Das wandernde Rätsel

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    • Das wandernde Rätsel

      Hallo, ihr Lieben da draußen. Willkomen und viel Spaß beim Lesen

      Heute starte ich die Reise von Mia und Kai. Diese Charaktere begleiten mich schon seit vielen Jahren und erhalten hier eine Neuauflage. Die Story umfasst drei Bände, welche ich alle handgeschrieben habe. Im Rahmen der Digitalisierung erhielt die Story ein Facelift und eine Onlinestellung. Der Zweite Band ist in Arbeit.
      Für konstruktive Kritik bin ich offen, denn wie schon gesagt die Story ist im Facelifting.

      Klappentext: Was passiert wenn ein Teil deiner Familie gestorben ist, ein anderer verschwunden ist und du nicht weist wem du trauen kannst? In deinem Körper die Kraft von Generationen schläft und die Hoffung dir das Tor zur Hölle zeigt? Dann weist du was Kai bevor steht.


      Kapitel 1 Grau und Schwarz



      Den offensichtlichen Schlag sah er kommen, und spürte im selben Augenblick diesen in seinen Gliedern detonieren. Den jungen Kämpfer überraschte diese Härte nicht im Geringsten. Immerhin verfügte er über außergewöhnlich viel Erfahrung, und somit schlug sein Körper mit der gewünschten Wucht des Gegners auf der Oberfläche der Matte auf. Der Fall glich einem um gesägten Baum, genau wie der Aufprall, welcher im Fußboden vibrierte und die Zuschauer erzittern ließ. Der Karateschüler wusste nicht mehr, wie lange er noch durchhalten könnte. In seiner jetzigen Verfassung spürte er immer mehr, dass Gewinnen nicht mehr lange möglich sein würde. Zu diesem Zeitpunkt blieb ihm nichts weiter übrig, als sich seinem Schicksal zu fügen und liegen zu bleiben. Wen hätte er auch fragen sollen, um ein anderes Ergebnis herbeizuführen. Wer hätte ihm noch helfen können. Jede Person, die ihm einen anderen Weg dafür aufzeigen konnte und Antworten darauf kannte war tot.

      "Sieg nach Punkten für Lukas", verkündete Boris, und stieg sofort zwischen die Kontrahenten, um Lukas damit keine Chance zu geben, eventuell noch einmal nach zu schlagen. Alleine seine Anwesenheit reichte dafür aus um den aufmüpfigen Teenager in Schach zu halten, dessen Jugendstrafregister länger war als Boris gesamter Arm. Und Boris war groß.
      Der Besiegte stand auf, verbeugte sich und verließ ohne ein Wort die Matte. Die Weltanschauugn, das alles und jeder gegen ihn war, war es, wesswegen der Teeager, niemals wirklich gegen seinen Kntrahenten gewinnen konnte.
      Für heute war es der letzte Kampf gewesen, also war es Zeit zum Aufräumen. Eine gute Ablenkung von den schweren Gedanken im Kopf, die Kai auf die Matte drückten.
      "Lukas hatte doch nur Glück. Du bist so stark Kai. Wieso hast du ihn nicht um genietet!", verteidigte ein Mädchen Kai, welcher die Auseinandersetzung fast schon vergaß. Wie sehr sie ihn anhimmelte, darum machte Anika kein Geheimnis. Sie war auffallend hübsch für eine Jugendliche mit durchtrainierter Figur und einem Faustschlag, der Türen zertrümmern konnte. Im Grunde wären Annika und Kai-Alexander rein äußerlich ein wunderschönes Paar. Die beiden hätten durchaus das Potential gehabt auf der Titelseite eines Hochglanzmagazin zu landen. Jedoch interessierten solche Oberflächlichkeiten den Angebeteten nicht im Geringsten.
      Unter den Jungs erarbeitete sich der ruhige, und befremdlich aussehende Junge sehr viel Respekt. Nicht nur das Sporttreiben fiel ihm leicht, zudem war er Kapitän der Mannschaft im Dojo in seiner Altersklasse. Auch in der Schule zeichnete Kai sich durch gutes Benehmen und hervorragende Noten aus. Das Zeugnis von Kai würde makellos aussehen, wenn da nicht sein soziales Verhalten gewesen wäre. Beharrlich schwieg er auf eine Weise und scheute zu viele Kontakte, wie ein Mönch den Weinkeller während der Fastenzeit nicht betrat. Für die Jungs war er ein stiller Rebell, welcher sogar Paukern das Fürchten lehren konnte. Hingegen die Mädchen hielten ihn für den klassischen coolen Boy, wie aus dem Jugendmagazin.
      Auf solche geheimnisvollen Typen fuhren die Mädels total ab. Hingegen Boris machte sich so seine Gedanken um seinen Schützling. Wer seine Familie verloren hatte, wollte nicht immer über alles reden. Dem Trainer war klar, dass unter all den Jugendlichen hier, niemand auch nur im geringsten Kais Geschichte begreifen konnte.
      "Anika, hilf’ beim Aufräumen, und kleb’ nicht wie Tapetenkleister an Kai!"
      Dieser Mann sah aus als ob er aus einem russischen Militärfilm entsprungen kam, und drückte der Schülerin mit Nachdruck eine Matte vom Boden hoch und stellte sie ihr vor die Füße hin.
      Das war ein klarer Dämpfer für den Groupie. Mit finsterem Blick warf sie ihren dunkelbraunen Pferdeschwanz über ihre Schulter und verschwnad mit zusammengepressten Lippen aus Boris Sichtfeld.
      Diese nahm Kai allerdings schon nicht mehr wahr, weil er Anika noch nie mit ausgesprochen wirklicher Aufmerksamkeit bedachte. Zwar ging sie mit ihm und ihrem Bruder Marcel in eine Klasse, jedoch interpretierten die Geschwister diese Freundschaft zu dem Jungen beide auf ihre eigene Art und Weise.
      "Ich hoffe für dich, dass der Quälgeist niemals deine Handynummer zu fassen bekommt", meinte Marcel, und hängte sich brüderlich an Kais Schulter heran. Durch den Körperlichen Größenunterschied, bemerkte Kai sein Gewicht sehr deutlich. Im Gegensatz zu seiner Schwester, war Marcel von seiner Statur eher unreif und schwammig. Ingeheim erhoffte der Teenager sich von Karate, der Natur auf die Sprünge zu Helfen, damit er schnell männlicher wurde. Größer und Mukulöser. Mehr sowie Kai eben.
      "Das wird nie geschehen", beendete dieser das Gespräch und ging zur Umkleide. Mit dem Glauben daran seiner Schwester die Tour wieder vermasseln zu können, hechtete Marcel ihm hinterher.
      "Sehr gut! Würde sie die bekommen, du hättest nie wieder deine Ruhe."


      Das Dojo leerte sich schnell, und Boris verabschiedete sich von seinen Schülern. Einige wurden von Eltern oder Angehörigen mit dem Auto abgeholt. Manche fuhren mit ihren Motorrollern oder den Fahrrädern nach Hause, andere gingen in kleinen Gruppen zur Bushaltestelle hinüber, und Kai sammelte eine kleine, schwarze Katze vom Straßenrand auf. Augenblicklich vertraut und liebevoll schmiegten die beiden ihre Köpfe aneinander. Dabei entwickelte sich auf Kais stummem Gesicht ein ungewohnter sanfter Zug, und diese Katze wirkte so nah an ihm fast menschlich.
      Nachdenklich lehnte sich Boris an die große Schiebetür des Dojos, und blickte über den japanischen Garten hinweg auf den Jungen mit der Katze.
      Es war schon eigenartig genug, dass eine Katze einem Hund gleich jeden Tag nach dem Training vor dem Dojo hockte und auf sein Herrchen wartete. Doch dieses Tier war vor wenigen Wochen plötzlich in Kai-Alexanders Leben aufgetaucht und begann ihn zu verändern. Wo kam nur dieses kleine schwarze Tier her? Besitzer und Haustier wirkten fast schon zu harmonisch mit einander. Nur ein einziges Mal hatte Boris, das Tierchen auf dem Arm gehalten und es war ihm alles andere als angenehm gewesen. Diese Katze wirkte einfach nicht wie ein Haustier. Nichteinmal wie das Tier, dass sie ganz offensichtlich war. Hin gegen war die kleine Mia auf Kai-Alexander Arm, machte dieses eigenartige Gefühl einen Sinn.
      Dennoch er wurde aus Kai nicht schlau. Im Grunde erwartete der Mann auch nichts anderes. Gemeinsam mit Kais Eltern gründete Boris dieses Dojo. Die beiden waren ein Herz und eine Seele gewesen. Denn sie zählten zu den wenigen Menschen auf der Welt, welcher zu wirklicher Freundschaft im Stande bereit zu geben war. Ihre Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit beeindruckte Boris von Anfang an.
      Der Mann schloss alle Fenster und Schiebetüren, verbeugte sich noch einmal vor dem Hausaltar, und blickte zum Abschluss seines Rituals auf die Fotogalerie am Ausgang. Seinen Eltern sah Kai erstaunlich ähnlich, und glich seinem Vater bis auf das kurze, graue, sowie struppige Haar. Dazu das breite Kreuz und die sportliche Statur, aber auch die großen Hände, welche aber nicht grob wirkten. Von der Mutter hingegen verdankte er seine sagenhaft grünen Augen, dass so manchen Juwelier vor Neid erblassen ließ. Dieses Smaragdgrün war klar und irgendwie undurchdringlich. In diesen Augen der Mutter ertranken so manche Männer. Auch Boris konnte sich als junger Mann gegen die Ausstrahlung der Mutter nur dadurch wehren, weil Alexanders Augen ihn scharf dabei beobachteten. Das Blau in den Augen von Kais Vater sahen dagegen dunkel und kalt aus. Es war diese Kälte, welche Boris bei Kai spürte wenn er beharrlich schwieg, oder ganz genau und präzise antwortete.
      Der Trainer dachte an das Gespräch zwischen Kai und Marcel. Eine klare Antwort gab Kai. Für den Maulfaulen Jungen schon eine halbes Wunder. Allerdings interpretierte Marcel sie vollkommen falsch, denn Kai besaß kein Handy. Niemals würde er eines nutzen. Zwar wusste Boris nicht wie, aber wenn jemand Kai erreichen wollte, würde er nie Elektronik brauchen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Traumstunde ()

    • Hallo @Traumstunde, ich würde deine Geschichte sehr gerne lesen. Aber es wäre sehr hilfreich, wenn du noch einmal drüber schauen könntest und die vielen fehlenden Leerzeichen ergänzt, die beim Kopieren und Einfügen entstanden sind. So ist es echt schwer.
      Um den unschönen Effekt künftig zu vermeiden, klicke vor dem Einfügen auf das kleine Viereck in der linken Ecke der Menüzeile (BBCode) > wird dann schwarz.
      Dann füge deinen Text ein. Dann klicke noch einmal und speichere erst dann.
      LG Tariq
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Vielen Dank für die Änderung, @Traumstunde, so lässt es sich besser lesen. :thumbup:

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      So, nun will ich mich mal drübermachen. Ich werde hier KEINE Rechtschreibung oder Kommasetzung bemängeln, sondern erstmal nur drüberschauen, was du so als Anfangskapitel für uns hast. (Falls du trotzdem die Rechtschreibfehler aufgelistet haben möchtest, kann ich [oder ein anderer] dir das später noch machen). ^^



      grün = Vorschläge von mir für eine andere Formulierung
      weiß = Wortwiederholungen, die du vermeiden solltest

      Traumstunde schrieb:

      Den offensichtlichen Schlag sah er kommen, und spürte im selben Augenblick diesen in seinen Gliedern detonieren. Den jungen Kämpfer überraschte diese Härte nicht im Geringsten. Immerhin verfügte er über außergewöhnlich viel Erfahrung, und somit schlug sein Körper mit der gewünschten Wucht des Gegners auf der Oberfläche der Matte auf. Der Fall glich einem um gesägten Baum (eher "glich dem Sturz eines umgesägten Baumes"?), genau wie der Aufprall, welcher im Fußboden vibrierte und die Zuschauer erzittern ließ. Der Karateschüler wusste nicht mehr, wie lange er noch durchhalten könnte konnte. In seiner jetzigen Verfassung spürte er immer mehr, dass Gewinnen nicht mehr lange möglich sein würde. Zu diesem Zeitpunkt blieb ihm nichts weiter übrig, als sich seinem Schicksal (eher "in sein Schicksal") zu fügen und liegen zu bleiben. Wen hätte er auch fragen sollen, um ein anderes Ergebnis herbeizuführen. Wer hätte ihm noch helfen können. Jede Person, die ihm einen anderen Weg dafür aufzeigen konnte und Antworten darauf kannte war tot.

