Was wäre wenn?! Eine Halvar + Iouna Parody (Zwischen Leben und Tod)

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    • Ist ja schon gefühlte Ewigkeiten her, dass hier was passiert ist. Ich musste erst einmal wieder rein kommen in die Geschichte. Habe aber nichts auszusetzen und würde mich freuen, wenn es hier aus so schön stätig weiter gehen würde wie in euren anderen Geschichten ;)

      xoxo
      Kisa
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?
    • Sooooooo, wir waren fleissig, drum gehts auch hier mal wieder weiter :D

      Papa-Tochter-Tag!

      Oh, und danke für eure Kommis natürlich :love:

      „Na, die sich auch ein Kleid im Stil des Barock geliehen hat“, erläuterte die Schneiderin und begleitete ihre Besucher zur Tür.
      Lilly warf ihrem Vater einen fragenden Blick zu den dieser vorerst gekonnt übersah.
      „In Ordnung, dann neunzehn Uhr. Vielen Dank“, verabschiedete er sich.
      „Kommt davon, wenn man nur billige Chinaware anbietet, in die nur Zahnstocher hineinpassen, meine Kleider sind Maßanfertigungen ...“, moserte die alte Dame noch und winkte den beiden zu. „Bis Montag!“
      Während die Tür sich hinter ihm schloss, wandte er sich an seine Tochter.
      „Was ist denn?“, hinterfragte er ihren Blick von zuvor.
      „Ob Mäusschen auf ihre Zukunft getroffen ist?“, überlegte die Schülerin laut und grinste frech.
      „Meinst du?“
      „Wäre doch möglich“, gluckste sie, während sie neben Halvar zum Streifenwagen schlenderte. „Immerhin gehen alle anderen mit ihren Eltern einkaufen. Bei einer einzelnen Frau ...“
      Der Polizist lachte und meinte, dass es schlimm wäre, hätten beide auf dem Fest das gleiche Kleid an.
      Dafür erntete er einen mahnenden Blick seiner Tochter.
      „Du hast die Frau doch gehört … Alles Maßanfertigungen“, äffte sie Misses des Sol nach, was Halvar ein Grinsen entlockte.
      „Ich denke, es wird ein schöner Tag“, erklärte er und sah einer silbern getigerten Katze hinterher, die eilig unter dem Gebüsch verschwand.
      „Solange ich nicht an dem Rock hängenbleibe und auf die Fresse falle, ist alles gut“, klärte ihn seine Tochter über das Leben als Schülerin auf. „So einen Ruf wird man nie wieder los.“
      „Das wird schon“, meinte er beruhigend und musste schmunzeln. „Ich bin schon gespannt.“
      Er entriegelte den Streifenwagen und lud das geliehene Kleid in den Kofferraum. Anschließend öffnete er die Beifahrertür für Lillian.
      „Auf die Aufführung oder auf Miss Gwydion?“, fragte diese grinsend, stieg schnell in den Wagen und zog die Tür zu, ehe ihr Vater antworten konnte.
      Die wenigen Schritte um das Fahrzeug herum kamen ihm wie eine Ewigkeit vor. Dennoch waren sie zu schnell vorüber, als dass ihm eine passende Antwort eingefallen wäre.
      „W-Was?“, stammelte er, nachdem er die Fahrertür geöffnet hatte. Hatte sie etwas gemerkt?
      Er gibt nichts zu merken!
      Naja, nachdem du schon etwas zu essen von ihr mitgebracht hast …“, stellte sie in den Raum wie eine Mutter, die ihren Sohn wegen des zu späten Nach-Hause-Kommens ermahnte.
      „Das war doch nur …“, begann Halvar eine Rechtfertigung, aber wusste nicht, wie er den Satz beenden sollte.
      „Ich weiß“, meinte sie beschwichtigend. „Weil du deinen Job gemacht hast.“
      „G-Genau!“, stimmte er ihr zu und klang dabei nicht wirklich überzeugt.
      Genau so war es und nicht anders!
      „Könntest du das nochmal wiederholen?“, wollte Lilly wissen und klang dabei überraschend ernst. „Ich hab tierischen Hunger auf gebratene Nudeln oder so etwas.“
      „Soll ich sie anrufen und fragen, ob sie für uns kocht?“, entgegnete er scherzhaft. Sofort wurde ihm klar, dass er nicht wusste, was er eigentlich als Antwort hören wollte. Wäre ihm ein „ja“ oder ein „nein“ lieber? Nachdenklich startete er den Wagen und ließ das Horrorhaus der Misses del Sol hinter sich.
      „Nein. Ich glaube, das Bild, das sie von uns hat, reicht vollkommen aus“, lehnte seine Tochter den Vorschlag ab, was ihn erschreckenderweise etwas enttäuschte.
