Big City Life

    • [Kurzgeschichte]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wieder ein großes Dankeschön an @Asni, @Falkefelix und @Rainbow, für das wirklich hilfreiche Feedback. :alien:

      Asni schrieb:

      Ansonsten fand ich gerade im Thekla-Part, dass du viele eher umgangssprachliche Begriffe verwendest (etwa. "fuchste mich", "eingedieselt" etc.), die sind einerseits ziemlich cool, weil sie dem Text eine ungewöhnliche, lockere Note verleihen, aber andererseits bin ich mir nicht so sicher, ob sie so gut zum restlichen Stil passen, der eher nüchterner, sachlicher wirkt.
      Ich verstehe, was du meinst. Aber genau in dieser Szene wollte ich sie etwas flippiger darstellen. Dass der erste Teil Theklas, der auch zugleich der erste Teil der Geschichte ist, so nüchtern wirkt, hat sich aus der Situation heraus ergeben. Sei mit nicht böse, aber ich würde diese Begriffe gerne drin lassen, weil sie ein wenig die Selbstironie widerspiegeln sollen. Aber das wirst du beim nächsten Thekla-Teil schon sehen, was ich damit meine.

      Asni schrieb:

      Inhaltlich: Thekla will / muss zur Arbeit gehen und macht sich dazu fertig. Die anderen Mädels "gehen schon mal zum Kino". Für mich wirkt das eher so, als wollten sie gemeinsam einen schönen Abend verbringen, evtl. nach dem Kino noch Feiern gehen oder so. Hast du dich da nochmal umentschieden oder arbeitet Thekla im Kino?
      Nein, du hast richtig gelesen. Thekla macht sich für die Arbeit fertig. Sie gehen alle vier zur Arbeit. Und sie arbeitet auch beim Kino. Aber mehr will ich jetzt nicht dazu schreiben, weil ich sonst die Pointe verraten müsste. Sobald Theklas nächster Teil kommt, wirst du bestimmt das eine oder andere Mal schmunzeln.


      Claudia Morgan 32 Jahre


      Der kleine Umweg wurde länger als gedacht. Zumal mir viele der Straßennamen absolut gar nichts sagten. Für eine gewisse Zeit fühlte ich mich verirrt im Hinterhof- und Gassenbezirk. Bis mir letztendlich ein Fingerzeig Gottes, ironischerweise in Form einer großen Reklametafel jener Firma, dessen Name mir jedes Mal einen stechenden Schmerz im Hirn bereitete, den rechten Weg zeigte. Von dort an reichte wieder ein sporadischer Blick auf die Straße aus, um meinen Wagen wieder routiniert durch die Stadt zu führen. Trotzdem wusste ich, dass ich deutlich zu wenig Aufmerksamkeit dem Verkehr widmete. Ich bekam nur das mit, was für mich meines Erachtens wichtig erschien. Dies zeigte sich sofort, als mein Aktienberater mich unverhofft anrief.
      „Jonas, was liegt Ihnen auf dem Herzen?“
      „Frau Morgan, ich wollte mit Ihnen die wichtigsten Aktien durchgehen und vielleicht auf die eine oder andere Sache genauer eingehen.“
      Obwohl ich wusste, dass es wichtig war, verdrehte ich schon obligatorisch die Augen und spielte ungeduldig an der Soundanlage herum.
      „Der Dow Jones steht aktuell bei einundzwanzigtausendzweihundertfünfundsechzig Punkten. Tendenz fallend.“
      „Behalte ich! Weiter!“
      „Die AnRaMexx-Aktie zeigt seit einigen Tagen einen Trend nach oben...“
      „Niemals!“
      Am anderen Ende hörte ich ihn schon schnaufen. „Frau Morgan, lassen Sie doch mal Ihren Zwist mit denen beiseite.“
      „Weiter!“
      „Das ist aber eine sehr stabile Aktie. Ich kann Ihnen nur anraten, es sich nochmal zu überlegen.“
      „Weiter!“
      „Facebook, bei hundertsechsundfünfzig. Viele sagen, es wird bald steil nach oben gehen. Ich bin derselben Meinung.“
      „Dann kaufen Sie Anteile für zehntausend.“
      „Und unser Neueinsteiger Vortex.“
      „Dreißig?!“, brüllte ich erschrocken und ging sofort auf die Bremse. Da schwappte sogar minimal Kaffee aus meinem Becher. Völlig perplex schaute ich in den Rückspiegel. Ich konnte mich nicht erinnern, an dieser Stelle jemals ein Dreißiger-Schild gesehen zu haben...
      „Dreißigtausend für Vortex, schon erledigt.“
      „Was? Wie bitte?!“ Entsetzt war ich. Hatte er nun wirklich das getan, was ich spontan befürchtete? „Hast du jetzt für dreißig Riesen Anteile von Vortex gekauft? Sag, dass das nicht wahr ist!“
      Rechts am Straßenrand sah ich die rotweißen Abgrenzzäune einer kleinen Baustelle, die das augenscheinlich willkürliche Tempolimit erklärte.
      „Jawohl, das habe ich, Frau Morgan“, entgegnete er dreist. „Das haben Sie mir gerade eben so gesagt.“
      „Nichts habe ich, Sie Vollidiot!“, fauchte ich aufgebracht und sah vom Weiten schon den Kreisverkehr, dem ich aber nicht weiter beachtete.
      „Was war das gerade? Ich hoffe, ich habe mich verhört...“
      „Nein, Sie haben richtig gehört, Jonas! Nur weil ich diesem Typen versprochen habe, etwas in sein Unternehmen zu investieren, heißt das noch lange nicht, dass ich gleich am ersten Tag Aktienanteile davon kaufe!“
      „Frau Morgan, ich habe Ihnen schon einmal erklärt, dass das so nicht geht. Letztes Mal haben Sie sich auch schon bei meinem Kollegen beschwert, was für ein Trampel er sei. Sie müssen sich klarer...“
      „Nein, du Spinner hörst mir jetzt zu! Du machst das unverzüglich wieder rückgängig, hast du mich verstanden?!“
      „Es tut mir leid, aber das geht nicht“, erwiderte er kleinlaut. „Ich kann die Aktie frühestens in acht Stunden auflösen.“
      „Das ist mir scheißegal was du kannst! Wenn ich wegen dir Schulden habe, dann kannst du was erleben!“
      „Glauben Sie mir, so stark wird der Kurs in diesen acht Stunden nicht abfallen, dass Sie pleite...“
      „Mach es rückgängig und keine...“
      Sofort ging ich voll in die Eisen, wurde dabei aus dem Sitz gehoben und krachte mit dem Kinn aufs Lenkrad. Laut quietschten die Reifen, nur übertönt vom Kreischen des Kindes, welches mir unerwartet vors Auto rannte. Der Becher polterte aus der Ablage und verteilte über die komplette Armaturenfront den kochend heißen Kaffee. Sogar auf meine Hose spritzte er und verbrühte mir lokal den Oberschenkel.
      Angewidert blickte ich durch die Fahrerkabine und an mir herab, stellte sofort die Freisprechanlage aus und kramte aus dem Koffer Taschentücher hervor.
      Während ich mir das schwarze Gesöff abtupfte, riskierte ich einen flüchtigen Blick nach vorn zur Straße raus und starrte in die panischen Augen des dummen Balges, sich immer noch die Seele aus dem Leib schreiend.
      Ich war so hart ausgelöst, dass in mir buchstäblich ein Dämon ausbrach. Der Puls schnellte hoch, mein Hals pochte vom wallenden Blut und die Finger krallten sich wie Rasierklingen tief in den Hosenstoff.
      Tunnelblick...
      Verzweiflung...
      Zorn..!
      Das Fenster runtergelassen, streckte ich den Kopf raus und schrie dieses abgrundtief verhasste Wesen unter ständigem Penetrieren der Hupe lautstark an. Grässliche Schimpfwörter entglitten meiner gespaltenen Zunge, die selbst für einen Erwachsenen unerträglich gewesen wären. Und dann kam auch noch die räudige Mutter dazu...

