HEAVEN - (Band 1)

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    • Rainbow schrieb:

      insofern ist es umso wichtiger, dass man mir sagt, ob Emilias Verhalten total bescheuert rüberkommt oder ob sich vielleicht nach und nach beim Leser zumindest eine kleine Vorahnung einstellt...
      ich wollte dazu auch nochmal was sagen.

      Was ich im meinem letzten Kommentar geschrieben habe, war mein persönliches Empfinden und mein Geschmack :)
      Da wir Emilia, ihre Gedanken und Gefühle kennen, war das schon gut geschildert und hat Sinn ergeben.

      Das sie eine nicht allzu schöne Vergangenheit hat, kann man zwischen den Zeilen lesen. Ganz klar ist es noch nicht, aber so soll es ja auch nicht sein. Daher finde ich es eigentlich gut so ^^

      LG :)
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
    • @LadyK, @Kirisha, @Thorsten, @TacTrix, @Ralath: Danke für euer Feedback zu diesem Emilia-Teil :) Ich war zwischenzeitlich ehrlich nicht mehr so sicher, ob ich es vielleicht etwas übertrieben habe und der Kitsch mal wieder aus den Zeilen getrieft ist...

      Zum Beispiel hier:

      Rainbow schrieb:

      Während sie so dasaß, den Blick aus dem Fenster in die noch tiefschwarze Nacht gerichtet, musste sie an die Zeit im Krankenhaus zurückdenken und ohne, dass sie etwas dagegen hätte unternehmen können, stahlen sich zwei leuchtend silbergraue Augen in ihren Geist, deren warmer Blick sie mit einer bisher unbekannten Sehnsucht fluteten.
      Elias!

      Rainbow schrieb:

      Hatte zuvor in ihrem Inneren tiefste Dunkelheit und abgrundtiefe Kälte geherrscht, sandte er eine freundliche Wärme aus, die sie anzog, wie das Licht eines hell erleuchteten Hauses, das sie einlud, einzutreten.
      Alles um sie herum nahm deutlichere Konturen an und die Farben erstrahlten plötzlich in intensiverem Glanz, als habe sie bislang ihre Umwelt nur in tristen Grautönen wahrgenommen. Es war, als sei sie nach Jahren endlich aus einem Traum erwacht, der sie die ganze Zeit über hinter einer dicken Glasscheibe gefangen gehalten und ihre Sinne betäubt hatte.

      Solche Stellen sind mein "Spezialgebiet" und manchmal fließen solche Textstellen aus mir heraus, ohne, dass ich etwas dagegen unternehmen kann ^^ Ehrlich gesagt, hatte ich damit gerechnet, dass es hierfür Kritik hageln würde. Wie gesagt, sah meine ursprüngliche Fassung etwas anders aus. Sie war abgeklärter und weniger depri. Eigentlich stand ich schon kurz davor, diese Szene noch einmal abzuändern :hmm:
      Da ihr aber offensichtlich damit leben könnt und Emilias Verhalten nachvollziehbar bleibt, würde ich es für`s Erste so belassen. Ich mache mir nur für mich selber eine Randnotiz und werde es mir eventuell später noch mal vornehmen...bevor ich jetzt wieder einer sinnlosen Löschorgie verfalle :)

      Hier noch ein paar Anmerkungen für euch:

      Ralath
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      Ralath schrieb:

      Widerspricht bzw. doppel-moppelt sich das nicht sogar irgendwie? Weil... wenn er sichtlich amüsiert ist, muss er dann noch in sich hineingrinsen?
      Ich kann das sichtlich auch einfach weglassen ^^ Ich hatte mir das aber ursprünglich so gedacht, dass er versucht, das Grinsen zu unterdrücken, es aber dennoch für jeden Außenstehenden sichtlich ist... :hmm: Muss ich noch mal drüber nachdenken....

      Ralath schrieb:

      Wenn das beides zur gleichen Zeit stattfindet, wäre das eine merkwürdige Bewegung. Versuch das mal nachzumachen

      Also ich kann das :D Kopfschütteln und sich dabei gleichzeitig durch die Haare fahren...man könnte es auch als "Haare raufen" bezeichnen. Also, nicht, dass ich das ständig tun würde...im Vergleich zu Dagon bin ich wahrscheinlich eher der ausgeglichene Typ :rofl: Aber ich schaue mir den Satz noch mal an...vielleicht lässt sich da was dran drehen.


      Ralath schrieb:

      Natürlich hat die Hölle mit einem ranghohen Engel als Intriganten eine wunderbare Informationsquelle, doch dass sie so detailliert von der Verschmelzung wussten und noch dazu, mit wem, das kam mir etwas zu... einfach und ein bisschen forciert vor? Das ging zu schnell. Solltest du später noch darauf zurückkommen und näher darauf eingehen, dann wäre die Stelle für mich kein Problem.
      Ich werde darauf später noch einmal zurückkommen - Keine Sorge ^^


      Ralath schrieb:

      Ansonsten habe ich mich über den Brückenschlag zu dem gefundenen Buch am Anfang gefreut. Ich hab schon drauf gewartet, dass du den Faden wieder anknüpfst. Dass gerade Sirius, aka das "Weichei" in der Runde darauf angesetzt ist, hat mir sehr gefallen.
      Ich weiß nicht, ob es so recht rübergekommen ist....Sirius hat mit Hilfe des Buches Dagon heraufbeschworen und ihn somit aus der ewigen Verdammnis befreit....leider ist das Buch dann wiederum von einem "Verräter" aus ihren eigenen Reihen entwendet worden, der sich damit nun auf der Flucht befindet. Das Buch wäre für Dagon der Schlüssel zum Sieg...zumindest wäre es hiermit für ihn ein Leichtes, die Herrschaft an sich zu reißen, weshalb er logischerweise alles daransetzen wird, es wieder in die Hände zu bekommen ^^

      Ralath schrieb:

      Als Gelegenheitsalkoholikerin scheint betrunken Autofahren kein naheliegender Unfallgrund zu sein
      Na ja,...in meiner Vorstellung hatte sie lediglich ein Glas Rotwein getrunken. Ohne Frage sollte man sich auch dann nicht mehr ins Auto setzen, aber sturzbetrunken war sie nun auch nicht :D


      Ralath schrieb:

      Ich finde, du hast die Selbstreflexion sehr gut getroffen, ihre innere Zerrissenheit war stimmig und gut nachvollziehbar. Gleichzeitig frage ich mich nun, wie ihr Wunderknabe ihr wohl das nächste Mal über den Weg läuft, oder ob die Hölle jetzt anfängt, um sie zu buhlen... ich meine Dagon scheint ja auch recht charmant sein zu könne

      Tja, die Entschheidung zwischen Gut und Böse fällt nicht immer leicht. Vor allem, wenn der Himmel nicht wahnsinnig viel zu bieten hat ... außer einem heißen Engel, versteht sich, an den sie gebunden ist.... Lass dir das Popcorn schmecken :D



      Kirisha
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      Kirisha schrieb:

      Mir ist allerdings aufgefallen, dass du die ganze Schlusspassage im Plusquamperfekt geschrieben hast. Findest du das nötig? Ich setze eigentlich nur solche Handlungen in den Plusquamperfekt, die mir zu langweilig zum Erzählen sind oder die ich schnell überspringen will.
      Ich finde, es klingt immer irgendwie, als hätte ich als Leser etwas nicht mitgekriegt und du sagst mir dann: ach übrigens, das ist auch noch passiert.
      Auf der anderen Seite hast du es ja geschafft, alles trotz dem ekligen Plusquamperfekt noch witzig und spannend zu erzählen. Aber vielleicht könntest du doch das eine oder andere nicht in der Vorvergangenheit erzählen, sondern es zeitlich weiter nach vorne holen, damit man sich als Leser mehr "mittendrin" fühlt? So als ob es gerade jetzt passiert?

      Ich habe es gehasst, das zu schreiben, das kannst du mir glauben. Dieses ganze "hatte" und "war"....das widerspricht in jeder Hinsicht meinem Drang, mich nicht ständig wiederholen zu wollen. Leider ist mir keine andere Lösung für das Problem eingefallen. Wenn ich in der Vergangenheit schreibe und ein zuückliegendes Ereignis schildern will, muss ich doch auf das Plusquamperfekt zurückgreifen, oder nicht?
      Für Vorschläge bin ich hier dankbar. Den Text einfach nur in die Vergangenheit zu setzen, käme mir seltsam vor :hmm:

      Aber es beruhigt mich ein Stück weit, dass der Rückblick dennoch lesbar war ^^



      TacTrix
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      TacTrix schrieb:

      Allerdings wundert mich, woher all diese anderen Varianten kommen, da sie ja nie in einer dieser Gefahren war. Wie baut sie die dann in ihre Träume ein? Denkt sie tagsüber zu viel darüber nach, was hätte passieren können?
      Ich gebe zu, ich bin jetzt kein ausgewiesener Traumexperte...vielleicht sollte man mal einen Psychologen dazu befragen :hmm: ...Na ja, aber ich träume auch oft wirres Zeug und steigere mich gerne in alles mögliche rein. Für mich ist ganz klar, dass sich in den Träumen Ängste manifestieren...das müssen nicht zwangsläufig Dinge sein, die man selber erlebt hat. Vielleicht hat man sowas schon mal in einem gruseligen Film gesehen oder ein Buch gelesen, was weiß ich. In der Traumlandschaft setzten sich diese Erfahrungen dann wie ein Puzzle zusammen und ergeben etwas Neuartiges und zum Teil bestimmt nicht logisch Erklärbares...für mich war in dem Moment klar, dass sie den Kontrollverlust als das Schlimmste empfunden hat. Sie hatte keine Chance zu entkommen...das kann sich in der Bewegungsunfähigkeit äußern und die Schmerzen spiegeln diese Wilden Tiere wider, die sie dann auch noch anfressen.....Uahhhhh...außerdem fand ich die Vorstellung einfach derart schrecklich, dass ich es so schreiben musste :D

      TacTrix schrieb:

      Ich weiß nicht, ob die Formulierung richtig ist, sie liest sich aber keinesfall schön
      Jemanden zum Teufel scheren kennst du nicht? Ist eigentlich ein gängiges Sprichwort....ich fand das an der Stelle irgendwie lustig. :hmm:


      TacTrix schrieb:

      Auch hier muss ich leider, wie vermutlich schon meine Vorgänger, intervenieren und fragen, wie Elias das mit seiner "Arbeit" Krankenhaus anstellt. Gehen wir mal davon aus, dass er dem normalen Personal weißmachen kann, er würde dazugehören. Umsorgt er da auch andere Patienten oder nur sie? Ärzte deligieren mit Vorliebe medizinische Maßnahmen an das Pflegepersonal, wie sieht es da aus, da er keinerlei Vorkenntnis besitzt? Muss er täglich die Erinnerungen daran löschen, dass er da war? Wenn ja, wie erklärt sich dann das Personal Emilias Versorgung? Muss ja alles dokumentiert werden.
      Okay, ich sehe schon, Rainbow hat das bestimmt wieder nicht bis ins kleinste Detail durchgeplant ...aber ich versuche es jetzt trotzdem einfach mal mit einem Erklärungsansatz. :D Nehmen wir einmal an, Elias würde über die Fähigkeit verfügen, die Menschen vergessen zu lassen, das sie ihn gesehen haben...vielleicht nehmen sie ihn ja auch gar nicht bewusst war...und vielleicht nimmt er weniger die medizinische Versorgung von Emilia an (davon hat er ja nun auch nicht wirklich viel Ahnung), sondern kümmert sich in anderer Weise um sie.....gut, dann würde man sich wieder die Frage stellen, warum ihr das nicht auffällt. Denn er wird ja sicher nicht ausschließlich dafür bezahlt, mit ihr spazieren zu gehen oder zu kontrollieren, ob sie auch ihr Essen aufistt.... :hmm: In meiner Vorstellung hängt er aber auch nicht rund um die Uhr bei ihr rum...zumindest nicht in seiner körperlichen Gestalt .... vielleicht kapiert sie das gar nicht so richtig und hinterfragt es deshalb auch nicht. (klingt das jetzt zu einfach? :hmm: )


      TacTrix schrieb:

      Beeinflusst diese "Verschmelzung" beide Charaktere oder nur den Engel? Findet diese Situation immer zwischen Männlein und Weiblein statt? Wenn ja und das länger bekannt ist, warum wurden noch nie Maßnahmen dagegen ergriffen, da dies ja eindeutig nicht dem eigentlich Plan der Überführung entspricht. Wenn nichts dagegen getan werden kann, warum wird der Engel dann nicht von dem Fall abgezogen und ihm der Kontakt untersagt? Immerhin sind hier, wenn auch eher ungewollt, Gefühle im Spiel, die die nötige Objektivität im Umgang Mensch-Engel gefährden.
      Ich schätze, dass es beide Betroffenen in gleicher Weise trifft. Wie wir von Jesaja erfahren haben, ereignet sich dieses Phänomen, das ja eigentlich einem Unfall gleicht, nur sehr selten. Eigentlich hätte Elias das natürlich direkt melden müssen (jeder andere Engel hätte das wahrscheinlich auch getan), nur er ist, glaube ich, so sehr in dem gefangen, was da gerade mit ihn geschieht, dass er das erst mal mit sich selber ausmachen will....(diese Widersprüchlichkeit zwischen: ich hasse es, die Kontrolle zu verlieren und ich kann aber nicht anders, weil mich dieses menschliche Wesen derart anzieht, macht ihn natürlich insgeheim wahnsinnig, doch das wird erst in dem nächsten Kapitel deutlich werden, welches aus seiner Sicht geschrieben ist)

      Ein anderer Punkt ist der, dass die Fürsten schon längst von der Verschmelzung wissen, und es ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Prophezeiung ist, dass dies passieren sollte....Scheiße, jetzt spoiler ich gerade schon wieder...ahhhhh.....das ist aber logischerweise der Grund, warum sie nicht eingreifen, sondern die Geschichte ihren lauf nehmen lassen.

      TacTrix schrieb:

      Hier hätte mich eine wohlmeinende Ermunterung von Susans Seite wesentlich zufriedener gestimmt. Man könnte ja davon ausgehen, dass er vllt auch einfach nur etwas schüchtern ist Minuspunkt für Susan.

      Ich glaube, Thorsten hat das ganz schön geschildert....Susan ist außerdem manchmal etwas unsensibel , quirlig, impulsiv,....Ganz nebenbei haben Freundinnen die Angewohnheit in solchen Situationen mit dir alle Möglichkeiten durchzukauen um das männliche Verhalten zu erklären....wir können darüber stundelang philosophieren :D ... und es kommt sicher nicht immer nur Gutes dabei raus.


      TacTrix schrieb:

      Für jemanden, der zum ersten Mal wirklich mich Menschen zu tun hat und dann auch noch im ersten Einsatz... Ich vermisse hier Berührungsängste. Selbstzweifel auch von Elias' Seite, eine Art Vorsicht, die er im Erkunden seines neuen Berufsbildes noch walten lässt.
      Vielleicht klärt sich das ein bisschen, wenn du das nächste Kapitel aus seiner Sicht liest ^^


      TacTrix schrieb:

      Das bewirkt dann gleichzeitig die Frage, wie Elias sein Fehlen im Dienst rechtfertigt, wenn er die ganze Zeit bei ihr rumhängt

      Auch das wird denke, ich im nächsten Teil deutlich ... hoffe ich.



      Thorsten
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      Thorsten schrieb:

      Susan... kennt Emilia wahrscheinlich auch schon und mag sie da eher vor einer ueber-romantischen Vorstellung beschuetzen. Susan kennt ja (anders als wir) weder den Klappentext des Buches, noch weiss sie von der Verschmelzung der Seelen zwischen Engel und Mensch - nach allem was sie wissen kann hat Emilia sich in das halbwegs normale Verhalten eines Pflegers (er kuemmert sich halt) was reingesponnen, und wenn sie jetzt versucht Emilia den Kopf zurecht zu ruecken, dann glaubt sie im besten Interesse von Emilia zu handeln.
      Danke....so in etwas habe ich mir das auch erklärt ^^


      Thorsten schrieb:

      ich bin jetzt kein absoluter Experte, aber ich finde die Variationen ein bisschen ungewoehnlich. Ich wuerde erwarten dass das Ereignis dass sich eingebrannt hat der Kontrollverlust, dann Aufprall war, und dass die Traume dann so ablaufen dass ein 'normaler' Traum eben irgendwann auf einen Kontrollverlust zusteuert der mit einem Aufprall und Aufwachen endet. Also dass sie z.B. in einem Haus ist, aber auf der Treppe zu rutschen beginnt, die sich in eine Eisbahn verwandelt und sie unten aufprallt und aufwacht.

      Das Unterbewusstsein funktioniert glaube ich eher nicht so dass es ein Thema 'Unfall mit Todesfolge' variieren kann - das ist eher so eine Kategorie die das Wach-Bewusstsein machen kann - Feuer ist ja vom Gefuehl her ganz anders als ein Aufprall, und diese Assoziation ist bei Traeumen wichtig.
      Da TacTrix das ebenfalls angemerkt hat, bekommst du auch die gleiche Antwort:
      Ich gebe zu, ich bin jetzt auch kein ausgewiesener Traumexperte...vielleicht sollte man mal einen Psychologen dazu befragen ...Na ja, aber ich träume auch oft wirres Zeug und steigere mich gerne in alles mögliche rein. Für mich ist ganz klar, dass sich in den Träumen Ängste manifestieren...das müssen nicht zwangsläufig Dinge sein, die man selber erlebt hat. Vielleicht hat man sowas schon mal in einem gruseligen Film gesehen oder ein Buch gelesen, was weiß ich. In der Traumlandschaft setzten sich diese Erfahrungen dann wie ein Puzzle zusammen und ergeben etwas Neuartiges und zum Teil bestimmt nicht logisch Erklärbares...für mich war in dem Moment klar, dass sie den Kontrollverlust als das Schlimmste empfunden hat. Sie hatte keine Chance zu entkommen...das kann sich in der Bewegungsunfähigkeit äußern und die Schmerzen spiegeln diese Wilden Tiere wider, die sie dann auch noch anfressen.....Uahhhhh...außerdem fand ich die Vorstellung einfach derart schrecklich, dass ich es so schreiben musste :D



      LadyK
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      LadyK schrieb:

      Was ich im meinem letzten Kommentar geschrieben habe, war mein persönliches Empfinden und mein Geschmack
      Da wir Emilia, ihre Gedanken und Gefühle kennen, war das schon gut geschildert und hat Sinn ergeben.