      "Sieg nach Punkten für Lukas", verkündete Boris, und stieg sofort zwischen die Kontrahenten, um Lukas damit keine Chance zu geben, eventuell noch einmal nach zu schlagen. Alleine seine Anwesenheit reichte dafür (ohne "dafür") aus um den aufmüpfigen Teenager in Schach zu halten, dessen Jugendstrafregister länger war als Boris gesamter Arm. Und Boris war groß.
      Der Besiegte stand auf, verbeugte sich und verließ ohne ein Wort die Matte. Die Weltanschauugn, das alles und jeder gegen ihn war, war es, wesswegen der Teeager, niemals wirklich gegen seinen Kntrahenten gewinnen konnte.
      Für heute war es der letzte Kampf gewesen, also war es Zeit zum Aufräumen. Eine gute Ablenkung von den schweren Gedanken im Kopf, die Kai auf die Matte drückten.
      "Lukas hatte doch nur Glück. Du bist so stark Kai. Wieso hast du ihn nicht um genietet!", verteidigte ein Mädchen Kai, welcher die Auseinandersetzung fast schon vergaß (eher "vergessen hatte"?) . Wie sehr sie ihn anhimmelte, darum machte Anika kein Geheimnis. Sie war auffallend hübsch für eine Jugendliche mit durchtrainierter Figur und einem Faustschlag, der Türen zertrümmern konnte. (Warum sollten solche Mädchen den weniger hübsch sein? :huh: ) Im Grunde wären Annika und Kai-Alexander rein äußerlich ein wunderschönes Paar. Die beiden hätten durchaus das Potential gehabt auf der Titelseite eines Hochglanzmagazin zu landen. Jedoch interessierten solche Oberflächlichkeiten den Angebeteten nicht im Geringsten.
      Unter den Jungs erarbeitete sich der ruhige, und befremdlich aussehende Junge (wo beschreibst du das befremdliche Aussehen? Hier hab ich nichts darüber gefunden.) sehr viel Respekt. Nicht nur das Sporttreiben fiel ihm leicht, zudem war er Kapitän der Mannschaft im Dojo in seiner Altersklasse. Auch in der Schule zeichnete Kai sich durch gutes Benehmen und hervorragende Noten aus. Das Zeugnis von Kai würde makellos aussehen, wenn da nicht sein soziales Verhalten gewesen wäre. Beharrlich schwieg er auf eine Weise und scheute zu viele Kontakte, wie ein Mönch den Weinkeller während der Fastenzeit nicht betrat. Für die Jungs war er ein stiller Rebell, welcher sogar Paukern das Fürchten lehren konnte. Hingegen die Mädchen hielten ihn für den klassischen coolen Boy, wie aus dem Jugendmagazin.
      Auf solche geheimnisvollen Typen fuhren die Mädels total ab. Hingegen Boris machte sich so seine Gedanken um seinen Schützling. Wer seine Familie verloren hatte, wollte nicht immer über alles reden. Dem Trainer war klar, dass unter all den Jugendlichen hier, niemand auch nur im geringsten Kais Geschichte begreifen konnte.
      "Anika, hilf’ beim Aufräumen, und kleb’ nicht wie Tapetenkleister an Kai!"
      Dieser Mann sah aus als ob er aus einem russischen Militärfilm entsprungen kam (eher "entsprungen wäre"?) , und drückte der Schülerin mit Nachdruck eine Matte vom Boden hoch und stellte sie ihr vor die Füße hin.
      Das war ein klarer Dämpfer für den Groupie. Mit finsterem Blick warf sie ihren dunkelbraunen Pferdeschwanz über ihre Schulter und verschwnad mit zusammengepressten Lippen aus Boris Sichtfeld.
      Diese nahm Kai allerdings schon nicht mehr wahr, weil er Anika noch nie mit ausgesprochen wirklicher Aufmerksamkeit bedachte. Zwar ging sie mit ihm und ihrem Bruder Marcel in eine Klasse, jedoch interpretierten die Geschwister diese Freundschaft zu dem Jungen beide auf ihre eigene Art und Weise.
      "Ich hoffe für dich, dass der Quälgeist niemals deine Handynummer zu fassen bekommt", meinte Marcel, und hängte sich brüderlich an Kais Schulter heran. Durch den Körperlichen Größenunterschied, bemerkte Kai sein Gewicht sehr deutlich. Im Gegensatz zu seiner Schwester, war Marcel von seiner Statur eher unreif und schwammig. Ingeheim erhoffte der Teenager sich von Karate, der Natur auf die Sprünge zu Helfen, damit er schnell männlicher wurde. Größer und Mukulöser. Mehr sowie Kai eben.
      "Das wird nie geschehen", beendete dieser das Gespräch und ging zur Umkleide. Mit dem Glauben daran seiner Schwester die Tour wieder vermasseln zu können, hechtete Marcel ihm hinterher.
      "Sehr gut! Würde sie die bekommen, du hättest nie wieder deine Ruhe."


      Das Dojo leerte sich schnell, und Boris verabschiedete sich von seinen Schülern. Einige wurden von Eltern oder Angehörigen mit dem Auto abgeholt. Manche fuhren mit ihren Motorrollern oder den Fahrrädern nach Hause, andere gingen in kleinen Gruppen zur Bushaltestelle hinüber, und Kai sammelte eine kleine, schwarze Katze vom Straßenrand auf. Augenblicklich vertraut und liebevoll schmiegten die beiden ihre Köpfe aneinander. Dabei entwickelte sich auf Kais stummem Gesicht ein ungewohnter sanfter Zug, und diese Katze wirkte so nah an ihm fast menschlich.
      Nachdenklich lehnte sich Boris an die große Schiebetür des Dojos, und blickte über den japanischen Garten hinweg auf den Jungen mit der Katze.
      Es war schon eigenartig genug, dass eine Katze einem Hund gleich jeden Tag nach dem Training vor dem Dojo hockte und auf sein Herrchen wartete. Doch dieses Tier war vor wenigen Wochen plötzlich in Kai-Alexanders Leben aufgetaucht und begann ihn zu verändern. Wo kam nur dieses kleine schwarze Tier her? Besitzer und Haustier wirkten fast schon zu harmonisch mit einander. Nur ein einziges Mal hatte Boris, das Tierchen auf dem Arm gehalten und es war ihm alles andere als angenehm gewesen. Diese Katze wirkte einfach nicht wie ein Haustier. Nichteinmal wie das Tier, dass sie ganz offensichtlich war. Hin gegen war die kleine Mia auf Kai-Alexander Arm, machte dieses eigenartige Gefühl einen Sinn.
      Dennoch er wurde aus Kai nicht schlau. Im Grunde erwartete der Mann auch nichts anderes. Gemeinsam mit Kais Eltern gründete Boris dieses Dojo. Die beiden waren ein Herz und eine Seele gewesen. Denn sie zählten zu den wenigen Menschen auf der Welt, welcher zu wirklicher Freundschaft im Stande bereit zu geben war. Ihre Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit beeindruckte Boris von Anfang an.
      Der Mann schloss alle Fenster und Schiebetüren, verbeugte sich noch einmal vor dem Hausaltar, und blickte zum Abschluss seines Rituals auf die Fotogalerie am Ausgang. Seinen Eltern sah Kai erstaunlich ähnlich, und glich seinem Vater bis auf das kurze, graue, sowie struppige Haar. Dazu das breite Kreuz und die sportliche Statur, aber auch die großen Hände, welche aber nicht grob wirkten. Von der Mutter hingegen verdankte er seine sagenhaft grünen Augen, dass so manchen Juwelier vor Neid erblassen ließ. Dieses Smaragdgrün war klar und irgendwie undurchdringlich. In diesen Augen der Mutter ertranken so manche Männer. Auch Boris konnte sich als junger Mann gegen die Ausstrahlung der Mutter nur dadurch wehren, weil Alexanders Augen ihn scharf dabei beobachteten. Das Blau in den Augen von Kais Vater sahen dagegen dunkel und kalt aus. Es war diese Kälte, welche Boris bei Kai spürte wenn er beharrlich schwieg, oder ganz genau und präzise antwortete.
      Der Trainer dachte an das Gespräch zwischen Kai und Marcel. Eine klare Antwort gab Kai. Für den Maulfaulen Jungen schon eine halbes Wunder. Allerdings interpretierte Marcel sie vollkommen falsch, denn Kai besaß kein Handy. Niemals würde er eines nutzen. Zwar wusste Boris nicht wie, aber wenn jemand Kai erreichen wollte, würde er nie Elektronik brauchen.


      Das finde ich einen gelungenen Einstieg. Eine Geschichte, die sofort Interesse weckt durch einen geheimnisvollen Jungen, der in jedem weiblichen Wesen zwischen 12 und 62 das Kümmersyndrom aktiviert. Du hast ihn toll beschrieben, und was wir bisher über ihn erfahren haben, reicht, um ihm eine Menge Sympathiepunkte einzubringen.
      Die Geschwister, die du uns hier so nebenbei mit vorstellst, hast du auch mit den wenigen Sätzen sehr gut skizzieren können. Und auch der Trainer, der sich irgendwie besonders um Kai zu kümmern versucht, ist ein starker Charakter.
      Bin gespannt auf mehr! Will wissen, was es mit der seltsamen Katze auf sich hat und mit dem letzten Satz des Kapitels. Also, wenn du wieder was postest - ich bin da! :thumbup:
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Kapitel 2 Aussenseiter



      Der Mann, eine Gestalt mit unbestimmtem Alter, wusste nicht so recht, was er vor sich hatte. So etwas kam im Grunde noch nie vor. Aber es passte auch nicht ganz in die Hausordnung der Schule. Sein Gegenüber schien ja nicht einmal in diese Institution hinein zu passen.

      "Der Enkelsohn der Frau Professor", wie das Kollegium Kai nannte, wirkte wesentlich älter, als er war, selbst wenn er Ende des Jahres volljährig wurde. Zum einen lag es an seinen grauen Haaren, zum anderen war es seine Ausstrahlung, die befremdlich wirkte. Dieser Junge verhielt sich nicht normal, darüber brauchte der Direktor nicht einmal nachzudenken.

      "Du hast also deine Katze mit in den Unterricht genommen, und das schon seit Tagen!"

      Seit einem Monat, wäre die genaue Antwort gewesen. Seit dem Tag, an dem das kleine Wesen ihm zum ersten Mal begegnet war.

      "Sie gehört nicht mir, und sie ist auch nicht mein Eigentum."

      Diplomatische Rebellion, denn Kai log nicht. Von niemandem war Mia das Eigentum. Schuldbewusst und so klein wie möglich kauerte sich das schwarze Fellknäuel auf den Schreibtisch des Herrn Schulleiters. Vor lauter Angst war sie nicht einmal im Stande zu jammern. Ihre Verunsicherung gefiel Kai nicht. Zu letzt hatte er Mia so erlebt, als sie tratschnass vom Herbstregen in seine Arme getrokrelt war, ohne zu wissen wohin ihre Pftoten sie trugen.

      Der ältere Mann putzte sich die veraltete Brille besorgt, und meinte: "Wie auch immer. Mr. Andrews hat einen Anfall erlitten, als das Tierchen ihn angefallen hat."

      Dabei tat ihm die verängstigte Katze ja fast selbst schon leid.

      "Sie hätte ihn niemals angefaucht und gekratzt, wenn er keinen Panikanfall bekommen hätte. Ich hätte sie sonst wegschicken können."

