
      „Was interessiert Sie mein Vater?“, wollte sie wissen und Iouna wären beinahe alle Zettel aus der Hand gefallen.
      „G-Gar nicht. Ich meine, ich … Er machte einen etwas zerstreuten Eindruck.“
      Iouna stammelte so sinnlos daher, da Lillians Frage klang, als würde sie über das rein schulische Interesse hinausgehen. Was es nicht tat – nicht im Geringsten – nicht einmal ansatzweise.
      „Wenn sie mit verstreut 'fertig' meinen, dann ja“, nuschelte die Schülerin, weswegen Iouna sie fragend ansah.
      „Nichts“, lenkte das Mädchen dann aber ein und lächelte ein falsches Lächeln.
      Iouna seufzte und übergab ihr die kopierten Blätter.
      „Weißt du, ich bin auch teils nur mit meinem Vater aufgewachsen“, gab die Lehrerin zu und erwiderte das zaghafte Lächeln. „Ich kenne es, wenn nicht immer alles so einfach ist.“
      Ein verächtliches Schnauben folgte von der Schülerin und sie nahm die Blätter an sich.
      „Sie wissen gar nichts“, antwortete Lillian dann patzig und verließ das Lehrerzimmer.
      Pubertät … wie ich sie hasse.
      Eilig folgte sie der Schülerin, aber auf ihren hohen Schuhen und wegen des engen Rocks kam Iouna kaum nach.
      „Warte, Lillian ...“, rief sie ihr nach, aber die Schülerin warf die Tür nach draußen auf und stieg die Stufen hinunter, ohne sich auch nur nach der Lehrerin herumzudrehen.
      Egal welche Hormone das sind, die sie so rennen lassen, die brauche ich auch …
      Aber als die Lehrerin ebenfalls den Ausgang erreichte, stieg Lillian bereits in das wartende Polizeiauto ein.
      Das ist ja großartig gelaufen, dachte sich Iouna und sah im Auto Officer Dahl am Steuer, der sie ansah, als wartete er nur auf erneut mahnende Worte.
      In diesem Moment hoffte die Lehrerin, dass er zumindest nicht allzu betrunken war, verzichtete aber darauf, nun an die Scheibe zu klopfen und es zu kontrollieren.
      Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte …
      Bei dem Gedanken, einen Polizisten in seinem Dienstfahrzeug zu kontrollieren, musste Iouna grinsen.
      Der Polizist streckte seinen Kopf aus dem offenen Fenster und sah Iouna an, was sie schlussendlich doch dazu brachte, auf das Fahrzeug zuzugehen.
      Jetzt bloß nicht stolpern … nicht stolpern!
      „Braucht Lillian etwas für den Kurs?“, wollte der Officer wissen, weshalb die Lehrerin erst Lillian ansah, die so tat, als würde sie auf die Blätter schauen und dann den Vater anschaute.
      „Wäre es möglich, Ihre Exfrau zu bitten, Lillian ihre Violine vorbeizubringen?“
      Officer Dahl dachte zunächst nach.
      „Khyla ist momentan nicht im Land. Aber ich werde mich darum kümmern, sobald es möglich ist“, erwiderte er und Iouna seufzte.
      Also nie …
      „Dann finden wir sicherlich bis zum Sommerfest eine andere Möglichkeit. Sie müsste die Lieder zu Hause üben, wir haben leider keine Wochen Zeit“, antwortete Iouna spitzzüngiger als beabsichtigt. Aber es entsprach leider der Wahrheit, dass sie nicht die Zeit besaßen, zu warten, bis der augenscheinliche Ehestreit sich gelegt hatte.
      „Ich werde sehen, ob wir eine leihen können.“
      Die Lehrerin grinste, zog ihre Brille ab und klappte sie zusammen.
      „Sind Sie … wieder in der Kirche anzutreffen?“, hakte Iouna nach, aber ohne den Grund beim Namen zu nennen, da sie nicht wusste, wie viel die Tochter wusste.
      Der Polizist wich dem musternden Blick der Lehrerin aus und nickte knapp.
      „Dann bringe ich Lillian eine meiner Violinen mit und hinterlege sie dort“, fuhr Iouna fort und lächelte Lillian an, die ihre Lehrerin überrascht ansah. „Ich bitte nur darum, sie vorsichtig zu behandeln, es handelt sich dabei um ein Erbstück und ich stelle sie normalerweise nicht der Schule zur Verfügung.“
      Wenn Iouna wollte, dass das Mädchen Vertrauen zu ihr fasste, musste sie Vertrauen vorlegen.
      Aber auch der Blick des Vaters wirkte überrascht.
      „Vielen Dank, das ist ... sehr nett“, antwortete Officer Dahl und Iouna lächelte.
      „Ich helfe gerne aus“, meinte die Lehrerin und trat einen Schritt vom Wagen weg.
      Der Polizist erwiderte ihr Lächeln unsicher und startete nach einem knappen Abschied den Motor.
      Immer diese Pflegefälle, dachte die Lehrerin bei sich und schüttelte kaum merklich ihren Kopf, während sie sich herumdrehte, um zurück in das Schulgebäude zu laufen. Immer mit dem Hintergedanken, nun keinen falschen Schritt zu tun, um ihren erhabenen Abgang zu zerstören. Schließlich hatte sie wieder eine Lösung für den Polizisten gefunden. Wäre das ein Film gewesen, hätte sie für einen noch auffälligeren Abgang ihren Dutt lösen müssen, aber darauf verzichtete Iouna, vor allem, da Slow-Motion- Bewegungen im realen Leben nicht umzusetzen waren.
      Allerdings half sie Officer Dahl auch aus Dankbarkeit, da er den Stalker von ihrer Tür verbannt hatte.

    • Bisschen länger, aber es war kacke zu splitten :D


      Folge 8 - Kirchengesänge


      Der Tag des nächsten Treffens in der Kirche kam schnell. Gefühlt hatte er gerade erst Lilly von der Musikstunde bei Miss NíGwydion abgeholt, als der nächste Termin schon vor der Tür stand.
      Erstaunlich motiviert saß der Polizist auf seinem Sofa und wartete darauf, dass die Zeit gekommen war, sich auf den Weg zu machen. Er wusste nicht genau, was es war, dass ihn mit einer gewissen Vorfreude dort sitzen ließ. Vielleicht war es die Tatsache, dass er mit einer Violine für Lilly zurückkommen würde. Es war nicht viel, aber immerhin eine kleine Freude, die er ihr machen konnte. Er wollte ihr wenigstens ermöglichen zu üben, wenn sie schon freiwillig zugesagt hatte, am Schulorchester teilzunehmen.
      „Was hast du heute vor?“, fragte er seine Tochter, die lustlos in den Fernseher starrte.
      „Nichts.“
      Brummend nahm er die knappe Antwort hin und fragte, was sie abends essen wollte. Auf dem Heimweg könnte er es bestimmt besorgen.
      „Keine Ahnung“, murrte Lilly. „Pizza?“
      „Was für eine?“, hakte er nach und hoffte, etwas mehr als einen halben Satz als Antwort erhalten würde.
      „Salami.“
      Soviel dazu ...
      „In Ordnung. Ich bringe eine mit“, versprach Halvar. „Ich muss jetzt los, deine Violine abholen.“
      „Bis später“, wimmelte sie ihn ab, was er seufzend zur Kenntnis nahm und sich auf den Weg machte.