      ***

      Sharon 40 Jahre und Mary Thomson 9 Jahre


      Ich fühlte mich schrecklich. Wie konnte ich Mary so etwas antun? Wie konnte ich sie nur vernachlässigen? Sollte ich sie nun für immer verloren haben? So sehr hoffte ich, einen deutlicheren Hinweis auf den möglichen Aufenthaltsort meiner Tochter zu erhalten. Mehr als nur vage Aussagen von zweifelhaften Augenzeugen. Am Boden zerstört irrte ich den Bürgersteig entlang, immer einen Blick auf die andere Straßenseite gerichtet. Wie verzweifelt musste ich auf die anderen Passanten gewirkt haben? Anscheinend nicht genug, so gering, wie deren Resonanz ausfiel.
      Doch wie durch ein Wunder fand ich sie endlich! Am Kreisverkehr. Sie drehte sich zu mir um, ihr verweintes Gesicht sprach für sich. Mein Herz machte Luftsprünge voller Freude. Überglücklich war ich, sie endlich gefunden zu haben.
      Sofort beschleunigte ich meine Schritte, fing schon bald an zu rennen.
      „Mary, komm wieder zurück! Ich habe es nicht so gemeint...“
      Aber wandte sich wieder von mir ab und rannte blindlings auf die Straße, ohne einen Blick nach den Autos zu wagen.
      Ich schnappte tief nach Luft, mein Herzschlag setzte aus. Mit weit nach vorn gerissenen Armen stolperte ich im Affenzahn den Gehweg hinab zu ihr und schrie mir die Seele aus dem Leib.
      Reifen quietschten, Mary kreischte und dann flog der Plüschbär mit Pirouetten übers Auto.
      In meinem Kopf spielten sich augenblicklich schreckliche Szenarien ab. Wie meine Kleine unter die Räder kam oder noch schlimmer durch den Aufprall in den Kreisverkehr geschleudert wurde.
      Mit jedem Meter, dem ich ihr näher kam, ereignete sich etwas Neues. Lautes Hupen, wildes Gebrüll, entsetzte Gesichter.
      Mit Tränen übergossen und schlaksigen Beinen erreichte ich nach diesem rekordverdächtigen Kurzsprint die mutmaßliche Kindsmörderin und fand meine Kleine augenscheinlich unversehrt dicht vor dem Kühlergrill hockend wieder. Verängstigt war sie, zitterte wie Espenlaub und schrie schriller als eine Trillerpfeife.
      Fast schon gehechtet stürzte ich mich neben sie und nahm sie in die Arme. Ich spürte, dass sie mich in dieser Not doch vermisst hatte. Mit Wangenkuss und sanftem Rückenstreicheln versuchte ich sie zu beruhigen, was aber in Anwesenheit der extremst aufgebrachten Fahrerin ein unmögliches Unterfangen darstellte.
      „Sind Sie die Mutter dieser Göre?“
      Wenn Blicke töten könnten, dann hätte ich in jenem Moment einen Mord begangen.
      Sie provozierte unbeirrt weiter, als wäre dies ihre Leidenschaft gewesen. „Legen Sie das Balg an die Leine! Die ist ja lebensmüde!“
      „Seien Sie gefälligst still!“, brüllte ich ebenso aggressiv zurück und hielt Mary dabei die Ohren zu. „Sie haben absolut gar keine Ahnung...“
      „HALTEN Sie die Klappe!“, machte sie mich augenblicklich mundtot. „Na danke auch!“ Ausladende Gesten. Angewidert, zorngeladen rieb sie mit Spucke und Handballen in hektischen Kreisbewegungen über die Ecke der Windschutzscheibe. „Jetzt habe ich auch noch eine Schramme von ihrem scheiß Bären!“
      „Immerhin nicht meine Tochter!“
      Sie keuchte verblüfft. „Jetzt bin ich also noch schuld, weil Sie zu unfähig sind, auf Ihr Kind aufzupassen? So eine Rabenmutter wie Sie hätte abtreiben sollen!“
      Das war zu viel. Affektiv riss ich mich hoch und stürmte mit ausgestreckter Hand auf sie zu. So schnell konnte sie gar nicht reagieren, da hatten sich meine Finger schon in ihrer Bluse vergraben. Mit einem kräftigen Ruck befreite sie sich aber sofort wieder, dabei riss ich ihr die Bluse halb auf und die abgesprungenen Knöpfe landeten klirrend zu unseren Füßen.
      Völlig verstört wanderte ihr Blick an sich herab und stoppte auf halber Strecke beim freigelegten BH. Ich war ebenso erstaunt darüber, was gerade passiert war, aber blieb geistesgegenwärtig genug, um Mary die Augen zuzuhalten. In solch eine peinliche Situation wollte ich die Frau trotz ihrer harschen Worte nun trotzdem nicht bringen.
      Andererseits war ich so voller Adrenalin, dass mein Vernunftdenken gemindert blieb und ich der hocherröteten Frau erneut Konter gab: „So etwas kann nur eine sagen, die selbst keine Kinder hat!“
      Verzweifelt hielt sie sich mit der linken Hand die Bluse zu, während sie mit der anderen die Tür öffnete.
      „Hauen Sie schnell ab, bevor ich mich gänzlich vergesse!“, entgegnete sie nun den Umständen angemessen aufgebracht und stieg wieder ein.
      Ich schnappte mir mein immer noch weinendes Kind und führte sie zurück zum sicheren Gehweg. Nur einen flüchtigen Blick schenkte ich der bloßgestellten Fahrerin in ihrem protzigen RollsRoyce, die ohne weitere Provokationen das Geschehen verließ.
      Einige Meter weiter fanden wir Marys Kuscheltier am Straßenrand wieder. Immerhin hatte er nicht allzu sehr leiden müssen. Nur etwas von Kehrdreck verschmutzt, der sich leicht abklopfen ließ.
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
      ___________________
      Helios III (Arbeitstitel)
    • Neu