      Für seinen Englischlehrer aus Oxford hegte Kai keinerlei Sympathien. Dieser Herr ritt für sein Empfinden zu viel auf Kais Herkunft herum. Zum jetztigen Zeitpunkt war dem Jungen seine alteherwürgige Abstammung mehr Last als Segen.

      "Er hat eine Katzen-Phobie", verteidigte der Schulleiter seinen langjährigen Kollegen.

      "Wie lange wissen Sie schon, dass Mr. Andrews eine Phobie hat?"

      Die Bestimmtheit in Kais Stimme klang irritierend. Hatte dieser Junge die Situation etwa besser unter Kontrolle, als er selbst?

      "Es passt nicht zu dir solchen Unfug zu veranstalten. Das Tier hat nichts in der Schule zu suchen. Es kommt nicht mehr mit in den Unterricht. Haben wir beide, nein wir Drei uns da verstanden! Sonst habe ich morgen womöglich noch Hunde und Mäuse einzufangen."

      An das hysterische weibliche Kollegium wollte der Mann erst gar nicht denken. Die Andeutung auf die Katze kam dem Direktor schließlich etwas dumm und eigenartig vor. Wieso sprach er mit einem Tier? Verstörenderweise glaubte er sogar für einen Moment daran, dass Mia seine Worte verstand und begriff.

      "Ich weiß nicht, ob das möglich ist. Haben Sie schon mal eine Katze dressiert?"

      Natürlich konnte der Schulleiter so etwas nicht, und bei diesem Tier störte es ihn sogar. Diesen Jungen zu Maßregeln war anstrengend und langwierig.

      Im Grunde war es dem älteren Mann bei Kais Verhalten sogar recht. Der Junge war schon zu erwachsen. So etwas konnte für einen Heranwachsenden nicht gut sein. Diese kleine Regelüberschreitung hatte doch etwas ganz Natürliches an sich. Der Rektor selbst brachte als kleiner Lausbub Frösche und Spinnen mit in den Unterricht, und piesackte mit diesen niedlichen Tierchen das Fräulein Lehrerin. Warum dann nicht einmal eine kleine Katze? Mit seinem Kollegen würde er schon eine zufrieden stellende Einigung dafür finden.

      Also ließ er den Enkelsohn der Frau Professor, mit Mia auf dem Arm, ohne Strafe ziehen. Immerhin gab es wirklich schwerwiegendere Fälle, die nach ernsten Maßnahmen verlangten. Dabei war ihm nicht im Geringsten klar, dass er auf Grund dieser gefällten Entscheidung noch mehr Kopfschmerzen bekommen würde und zwar sehr zeitnah.

      "Na, wie war es bei dem Alten, in der Kammer der Schande?"

      Die Stimme von Lukas sorgte dafür, dass Mia keine verwöhnenden Krauleinheiten mehr bekam und sofort in der Tasche verschwand. Jetzt schärften sich Kais Sinne. Die Augen seines Mitschülers sahen auf Streit mit ihm aus. Es schien eine Genugtuung für Lukas zu sein, seine Rivalen in einer misslichen Lage anzutreffen. Sein jetziger Blick ließ ihn zu einem Menschen werden, welcher in Hollywoodfilmen verstörend lachte und die Welt beherrschen wollte. Lukas Nase war nach einer Schlägerei gebrochen und nicht mehr richtig verheilt, weswegen sich ein typische Stauchung auf seinem Nasenrücken zeigte. Der dadurch entstandene Knick ließ damit noch mehr Sympathie für den Jungen verschwinden.

      "Ich konnte nicht mehr machen, als mich zu verantworten und mich zu entschuldigen", stellte Kai klar und wollte an Lukas vorbeilaufen, um eine größere Konfrontation zu vermeiden. Im Flur unterhalb der Treppe hörte er bereits Anika mit ihrem Bruder lamentieren. Die Pause hatte also schon begonnen.

      Eigentlich glaubte Kai genügenden Abstand zu seinem Gegner zu haben, damit dieser ihn maximal mit Worten streifen konnte. Leider eine völlige Fehleinschätzung seitens des kampferprobten Jungen. Vielleicht vermochte Lukas keine perfekte Kampftechnik beherrschen, allerdings bewegte er sich blitzschnell. Sein athletischer Körperbau hatte sich schon in mehr als einer Prügelei messen können. Somit verfügte Lukas über eine vergleichbare Kampferfahrung wie sein Gegner.

      Der Angriff kam völlig anders als erwartet und für Kai ungünstig gesetzt. Die Attacke konnte er abwehren, sah sich dann aber gleich mit dem nächsten Problem konfrontiert. Wenn er jetzt Lukas Schlag ablenkte, würde dieser unweigerlich die Treppe herunterstürzen. Im Gegensatz zu Kais Möglichkeiten, käme es somit zu einem schwerwiegenden Unfall mit erheblichen Folgen. Also nahm der Junge die Wucht des Angriffs auf sich und schloss seine Augen. Lautes Schreien des Entsetzens ging durch die Schülerschar unterhalb der Treppe.

      In Tempelruinen war Kai schon ganz anders gefallen und gestoßen worden. Mit Leichtigkeit landete er elegant auf dem glatt polierten Steinboden der Aula. Was geschah konnten Anika, Marcel und einige andere Schüler nicht einmal begreifen, denn der eigentlich schwer verletzte Kai stand auf und wollte verschwinden, um sich nicht noch mehr Ärger einzuhandeln. Aber auch diesmal rechnete er nicht mit Lukas.

      "Du bist ein Freak, ein Gott verdammter Freak! Du und deine Familie wären vor zweihundert Jahren am besten auf dem Scheiterhaufen gelandet!"

      Nun taumelte Kai und fiel fast hin, so sehr trafen ihn diese Worte bis ins Mark. Die Kälte hüllte ihn ein. Um seinen Zorn halbwegs in den Griff zu bekommen, ballte Kai so fest seine Fäuste, dass sich seine Fingernägel schmerzhaft in die Haut gruben. Bevor Schlimmeres passierte, gestand er sich die Schande der öffentlichen Kränkung ein und rannte vom Schulgelände, so schnell wie seine Füße ihn nur tragen konnten.

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    • So hab deinen ersten Part mal gelesen. Der hat mir sehr gut gefallen. Darum folgte nun auch der zweite. Hier die Kommis zu Kapitel 2.

      Traumstunde schrieb:

      Das Haus, in dem mein Enkelsohn und ich leben, lag am Stadtrand. Sowohl der Bahnhof, als auch der Wald war gut zu Fuß, oder mit dem Rad erreichbar. Ich liebe die Natur. Ich ziehe ein Fahrrad dem Auto vor, ebenso wie den Wochenmarkt einer Discounterkette. Wenn ich einen Lieblingsplatz in unserem sehr großen Haus nennen müsste, so wäre es zu jeder Zeit der Wintergarten. Von hier aus gab es einen traumhaften Ausblick in den weitläufigen Garten. Die zweite Wahl fiel stets auf die Küche in Verbindung mit dem Esszimmer, dessen Fenster freie Sicht auf den Vorgarten mit der Hofeinfahrt bot.
      Das Häuschen war ringsum von Natur umgeben, und doch nahe der modernen Stadt. Allein schon deshalb, weil das Haus weit über hundert Jahre alt war, versprühte das Gemäuer Würde und Tradition.
      Aus einem kleinen Adelsgeschlecht stammte ich und heiratete in eine Familie voller hoch Gelehrter, Doktoren, Professoren und Historikern ein. Auch meine Titel konnten sich durchaus sehen lassen. Den Mann, in den ich mich gegen den Willen meiner Familie verliebte und den ich auch heiratete, besaß zwar keinen einzigen anerkannten Titel, jedoch musste ich mir einiges einfallen lassen, damit ich mit seinem Wissen mithalten konnte. Dabei kamen zwei Doktortitel und eine Professur heraus. Auf unseren Reisen, bei unseren Forschungsaufträgen, während Grabungen oder kulturellen Veranstaltungen verhielt es sich immer so, dass er über die Erfahrung verfügte und ich das Wissen. Wir waren eine Einheit. Die einmal im Doppel auftrat, dann fungierte er als mein Schatten, als mein Beschützer oder er zog die Menschen um sich herum in seinen Bann, und ich stützte seinen starken Rücken.
      Fand den Perspektivwechsel etwas verwirrend. Und musste die ganze Zeit nachdenken, wo und was ich hier gerade lese.

      Traumstunde schrieb:

      Und jetzt versanken alle besonderen Eigenschaften meines Enkels unter einer Schicht kalten Eises.
      Hier wurde ja dann erst gelüftet, dass der Enkel wirklich Kai ist und wir anscheinend aus der Sicht der netten Omi zuschauen.

      Traumstunde schrieb:

      “Kai- Alexander aufstehen, die heiß geliebte Schule wartet!“
      FLATSCH!
      Mit diesem Geräusch wusste jeder, dass ein weiterer roter Wecker der Flugkraft folgte und am großen Baum vor dem Haus scheppernd zerschellte. Diese Dinger konnten einem wirklich Leid tun, aber im Haus Alexis gehörte nun einmal ein gemartertes Stück Plastik zur Tagesordnung. Selten hielten Darios Wecker länger als eine Woche.
      Selbst Schuld, würde dieses Ding nicht jeden Morgen den schulischen Morgenmuffel ärgern, so hätten seine Reisewecker eine bessere, und vor allem längere Überlebenschance. Aber nein, er ließ sich lieber morgens einen neuen Scheitel durch seine schwarzen Haare ziehen, wenn mein Enkel Ausholte und ihn absichtlich nur um Haaresbreite verfehlte.
      Dies kümmerte Sam recht wenig, solange sie aus der Schusslinie war. Die junge Amerikanerin machte es sich mittlerweile zur Aufgabe jeden Wecker zu zählen, der sich in seine Einzelteile zerlegte.
      Kannst du mir sagen, wie alt die alle ungefähr sind? Lässt sich hier schwer einschätzen. Oder anders. Wie alt war Kai, als er die Katze bekam?

      Traumstunde schrieb:

      dass Mia eine Gestaltwandlerkatze war.
      Schade, das fand ich ein bisschen unschön aufgelöst. Das irgendwas mit der Katze ist, war mir schon klar. Aber mir hat das Geheimnisvole aus dem ersten Part so gut gefallen. Ich tu mich gerade eh schon ein bisschen schwer, dass wir so schnell einen Orts und Personenwechsel haben. Acuh die drei aus dem Dojo fehlen ja gänzlich. Der zweite Part entmystifiziert das ganze ein biscchen.

      Traumstunde schrieb:

      Im Exil zog sich Magisches miteinander an, von Außenseiter zu Außenseiter.
      Uh, das ist ein schöner Satz.

      Also, nach zwei Parts, kann ich sagen, dass es sich so anfühlt, als ob da hinter wirklich eine große Geschichte steckt. Ich bin mal gespannt, wie groß.
    • Hallo ihr Lieben.

      Weil Etiam, mir gute Tips gegeben hat habe ich noch mal etwas an der Geschichte gebaut, das Kapitel 2 hat also einen neuen Inhalt.

      Etiam schrieb:

      Fand den Perspektivwechsel etwas verwirrend. Und musste die ganze Zeit nachdenken, wo und was ich hier gerade lese.
      Ich habe die Reihenfolge der Kapitel und einige Deteils verändert, um die Anmerkungen umzusetzen. Das ein Fehler im Plot steckte habe erst dadurch erkannt.

      Viel Spaß an Alle beim weiter Schmöckern.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Traumstunde ()

    • Hallo @Traumstunde, zwei kleine Tipps von mir:

      1. Wenn du Kapitel überarbeitest, dann poste sie nicht neu. Das findet keiner, noch dazu wenn du sie in einen Spoiler packst. Du kannst das alte Kapitel einfach ersetzen, indem du auf "Bearbeiten" ganz unten klickst und den Text austauschst.
      2. Packe generell keine Texte in Spoiler. Das erschwert es deinen Lesern, die später einsteigen (wie ich es tun werde), die Textteile zu finden. Spoiler sind für Kommis gedacht, in denen man sich über Inhalte deiner Texte austauscht.