      Unterwegs überlegte er, was er noch tun konnte, um seiner Tochter eine Freude zu machen. So recht einfallen wollte ihm jedoch nichts, sodass er leise vor sich hin fluchend an der Kirche ankam. Diesmal fand er den Weg in den Gemeinschaftsraum schneller und trat ein, ohne zu klopfen.
      Kurz begrüßte er die ihm bekannten Gesichter und suchte unwillkürlich nach einem bestimmten. Leise Enttäuschung machte sich breit, als er die Lehrerin seiner Tochter nicht fand. Nervös hoffte er, sie würde noch auftauchen, sodass er nicht ohne das Instrument nach Hause kommen musste. Er wollte Lilly nicht noch mehr enttäuschen, als ohnehin schon. Missmutig ging er zum Kuchenbuffet und nahm sich ein Stück sowie eine Tasse Kaffee.
      Ob sie den gebacken hat?
      „Wenn Sie eine Nussallergie haben, Officer Dahl, sollten Sie lieber auf den anderen Kuchen zurückgreifen“, hörte er ihre Stimme hinter sich und drehte sich erfreut zu ihr herum.
      „Nein“, meinte er lächelnd, „habe ich nicht.“
      Kurz musterte er die junge Frau vor sich, die an diesem Tag deutlich weniger streng wirkte, als die letzten Male. Sie trug ein einfaches weißes Top, das eng an ihrem Körper anlag und eine ebenso stramm sitzende blaue Jeans. Der strenge Look war verschwunden und die offenen Haare fielen locker über ihre Schulter.
      Er befürchtete, sein Blick würde zu lange auf der Figur der Lehrerin ruhen, sodass er diesen rasch zu ihren Augen zurückführte.
      „Haben Sie den gebacken?“, wollte er wissen, um davon abzulenken und gleichzeitig seine Frage von zuvor zu beantworten.
      „Wer sonst?“; erwiderte sie lachend. „Mein Vater?“
      Der rundliche Pfarrer lief auch durch den Raum, begrüßte die Leute und wirkte eher, als würde er die Kuchen wegessen, anstatt sie zu backen.
      „Ich weiß nicht“, entgegnete er schulterzuckend, aber ebenfalls lachend. „Hier sind bestimmt noch mehr Leute, die gut backen können.“
      „Nein, ich mache das gerne“, winkte die junge Frau ab, „sonst müsste ich das alles essen.“
      „Sagen Sie Bescheid, wenn Sie Hilfe brauchen“, bot er an und schob sich eine Gabel voll Kuchen in den Mund. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass diese Aussage sich nicht nur, wie von ihm geplant, auf das Essen ihres Gebäcks anwenden ließ. Aber es störte Halvar nicht weiter, denn egal welche Interpretation sie wählte, beide waren ihm recht.
      „Ja, Sie sehen aus, als könnten Sie mehr essen als ich“, stellte sie fest und hatte es wohl richtig verstanden. Irgendetwas in ihm störte sich daran, aber Halvar konnte nicht genau sagen, was es war.
      „Vermutlich. Dafür kann ich aber nicht backen.“
      Erneut lachte Miss NíGwydion und schien einen Geistesblitz zu haben. Sie entschuldigte sich einen Moment und eilte in den hinteren Bereich des Raumes, wo sie einen kleinen Koffer einsammelte und rasch zurückkehrte.
      „Ich lege sie hier hin, samt Bogen, dann können Sie sie mitnehmen, wenn Sie fertig sind“, erklärte die junge Frau, während sie den Behälter öffnete und eine glänzende Violine offenbarte. Sie nahm das Instrument heraus und hielt es Halvar hin, der es vorsichtig entgegennahm. Langsam drehte er die Violine in seinen Händen, wo sie viel zu klein wirkte. Schnell fand er eine Gravur an der Seite.
      Für Iouna, von Mama“, stand dort geschrieben, was ihn sehr überraschte. Der Polizist wusste vom Tod ihrer Mutter und konnte sich nicht vorstellen, wie viel der jungen Frau das Instrument bedeutete.
      „S-Sind Sie sicher?“, fragte er deshalb. Vielleicht hatte sie aus Versehen den falschen Koffer mitgebracht.
      „Ja, ich habe sie heute noch einmal gestimmt und etwas aufbereitet“, erzählte sie und zupfte kurz an einer der Saiten, um ihre Worte zu untermauern. „Sie lag eine Weile herum ... und ... wie das so ist. Sie hatte etwas Staub angesetzt.“
      Sorgsam legte der Hüne das Stück zurück in seinen Koffer und schloss den Deckel.
      „Vielen Dank, das ist wirklich sehr nett“, meinte er lächelnd. „Ich werde sie zärtlich behandeln.“
      „Sie kann ich mir weniger mit einem Instrument vorstellen“, merkte die Pfarrerstochter an und musterte ihn mit einem vielsagenden Blick.
      „Ja, ich habe nie eines gelernt“, stimmte er ihr mit einem Nicken zu.
      „Und was haben Sie früher so gemacht, als Sie im Alter Ihrer Tochter waren?“
      „Ich war Teil der Footballmannschaft“, erklärte er und musste grinsen. Vermutlich war es genau das, was sie von ihm erwartet hatte.
      „Vermutlich waren Sie die Footballmannschaft“, stellte die junge Frau in den Raum und ihr Gesichtsausdruck bestätigte Halvars Vermutung. Jedoch wusste er nicht so recht, ob das nun gut oder schlecht war.
      „Naja ... ein nicht unwichtiger Teil davon zumindest“, bestätigte er lachend. Irgendwie fühlte es sich seltsam an, darüber zu reden. Er schämte sich beinahe dafür, einer der Spieler gewesen zu sein, die eine Frau wie die junge Lehrerin vermutlich nicht einmal angesehen hätten. Aber inzwischen …
      „Ah, dann haben Sie den Spielern sicherlich das Wasser gebracht oder waren das Maskottchen“, mutmaßte die Lehrerin und zupfte an einer Haarsträhne herum.
      „Nein, für ein Maskottchen war ich denkbar ungeeignet.“
      „Weil?“
      „Weil man seinen Quarterback nicht in ein Maskottchenkostüm steckt“, klärte er sie mit einem verlegenen Lächeln auf.
      Ihr folgendes Nicken zeigte deutlich, dass sie mit nichts anderem gerechnet hatte.
      „Naja, das ist vorbei“, machte er mit einem wehmütigen Gedanken an die Vergangenheit deutlich. „Jetzt jage ich seltsamen Stalkern nach, anstatt Bällen.“
      Seine aussichtsreiche Karriere hatte er damals aufgeben müssen, nachdem Khyla schwanger geworden war. Ein wenig tat es ihm immer noch leid, auch wenn er sich sicher war, dass keine Karriere der Welt Lilly ersetzen könnte.
      „Ja, und nehmen Aussagen der Sorte Frauen auf, die Sie in ihrer Schulzeit nicht mal beim Namen kannten“, stellte sie mit einem schelmischen Lächeln fest. „Ich verstehe schon ...“
      Kurz räusperte sich der Hüne und kratzte sich am Kopf.
      „Nun ... man lernt ja dazu“, grummelte er vor sich hin.
      „Ja, das stimmt“, gab die junge Frau ihm recht. „Menschen wie ich waren immer die am Rand des Platzes, die die Musik zum Einmarsch des Teams gespielt haben.“
      Kurz lachte sie und zuckte dann mit den Schultern.
      „Aber ohne das Team hätten wir ja nichts zum Begleiten gehabt, also war das schon in Ordnung“, ergänzte sie dann.
      Halvar verlor sich einen Augenblick in dem Lächeln der Lehrerin. Wie viel nicht zusammengebundenes Haar und etwas weniger strenge Kleidung doch ausmachen konnten.
      „Sie hätten doch bestimmt auch eine gute Cheerleaderin abgegeben“, versuchte er weiter, das Gespräch aufrecht zu erhalten.
      Warum tust du das eigentlich?
      „Oh ... Oh nein, das war nichts für mich“, wies sie seinen Vorschlag zurück. „Mein Vater ist ja bekanntermaßen der Pfarrer und ich in einem Minirock hüpfend auf dem Feld, umgeben von jungen Männer, das ... das hätte er sicherlich nicht gerne gesehen.“
      Ich schon … wenn ich ehrlich bin.
      „Verständlich“, meinte er trotzdem, da er sie Sicht eines Vaters kannte. „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich heute dazu sagen würde, wenn Lilly das machen würde.“
      „Heute sind Sie Vater, nicht Sohn. Es ist ganz normal, dass sich dann die Sichtweisen ändern.“
      „Hat Ihre Sichtweise sich auch geändert?“, wollte der Hüne nickend wissen.
      Irgendwie hoffte Halvar, dass sie inzwischen auch Miniröcke trug. Er schämte sich ein bisschen dafür, sich diese Frage zu stellen, wo er wenige Tage zuvor noch der Meinung war, sie wäre strenger als der Geruch in der Männerumkleide.
      „Inwiefern?“, meinte die Pfarrerstochter lächelnd. „In meiner Studienzeit konnte ich mich neu erfinden, den auferlegten Ruf der Schule ablegen. Ich glaube, es existieren heute noch Bilder von mir, die ich lieber verleugnen würden. Also ja, ich denke, in gewisser Weise, ja.“
      Der Polizist zog die Augenbraue hoch und konnte sein Interesse nicht verbergen.
      „Verleugnen?", hakte er amüsiert nach.
      „Ja, als Musiklehrerin hatte ich unweigerlich viel mit Musik zu tun, sang in Bands und ... nicht alle waren ein Kirchenchor.“
      „Ich weiß nicht, in welches Genre ich Sie als Sängerin einsortieren würde“, gab er grinsend zu.
      „Versuchen Sie es“, hauchte sie und sah ihn herausfordernd an.
      Der Polizist erwiderte den Blick in ihre braunen Rehaugen. Kurz hatte er das Gefühl, sich darin zu verlieren, fand aber schnell in die Realität zurück.
      Jetzt reiß dich mal zusammen ...
      „Ich habe das Gefühl, dass ich dieses Spiel nur verlieren kann“, meinte er lachend. Was, wenn er etwas sagte, das sie beleidigte? Ging das überhaupt? Und warum war ihm das nicht einfach egal?
      „Nein, nur raus damit ...“, verlangte sie neugierig. „In welche Schublade stecken Sie mich? Immerhin erfüllen Sie auch ein Klischee, nur keine Scheu.“
      Musternd betrachtete Halvar die junge Frau. Er konnte sich nicht wirklich vorstellen, welche Art Musik sie machte, weshalb er das erste nannte, was ihm einfiel, als er sie ansah.
      „Vielleicht ... Ich weiß nicht. Ich glaube am ehesten kann ich sie mir bei Kuschelrock vorstellen.“
      Er lachte etwas unsicher, während er sich fragte, warum gerade das ihm als erstes eingefallen war.
      „Nein, nicht ganz“, widersprach sie ebenfalls mit einem Lachen. „Das habe ich auch ausprobiert, aber ... man will ja nicht immer nur kuscheln.“
      Aber es wäre ein Anfang. Moment … was?
      „Das stimmt“, warf er rasch ein, um sich von seinen eigenen Gedanken abzulenken und überlegte noch einmal kurz. „Aber irgendwas mit Rock war es bestimmt. Balladen?“
      „Kommen Sie einfach zum Schulfest, dann können Sie es sich ansehen“, schlug sie mit einem herausfordernden Heben ihrer Braue vor.
      „Schulfest?“, fragte Halvar zögerlich. Er wusste nichts von einem Fest an der Schule. Warum hatte Lilly nichts davon erzählt?
      „Das Fest am Ende des Schuljahres, wenn wir die neuen Schüler begüßen und die alten verabschieden ...“
      „Oh, verstehe“, meinte er etwas geknickt. „Ich muss sehen, was der Dienstplan sagt …“
      Nachdem seine Tochter nichts davon hatte verlauten lassen, hatte er natürlich nicht darauf geachtet, wann er arbeitete und wann er frei hatte. Wollte Lillian nicht, dass er dabei war? Vielleicht schämte sie sich für ihn.
      Oder sie hat Angst, dass du ihre Lehrerin angräbst und sie blamierst.
      „Sie sollten sehen, was Ihr Dienstplan als Vater sagt. Immerhin tritt Ihre Tochter mit uns auf ...“, merkte sie an, wobei sie ihre Stimme eine gewisse Enttäuschung offenbarte.
      „Sie ...“, fing Halvar an, sich zu erklären, unterbrach sich dann aber. Er hatte nicht das Gefühl, dass es etwas brachte, der Lehrerin zu erklären, dass Lilly ihm auch das nicht erzählt hatte. Abgesehen davon wollte er die Schuld nicht auf seine Tochter schieben.
      „Ich werde da sein“, versprach er deshalb und versuchte, die leise Trauer über das fehlende Vertrauen seines Kindes zu überspielen.
      Miss NíGwydion schenkte ihm ein verständnisvolles Lächeln. Offenbar verstand sie, was er sagen wollte, ohne, dass er es aussprechen musste.
      „Vielleicht will sie niemanden enttäuschen“, schlug sie vor.
      „Oder nicht enttäuscht werden“, nuschelte der Hüne im Gegenzug.
      Die junge Frau kam einen Schritt auf ihn zu und sah zu ihm auf.
      „Ich kenne die andere Seite und ...“, fing sie mit einem kleinen Schmunzeln an zu sprechen, pausierte dann aber und fixierte seine Augen.
      Halvar erwiderte den Blick.
      „... und?“
      Einmal blinzelte die Lehrerin, ehe sie sich zum Pfarrer wandte, der sich in etwas Entfernung mit einem Besucher unterhielt.
      „Ein Mädchen braucht ihren Vater“, fuhr sie fort, ehe sie Halvar wieder anschaute. „Denn wer beschützt sie vor den ganzen Quarterbacks dort draußen?“
      „Ich gebe mein Bestes ...“
      „Geben Sie ihr etwas Zeit“, erwiderte die Schwarzhaarige und lächelte wieder aufmunternd. „Nicht nur Sie haben viel zu verdauen.“
      Der Hüne nickte sacht und zwang sich, ebenfalls einen etwas fröhlicheren Gesichtsausdruck aufzusetzen.
      „Vielleicht ... hilft ihr der Musikkurs ja etwas“, meinte er hoffnungsvoll.
      „Ablenken und neue Freunde helfen oft.“
      Wieder stimmte er ihr stumm zu.
      „Ich hoffe es“, flüsterte er beinahe. „Sie musste viel mitmachen.“
      „Was macht sie denn gerade?“
      „Jetzt im Moment? Sie ist Zuhause.“
      „Und was ist geplant?“, wollte die Lehrerin wissen.
      „Abendessen und ... mal sehen. Sie hat nicht besonders viel Lust, Zeit mit mir zu verbringen.“
      Die Pfarrerstochter musterte den Polizisten einen Augenblick. Er glaubte, dass ihr Blick wieder an seinen Augen verharrte, bevor sie weitersprach.
      „Was gibt es denn zu essen?“
      „Pizza“, verkündete er den Wunsch seiner Tochter.
      „Fastfood!“, entgegnete Miss NíGwydion beinahe vorwurfsvoll.
      „Naja, frische Pizza“, rechtfertigte er sich.
      Und selbst wenn nicht, werde ich den Teufel tun und Lilly ihren Wunsch ausschlagen.
      Lachend schüttelte die junge Frau den Kopf.
      „Dann vergessen Sie wenigstens den Nachtisch nicht“, forderte sie ihn auf. „Es geht nichts über etwas Süßes danach, vor allem, wenn es eine Überraschung ist.“
      Gerade als er ihr zustimmen wollte, klatschte der Pfarrer in die Hände und signalisierte so, dass das Treffen begann.
      Beinahe um Vergebung bittend sah Halvar zu der Lehrerin hinunter. Er hätte sich lieber noch eine weitere Stunde mit ihr unterhalten, anstatt mit einem Haufen Fremder zu reden.
      Ein freches Grinsen war alles, was sie auf seine stille Entschuldigung erwidere.
      Kurz verabschiedeten sie sich, ehe sich der Stuhlkreis schließlich formte.

      Viel brachte diese Sitzung Halvar nicht, da er keine neuen Erkenntnisse gewann. Dennoch ging er mit einem guten Gefühl, einer signierten Violine und dem Abendessen samt Nachspeise nach Hause.
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • Hier gins ja weiter =O =O =O

      Na, jetzt aber:

      Jennagon schrieb:

      „Sie wissen gar nichts“, antwortete Lillian dann patzig und verließ das Lehrerzimmer.
      Hach ja... :D Nicht nur, dass ich diesen Spruch noch von mir selbst kenne, bin ich dank Neffen und Patenkinder gerade umgeben von pubertären Blärrgeistern. Einfach herrlich. Die Erwachsenen haben echt keine Ahnung, Mann!!!!! :rofl:

      Jennagon schrieb:

      „Khyla ist momentan nicht im Land. Aber ich werde mich darum kümmern, sobald es möglich ist“, erwiderte er und Iouna seufzte.
      Also nie …
      :rofl: Das Versprechen eines Mannes, gell? "Du musst mich nicht alle 6 Monate daran erinnern!" xD

      Jennagon schrieb:

      Wäre das ein Film gewesen, hätte sie für einen noch auffälligeren Abgang ihren Dutt lösen müssen, aber darauf verzichtete Iouna, vor allem, da Slow-Motion- Bewegungen im realen Leben nicht umzusetzen waren.
      :rofl:

      Chaos Rising schrieb:

      „Was hast du heute vor?“, fragte er seine Tochter, die lustlos in den Fernseher starrte.
      „Nichts.“

      Chaos Rising schrieb:

      „Was für eine?“, hakte er nach und hoffte, etwas mehr als einen halben Satz als Antwort erhalten würde.
      „Salami.“
      Ganz de Babba, die Kleene :D So 'ne richtige Schnatterbix

      Chaos Rising schrieb:

      Seine aussichtsreiche Karriere hatte er damals aufgeben müssen nachdem Khyla schwanger geworden war.
      Boah, hier triiiiiieft es ja so richtig mit Klischee xD
      Ich glaube, alle Quarterbacks der Welt haben ihre Karriere für die schwanger Freundin geopfert :rofl:

      Chaos Rising schrieb:

      „Pizza“, verkündete er den Wunsch seiner Tochter.
      „Fastfood!“, entgegnete Miss NíGwydion beinahe vorwurfsvoll.
      „Naja frische Pizza“, rechtfertigte er sich.
      Öy! Recht hat er! 8)
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.




      Die Wächter von Armargon - Teil 1: Rache
    • Ruka schrieb:

      Hach ja... Nicht nur, dass ich diesen Spruch noch von mir selbst kenne, bin ich dank Neffen und Patenkinder gerade umgeben von pubertären Blärrgeistern. Einfach herrlich. Die Erwachsenen haben echt keine Ahnung, Mann!!!!!
      Ja, wer kennt es nicht. :rofl: Die Sprüche hatten wir alle mal drauf. :whistling:

      Ruka schrieb:

      Das Versprechen eines Mannes, gell? "Du musst mich nicht alle 6 Monate daran erinnern!" xD
      Genau! Vor allem mit der Vorbelastung. :whistling:
      Ich glaub bei Iouna sieht die ehemalige Ehe ungefähr so aus.
      Khyla ...