      Ruf sie halt einfach so an“, schlug seine innere Stimme vor, die er aber geflissentlich ignorierte.
      „Ich fürchte auch“, sagte er stattdessen.
      „Umso besser, dass du ihr mal helfen konntest“, merkte Lillian an, was Halvar lächelnd zur Kenntnis nahm.
      Kurz schwiegen die beiden und dem Mädchen war anzumerken, dass sie nach Worten suchte.
      „Aber eine Frage brennt mir da noch auf den Lippen ...“, brachte sie schließlich hervor.
      „Und welche?“
      „Seit wann gehst du eigentlich in die Kirche?“
      Die junge Frau war offensichtlich eine gute Zuhörerin, denn diese Information musste sie aus dem kurzen Gespräch mit Miss NiGwydion nach der Schule gezogen haben.
      „Ehm ...“, begann er zögerlich. „Nicht lange …“
      „Hast du nach der Trennung von Mom jetzt irgend so eine Glaubenskrise?“, hakte sie mit besorgtem Unterton nach. „Sag es lieber gleich, bevor ich morgens aufstehe und überall Kruzifixe an der Wand finde.“
      „Nein, keine Glaubenskrise“, entgegnete er und seufzte. „Aber ...“
      Er suchte nach den richtigen Worten, seiner Tochter zu erklären, was er dort tat.
      Was ist an 'Ich treffe deine Lehrerin' so schwierig?“, frotzelte seine innere Stimme erneut, wofür er sie gerne geschlagen hätte.
      „Bist du irgendeiner Sekte beigetreten?“, mutmaßte Lilly skeptisch, was er lachend verneinte.
      „Nein, auch nicht“, gab er schließlich zu und beschloss, es einfach so zu sagen, wie es war. „Ich treffe mich nur mit Leuten, die ... dieselben Probleme wie ich haben.“
      „Eine Singlebörse?“
      Wieder musste er lachen, fragte sich allerdings, ob die Schülerin nur so tat, als wüsste sie nicht, um was es ging.
      „Nein, es geht darum, wie man mit Alkohol ... umgeht“, druckste Halvar herum und warf ihr einen kurzen Blick zu.
      „Oh ...“, murmelte sie ruhiger, woraufhin er kurz überlegte.
      „Ich will nicht ... dass du meinst, dass irgendetwas davon mit dir zu tun hat“, versuchte er ihr klarzumachen.
      „Ich weiß“, nuschelte sie, klang aber auch nicht wenig überzeugt. Kurz schwieg sie, schreckte dann aber hoch und sah ihren Vater an. „Moment ... Geht Miss NiGwydion etwa auch zu diesen Sitzungen?“
      „Nicht direkt“, verneinte Halvar und schüttelte den Kopf. „Sie backt nur den Kuchen. Ihr Vater ist der betreuende Pfarrer. Warum?“
      „Ihr Vater ist der betreuende Pfarrer?“, wiederholte sie etwas entgeistert seine Worte und rutschte im Sitz etwas nach unten. „Großartig. Da wäre es mir lieber, wenn sie trinken würde.“
      „W-Warum?“
      „Na, wenn der Vater ihr alles erzählt? Wie stehe ich denn dann da?“
      „Achso ...“, murrte der Polizist. „Keine Sorge, das wird er nicht.“
      Er wand sich einen Moment darum, weiterzusprechen, tat es dann aber leiser dennoch.
      „Außerdem weiß sie es ohnehin schon...“
      „Was? Warum?“
      Seufzend gab er zu, dass sie es gewesen war, die ihn überzeugt hatte, zu den Treffen zu gehen, was ihm einen gleichermaßen erschrockenen wie fragenden Blick seiner Tochter einbrachte. Kurz erklärte er, wie es dazu gekommen war, woraufhin Lilly noch weiter in ihrem Sitz nach unten rutschte.
      „Oh Mann ...“, murmelte sie und sah ihren Vater an. „Du weißt, dass ich somit mindestens hundert Freifahrtscheine habe, oder?“
      „Ist dem so?“, fragte der Polizist grinsend, wusste aber, dass sie vermutlich recht hatte.
      „Ja. Wenn ich mal zu spät von Anna komme oder mal keine Lust habe zu reden“, zählte sie mögliche Szenarien auf, die einen dieser Freifahrtscheine benötigen könnte.
      „Nagut“, stimmte er lachend zu, nachdem ihre Forderungen eher bescheiden waren. Er kannte sie gut genug, dass er wusste, sie würde es auch nicht darauf anlegen.
      „Bei meinem ersten Date darfst du dich ebenso wenig reinhängen“, forderte sie dann streng und grinste ihren alten Herrn frech an.
      „Steht denn eines an?“, wunderte sich Halvar und hielt an einer roten Ampel. Er nutzte den kurzen Moment, um die Mimik seiner Tochter genauer zu studieren.