      Das sie eine nicht allzu schöne Vergangenheit hat, kann man zwischen den Zeilen lesen. Ganz klar ist es noch nicht, aber so soll es ja auch nicht sein. Daher finde ich es eigentlich gut so
      Es ist lieb, dass du das noch mal schreibst, aber dein erster Eindruck beim Lesen ist für mich doch immer der wichtigste :) Ich finde es gut, wenn du mir deine Bedenken schilderst, und auch, wenn es nur so ein Gefühl ist...letztlich war ich dann ja auch selber nicht mehr so sicher, was dieses Kapitel betrifft...also, mach dir keinen Kopf und hör bloß nicht auf, mich ganz offen, ehrlich und unverblümt an deinen Gedanken teilhaben zu lassen, okay? Alles gut :D



      LG,
      Rainbow
    • Hier kommt noch der restliche Teil dieses Emilia-Kapitels, bevor wir wieder zu Elias wechseln und erfahren, wie es ihm so ergeht :)

      Kapitel 10.2


      Das Wasser kochte bereits seit geraumer Zeit, als Emilia den Topf vom Herd nahm und den Inhalt in die Tasse mit dem Teebeutel kippte. Sofort war die Küche erfüllt von einem köstlichen Duft nach Himbeere und Vanille.
      Eingehüllt in die Decke wanderte sie schließlich dicht gefolgt von ihrem Kater ins Wohnzimmer und ließ sich mit der Teetasse in der Hand in ihren alten Schaukelstuhl sinken, der sie mit einem wohligen Knarzen willkommen hieß.
      Die Stille, die darauf folgte, war gespenstig und verursachte ihr ein Unbehagen. Beinahe glaubte sie, ihr eigenes Herz schlagen zu hören und das beklemmende Gefühl, dass die Wände um sie herum unaufhaltsam näherrückten, machte sich in ihr breit.
      Seufzend griff sie nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher ein, um der trüben Stimmung zu entkommen, in die sie sich gerade hineinsteigerte.
      Gedankenverloren zappte sie sich durch einige Kanäle, bis sie bei einem Beitrag landete, der ihr Interesse weckte.
      Mit ernster Miene berichtete der Moderator gerade, dass es in den vergangenen Nächten in der gesamten Region vermehrt zu Friedhofsschändungen gekommen sei. Emilia drehte den Ton lauter und setzte sich auf.
      Als die Bilder der betroffenen Friedhöfe eingespielt wurden, wäre ihr um ein Haar wieder der heiße Inhalt ihrer Tasse über den Schoß gekippt und sie musste zweimal hinsehen, bevor sie anhand der Aufnahmen des Außengeländes und des schmiedeeisernen Eingangstores mit der Überschrift ´Zentralfriedhof–Eingang Süd´ erkannte, dass das unmittelbar vor ihrer eigenen Haustür war.
      Laut Aussage der Polizei gibt es Hinweise, dass es sich um die Anhänger einer skurrilen Sekte handelt, erklärte nun ein junger Journalist, der per Live-Schaltung ins Studio übertragen wurde.
      Die Kamera machte einen Schwenk und zeigte ein Bild mutwilliger Zerstörung. Gräber waren verwüstet, die Gedenksteine herausgerissen und zu einem Trümmerhaufen aufgeschichtet worden. Überall schwelten noch Brände, welche die Feuerwehrleute zu löschen versuchten.
      Die fremdartigen Runen, die in kreisförmiger Anordnung mit Tierblut auf den Boden gezeichnet worden sind, deuten auf eine Art spirituelles Ritual hin, sprach der junge Mann weiter und zeigte auf die entsprechende Stelle, welche nun herangezoomt wurde.
      Emilia konnte es nicht glauben.
      Die Vorstellung, dass es da draußen tatsächlich irgendwelche Spinner gab, die Satan oder sonst eine dunkle Macht anbeteten, und nur einige Hundert Meter Luftlinie von ihrem Haus entfernt schwarze Messen feierten, verursachte ihr eine Gänsehaut.
      Obwohl ihr Glaube in den vergangenen Jahren bereits mehrfach auf eine harte Probe gestellt worden war, war sie stets davon überzeugt gewesen, dass es eine höhere göttliche Instanz geben musste. Mit der Existenz eines bösen Gegenparts hingegen hatte sie sich nie wirklich auseinandergesetzt. Und wenn sie ehrlich war, dann wollte sie das auch gar nicht.