      Ruka schrieb:

      Ganz de Babba, die Kleene So 'ne richtige Schnatterbix
      Stell dir mal vor, die würde NOCH mehr reden, das hält man ja nicht aus. Vorbei es DA vermutlich nen Unterschied gibt. Schnattern mit Freundin und der Eltern-Kind Unterhaltungsmodus. :rofl:

      Ruka schrieb:

      Boah, hier triiiiiieft es ja so richtig mit Klischee xD
      Ich glaube, alle Quarterbacks der Welt haben ihre Karriere für die schwanger Freundin geopfert
      Ja, das ist VOLLE ABSICHT :rofl: So der Quarterback, der übers Ziel hinaus geschossen hat - geschossen ... höhö
      Nein, hier greifen wir VIELE Klischees auf, aber halt weil mehr ne Parodie eben xD Da ist das absolut legitim. :whistling:

      Ruka schrieb:

      Öy! Recht hat er!
      Ja, stimme ich ganz zu, aber Iouna kocht und backt eben gerne ... und das letzte Essen war ja nicht so knorke xD

      Danke für dein Kommi HAHAHAH
    • Weil ich eh nichts anderes zum Posten habe, mache ich mal ganz frech hier weiter. höhö


      Folge 9 - Von Gartentüren und G - Punkten



      Iouna kam später aus der Schule als sonst, da sie bei Lillian noch etwas Nachhilfe gegeben hatte, damit sie die Lieder bis zur Feier beherrschte. Dabei bemerkte die junge Frau auch, dass ihre Schülerin weitaus talentierter war, als sie es angenommen hatte. Wie sollte Iouna das auch ahnen? Ein von einem Quarterback und einer …
      Die Lehrerin schluckte gedanklich eine Beschreibung der Mutter hinunter, denn eigentlich kannte sie Khyla Dahl nicht, aber was Lillian von dieser im Einzelunterricht ansatzweise erzählt hatte, reichte mitunter, um sich ein nicht allzu gutes Bild zu machen.
      Kein Wunder traute sich Lillian kaum etwas zu, wenn sie nie Unterstützung erfuhr. Wenn sie weiter nachhakte, woran das lag, kamen nur vage Anspielungen, dass ihre Mutter anscheinend nicht viel von ihren Freizeitaktivitäten hielt. Ihr Vater wurde allem Anschein nach erst nach der Trennung viel mehr ins Geschehen gezogen, da Lillian ja dann alleine bei ihm lebte und keine Mutter vor Ort war, um alles zu erledigen.
      Aber immerhin hatte Mr. Dahl zugestimmt, das Sommerfest zu besuchen. Dies war ein kleiner Sieg an der Stelle, weil das Mädchen ansonsten in Scheidung und Rosenkrieg unterging, denn da ging es nur um die Schüler und nicht um die Eltern.
      Jetzt musste der Polizist nur noch sein Versprechen einhalten.
      Wenn nicht, dann erschieße ich ihn mit seiner eigenen Dienstwaffe … Notwehr oder … Dummheit im Verzug.
      Die Lehrerin wusste überhaupt nicht, warum sie sich daraus so viel machte. Auch in diesem Moment hoffte sie, dass der Polizist sich um ein Kostüm für seine Tochter kümmern würde, da alle etwas trugen, was zur klassischen Musik passte – Barock. Aber auch das war eigentlich nicht ihr Problem. Einerseits ahnte Iouna, dass es etwas Persönliches war, wie ihr Vater bereits gemeint hatte, aber anderseits konnte das nicht alles sein.
      Vielleicht leide ich auch einfach Dank der nächtlichen Anrufe an Schlafmangel. Ich sollte meine Nummer ändern oder umziehen oder beides.
      Nachdenklich schnappte sie sich die Zeitung aus dem Briefkasten, schloss die Tür zu ihrem Haus auf und ging hinein. Nach einem musternden Blick auf die Post legte sie ihre Schlüssel und alles andere auf den Diener am Eingang.
      Ein Luftzug erfasste Iouna, was seltsam war, denn …
      Vorsichtig betrat sie ihr Wohnzimmer, wo sie schnell den Ursprung des Windes entdeckte. Ihre Gartentür stand sperrangelweit offen, die an der offenen Küche angrenzte.
      Kaum hatte sie das entdeckt, machte Iouna auf der Hacke kehrt und schnappte sich wieder ihre Autoschlüssel, um in ihren Wagen zu steigen.
      Noch nie hatte sie vergessen die Gartentür zu verschließen, noch nie! Jemand war in ihrem Haus gewesen oder konnte noch dort sein. Eine andere Möglichkeit gab es nicht, weswegen sie eilig den Motor ihres Wagens startete und umgehend zum örtlichen Polizeirevier fuhr.
      Allmählich gingen Iouna die Vorgänge auf die Nerven. Erst der Stalker, dann wurde sie jede Nacht bestimmt viermal aus dem Schlaf gerissen und nun standen ihre Türen offen. Entweder besaß jemand eine seltsame Art, seine Zuneigung zu zeigen oder jemand stellte ihr immer noch nach.

      Das alles erzählte sie auch dem Polizisten, bei dem sie folglich die Angaben machte, um eventuell einen Anzeige gegen Unbekannt zu stellen. Ein Mann, der seinen Donut in den Kaffee tunkte und aussah, als hatte er den Schreibtisch die letzten zehn Jahre nicht verlassen. Und auch so roch.
      „Verstehe ich das richtig, dass Sie wegen einer offenen Tür hier sind?“, hakte der augenscheinliche Shief Wiggum noch einmal nach, der Iouna tatsächlich stark an den Polizisten aus der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ erinnerte.
      Nur ist der intelligenter als dieser Vertreter seiner Zunft.
      „Ja“, bestätigte Iouna ein weiteres Mal. „Wie ich bereits sagte, hatte meine Wäsche aufgehängt, dann die Tür verschlossen und bin dann aus dem Haus gegangen.“
      „Verstehe“, erwiderte Officer Sanchez, wie er wirklich hieß und tippte etwas mit seinen verklebten Griffeln in den Computer, der wirkte, als lief er noch mit Windows 95.
      Der Officer sicher ebenfalls …
      „Sonst noch etwas?“, forderte er zu wissen und mürbe rutschte Iouna in dem unbequemen Stuhl hin und her.
      „Die nächtlichen Anrufe?“, erinnerte sie ihn nochmal an das Geschilderte.
      „Mhm“, murmelte der Polizist und tippte weiter. „Und Sie meinen, das steht in einem Zusammenhang?“
      „Ja, das wäre doch möglich, oder nicht?“
      „Wenn sie das sagen. Aber wäre es nicht auch möglich, dass sie schlicht vergessen haben, die Tür zu schließen und bei den Anrufen handelt es sich um Streiche ihrer Schüler? Die Zeugnisse stehen schließlich an.“
      In der Tat war es möglich, dass es sich dabei um einen Zufall handelte, aber daran glaubte Iouna nicht. Das waren zu viele Zufälle, weswegen sie sichtlich angestrengt über ihre Stirn strich und mit ihrem Kopf schüttelte.
      „Nein, ich habe nicht vergessen, meine Tür zu schließen. Das mit den Anrufen kann sein, wer weiß, aber vor ein paar Tagen wurde ein Mann vor meiner Haustür von ihren Kollegen entfernt, dieser könnte es genauso gut sein.“
      Gelangweilt tippte der Polizist erneut auf der Tastatur herum, frei nach dem „Adler kreist über Maus – Prinzip“ und entdeckte anscheinend den Fall.
      „Ah, hier steht´s!“, meinte er. „Klingt nicht weiter schlimm.“
      „Nicht schlimm?“, verlangte die Lehrerin genervt zu wissen. „Ab wann wäre es denn schlimm? Wenn man den Reißverschluss über mir zuzieht?“
      „Miss NiGwydion ... Ihre Aussage entbehren jedweder Grundlage für einen Einsatz ...“, gab der Officer seufzend von sich und wischte sich seine schmierigen Finger an seiner Uniform ab, da er den Zuckerguss nicht schon an der Tastatur losgeworden war.
      „Jemand war in meinem Haus!“, beharrte die Lehrerin allmählich wütend auf ihre gemachte Aussage. „Sehen Sie, ich bin alleine. Ich würde mich sicherer fühlen, wenn einer ihrer Kollegen sich einmal in meinem Haus umsehen könnte, damit ich heute Nacht in Ruhe schlafen kann und nicht fürchte, dass irgendwo ein Verrückter aus meinem Schrank gekrochen kommt.“
      Hätte ich doch bloß den Notruf gerufen und wäre nicht hierher gefahren. Das kommt davon, wenn man nicht hysterisch genug ist.
      „Ich werde sehen, was ich machen kann“, sprach der Officer und würgte somit die Bedenken der Lehrerin ab.
      Wütend über die Abfertigung, nur weil sie kein Messer im Rücken hatte, stand Iouna auf und schnappte sich ihre Sachen.
      „Fallen Sie vor Anstrengung bloß nicht noch vom Stuhl ...“, kommentierte Iouna die Abfuhr und schob, nein, schmiss die unbequeme Sitzgelegenheit regelrecht an den Tisch zurück und ging. Ihr war es auch egal, dass die anderen Polizisten sie etwas seltsam ansahen, als sie die Tür zur Straße aufwarf.
      Eilig stieg die Lehrerin die Stufen hinunter zum großen Parkplatz vor dem Revier und vernahm kurz darauf ihren Namen.
      „Miss NíGwydion ...“, hörte sie lautstark aus einer anderen Richtung als die, in die sie wollte und geladen fuhr sie herum.
      Großartig, das hat mir gerade noch gefehlt. Starsky und Hutch …
      „Kann man Ihnen irgendwie helfen?“, forderte der blonde Polizist zu wissen und stieg gerade zusammen mit Officer Dahl aus dem Dienstwagen. Breit grinsend zog der Officer seine Sonnenbrille ab und allein dafür, hätte Iouna ihm schon eine klatschen können.
      Aber als sie auch Officer Dahls fragenden Blick sah, überredete sie sich selbst dazu, auf die beiden zuzugehen.
      „Mir ist nicht mehr zu helfen. Am Besten sie hängen mir einen Zettel an meinen großen Zeh und schieben mich direkt in die Leichenhalle, dann ersparen wir uns den Papierkram“, erklärte die Lehrerin zynisch und lief zum Wagen.
      „Was ist denn?“, wollte Officer Dahl wissen und zog eine Braue nach oben.
      Lehnend an dem Wagen, musste die Lehrerin zugeben, dass gut gebaute Männer in Uniform eine gewisse Wirkung auf Frauen besaßen, nicht wie die Qualle im Revier, weswegen sie umgehend etwas ruhiger wurde. Mit ihren Waffen im Halfter, den Handschellen und Marken, standen die beiden Polizisten da wie moderne Ritter, zumindest einer von ihnen.
      Der Kollege von Officer Dahl wirkte mehr wie ein Freizeitstripper, da er Iouna unentwegt angrinste und sie keine Ahnung hatte, warum.
      Die junge Frau räusperte sich und seufzte einmal ausgiebig, ehe sie ihre Begegnung mit Officer Sanchez wiederholte und meinte, dass sie sich in ihrem eigenen Haus nicht sicher fühlte.
      „Wollen Sie sich meinen Kollegen ausleihen?“, hakte der Blonde nach und das Grinsen wurde noch breiter. Irgendwie bekam Iouna das Gefühl vermittelt, dass der Kerl ein Zuhälter war, der gerade sein Mädchen versuchte, an den Mann zu bringen. Iouna musterte ihr Gegenüber kurz, wo sie auch dessen Namen entdeckte.
      „Officer Smith“, betonte sie, „sie beide haben sicherlich jetzt Feierabend und ich möchte mich nicht aufdrängen, wo doch alles nur ein Zufall laut ihres anderen Kollegen ist. Ich gehe nun nach Hause und sterbe einfach, so wie es eine gute Bürgerin dieser Stadt tun würde.“
      „Würde es sie beruhigen, wenn jemand nachsehen würde?“, fragte nun Officer Dahl und die junge Frau wandte sich diesem zu.
      „Naja“, druckste sie etwas herum. „Im Grunde schon. Ich habe nur einen alten Regenschirm, den ich als Waffe zweckentfremden könnte. Bratpfannen und so etwas … Sie hingegen ...“
      „Wenn Sie möchten … Ich habe Zeit“, ergänzte Lillians Vater und wartete auf eine Antwort der Lehrerin, die hin und her überlegte.
      War das zu viel verlangt? Vielleicht machte Sie sich ja lächerlich mit ihrer Panik. Aber was sollte schon passieren, immerhin war er dabei gewesen, als sie Mr. Grey verhaftet hatten.
      „Ja, es würde mich ungemein beruhigen“, gab sie deshalb zu.
      „Na dann … Viel Spaß“, antwortete Officer Smith und grinste bei seinem Abschied erneut, als hätte er erfolgreich einen Drogendeal abgeschlossen.
      Sein Kollege hingegen lächelte etwas unsicher und warf die Tür vom Dienstwagen zu.
      „Sind Sie ... zufällig mit dem Auto da?“, wollte Lillians Vater wissen und Iouna nickte.
      „Ja ...“, antwortete sie euphorischer als geplant. „Mein Wagen steht auf dem … Gästeparkplatz.“
      Mit dem Schlüssel in der Hand wies sie in die Richtung, die sie meinte und lief voraus. Die Lehrerin hoffte auf dem Weg dorthin, dass dem Polizisten der Wagen nicht bereits geläufig war, bei welchem es sich um einen schwarzen 1967er Ford Mustang handelte, welcher weiße Rennstreifen über der Motorhaube bis zum Kofferraum besaß.
      Überrascht musterte der Mann den Oldtimer und schaute dann Iouna etwas fragend an.
      Das ist Ihr Wagen?“
      „Das Auto habe ich von meinem Cousin“, erklärte die Lehrerin vage. „Er schuldete mir Geld und anstatt es mir zurückzuzahlen, überschrieb er mir den Wagen. Er könnte ihn gerade ohnehin nicht fahren.“
      Der letzte Satz kam leiser über ihre Lippen, da sie nicht wollte, dass Officer Dahl ihn wirklich mitbekam. Immerhin saß Tristan im Knast wegen Wagendiebstahl.
      „Verstehe“, antwortete Officer Dahl und stieg mit ihr ins Auto.
      Recht schnell bemerkte Iouna, dass die Statur des Polizisten viel Raum in dem verbauten Wagen einnahm, den ihr Cousin liebevoll „Sophie“ getauft – und den Namen ebenfalls mit weißer Farbe auf den Kofferraum gepinselt hatte.
      Mit hochrotem Kopf räusperte sich die Lehrerin und wies den Hünen an, in diesem Auto nichts anzufassen, vor allem nicht den roten Knopf unterhalb des Radios. Die junge Frau wusste selbst nicht so genau, für was dieser war, aber da Tristan gemeint hatte, sie sollte ihn nie und unter keinen Umständen drücken, hielt sie sich daran.
      Verschämt versuchte sie den Umstand zu ignorieren, dass ihr Cousin ein ebenso rotes Schild über den Knopf geklebt hatte, worauf nur „G-Punkt“ prangerte. Es trieb Iouna regelrecht den Schweiß des Schames auf die Stirn, dass sie und Officer Dahl in einem Auto saßen, welches einen weiblichen Namen und einen G-Punkt besaß.
      „Interessante Ausstattung“, erwiderte der Polizist amüsiert, als ihm anscheinend das Schild sehr wohl aufgefallen war.
      Iouna räusperte sich noch einmal und startete den Motor, der umgehend aufheulte und das gesamte Fahrzeug vibrieren ließ.
      „Ja, ich weiß“, erwiderte die Lehrerin immer noch beschämt, aber versuchte, es mit Humor zu nehmen. „Aber immerhin ist er hier ausgeschildert.“
      „Ja, das macht es einfacher“, antwortete der Polizist lachend und Iouna schloss sich ihm an.
      Da er es ebenso mit Humor sah, taute sie etwas auf, während sie den Wagen auf die Straße lenkte. Immer noch lachend fuhr die Lehrerin fort zu erklären, warum sie nicht wusste, wofür der Knopf war.
      „Ich habe oft den Drang, es einfach mal auszuprobieren“, gab sie zu, da man diesen Drang immer besaß, wenn man etwas nicht drücken sollte. „Aber da die Orgasmen einer Frau in vielen Büchern mit Explosionen, Supernovas oder einem Meteoriteneinschlag verglichen werden, habe ich Angst in die Luft zu fliegen.“
      Officer Dahl beantwortete ihre Worte mit einem erneuten Lachen, aber danach hüllten sich beide in Schweigen.
    • Jennagon schrieb:

      Schnattern mit Freundin und der Eltern-Kind Unterhaltungsmodus.
      JA! So:
      "Und, wie war die Schule?"
      "Gut."

      "Wie war's Fußballspiel?"
      "Gut."

      "Was hast du so in den Ferien gemacht?"
      "*schulterzucken*"

      xD

      Jennagon schrieb:

      Ja, das ist VOLLE ABSICHT :rofl:
      Das WEISS ich! xD
      Aber hier kriegt man es übelst in die Fresse geklatscht xD


      -----
      [Edit]

      Öy! Hast ja parellel gepostet xD

      Na, dann kommentier ich direkt weiter!

      Jennagon schrieb:

      Vielleicht leide ich auch einfach Dank der nächtlichen Anrufe an Schlafmangel. Ich sollte meine Nummer ändern oder umziehen oder beides.
      Und die Welt verlassen, oder die Milchstraße, oder das Universum...?

      Jennagon schrieb:

      „Ah, hier steht´s!“, meinte er. „Klingt nicht weiter schlimm.“
      „Nicht schlimm?“, verlangte die Lehrerin genervt zu wissen. „Ab wann wäre es denn schlimm? Wenn man den Reißverschluss über mir zuzieht?
      Leider harte Realität, irgendwie. Es muss erst was passieren, damit etwas passiert :/

      zum dick markierten: :rofl:

      Jennagon schrieb:

      „Mir ist nicht mehr zu helfen.
      :whistling: :whistling: :whistling:

      Jennagon schrieb:

      Am Besten sie hängen mir einen Zettel an meinen großen Zeh und schieben mich direkt in die Leichenhalle, dann ersparen wir uns den Papierkram“
      :rofl: Dieser Zynismus...das könnte glatt ich sein xD

      Jennagon schrieb:

      Ich gehe nun nach Hause und sterbe einfach, so wie es eine gute Bürgerin dieser Stadt tun würde.“
      :rofl: s.o. xD

      Jennagon schrieb:

      einen schwarzen 1967er Ford Mustang
      OOOOOOOOOOOOOOOOOOOH!!!!!!!!!!!!! :love: :love: :love: :love: :love: <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 <3 :love: :love: :love: :love: :love: :love: :love: [Periode]

      Jennagon schrieb:

      den ihr Cousin liebevoll „Sophie“ getauft
      Ich gebe meinen Autos auch immer Namen :D Mein aktueller heißt Karl-Boris!

      Jennagon schrieb:

      „Aber immerhin ist er hier ausgeschildert.“
      Der war böse.... ganz böööööse xD

      Jennagon schrieb:

      „Aber da die Orgasmen einer Frau in vielen Büchern mit Explosionen, Supernovas oder einem Meteoriteneinschlag verglichen werden, habe ich Angst in die Luft zu fliegen.“
      :rofl:
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.




      Die Wächter von Armargon - Teil 1: Rache

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ruka ()

    • So @Ruka, hier deine GutenMorgenLektüre :rofl:

      Ruka schrieb:

      Der war böse.... ganz böööööse xD
      Ich hab mich bei demn Auto sowas von beömmelt.

      Ruka schrieb:

      OOOOOOOOOOOOOOOOOOOH!!!!!!!!!!!!! [Periode]
      Ja, ich habe auf einen Porsche verzichtet :rofl:

      Ruka schrieb:

      Dieser Zynismus...das könnte glatt ich sein xD
      Siehste, kann man sich wenigstens reinfühlen. xD

      Ruka schrieb:

      Leider harte Realität, irgendwie. Es muss erst was passieren, damit etwas passiert
      Ja deswegen. Traurig, aber wahr ...