      VG Tariq
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Oh je, nein. Das nächste Mal setze ich ein Smily hinten dran. Oder schreibe Verbesserungsvorschalg ausgeführt ^^

      Meine Kenntnisse bezüglich Foren und Einstellungen sind nicht die Besten. Jeder ist eine Hilfe.

      Bis vor geraumer Zeit habe ich meine Bücher noch per Hand geschrieben. Mia und Kai, bekoam im Rahmen der digitalisierung eine Überarbeitung / Facelift.
      So sehen die drei einhalb Bände im Original aus. (Das Recherchematerial ist nicht dabei.)



    • Kapitel 3 Blickkontakt

      Der ganze Körper von Kai war durch trainiert und seine Bewegungen äußerst akrobatisch. Aus diesen Gründen zog es ihn zu einer großen Rotbuche, welche dem Jungen schon von klein auf als Zuflucht- und Ruheort diente.
      Als er noch klein war befestigte sein Vater ihm ein Seil im Geäst dieses Baums, damit er und seine Freunde hinauf steigen konnten, ohne sich dabei zu verletzten. Heute existierte dieses Seil nicht mehr, ebenso wenig wie die schützende Hand des Vaters.
      Nachdem Kai begann ruhiger zu werden, kroch Mia aus der Tasche. Nun hangelte sie sich an einem Ast entlang, und hüpfte schlussendlich auf Kais Brust. Das Tierchen spürte wie kalt sich seine Kleidung anfühlte und roch den Raureif. Die Lippen ihres Beschützers zeigten sich bläulich verfärbt, und die Haut weiß wie Schnee. Seine grünen Augen wirkten rastlos, der Herzschlag donnerte gegen den Brustkorb, sodass Mia Angst bekam.
      "Warum tut es so weh?"
      "Schon okay Mia, ich habe mich nicht verletzt", brachte Kai sehr sanft hervor. Zur gleichen Zeit verflog die Kälte aus Kais Kleidung und der Raureif verschwand.
      "Nicht der Sturz, sondern Lukas Worte."
      Erst in diesem Augenblick realisierte Kai die telepathische Verbindung zu dem kleinen Fellknäuel auf seinem Brustkorb in vollem Umfang. Und Mias Augen wirkten menschlicher denn je, sowie schöner denn je. Ungläubig blinzelte er und konnte sich kaum noch rühren. Also war Mia keine einfache Gestaltwandlerin, aber er war ja auch kein einfacher Schüler.

      Normalerweise konnten Gestaltwandler, also Menschen, welche mit einer zweiten körperlichen Form auf die Welt gekommen waren, keine magischen Fähigkeiten in ihrer tierischen Gestalt anwenden. Sie mussten sich immer zurück in einen Menschen verwandeln, um Sprache anwenden zu können. Auch war es ungewöhnlich, das Mia eine Hauskatze war. Um als Mensch in Tiergestalt überleben zu können, war es von Nöten recht weit oben in der Nahrungskette zustehen. Deswegen gab es hauptsächlich Raubkatzen und Wölfe unter den Gestaltwandlern. Hunde und Hauskatzen waren äußerst selten und leider auch häufiger keine natürliche Gestalt von Geburt an, sondern eine durch Magie erzwungene Form. Also ein Fluch.

      Als er über Mias Frage nachdachte, spürte der Junge einen unangenehmen Kloß in seiner Kehle.
      "Dein Großvater ist tot und du vermisst ihn."
      Ja, Mia das tue ich, wollte Kai erwidern, verbarg die Worte allerdings tief in seinem Herzen, – sodass es niemand wahrnehmen konnte. Ihre Antwort hörte sich jedoch so an, als hätte sie das im Herzen Verborgene vernommen.
      “Ich vermisse meine Brüder sehr.“
      “Du hattest Brüder?“
      Dies überraschte Kai, die kleine Gestaltwandlerin wollte ihm sich anscheinend anvertrauen.
      Sie haben es nicht geschafft. Ich bin die Einzige.
      Langsam hob Kai die rechte Hand und glitt ganz vorsichtig einmal über den Rücken von Mia. Anders wusste er sich beiden in dieser befremdlichen Situation nicht zu helfen.
      Ruhs Herz klopfte so stark wie deines.
      Ganz still erklang ihre Stimme in Kais Gedanken. Werder Trauer noch etwas anderes verbarg sich in ihr. Es war etwas Vergangenes und Mia erzählte. Ob sich ihre menschliche Stimme wohl genau so leise und sanft anhörte?
      Adams Herz habe ich nie schlagen gehört. Er starb als erster. Adam ist ruhig und streng. Ruh musste man zügeln. Ich habe oft geweint und beide waren schon immer bei mir. Auch als Mutter.
      Der Gedankenstrom brach ab, was Kai störte. Die kleine Gestalt und ihre Stimme berührten ihn tief, genauso wie ihr grenzenloses Vertrauen. Ihre gemeinsame Verbindung fühlte sich wichtig an. Automatisch fing er wieder damit an ihren Rücken zu streicheln.
      „Wenn du nicht willst, brauchst du es mir nicht zu erzählen. Ist schon gut“, meinte Kai, um ihr Sicherheit und Zeit zu geben, strafte sich damit jedoch gleichzeitig Lügen. Der Körper der Katze zitterte, und dies lag nicht am frischen Wind in der Baumkrone der ausladenden Rotbuche.
      Für jeden Menschen, welcher nicht zum Kreis der Magier gehörte, spielte sich im nächsten Augenblick geradezu ein unvorstellbares Wunder direkt vor seinen Augen ab. Bloß nach wenigen Sekunden spürte Kai die Veränderungen des Katzenkörpers. Diese Schmerzen des kleinen, immer rascher wachsenden Körpers duldete er, und fühlte das Reißen an der telepathischen Verbindung zwischen ihm und Mia. Das Fell verschwand vollständig, sowie auch die Pfoten. Jetzt entstand ein rotes und schweres Baumwollkleid, das altmodisch aussah. Langes, pechschwarzes Haar fiel wie ein Schleier auf Kais Brust und Schulter herab. Hände, mit feinen und zarten Gliedern, ersetzten die tapsigen Pfoten.

      Es gab kein Glitzern, kein Rauschen, nicht mal einen unangenehmen Laut, welcher erahnen lassen konnte, welche Schmerzen Mia durchstand, während sich Knochen und Gewebe ausdehnten, verlängerten und eine neue Form bildeten und somit aus dem Tierchen ein vollständiger Mensch wurde.
      Zur selben Zeit bemerkte Kai, wie sich die Baumrinde in seinen Rücken bohrte, als das gesamte Gewicht des Mädchens auf ihm spürbar zum Tragen kam.

      Eine fremde Wärme sickerte durch seine Kleidung hindurch. Im gleichen Augenblick vernahm Kai den weichen Brustkorb des Mädchens genauso deutlich, wie ihren rasendens Herz.
      Zum ersten Mal sahen sich Mia und Kai in die Augen. Ein Moment, welcher mehr mit Magie zu tun hatte, als diese spektakuläre Verwandlung von einem ganz gewöhnlichen Haustier zu einem menschlichen Wesen.
      Als er sie weiter sprachlos anstarrte sahen Mias Augen groß, sowie rund aus und strahlten sonnengelb wie ein klarer Bernstein. Seine Smaragde hingegen bargen tiefes Erstaunen und pure Faszination. Ließ man ihre einzigartigen Augen bei Seite, erkannte Kai eine ganz andere ihm unbekannte Eigenschaft an dem Mädchen. In seine Nase strömte ein ungewohnt lieblicher Duft, er war etwas schwer, aber unglaublich gut. Etwas entfernt darin verborgen, lag der Geruch von Seife und Maiglöckchen. Mia war gestern in die Badewanne gefallen, also sie zu neugierig den Badeschaum betrachtete hatte.
      Die Zeit stand still.
      Diese Katze war nun ein Mensch, Mia. Obwohl Kai ein Magier war, fühlte er sich zum ersten Mal wie ein normaler Junge. Nach der Verwandlung drängten sich ihr Geruch, ihre Körperkonturen und ihre Stimme, in seinen Verstand. Und das war ihm peinlich.
      „ Nein, ich sollte es dir sagen“, bestand Mia, und Kai schmunzelte sanft bei ihrem Gesichtsausdruck. Ihre echte Stimme rieselte mit jeder gesprochenen Silbe in Kais Bewusstsein, denn sie gefiel dem eher schweigsamen Jungen. Die schlanken Arme des Mädchens umschlangen seinen Hals. Ihre Brust drängte sich vorsichtig und zitternd gegen seine, währenddessen wurden die Ohren des Jungen glühend heiß. Wie peinlich.
      Die Verwandlung kostete dieses Mädchen unglaublich viel Energie. Dabei war sich Kai sicher, dass sie immer noch Schmerzen haben musste von der Veränderung ihres Körpers. Warum dies so war, erklärte Mia von selbst, ohne auf ihre Qualen näher einzugehen.
      „Ich bin verflucht“, murmelte sie matt, „ich bin für den Tod meiner Brüder verantwortlich."


      Für einen Moment dachte Kai sein Herz würde aussetzen. Diese junge hagere Gestalt ging unfassbar hart und der Realitätsnähe mit sich selber ins Gericht. Der Beschützerinstinkt in Kai gab den Armen endlich den Befehl Mia zu umschlingen, und damit nun noch mehr von ihrer Existenz wahrzunehmen.
      "Ich kann mich an mein Leben kaum erinnern. Ich weiß nur, dass ich von irgendwo anders herkomme. Mit dem Tod meiner Brüder habe ich mich nicht mehr in einen Menschen zurückverwandelt. Ich kann mich erst wieder an Dinge erinnern, seit dem ich bei den Alexis bin."
      Erneut verstummte die Schwarzhaarige. Jetzt kuschelte sie sich an den Jungen, weil ihr das Reden schwer fiel. Geduldig wartete Kai ab, während Mia nach Worten suchte.
      „Ich muss viel falsch gemacht haben. Immer brauche ich andere. 'Die Einzige die uns retten kann bist du', waren oft Adams Worte. Ich habe es nicht getan, und bin nach Ruhs Tod einfach davon gelaufen. Es war unerträglich. Für dich ist es auch eine Qual hier zu sein. Ich spüre es Kai. Dein Großvater war deine Stütze und führte dich, wie es meine Brüder getan haben.“
      Nun sah sie auf, womit auch ihre Fröhlichkeit zurückkehrte. Wie unglaublich sanft sie lächeln konnte, und wie es gut tat. Fast gedankenverloren betrachtete er Mia.
      „Aber sie sind bei mir, und achten auf mich. Kai – vielleicht kann das auch dein Großvater.“
      Mit voller Wucht traf das fröhliche Lächeln Kais Seele und ohne Vorwarnung löste sich das Mädchen von seinem Körper, nur um sich grazil vom Baum herunter fallen zu lassen. Etwas seltsam empfand er Mia ja schon, das stand für Kai fest.
      Dazu sagte er kein Wort, denn er befürchtete, dass Mädchen könnte seine jetzige Heiterkeit verlieren. Zumal Kai bemerkte von seinen schweren Gedanken befreit worden zu sein. Die Verletzungen von Lukas waren nicht verschwunden oder gelöscht, nein, diese Gedanken drückten einfach nicht mehr so auf sein Herz.
      Dann beobachtete er Mia dabei, wie sie ihr neues Körpergefühl feierte. Der Wind ließ die Herbstblätter tanzen, und im lauen Sonnenschein glänzte das pechschwarze Haar der Gestaltwandlerin. Dabei gingen Kai viele Gedanken durch den Kopf. Vor allem spukten ihm ihre Konturen im Kopf herum, und ihre telepathische Verbindung. Für ihn ein verwirrender Gegensatz.
      Verlegen rieb er sich mit der Hand den Nacken, und ging einer weitaus vernünftigeren Frage nach: "Ähm, wir sollten nach Hause gehen. Großmutter muss sich noch bis zum Abendessen einfallen lassen, wie wir dich den Studenten erklären."