      „Noch nicht“, stritt sie ab und lächelte ehrlich, „aber ich will nicht, dass derjenige denkt, er kommt dafür in den Knast.“
      Wieso „denkt“?
      „Okay. Dann warte ich, bis du sagst, er muss in den Knast“, versprach er wohlwollend und fuhr über die grün gewordene Ampel.
      „Einverstanden“, gluckste sie zufrieden. „Aber zuallererst einmal brauchst du ein Date, nicht ich. Ich bin noch jung, du hingegen ...“
      „Hey!“, widersprach Halvar vehement, aber amüsiert. „Ich bin sehr jung für einen Vater mit einem Kind in deinem Alter! Und wie stellst du dir das überhaupt vor?“
      „Du lernst eine neue Frau kennen“, erklärte die Schülerin bestimmt. „So schwer kann das ja nicht sein.“
      Der Polizist lachte leise und schüttelte den Kopf.
      „Das ist schwerer als du es dir vorstellst“, entgegnete er. „Ist ja nicht so, dass es einen Katalog gibt, wo man sich die perfekte Frau bestellen kann.“
      Zumindest nicht legal.
      „Annas Tante ist neuerdings auch Single“, schlug Lilly vor. „Sie scheint ganz nett zu sein.“
      Halvar zog eine Augenbraue nach oben und musterte sein Kind.
      „Und 'ganz nett' ist ein Codewort für was genau?“
      Es konnte kein gutes Zeichen sein, wenn das Beste, das man über eine Person sagen konnte, war, dass sie ganz nett war.
      „Sie feierte letzte Woche …“, begann Lillian, stockte aber kurz und überlegte. „Nein, vor zwei Wochen ihren fünfundvierzigsten Geburtstag?!“
      „Das heißt, sie ist so alt, wie wir beide zusammen“, meinte Halvar amüsiert und bog auf die Hauptstraße ab.
      „Also eine jüngere?“, hakte sie nach und es hätte Halvar nicht gewundert, wenn sie sich Notizen gemacht hätte.
      „Vielleicht ist das etwas altmodisch, aber … ja“, gab der Polizist zu. Zumindest halbwegs in seinem Alter sollte die gute Frau schon sein.
      „Und was noch?“, bohrte Lilly weiter.
      „Wie, was noch?“
      „War Mom immer dein Typ Frau?“
      Darauf hatte er erst einmal keine Antwort. Wenn er ehrlich war, konnte er diese Frage gar nicht so genau beantworten. Nicht, dass Khyla nicht attraktiv gewesen wäre – das war sie noch immer – aber er war sich nicht sicher, ob er noch einmal eine Frau wollte, die schon einen Schreikrampf bekam, wenn sie eine Tüte Gummibärchen im Haus fand. Alles, was ihrer Figur schaden konnte, hatte die alte Hexe verbannt – so auch weitere Kinder. Charakterlich war es ohnehin keine Frage, dass seine Exfrau nicht die Vorlage für ihre Nachfolgerin sein sollte.
      „Das … weiß ich nicht“, gab er daher zu.
      Lilly zog unbeeindruckt ihr Handy aus der Tasche und tippte darauf herum.
      „Dann googeln wir deinen Typ einfach, wenn du es nicht weißt.“
      Verständnislos hinterfragte er ihren Plan. Wonach wollte sie suchen?
      Vielleicht: 'Die perfekte Frau für einen Alkoholiker.' Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Antwort wissen will.
      Dad ...“, meinte sie amüsiert und wischte auf ihrem Smartphone hin und her. „Heute gibt es für alles Apps. Es gibt sicherlich auch Apps für Männer, die wissen wollen, welcher Typ Frau zu ihnen am besten passt.“
      „Aha … na, wenn du meinst“, antwortete er. Es gab keinen Grund, nicht mitzumachen. Im schlimmsten Fall kam als Antwort, dass er nicht mehr vermittelbar war und bitte ins Kloster gehen sollte.
      Oder in die Kirche.
      „Dann kannst du Priester werden, die haben ja bekanntlich auch hübsche Töchter“, veralberte ihn seine innere Stimme, woraufhin er sacht den Kopf schüttelte.
      Lilly bekam dies zum Glück nicht mit, sondern war zu sehr damit beschäftigt die passende App zu finden.
      „O-Okay, ich glaube, ich habe was ...“, verkündete sie kurz darauf, was er skeptisch zur Kenntnis nahm.
      „Das klingt ja vielversprechend.“
      „Das sind sieben Fragen, die herausfiltern sollen, welche Frau für dich geeignet wäre“, leitete sie ihre Fragerunde ein.
      „Nur sieben?“, wunderte sich Halvar. „Nagut, dann los.“
      Wie konnten so wenige Fragen ausreichen, um ihm zu sagen, welcher Typ Frau zu ihm passte?
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • @Chaos Rising und @Jennagon