      Es war nicht leicht ein gemeinsames Thema zu finden, wo doch das Kennenlernen der beiden sich darauf beschränkte, dass sie ihn als Alkoholiker abgestempelt hatte. Diesmal roch er zumindest nicht nach billigem Fusel, sondern es verbreitete sich ein angenehmer Duft eines ihr unbekannten Aftershaves im Wagen. Auch besaß seine Uniform diesmal keine Senfflecken oder andere Spuren von Essensreste.
      Nur sie sah bieder aus wie immer, da sie geradewegs aus der Schule gekommen war. Nun bereute die Lehrerin es etwas, sich nicht zuvor wenigstens umgezogen zu haben.
      Genau, es ist vielleicht ein Perverser im Haus und ich mache mich noch nackig.
      Somit hätte sie zumindest mal ein Mann musternd betrachtet …
      Halt … Was?
      Als sie an Iounas Haus angekommen waren, stiegen sie aus und Officer Dahl erkundigte sich umgehend, um welche Tür es sich gehandelt hatte.
      Die Lehrerin lotste den Polizisten durch das Haus und zeigte ihm die Gartentür, die wie zuvor weit offenstand.
      Gründlich nahm der Polizist die Tür in Augenschein und betrachtete sie von allen Seiten.
      Jetzt wäre man gerne eine Tür … Oh mein Gott, ich muss damit aufhören …
      „Entschuldigen Sie, wenn ich nochmal fragen muss, aber Sie sind sicher, abgeschlossen zu haben?“, hakte Lillians Vater noch einmal nach und riss Iouna damit kurzerhand aus ihren eher zweideutig angesiedelten Gedanken, die sie sich selbst nicht wirklich erklären wollte und konnte.
      „Ehm ja“, antwortete sie eilig. „Ich bin mir sicher. Allerdings braucht man nicht viel, um sie … auszuhängen.“
      „Aushängen?“, fragte Officer Dahl und richtete sich auf, nachdem er auch das Schloss inspiziert hatte.
      „Die Scharniere sind kaputt, aber ich habe weder zur Zeit das nötige Geld noch selbst das Geschick, diese zu ersetzen. Man kann sie aushängen und so aus dem Rahmen … hebeln.“
      Ein nachdenkliches Nicken folgte seitens des Gesetzeshüters und schaute Iouna mahnend an.
      „Das ist etwas leichtsinnig, Miss NíGwydion.“
      Wollen sie mich jetzt bestrafen, Officer? Himmel, diese verfluchte Uniform.
      Iouna runzelte ihre Stirn und versuchte, betreten zu nicken, während ihre Gedanken mehr dazu abschweiften, dass man diese Uniform auch ausziehen konnte.
      Dieser Mann hat Probleme, mahnte sie sich selbst noch einmal innerlich.
      „Ja, ich weiß“, gab sie dann resigniert zu, indessen der Blick des Officer entlang des Gartens streifte.
      Erschrocken stellte die Lehrerin fest, dass sie vergessen hatte, dass ihre gewaschenen Sachen noch an der Wäschespinne hingen. Und um den Moment der Peinlichkeiten abzurunden, hatte sie Feinwäsche, ergo Unterwäsche gewaschen, die sie vor dem Verlassen des Hauses zum Trocknen draußen hängen ließ.
      „Da habe ich doch glatt vergessen, dass meine Wäsche noch hier hängt ...“, spielte Iouna peinlich berührt auf ihre Entdeckung an.
      „Das macht doch nichts“, erwiderte Officer Dahl trocken und betrachtete zuerst die Spinne, dann die Lehrerin.
      „Er war verheiratet, er wird wissen, was Damenunterwäsche ist“, meldete sich Iounas innere Stimme an sie, was sie nur wenig beruhigte.
      Genau, verheiratet, dann hat er wohl sehr lange keine mehr gesehen und außerdem kennt er deshalb noch lange nicht meine! Abgesehen davon sah seine Exfrau in Unterwäsche sicherlich bei Weitem anders aus als ich.
      Ja“, fiel ihr ihre Stimme wieder ins Wort. „Er war das Sportass und sie vermutlich die Schönheitskönigin der Schule. Du hingegen der Loooooser.“
      Genau, vermutlich ist sie dürr und mit Intelligenz beseelt wie ein Fotolabor beleuchtet ist, aber Hauptsache Größe XS.
      „Jetzt kennt er zumindest unsere Körbchengröße … und die ist nicht XS, sondern ...“
      Doch bei genauerer Betrachtung der Wäschespinne fiel Iouna etwas vollkommen anderes auf. Um sicherzugehen, schaute sie sich noch einmal um, konnte aber nirgends die fehlenden Teile entdecken.
      „Das kann doch nicht sein, ich habe doch … da fehlen zwei Sachen.“
      „Was?“, fragte der Hüne in Uniform und die Lehrerin sah ihn erneut mit rotem Kopf an.
      „Mein schwarzer BH und der dazugehörige Slip ist weg“, erklärte sie schließlich.
      Da alle Sachen mit einer Klammer angebracht waren, war es recht unwahrscheinlich, dass der Wind sie davongefegt hatte, denn dann hätten zumindest die Klammern noch da sein müssen, aber diese waren auch fort.
      Und noch einmal erkundigte sich der Polizist, ob sie sich vollkommen sicher war.
      „Ja, ganz sicher“, erwiderte Iouna missmutig. „Warum die schwarzen Sachen, die roten waren ohnehin ein Fehlkauf.“
      „Gib eine Vermisstenanzeige bei ihm auf“, schlug die Stimme in ihrem Kopf erneut vor. „Dann kennt er unsere Maße bis ins Detail.“
      „Das sind tatsächlich etwas viele Zufälle“, gab nun auch Officer Dahl zu und Iouna schaute zum Haus.
      „Und was, wenn dieser Zufall auch in meinem Haus war?“, wollte sie wissen und bekam immer mehr ein mulmiges Gefühl.
      „Wenn Sie möchten, sehe ich nach“, bot er an und die verunsicherte Lehrerin nickte.
      „Das wäre wirklich nett und danke.“
      Der Polizist nahm sie beim Wort und schaute sich zuerst unten um, bevor er sich den vier Zimmern und den beiden Bädern im ersten Stock widmete, da unten nichts Ungewöhnliches auffiel.
      Mit einem gewissen Abstand ging Iouna dem Hüter des Gesetzes nach und ließ sich etwas von seiner angespannten Körperhaltung anstecken, während er einen Raum nach dem anderen kontrollierte.
      Das ist wie in einem Actionfilm …
      Zuletzt kontrollierte er das alte Musikzimmer, welches sich Iounas Mutter mal eingerichtet hatte und noch genauso dastand, wie an dem Tag, als sie gestorben war. Ausgenommen vom Staub und Dreck, den die Lehrerin natürlich wöchentlich beseitigte. Viele unterschiedliche Instrumente standen darin, welche sicherlich einen beachtlichen Betrag eingebracht hätten, aber Iouna konnte die Erbstücke nicht verkaufen, um so die Unkosten des Hauses zu decken.
      „Das sind … viele Instrumente“, stellte auch der Officer fest, was die Lehrerin mit einem Lächeln bedachte.
      „Ja, es sind einige.“
      „Beherrschen Sie die auch alle?“, wollte er wissen und klang tatsächlich interessiert. Zumindest klang es nicht wie eine Frage, die er aus reiner Höflichkeit stellte.
      „Im Grunde, ja“, bestätigte die Musiklehrerin und versuchte, bescheiden zu klingen. „Aber bei Weitem nicht so gut wie meine Mutter. Einige habe ich schon seit Jahren nicht mehr angerührt. Zum Beispiel die Harfe.“
      „Wegen den Erinnerungen?“, wollte Lillians Vater wissen und Iouna musste zunächst einen Moment überlegen, bis sie verstand, was er meinte.
      „Oh“, stieß sie deswegen aus. „Ja, das auch, aber ich bin einfach schlecht.“
      „Wenn sie ein bisschen üben, können sie irgendwann ihren eigenen Kindern vorspielen“, merkte der Polizist an und Iouna lächelte etwas betreten.
      „Ja. dazu braucht es erst einmal einen Mann“, merkte sie an. „Aber ich habe schon seit längerem überlegt, ob ich mich nicht in Zellteilung übe.“
      „Wollen Sie Biologie unterrichten?“, hakte Officer Dahl gespielt ernst nach und Iouna schloss die Tür zum Zimmer, da auch dort nichts Auffälliges zu finden war.
      „Du meinst, abgesehen vom auffälligen Detail, dass wir eine alleinstehende Frau in einem riesigen Haus sind“, fügte ihre innere Stimme anbei und verhöhnte sie geradezu.
      „Wenn man es unterrichtet, dann hat man zumindest irgendwie damit zu tun, nicht wahr?“, antwortete Iouna gefühlt viel zu spät auf seine Frage, aber versuchte, einen ebenso heiteren Ton anzuschlagen, während sie ihn zurück in die Küche führte.
      „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für sie so schwer ist, einen Mann zu finden.“, kommentierte er ihren stillen Hinweis und die Lehrerin begann, laut zu lachen.
      „Nein, das nicht“, erwiderte sie ehrlich, „aber dass diese nicht vollkommen geistesgestört sind, das ist mein Problem. Ich erinnere Sie nur mal an das letzte Date, was Sie hautnah mitbekommen haben.“
      „Vielleicht sollten Sie Ihre Dateliste doch einmal selbst schreiben.“
      Wieder ertönte ein Lachen.
      „Auch das habe ich versucht, aber ich bin anscheinend darin genauso schlecht wie im Harfespielen. Ich habe sogar mal einen Freund meines Cousins gedatet, bis ich merkte, dass er während eines Filmeabends versuchte, meine Kaffeemaschine zu klauen. Ich denke, da sieht es bei ihnen besser aus. Vor allem auch mit der Auswahl.“
      Iouna zeigte fragend auf die Kaffeemaschine und wartete, ob der Polizist einen trinken wollte. Da sich niemand im Haus, unter ihrem Bett oder darauf befand, war das wohl der nächste Schritt. Lächelnd und mit einem leichten Nicken bejahte der Polizist die Frage, während der Unterhaltung und die Lehrerin machte sich umgehend an dem Gerät zu schaffen.
      „Vielleicht hatten Sie einfach nur … Pech“, sagte er dann. „Meine Auswahl?“
      Mit erhobener Braue drehte sich Iouna zu dem Mann um, der seine Frage formulierte, als hätte er nie in den Spiegel gesehen.
      „Ja, Ihre Auswahl“, wiederholte sie noch einmal und drückte den Knopf, damit der Kaffee begann, in die Kanne zu laufen. „Sie sind groß, gut gebaut, attraktiv … Polizist. Und sie besitzen das Talent, jemanden mit diesem Dackelblick anzusehen.“
      „D-Dackelblick?“, hinterfragte er und die Lehrerin nickte.
      „Außerdem bilden sich bei Ihnen kleine Grübchen, wenn Sie lächeln. Beim Revier müssen doch reihenweise Anrufe von Frauen in der Not eingehen, die nur darauf aus sind, dass Siezum Einsatzort gefahren kommen.“
      Oh mein Gott, hör endlich auf ihm Honig um den Mund zu schmieren und wisch dir lieber deine Futterluke ab. Langsam wird es zu viel!
      Lachend nahm Officer Dahl ihr Zugeständnis hin, wirkte dabei aber recht unsicher, als wüsste er nicht, wovon die Lehrerin redete.
      „Nein, bisher nicht“, gestand er daraufhin und Iouna stellte ihm eine Tasse mit allen Utensilien auf den Tisch.
      „Natürlich“, bestätigte die junge Frau leicht sarkastisch. „Sie haben während Ihrer Dienstzeit nie zweideutige Sprüche zu hören bekommen, oder eine Frau wollte mehr als nur eine Anzeige aufgeben.“
      „Danke“, erwiderte der Polizist geradezu schüchtern. „Naja, schon, aber ...“
      „Ah, jetzt kommen wir der Sache schon näher“, sprach Iouna herausfordernd und nippte an ihrem Kaffee. „Aber?“
      Scheiße ist der heiß … der Kaffee! Zunge verbrannt, Zunge verbrannt …
      „Aber nie so wirklich wahrgenommen“, antwortete der Mann, der immer noch unsicher wirkte. „Ich war ja die meiste Zeit ohnehin verheiratet.“
      „Eben“, bestätigte die Lehrerin. „Sie waren verheiratet. Jetzt nicht mehr, also können Sie nun die Scheuklappen abnehmen.“
      „Das ist nach fast vierzehn Jahren gar nicht so einfach“, flüchtete der Polizist sich allem Anschein nach in Ausreden.
      „Irgendwie haben Sie ja auch ihre Frau kennengelernt. Und wer weiß wie viele davor, das ist heute nicht viel anders.“
      „Ich weiß nicht, ob ich noch einmal eine Frau wie Khyla kennenlernen möchte“, gestand er lachend, aber anscheinend wenig begeistert von der Feststellung, wieder als Freiwild zu gelten und Iouna hob ihre Brauen.
      „Wie war sie denn … Oder anders gefragt: Warum waren Sie dann überhaupt mit ihr zusammen?“
      „Naja anfangs war sie eben ... wie man sich die Freundin eines Quarterbacks vorstellt“, erklärte Officer Dahl und Iouna musste vor Lachen den Kaffee zurück in die Tasse spucken.
      „Billig?“, schrie sie fast vor Gelächter und wischte sich mit ihrer Armbeuge einen Tropfen vom Kinn.
      „Nein, ich will nicht wissen, wie man sich die Freundin eines Quarterbacks vorstellt, sondern was Sie an ihr gefunden haben. Was war es, dass sie ein Paar werden ließ? Wenn Sie das nicht wissen, wie wollen Sie verhindern, dass Sie danach Khyla 2.0 kennenlernen?“
      Musternd sah der Polizist die Lehrerin an, die nachschaute, ob der Kaffee noch irgendwo anders hing, als nun an ihrem weißen Ärmel.
      „Naja, das wusste ich damals auch nicht so genau. Im Nachhinein vermutlich, weil man mir eine Karriere als Profi vorhergesagt hatte und sie genau das wollte. Also Geld, nicht mich.“
      „Jetzt wissen wir, warum sie Sie ausgewählt hat, ja, aber immer noch nicht, warum Sie sie wollten“, stellte Iouna seufzend fest. „Dann einigen wir uns darauf, dass Sie beim Sport zu oft ein paar gegen den Kopf bekommen haben und die Hormone den Rest taten.“
      „Vermutlich“, bestätigte er vorsichtig grinsend und dachte kurz nach. „Ich glaube auch nicht, dass ich mit ihr zusammen geblieben wäre, wenn nicht ... Lilly gekommen wäre.“
      Iounas Lächeln schmolz dahin, als sie eine Ahnung bekam, welch Persönlichkeit der Exfrau innewohnte.
      „Sie wissen, dass Khyla das wusste, oder?“, fragte sie deshalb und schaute etwas betreten auf den Tisch vor sich.
      Nickend nahm Lillians Vater die ernüchternden Worte der Lehrerin hin und besaß den gleichen Gesichtsausdruck wie Iouna.
      „Ja, aber es war mir wichtiger, dass Lilly eine Familie hat. Sie kann ja auch nichts für ihre Mutter. Abgesehen davon ist Khylas Plan nur halb aufgegangen.“
      „Halb aufgegangen, weil sie nie Profi geworden sind, ja“, korrigierte Iouna vorsichtig, „aber ihr Plan, Sie dadurch an sie zu ketten, der ist aufgegangen. Immerhin bleibt Lillian ihr gemeinsames Kind.“
      „Das stimmt und das habe ich akzeptiert, weil ich dachte, es geht Lilly dann besser. Im Nachhinein war das wohl auch falsch.“
      „Nein“, schüttelte Iouna ihren Kopf. „Es beweist nur, dass sie weniger der typische Quarterback waren, als sie meinen. Nur leider erwies sich das an die falsche Frau verschwendet, denn anstatt für Sie und Lillian ein gutes Leben zu schaffen, haben Sie das Pflaster ganz langsam abgezogen. Sie hätten es schnell tun sollen.“
      Super, jetzt klinge ich wie ein Mafiaboss, der einen Mord vorschlägt.
      „Jetzt weiß ich das auch“, stimmte der Polizist lächelnd zu. „Aber irgendwie hofft man ja doch ...“
      „Nein“, schüttelte Iouna erneut ihren Kopf und klang dabei gespielt ernst, wenn sie es auf sich bezog. „Nein, nein. Hoffen, das was besser wird, ist wie einen Ochsen kaufen und hoffen, dass er trotzdem Milch gibt.“
      Gut, dass hier ein Stier steht … und ich bin die doofe Kuh, schon klar.
      „Ich meinte, man hofft, dass es wenigstens so lange halbwegs gutgeht, bis das Kind aus dem Haus ist“, korrigierte er seine Aussage und Iouna stellte etwas entsetzt ihre Tasse auf dem Tisch ab.
      „So lange wollte Sie sich quälen? Kein Wunder plagen Sie gewisse … Probleme. Leben Sie mal wieder für sich und tun Sie, wonach Ihnen ist. Lillian braucht ja keine vierundzwanzig Stundenbetreuung mehr. Packen Sie den Stier an den Hörnern und gehen sie mal wieder raus.“
      „Na ja, ich wollte mich nicht quälen...“, murmelte der etwas verlegene Mann, der etwas von seinem Kaffee trank und Iouna schmunzelte.
      „Zumindest hat etwas Spaß noch niemanden geschadet“, fügte die Lehrerin hinzu und war sich sicher, dass sie in ihrer Kluft nach jeder Menge Spaß aussah. Aber da sie der Kaffeefleck nun lange genug genervt hatte, beschloss sie, dem Polizisten noch einmal nachzuschenken und dann sich etwas weniger Strenges anzuziehen. Wenn er wollte, durfte er noch einmal in die Klappcouch sehen, während sie nach oben verschwand und ihre Businesskleidung gegen ein normales, rosafarbenes Sweatshirt mit Reißverschluss tauschte. Ebenso wich der schwarze Rock einer gleichfarbigen, langen Sporthose, die zum Oberteil gehörte. Mit einem prüfenden Blick betrachtete sich die Lehrerin im Spiegel und merkte, dass die weggesteckten Haare so gar nicht spaßig aussahen, weshalb sie diesen öffnete und so ihr langes Haar freigab, und sie eilig mit ihren Fingern in eine einigermaßen frisierte Form brachte. Selbst die Brille musste weg. Niemand sah spaßig mit Brille aus, nein, sie wirkte viel zu intelligent.
    • Jennagon schrieb:

      So @Ruka, hier deine GutenMorgenLektüre
      :rofl: Danke! Das ist so herzensgut von dir :love:
      Als wüsstest du, dass ich zum Kaffee was schönes zum Lesen brauche, um das Knurzelhirn in Gang zu bekommen xD


      Jennagon schrieb:

      Jetzt wäre man gerne eine Tür … Oh mein Gott, ich muss damit aufhören …

      Jennagon schrieb:

      und riss Iouna damit kurzerhand aus ihren eher zweideutig angesiedelten Gedanken
      Tür? zweideutig? Soll er "eintreten" oder was? :rofl:

      Jennagon schrieb:

      Wollen sie mich jetzt bestrafen, Officer? Himmel, diese verfluchte Uniform.
      So, So... die Dame hat wilde Fantasien? Vielleicht lag Mister Grey ja doch nicht so falsch 8)

      Jennagon schrieb:

      Du hingegen der Loooooser.
      :rofl:



      Jennagon schrieb:

      „Jetzt kennt er zumindest unsere Körbchengröße … und die ist nicht XS, sondern ...“
      Jaaaaaa? Jaaaaaaa? Naaaa? Uuuuund? Dürfen WIR das auch wissen? :D
      Ich Tippe auf... C. Schließlich hat er große Hände, da müssen die ja immerhin reinpassen :whistling:

      Jennagon schrieb:

      denn dann hätten zumindest die Klammern noch da sein müssen, aber diese waren auch fort.
      Der hat echt auch die Klammern mitgehen lassen???? :rofl:
      Millionen auf'n Konto, aber kein Geld für eigene Klammern?