      Hey,

      ich habe mal den nächsten Post gelesen: Ellie Hampton 18 Jahre

      als Ellie erzählt, sie hätte eine alte Dame beklaut, dachte ich zuerst, dass sie den Lolli vielleicht aus ihrer Handtasche hatte...das hätte ja durchaus sein können..., aber du hast den Lolli nicht erwähnt, sondern nur von Bonbons gesprochen. Vielleicht wäre es cool, den Leser noch ein bisschen im Ungewissen zu lassen, indem man von "Süßem" sprechen würde...dann würde man nämlich zu spekulieren anfangen, ob damit eventuell der Lolli gemeint sein könnte und ob Ellie das Mädchen vielleicht gar nicht wirklich getroffen hat und sie der Mutter später nur von der Begegnung berichtet, um das Geld von ihr zu bekommen...Mist, verstehst du irgendwie, was ich sagen will?

      Nachher kommt ja raus, dass sie den Lolli einsammelt, weil die Kleine ihn verliert...aber so könnte man den Leser zumindest noch ein bisschen im Ungewissen lassen...(das fänd ich irgendwie cool)

      Ansonsten fügt sich die Geschichte ja langsam zusammen...bin gespannt, wie es weitergeht :)
      LG,
      Rainbow
    • Neu

      Danke, @Falkefelix und @Rainbow, dass es euch weiterhin gefällt. :alien:

      Rainbow schrieb:

      als Ellie erzählt, sie hätte eine alte Dame beklaut, dachte ich zuerst, dass sie den Lolli vielleicht aus ihrer Handtasche hatte...das hätte ja durchaus sein können..., aber du hast den Lolli nicht erwähnt, sondern nur von Bonbons gesprochen. Vielleicht wäre es cool, den Leser noch ein bisschen im Ungewissen zu lassen, indem man von "Süßem" sprechen würde...dann würde man nämlich zu spekulieren anfangen, ob damit eventuell der Lolli gemeint sein könnte und ob Ellie das Mädchen vielleicht gar nicht wirklich getroffen hat und sie der Mutter später nur von der Begegnung berichtet, um das Geld von ihr zu bekommen...Mist, verstehst du irgendwie, was ich sagen will?



      Nachher kommt ja raus, dass sie den Lolli einsammelt, weil die Kleine ihn verliert...aber so könnte man den Leser zumindest noch ein bisschen im Ungewissen lassen...(das fänd ich irgendwie cool)
      Deine Anmerkung, oder der Vorschlag, mit dem Lolli und der Nascherei war mir wirklich anfangs eine Überlegung wert. Aber Sharon hat doch gesagt, dass dies der Lutscher von Mary ist, den sie von der alten Frau bekommen hat. Hätte jedoch Ellie Hampton den Lutscher schon vorher geklaut, hätte Barbara ihn doch gar nicht Mary geben können. Und Sharon hätte gar nicht davon erfahren, dass Barbara jemals einen Lutscher bei sich hatte, denn Barbara hat nicht erwähnt, was geklaut wurde. Somit würde Sharon bezüglich der Bonbons keine Verbindung zu ihrem Kind aufbauen können.

      Falkefelix schrieb:

      Armes Kind hoffe es gibt mal Sonnenschein in ihrem kleinen kurzen Leben.
      Dann wird dich der folgende Part bestimmt sehr freuen. :alien:



      Claudia Morgan 32 Jahre


      Durchgeschwitzt und wutgeladen kam ich viel zu spät auf der Arbeit an. Schon im Voliere beglotzten mich die Leute, als wäre ich ein Alien. Verständlich, wenn man beachtete, dass ich mein Jackett trug und mein komplettes Beinkleid vom klebrigen, stinkenden Kaffee ruiniert war.
      Und dann kam ich zu meiner Sekretärin, diese unterwürfige Mitläuferin.
      „Guten Tag, Frau Morgan!“
      „Sie können sich Ihr ‚Guten Tag‘ sonst wohin stecken!“
      „Was ist passiert?“
      „Was für eine dumme Frage! Was ist passiert?!“ Ich deutete auf mich und den heruntergekommenen äußerlichen Zustand, in dem ich mich befand. „Zuerst pöbelt mich so eine blöde Bettlerin an, dann meinte ein Mann, er müsste mit seiner Rostlaube DURCH die Straßenbahn fahren und zu guter letzt läuft mir so eine Göre vors Auto!“
      Entsetzt riss sie die Augen weit auf und ließ glatt ihren Kuli fallen. „Hoffentlich ist dem Kind nichts passiert...“
      Augenrollen meinerseits. „Wieder so typisch für Sie, dass Sie sich nur für Kinder interessieren!“
      Dazu schwieg sie, das hätte ich ihr auch geraten. Weil aber auch sonst nichts weiter von ihr kam, lag es an mir, die Situation zu retten. „Habe ich denn irgendwas in den fünfzehn Minuten verpasst? Stehen irgendwelche Termine für heute an? Was ist mit dieser Bewerberin?“
      Auf den Ordnerstapel neben sich zeigend, öffnete sie den Terminkalender und überreichte mir eine Kopie des heutigen Tages. Ich schnappte mir die Utensilien, klemmte sie unter meinen Arm und stakste in Richtung Büro.
      „Soll ich Ihnen einen Tee bringen?“, rief sie hinterher.
      Ich nickte bestätigend. „Und besorgen Sie mir schleunigst einen neuen, sauberen Anzug! Und eine Bluse!“

      ***

      Moira Nova 24 Jahre


      Dort stand es, das C.M.D-Gebäude. Endlich war ich angekommen. Wenn auch mit zwei Minuten Verspätung.
      Mit meinen letzten Reserven hechtete ich über den Firmenparkplatz und wäre beinahe noch auf den spiegelglatten Marmorplatten nahe des Brunnens ausgerutscht. Als mein Blick kurz nach rechts schwenkte, sah ich etwas gesondert wieder den schwarzen RollsRoyce stehen. Ich ahnte schlimmes.

      ***

      Sharon 40 Jahre und Mary Thomson 9 Jahre


      Als wir an der Bushaltestelle auf den 26er warteten, ich auf der Bank sitzend und sie auf meinem Schoß, entging mir nicht ihr sehnsüchtiger Blick hinüber zur Eisdiele auf der anderen Straßenseite.
      Ich schaute ungeduldig auf die Uhr. Noch sieben Minuten.
      Warum ich das tat, wusste ich auch nicht. Zumal ich nur Augenblicke später erneut auf die Uhr schaute und erstaunt feststellte, dass es immer noch sieben Minuten waren. Vermutlich wollte ich mich nur von dem Gedanken an Marys mögliche Sehnsüchte ablenken. Wenigstens blieb sie vorerst ruhig und sprang nicht mehr herum wie ein aufgeschreckter Grashüpfer auf der Flucht vor dem Rasenmäher.
      Plötzlich schreckten wir beide auf und schauten im Duo nach links. Ich glaube, es war wieder das Geräusch quietschender Reifen. Jedoch konnten wir die Quelle nicht ausfindig machen.
      Minuten vergingen und am Ende der Straße konnte ich unseren Bus erblicken.
      ...
      ...
      ...
      War ich wirklich so eine schlechte Mutter? Wieso bin ich mit meiner Tochter so streng gewesen? Hätte ich ihr den Lolli lieber doch gönnen sollen? Verdiente ich Mary überhaupt, wenn ich sie ohnehin nur wie ein lästiges Anhängsel behandelte?
      Ich schwor mir damals, Mary ein besseres Leben geben zu wollen. Aber was dabei herumkam, waren auch nur strenge Erziehung, Regeln und Vorschriften. Sollte dies wirklich der Kern ihrer Kindheit sein? Wieso war es für mich so schwer, auch mal meiner Tochter etwas zu gönnen, und ausschließlich meiner Tochter?
      Diese Gedanken machten mich traurig. Zweifel suchten mich heim.
      Heute hätte ich beinahe mein Kind verloren, weil ich nicht stark genug war. Nicht stark genug, meinen Unmut zu unterdrücken und ein Kind einfach mal ein Kind sein zu lassen.
      ...
      ...
      ...
      Ich kehrte in die Realität zurück. Wie ferngesteuert griff ich zu meiner Tasche und kramte das Portmonee hervor. Ich hatte ausreichend Geld dabei.
      Leicht strich ich meiner Süßen eine Strähne hinters Ohr, allein um Ihre Aufmerksamkeit zu erhalten und sagte: „Mary, weißt du, was wir jetzt machen werden?“
      Verdutzt schaute sie mich aus den Augenwinkeln an und wischte sich eine letzte Träne weg. Sie schüttelte den Kopf.
      „Wir werden jetzt ein leckeres Eis schlecken.“ Fröhlich lächelte ich sie dabei an. „Wie gefällt dir das?“
      Und sie fing auch wieder an zu lächeln, was sich schnell zu einem fröhlichen Grinsen entwickelte.
      Und ehe ich mich versah, sprang sie mir um den Hals und drückte mich so fest sie konnte. „Mama, du bist die beste Mama der ganzen Welt!“
      Das berührte mich zutiefst im Herzen. Ich war überwältigt, wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Um ehrlich zu sein fühlte ich mich etwas beschämt, meiner Tochter nicht schon viel eher eine solche Freude gemacht zu haben.
      Der Bus fuhr vor, ich winkte ab und er verschwand wieder. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Eisdiele. Diesmal aber passten wir zweimal auf, dass uns kein Auto in die Quere kam.
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
      ___________________
      Helios III (Arbeitstitel)
    • Neu

      Zarkaras Jade schrieb:

      Deine Anmerkung, oder der Vorschlag, mit dem Lolli und der Nascherei war mir wirklich anfangs eine Überlegung wert. Aber Sharon hat doch gesagt, dass dies der Lutscher von Mary ist, den sie von der alten Frau bekommen hat. Hätte jedoch Ellie Hampton den Lutscher schon vorher geklaut, hätte Barbara ihn doch gar nicht Mary geben können. Und Sharon hätte gar nicht davon erfahren, dass Barbara jemals einen Lutscher bei sich hatte, denn Barbara hat nicht erwähnt, was geklaut wurde. Somit würde Sharon bezüglich der Bonbons keine Verbindung zu ihrem Kind aufbauen können.
      Ja, es sei denn, man würde anmerken, dass die alte Dame gleich mehrere dieser Lutscher bei sich tragen würde... Es gibt ja Omas, die haben die ganze Tasche voll davon :D Wenn Ellie sie also nicht alle geklaut hätte, wäre vielleicht noch einer für die kleine Mary übriggeblieben. So zumindest könnte man es zurechtbiegen...oder irre ich mich jetzt komplett? Naja, war ja ohnehin nur so ein Gedanke von mir ^^ Ist auch nicht so wichtig.