      Ehm .... warum habe ich das nicht schon früher gefunden?! :rofl:
      Und Mr. Grey/ Psychopath mit seinen Verträgen ist auch dabei? :panik: Perfekt! Warum habe ich diese Parodie nicht früher gefunden?!

      Ist echt witzig. Vorallem das Mister. Bdsm auch noch auftauchen muss und sich Juna angeln will. Das beste ist ja, dass Halvar auch hier Iounas Name nicht aussprechen kann :rofl:
      Die ganzen Gedanken, die ihr immer wieder einfädelt sind äusserst amüsant zu lesen. Das ganze in die Moderne zu setzten als Polizist und Lehrerin xD ... Juna mag wohl Uniformen :D Oder einfach Halvar, der die Gesetze in die Hand nimmt.

      Obwohl ... hier würde er wohl nicht so leicht mit ausweiden und abtrennen von Gliedmassen oder gar dem Kopf davon kommen ... *schnief, kein Platz für sadistic Halvar*
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 97dragonfly ()

    • So, danke für eure Kommis :love:
      ich mach mal weiter, damit ihr die Fragen auch zu lesen kriegt xD




      „Frage eins“, las die Schülerin vor. „Welcher Typ Mann sind sie? A: Der sportliche, aktive Typ, der mindestens zweimal in der Woche das Fitnessstudio besucht. B: Sie sind der gemütliche Couchsitzer, der gutes Essen bevorzugt. Oder C: Der Intellektuelle, der Museen und Bibliotheken besucht und seine Zeit mit guten Büchern oder anspruchsvoller Unterhaltung verbringt.“
      „Öhm ...“, fing er an und musste erst einmal überlegen. „Irgendwas zwischen A und B?“
      „Willst du wieder mehr Sport machen, um deine Chancen zu erhöhen?“, hakte sie weiter nach, woraufhin er nickte.
      Wollenschon, ja“, gab er seiner Verhörerin zu Protokoll. Es scheiterte weniger daran, dass er generell keine Lust hatte, als vielmehr an der Zeit und wenn er ehrlich war auch an seinem psychischen Zustand der letzten Wochen.
      „Also A!“, bestimmte Lilly und loggte die Antwort mit einem Fingertippen ein, während Halvar das Auto an der Straße unweit seiner Wohnung parkte.
      „Wenn du das sagst“, gab er ihr amüsiert recht und zog den Zündschlüssel ab. „Was ist die nächste Frage?“
      Dann muss ich wohl wirklich meinen Arsch mal wieder hochkriegen …
      „Sie haben das erste Date mit einer neuen Bekanntschaft“, fuhr Lilly fort, während der Polizist das Kostüm aus dem Kofferraum holte und dann den Wagen verschloss. „Wohin führen Sie die Frau aus? A: In einen Schnellimbiss! Wenn sie nicht auch damit zufrieden ist, kann sie gleich gehen! B: In ein Nobelrestaurant. Denn auch wenn ich es mir kaum leisten kann, es ist immer noch ...“ Ein kleines Kichern unterbrach den Lesefluss der Schülerin, ehe sie sich sammelte und weiter vorlas. “... billiger als ein Bordell, wenn etwas läuft. Oder C: In meine Stammkneipe zu fettigen Rippchen und Bier, damit sie gleich weiß, was ich mag.“
      Erneut war die Antwort nicht so einfach, wie man meinen sollte. Was waren diese Fragen auch so dämlich formuliert?
      „A -Äh … C?“, versuchte er, seine wahre Meinung mit zwei Buchstaben auszudrücken, die dem nicht wirklich nahe kamen.
      „Was den jetzt?“, forderte seine Tochter eine Aussagekräftigere Antwort.
      „ … sagen wir C.“
      Lilly nuschelte etwas Unverständliches vor sich hin und loggte die Antwort ein, während sie die Straße zum Haus entlang schlenderten.
      Da wird sowas von nicht Mäuschen rauskommen …