      Jennagon schrieb:

      „Warum die schwarzen Sachen, die roten waren ohnehin ein Fehlkauf.“
      Die Logik einer Frau. Kurz und knackig in einem Satz :D
      Scheiß drauf, dass jemand die Unterwäsche geklaut hat, er hätte wenigstens die hässliche nehmen können :rofl:

      Jennagon schrieb:

      Oh mein Gott, hör endlich auf ihm Honig um den Mund zu schmieren und wisch dir lieber deine Futterluke ab. Langsam wird es zu viel!
      Hahahaha! Um kopf und Kragen reden. Kann passieren, wenn das Blut vom Hirn in die Leiste wandert :D

      Jennagon schrieb:

      Scheiße ist der heiß … der Kaffee!
      Aber natürlich der KAFFEE! Was sonst? :whistling:
      Der Kaffee, das Aphrodisiakum, gell? Löst feuchte Tagträume und Fantasien aus. Kennen wir doch alle :D

      Jennagon schrieb:

      „Sie warenverheiratet. Jetzt nicht mehr, also können Sie nun die Scheuklappen abnehmen.“
      Um zum Beispiel DICH zu sehen? 8)
      Ach... das hat er doch längst, er stellt sich dabei nur genauso dämlich an wie du xD

      Jennagon schrieb:

      „Billig?“, schrie sie fast vor Gelächter und wischte sich mit ihrem Ellenbogen einen Tropfen vom Kinn.
      Also hier.... nä? Ist wie am eigenen Ellenbogen lecken. Ich hab versucht, es zu imitieren. Aber es ist mir nicht gelungen, stattdessen hab ich mich verrenkt... xD

      Jennagon schrieb:

      „Zumindest hat etwas Spaß noch niemanden geschadet“
      Nein 8) Und auf der Klappcouch erst recht nicht 8) 8) 8) 8)

      So, ich nippe nun zufrieden und grinsend an meinem Kaffee :D

      Danke für den schönen Start, der eigentlich total kacke angefangen hat xD
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.




      Die Wächter von Armargon - Teil 1: Rache
    • Ruka schrieb:

      Tür? zweideutig? Soll er "eintreten" oder was?
      Untersuchen würde schon reichen, Ruka xD

      Beim Loser hatte ich iwie Lisa Simpsons Stimme im Kopf, wie die das sagt, aber das Bild passt auch.
      Hier das!

      Ruka schrieb:

      Aber natürlich der KAFFEE! Was sonst?
      Der Kaffee, das Aphrodisiakum, gell? Löst feuchte Tagträume und Fantasien aus. Kennen wir doch alle
      Kann ihm wohl kaum ein Bier anbieten :rofl:

      Ruka schrieb:

      Jaaaaaa? Jaaaaaaa? Naaaa? Uuuuund? Dürfen WIR das auch wissen?
      Ich Tippe auf... C. Schließlich hat er große Hände, da müssen die ja immerhin reinpassen
      Ja C dürfte stimmen. ;)

      Ruka schrieb:

      Also hier.... nä? Ist wie am eigenen Ellenbogen lecken. Ich hab versucht, es zu imitieren. Aber es ist mir nicht gelungen, stattdessen hab ich mich verrenkt... xD
      Nicht ganz, mit der Innenseite des Ellenbogens geht das. Vielleicht ersetze ich es hier durch "Armbeuge." Aber so ist das eigentlich gemeint. xD

      Ruka schrieb:

      Um zum Beispiel DICH zu sehen?
      Ach... das hat er doch längst, er stellt sich dabei nur genauso dämlich an wie du xD
      Und ja, seine Gedanken kennt man da ja nicht. :whistling:
      Man mag es Iouna verzeihen, sie ist schon ne Weile Single. :rofl:

      Ruka schrieb:

      So, ich nippe nun zufrieden und grinsend an meinem Kaffee

      Danke für den schönen Start, der eigentlich total kacke angefangen hat xD
      Und bütte xD Tagesziel erreicht :D
    • Jennagon schrieb:

      Ja C dürfte stimmen. ;)
      STRIKE! :pump:

      Jennagon schrieb:

      Nicht ganz, mit der Innenseite des Ellenbogens geht das. Vielleicht ersetze ich es hier durch "Armbeuge." Aber so ist das eigentlich gemeint. xD
      Ja, das dachte ich mir, als ich es probiert habe, denn ich habe maximal die Armbeuge erreicht. xD

      Jennagon schrieb:

      Man mag es Iouna verzeihen, sie ist schon ne Weile Single. :rofl:
      Ohje...der Ärmste....
      Aber gut... als stählerner Bulle... äh... Stier... äh... Polizist.... *hust* sollte er es hinbekommen :grinstare:
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.




      Die Wächter von Armargon - Teil 1: Rache
    • So, der winzige Rest. ^^




      Iouna wusste nicht direkt, weshalb sie solch einen Aufwand betrieb, um den Polizisten ein anderes Bild von sich zu vermitteln.
      Er trinkt“, wies ihr Gewissen sie zurecht, was sie nur belächelte.
      Na und? Aber immerhin hat er mir noch keinen Vertrag über weibliche Versklavung hingelegt oder wie der Direktor, Bilder seiner Eisenbahnen. Das ist alles noch im Rahmen … Und er hat zur Zeit nichts getrunken. Außerdem hat er eine Scheidung hinter sich …
      Barfüßig schritt die Lehrerin wieder in die Küche, wo sie Officer Dahl auf einem Stuhl vorfand und er einen Keks in der Hand hielt.
      „Sie haben also den Teller auf der Ablage gefunden, sehr gut“, sprach sie auf halben Weg in die Küche und stellte gleich den ganzen Teller vor ihn.
      „Oh, entschuldigen Sie“, gab er leicht erschrocken von sich und schaute sie etwas überrascht an. „Das sieht in der Tat bequemer aus.“
      „Ja, nur nackt wäre bequemer“, antwortete Iouna etwas zu zügig.
      Hörst du dir eigentlich zu?
      Um schnell das Thema auf etwas anderes zu lenken, betrachtete sie den Teller und dann den Officer.
      „Wenn Sie hungrig sind, könnte ich auch etwas zu essen machen, wovon Sie etwas mit nach Hause nehmen. Als Dank für Ihren Einsatz nach Feierabend.“
      Wieder schaute der Hüter des Gesetzes sie überrascht an.
      „Das wäre sehr nett, aber das ist doch nicht nötig“, merkte er an und Iouna neigte ihren Kopf leicht auf die Seite.
      „Doch, ich finde schon“, widersprach sie. „Ich würde sie ja die ganze Nacht hierbehalten, aber ...“
      Moment, jetzt hör dir aber mal wirklich selbst zu.
      Schnell fuchtelte die junge Frau mit ihren Händen herum.
      „Also nicht so“, versuchte sie zu erklären. „Ich meine, seit dem … Einbruch fühle ich mich etwas unsicher hier im Haus. Ich weiß, dass es jetzt bei Tag geht, aber wenn es erst mal Nacht ist, dann werde ich sicherlich auf jedes Geräusch achten und in Panik ausbrechen.“
      „Das verstehe ich“, antwortete Officer Dahl freundlich und nicht so, als hätte er es falsch verstanden. „Ich muss zurück zu Lilly, aber ...“
      Er unterbrach sein Sprechen und holte einen Notizblock heraus und nahm den Kugelschreiber zur Hand, welcher an seiner Brusttasche hing. In aller Ruhe schrieb er etwas auf und schob den Zettel dann Iouna entgegen, die eine Handynummer darauf erkannte. „Sie können gerne anrufen, wenn Sie etwas brauchen“, fügte er seiner Antwort hinzu und die Lehrerin schaute den Hünen vor sich erstaunt an.
      „Danke“, hauchte sie kaum hörbar und nahm den Zettel entgegen, bevor sie sich dem Herd zuwandte.
      Er ist höflich, zuvorkommend, ehrlich und kümmert sich um Menschen, die er nicht mal wirklich kennt … Der ist schneller vom Markt als er glaubt – wenn er das mit dem Trinken sein lässt.
      „Gerne“, antwortete der Freund und Helfer ebenso leise und indessen begann die Lehrerin, zu kochen. Es war nichts Weltbewegendes, was sie auf die Schnelle machte, aber Reis, Geflügel und eine Soße dazu, die das ganze nicht allzu trocken wirken ließ. Sorgfältig packte sie auch etwas für Lillian in eine Tupperdose und stellte es neben den essenden Polizisten. Salat und Dressing verpackte sie jeweils separat, damit die frischen Blätter nicht matschig wurden, bis der Officer zu Hause eintrudelte.
      „Vielen Dank. Das ist sehr gut“, erwiderte der kauende Polizist mit halb vollem Mund, woraufhin Iouna lächelte.
      „Nenne Sie mich doch Iouna“, schlug die Lehrerin vor. „Nachdem sie nun mein Haus besser kennen als der vermeintliche Eindringling, zudem noch meine Unterwäsche und meine Kochkünste, halte ich das für angebracht.“
      Ja, am Besten du übst schon mal seinen Nachnamen in deinem Tagebuch …
      „Halvar“, meinte der Polizist und erwiderte ihr Lächeln.
      Aber irgendwann musste die junge Frau den Mann leider gehenlassen, was ihr mehr als schwerfiel, wenn sie die untergehende Sonne betrachtete. Sie bot ihm an, ihn noch zu fahren, aber wie es aussah, wohnten beide nur wenige Minuten Fußweg auseinander, sodass es der Polizist vorzog, zu laufen.
      Kaum war Halvar aus ihrem Sichtfeld verschwunden, schloss Iouna alle Türen ab und kontrollierte jedes Fenster. Und als sie im Bett lag, dachte sie darüber nach, ob Officer Dahl immer so arrangiert mit allem war. Es hatte mehr als eine Situation gegeben, in welche Mann mehr hineininterpretieren konnte, wenn er wollte. Aber der Hüne schien jeden ihrer Anspielungen, ob absichtlich oder versehentlich geäußert, zu ignorieren. Vermutlich hatte er gelogen und er merkte sehr wohl, dass ihm einige Frauen eindeutige Signale gaben – wusste aber, wie er sie im Sande verlaufen ließ.
      Sei schlau, stell dich dumm …
    • Wieso antwortet hier keiner?
      Alles Banausen, eh! =O

      Jennagon schrieb:

      „Ja, nur nackt wäre bequemer“, antwortete Iouna etwas zu zügig.
      Hörst du dir eigentlich zu?
      Na ja, komm, Iouna... unter deiner Kleidung bist du ja nackt :grinstare:

      Jennagon schrieb:

      „Ich würde sie ja die ganze Nacht hierbehalten, aber ...“
      aaaaaber??? :D

      Jennagon schrieb:

      „Ich meine, seit dem … Einbruch fühle ich mich etwas unsicher hier im Haus.
      Etwas, das mir auch in soooo vielen Serien (vor allem Crime-Serien) auffällt: Viele Frauen leben ALLEINE in einem HAUS! (und selten ist es ein kleines Haus) - Warum? Warum tun sie das? oO Amis halt... big, bigger, the biggest

      Jennagon schrieb:

      Sorgfältig packte sie auch etwas für Lillian in eine Tupperdose
      Die Tupperdose. Natürlich! Die darf nicht vergessen werden in einer guten, soliden und absolut seriösen Geschichte :rofl: Und somit hat er notfalls immer noch nen Grund sie mal zu besuchen... die Dose muss ja zurück :grinstare: oder sie ihn zu besuchen, um die Dose abzuholen xD

      Jennagon schrieb:

      Ja, am Besten du übst schon mal seinen Nachnamen in deinem Tagebuch …
      Jaaaaaaa, wie mit 12, 13, 14 Jahren und so... xD

      Jennagon schrieb:

      Kaum war Halvar aus ihrem Sichtfeld verschwunden, schloss Iouna alle Türen ab und kontrollierte jedes Fenster.
      Hol dir nen Hund! Ach ne... hast ja bald nen starken Mann an deiner Seite... vorausgesetzt ihr kommt mal aus'm G'nick :whistling: Vielleicht klappts ja, wenn er die Tupperdose zurückbringt... und die Geige... und den Schlüpper (den er vom Dieb konfiszieren kann)...

      Jennagon schrieb:

      Sei schlau, stell dich dumm …
      Das nehme ich mir auch so oft vor, aber irgendwie... bin ich zu dumm, um mich dumm zu stellen. Dabei sind dumme Menschen doch so viel glücklicher xD
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.




      Die Wächter von Armargon - Teil 1: Rache
    • Jennagon schrieb:

      „Paps, du sollst das doch nicht machen. Wenn sie Gelegenheit bietet, dann lerne ich schon jemanden kennen.“
      die

      Jennagon schrieb:

      Sein Anzug sah aus, als sei er ihm auf den Leib geschneidert worden und bei dem begrüßenden, zärtlichen Händedruck, hätte Iouna ihm vorzugsweise auf selbigen gekübelt. Seine Hände fühlten sich an, als hätten diese noch niemals einen Hammer oder Ähnliches gehalten und seine Nägel waren eindeutig manikürt worden.
      Wieder so einer, der keine Bohrmaschine halten oder einen Nagel in die Wand klopfen kann. Vermutlich erleidet er bei einem Ikearegal einen Herzkasper.
      Zum Schreien, diese Beschreibung. Da hab ich gerade echt nen Lachanfall bei der Vorstellung bekommen.
      An dieser Stelle einmal danke, dass MR. GREY in dieser Geschichte gelandet ist. Das wäre sonst langweilig geworden und ich muss echt sagen Hut ab, dass ihr den so Banane hinbekommen habt! :thumbsup: :thumbsup:

      Chaos Rising schrieb:

      Zu bekannt, als dass es sich bei dem Namen um einen Zufall handeln konnte.
      Also ob so ein Name zwei Mal in einer Stadt auftauchen würde... sorry, aber nee da kommt der Bulle echt dumm vor.


