Der Oberbösewicht mit Stil

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    • Der Oberbösewicht mit Stil

      oder: Warum er niemals gegen den Helden gewinnen kann.

      Diese nicht völlig ernst gemeinte Reihe soll helfen alle wirklich wichtigen Aspekte eines Oberbösewichts mit Stil zu beleuchten.
      Wer sich berufen fühlt, darf gerne mitmachen. Ich gebe jedenfalls mal Nummer 1 vor.

      viel Spaß
      Tom
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      Tom Stark
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      delectare et prodesse
    • Grund 1:


      Die Truppen des Oberbösewichts sind einfach unpraktisch gekleidet. Entweder sind sie so vermummt, dass sie selbst kaum etwas sehen geschweige denn hören können, oder ihre Rüstung ist so sperrig, dass der Held sie mühelos ausmanövrieren und sie mit einem Tritt in den Hintern zum Beispiel von der Treppe schubsen kann.

      Auf jeden Fall sind sie aber dermaßen auffällig, dass man sie schon von weitem sieht und der Held sie auf jeden Fall so rechtzeitig kommen sieht, dass es sogar für solche zeit-verschwenderische Reden reicht, wie etwa:
      »Ah, da kommen sie! Keine Ahnung, wie sie uns gefunden haben, aber wir müssen sofort verschwinden. Trennen wir uns besser, sie können uns nicht alle verfolgen. Wir treffen uns am vereinbarten Treffpunkt, außer es schafft jemand nicht, dann warten die anderen bis alle sonst da sind und dann gehen wir ihn gemeinsam suchen. Unternehmt auf keinen Fall Alleingänge! Nehmt euch aber auf jeden Fall vor den feindlichen Truppen in Acht. Sie sind überall und kennen keine Gnade. Wir sehen uns also in bälde, Freunde. Gebt auf Euch Acht und möge die Macht/Gottheit/[sonstige anzurufenden Ordnungsgröße hier einfügen] mit euch sein.«



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      Tom Stark
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    • Grund 2:


      Die Festung des Bösen ist uneinnehmbar!

      Es darf gelacht werden.

      Natürlich hat der Bösewicht keine Kosten und Mühen gescheut, alle möglichen Fallen, Zwischenbosse als Wächter und die höchsten Mauern sowie die stabilsten Tore installiert. Aber natürlich will so ein Bollwerk an Technik und Raffinesse auch gewartet werden. Dazu braucht es natürlich Gänge, Tunnel oder Schächte. Und diese Zugangswege sind auf jeden Fall groß genug, dass auch ein Wartungsbeauftragter dort zusammen mit seinem Wartungswerkzeugkoffer (oder was immer ein Wartungsdings auch für Dingsbummse braucht) durchkommt, und bitte bequem, wenn’s geht.
      Falls keine Wartungstunnel benötigt werden, sind alternativ Lüftungs- und Klimaanlagenschächte verbaut, welche natürlich ebenso großzügig dimensioniert wurden.


      Diese Wartungstunnel sind selbstredend auf jeder Grundrisszeichnung einfach und unkompliziert herauszulesen. Selbst die Helden, die sonst in einer Einbahnstraße nach dem Weg fragen müssen, haben keinerlei Probleme damit. Solche Grundrisse sind ebenso selbstredend von jedem zwielichtigen Typen in einer beliebigen Taverne zu erhalten oder wahlweise sogar frei aus dem Internet downloadbar.
      Wartungstunnel sind bei ganz besonders paranoiden Bösewichtern mitunter mit eigenen Sicherungsanlagen geschützt, aber die sind entweder weitaus nachlässiger installiert als die übrigen, oder aber ein schlechter Witz, der allenfalls die Heinzelmännchen aufhält, sollten sie nach getaner Arbeit heimlich auf diesem Wege verschwinden wollen.


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      Tom Stark
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    • Grund 3:


      Die liebe aber nicht so teure Verwandtschaft.

      Wie kommt ein Oberbösewicht sehr einfach und elegant zu seinem Posten? Richtig, er erbt ihn. Um ihn zu erben, muss aber der Vorgänger verschwinden. Man kann ihn aber nicht einfach umbringen, da man vielleicht noch Informationen von ihm braucht. Oft handelt es sich beim Vorgänger aber um einen nahen Verwandten, der aus verschiedenen Gründen die Gefahr des Ersetztwerdens hartnäckig ignoriert hat. Vielleicht hat der Bösewicht eine Spur Familiensinn oder aber er empfindet eine bösartige Genugtuung, den alten König bei regelmäßigen Besuchen wissen zu lassen, dass er nun König anstelle des Königs ist …

      Selbstredend bekommen die treuen Gefolgsleute des alten Posteninhabers heraus, wo man ihn festhält oder, genauso wahrscheinlich, ein Held wird in der Nachbarzelle eingesperrt. Wo der alte König schon seit Jahrzehnten scheitert, gelingt dem Helden in einer Nacht die Flucht, natürlich mit dem zutiefst dankbaren und legitimen Monarchen. Da niemand einen Bösewicht als König haben will, auch wenn man sich vielleicht an ihn gewöhnt hat und er womöglich sinnvolle Strukturreformen durchgesetzt hat und aus dem ärmlichen Rand-Königreich ein florierendes Kernland internationalen Handels gemacht hat, (uff, kurz Luftholen!) ist die Wiedereinsetzung dieses schmerzlich vermissten Monarchen nur noch eine unbedeutende Formalität.