      ∞∞∞∞∞∞∞


      Das Klingeln riss Emilia aus dem Tiefschlaf. Erschrocken blickte sie sich um und stellte fest, dass sie sich nach wie vor im Schaukelstuhl befand. Die unbequeme Schlafposition der vergangenen Stunde hatte dazu geführt, dass wichtige Körperteile, die man zum Aufstehen benötigt, längere Zeit nicht mehr mit Blut versorgt worden waren.
      Ungelenk und wenig graziös erhob sie sich deshalb von ihrem Schlafplatz und schleppte sich an die Haustür.
      „Scheiße! ... Susan!“, entfuhr es ihr.
      Wie spät war es denn bloß? Der Blick auf die Küchenuhr verriet ihr, dass sie verschlafen hatte. Es war bereits 7.30 Uhr und es blieb ihr nur noch eine halbe Stunde, um pünktlich zu ihrem Termin im Krankenhaus zu erscheinen.
      „Morgen“, trällerte Susan gut gelaunt und mit breitem Grinsen, als sie ihr aus dem Treppenhaus entgegen kam.“ Ist das jetzt der neueste Schrei oder hast du etwa verpennt?“, fragte sie und musterte Emilias Erscheinung. Nach wie vor trug sie ihren Schlafshorty und dicke Norwegersocken. Die Haare glichen mehr einem explodierten Sofakissen und die Folgen der unruhigen Nacht waren ihr deutlich ins Gesicht geschrieben.
      „Ich hab` verpennt“, gab sie kleinlaut zu und unterdrückte ein Gähnen. „Komm rein und gib mir zehn Minuten, okay?“, sagte sie und machte bereits auf dem Absatz kehrt, um ins Badezimmer zu huschen.
      „Glaubst du zehn Minuten reichen aus? Ich hab` keine Lust, dich gleich wieder da lassen zu müssen, nur weil du aussiehst wie der Tod auf Socken. Auf Norwegersocken, wohlgemerkt!“, rief Susan ihrer Freundin hinterher, doch Emilia hatte bereits das Wasser unter der Dusche aufgedreht. Susan ging ins Wohnzimmer und setzte sich vor den Fernseher, in dem noch immer dasselbe Programm lief, wie zuvor. Gebannt verfolgte sie die Nachrichten und schüttelte ungläubig mit dem Kopf als Emilia mit Bademantel und noch feuchten Haaren in der Tür erschien.
      „Hast du das mit den Friedhofsschändungen gesehen?“, fragte sie ihre Freundin. „Das ist doch hier bei dir, oder?“
      „Ja, krass oder? Kaum bin ich mal ein paar Tage nicht da und schon entwickelt sich meine Nachbarschaft zum Treffpunkt für Gruftis und Satansanbeter.“ Emilia rubbelte sich die Haare trocken und verschwand erneut im Badezimmer.
      „Es ist übrigens echt lieb von dir, dass du dich in deinem Urlaub so früh aus dem Bett gequält hast, um mich zu fahren“, nuschelte sie mit Schaum im Mund und übertönt durch den Lärm der Elektrozahnbürste, sodass Susan sie kaum verstehen konnte.
      „Kein Problem“, antwortete sie. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dich in deinem desolaten Zustand mit der Bahn durch die halbe Stadt gondeln zu lassen. Da fahre ich dich lieber. Aber sag` mal, warum genau musst du da jetzt heute wieder hin?“
      „Man hat mich am Freitag eigentlich nur unter der Bedingung entlassen, dass ich heute Morgen noch zu einer Nachuntersuchung erscheine“, erklärte Emilia, während sie sich die noch feuchten Haare bürstete und sie zu einem Knoten im Nacken zusammenband.
      „Hast du eigentlich inzwischen mal was von Elias gehört?“, fragte Susan mit ernsthaftem Interesse. „Vielleicht laufen wir ihm ja gleich über den Weg.“
      Emilias Magen zog sich zusammen.
      „Ähm, nein! Ich habe nichts von ihm gehört und ja, vielleicht sehen wir uns gleich. Vielleicht aber auch nicht“, antwortete sie knapp, während sie sich die Schuhe zuband.
      „Oookay“, sagte Susan gedehnt und betrachtete ihre Freundin mit besorgtem Gesichtsausdruck. „Das klingt nicht gut.“ Sie fing an, mit dem Kopf zu schütteln. „Gar nicht gut.“
      „Was?“ ranzte Emilia sie an. „Was klingt nicht gut?“ Sie sprang auf, marschierte in den Flur und griff nach der Jacke, die an der Garderobe hing. „Wenn ich ihm etwas bedeuten würde, dann bräuchten wir uns jetzt nicht darüber unterhalten, oder? Ich werde mir darüber nicht den Kopf zerbrechen und außerdem habe ich im Moment echt andere Probleme.“
      „Na schön. Bist du so weit?“ Susan schien es fürs Erste dabei belassen zu wollen, doch Emilia war klar, dass das Thema bestimmt noch nicht vom Tisch war. Für den Moment war sie aber heilfroh, dass ihre Freundin von ihr abließ und ihr weitere Gedanken an Elias erspart blieben.
      „Ja. Wir können los!“, antwortete sie deshalb, nahm den Schlüssel vom Board und verließ mit Susan die Wohnung.


      Ab hier starte ich eine kleinen experimentellen Einschub:
    • Irgendwas was ich nicht genau festmachen kann reibt bei dem Abschnitt wo sie den Fernseher anhat - das fuehlt sich beim Lesen anders an als davor und danach.

      Teil davon ist denke die indirekte Rede - das ist bei Dir glaube ich sonst eher selten. Koenntest Du sie vielleicht einfach direkt hoeren lassen, wirkt auch eindringlicher, grade wenn es sie ja erschrecken soll.

      Ein anderer Teil ist, die Situation - sie ist aus einem Albtraum aufgewacht, sie hat ueber Elias nachgegruebelt alles eher ernste Themen - und jetzt sinniert sie wie lang die Wetterfee unter der Maske war?

      Hm, ich wuensche ich koennte es noch genauer festmachen, aber der Abschnitt fuegt sich fuer mich nicht in den Rest ein.
    • Hey @Thorsten,

      danke für deine Einschätzung. :) Das deckt sich auch irgendwie mit meinem Gefühl. Es ist in der Tat so, dass ich den vorderen Teil dieses Kapitels (bis dahin, wo das Wasser anfängt zu kochen) mal vor einiger Zeit etwas umgeschrieben hatte. Deshalb ist es gut möglich, dass die Stimmung, die sich am Anfang aufgebaut hat, jetzt nicht mehr so ganz zu dem hinteren Teil passt.
      Einem selber fällt das nach hunderfachem Lesen leider nicht mehr richtig auf, vor allem, wenn der Text einem schon so vertraut ist. Da liest man ja bekannterweise über einiges hinweg. Überhaupt sind mir jetzt noch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich gerne noch abändern möchte.

      Also: Danke auf jeden Fall für dein Feedback. Das ist sehr hilfreich für mich.

      LG,
      Rainbow
    • Hey @Rainbow

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      mir gefällt dieser Teil wieder sehr gut. Die Friedhofsschändungen sind natürlich ein geschickter Schachzug. Als Leser bin ich mir relativ sicher, dass Dagon seine Hände im Spiel hat und es wohl kein Zufall ist, dass das in ihrer Nähe stattgefunden hat. Emilia ist hingegen komplett ahnungslos und das sorgt für Spannung.


      Rainbow schrieb:

      Obwohl ihr Glaube in den vergangenen Jahren bereits mehrfach auf eine harte Probe gestellt worden war, hatte sie nie angezweifelt, dass es eine höhere göttliche Instanz geben musste. Mit der Existenz eines bösen Gegenparts hingegen, hatte sie sich nie wirklich auseinandergesetzt.

      Diesen Satz könntest du noch etwas mehr pointieren. Durch die Formulierungen "hatte sie nie angezweifelt" und etwas später "hatte sie sich nie wirklich auseinandergesetzt" klingt es so, als wären das zwei gleichwertige Gedankengänge. Dabei handelt es sich ja eigentlich um einen Gegensatz.
      Deshalb würde ich den ersten Teil bejahend und den zweiten verneinend formulieren. Z.B.:
      , hatte sie immer geglaubt, dass es eine höhere göttliche Instanz geben musste. Mit der Existenz eines bösen Gegenparts hingegen hatte sie sich nie wirklich auseinandergesetzt.


      Rainbow schrieb:

      „Was?“ ranze Emilia sie an.
      ranzte?

      Hm, in dem Abschnitt vorher hat sie recht ausführlich über Elias nachgegrübelt und jetzt schafft sie es, das Thema einfach abzuwürgen? Damit es etwas glaubhafter wird, würde ich sie zugeben lassen, dass er durchaus noch durch ihren Kopf geistert, aber sie glaubt keine Chance zu haben und es deshalb zu verdrängen versucht. So ungefähr.