      Moment, warum störte ihn das? Er hatte bereits festgestellt, dass die Frau nichts für ihn war, aber irgendwie erschien sie ihm jedesmal, wen er sie sah … passender.
      „Frage drei“, führte Lilly das Interview fort. „Sie sind mit ihrer neuen Freundin schon einige Wochen zusammen und der erste Urlaub steht an. Wohin entführen Sie ihre Liebste? A: Sie fragen einen Kumpel/Arbeitskollegen, ob sie seine Hütte im Wald anmieten könnten, das ist günstiger und bietet mehr Zeit zu weit. B: Sie reisen mit ihrer neuen Flamme nach Hawai und bezahlen einen allinclusiv Urlaub in einer teuren Anlage mit allem, was dazugehört. Oder C: Camping am nächstgelegenen See.“
      „Du stellst fragen …“, murrte Halvar und bemühte sich, das grüne Kleid nicht fallenzulassen, während er die Tür zum Wohnblock aufschloss. „Ich denke A. Ich bin zu alt um auf dem Boden zu schlafen.“
      Zufrieden grinsend nahm seine Tochter die Antwort hin und folgte ihrem Vater dann die Treppe hinauf.
      „Jetzt ist er auf einmal zu alt“, meinte sie leise, was er mit einem kurzen Lachen quittierte. „Frage vier. Sie haben den Jahrestag vergessen. Wie sollte Ihre neue Freundin darauf reagieren? A: Mit Verständnis, denn immerhin gehen Sie Vollzeit arbeiten und verdienen sogesehen die Brötchen. Da kann das schon einmal passieren. B: Wenn sie die Richtige ist, hat sie ihn auch vergessen. Oder C: Sie darf eine Szene machen, aber mich interessiert so ein sentimentaler Kram ohnehin nicht. Wer bei so etwas aus der Haut fährt, kann gleich die Kurve kratzen.“
      „B.“
      Das war einfach.
      Lillian lachte auf und lobte die eindeutige Antwort, als sie Stockwerk um Stockwerk das heruntergekommene Treppenhaus hinaufstiegen.
      „Frage fünf. Mit was sind sie …“. wollte sie fortfahren, aber begann laut zu lachen und konnte nicht mehr aufhören, bis sie in der Wohnung angekommen waren Erst als sie sich auf die Couch fallengelassen hatte beruhigte sie sich etwas.
      Halvar konnte sich grob vorstellen, in welche Richtung diese Frage ging und ließ sie grinsend zuende lachen. Er hängte unterdessen das Kleid sauber in den Kleiderschrank und holte zwei Flaschen Cola aus dem Kühlschrank. Wortlos setzte er sich neben sie und reichte ihr eine. Sie bedankte sich, wischte mit dem Ärmel ihres Pullovers die Lachtränen von den Wangen und räusperte sich dann.
      „... Okay, puh, ehm ... Mit was sind Sie eher zu begeistern? A: Mit schwarzer Spitzenunterwäsche und Strapsen. B: Mir so etwas von egal, bei den richtigen Kurven tut´s auch ein Pyjama. Oder C: Lack und Leder.“
      „C“, antwortete er umgehend, wenn auch nur, um die Reaktion seiner Tochter zu testen.
      „Boar, Dad!“, erwiderte sie angeekelt und vergaß, dass sie eigentlich einen Schluck trinken wollte. „Echt jetzt?!“
      „Nein“, gab er grinsend zu. „Begeistert bin ich bei A schon, aber B stimmt genauso.“
      „Danach brauche ich eine Therapie“, murmelte Lilly. „Also B!“
      „Sehr wohl, die Dame.“
      Er wollte sich das Gespräch mit dem Therapeuten gar nicht vorstellen. Allerdings war es ja auch etwas, dass sie bisher noch keine brauchte. Gewundert hätte es ihn nicht, so wie ihre Eltern sich benommen hatten in den letzten Jahren.
      „Vorletzte Frage ... Was ist Ihnen bei einer Frau am wichtigsten? A: Dass sie die Dinge tun kann, die eine Frau beherrschen sollte, wie Kochen, Putzen und Nähen. B: Dass sie abenteuerlustig und spontan ist. Es geht nichts über eine mit Adrenalin vollgepumpte Frau zuhause. Oder C: Dass sie genügsam und schweigsam ist.“