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      Tom Stark
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    • Grund 4:

      Halt oder wir schießen! Vielleicht.


      Resultiert dieses weithin bekannte Phänomen aus purer Selbstüberschätzung der Untertanen des Antagonisten? Oder unterschätzen sie gar die Gefahr, welche die Protagonisten darstellen?

      Weit gefehlt!

      Für Filmhelden gehört es bereits zum guten Ton, gut gemeinte Empfehlungen wie „Stehen bleiben!“ selbst unter Androhung von Waffengewalt zu ignorieren – sehr zum Leidwesen der Angestellten des Bösen. Dabei ist es wesentlich schwieriger, sich bewegende Ziele zu treffen, was in einem katastrophal erhöhten Munitionsverbrauch resultiert. Und das geht ins Geld. Um ein florierendes Imperium der niederträchtigen Boshaftigkeit ordnungsgemäß anführen zu können, müssen die Finanzen stimmen, also muss gespart werden. Da die zu Übungszwecken verballerte Munition keinen Einfluss auf das imperiale BIP hat, wird dieser Posten natürlich zuerst gestrichen, was wiederum die Treffsicherheit der mit rostigem Restbestand bewaffneten Bataillone reduziert.

      Und nun versetzen Sie sich in die Situation dieser zutiefst unverstandenen Amateur-Fernkämpfer. Fühlen Sie ihre Verzagtheit und fragen Sie sich: Wären Sie derart mies mit ihrer Waffe, würden Sie in dieser Situation schießen und einen Lachanfall aller Kameraden und der feindlichen Protagonisten riskieren?


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      Ein Schwert und sein Held

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    • Grund 5:

      Die Quelle der Macht.
      Jeder kennt sie und ihre Lage ist bereits Stoff von Kleinkindergeschichten.

      Da hat es der Oberbösewicht geschafft. An sich ist er unsterblich, da sich seine Seele gar nicht in seinem Körper aufhält und er so jederzeit einen Neuen beziehen kann. Oder er hat den Quell unendlicher Magie-Macht erlangt, den Edelstein aus dem Bauchnabel der Göttin der Magie zum Beispiel. Vielleicht hat er auch den legendären I-Win-Button erfunden und versteckt ihn, aus Sportlichkeit oder um zu verhindern, dass er sich zufällig darauf abstützt, ist an sich völlig unerheblich, außerhalb seiner Reichweite.
      Der Born solcher Allmacht ist natürlich legendär, doch damit er eine Legende wird, vor der sich alle Feinde ängstlich in die Unterkleidung tröpfeln, muss er weithin bekannt sein. Um der Geschichte den nötigen Pepp zu geben (nicht den Guardiola, den anderen …), ist der Weg zum Aufbewahrungsort an sich schon eine Aufgabe für unerschrockene, findige und bereits schon mächtige Leute.
      Als ob es nicht Anreiz genug wäre, damit dem größten Übel der Gegend an den Kragen gehen zu können, bietet der unmögliche Schwierigkeitsgrad geradezu den letzten Ansporn für gestandene Helden, die sich nach dem erfolgreich abgeschlossenen Dutzend Drachentötungen sonst womöglich in Frührente begeben hätten. Bisweilen soll es aber auch schon einfache Bäckerburschen gegeben haben, die sich aufgemacht haben und auf der Reise dorthin zu mächtigen Schwertkämpfern und/oder Magiern geworden sind.

      Natürlich gelangt die Nachricht solch einer Unternehmung dem Bösewichts fast immer ans Ohr, doch was wäre er für ein stilloser Geselle, würde er nicht abfällig lachen und verächtlich Dinge äußern wie:
      »Sollen sie es nur versuchen, die Fallen und Wächter werden sie leicht aufhalten!«


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      Tom Stark
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    • Grund 6:

      Das Auskosten der Schadenfreude.