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    • Hallöchen.
      Ich hoffe die Poltänderung hat etwas mehr zum Verständnis beigetragen.

      Viel Spaß Euch beim Lesen :thumbsup:



      Kapitel 4 Wohngemeinschaft

      Das Haus, in dem mein Enkelsohn und ich leben, lag am Stadtrand. Sowohl der Bahnhof, als auch der Wald war gut zu Fuß, oder mit dem Rad erreichbar. Ich liebe die Natur. Ich ziehe ein Fahrrad dem Auto vor, ebenso wie den Wochenmarkt einer Discounterkette. Wenn ich einen Lieblingsplatz in unserem sehr großen Haus nennen müsste, so wäre es zu jeder Zeit der Wintergarten. Von hier aus gab es einen traumhaften Ausblick in den weitläufigen Garten. Die zweite Wahl fiel stets auf die Küche in Verbindung mit dem Esszimmer, dessen Fenster freie Sicht auf den Vorgarten mit der Hofeinfahrt bot.
      Das Häuschen war ringsum von Natur umgeben, und doch nahe der modernen Stadt. Allein schon deshalb, weil das Haus weit über hundert Jahre alt war, versprühte das Gemäuer Würde und Tradition.
      Aus einem kleinen Adelsgeschlecht stammte ich und heiratete in eine Familie voller hoch Gelehrter, Doktoren, Professoren und Historikern ein. Auch meine Titel konnten sich durchaus sehen lassen. Den Mann, in den ich mich gegen den Willen meiner Familie verliebte und den ich auch heiratete, besaß zwar keinen einzigen anerkannten Titel, jedoch musste ich mir einiges einfallen lassen, damit ich mit seinem Wissen mithalten konnte. Dabei kamen zwei Doktortitel und eine Professur heraus. Auf unseren Reisen, bei unseren Forschungsaufträgen, während Grabungen oder kulturellen Veranstaltungen verhielt es sich immer so, dass er über die Erfahrung verfügte und ich das Wissen. Wir waren eine Einheit. Die einmal im Doppel auftrat, dann fungierte er als mein Schatten, als mein Beschützer oder er zog die Menschen um sich herum in seinen Bann, und ich stützte seinen starken Rücken.

      Mit seinem Tod ging ich in Pension. Das Altertum, die Archäologie und die Geschichte waren ohne ihn nicht mehr dasselbe ... wie soll ich es nur erklären... alles war nicht mehr greifbar.
      Dieses Haus war, wie bereits erwähnt groß und alt und weil ich mich doch nicht von meiner Arbeit lösen konnte, bot ich Studenten an sie hier wohnen zu lassen. Die jungen Menschen rissen sich oft um ein Zimmer im Haus denn ich erarbeitete mir den Ruf, dass ich mir jede Diplomarbeit, jeden Abschluss für einen Bachelor, und jedes Essay zeigen ließ und gewissenhaft korrigierte. Es beinhaltete sogar ein Teil des Mietvertrages, denn Faulheit duldete ich nicht im Studienhaus.
      Zurzeit lebten zwei Studenten bei uns. Eine junge Amerikanerin namens Samatha Bixbe. Eine kleine Person mit blonden Haaren und äußerst sportlich. Dass sie jedoch Religionsgeschichte studierte und nicht an den Olympischen Spielen teilnahm, verwunderte jeden.
      Der Zweite hieß Dario Salvatore und stammte aus Italien, ein waschechter Playboy, und unglaublich eitel. Kein Zweifel dass er begabt war, jedoch meine Kollegen ertrugen ihn bei den Ausgrabungen nur mit Sand in den Ohren und dem klassischen Feierabend-Schnaps an der Hotelbar. Ein eingerissener Fingernagel, und Dario dachte einen schrecklichen Tod zu erleiden.
      Die Jugend hielt meine Person frisch und munter. Zudem verbanden sie mich wenigstens noch etwas mit meinem Mann, meinen Kindern und meinem alten Leben. Hingegen Kai war alleine. Keine Freunde aus Kindertagen, die ihn verstanden. Keine Eltern, und auch kein Großvater mehr. Der Onkel in die USA abgetaucht und wenn er sich meldete, dann nur über kurze Briefe zu den mehr oder weniger besonderen Feiertagen in unserem Leben.
      Dass mein Kleiner eine sehr liebenswerte Art und Weise an sich hatte, wusste ich. Jeder der ihn kannte, schenkte ihm sein Vertrauen. Früher überraschte er uns Erwachsene mit seinen Einfällen und seinen vielfältigen Begabungen immer. Auch wenn er es als Heranwachsender nicht ausstehen konnte erzählte ich immer gerne, wie einfach es ihm gelang sein Umfeld zum Lachen zu bringen. Genau der gleiche Spitzbube wie sein Großvater und sehr sensibel war Kai. Das Herz erbte er von der Mutter, und den Verstand vom Vater. Von seinem Vater und Onkel hatte er zudem das Talent geerbt in Schwierigkeiten zu geraten. Jeder von uns, und auch meine Schwiegertochter bekam wahrscheinlich deswegen helles, graues Haar.
      Und jetzt versanken alle besonderen Eigenschaften meines Enkels unter einer Schicht kalten Eises. Das kalte Element trennte uns voneinander, wobei der Spalt allmählich größer wurde.
      Heftig litt Kai und ich war machtlos dagegen, weil ich auch ebenso deswegen litt und nahe am Rand der völligen Machtlosigkeit stand.
      Trotz seiner eisigen Art mochten Sam und Dario ihn. Selbst wenn Kai im Dojo Sam schon mehrfach auf die Matte schickte und Dario des Öfteren der Paranoia erlag, mein Enkel wollte ihn mit Blicken kalt stellen. Die Amerikanerin wünschte sich immer so etwas wie einen kleinen Bruder, und Dario liebte es geradezu den Kleinen zu ärgern.
      Als Kai eines Abends mit einer kleinen, zerzausten Katze in der Jacke nach Hause kam, schloss sich das ungewöhnliche Duo sogar zusammen, um den Eisbären in einen Plüschbären zu verwandeln. Was sie allerdings nicht wussten, sie kannten meine offizielle Biographie, sie wussten von Kais Eltern, aber die beiden erahnten nicht einmal im Ansatz das Schicksal dieses Jungen. Niemand sah es. Absolut niemand, außer Mia.

      “Kai- Alexander aufstehen, die heiß geliebte Schule wartet!“
      FLATSCH!
      Mit diesem Geräusch wusste jeder, dass ein weiterer roter Wecker der Flugkraft folgte und am großen Baum vor dem Haus scheppernd zerschellte. Diese Dinger konnten einem wirklich Leid tun, aber im Haus Alexis gehörte nun einmal ein gemartertes Stück Plastik zur Tagesordnung. Selten hielten Darios Wecker länger als eine Woche.
      Selbst Schuld, würde dieses Ding nicht jeden Morgen den schulischen Morgenmuffel ärgern, so hätten seine Reisewecker eine bessere, und vor allem längere Überlebenschance. Aber nein, er ließ sich lieber morgens einen neuen Scheitel durch seine schwarzen Haare ziehen, wenn mein Enkel Ausholte und ihn absichtlich nur um Haaresbreite verfehlte.

      Dies kümmerte Sam recht wenig, solange sie aus der Schusslinie war. Die junge Amerikanerin machte es sich mittlerweile zur Aufgabe jeden Wecker zu zählen, der sich in seine Einzelteile zerlegte.

      Mein Enkel schaffte es diesen Sommer auf stolze fünfzehn Alarmschläger, welche er aus dem Fenster beförderte. Im Wintersemester landeten dann die kleinen Teile wohl zerknüllt im Mülleimer. Zugegeben, seit er den Schornsteinfeger abschoss fielen Flugaktionen jeden Mittwochmorgen aus, denn an diesen Tagen besuchte er uns gelegentlich. Jedes halbe Jahr sogar zum Kaminkehren und nicht um einen Tee zu trinken, den er so liebte.
      Ein anderes Ritual in unserer Wohngemeinschaft äußerte sich mit den Debatten meines Enkelsohnes und mir, weil Kai nicht frühstücken wollte. Bei solch einem Sportler wie ihm und für sein Alter hätte jeder im Grunde vom kompletten Gegenteil ausgehen müssen. Bestimmt ahmte der Junge diese Angewohnheit seiner Mutter nach, die auch immer erst zum Essen bewegt werden musste.
      "Alexandra Alexis, jetzt iss doch wenigstens ein Marmeladenbrot!", rief ich ihr immer hinterher. Aber sie huschte immer bloß an mir vorbei, begutachtete kurz den gedeckten Küchentisch und die Marmelade, anschließend strich sie sich das lange Haar aus dem Gesicht und meinte keck: „Meine liebe Frau Schwiegermama, wenn ich deine köstliche Marmelade jetzt esse, sehe ich sie in einer Woche auf meinen Hüften wieder.“
      Noch ein Schmatz auf die Wange für ihren Mann, der sehr gerne Marmeladenbrote aß und sie wart nicht mehr in der Küche gesehen. Und genauso wie seine Mutter verkrümelte sich Kai-Alexander sogleich wenn er bemerkte, dass ich ihn buchstäblich in der Tür fest nageln wollte. Seit kurzem jedoch entdeckte ich eine Möglichkeit, den Jungen ausbremsen zu können.
      "Wo ist die Katze!", forderte ich ihn auf, und sah schon wie er sein Genick wegen diesen Sprüchen einzog.
      "Mia geht nicht mit! Du sollst lernen!"
      "Ja, und nicht Kätzchen schmusen", stichelte Dario aus dem Hintergrund. Damit gab sich Kai-Alexander geschlagen und zog das schwarze Fellknäuel aus seiner Jacke. Dabei krallte sie sich in seine Ärmel obwohl sie wusste, dass Kai sich meiner Anweisung beugte. Somit ging er brummiger als sonst zur Schule. Allerdings ohne Mia und seinem Frühstück. Zuvor jedoch beglückte er Dario noch mit einem wahren Blizzard an finsteren Blicken.

      "Warum lassen Sie ihn nicht Professor Alexis? Seid Kai sich um die kleine Katze kümmert, ist er umgänglicher, oder?", fragte mich Sam am Frühstückstisch, "manchmal habe ich das Gefühl das kleine Tierchen versteht die menschliche Sprache", fuhr sie fort.