      Davon mal abgesehen finde ich die Story bis jetzt echt gelungen und freue mich schon darauf mehr davon zu lesen und habe echt Respekt das ihr das so gut hinbekommt. Verarschen könnt ihr euch immer super bzw. eure Geschichten. Ich bin gespannt wie es weiter geht :D

      xoxo
      Kisa
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • Danke für die Kommis, @Kisa :D

      Folge 10 – Die Shoppingtour (1)

      Skeptisch betrachtete Halvar mit seiner Tochter das Schaufenster des Kostümverleihs. So leer wie dieses war, wirkte es als hätte jemand den Laden ausgeraubt.
      Na klasse
      Lillian hatte den Musikkurs der Schule am Tag zuvor das erste Mal besucht und erfahren, dass ein barockes Kleid wohl besser zum bevorstehenden Auftritt passen würde, als die zerrissene Jeans, die sie momentan trug. Doch der Anblick hinter der Scheibe machte wenig Mut, noch eines der Stücke für Lilly zu finden.
      „Probieren wir es“, meinte er und nach einem kurzen Nicken seiner Tochter traten die beiden ein.
      Ein kleiner, dürrer Mann lugte über das Gestell mit Halloweenkostümen hinweg.
      Es ist Sommer … Wer leiht sich denn jetzt ein Zombiekostüm?
      Ein prüfender Blick folgte von dem älteren Herren mit der Halbglatze und Lillian lächelte ihn etwas unsicher an.
      „Wie kann ich ihnen helfen?“, fragte der scheinbare Ladenbesitzer und Halvar legte ihr Anliegen kurz dar.
      „Sie kommen da wohl etwas spät“, machte der Hausherr direkt klar und schob sich seine Brille wieder auf die Nase. „Sie sind nicht die einzigen, die solche Kostüme momentan leihen.“
      „Es war eine recht spontane … Entscheidung“, gab der Polizist zu. Es war einfach unpraktisch, dass Lillian erst so spät davon erfahren hatte. Offenbar hatte die Schule auch keine passenden Kostüme, die sie sich ausleihen konnte.
      „Dann wird es Sie nicht wundern, dass spontan keine Kleider mehr zur Verfügung stehen“, blaffte der Kostümverleiher unfreundlich und schaute Lilly abschätzig an, als wäre es ihre Schuld.
      „Keine?“, hakte Halvar noch einmal nach und versuchte, die Aufmerksamkeit seines Gesprächspartners wieder auf sich zu ziehen.
      „Keine!“; wiederholte dieser. „Nuschele ich?“
      Was für ein Arschloch …
      Am liebsten hätte der Hüne den Laden sofort wieder verlassen oder eine Razzia vorbeigeschickt, nur um dem Kerl eins auszuwischen.
      Wahrscheinlich freut das Kastanienmännchen sich noch, wenn er keine Kunden mehr bedienen muss.
      „Sie werden ja wohl noch etwas dahaben?“, fragte Halvar noch einmal bemüht ruhig. „Das da im Schaufenster? Oder eines, das repariert werden muss?“
      Der ältere Herr seufzte genervt und rieb sich die Wurzel seiner Hakennase über der Brille, die erneut zur Spitze derselben gerutscht war.
      „Hören Sie, guter Mann“, fing er an. „Das Kleid im Schaufenster ist bereits für das Schulfest vermietet. Ich statte ein ganzes Schulorchester aus. Hat das Kind keine Mutter oder Großmutter, die ihr irgendwas zusammenzimmern kann?“
      Halvar verkniff sich das laute Lachen, das sich anbahnte, als er daran dachte, wie Khyla ein Kleid für Lilly nähte. Eher würde sie das zehnfache dafür bezahlen, dass jemand anders ihr die Arbeit abnimmt und die Mutter des Polizisten war zu weit weg und die Zeit zu knapp, was er auch verkündete.
      „Dad, lass gut sein“, wandte Lilly ein und schien mit dem Kastanienmännchen bereits abgeschlossen zu haben. „Die anderen haben bereits ihre Kostüme besorgt, als das Thema feststand. Ich kam ja erst später hinzu.“
      Missmutig nickte Halvar, doch gerade, als er sich umdrehen wollte, um den Laden zu verlassen, meldete sich der Inhaber desselben nochmal zu Wort.
      „Wenn Sie unbedingt ein Kleid brauchen, kann ich Sie gerne an eine Kollegin weitervermitteln“, schlug er vor, wobei es nicht klang als wäre er froh, helfen zu können. „Ihr gehörte früher der Laden und wenn Sie Glück haben, hat sie einige Kleider noch zu Hause herumfliegen.“
      „Das wäre nett, vielen Dank“, antwortete der Hüne dennoch. Immerhin war es noch eine Chance, etwas für seine Tochter zu finden.
      „Kein Danke“, wies ihn der Dürre zurück und winkte ab. „So geht mir immerhin ein Geschäft flöten, aber bevor die Tochter ein Catwoman Kostüm trägt, ist das wohl einfacher.“
      Gespielt lächelnd nahm Halvar den Zettel entgegen, auf dem Name und Adresse der Vorbesitzerin vermerkt waren.
      Maria del Sol, Porter Avenue 666. Klingt wie der Name einer Wahrsagerin.
      Trotz der unfreundlichen Antwort bedankte sich Halvar noch einmal und verließ dann mit Lilly den Laden.
      „Dann wohl zum nächsten Laden ...“, murrte das Mädchen sichtlich demotiviert.
      „Jetzt brauche ich erst einmal was zum Beruhigen“, warf ihr Vater ein, woraufhin er einen entsetzten und teilweise fragenden Blick erntete.
      „Ein Eis?“, fragte er schnell, um die böse Ahnung der Schülerin zu vertreiben.
      „Klar ...“, antwortete sie mit einem erleichterten Grinsen.
      Der Weg zur nächsten Eisdiele war kurz und auch wenn das Eis schnell gegessen war, ließ es Halvar für einen Moment Abstand von seinen Sorgen nehmen. Es war schön, Lillian lachen zu sehen.
      Während sie ihr Eis genossen, beschlossen die beiden, direkt zu Misses del Sol zu fahren, da die Wahrscheinlichkeit größer war, dort noch ein Kleid für Lilly zu finden.

      Kurz darauf waren sie an der genannten Adresse angekommen. Skeptisch blickte Lilly aus dem Fenster und betrachtete das alte Haus, das in jeden Horrorfilm gepasst hätte.
      „Wow ...“, murmelte sie verunsichert, während Halvar den Streifenwagen in die Einfahrt lenkte. „Das ist zu Halloween bestimmt der Renner.“
      „Gut, dass strahlender Sonnenschein ist“, meinte der Polizist.
      Tatsächlich war das Gebäude selbst unter diesen Bedingungen unheimlich. Dutzende Katzen streiften durch den verwilderten Vorgarten und die Veranda war mit einem alten Schaukelstuhl und Spinnweben geschmückt.
      „Nur zur Sicherheit hättest du deine Dienstwaffe mal mitnehmen können“, murrte Lilly und bemühte sich, nicht von der Seite ihres Vaters zu weichen.
      Einen Augenblick stand dieser etwas ratlos vor dem Eingang des Hauses und suchte die Klingel, bis er den verzierten Klopfer in der Mitte der Tür bemerkte.
      Ein großer Bronzering der an der Nase eines Monsters hing sollte wohl dazu dienen, die Bewohner auf Besucher aufmerksam zu machen.
      Was ist das denn für ein Vieh … ein Oger?
      Zweimal schlug er den Ring gegen die schwere Eichenholztüre und wartete.
      Nichts geschah.
      Nur Lilly schaute sich um und deutete dann auf den Schaukelstuhl, der sich sanft wiegte.
      „Dad, ist es windig?“
      „Ich denke schon“, antwortete Halvar, ohne wirklich davon überzeugt zu sein. Rasch schlug er den Ring nocheinmal an die Pforte.
      „Hoffentlich ist jemand zuhause“, grummelte er.
      „Oder am Leben“, ergänzte seine Tochter, was ihm nur ein Räuspern entlockte.
      „Moment, Moment ...“, krächzte die raue Stimme einer alten Frau im inneren des Hauses. „Ich bin gleich da.“
      Bis dahin bin ich so alt wie das Haus ...
      Das Klackern einer Gehhilfe zeugte vom näherkommen der Dame bis sie schließlich stehenblieb und nach einem endlos lange scheinenden Moment damit begann, die Tür aufzuschließen. Mehr als ein Schloss wurde geöffnet bevor sich ein kleiner Spalt auftat, durch den die kleine Frau lugte. Noch immer versperrte eine letzte Kette den endgültigen Zugang zum Haus.
      „Ja?“
      „Ehm... entschuldigen Sie, sind wir hier richtig bei Maria del Sol?“, fragte Halvar höflich. „Der Nachfolger in ihrem Laden hat uns zu Ihnen geschickt, wir ... bräuchten ein Kleid und er meinte, dass Sie eventuell eines da hätten?
      „Was?“, rief die Alte ihm entgegen und legte sich eine Hand um das Ohr, woraufhin er seine Frage noch einmal lauter wiederholte.
      „Nachfolger?“, wunderte sich Misses del Sol. „Ach, Sie meinen den Kleiderverleih, den mein Neffe leitet?“
      „Neffe?“, hinterfragte der Polizist. „J-Ja, ich denke schon.“
      Musternd betrachtete sie die beiden Besucher und deutete dann mit ihren knochigen Fingern auf Lillian.
      „Und Ihre kleine Freundin braucht ein Kostüm?“, fragte sie. „Für was? Das eins klar ist, ich verleihe nicht an Paare für ihre perversen Spielchen. Die Flecken bekomme ich nicht aus dem Stoff.“
      Lilly blickte ihren Vater mit leicht verstörtem Gesichtsausdruck an und schien bereit zu sein, ins Auto zu steigen und davonzufahren.
      Der Hüne hingegen zog etwas überrascht die Augenbraue hoch.
      „Was? Das ist meine Tochter!“, stellte er klar. „Und sie braucht das Kostüm nur für das Schulfest!“
      Laufen in dieser Stadt denn nur noch Perverse rum? Erst dieser Grey und jetzt das ...
      „Tochter?“, wiederholte die Alte skeptisch, zog eine randlose Brille aus ihrem Alte-Oma-Kittel und setzte diese auf. „Mja, das behaupten immer alle, aber ... ich will mal nicht so sein.“
      Alle?!
      „Ist das nicht irgendwie naheliegender als ...“, fing Halvar an, unterbrach sich aber. „Also können Sie uns helfen?“
      Als Antwort öffnete die Dame ihre Haustür ganz und gewährte den beiden Zutritt in ihr Zuhause.
      „Welche Art Kostüm brauchen Sie?“
      „Barock.“
      Was auch immer das heißt …
      „Mit allem oder nur das Kleid?“, fragte die Alte weiter, während sie sich umdrehte und mit ihrer Gehhilfe ins Haus wackelte. Drei Katzennäpfe standen im Flur und Halvar fragte sich, ob im restlichen Haus weitere verteilt waren, oder ob die Katzen sich abwechseln mussten. Jedoch waren die Schüsseln mit Namen versehen, sodass ersteres wahrscheinlicher war.
      Norna, Athan und Xhar … komische Namen für Katzen.
      „Mit allem“, beantwortete Lilly unterdessen die Frage der Greisin.
      „Wäre das möglich?“, wollte der Polizist wissen, während er ihr folgte.
      „Natürlich ist das möglich“, fuhr die kleine Frau ihn an, sodass er beinahe ein schlechtes Gewissen hatte, sie gefragt zu haben. „Die besten Kleider habe ich behalten. Mein Neffe hat doch keine Ahnung von Kleidern. Immerhin ist er ein Mann.“
      Oh, es gibt auch Frauen mit fragwürdigem Kleidungsstil.
      Lilly folgte Misses del Sol auch und zeigte grinsend auf sie.
      „Mäuschen in vierzig Jahren!“, flüsterte die Schülerin kichernd, woraufhin auch Halvar sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte.
      Das wäre schade … Aber wenn die Alternative ist, Sexsklave zu sein …
      Du kannst dich ja als Alternative anbieten“, schlug seine innere Stimme vor, die er sofort mit einem kleinen Kopfschütteln zu vertreiben versuchte.
      Was? Das … nein! Das passt doch nicht zusammen!
      Ein erneutes Kichern von Lilly riss ihn aus seinen Gedanken.
      Gekrümmt ging die Schülerin neben ihm her und äffte die Bewegung der alten Frau nach, woraufhin Halvar leise lachte.
      „Sie sind aber schon die zweiten Personen, die mich wegen Kleider aufsuchen“, beschwerte sich die Hausherrin. „Das grenzt schon an Belästigung und ich hoffe, dass mein Neffe nicht noch mehr zu mir schickt.“
      Da er nicht wusste, was er darauf sagen sollte, schwieg er einfach und sah der Greisin zu, wie sie sich auf einen Treppenlift setzte und den Startknopf drückte.
      „Oben geht's weiter“, verkündete sie, während der Lift sich in Bewegung setzte.
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • Hab ich dieses Kapitel nicht mehr in Erinnerung, oder ist das auch für mich neu?? :hmm:

      Chaos Rising schrieb:

      Kurz darauf waren sie an der genannten Adresse angekommen. Skeptisch blickte Lilly aus dem Fenster und betrachtete das alte Haus, das in jeden Horrorfilm gepasst hätte.
      Wer hätte es gedacht, wenn die Hausnummer 666 ist :D
      Irgendwie muss ich bei der Beschreibung so ein bisschen an das Haus aus ES denken xD

      Chaos Rising schrieb:

      Was ist das denn für ein Vieh … ein Oger?
      oh ho ho hoooooo, da kann der "Ogerschlächter" doch direkt mal "zuschlagen" xD

      Chaos Rising schrieb:

      zog eine randlose Brille aus ihrem Alte-Oma-Kittel
      Der Alte-Oma-Kittel!!! :panik: Auch so ein aussterbendes Kleidungsstück. Leider.
      Also.. ich werde sowas nie anziehen, aber... meine Kindheit wird immer davon geprägt sein :D

      Chaos Rising schrieb:

      „Mja, das behaupten immer alle, aber ... ich will mal nicht so sein.“
      Alle?!
      :rofl: Halvar, in deiner Stadt tun sich düstere Abgründe auf

      Chaos Rising schrieb:

      Norna, Athan und Xhar … komische Namen für Katzen.
      Ohhh, jetzt wird es ZLuT-lastig :D

      Chaos Rising schrieb:

      Lilly folgte Misses del Sol auch und zeigte grinsend auf sie.
      „Mäuschen in vierzig Jahren!“, flüsterte die Schülerin kichernd
      :rofl: :rofl: :rofl: das ist so böse xD
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.