      »Hahahaha, das ist Dein Ende. So ergeht es allen, die sich mit mir anlegen. Jeder endet schließlich hier, zu meinen Füßen, hilflos ausgeliefert meiner Gnade. Aber ich kenne keine Gnade, daher …«
      Dieser Monolog lässt sich beliebig fortsetzen. Mitunter kommt auch der Held in Nöten zu Wort und darf auch noch einige markige Floskeln von sich geben.
      Der Oberbösewicht genießt seinen Triumpf, auch wenn der Held oft genug eher durch einen Unfall (oder Dummheit!), als durch die Cleverness seines Erzwidersachers in diese aussichtslose Lage geriet.
      Während der Bösewicht sich im Schein seiner Überlegenheit sonnt und das anscheinend unausweichliche Ende in vollen Zügen auskosten will – wer will es ihm auch verdenken – sind die meist gepressten Erwiderungen des Helden nur scheinbar Ausdruck seiner Hilflosigkeit. In Wahrheit spielt er natürlich auf Zeit und arbeitet bereits mit Hochdruck an seiner Rettung.
      Dies ist umso tragischer für den Bösewicht, als dass jener den Helden oft genug in den vermeintlich letzten Augenblicken allein lässt. Ob er kein Blut sehen kann, ihn eine gewisse Pietät hinterrücks anspringt oder er wirklich über sein übergroßes Ego stolpert und glaubt, es gäbe tatsächlich Wichtigeres zu tun, als das Ende seines Erzfeindes live und in Farbe mitzuerleben, variiert je nach Persönlichkeit.

      Das Ergebnis ist jedoch unausweichlich immer dasselbe: Der Held befreit sich aus der Notlage oder aber er wird befreit. Bisweilen wird dem Leser/Zuschauer vorgegaukelt, dass er es vielleicht doch nicht rechtzeitig geschafft hat (Cliffhanger-Alarm), aber dieser Kniff täuscht nur unerfahrene Beobachter und/oder angehende Oberbösewichter (siehe oben!).


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      Tom Stark
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      delectare et prodesse
    • Grund 7:

      Die personifizierte Neugierde und die Plaudertasche

      Die Neugierde: Ein klassischer Held zeichnet sich häufig durch große Wissbegierigkeit und ein hohes Lerntempo aus. Tatsächlich ist diese Sorte Mensch in der Lage, schier legendäre Fähigkeiten während eines beanspruchenden Stuhlganges zu meistern. Diese überragende Aufnahmefähigkeit äußert sich natürlich auch in der für den Helden ausweglosen Situation, welche sich etwa nach 86 % der Handlung unweigerlich ergibt. Mit der Aussicht auf unerfüllte Wissbegierde kann er sich die Frage nach dem Wie und Warum natürlich nicht verkneifen.

      Die Plaudertasche: Mit dem Beruf des bösen Herrschers geht zumeist das Fehlschlagen ausgeklügelter Pläne einher. Insofern besagter Herrscher eine cholerische Ader besitzt, aber selbst kein Genie ist, führt dies nach und nach zu einem versagensbedingten Berater- und Wissenschaftlerverschleiß in den eigenen Reihen. Das. Macht. Einsam. Dies drückt sich nicht nur in purer Langeweile aus (der Großteil aller Pläne wird vermutlich von Untergebenen umgesetzt), sondern führt auch zu einem hohen Maß an Mitteilungsbedürftigkeit. Die Anerkennung, welche ihm seine untergebenen Ja-Sager nicht glaubhaft bekunden können, muss er anderswo suchen.

      Der Konsens: Wie schön ist es da, einen halbwegs ebenbürtigen Kontrahenten zu haben, der sich für die eigenen Pläne interessiert und dem Unternehmen Weltherrschaft durch eine Prise Widerstand die nötige Würze verleiht. Allein sein Bestreben zeigt, dass er das Ziel des Bösewichts für erreichbar, die Anstrengungen für zielführend und den Plan als angemessen bedrohlich einschätzt. Einen solchen motivierenden Gegenspieler vor dem eigentlichen Klimax des persönlichen Werdegangs zu liquidieren ist für einen einsamen, bösen Herrscher ein notwendiges, aber doch immenses Übel. Welch metaphorisches Bauchpinseln wäre es in dieser Situation, die ultimative Anerkennung durch den zumeist verständigen Erzrivalen zu erfahren. Ganz nebenbei hat der Held auch noch etwas davon; und sollte er sich während dieser Verzögerung tatsächlich befreien, ist dem Bösewicht zumindest weitere Aufmerksamkeit sicher.

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      Ein Schwert und sein Held
    • Grund 8:

      Heiratsvorbereitungen.