      LG,
      Rainbow
    • Neu

      Den Nova Abschnitt würde ich raus nehmen zu wenig Text. Lass dir ruhig Zeit mit den einzeln Chara.

      Kommt die Crack Familie eigentlich noch wieder?

      Und erleben wir wie die Bettlerin eine Lebenswende bekommt?



      Schön nicht zu viel versprochen. irgentwie denk ich bei den zwei immer an Umbra und Amara. Ich sollte nach dem Katzensitten wieder schreiben.

      Mfg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Falkefelix ()

    • Neu

      Falkefelix schrieb:

      Den Nova Abschnitt würde ich raus nehmen zu wenig Text. Lass dir ruhig Zeit mit den einzeln Chara.
      Ich hatte die Geschichte bereits fertig geschrieben, bevor ich den Startpost geschrieben habe. Von daher kann und werde ich die Charaktere nicht nochmal überarbeiten, weil sie genau so sind und handeln, wie ich es für die Story brauche. Weiterführend habe ich die Geschichte nicht in der Endreihenfolge niedergeschrieben, sondern jeden Charakter nacheinander. Deshalb ist dieser Moira-Part so klein, weil er zeitlich nicht zum vorherigen Teil von Moira passt. Denn Claudia muss noch vor Moira beim C.M.D ankommen. Dennoch finde ich es gut, dass du es angemerkt hast. :alien: Ich würde bezüglich dieses Parts noch gerne auf die Meinung von @Asni warten. :alien:

      Falkefelix schrieb:

      Kommt die Crack Familie eigentlich noch wieder?

      Und erleben wir wie die Bettlerin eine Lebenswende bekommt?
      Du bist zu ungeduldig! :alien: Alles zu seiner Zeit.



      Thekla ~27 Jahre


      Mit Knietschen und Schmatzen kaute ich mein Bubble Yum und formte eine kleine Blase, bis sie zerplatzte. Unbeeindruckt vom Treiben um mich, schlenderte ich gemütlich über die feldgrauen Betonsteine und trug meine Lederhandtasche wie ein Pendel spazieren.
      Vor mir lief eine Mutter mit ihrem Kind. Das Mädchen sah wirklich toll aus in ihrem roten Kleidchen. Beide hatten ein Eis in der Hand und schleckten fast schon synchron daran. Überglücklich wirkten sie.
      Sie entlockten mir glatt ein Schmunzeln.
      Die Passanten, die uns entgegenkamen, reagierten sehr unterschiedlich auf mich. Vorzugsweise jüngere Männer fingen spontan an zu grinsen oder gingen noch einen Schritt weiter und pfiffen mir hinterher. Die Frauen dagegen, wie auch sonst zu erwarten, wirkten neidisch und angewidert. Und die Mutter vor mir schaute ihnen immer nach. Wie auch das kleine Mädchen ab und zu einen Blick nach hinten wagte.
      Ich lächelte sie jedes Mal fröhlich an.
      Je länger ich ihnen folgte, umso häufiger drehte das Kind sich nach mir um. Es schien fast so, als hätte die süße Kleine nicht genug von mir bekommen. Das lenkte sie so sehr ab, dass sie glatt das Eisschlecken vergaß.

      Irgendwann blieben sie dann vor einem Plakataufsteller stehen und betrachteten diesen.
      Ich tippelte an ihnen vorbei, das kleine Mädchen blickte erneut zu mir und verleitete mich zum spontanen Stehenbleiben.
      „Willst 'nen Gummi?“, fragte ich augenzwinkernd und zog mit den Fingern einen langen Faden, den ich im Weitergehen aufwickelte.
      Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass meine Wortwahl nicht die optimalste war.
      Weshalb die offensive Reaktion der Mutter durchaus angebracht war. „Was fällt Ihnen ein, meine Tochter anzusprechen?!“
      Und ehe ich mich versah, drückte sie mich gegen die nackte Hauswand. Ihr Blick hätte töten können.
      „Hey, bleiben Sie ruhig, ja?“, entgegnete ich mit halb nach oben gestreckten Armen.
      „Ich soll ruhig bleiben?!“, fauchte sie zurück und erstach mich regelrecht mit ihrem Zeigefinger. Ihre Augen sprühten nur so vor Zorn. Und dazu noch ihr angewidertes Gesicht, als sie an mir herabsah. „Schauen Sie sich mal an!“
      „Und?“, gab ich schnippisch zurück und spitzte trotzig die Lippen. Dann zeigte ich zum Mädchen rüber. „Ich wollte der Kleinen doch nur einen Kaugummi anbieten...“
      Sofort riss sie mir die Hand herunter und fuchtelte drohend mit dem Finger vor meiner Nasenspitz herum. „Das haben Sie so aber nicht gesagt, Fräulein!“
      „Mein Gott!“ Augenrollen. Schulterzucken. „Kaugummi.Gummi. Wo ist da der Unterschied?“
      Ihr Blick musterte mich erneut, diesmal noch viel strenger. „Für Sie offensichtlich keiner...“
      „Wissen Sie was?“, traute ich mich zu mutmaßen und drückte die prüde Tussi etwas auf Abstand. „Offenbar brauchen SIE ein Gummi dringender als ihre Tochter.“
      Dann nahm ich ein Kondom aus der Handtasche, riss die Verpackung ab und stopfte ihr das Preservativ schnurstracks in den Ausschnitt.
      Sie schrie auf, schrill und klirrend. Es verblüffte sie so sehr, dass sie einen großen Satz zurück machte und sich wild den Ausschnitt durchschüttelte. Als hätte sich ein Käfer in ihrem Kleid verirrt oder einen Regentanz aufgeführt.
      Ich nutzte die Gelegenheit, holte nun einen echten Kaugummi hervor und warf es dem Mädchen direkt vor die Füße. Anschließend nahm ich die Beine in die Hand und nahm reißaus.