    • Guten morgen, liebe @Rainbow

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      Ich schließe mich bezüglich der Gedanken um Elias an. Vielleicht wirkt es jetzt auch nur so seltsam beim Lesen, weil du dieses Thema im Teilkapitel zuvor so intensiviert hast? Ich bin mir nicht sicher, ob es das ist, aber ich kann es mir gut vorstellen. Weißt du?

      Den Teil mit den Friedhofsschändungen würde ich auch als direkte Rede formulieren. Das, was die Wetterfee sagt, ist ja unwichtiger. Da ist es okay. Aber ich denke, das auf dem Friedhof wird einen größeren Sinn haben, daher gebe ich da @Thorsten recht :)

      Außerdem könntest du da einen kurzen Vergleich zwischen dem Nachrichtensprecher und Elias ziehen. Ich weiß nicht, ob das klappen wird, aber ein Versuch ist es wert. Oder du schreibst schon vorher etwas über Elias?

      Ein anderer Vorschlag wäre, die Sache im vorher gehenden Teil etwas zu minimieren. Dann wäre der Kontrast auch nicht mehr so hart :huh:

      Ansonsten hat mir das wieder gut gefallen :)

      Susan ist sehr lieb, dass sie Emilia sogar fährt ^^ das sind Freunde. Auch wenn Susan manchmal schon sehr quirlig sein kann und sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhält :whistling:

      Kann weiter gehen :)



      LG :)
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
    • Huhu, bin auch noch da xd
      hab nur nicht viel zu sagen :x

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      ich wiederhol mich bestimmt irgendwie, aber wie immer alles klasse bei dir :thumbsup: (fast xP)

      Dagon kommt als Oberbösewicht doch ganz gut rüber, ich bin zwar kein Fan von ihm, aber er macht nen soliden Eindruck xP

      Emilia kämpft mit sich und ihrem Trauma und versucht sich Elias Anziehung...zu entziehen...(?)
      Alles soweit nachvollziehbar, außer °-° sie träumt bei lebendigen Leibe verbrannt zu werden? Also ich persönlich wache bei sowas sofort auf, wenn mich was erwischt.. ich mein sie schreckt ja einerseits auch hoch, andererseits wars ein langsames verbrennen... also letzte Nacht kam ich im Traum mit Lava in Berührung, bin aufgeschreckt und hatte den Schmerz noch in Erinnrung... aber langsam und qualvoll und doch davon noch hochschrecken :x ?



      Ach und wo sie mit der Zahnbürste nuschelt, hätte man sie auch ruhig für uns etwas unverständlich sein können irgendwie, finde ich °-° weil ich es immer komisch finde, wenn Leute erst reden und man hinter her erst erfährt, dass es zb leise geflüstert war xD oder dass sie nuschelt vorn an den Satz ran...?
      (ich wollts eigentlich zitieren, aber finde es irgendwie nicht wieder >-<)




      Lg Kramurx
    • Dieses Kapitel sowie das darauffolgende Kapitel 8 (Eifersucht) habe ich nachträglich eingefügt.