      Wer kennt das nicht? Da findet man die richtige, die einzige, die perfekte Partnerin. Sie ist wunderschön, sie verschafft einem womöglich sogar legitimen Herrscherstatus, hat ein gebärfreudiges Becken für eventuelle Oberbösewichtsnachkommensplanungen …

      Gut, sie will an sich nicht. Eigentlich überhaupt nicht. Kann man wiederum nachvollziehen, wenn man sie gekidnappt hat. Aber andererseits wird sie die mächtigste Frau an der Seite des mächtigsten Mann der Welt. Wer würde das nicht wollen? (Auch wenn man ein Typ mit einem blondgefärbten Hamsterfell auf dem Kopf ist!) Jedenfalls will sie partout nicht, was den Oberbösewicht natürlich nicht davon abhält. Freier Wille? Ha, wer so etwas bei seinen Ehepartnern zulässt, hat ja schon mal jegliches Recht für eine Nominierung zum Bösewicht des Jahres verwirkt. Genug korrupte Priester/Beamte, die den Bund auch ohne beidseitigem Einverständnis erklären, hat man ja immer zur Hand. Notfalls hilft es immer, den Bruder oder Vater der zukünftigen Gefährtin in Gewahrsam zu haben, was nicht selten zu Regel 3 führt.

      So eine Heirat ist also eine vertrackte Sache. Natürlich will man dieses Ereignis dadurch würdigen, dass es pompös, quasi ein Staatsakt wird, aber ist nicht alles, was man als Herrscher der Welt in Spe tut, nicht ohnehin ein Staatsakt?
      Und das braucht Zeit. Üblicherweise 3-4 Wochen. Jedenfalls ziemlich genau die Zeit, bis die Hauptphase des bösen Masterplans abgeschlossen ist, jener Zeitpunkt also, an dem die Position des Oberbösewichts so hinreichend konsolidiert ist, dass selbst der nervige Störfaktor Held mit interventionistischen Ambitionen keine Rolle mehr spielt. Welcher Zeitpunkt wäre geeigneter, das mit dem Bund fürs Leben (also ihr Leben, nicht das des Bösewichts natürlich!) zu feiern? Leider ist die Nennung des Zeitpunkts der Hochzeit eine Art Countdown, nicht nur für den Bösewicht, auch für alle seine Widersacher. Es gilt ja nicht nur den Masterplan vorzeitig zu verhindern, nein, die wunderschöne, kluge, tapfere Nervensä …, gemeint ist natürlich die bezaubernde zukünftige Gattin, muss vor dem grausamen Schicksal einer Heirat gerettet werden.

      Warum niemand die anderen zukünftigen Ehepartner weltweit, die sich anschicken eine katastrophale Ehe einzugehen davor bewahrt, muss jedoch zu einem anderen Zeitpunkt beantwortet werden. Allerdings hat man als Oberbösewicht irgendwie auch das Recht erworben, ein besonders schrecklicher Ehe-Kandidat zu sein.

      Auch wenn man seine Frau wirklich lieben, ja anbeten würde. Auch wenn man sie auf Händen trüge und sogar bereit wäre, auf die helle Seite der Macht überzulaufen.

      Hey, auch Monster brauchen Liebe!


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      Tom Stark
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      delectare et prodesse
    • Grund 9 :

      Knopf macht Bumm.

      Niemand würde auf die Idee kommen, einem Kleinkind den gut erreichbaren Aufbewahrungsort für Streichhölzer zu zeigen. Also warum gibt es im Science-Fiction-Genre (Man bedenke, dass es bei Science Fiction oft um hochentwickelte und sehr intelligente Wesen geht.) zumeist einen kitschig-klassischen Knopf zur Selbstvernichtung, welcher dann auch noch in einem Maße verheimlicht wird, dass ihn selbst ein blinder Analphabet findet?

      Es mag mit dem wissenschaftlichen Phänomen der „Vererbbaren Dummtütigkeit“ zusammenhängen, einem Merkmal, welches die Lakaien des Bösen gelegentlich in ihren Genen mit sich führen. Um zu verhindern, dass aus reiner unabsichtlicher Versehentlichkeit eine spontane Euthanasie (jener sehr intelligenten Rasse) stattfindet, werden neben Aufschrift und Plastikschutzkappe auch alle Kniffe und Tricks der Werbe- und Aufmerksamkeitswissenschaften angewandt. Ein Aufpasser mit der singulären Anweisung: „Keiner darf diesen Knopf drücken!“ könnte als optionales Accessoire ebenfalls Sinn ergeben. Ach ja, und vielleicht rot als Warnfarbe.

      Nun gibt es jedoch auch jene, die im Zuge ihrer drehbuchbedingten Handlungsziele ein direktes Interesse an besagtem Knopf haben. Wenn der böse Herrscher also UNBEDINGT auf einem Selbstzerstörungsmechanismus besteht, sollte dieser an einem Ort installiert sein, welcher mit hoher Wahrscheinlichkeit weder ab- noch unabsichtlich gefunden wird. Das heißt, der Ort sollte nicht das Ende eines fallengespickten, schwer bewachten Ganges oder die Spitze des „Turms der Verdammnis“ sein.