      Hinterm Kino angekommen, sah ich bereits die anderen unter dem schmalen Vordach der leerstehenden Lagerräume stehen. An jedem Stützpfeiler eine. Dass der Parkplatz angrenzte, störte die meisten von uns nicht. Vielmehr begünstigte diese Lage unser Einkommen.
      Vermutlich ist es selbsterklärend, dass ich mich zu der Minderheit zählte, die ungern hier anschaffen ging.
      Aber wo sollten wir als freie Prostituierte sonst hin? Frei, weil wir keinen Zuhälter hatten. Niemand wollte uns begegnen und schon gar nicht etwas mit und zu tun haben. Und die anderen Plätze, wo unsereins verkehrte, waren meistens schon für die gebundenen Huren reserviert.

      Eine gute halbe Stunde später traf dann endlich potenzielle Kundschaft ein.
      Ein silberner Bentley mit Chromfelgen. Der Fahrer trug einen schwarzen Anzug, hatte Vollglatze und war so um die vierzig.
      Wie vermutet kam er in unsere Richtung, nachdem er kurz die Umgebung abgecheckt hatte.
      Hatten wir da etwa einen großen Fisch an der Angel? Jemand mit viel Geld und keinen Ideen, wofür er es verscherbeln sollte?
      Meine Kolleginnen posierten für ihn, rekelten sich lasziv an den Stützpfeilern, aber der Kerl schien sie gar nicht beachtet zu haben, sondern ging schnurstracks auf mich zu. Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Bisher hatte sich noch niemand auf Anhieb für mich interessiert.
      Viel zu unsicher war ich, versuchte aber, lässig und unbeeindruckt zu wirken. Leicht lehnte ich mich an die Wand, die Hände dabei vor der Brust verschränkt. Und mit den Zähnen knirschte ich munter auf dem Kaugummi herum.
      Er stand vor mir und richtete seine Krawatte. Am Handgelenk blitzte eine goldglänzende Armbanduhr. Ich musterte ihn weiter, von Kopf bis Fuß. Erst nach einigen Sekunden erkannte ich den Ansatz eines Tattoos am Unterarm, sowie ein weiteres am Hals. Die blank geputzten Schuhe fielen mir auch noch auf.
      Doch immer noch konnte ich mir keinen wirklichen Reim aus ihn machen.
      Er nickte mir angedeutet zu. „Was hast du zu bieten?“
      Ich lächelte ihm keck zu und blies eine kleine Kaugummiblase, bis sie zerplatzte. „Kommt drauf an, was dein Portmonee sagt.“
      Von sich überzeugt schaute er in jenes und zückte einen Schein. „Zwanzig?“
      „Alter, willst du mich verarschen?“ Ich zeigte zum Bentley rüber. „Deine Karre allein hat mehr gekostet, als ich im ganzen Leben hiermit verdienen kann.“
      „Fünfzig“, war sein neues Angebot.
      Ich schüttelte den Kopf. „Komm schon, lass mal 'nen Franklin rüberwachsen.“
      Er zögerte kurz, aber willigte dann doch ein.
      Ich nahm den Hunderter entgegen und führte den Mann zum Hinterhof. Dort angekommen, stellten wir uns an die Wand und ich fragte ihn, was genau seine Vorstellungen waren.
      Und ehe ich mich versah, griff er hinter sich in den Hosenbund und zog eine Pistole hervor.
      Ich schreckte zurück und verschluckte glatt meinen Kaugummi. Er hielt mir den Lauf entgegen und sofort schnellten meine Hände hoch.
      „Hey, Mann, mach keinen Scheiß!“
      Er winkte mich zu sich.
      Ich kam dem nach, machte aber ganz kleine Schritte. „Komm schon, Mann, steck das Ding weg...“
      „Halt's Maul!“, brüllte er und öffnete hektisch mit seiner freien Hand den Hosengürtel.
      Wirre Vorstellungen schwirrten mir durch den Kopf, wie der Typ dort stand und sich plötzlich ein Schuss löste. Dieser Gedanke machte mich schwach auf den Beinen. Und ich spürte, wie sich ein fester Kloß in meinem Hals bildete, der mir die Luft abschnürte. Schlacksig war mein Gang, die Arme abwehrend vorm Brustkorb verschrenkt.
      Ich stand direkt vor ihm und starrte nur noch auf die Knarre. Mein Kopf schmerzte vor lauter Eindrücken und Gedanken. Ein kalter Schauer legte sich um meine Brust und stach mir mitten ins Herz.
      „Knie dich hin!“, knirrschte er und furchtelte hektisch mit der Knarre vor meinem Gesicht herum.
      Ich gehorchte, hatte ich offensichtlich keine andere Wahl. Aufgeregt führte ich langsam die Hände am mein Gesicht und wischte mir mit den Fingerkuppen den Angstschweiß hinweg.
      „Nimm ihn in den Mund!“ Und bevor ich darauf reagieren konnte, drückte er mir auch schon den Lauf gegen die Stirn.
      Die Panik ließ mich augenblicklich erstarren. Kurzzeitig setzte meine Atmung aus und mein Herz schmetterte hart gegen den Brustkorb. Kein einziges Geräusch entwich meinen Lippen.
      Der kalte Lauf an meiner Stirn. Der Mann presste ihn noch fester dagegen. Seine andere Hand wanderte zu meinen Haaren und grub sich zärtlich in sie hinein.
      „Jetzt zeige mir, dass du hundert Dollar wert bist.“
      Ich bin mir nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.