      „Das ist alles dämlich“, widersprach Halvar. „Ich will eine normale Frau, was ist denn daran so ungewöhnlich, dass man es nicht einmal als Antwort in Betracht zieht?“
      „Kochen wäre ja mal nicht schlecht“, warf Lilly ein und zuckte mit den Schultern. „Etwas, was Mom zumindest nicht konnte und so etwas willst du ja nicht mehr.“
      „Das stimmt. Dann wohl A.“
      Zufrieden nickend loggte Lilly die Antwort ein und räusperte sich dann theatralisch.
      „Letzte Frage ... Welche Farbe - auch wenn es keine ist - bevorzugen Sie? A: Rot oder Brauntöne. B: Schwarz. Oder C: Weiß bis Pastelltöne.“
      „Hä?“, fragte Halvar. „Was hat das denn mit einer Frau …?“
      Er seufzte und winkte ab, da er wusste, dass Lilly nur einen Buchstaben hören wollte.
      „Ehm … B.“
      Nachdem auch die finale Antwort eingeloggt war, dauerte es kurz, bis das Ergebnis zu sehen war. Lillian fing lauthals zu lachen an und war gar nicht mehr in der Lage, sie vorzulesen. Nach Luft schnappend kippte sie zur Seite und legte ihren Kopf vor Freude japsend auf den Oberschenkel ihres Vaters, der kurzerhand versuchte ihr das Handy aus der Hand zu nehmen, was sie aber nicht zuließ.
      Will ich das wirklich wissen?
      Noch einmal räusperte sich die Schülerin und atmete durch, bevor sie den Text vorlas.
      „Ihre Antwort: Wie bei Muttern! Sie brauchen eine Frau, die keinerlei Ansprüche besitzt, so wie die Frauen der fünfziger Jahre ungefähr. Da sie zu übermäßigem Geiz neigen und vermutlich selbst beim Einkaufen die Preise stetig multiplizieren, sollte Ihre neue Partnerin nicht hoffen, zu ihrem Geburtstag mit überteuren Geschenken überhäuft zu werden, wenn Sie überhaupt an diesen denken. Allgemein versprühen Sie ungefähr so viel Lebensfreunde wie ein überfahrenes Gürteltier ...“
      Sie machte eine Pause, da durch ihr Kichern nicht mehr zu verstehen war, was sie sagen wollte.
      Halvar konnte ihrem heiteren Lachen nicht entkommen und stimmte mit ein, auch wen der Witz auf seine Kosten ging. Es war einfach ein schöner Moment, seine Tochter vor lachen weinen zu sehen.
      „…Sie räumen Ihrer Freundin höchstens ein Taschengeld ein, aber sie ist vermutlich eh viel zu beschäftigt, um es auszugeben, denn Ihre Füße müssen massiert werden, während Sie Gutscheine aus den Zeitungen schneiden. Dabei bezieht sich der Geiz aber nur auf andere, aber nicht auf sie selbst. Sie gegen gerne mal etwas mehr aus, wenn es um eine neue Angelausrüstung geht oder der Wagen eine doppelte Wachsschicht braucht. Am besten Sie führen ihre nächste Beziehung mit einer Schaufensterpuppe. Die atmet Ihnen nicht die teure Luft weg und braucht selten neue Kleidung. Überdenken Sie lieber etwas Ihren Lebenstil, denn: 'Geben ist seliger als nehmen!'.“
      „Der Test ist scheiße“, schimpfte er dann gespielt beleidigt, wobei auch ihm Lachtränen über die Wange liefen. „Das klingt viel zu sehr nach deiner Mutter!“
      „Ich glaube, das mit der Hütte hat es vermasselt“, versuchte Lilly, das 'Versagen' ihres Vaters zu erklären.
      „Dann muss ich wohl Single bleiben“, meinte Halvar und lächelte sie an.
      Lillian behielt ihre fröhliche Miene für einen Augenblick bei, ehe diese sich zu einem besorgten Blick wandelte.