      Hierzu abschließend ein artverwandtes Beispiel aus dem Fantasy-Genre:
      Hätte ein gewisser Schulleiter einen gewissen Stein der Weisen nicht in einem gewissen Spiegel versteckt, sondern schlicht hinter einem losen Ziegelstein im ersten Testraum, die Plattnase und die Blitzbrille würden heute noch danach suchen.

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      Ein Schwert und sein Held

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    • Grund 10:

      Zuhause ist es einfach am Schönsten.

      Warum sollte ich mein Versteck verlassen, wenn ich den Helden zu mir schleifen lassen kann?
      Da hat der Oberbösewicht sich ein Refugium geschaffen, ein Platz an dem seine Allmacht, seine Großartigkeit und teuflische Genialität zum Ausdruck kommt. Und dann hat es da noch die überlebensgroßen Porträts seines größten Idols – sich selbst natürlich.
      Last but not least, ist der Weg zur eigenen Toilette nicht weit. Sind wir doch alle mal ehrlich: Am liebsten geht man zuhause.

      Darum liegt es näher als man glauben sollte, den Helden, der schon monatelang verzweifelt versucht das ultrageheime Geheimversteck, das Heiligtum des Bösen, die Brutstatt des Masters aller Masterpläne … , zu finden (Luftholen!), von seinen Schergen genau dorthin bringen zu lassen. Immerhin hat man ihn ja selbst fangen lassen und es wird noch genug Arbeit sein, alle wichtigen Infos aus ihm herauszuholen. Auch als Oberbösewicht muss man seine Kraft sorgsam einteilen. Burn-Out macht auch vorm Bösen nicht halt!
      Und wo lässt es sich den Helden sonst vortrefflicher foltern, schließlich will man die Folterpausen pünktlich zur Soap-Zeit unterbrechen, damit man ja keine Folge von Sturm der Diebe und gute Pleiten,schlechte Pleiten verpasst.

      Leider besitzen die meisten Helden (eigentlich alle) nicht den Anstand zu warten und brechen genau in diesen Ruhephasen aus, in denen sie eigentlich stöhnend und jammernd darüber nachdenken sollten, sich vielleicht doch auf die richtige Seite zu schlagen.
      Oft führt ihr Fluchtweg sie geradewegs in den geheimen Kontrollraum, der praktischerweise nie weit von ihrer Zelle entfernt liegt und dort nutzen sie Regel 9 schamlos aus.

      Pfui, wirklich! Pfui!

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      Tom Stark
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    • Grund 11:

      Wo bin ich, und wenn doch, warum nicht?

      Auch ein Oberbösewicht weiß eine gepflegte Runde „Tabu®“ oder „Wer bin ich?“ zu schätzen. Allerdings ist es in nahezu allen Berufsgruppen unvorteilhaft, Beruf und Privatleben zu vermischen. Es mag vorkommen, dass der aussichtsreichste Gegenspieler des Bösen gerade mal den IQ eines halben Badewannenstöpsels hat. Dies verleitet natürlich zu Mitleid und Hilfsbereitschaft, da sonst für besonders einsame Herrscher Grund 7 und für besonders selbstsichere Herrscher Grund 6 unerreichbar wird. Und so wird mitunter fröhlich mit Rätseln um sich geworfen, ohne die Gefahr von fünf Jahren Freiheitsentzug für Raubkopierer ernst zu nehmen. Der Riddler hat ja auch keinen Haken als Hand oder sieht wie eine böse Stiefmutter aus. Also bitte! Sie fragen sich jetzt vermutlich: „Na gut, aber warum macht dann der Riddler den Quatsch mit den hilfreichen Rätseln?“
      Er ist verrückt und das entschuldigt nahezu alles.

      Was hingegen nicht zu entschuldigen ist, sondern auf grober Fahrlässigkeit beruht, ist das Ignorieren jener Protagonisten, welche so ungefährlich erscheinen, dass ihnen der Autor nicht einmal einen Namen zugestanden hat. Ehrlich, Darth Vader hatte nun wirklich genügend Zeit, die Ewoks platt zu machen… naja, wahrscheinlich fand er sie auch niedlich…

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      Ein Schwert und sein Held
    • Grund 12

      Der beinahe wasserdichte Plan.

      »Ha, mein Plan ist nichts weniger als genial. Es kann gar nichts schiefgehen, ich habe alle Eventualitäten berücksichtigt!«

      Nunja, fast. Wenn es da nicht diese kleine Nachlässigkeit gäbe.