      Kapitel 7
      Spaziergang im Park


      „Ist dir auch wirklich warm genug?“ Begraben unter einer Schicht von Decken, glaubte Emilia nicht richtig gehört zu haben. Ungläubig schüttelte sie mit dem Kopf, dem wohlgemerkt einzigen Körperteil, über das sie noch frei verfügen konnte. Elias hatte wirklich ganze Arbeit geleistet, um sie bei ihrem Spaziergang durch den Park vor der eisigen Kälte zu schützen.
      Wie einen Wrap hatte er sie in den flauschigen Fleecestoff eingewickelt und dabei gebührend in Kauf genommen, sie komplett bewegungsunfähig zu machen.
      Nun bugsierte er sie vorsichtig mit dem Rollstuhl über den hellen Kieselweg und machte vor der nächsten Bank Halt.
      Mit besorgter Miene trat er vor sie und zuppelte an der Decke herum, die ein Stück heruntergerutscht war.
      „So ist es besser!“, sagte er, ohne ihre Antwort abzuwarten und betrachtete voller Genugtuung sein Werk, während Emilia das Prozedere mit einem genervten Seufzer über sich ergehen ließ.
      „Elias, ich geh` kaputt, ehrlich! Eine Jacke hätte es auch getan.“
      Mit erhobener Braue und kraus gezogener Stirn sah er auf sie herab, als zweifle er ihre Zurechnungsfähigkeit an.
      „Emilia, wir haben drei Grad unter Null“, belehrte er sie und nun war er es, der mit dem Kopf schüttelte. „Wusstest du, dass der menschliche Organismus bereits bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Symptome von Unterkühlung zeigen kann?“
      „Ja, klar!“, schnaufte sie abfällig und startete einen hilflosen Versuch, ihre Hände aus der engen und viel zu warmen Ummantelung zu befreien. „Warum mussten wir dann überhaupt raus?“
      Sein Gesicht nahm einen sanftmütigen Ausdruck an, als er sich neben sie auf die Bank sinken ließ.
      „Na, weil du uns noch zu einem Stück Dörrobst verkommst, wenn du nicht zwischendurch mal ein bisschen frische Luft schnappst …“ Aufmunternd tätschelte er ihr das Knie - zumindest vermutete sie es irgendwo an der Stelle - und schenkte ihr ein Lächeln, von dem ihr augenblicklich noch wärmer wurde.
      „Du weißt schon … Sauerstoff … das ist das Zeug, das über die Lungen in die Blutbahn gelangt und dafür sorgt, dass alle lebensnotwenigen Körperfunktionen erhalten bleiben“, schob er als Erklärung hinterher, da sie ihn vermutlich anstarrte, wie ein begriffsstutziges dummes Schaf.
      Einen tiefen Atemzug nehmend schloss sie die Augen und legte den Kopf in den Nacken. Hörbar ließ sie die Luft in Form einer weißen Wolke wieder ausströmen.
      „Offenbar hast du es dir zur Lebensaufgabe gemacht, mir den letzten Nerv zu rauben“, sagte sie resigniert und stellte sich dem Anblick seines feingeschliffenen Marmorgesichtes, dessen Makellosigkeit scheinbar auch die Kälte nichts anhaben konnte.
      Hätte er nicht wenigstens ein paar spröde aufgesprungene Lippen haben können? Oder eine tomatenrote Nase? Wie konnte jemand nur so verdammt vollkommen sein?
      „Wenn ich so dazu beitragen kann, dass es dir schneller wieder besser geht …“, stieß er lachend hervor und kämmte sich beiläufig mit den Fingern ein paar lose Haarsträhnen aus dem Gesicht.
      „Sag` mal, hast du eigentlich an deinem freien Tag nichts Besseres zu tun, als mit den Patienten rumzuhängen?“, fragte sie jetzt gerade heraus und auch auf die Gefahr hin, dass es unfreundlich klang. Doch die Frage beschäftigte sie schon, seit er vorhin mit Rollstuhl und Decken ausgerüstet in ihr Zimmer spaziert war. Im Scherz hatte sie ihn zuerst gefragt, ob er eine ´Antarktisspedition` plane, bevor ihr schließlich mit einiger Verzögerung klar geworden war, dass sie seine Begleitung darstellen sollte. Die Vorstellung war ihr so abwegig vorgekommen, dass sie sie noch nicht einmal hatte in Erwägung ziehen wollen.
      „Was spricht dagegen?“ Seine Brauen schoben sich zusammen und die Irritation über ihre Frage, grub eine tiefe Falte zwischen seine Augen. Emilia glaubte, eine Mischung aus Unverständnis und verletztem Stolz in seinem Blick erkennen zu können, als er sie forschend ansah.
      „Naja,…“ , setzte sie an und durchstöberte ihre Gedanken nach einer plausiblen Erklärung. Was sollte sie ihm sagen?
      Dass sie verdammt noch mal Probleme mit Männern hatte, insbesondere mit solchen wie ihm? Dass sie sein Interesse an ihrer Person nicht nachvollziehen konnte und er sie obendrein durch seine Art verunsicherte? Wie bitteschön sollte sie ihm klarmachen, dass sie kaputt war? Ein Wrack. Von außen betrachtet in einwandfreiem Zustand, doch von innen … Ein einziger Totalschaden! Er würde es nicht verstehen. Und er würde auch nichts daran ändern können, insofern war es müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.
      „Hey, ist das nicht Susan?“, riss Elias sie aus ihren trüben Überlegungen und zeigte an ihr vorbei in Richtung Parkplatz.
      Emilia brauchte einen Moment, um die kleine Gestalt in der Ferne, die von einem wippenden Blondschopf umgeben war, zu identifizieren.
      „Ja, das ist sie!“, sagte sie und richtete sich auf. „Susan! Hier!“, schrie sie lauthals, doch ohne großen Erfolg. Nach wie vor schlenderte Susan unbeirrt auf den Eingang des Krankenhauses zu und bemerkte die Rufe scheinbar überhaupt nicht.
      Ohne lange darüber nachzudenken, führte Emilia die Finger zu ihrem Mund, woraufhin kurze Zeit später ein ohrenbetäubendes Pfeifen über ihre Lippen kam, das über das gesamte Areal wehte und die Aufmerksamkeit eines jeden im Umkreis von mehreren hundert Metern auf sich zog. Auch Susan blickte sich nach der Quelle dieses Geräusches um, und entdeckte schließlich ihre Freundin. Winkend begab sie sich in ihre Richtung.
      „Was bitteschön war das denn?“, fragte Elias neben ihr sichtlich erschrocken und rieb sich das Ohr.
      „Wie? Sag` bloß du kannst nicht auf den Fingern pfeifen?“, fragte Emilia mit einer gewissen Genugtuung in der Stimme und kostete den kurzen Moment ihrer Überlegenheit aus.
      Auch, wenn es albern war, so fand sie es dennoch beruhigend, dass es offensichtlich etwas gab, was er nicht konnte. Womöglich war er ja doch nicht ganz so perfekt, wie es den Anschein hatte.
      „Sollte ich jemals wieder hören können, dann kannst du es mir ja beibringen“, erwiderte er mit schief gelegtem Kopf und schlug sich mit der flachen Hand gegen die Ohrmuschel.
      Der Anblick entlockte Emilia ungewollt ein Lachen. Ihr Kichern klang fremd, beinahe, als gehöre es nicht zu ihr. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie es überhaupt zuletzt gehört hatte.
      „Schön, dass du dich so gut amüsierst“, kommentierte Elias ihr mangelndes Mitgefühl, stimmte dann aber schließlich in ihr Lachen ein.
      „Tut mir leid! Das nächste Mal sollte ich dich besser vorwarnen“, sagte sie mit einem Anflug von schlechtem Gewissen und gab sich alle Mühe, wieder ernst zu werden.
      „Was ist denn hier so komisch?“, ertönte Susans Stimme. Der knielange Daunenmantel, in den sie gehüllt war, verschluckte ihre schmale Gestalt und verzerrte ihre Körperproportionen auf groteske Weise.
      Noch jemand, der für den sibirischen Winter ausgestattet ist, dachte Emilia und schüttelte innerlich mit dem Kopf.
      „Hallo Susan!“, rief sie ihrer Freundin entgegen, die wie ein aufgeplustertes Ballonmännchen auf sie zukam. „Ich wusste nicht, dass du auch mitkommst.“
      „Mitkommen? Wohin mitkommen?“, fragte Susan erwartungsgemäß.
      „Na zu unserem Ausflug an den Nordpol …“, schob Emilia hinterher, deutete auf ihre eigene Aufmachung und verdrehte dabei die Augen.
      „Ah …“ Susan kapierte schnell. Mit erhobenen Brauen und einem wissenden Blick sah sie zu Elias. „Da nimmt jemand seinen Job ziemlich ernst, oder?“
      Hatte sie ihm gerade zugezwinkert? Emilia glaubte nicht richtig gesehen zu haben. Fassungslos schaute sie zwischen beiden hin und her.
      „Hey Susan“, gab Elias mit breitem Grinsen von sich und erhob sich von der Bank, um ihr die ausgestreckte Hand hinzuhalten. „Sie macht es mir nicht leicht, aber ich gebe mein Bestes!“, fügte er hinzu, als Susan bei ihm einschlug. Einen kurzen Augenblick kam es Emilia so vor, als besiegelten die beiden ein geheimes Abkommen, oder sowas.
      Na super! Statt ihr den Rücken zu stärken, wie es sich für die besten Freundin gehört hätte, verbündete sie sich stattdessen mit dem ´Feind`.
      Wahrscheinlich konnte man ihr das aber nicht einmal verübeln. Wer über das Aussehen eines Filmstars verfügte, dem fiel es für gewöhnlich nicht besonders schwer, andere für sich einzunehmen. Nur zu gut konnte sie sich vorstellen, wie Elias der Reihe nach alle um den Finger wickelte. Vor allem aber wahrscheinlich, die Angehörigen des weiblichen Geschlechts!
      „Das ist ja das Schlimme Susan!“, stieß sie jetzt aus und war selber erschrocken darüber, wie verzweifelt es klang. „Er ist heute überhaupt nicht im Dienst.“
      „Na, ich würde sagen, dann haben wir es hier wohl eindeutig mit einem echten Gentleman zu tun, oder?“, bügelte Susan ihren Einwand mit einem lässigen Schulterzucken ab und beugte sich zu ihr herunter, um sie in die Arme zu schließen.
      „Apropos“, sagte sie dann und richtete sich schnell wieder auf. „Elias, meinst du, du könntest uns was zu Trinken besorgen? Ich muss nämlich mit Emilia heute auf etwas anstoßen.“ Sie flüsterte hinter vorgehaltener Hand, als teile sie ihm ein Geheimnis mit, bevor sie sich Emilia wieder zuwandte. „Eigentlich wäre ja ein Sekt angebracht, aber ich denke, in Anbetracht der besonderen Umstände tut`s eine Limo zur Not auch, oder?“
      Elias stutzte einen Moment, sah dann kurz zu Emilia herüber, als müsse er abwägen, ob er gewillt war, sie alleine zurück zu lassen. Schließlich nickte er Susan zu und erhob sich in einer einzigen anmutigen Bewegung von der Bank.
      Emilias Aufmerksamkeit, die eben noch der Frage nachgegangen war, was Susan in Aller Herrgottsnamen mit ihr zu feiern haben könnte, blieb förmlich an ihm kleben.
      Es war einfach faszinierend, ihn zu beobachten. Wie zum Teufel schaffte er es bloß ständig, aus einer gewöhnlichen Alltagssituation ein filmreifes Spektakel zu machen?
      Nie zuvor hatte sie jemanden gesehen, der dazu in Lage war, sich auf diese Weise zu bewegen. So geschmeidig, beinahe majestätisch, als stünde sein gesamter Körper permanent unter Spannung, überließ er keine Regung dem Zufall, zeigte er niemals eine unbedachte Geste, kein Schwanken oder Zittern. Emilia kannte niemanden, der so stillstehen konnte, als sei er in der Bewegung erstarrt, wie in Stein gemeißelt.
      „Bin gleich wieder da!“, sagte er und sah ihr dabei so eindringlich in die Augen, dass es ihr unbehaglich wurde.
      Seine Worte klangen weniger wie eine unverfängliche Abschiedsfloskel sondern vielmehr wie ein ernstgemeintes Versprechen in ihr nach und das dumpfe Ziehen in ihrer Brust kündigte an, dass sie sich auf eine seltsam befremdliche Weise gegen seinen Aufbruch sträubte.
      Das ungute Gefühl, dass er ihre lächerlichen Gedanken würde erahnen können, wenn sie noch eine Sekunde länger seinem Blick standhalten müsste, kroch in ihr hoch. Und dennoch war es schier unmöglich, sich der anziehenden Wirkung seiner Augen zu entziehen. Das Licht der tiefstehenden Nachmittagssonne spiegelte sich darin, reflektierte den silbernen Glanz seiner Iris und verwandelte sie in einen endlos tiefen See, der sie hinab zog, bis auf den Grund.
      „Ehm … okay, dann bis gleich!“, durchbrach Susan mit einem Räuspern die unangenehme Stille. Skepsis stand ihr ins Gesicht geschrieben, als sie die beiden abwechselnd ansah.
      Erst als Elias sich abwandte und sein Blick Emilia freigab, fand sie wieder zurück in ihren Körper, fast so, als sei sie gerade aus einem Traum erwacht.
      Nun fror sie trotz ihrer dicken Jacke und der Decke, in die sie gehüllt war. Als sei die Temperatur schlagartig um zehn Grad abgesunken, drang plötzlich eine eisige Kälte durch die Fasern des Stoffes, sog auch noch die letzte Wärme aus ihr heraus.
      Was zur Hölle ging hier vor sich?