      Die Wächter von Armargon - Teil 1: Rache
    • Ruka schrieb:

      Hab ich dieses Kapitel nicht mehr in Erinnerung, oder ist das auch für mich neu??
      Das ist neu, ja xD

      Ruka schrieb:

      Der Alte-Oma-Kittel!!! Auch so ein aussterbendes Kleidungsstück. Leider.
      Also.. ich werde sowas nie anziehen, aber... meine Kindheit wird immer davon geprägt sein
      Ja, fand ich ein sehr wichtiges Detail. Der Omakittel!!!

      Ruka schrieb:

      das ist so böse xD
      Ja, wobei ich in diesem Moment Lillians Rolle inne hatte. xD Ich kann auch meine eigenen Figuren verkackalbern, gar kein Ding xD Macht sogar noch am meisten Spaß, weil so keiner sauer oder beleidigt sein kann xD

      Ruka schrieb:

      Halvar, in deiner Stadt tun sich düstere Abgründe auf
      Tja, perverse Rollenspiele sind ja nicht verboten, solange man sie freiwillig mitmacht. ;)
      Wobei ich da jetzt irgendie Halvar im Kopf hatte, der mit nem Bärenkostüm ausm Bad getrottet kommt. "Ich glaub, wir spielen das falsch." :rofl:
    • So, machen wir hier auch mal weiter :D


      Halvar bedankte sich und folgte zusammen mit Lilly nach oben.
      „Diese Kleider sind aufwendig gearbeitet. Ich setze voraus, dass sie ordentlich wieder abgegeben werden.“
      „Natürlich“, bestätigte der Polizist diese verständliche Forderung. „Ich werde alles nach der Feier zurückbringen.“
      „Ich passe auf“, versprach Lilly. „Und danke.“
      Wortlos winkte die Alte ab und ergriff oben an der Treppe angekommen eine andere Gehhilfe. Langsam schleppte sie sich durch den düsteren Gang und murmelte unverständliche Worte vor sich hin.
      Beinahe bekam Halvar ein schlechtes Gewissen, die Greisin durch ihr Haus zu scheuchen, aber verwarf es schnell wieder.
      Hätte ja auch nein sagen können.
      „Hier riecht es irgendwie nach Mottenkugeln und Katzen“, flüsterte Lilly und sah sich wenig begeistert um.
      „Wundert dich das?“ hakte der Hüne leise nach, immer darauf bedacht, nicht gehört zu werden.
      „Mich würde nicht einmal wundern, wenn noch jemand im Kleid drinsteckt, was sie uns zeigt. Original aus der Epoche.“
      „Lilly!“, versuchte er sie zurechtzuweisen, was jedoch aufgrund seines amüsierten Untertons nur bedingt gelang.
      „Vermutlich sind das ihre Kleider, die sie als junge Frau getragen hat.“
      Halvar musste ein Lachen unterdrücken, während Misses del Sol am Ende des Flurs ankam und eine Tür aufstieß.
      Der Raum dahinter war vollgestopft mit Kleidern verschiedenster Epochen. Ausladende Reifröcke, schmale Ballkleider und sogar ein Hochzeitskleid fanden sich auf mehreren Kleiderstangen, die zusätzlich zu den vier Kleiderschränken in das Zimmer gestopft worden waren.
      „Wow“, raunte Halvar erstaunt und gleichermaßen beeindruckt von der Sammlung.
      „Das hätten Sie nicht gedacht, was?“, meinte Misses del Sol kichernd. „Aber ich war sechzig Jahre Schneiderin und das sind die Arbeiten, die ich nicht diesem Nichtsnutz vermacht habe.“
      „Er schien seinen Job nicht besonders gern zu machen“, entgegnete der Polizist.
      „Tja, nicht mein Problem“, frotzelte die alte Frau. „Nach der Scheidung hatte er kaum eine Wahl. Am Laden ist eine kleine Wohnung dran. Da hieß es wohl: Kleiderverleih oder Gosse.“
      „Ja, Scheidungen sind nicht immer einfach...“
      „Da kannst du froh sein, nicht in Grandpa´s Baummarkt arbeiten zu müssen“, rief Lilly frech grinsend und musterte die Kleider.
      „Das stimmt wohl“, gab Halvar lachend zu.
      „Auch geschieden?“, bohrte die Alte neugierig nach, was der Hüne nickend bestätigte. „Scheint ja ein neuer Modetrend zu sein.“
      Nicht jeder überlebt seine Ehepartner … und fünfzig Präsidenten.
      Misses del Sol zeigte auf einen der Schränke.
      „Mach den mal auf, junge Frau und sieh, was du gebrauchen kannst.“
      Schweigend sah Halvar seiner Tochter dabei zu, wie sie die Kleider darin betrachtete und das ein oder andere vor sich hielt. Musternd betrachtete sie sich im Spiegel und schien abzuwägen.
      „Wie lange brauchen sie das Kleid?“, nutzte die Greisin derweil die Zeit, um über das Geschäft zu reden.
      „Bis Sonntag“, verkündete Halvar und stellte sich auf eine höhere Summe ein.
      „Das sind dann zehn Dollar“, war die erstaunlich geringe Forderung.
      „Oh.. okay“, meinte Halvar überrascht und fummelte einen zerknitterten Zehn-Dollar Schein aus seiner Brieftasche. „Das ist sehr günstig.“
      „Wenn Sie das Kleid kaufen wollen würden, wären es dreihundert. Außerdem sind sie ein geschiedener Mann, der mit seiner Tochter Kleider anprobieren geht, das ist wohl Strafe genug.“
      Der Polizist lachte leise und bedankte sich, während Lilly mit einem grünen Kleid hinter einem Sichtschutz verschwand.
      „Und wie zieht man das an?“, fragte sie dann nach einer Weile kleinlaut.
      Misses del Sol reichte ihr die altertümliche Unterwäche über die Trennwand.
      „Das kommt zuerst“, erklärte sie. „Darüber wird dann der Reifrock gezogen.“
      „Brauchst du Hilfe?“, wollte Halvar wissen.
      „Ja, aber sicherlich nicht von meinem Vater!“, lehnte seine Tochter ab und fluchte leise vor sich hin.
      „Ich weiß nicht, ob du viele Alternativen hast“, hinterfragte er ihre Wahl lachend, woraufhin die Hausherrin ihren Kopf hinter den Sichtschutz steckte.
      „So ist das schon richtig, aber den Büstenhalter musst du unter dem Kleid ausziehen, man sieht ja sonst die Träger.“
      „Das mache ich, wenn ich das Kleid anhabe“, verkündete die Schülerin.
      „Das wird dann schwer, weil der obere Teil sehr eng anliegt“, gab die Schneiderin zu bedenken.
      „Dann verstecke ich die eben“, murrte Lilly. „Das geht auch.“
      Deine Mutter hat damals nicht viel von 'verstecken' gehalten.
      Halvar war froh, dass das gemeinsame Kind nicht nach der Mutter kam.
      „Geben Sie den mal rüber“, verlangte die Alte und deutete auf einen Reif, der neben Halvar an der Wand lehnte.
      „Aber nicht gucken!“, forderte die Schülerin lautstark.
      „Keine Sorge, Lilly, versprach der Polizist lachend und reichte der Greisin den Reif, woraufhin eine Weile nur raschelnder Stoff zu hören war.
      „Oh Gott, wie konnten die früher nur so etwas tragen?“, beschwerte sich seine Tochter dann.
      „Ohne BH, hab ich gehört“, gluckste Halvar grinsend.
      „Dad!“, zischte Lilly beleidigt. „Wenn es bestimmte Sachen gibt, die Kinder nicht von ihren Eltern hören wollen, dann sind das Sachen wie: 'BH', 'das ist normal in deinem Alter' und 'ohne das wärst du nicht auf der Welt!'“
      „Wie du meinst, mein Kind“, amüsierte sich der Hüne weiter über die Scham seiner Tochter.
      „Ja, das meine ich!“, rief sie und trat fertig angezogen hinter dem Sichtschutz hervor.
      Wie eine Prinzessin drehte sie sich vor dem Spiegel und betrachtete sich.
      „Zumindest passt es, was will man mehr ...“, meinte die alte Dame zufrieden.
      „Und gut aussehen tut es auch“, ergänzte Halvar mit einem Lächeln.
      „Wenn das mein Vater sagt, sollte ich mich lieber umziehen“, erwiderte Lilly frech, woraufhin ihr Vater sie gespielt beleidigt ansah. „Vielleicht solltest du so etwas anprobieren. Kniestrümpfe und Hosen mit Rüschen.“
      „Meinst du, das steht mir?“, fragte der Polizist amüsiert nach. „Willst du im Partnerlook zu deinem Sommerfest gehen?“
      Irgendwie konnte er sich nicht vorstellen, dass ihr das nicht peinlich wäre.
      „Wenn du dich ein paar Tage nicht rasierst, gehen wir einfach als 'Die Schöne und das Biest'!“, beschloss die Tochter grinsend.
      „Ja das kommt bestimmt gut an“, stimmte Halvar lachend zu, auch wenn sich etwas in ihm weigerte auf dem Sommerfest als Biest dazustehen. Lillys Lehrerin wäre immerhin auch da und …
      Jetzt hör endlich auf von dieser Frau zu fantasieren!
      „Ich denke, das nehme ich“, erklärte Lillian dann und unterbrach Halvars Kampf mit sich selbst. „Es ist ohnehin mehr als ich gedacht hätte, dass wir bekommen.“
      Erfreut nickend nahm der Polizist die Entscheidung seiner kleinen Prinzessin zur Kenntnis.
      Diese schälte sich wieder aus dem Kleid, woraufhin Misses del Sol alles zusammenpackte und dem Hünen eine riesige Tüte in die Hand drückte.
      „Dann viel Spaß auf dem Schulfest!“, wünschte sie, während die drei sich wieder auf den Weg machten.
      Halvar bedankte sich noch einmal bei der Seniorin und versprach, das Kleid am Montag nach dem Schulfest zurückzubringen. „Schon gut. Wäre ja auch schade, wenn die Kleider vollkommen einstauben“, entgegnete die Schneidering und winkte ab. „Und Montags aber bitte erst gegen Abend. Zuvor trifft sich meine Teerunde.“
      Stumm nickend stimmte der Polizist zu und wunderte sich, warum sie das Wort Tee so betonte.
      „Der anderen Dame habe ich das auch gesagt“, fuhr sie fort. „Sagen wir nach neunzehn Uhr. Das dürfte hinkommen.“
      „Der anderen Dame?“
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • haaaaach, hier könnte es ruhig auch öfters weitergehen :whistling: :D

      Ich mag ja Halvars gedankliche Einwürfe auch in der Originalgeschichte schon sehr. Wobei sie da ein guter Kontrast zur recht "ernsten" Geschichte bilden.
      Hier, in der Parodie, ist es einfach nur furztrocken, weshalb es richtig sitzt :rofl:

      Chaos Rising schrieb:

      Nicht jeder überlebt seine Ehepartner … und fünfzig Präsidenten.

      Chaos Rising schrieb:

      Deine Mutter hat damals nicht viel von 'verstecken' gehalten.
      xD

      Bei Lilly erkennt man, dass der Apfel nicht weit vom Baum fällt xD

      Chaos Rising schrieb:

      „Mich würde nicht einmal wundern, wenn noch jemand im Kleid drinsteckt, was sie uns zeigt. Original aus der Epoche.“
      zu geil :rofl:
      Ganz der Papa... nur, dass sie es halt laut auspricht und nicht nur denkt xD
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.




      Die Wächter von Armargon - Teil 1: Rache