      -Albert Einstein-
      ___________________
      Helios III (Arbeitstitel)
    • Neu

      ok wen ich das Tempo bestimme dan langsamer. Hab noch andere Geschichten zu lesen.

      Hmm scheinbar brauch jemmamd ein Gumgum?

      Feedback 2.0 Thekla 27

      Vorab ich lass es vor paar Tagen und geb nur Rückmeldung was noch hängen geblieben ist auf Wunsch von Jade.

      Bei diesen Abschnitt denk ich mir: warum folgt Thekla die Mutter und das Kind ? Kann auch falsch interpretiert sein aber in den ersten Sätzen dacht ich hmm ist sie eine gute oder schlechte. Was mir ebenfalls quer liegt ist das die Mutter schon wieder auf 180 ist. Hat sie von der Flucht doch nichts gelernt ? Wen es so ist tut es mir leid fürs Kind. Das die "Nute" so rum zickt passt förmlich zu dieser Stadt in der wohl jeder ein schlechten Tag hat. die Drohung die der Fremde Kunde hat kommt auch sehr gut zur Geltung ob der Spruch "nimm ihn in den Mund" passt lass ich mal offen. Den mir fällt kein anderer Spruch ein. Vielleicht "Lutsch luder oder ich Knall dir dein schlampen Gesicht weg. Aber der letzte Satz kommt wieder echt gut. Wen man nun im nächsten part sie weinen sieht hast du echt eine erst stolze Person zu ein kleinen niemand gemacht und das mit ein übeln Eingriff.

      Ps vielleicht kommt die Drogen Familie wieder und hilft dem Freuden Mädchen?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Falkefelix ()

    • Neu

      Hey @Zarkaras Jade,

      habe den nächsten Post gelesen: Stanville 21.6.2017 Claudia Morgan 32 Jahre

      Spoiler anzeigen

      Was für eine blöde Spinatwachtel. Claudia erinnert mich irgendwie in bisschen an diese ätzende Sharon...nur mit dem Unterschied, dass Claudia mehr Geld hat. Interessant finde ich, dass sie sich selber den höheren Kreisen zuordnet, gleichzeitig aber ein Sprachniveau hat, wie so ne Ghettogöre. Du stellst sie so dermaßen überspitzt dar, dass es schon fast an eine Karikatur erinnert...aber ich schätze mal, das ist ein stückweit von dir gewollt.
      In jedem Fall finde ich es cool, wie jeder auf kurz oder lang seinen eigenen Part in deiner Geschichte bekommt. Würde mich nicht wundern, wenn der Fotograf und die Floristin auch noch ihren Auftritt bekämen...
      Bin gespannt, wohin uns das führen wird ^^



      LG,
      Rainbow
    • Neu

      So, wie versprochen habe ich jetzt mal aufgeholt.
      Spoiler anzeigen

      Zarkaras Jade schrieb:

      „Frau Morgan, ich wollte mit Ihnen die wichtigsten Aktien durchgehen und vielleicht auf die eine oder andere Sache genauer eingehen.“
      Hier würde ich die Wiederholung vermeiden. Was man da genau sagt, weiß ich allerdings nicht.

      Zarkaras Jade schrieb:

      „Der Dow Jones steht aktuell bei einundzwanzigtausendzweihundertfünfundsechzig Punkten. Tendenz fallend.“
      „Behalte ich! Weiter!“
      Ist der Dow Jones nicht so etwas wie der DAX, also eine zusammenfassende Übersicht über ganz viele verschiedene Aktien? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber ich bilde mir ein, dass man da keine Anteile am ganzen Dow Jones kaufen kann.

      Zarkaras Jade schrieb:

      Sogar auf meine Hose spritzte er und verbrühte mir lokal den Oberschenkel.
      Hier finde ich, dass wieder der Sprachstil zu sehr hin und her hüpft. "lokal" in dem Zusammenhang ist mMn sehr förmlich, während...

      Zarkaras Jade schrieb:

      Während ich mir das schwarze Gesöff abtupfte, riskierte ich einen flüchtigen Blick nach vorn zur Straße raus und starrte in die panischen Augen des dummen Balges, sich immer noch die Seele aus dem Leib schreiend.
      Ich war so hart ausgelöst, dass in mir buchstäblich ein Dämon ausbrach. Der Puls schnellte hoch, mein Hals pochte vom wallenden Blut und die Finger krallten sich wie Rasierklingen tief in den Hosenstoff.
      ..."Gesöff" völlige Umgangssprache ist. Das passt irgendwie nicht so zusammen.
      Die Formulierung "Seele aus dem Leib schreiend" hast du auch doppelt, einmal hier bei der Tochter und die mutter schreit später auch nochmal so. Da könntest du ggf. auch nochmal eine andere Formulierung suchen.
      Inhaltlich muss ich sagen, dass ich langsam keinen Bock mehr auf Claudia Morgan habe. Ihre Art finde ich so nervig, dass auch das Lesen keinen so großen Spaß mehr macht. Sorry. :(

      Zarkaras Jade schrieb:

      War ich wirklich so eine schlechte Mutter? Wieso bin ich mit meiner Tochter so streng gewesen? Hätte ich ihr den Lolli lieber doch gönnen sollen? Verdiente ich Mary überhaupt, wenn ich sie ohnehin nur wie ein lästiges Anhängsel behandelte?
      Ich schwor mir damals, Mary ein besseres Leben geben zu wollen. Aber was dabei herumkam, waren auch nur strenge Erziehung, Regeln und Vorschriften. Sollte dies wirklich der Kern ihrer Kindheit sein? Wieso war es für mich so schwer, auch mal meiner Tochter etwas zu gönnen, und ausschließlich meiner Tochter?
      Den blau markierten Teil verstehe ich nicht so ganz. Die Folgerung aus ihrer Reflexion darüber, dass sie ihrer Tochter ein besseres Leben geben will, ist eine strenge Erziehung... das wiederum ist aber auch vor der Reflexion so. Vor allem das "was dabei herumkam" drückt mMn aus, dass hier schon nicht erzählte Ereignisse zusammengefasst werden, so in der Art einer Rückschau, in der Sharon zehn Jahre aus Marys Leben beschreibend zusammenfasst.
      Keine Ahnung, wie das andere sehen. Ich war mir mit dem Absatz irgendwie nicht so klar, was er eigentlich aussagen soll.