      Ihre Stecknadel langen Haare glänzten Golden in der Morgensonne. Mit einem langem Arm um schlang sie ein noch längeres angewinkeltes Bein, dessen Fuß auf der Eckbank stand. Während sie einen Schluck aus ihrer Tasse nahm, sah ich auf ihre braunen Bärenhausschuhe, welche mich irgendwie an zu brummen schienen.
      Ihre Worte trafen mich härter, als die Studentin es jemals erahnen konnte. Natürlich wusste ich wie gut die kleine schwarze Katze meinem Enkel tat. Dagegen stand aber die unumstößliche Tatsache, dass Mia eine Gestaltwandlerkatze war. Wie sollten wir diesen Umstand erklären, ohne Aufsehen zu erregen? Ich wurde selbst Jahre nach meiner Eheschließung noch Opfer der Sensationspresse und diese unangenehmen Herrschaften bekamen nicht heraus, dass mein Mann kein Abenteurer, sondern ein Magier gewesen war. Meinem Mann und später auch meinen Söhnen standen unglaublich viele Möglichkeiten zur Verfügung, um genau dieses Geheimnis zu bewahren. Meine mir zur Verfügung stehenden Mittel beschränkten sich auf das Schweigen und Ruhe bewahren, sowie das Beten.
      Allerdings fühlte sich Mia sehr schwach, und konnte die Verwandlung in einen Menschen noch nicht bewältigen. Zumindest vermuteten mein Enkelsohn und ich diesen Umstand. Wir stellten gleich am ersten Abend ihres Auftauchens fest, wie intelligent und menschlich sich das Tierchen verhielt. Vor allem mein Enkel spürte ihre innere Kraft und stellte eine besondere Bindung zu ihr her. Die Augen von Mia leuchteten Bernsteinfarben, ebenso wie die Smaragdgrünen von Kai. Offenbar schien sie ihn als Anker für die menschliche Welt zu brauchen, und mein Kleiner hielt mit ihr den Verbindungsfaden für die Welt des Zauberhaften in der Hand. Im Exil zog sich Magisches miteinander an, von Außenseiter zu Außenseiter.
      Beim Kauen ihres Marmeladenbrotes betrachtete ich Samatha, dachte an meinen Sohn, und ertrug diesen Gedanken nicht. Auf der Fensterbank starrte die kleine Katze zum Hoftor hinüber. Danach traf ich eine Entscheidung. Ich öffnete das Fenster und schickte Mia meinem Enkelsohn hinterher.
      Verwundert blickte Sam über ihren Kaffeebecher: "Woher der plötzliche Sinneswandel?" Einen Moment lang betrachtete ich mir, das Schlammbraun ihrer großen Augen und suchte natürlich vergebens den Glanz, welcher eine von Magie besetzten Seele zeugte. Anschließend antwortete ich leise: "Religionsgeschichte Samatha, Religionsgeschichte. Ich will den Glauben bewahren."
    • Kapitel 5 Freundschaften



      Später am Abend zog Kai sich in sein Zimmer zurück und setzte sich die kleine Katze auf den Schoß. Nur unter großer Anstrengung war es Mia möglich ihre menschliche Form aufrechterhalten. Der Zustand ihres Gesundheit würde ihr Abwesenheit erklären können. Wenn gleich ich mir bezüglich der Unterernährung sorgen machte. Die Langfristigkeit iheres Menschenkörpers würde mit dessen Genesung eintreten. So sicher sich mein Enkelsohn und ich uns bei diese, Thema waren so fraglich war es, wie das Kind in diesen Zustand gelangt war.
      Zuvor erklärte ich den Studenten, sie sei die Tochter eines bekannten Amerikaners. Ich wusste, dass dieser Bekannte Kinder liebte und aus amerikanisch Buxtehude stammte. Ich würde diesem Bekannten später sagen, dass ich ihm in meiner Not, eine Tochter angedichtet hatte.

      Somit fiel es auch nicht weiter auf, dass ich Mia Lesen und Schreiben beibrachte, oder dass sie vorerst keine Schule besuchte. Trotz ihrer zurzeit mageren und etwas aufgezehrten Statur war Mia etwa in Kai-Alexanders Alter.
      Aus dem belebten Kalifornien kam Sam, und glaubte sofort die Geschichte vom Landei. Allerdings Dario, der sehr viele Frauen kannte, war etwas skeptisch. Ihre Augen verrieten eine völlig andere Herkunft. Ich bekam schon Angstschweiß auf den Händen, als er sie genauer begutachtete. Zum Glück griff mein Enkel sofort ein, und stellte sich dazwischen. Diese, zugegeben, ungewöhnliche Geste von Kai ließ Dario sämtliches Misstrauen über Bord werfen.
      "Ach, sie ist also schon dein Mädchen. Keine Sorge sie ist zwar niedlich, aber nicht in meinem geschmacklichen Jahrgang." Für diese sorglos ausgesprochenen Worte kassierte der Italiener reine Eisstürme als Blicke von meinem Enkelsohn. Jedoch gingen Sam und ich noch rechtzeitig dazwischen, ehe Kai wirklich etwas in einen anderen Aggregatzustand verwandelte und Dario nicht Gefahr lief ausziehen zu müssen.
      Egal ob Mie oder Mia, die beiden blieben auf ihre Art unzertrennlich. Aus diesem Grund war die Katze bei meinem Enkelsohn, als er den Brief aus Falkenstein öffnete. Das schwere Briefpapier mit dem leichten Beigeton und dem geschwungenen Wasserzeichen erkannte er schon an der Hofeinfahrt, als der Briefträger kam.



      An Kai-Alexander Alexis, Erbe des Alexis Clans

      Lieber Kai,

      Was machst du so? Wie geht es dir?
      In der Schule fragen sie immer mal wieder nach dir und Oma Alexa. Wir vermissen dich. Ich vermisse dich. Bist du eigentlich gewachsen, oder immer noch so ein Knirps wie vor zwei Jahren? Schrottest du immer noch rote Wecker? Wann ist dein nächstes Turnier? Ich hoffe, dein Notendurchschnitt ist immer noch so gut, wie im letzten Halbjahr. Nicht, dass es Ärger mit Oma Alexa gibt und ich meinen stärksten Konkurrenten verliere.
      Jojo geht jetzt auch schon zur Schule, und Duncan bindet mich immer mehr in die Pflichten auf der Burg ein. Ich darf jetzt schon in der Öffentlichkeit auftreten, aber meine Tante ist sehr streng mit meiner Ausbildung.
      Mein Brief hat einen bestimmten Grund. Ich habe ein Schreiben von Quentin erhalten. Laut Astron-Clan gibt es die ersten Anzeichen, das Fin aufgetaucht ist. Ich mache mir Sorgen um Elias, und auch um dich. Wenn die große Prüfung kommt, was wird dann aus uns?
      Bitte schreib’ mir schnell zurück. Komm wenigstens in den Ferien wieder nach Hause. Wir vermissen dich. Nicht nur du bist alleine. Wir alle.

      Mit freundlichen Grüßen
      hochachtungsvoll
      Isabella Johanna Balthasar Gräfin von Falkenstein

      Alles Liebe und Gute

      Deine Jo

      Die Kehle des Jungen fühlte sich trocken und wie zugeschnürt an. Umso mehr Briefe er bekam, desto schlimmer wurde es zu antworten. Ging es überhaupt noch einem seiner Freunde gut? Wo waren sie jetzt alle, da sein Großvater nicht mehr lebte?
      Hielt sich Quentin wieder in Großbritannien auf? War Elias bei ihm, oder ist er vielleicht doch zurück nach Venedig gegangen? Wie ging es dann Elias Mutter, Tante Raven?
      Als er schluckte, glaubte der Junge Sandpapier im Hals zu haben.

      Das Papier stupste Mia mit der Nasenspitze an und mit ihrer nächsten Frage bestätigte sie wieder einmal, dass sie keine gewöhnliche Gestaltwandlerin war.
      Was ist Jo?
      Du spürst ihre Kraft also durch das Papier hindurch. Das war keine Frage, sondern eine Feststellung.
      Den Brief legte Kai auf die Bettkante, sodass Mia an ihm herauf klettern konnte.
      Jo ist meine beste Freundin und sehr stark. Sie würde dir gefallen. Und mit Gestaltwandlern kennt sie sich sehr gut aus.
      Darüber fühlt sich Mia beleidigt: Ich bin die Tochter einer verfluchten Schamanin, und keine Gestaltwandlerin.
      Dies meinte sie vollkommen ernst, aber gerade weil sie dieses schwarze Fellknäuel war, lächelte Kai und küsste sie auf das Fell.


      Der unglückliche Auslöser für eine unverhoffte Verwandlung der Katze. Es schien fast so, umso öfter sich Mia verwandelte, desto größer wurden ihre Schmerzen. Der Fluch riss schrecklich an ihrem natürlichen Dasein. Weil Kai Schuldgefühle bekam, da er sie zu verletzen glaubte, schlang er sogleich seine Arme um ihren Körper und wartete. Die beiden warteten bis das Brennen in ihren Knochen vorüberging, und beide hielten Kais Schwermut stand.
      Als Erstes löste sich Mia aus der Umarmung, und suchte nach dem Grün seiner Augen. Erneut musste er schmunzeln, denn sie verstanden sich gut ohne Worte und Telepathie. Vorsichtig berührte Kai Mias Wange. Wie er sich sonst für ihr hier sein bedanken sollte wusste er nicht, und Mia schmiegte ihren Kopf in die große Hand des Jungen.
      "Ich glaube, ich brauche nicht Bescheid zu geben, dass du zum Training musst. Ihr habt ja was Anderes zu tun", schallte Darios übertrieben freundliche Stimme an ihre Ohren. Darüber wurde Kai rot. Was der Italiener damit meinte verstand Mia nicht, und rührte sich kein bisschen in Kais Armen.
      "Du gehst ja ganz schön ran. DAS hätte ich niemals von dir gedacht."
      Ja, Kai ging ran und zwar an Dario. Auf seinem Bett setzte er Mia ab, sprang auf und dieses Mal flog nicht ein kleiner, roter Plastikwecker aus dem Zimmer, nein jetzt war es ein Student, welcher kurzfristig vom Aussterben bedroht war.

      "Wer oder was ist das?", stotterte einer der Jungen, welcher auf die Trainer des Dojos warteten.
      Der Kiefer von Kai presste sich zusammen. Noch schlimmer als die Kommentare von Dario, waren diese Bemerkungen der anderen Kampfsportler. Ganz artig hockte Mia neben dem Hausschrein, und durfte das Training beobachten. Genauso wie es ihr der große Mann befahl, der auf den Namen Boris hörte. Damit erzielte er dieselbe Wirkung auf das Mädchen wie die anderen neunzig Prozent der Menschen, welche seine, nicht gerade grazile, Gestalt zu Gesicht bekamen.
      Obwohl Mia still und leise in der Ecke saß, brachte sie alles durcheinander. An der Seite des Kapitäns tauchte ein Mädchen auf, und noch dazu ein hübsches. Weil Kai Boris verständlich machte, dass sie bei Oma Alexa und ihm wohnte, machte der Trainer eine Ausnahme und sie durfte zusehen. Die Tatsache, dass dieses Mädchen Mia zuschauen durfte und bei Kai lebte, machte das Kopfkino der Jungen fast schon zum dreidimensionalen Erlebnis. Es wurden Vermutungen aufgestellt. Schon wurde Anika ausgelacht sie sei aus dem Rennen, und Kai ausgefragt über alles, was die Fantasie von sechzehn bis achtzehnjährigen hergab.
      Die Mädchen hingegen zeigten sich ganz verdattert von seinen lieben Worten zu der Neuen. Die Jungs herrschte er immer nur mit einem sehr eisigen Tonfall an damit sie spurten, bevor Boris losbrüllen konnte.
      "Mann, was hast du denn da mitgebracht!"
      "Voll winzig die Kleine. Die zerbrichst du doch."
      "Wirkt exotisch mit den hellen Augen. Hast du sie von einer Ausgrabung deiner Oma mitgebracht?"
      Der letzte Satz kam von Lukas, und kurz darauf donnerte Kais Faust in einen Türrahmen. Der Angesprochene verlor die Beherrschung, denn diese Kränkung von letzter Woche hatte Kai absolut nicht vergessen. Eine schlechte Angewohnheit von Kai war nämlich, dass er ziemlich nachtragend war.
      Als Kai sich auf seinen Platz begab, hörte er aus dem Hintergrund noch eine mutige Stimme, welche Lukas verschreckte Einzelteile versuchte aufzubauen: "Alter, du hast ins Schwarze getroffen, denke ich."
      Selbst Boris schluckte, nach dem er Kais Ausbruch sah, sagte jedoch nichts, weil die Bengel sich endlich wieder ihrem Training widmeten. Kai war wirklich eine große Hilfe für den Sportler.
      Der Trainer Holger hingegen hatte ein weitaus größeres Problem. Zur selben Zeit trainierte er die Mädchen. Die Weiber stachelte Anika zu Höchstleistungen an. Der Zickenkrieg war vom Feinsten. Regelrecht wurde Kai unter der Hand verschachert. Wer kennt ihn am längsten. Wer sprach am meisten mit ihm. Welchen Typ Frau würde er bevorzugen. Was stimmt alles an dem kleinen Ding nicht, dass da unter dem Hausschrein hockte und brav das Training der Jungs mitverfolgte. An Mia wurde kein gutes Härchen mehr gelassen. Es war fast schon eine Schande dabei zuzuhören. Der Sportler und Erzieher in einem diakonischen Kindergarten Holger, wusste wie grausam die kleinen Kinder sein konnten und erst recht wie schlimm die Älteren werden konnten. Innerlich fragte sich der Trainer schon, ob er nicht zu drastischen, und mehr als radikalen Mitteln greifen musste, um diesem Spuk ein Ende zu setzen.
      Dieser Holger verhielt sich eher männlich orientiert. Es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass er sich den gut gebauten Kai schnappte, und ihm vor versammelter Mannschaft einen Kuss verpasste. Nachdem Kai beim letzten großen Turnier als Ersatzmann die entscheidenden Punkte holte, ging es mit dem charmanten Sunnyboy durch. Seit diesem Tag machte es sich Kai zur Aufgabe, Holger mit mindestens drei Schritten Abstand zu begegnen. Wer nur ein Wort über diese Sache verlor, konnte sicher gehen im ewigen Eis der Alexis zu erfrieren.
    • Wieder ein bisschen was zum Lesen. Viel Freude damit.