      - Die tödlichen Geheimwaffen bekommen die Krieger erst vor der Entscheidungsschlacht – man kann schließlich keinem vertrauen – und natürlich sind alle Waffen in einer einzigen Kammer eingeschlossen, die nur von dem einen Krieger bewacht werden, dem man vertraut.
      - Man hat eine unbesiegbare Kavallerie, dummerweise muss man mit ihr eine Inselfestung erobern.
      - Die mutigsten und blutrünstigsten Zwergensöldner wurden engagiert, leider ist die Kiste mit ihrem Sold direkt neben der Folterkammer, aus der der Held gerade ausbricht …

      Alles verständliche Lücken im Plan, die vielleicht sogar ein Kind erkennt. Aber schließlich führen Oberbösewichter auch keine Kriege gegen Kinder. Und überhaupt, sollten Kinder nicht längst im Bett sein? Außerdem, wo käme man denn hin, wenn man den genialen Masterplan vorher von anderen auf Schwachstellen abklopfen lassen würde. Und vor allem, von wem? Man kann ja niemand trauen, nicht einmal kleinen Kindern, wie man sieht …


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      Tom Stark
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    • Grund 13:

      Totgeglaubte leben länger.

      Selbst der tiefste Sturz kann auch in gestandenen Fantasyepen überlebt werden. Zu den Risiken und Nebenwirkungen zählt jedoch ein plötzlicher Farbwechsel, etwa von Grau zu Weiß. Trotz des dadurch geminderten Wiedererkennungswertes kann einem auch ein neu kolorierter Held gehörig in die Suppe spucken. Etwa in die Hochzeitssuppe (siehe Grund 8). Nehmen wir an, der böse Herrscher schafft es neben dem ganzen Stress mit der Weltherrschaft pünktlich zur Trauung mit seiner zweckmäßig entwendeten Traumfrau zu erscheinen. Es ist einfach unangenehm, wenn im zelebrierungswürdigsten aller Momente plötzlich der totgeglaubte Held aus der Hochzeitstorte springt und den Platz des Bräutigams einnimmt. In welcher Farbe auch immer.

      Um einem derartigen Fauxpas vorzubeugen, sollten dringend detaillierte Informationen zum Familienstammbaum und der generellen genetischen Veranlagung des Steh-auf-Kontrahenten eingeholt werden. Davon ausgehend sollten dann Holzpflöcke, Insektizide (etwa gegen Antman), Kryptonit, Weihwasser (Hey! Wer sagt, dass Untote keine Helden sein dürfen?) oder ähnliche geeignete Mittel gegen die spontane Wiederauferstehung des Protagonisten bereitliegen. Eine erfolgreiche Anwendung besagten Mittels macht den Feind jedoch nicht immer dauerhaft unschädlich. Die mitunter nicht unfähigen Verbündeten des Helden könnten ja noch den Saft der Papaya der Auferstehung auf die Aschekrümel des Toten (oder des toten Untoten) träufeln und ZACK!

      In jedem Fall sollte man als böser Herrscher daher nicht nur nicht darauf verzichten, selbst den Puls zu überprüfen, ehe man den Protagonisten von der To-do-Liste streicht. Man sollte das Ableben des Helden auch nicht an die ganz große Glocke hängen… oder den Helden selbst.


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      Ein Schwert und sein Held
    • Grund 14:

      Der letzte Kuss, der letzte Tanz, die letzte Zigarette.

      »Lass mich sterben, wie ein Mann. Ein letzter Kuss meiner Liebsten und eine letzte Zigarette, dann bist Du mich los!«

      So lautet oft der vermeintlich letzte Wunsch des gefangenen Helden, bevor er den Weg alles Endlichen antreten soll.
      Selbst als Oberbösewicht hat man eine gewisse Empathie. Das geht gar nicht ganz ohne, denn irgendwie muss man ja die Schwächen der anderen erfühlen, im Vorfeld wenigstens ein bisschen erahnen können, was ihnen wichtig ist, um es ihnen dann zu entreißen, harharr.
      Daher kann man allzu gut nachfühlen, dass das Dahinscheiden mit einem Kuss - für die ganz harten Typen erfüllt die Zigarette offenbar dasselbe Bedürfnis - deutlich leichter ist.
      Doch wie so oft, ist der Appell an das Mitleid des sonst als so unbarmherzigen Bösewichts hier auch nur ein Mittel, um auf Zeit zu spielen. Die wenigen Sekunden, manchmal sogar Minuten sind die kritischen der ganzen Handlung. Viele glauben der Timer der Weltuntergangsbombe wäre es, aber sie irren sich. Dies hier sind die Momente, die über Wohl und Wehe des Schurken entscheiden. Bleibt er hart und in der Spur und sagt einfach »Nein, erschießt ihn!« hat er gewonnen.
      Doch leider, leider hat auch der schurkigste Schurke, der böseste Böse, der schuftigste Schuft eine gewisse romantische Ader, die ihm in genau diesem Augenblick für ewig den Ent(gültigen)-Sieg verwehrt.


      Pech für ihn, Glück für die Welt der Freien und Tapferen.