      „Das war ein Scherz“, beruhigte er sie. „Irgendeine wird schon Mitleid mit mir haben!“
      „Für einen Hundewelpenblick bist du zu groß ...“, meinte sie und drehte sich auf den Rücken, blieb aber mit dem Kopf auf Halvars Oberschenkel liegen. „Wenn Mom mich holt ... Ich möchte nicht, dass du dann hier alleine rumhängen musst.“
      Er lachte leise und wischte ihr noch eine verirrte Lachträne von der Wange.
      „Das ist lieb, aber wird sich kaum vermeiden lassen.“
      „Außer … ich bleibe hier“, stellte sie klar und blickte nun ihrerseits mit den eisblauen Augen zu ihm auf.
      „Du … du willst hierbleiben?“, wiederholte Halvar ihre Worte erfreut. „B-Bist du sicher? Ich meine, du hast hier nicht einmal ein wirkliches Zimmer und ich bin …“
      Es überraschte ihn, dass sie auf den Luxus des Hauses verzichten würde.
      „Ja, schon“, entgegnete sie nickend, „also, ich bin mir sicher. Mom würde mich doch ohnehin nicht bei sich behalten. Also, das nehme ich an, denn das würde ihre Reisepläne durchkreuzen. Hier bist du und Anna und meine Schule ... Ich will gar nicht von hier weg.“
      Halvar lächelte einen Moment glücklich über ihre Worte. Doch dann wurde sein Blick ernster, als er ihr offenbarte, dass ihre Mutter dort auch ein Wörtchen mitzureden hatte.
      „Aber ich fände es schön, wen du hier bleibst“, ergänzte er schnel. „Also nicht unbedingt hier, aber … vielleicht finden wir ja eine bessere Wohnung.“
      Nun wandelte sich auch ihr Gesichtsausdruck und sie wirkte etwas betrübt.
      „Ich denke aber nicht, dass sie zustimmt, ansonsten würde sie meinen Unterhalt nicht mehr einfordern können ...“, murrte sie und sah sich im Wohnzimmer der winzigen Wohnung um. „Und derzeit stehen unsere Chancen nicht gut, darauf zu bestehen.“
      Langsam nickend stimmte er ihr zu.
      „Und wenn wir ein bisschen durchwischen?“, versuchte er, sie aufzumuntern. „Und wird schon etwas einfallen.“
      Lächelnd, nahm sie den Versuch zur Kenntnis, während er sacht ihre Hand drückte.
      „Und jetzt, liebes Töchterlein, habe ich eine Frage an dich“, wechselte er dann das Thema, was ihm einen erwartungsvoll fragenden Blick bescherte.
      „Möchten Sie A: ohne Abendessen ins Bett gehen. B: Gebratene Nudeln bestellen oder C: Zusammen etwas kochen, auch auf die Gefahr hin, dass man es dann nicht essen kann?“, fragte er grinsend.
      „Oder D“, entgegnete die Schülerin ebenfalls grinsend. „Du rufst meine Lehrerin an und lädst sie. geizig wie du bist, zum Essen ein, wenn sie kocht.“
      Lachend nickte der Polizist.
      „Das wäre die beste Lösung“, antwortete er und hoffte sofort, dass sie diese Aussage nicht hinterfragen würde. „Aber vielleicht suchst du dir vorsichtshalber noch ein Alternativprogramm aus, falls sie mich für gruselig hält und meint, ich soll gefälligst ihre Nummer löschen.“
      „Dann B!“, beschloss Lilly und stand auf. Sie gab ihrem Vater einen kleinen Kuss auf die Wange und verschwand dann im Bad.
      Halvar genoss den Moment und nahm dann sein Telefon zu Hand, als er alleine war. Er starrte das Handy an und überlegte, welche Nummer er nun wählen sollte.
      Es überraschte ihn, wie lange es dauerte, bis er schließlich beim Lieferservice anrief.
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • Guten Morgen ihr zwei 8( (ich feiere diesen Smiley immernoch xD)