      Gruß
      Traumstunde


      Kapitel 6 Hexenzorn

      "Guten Morgen Kai."
      Gerade als Kai Mia zurück ins Haus schob und sie damit wieder in meine Obhut gab, tauchte Annika vor unserem Hoftor auf. Hinter ihr kroch ein Häufchen Elend, welches ich nur auf den zweiten Blick als ihren Bruder identifizieren konnte. Den gesamten Weg hier raus musste sie gerannt sein, damit sie mit meinem Enkelsohn zusammen zur Schule laufen konnte.
      "Großmutter wolltest du mir nicht noch einige, viele und mehr Brote mitgeben?", wollte Kai sich retten, doch ich machte da nicht mit.
      "Regel deine Angelegenheiten selber. Geh’ und erteile ihr eine deutlich und höfliche Abfuhr, dann hast du endlich Ruhe." Die Energie, welche das hübsche Mädchen für das Umwerben meines Enkels aufbrachte, war erstaunlich. Allmählich wünschte ich mir auch Ruhe vor diesem lautem Wesen, welches so gar nicht zu meinem Enkelsohn passen würde. Aber da musste der besagte Enkel selber durch.
      Leise knurrte er. In solchen Sachen verhielt er sich genauso begabt wie sein Vater und Onkel. Nämlich gar nicht.
      Seit es allen klar war, das Kai eine schwarze Katze besaß und mit zur Schule nahm und das Mia ihn hin und wieder begleitete oder von der Schule abholte, klebte Anika an ihm. Sie fing sogar damit an hier anzurufen, um nach Hausaufgaben und Mitschriften zu bitten.
      Davon bekam Mia nur wenig mit. Zu meiner vollen Zufriedenheit lernte Mia fleißig, während Kai in der Schule war. Mit meinem Enkel lernen, wollte sie jedoch nicht. Lieber half sie mir dann in der Küche, hängte mit mir die Wäsche auf, oder lag als Katze seelenruhig auf einer sonnigen Fensterbank.
      Das Ignorieren von Annikas Gefühlen sollte den beiden jedoch bald zum großen Ärgernis werden.
      Da es in der Nähe von uns einen großen Badesee gab, wurde das Training häufig ans oder ins Wasser verlegt. Einmal für Meditationszwecke und zum andern für die Ausdauer, aber auch manchmal nur so zum Vergnügen.
      Letztes brachte Boris bald um den Verstand: „Herrgott im Himmel, lass Gras wachsen, die Anzahl der Rindviehcher nimmt täglich zu. Habt ihr denn heute alle einem an Sträußchen. Das ist nur Seewasser, und keine Todesfalle."
      "Reg dich ab, Bo!"
      Während Kai vom Rand des Ufers aus den anderen, samt Boris, das Training schwer machte und dabei noch versuchte Holger aus dem Weg zu gehen, beschloss das Katzenmädchen sich umzusehen. Neugierig besah sie sich die Badegäste, ließ aber zwischen ihr und dem Wasser einen respektvollen Abstand. Die Badeplattform, welche fast fünfzig Meter in den See hinein reichte war auch von großem Interesse, denn von dort aus herrschte Kai über die Spaßverrückten des Dojos.
      So etwas blieb Kai nicht verborgen und nahm sie vorsichtig zu sich: „Mia, pass bitte auf, du darfst dich nicht in eine Katze verwandeln. Okay?“
      „Klar, hatte ich nicht vor“, gluckste Mia.
      „Du verstehst mich nicht. Ich meine es Ernst. Ich kann mich momentan nicht um dich kümmern.“
      „Das brauchst du nicht.“
      „Und wieso ist dann dein kompletter Rocksaum klatschnass?“, seufzte Kai.
      Auf solch eine Erwiderung von ihrem Gegenüber war sie nicht gefasst, grinste verlegen und um Kai auszuweichen griff sie an ihre Seite, an der eine kleine hellerdige Tasche hing und streckte dem perplexen Jungen ein Heftchen unter die Nase. Keine Kulturtechniken besaß Mia.

      Erstaunlich allerdings war, wie leicht es ihr fiel das Lesen und Schreiben zu erlernen.
      Es fühlte sich für Kai unangenehm an, dass er keine Zeit hatte sich die mühevoll aufgezeichneten Worte durchzulesen.
      „Setz dich am Besten ans Ufer, und sieh dem nervlichen Untergang von Boris zu“, nuschelte der Junge, und legte seine große Hand auf dem schwarzen Schopf der Kleinen.
      Dabei erkundete Mia das Grün seiner Augen, und erkannte darin ein kleines Strahlen. Darüber freute sie sich. Still und heimlich schloss sie es in ihrem Herzen ein. Währenddessen sprintete Kai schon von der Badeplattform, auf der sie bis eben standen, um ein Paar Idioten zu erklären wie das Schwimmen funktioniert. Wohlgemerkt ohne vom Rand der Uferböschung zu hechten.

      Die Mädchen hatte Holger soweit in Griff. Wenn es um das Training am See ging, war er bei den Ladys der absolute Held. Nicht nur weil sein Schatz Bademeister hier war und genauso gut aussah, und wie er auch charmant war. Seine erstaunlichen Fähigkeiten weibliche Teenies zu verstehen, ermöglichten ihm selbst in einer so vor Hormonen überfluteten Situation, wie hier am Badesee, ein anspruchsvolles Training auf die Beine zustellen.
      Jetzt sonnten die Mädchen. Ließen sich von den Jungens etwas ärgern, jedoch schwammen sie fleißiger ihre Bahnen als der männliche Teil des Dojos. Auch Annika war ganz in ihrem Element, denn was das Aussehen betraf meinte es der liebe Gott bei ihr schon mit jungen Jahren ganz ausgezeichnet. Der knappe Bikini legte sich makellos an ihren Konturen an. Neidvolle Blicke waren ihr immer von allen Seiten gewiss.
      "Was möchtest du, Annika?", fragte Mia ganz ruhig, als sie spürte wie sich die andere ihr näherte. Die Braunhaarige biss sich auf die Lippe. Eigentlich hegte sie die Absicht, dieses einfältige Ding zu erschrecken. Selbst schuld wenn sie hier herumstand, und das in ihrer gesamten Straßenkleidung. Was trug diese Mia da überhaupt für einen Fetzen?
      „Wie lange kennst du schon Kai?“, forderte Annika schlussendlich es zu erfahren.
      „Nicht so lange, wie du“, erwiderte Mia höflich. Dabei blickte sie Annika nicht an, sondern betrachtete in aller Seelenruhe das Spiel der Sonne auf der Wasseroberfläche.
      Eine Weile herrschte wieder Stille zwischen den Mädchen. Im Gegensatz zu der Schwarzhaarigen kochte Annika. Ihr Plan, sich an Kai heran zumachen stand auf der Kippe wegen der Neuen, die naiv und unschuldig drein blickte, und sich mit ihrer gespielten Unsicherheit an Kerle ran machte. Wenn Mia da war, sahen sie wesentlich weniger Leute an.

      Was fanden die Jungs alle nur an der? Zwar war schon spätsommer und der erste Frost würde bald kommen, jedoch trug das Mädchen ein langes altmodisches Kleid in einem ungewöhnlichen rot. Der Schnitt war hochgeschlossen und ließ keinen Spielraum für die Figur. Keinen der üblichen reize konnte Annika erkennen, auf den ein Junge wie Kai anspringen könnte. Werder ein üppiger Busen, eine wohlgeformte Taille oder ein knackiger Hintern war in diesem Kleidungsstück zu erkennen. Zwar war Mia barfuß, jedoch schöne gepflegte Beine konnte die Andere nicht erkennen. Von all dem hatte Annika reichlich zu bieten und der lange Naturstoff verdeckte alles was hätte vorhanden sein können bei dem andern Mädchen.
      "Annika, was möchtest du von mir?"; fragte Mia nach wie vor den Blick auf den frühen Abend gerichtet.
      „Bist du blöd? Was sollte ich schon von jemanden wie dir wollen“, erwiderte die Braunhaarige. Nur mit Mühe konnte sie ihren Ärger verbergen. Irgendwie fühlte sie sich ertappt, und wusste nicht einmal weshalb.
      "Weil es nicht deinem Wesen entspricht mit mir zu reden", entgegnete Mia absolut wahrheitsgemäß. Eine Antwort, welche nicht unter ihrem Horizont aufzufinden war. Weil sie diese Anspielung nicht verstand, ging Annika in die Offensive und versuchte Mia damit aus der Reserve zu locken: "Und was will jemand wie du von Kai? Auf was hofft ein so einfältiges Ding wie du, bei einem Typen wie Kai?"

      Ein Ruck fuhr durch Mias Glieder. Diese Fragen berührten das Mädchen auf einer Ebene, welche unter der Oberfläche der Telepathie zu finden war. Einer Ebene die selbst in Jahrzehnten für einen Menschen wie Annika unvorstellbar bleiben würde. Zum ersten Mal, seit sich die Wege dieser beiden grundverschiedenen Mädchen kreuzten, richtete Mia ihren Blick direkt in die Augen von Anika. Einem schönen Rehbraun mit dunklen Flecken darin. Doch Anika war plötzlich mit der Dimension von Mias Bernsteinaugen konfrontiert. Klar, faszinierend und als Mia damit anfing zu sprechen, glaubte die Braunhaarige, das Schwarz der Pupillen würden einen tiefen Sog erzeugen.
      "Ich hoffe darauf, bleiben zu können", antwortete Mia außer Stande, jemals unaufrichtig zu sein. Jetzt bemerkte sie, wie Annika auf den Blickkontakt reagierte und löste die Verbindung, indem sie sich wieder dem ruhiger werdenden Tag widmete. Selbst die Jungs waren alle im Wasser und zogen ihre Bahnen, auf Befehl des Senseis und von Kai.
      "Wenn ich bei Kai bleiben könnte..."
      Diesen Satz konnte Mia nicht mehr weiter sprechen, denn Annika brannte eine Sicherung durch. Es brauchte nur ein Schlag der trainierten Braunhaarigen, und Mia stürzte zu Boden. Dabei knallte sie mit dem Kopf gegen die Leiter des Ausstieges an der Badeinsel und fiel ins Wasser.
      Darüber erstarrte Annika vor Schreck. Der Schleier aus Bilder Wut wandelte sich während des untergehenden Mädchenkörpers in eine andauerende Schockstarre.
      Sowohl der Schrei, als auch das plötzliche Geschehen, blieben der Person, um die es im Grunde ging, nicht länger verborgen und bevor der Bademeister reagieren konnte, sprang Kai ins Wasser.
    • Hallo @Traumstunde, da ich heute eine Geschichte fertiggelesen habe, geht es jetzt also bei dir weiter. :)
      Mein Feedback zum ersten Teil hattest du ja schon, und ich will auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht.

      Also nun weiter mit

      Spoiler anzeigen
      Kapitel 2


      Ein sehr schöner Part. Kai ist ein bemerkenswerter junger Mann (ich sträube mich innerlich immer ein bisschen dagegen, fast Achtzehnjährige "Junge" zu nennen, ^^ ). Ich mag seine Beherrschtheit und auch, dass er die offensichtlich mentale Überlegenheit gegenüber dem Direktor nicht ausnutzt und nur wohldosiert herausblinzeln lässt aus seinen Worten. Und mir gefällt, wie er für Mia kämpft.
      Besonders toll fand ich den Part mit Lukas. Dass er im Eifer des Gefechts sich sogar noch Gedanken macht, welche Verletzungen sich der gegner zuziehen könnte, ist außerordentlich nobel. Und es zeugt von einem wirklich kühlen Kopf, den er da bewahren kann, obwohl er unvermutet und grundlos angegriffen wird.