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      Tom Stark
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      delectare et prodesse
    • Grund 16:

      Entschuldigen sie bitte, ich hätte da mal ne Frage ...

      Wie Regel 7 zeigt, werden viele dunkle Herrscher vor dem Helden plötzlich zu den größten Tratschtanten. Verständlich, denn immerhin begegnet man sich gerade zum ersten Mal. Vielleicht könnte man bei einem netten Plausch sogar endlich beiderseitige Vorurteile beseitigen und zu einer friedlichen Lösung kommen. Am Ende hat man sogar ähnliche Hobbys und trifft sich bald jede Woche gemeinsam zu einer Runde Bauernschubsen?
      Um ein solches Gespräch zu beginnen und sich eventuell etwas näher zu kommen gibt es natürlich jede Menge Möglichkeiten.
      Allerdings ist "Bevor ich dich töte, würde ich gerne noch eine Sache wissen ..." wirklich ein ziemlich schlechter Anmachspruch. Denn während du noch überlegst, wie du weiter vorgehst und den Flirt erst richtig ins Rollen bringst, wird der Held vermutlich nicht zögern seine ultimative Fähigkeit zu benutzen.
      So ein Korb tut wirklich weh. Nicht nur seelisch, in dem Fall wahrscheinlich vor allem körperlich ...




      EDIT: Ach fuck, ich kann auch nicht zählen, sry ... :doofy:
      "Vem har trampat mina svampar ner?!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Xarrot ()

    • Grund 15:

      9, 8, 7, BUMM!

      Nur wenige Bösewichte schätzen heutzutage noch den konservativen Glanz eines analogen Ziffernblattes. Nein, Science-Fiction-Szenerien verlangen in einem solchen Fall nach einer fortschrittlich wirkenden, digitalen Anzeige und für Fantasy-Settings ist ein analoger Zeitmesser zumeist nicht fantastisch genug. Dann schon eher eine stilvolle Sand- oder Sonnenuhr als Weltuntergangsverkünder.

      Nicht selten treten derartige Countdowns im Zusammenhang mit Grund 9 auf, sind blindentauglich eingerichtet und insofern mit einer latent erotischen Roboterstimme unterlegt. Alle, die sich gern aus dem Wirkungsradius entfernen möchten, werden also rechtzeitig über den drohenden Gau informiert und haben somit die reale Chance zur Flucht… oder zumindest glauben sie das. Welch ein Überraschungsmoment für alle Beteiligten, wenn sich der Programmierer nicht an den Berufsethos hält!

      Was damit gemeint ist?

      Nun, die Zahl Null als Ausdruck des Nichts, der Nicht-Existenz, hat schon in der Antike zu großen Kontroversen und sogar Toten geführt. Daher gilt es als axiomatisch, dass der Zeitpunkt X eines Countdowns, aus dessen Eintreten nicht selten die Nicht-Existenz all jener Personen, die sich in der Nähe des Countdowns aufhalten, resultiert, der wunderbar einheitliche Wert 00:00 zu sein hat (Schachtelsatz Ende). Wahrlich: Ein Schelm, wer dieses ungeschriebene Gesetz zu seinem Vorteil ausnutzt.


      @Xarrot Gut, dass du nicht zählen konntest, sonst hätten wir jetzt zwei Einträge... :D War nämlich auch gerade dabei. Crazy...
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      Ein Schwert und sein Held

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von bigbadwolf ()

    • Grund 17:

      Raten oder Raten?

      Der Begriff »Ratgeber« kann sowohl eine Person als auch ein Buch für bestimmte Lebenslagen bezeichnen. Zum Repertoire der boshaften Bibliothek gehören Standardwerke wie „Weltherrschaft leicht gemacht“, „Helden – Wo sie zu finden sind und wie man sie los wird“, „Die Leiden des jungen W. Elteroberers“ oder „Krieg und Sieg“. Allzu oft jedoch ist der böse Herrscher nicht sehr belesen, sondern überlässt anderen den unliebsamen Papierkram. Etwa einem Ratgeber aus Fleisch und Blut. Oder Schleim, je nach Spezies.

      Was wäre ein Oberimperator ohne seine angestellten Berater, welche entweder die Pläne des Meisters aufmerksamkeitsheischend umsetzen oder ihn zumindest händeringend davon abzubringen versuchen? Sofern besagter Ratgeber der Intention seiner Berufsbezeichnung folgt, wird er eine auf wissenschaftlich fundierten oder zumindest selbst überprüften Fakten basierende Stellung zur aktuellen Sachlage beziehen. Ein minder engagierter Berater jedoch könnte sich auf das skriptural gleiche Wort »Raten« im Sinne von »Schätzen« berufen und eine weit weniger verlässliche Empfehlung aussprechen.