      Versuche mich mal wieder in der Morgenlektüre und fange mit der leichten Kost an *hat einfach nur kein Bock zu arbeiten und ohnehin noch zu wenig Kaffee intus*

      Die zwei zusammen sind einfach herrlich. Der eine trockener, als der andere :rofl:

      Chaos Rising schrieb:

      „Ich treffe mich nur mit Leuten, die ... dieselben Probleme wie ich haben.“
      „Eine Singlebörse?“
      Echt jetzt? :rofl: Mosert zu Beginn noch über seinen Lebensstil rum, und daran denkt sie als erstes? Naja gut.... irgendwie ist das ja auch der Auslöser seines Problems :hmm: Aber gut kams trotzdem xD

      Chaos Rising schrieb:

      „aber ich will nicht, dass derjenige denkt, er kommt dafür in den Knast.“
      Wieso „denkt“?
      :rofl:

      Chaos Rising schrieb:

      Es konnte kein gutes Zeichen sein, wenn das Beste, das man über eine Person sagen konnte, war, dass sie ganz nett war.
      genau 8( "ganz nett" ist bekanntlich der kleine Bruder von "Scheiße".

      Chaos Rising schrieb:

      Wollenschon, ja“, gab er seiner Verhörerin zu Protokoll.
      Das ist auch mein Problem :rofl: wollen schon, aber an der Umsetzung haperts xD

      Chaos Rising schrieb:

      A: Sie fragen einen Kumpel/Arbeitskollegen, ob sie seine Hütte im Wald anmieten könnten, das ist günstiger und bietet mehr Zeit zu weit. B: Sie reisen mit ihrer neuen Flamme nach Hawai und bezahlen einen allinclusiv Urlaub in einer teuren Anlage mit allem, was dazugehört. Oder C: Camping am nächstgelegenen See.“
      Diese Frage hätte mich aber auch einige Überlegung gekostet. Da fehlt nämlich D! Eine Mischung aus A und C. Eine Waldhütte am See wäre noch geiler!

      Chaos Rising schrieb:

      A: Mit schwarzer Spitzenunterwäsche und Strapsen. B: Mir so etwas von egal, bei den richtigen Kurven tut´s auch ein Pyjama. Oder C: Lack und Leder.
      Auch hier fehlt D. Nackt 8(

      Chaos Rising schrieb:

      „Der Test ist scheiße“, schimpfte er dann gespielt beleidigt
      :rofl: das Ergebnis aber geil

      Chaos Rising schrieb:

      „Ich glaube, das mit der Hütte hat es vermasselt“, versuchte Lilly, das 'Versagen' ihres Vaters zu erklären.
      Sicher, dass es nicht die Kneipe war? xD

      Chaos Rising schrieb:

      Es überraschte ihn, wie lange es dauerte, bis er schließlich beim Lieferservice anrief.
      Och du Schisser, man! Das war die falsche Nummer.
      Wobei es jetzt ultra witzig wäre, wenn da Iouna dran geht, weil sie einen kleinen Nebenjob hat :rofl:
      The tiger and the lion may be more powerful...
      ... but the Wolf does not perform in the circus.




      Die Wächter von Armargon - Teil 1: Rache
    • @Chaos Rising

      Iwie ist es für mich mega seltsam Halvar mit seiner Tochter zu sehen ... da wir ja alle eigentlich wissen, dass das arme Mädchen lange schon tot ist ... gestorben eines qualvollen Todes (okok, das musste ich jetzt sagen xD)

      Die Idee mit dem Online-Dating finde ich richtig witzig! Lilly als Teenager, die ihrem Papa ein Profil erstellt und ein Halvar, der auf Fragen antwortet, auf die er egal wie ... keine richtige Antwort geben kann! :rofl:
      Lillys Kommentare dazu sind zum brüllen komisch und richtig schön authentisch! Die Kleine gefällt mir! (zurück zu meinem Schmerz und dem Wissen, dass sie eigentlich in einer anderen Version tot ist :minigun: )

      Und Halvar, der kleine Schisser ( @Rukas Worte, aber sehr zutreffend! xD) wählt am Ende tatsächlich die falsche Nummer! :stick:
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Auch wieder ein schöner Part bei dem ich gar nicht mehr aus dem schmunzeln herausgekommen bin. Die Fragen haben sich als schlimmer herausgestellt, als ich es mir gedacht hatte :D Trotzdem ein gelungener Teil, aber ein paar Kleinigkeiten habe ich dennoch anzumerken ... sorry :whistling:

      Chaos Rising schrieb:

      „Was den jetzt?“, forderte seine Tochter eine Aussagekräftigere Antwort.
      aussagekräftigere

      Chaos Rising schrieb:

      A: Sie fragen einen Kumpel/Arbeitskollegen, ob sie seine Hütte im Wald anmieten könnten, das ist günstiger und bietet mehr Zeit zu weit. B: Sie reisen mit ihrer neuen Flamme nach Hawai und bezahlen einen allinclusiv Urlaub in einer teuren Anlage mit allem, was dazugehört. Oder C: Camping am nächstgelegenen See.“
      zu zweit
      Hawaii

      Chaos Rising schrieb:

      „Oder D“, entgegnete die Schülerin ebenfalls grinsend. „Du rufst meine Lehrerin an und lädst sie. (Komma) geizig wie du bist, zum Essen ein, wenn sie kocht.“
      Ich lebe in einer Welt voller Fantasy, und Ihr?