      Dass ich dir Rechtschreibfehler nur auf Wunsch anmerke, sagte ich ja schon, deshalb wieder nur meine Gedanken zum Geschriebenen.

      Traumstunde schrieb:

      Von niemandem war Mia das Eigentum.
      Das würde ich vielleicht umstellen. Für mich klänge es schöner, wenn es hieße Mia war das Eigentum von niemandem.

      Traumstunde schrieb:

      Zu letzt hatte er Mia so erlebt, als sie tratschnass vom Herbstregen in seine Arme getrokrelt war, ohne zu wissen wohin ihre Pftoten sie trugen.
      "tratschnass" kenne ich gar nicht. Wenn es ein gebräuchliches Wort ist in deiner Heimat (wir haben hier im Forum öfter gebietseigene Wörter und Formulierungen), will ich nichts sagen, aber ich fände "klatschnass" treffender, weil es ein bekanntes Wort ist. "Tratschen" höre ich immer nur in Zusammenhang mit schwatzen.

      Traumstunde schrieb:

      Der ältere Mann putzte sich die veraltete Brille besorgt, und meinte: "Wie auch immer. Mr. Andrews hat einen Anfall erlitten, als das Tierchen ihn angefallen hat."
      das "besorgt" würde ich nach dem Wort "sich" einparken, das erscheint mir besser für den Lesefluss.
      Und das Anfallen - ist jetzt keine wirkliche Wortwiederholung, aber ich bin beim Lesen drüber gestolpert. Vielleicht fällt dir für eins der beiden Wörter ein anderes ein?

      Traumstunde schrieb:

      Die Andeutung auf die Katze kam dem Direktor schließlich etwas dumm und eigenartig vor.
      :hmm: Wie wäre "Die Katze hier als gleichberechtigten Gesprächsteilnehmer mit einzubeziehen ..." ?

      Traumstunde schrieb:

      Die Augen seines Mitschülers sahen auf Streit mit ihm aus.
      Klingt für mich etwas seltsam. Eine Miene kann streitlustig aussehen. Ansonsten eher: "Die Augen seines Mitschülers sahen nach Streit mit ihm aus." Gefällt mir aber auch noch nicht wirklich.
      Es ginge noch: "Die Augen seines Mitschülers ließen erkennen, dass er auf Streit aus war." ?

      Traumstunde schrieb:

      Was geschah konnten Anika, Marcel und einige andere Schüler nicht einmal begreifen, denn der eigentlich schwer verletzte Kai stand auf und wollte verschwinden
      Hier würde ich vielleicht zwei Sätze daraus machen. Der eigentlich schwer verletzte Kai stimmt ja so nicht. Er ist nicht schwer verletzt.
      Nach "begreifen" würde ich einen Punkt ssetzen und neu anfangen mit "Kai, der (diesem Hieb/Schlag/Tritt/Stoss nach eigentlich schwer verletzt sein musste, stand auf ..."

      Traumstunde schrieb:

      Du und deine Familie wären vor zweihundert Jahren am besten auf dem Scheiterhaufen gelandet!
      "am besten" würde ich rausnehmen. Lies es mal ohne, und du wirst sehen, dass die Aussage dieselbe bleibt.
      Wenn du aber andeuten willst, dass Lukas weiß, dass Kais Familie vor 200 Jahren schon gelebt hat und zu dieser Zeit besser verbrannt worden wäre, dann steht es allerding zu recht dort. Entscheide selbst. :P


      Wenn ich Zeit habe, schaffe ich heute vielleicht Teil 3 noch. Ansonsten bis demnächst :)
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Hallo @Traumstunde, da bin ich wieder. ^^

      Spoiler anzeigen

      Kap. 3 ist ein wunderschöner, sehr gefühlvoller Part, und du verstehst es unglaublich gut, Empfindungen, Sehnsüchte, Trauer und auch Mitgefühl zu beschreiben. Du verwendest schöne Formulierungen, und du nimmst dir ausreichend Zeit dafür, ohne das Ganze zu sehr in die Länge zu ziehen. Beneidenswert!! :D
      Ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen. Wie immer - ohne Rechtschreibfehler (obwohl ich dir dringend raten würde, deine Texte dahingehend noch einmal zu überarbeiten oder überarbeiten zu lassen, denn die Fehler stören den Lesefluss mMn mitunter doch erheblich).

      Kapitel 3

      Traumstunde schrieb:

      Der ganze Körper von Kai war durch trainiert und seine Bewegungen äußerst akrobatisch. Aus diesen Gründen zog es ihn zu einer großen Rotbuche,
      Hier passen für mich Usache und Wirkung nicht wirlich zusammen. Es zieht ihn zur Rotbuche, weil er durchtrainiert ist? Wieso?
      Ich weiß, was du meinst. Aber so, wie es da steht, ist es nicht nachvollziehbar. Es könnte die Gewohnheit, dort zu trainieren, sein, die ihn zur Buche zieht, oder schöne Erinnerungen, oder die Absicht, weiterzutrainieren. Aber nicht die Tatsache, dass er durchtrainiert ist. :huh:
      (Wenn ich mich rigendwie blöd oder unverständlich ausdrücke, dasnn sag mir das ruhig!! :D )

      Traumstunde schrieb:

      Ja, Mia das tue ich, wollte Kai erwidern, verbarg die Worte allerdings tief in seinem Herzen, – sodass es niemand wahrnehmen konnte. Ihre Antwort hörte sich jedoch so an, als hätte sie das im Herzen Verborgene vernommen.
      “Ich vermisse meine Brüder sehr.“
      “Du hattest Brüder?“
      Dies überraschte Kai, die kleine Gestaltwandlerin wollte ihm sich anscheinend anvertrauen.
      Hier ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, wer was sagt. Ich musste es zweimal lesen, weil ich zuerst glaubte, dass Kai seine Brüder vermisst.

      Traumstunde schrieb:

      Sie haben es nicht geschafft. Ich bin die Einzige.
      Langsam hob Kai die rechte Hand und glitt ganz vorsichtig einmal über den Rücken von Mia. Anders wusste er sich beiden in dieser befremdlichen Situation nicht zu helfen.
      Ruhs Herz klopfte so stark wie deines.
      Ganz still erklang ihre Stimme in Kais Gedanken.
      Die telepathisch gesprochenen Worte würde ich in kursiv schreiben. Sie sind sonst schwer als wörtliche Rede erkennbar. Ich handhabe es in meiner Geschichte genauso.

      Sie haben es nicht geschafft. Ich bin die Einzige.
      Langsam hob Kai die rechte Hand und glitt ganz vorsichtig einmal über den Rücken von Mia. Anders wusste er sich beiden in dieser befremdlichen Situation nicht zu helfen.
      Ruhs Herz klopfte so stark wie deines.
      Ganz still erklang ihre Stimme in Kais Gedanken.


      So ist es leichter zu lesen, findest du nicht?

      Traumstunde schrieb:

      Langsam hob Kai die rechte Hand und glitt ganz vorsichtig einmal über den Rücken von Mia.
      Hier passt was nicht ganz. Kai glitt nicht über ihren Rücken, sondern seine Hand.

      Vorschlag: Langsam hob Kai die rechte Hand und glitt ließ sie ganz vorsichtig einmal über den Rücken von Mia gleiten.

      Traumstunde schrieb:

      Adams Herz habe ich nie schlagen gehört. Er starb als erster. Adam ist ruhig und streng. Ruh musste man zügeln.
      Das blaue "ist" steht in der falschen Zeitform. Adam ist tot. Es muss "war" heißen, oder?

      Traumstunde schrieb:

      Ich habe oft geweint und beide waren schon immer bei mir. Auch als Mutter.
      Den blauen Satz verstehe ich nicht. Fehlt da was?

      Traumstunde schrieb:

      Es gab kein Glitzern, kein Rauschen, nicht mal einen unangenehmen Laut, welcher erahnen lassen konnte, welche Schmerzen Mia durchstand, während sich Knochen und Gewebe ausdehnten, verlängerten und eine neue Form bildeten und somit aus dem Tierchen ein vollständiger Mensch wurde.
      Zur selben Zeit bemerkte Kai, wie sich die Baumrinde in seinen Rücken bohrte, als das gesamte Gewicht des Mädchens auf ihm spürbar zum Tragen kam.
      Das ist so ein Part, den ich meinte, als ich "wunderschöne Beschreibung" schrieb. :rolleyes:

      Traumstunde schrieb:

      Zum ersten Mal sahen sich Mia und Kai in die Augen. Ein Moment, welcher mehr mit Magie zu tun hatte, als diese spektakuläre Verwandlung von einem ganz gewöhnlichen Haustier zu einem menschlichen Wesen.
      Und der hier auch. :rolleyes:

      Traumstunde schrieb:

      Ihre echte Stimme rieselte mit jeder gesprochenen Silbe in Kais Bewusstsein,
      Suuuuper !! :thumbsup:

      Traumstunde schrieb:

      Diese junge hagere Gestalt ging unfassbar hart und der Realitätsnähe mit sich selber ins Gericht.
      Den blauen Teil kann ich nicht einordnen. Gehört der überhaupt in den Satz. Er passt irgendwie gar nicht rein ...

      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • Tariq schrieb:

      Ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen. Wie immer - ohne Rechtschreibfehler (obwohl ich dir dringend raten würde, deine Texte dahingehend noch einmal zu überarbeiten oder überarbeiten zu lassen, denn die Fehler stören den Lesefluss mMn mitunter doch erheblich).
      Huhu Tariq,

      Deine Tips sind und bleiben super.
      Danke auch für die Rechtschreibfehlerprüfung.
      Eingentlich wollte ich es nicht ins Forum schreiben, weil es blöd ist darauf herum zureiten. Ich habe Legastenie und das echt heftig. Mein Arbeitgeber kommt damit klar, aber es behindert echt. Das wandernde Rätsel bekommt das vierte Bata mit deinen Tips. Meine beiden Beta plagen sich seit Jahren mit mir rum. Die erst Fassung willst du nicht lesen.

      Die nächsten Kapitel kommen. Viel Spaß beim Lesen.
      Liebe Grüße
      Traumstunde
    • Hallo @Traumstunde

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      Vielen Dank für deine Rückmeldung. ^^ Freut mich, wenn meine Anmerkungen dir helfen können.

      Traumstunde schrieb:

      Danke auch für die Rechtschreibfehlerprüfung.
      Hier weiß ich nicht wirklich, was du meinst. Ich habe ja extra KEINE Rechtschreibprüfung gemacht, weil ich das nur mache, wenn der Autor das möchte. Deshalb schrieb ich ja extra:

      Tariq schrieb:

      Dass ich dir Rechtschreibfehler nur auf Wunsch anmerke, sagte ich ja schon, deshalb wieder nur meine Gedanken zum Geschriebenen.
      Das sind alles nur so Gedanken zu Formulierungen gewesen, was mir eben so beim Lesen aufgefallen ist.

      Und:
      Legasthenie ist nichts, wofür man sich schämen muss. Damit bist du nicht die Einzige hier. Und ich persönlich finde es wichtig, das den Lesern zu sagen. Das hat nichts mit "darauf herumreiten" zu tun. Es lässt uns deine Texte mit ganz anderen Augen sehen. Ich persönlich zum Beispiel ziehe jetzt mit diesem Wissen den Hut vor dir. Ich finde es echt bewundernswert, dass du trotzdem den Mut hast, deine Geschichte hier zu veröffentlichen. Lass dich von nichts und niemandem entmutigen. :thumbsup: Ich jedenfalls mag sie sehr. Leider hab ich so wenig Zeit zum Lesen. || Aber ich bleibe definitiv dran.
      LG Tariq
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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