      Zarkaras Jade schrieb:

      „Willst 'nen Gummi?“, fragte ich augenzwinkernd und zog mit den Fingern einen langen Faden, den ich im Weitergehen aufwickelte.
      Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass meine Wortwahl nicht die optimalste war.
      Weshalb die offensive Reaktion der Mutter durchaus angebracht war.
      "optimal"! Wenn etwas schon optimal ist, kann es nicht noch gesteigert werden. Auch vom Stil her fände ich "dass meine Wortwahl nicht die Beste war" passender :hmm:
      Der letzte "Satz" ist nur ein Nebensatz, der sollte nicht alleine stehen. Du könntest aber folgendes schreiben: "Deshalb war die aggressive (?) Reaktion der Mutter durchaus angebracht." "offensiv" scheint mir hier irgendwie unpassend zu sein, auch wenn ich nicht genau sagen kann, wieso. :hmm:

      Zarkaras Jade schrieb:

      Niemand wollte uns begegnen und schon gar nicht etwas mit und zu tun haben.
      uns

      Zarkaras Jade schrieb:

      „Halt's Maul!“, brüllte er und öffnete hektisch mit seiner freien Hand den Hosengürtel.
      In meiner Vorstellung würde er eher etwas leiser sein, als vielleicht zischen, knurren, wispern. Durch das Brüllen zieht er ja nur Aufmerksamkeit auf sich. Und auch wenn er Thekla dafür (möglicherweise noch) bezahlt, ist es eine Straftat, jemanden mit einer Pistole zu bedrohen. Das wiederum lässt mich fragen: Wieso macht der Typ das? Das ist doch eigentlich völlig unlogisch. Zugegeben, wenn er ein machtgeiles Arschloch ist, der sich eben nur solchen Situationen aufgeilen kann, wird's storytechnisch nachvollziehbar.

      Zarkaras Jade schrieb:

      Wirre Vorstellungen schwirrten mir durch den Kopf, wie der Typ dort stand und sich plötzlich ein Schuss löste. Dieser Gedanke machte mich schwach auf den Beinen. Und ich spürte, wie sich ein fester Kloß in meinem Hals bildete, der mir die Luft abschnürte. Schlacksig war mein Gang, die Arme abwehrend vorm Brustkorb verschrenkt.
      Den Absatz habe ich wieder nicht so ganz richtig verstanden. Anscheinend löst sich nicht wirklich ein Schuss, sondern sie stellt sich das nur vor. Wo sie noch hingehen, verstehe ich leider nicht, das fehlt irgendwie :hmm: Die Inversion mit "Schlacksig" am Anfang des Satzes finde ich meistens auch eher ungewöhnlich und fast unpassend. Aber da ist vielleicht mein Geschmack einfach ein anderer.

      Zarkaras Jade schrieb:

      Seine andere Hand wanderte zu meinen Haaren und grub sich zärtlich in sie hinein.
      „Jetzt zeige mir, dass du hundert Dollar wert bist.“
      "zärtlich"? Wirklich? Das passt nicht so richtig dazu, dass er sie a) bezahlt und b) dann aber mit einer Pistole bedroht. Wenn er darauf steht zu spüren, dass er Macht und Kontrolle über sie hat, dann ist zärtlich eigentlich zu rücksichtsvoll.
      Der letzte Satz ist richtig, richtig gut! Wäre das Kapitel eine für sich allein stehende Kurzgeschichte, das wäre der Satz, der sie wunderbar offen zu einem Abschluss bringt. :thumpup:

      Insgesamt nochmal: Ich tue mich irgendwie schwer, die verschiedenen Charaktere auseinanderzuhalten. Ich denke, dass das zu einem guten Teil an der Ich-Perspektive aller Charaktere liegt. Mir fällt z.B. auf, dass ich mir abgesehen von Thekla keine Namen gemerkt habe. Gut, im Moment ist Claudia Morgan noch in meinem Kopf, aber wie die Mutter mit ihrer Tochter (das ist Mary) heißt, müsste ich jetzt schon wieder nachlesen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, wie du das anstellen könntest.
      Vielleicht liegt es auch daran, dass ich keine bildliche Vorstellung von den Charakteren aufbaue (wahrscheinlich wegen der Ich-Perspektive). :hmm:

      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Neu

      Hey,

      zu Post 10 Stanville: 21.6.2017 Moira Nova 24 Jahre


      Spoiler anzeigen


      Zarkaras Jade schrieb:

      „Geh‘ ins Fitnessstudio und stemmte deine hundertfünfzig Kilo...“
      stemm` (?)... oder stemme


      Zarkaras Jade schrieb:

      „Korrekt“, gab ich verlegen wieder und packte mein Smartphone wieder weg.
      vielleicht kann man das zweite "wieder" streichen?

      Sehr interessante Verstrickungen, die du da beschreibst und ebenso interessante Charaktere.Dass die ältere Dame der jüngeren die 5 Dollar schenkt,... einerseits ist das ein netter Zug, andererseits fragt man sich, warum sie das tut. Ich denke mal, dass Moira nicht irgendwie heruntergekommen wirkt und den Anschein erweckt, als ob sie das Geld nötig hätte...dann also reine Freundlichkeit? Ich weiß nicht, wie ich das fände, wenn mir eine ältere Dame einfach so 5 Dollar in die Hand drücken würde mit den Worten: Gönnen Sie sich davon etwas! Ich glaube, ich fände das schon ziemlich strange.
      Aber nichtsdestotrotz finde ich es genial, wie du diese ganzen schicksalhaften Verknüpfungen darstellst...dass Mira nun bereits auf die eiskalte Frau Morgan trifft, ohne es zu ahnen...bin mal gespannt, ob sie es beide schaffen, den Termin pünktlich einzuhalten...



      LG,
      Rainbow