      Falls der Oberbösewicht bei den Auswahlkriterien nicht allzu nachlässig war, kann es daher nicht schaden, gelegentlich die Vorschläge jener Personen zu beherzigen. Und sollten die entsprechenden Ratschläge doch zu Fehlschlägen führen, kann man den Berater ja immer noch stilsicher mit einem dicken Buch erschlagen.

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      Ein Schwert und sein Held
    • Grund 18:

      Die, die uns nachkommen Teil I.

      Der Sohn.

      Wie wir alle wissen, überspringt dass Genie eine Generation. Oder warum sind unsre Väter und unsere Söhne so viel schlauer als wir selbst?


      Daher ist es wenig verwunderlich, dass auch der Sohn eines Bösewichts eine bittere Enttäuschung werden muss. Es liegt quasi in seinen Genen verankert und geben wir es zu, als Erzieher ist man als Oberbösewicht auch nicht gerade ein Held.

      Ein Held!? Er hat das böse H-Wort benutzt, hrhrhr …

      Zudem müssen Söhne einfach versuchen ihre Väter zu übertrumpfen. Das mag nicht weiter schlimm sein, wenn der Vater Buchhalter und der Sohn daher Buchmacher sein will. Oder der Vater ist Brandbekämpfer und der Sohn wird Brandstifter. Vielleicht ist der Vater auch Jäger und der Sohn will ein Jägermeister sein?

      Aber wie soll der arme Bub einen OBERbösewicht toppen? Soll er gar Ultra-Ober-Mega-Bösewicht werden? Machen wir uns nicht lächerlich und sehen wir den Tatsachen ins Auge: Der Sohn wird im besten Fall eine herbe Enttäuschung und im schlimmsten Fall ein Klotz am Bein, ein Stolperstein oder gar der Knüppel zwischen den Beinen, der sogar die großartigsten Pläne durch schon boshafte Dummheit oder naive Dummdödlerei zu Fall bringen.

      Oft kommt noch eine aus der Art schlagende soziale, romantische oder gar (schauderhafter Gedanke!) edle Gesinnung hinzu und man muss am Ende das eigene Fleisch und Blut bekämpfen.

      Für wen hat man eigentlich die ganze Welteroberungschose erst angeleiert? Natürlich will man, dass es die Kinder einmal besser haben als man selbst, dass sie nicht erst die Weltherrschaft mühsam ergreifen müssen, sondern bereits geordnete Verhältnisse vorfinden und in Ruhe nur noch dynastischen Geschäften nachgehen können.
      Nunja, undankbare Brut, kennt man ja.



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      Tom Stark
      zum Lesen geeignet

      delectare et prodesse

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    • Grund 19:

      Die, die uns nachkommen Teil II.

      Die Tochter.

      Natürlich ist sie wunderschön.
      Gut, jeder Vater denkt so über seine Tochter, falls nicht: Was stimmt nicht mit Dir, Junge?

      Aber die Töchter eines Oberbösewicht tendieren bekanntlich zu ganz enormer körperlicher Attraktivität, wenngleich die soziale Kompetenz oft etwas zu wünschen übrig lässt.
      Jahrelang wächst Pappas Liebling auf und macht ihn stolz. Ist die schönste, charmanteste, hinterhältigste, gemeinste Schlampe, die sich ein Vater nur wünschen kann, kurz, die perfekte Wahl für die Nachfolge auf den Thron der Throne.
      Aber sie hat einen Makel. Sie ist eine Frau!
      Ja, nun heulen sie auf, die Sexisten. Aber wann man hat schon einmal gehört, dass ein Bösewichtsohn wegen einer Heldin schwach geworden wäre? Naschön, meist liegt es daran, dass der Sohn wenig gutaussehend und als geistiger Maulwurf auch sonst wenig zu bieten hätte, was eine gestandene Heldin schwach werden lassen können würde … täte …
      Aber weichen wir nicht vom Thema ab. Die Tochter wird sich unweigerlich in den knackigen Helden verlieben. Egal wie fies sie davor war, welche Raubkatze, Männermordende Venus-Fliegenfalle oder maskuline Exemplare verspeisender Supervamp, ein Blick auf den Weltenretter-Beau und sie bekommt weiche Knie und feuchte … Augen. Natürlich feuchte Augen!
      Hinzu kommt dieses meist unbekannte (und daher auf ein völlig ohne Immunsystem treffende) Gefühl inniger Liebe und das Bedürfnis, sich sogar für den neusten Schwarm aufzuopfern, wenn es sein muss.

      Und welcher Vater bekommt es schon über sich, seine liebste Kleine ernsthaft zu bestrafen, egal wie schlimm sie sich gegen ihn stellt, egal ob sie seinen ultimativen Griff zur Macht für immer ruiniert?

      Wie, Du könntest das? WAS STIMMT NICHT MIT DIR, JUNGE?


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      Tom Stark
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