      Hier geht`s weiter:
      Zusatzkapitel 7.1
    • Huhu @Rainbow :) ,

      ein bisschen Feedback und so xD

      Spoiler anzeigen

      Elias hat aber ziemlich viel Zeit für Emilia, trotz neuem Job in der 3. Sphäre (?) xD oder kommt mir das nur so vor ? naja, vielleicht gibts dazu später ja noch was :P

      Also ich gehöre ja zum Lager " rein damit!", weil ich persönlich es wichtig finde, wie sich deren Beziehung aufbaut. Bzw wie sie sich annähern... also mir fehlte das jedenfalls xD
      statt dem kurzen "da war dies, da war das, ich schmunzle mal dazu"
      Oder vielleicht auch wieder ein wenig entfernen, weil sie ja uns mehr als deutlich mit ihren Gedanken mitteilt, dass sie ein Wrack sei und somit eindeutig eine dunkle / traumahafte Vergangenheit hat. (Vorsicht Elias, die Frau hat nen Knacks weg xD )
      Natürlich würde das bedeuten, dass die Romantik wieder mehr in den Vordergrund gerät, statt der Fantasy... aber ich glaube nicht, dass die beiden für eine abgekürzte Version geeignet sind. Zumal wir ja noch gar nicht Elias Sicht der Dinge und seine Gefühle gesehen haben, die doch so wichtig waren, besonders am Anfang... oder xD ? (erst auf Emilia, dann aufs Himmelsreich bezogen)

      Elias hätte mMn ein wenig mehr wörtliche Rede vertragen in dem Teil :P oder ich hatte mir ein wenig mehr von ihm erhofft, besser gesagt x.x

      Fühlt sich gegen Ende hin an, als sei er doch nur ein Beiständer, sobald Susan auftaucht... ja klar, sie bezieht ihn mit ein, aber irgendwie fehlt mir da noch ein klein wenig bei dem was er sagt. besonders als er Emilia tiiiief in die Augen schaut, da hätte er sie mit irgendwas ausgefuchsten aus der Himmelswelt verzaubern können... nur so als Gedanke °-°


      Mehr fällt mir dazu nicht ein.. außer! eine winzige Kleinigkeit xD Zusatzkapitel 1.0 vielleicht doch lieber Zusatzkapitel ehm... 6.3 ? dann wüsste man, wenn man nachschaut, wo es hinzugefügt werden könnte. kann mir vorstellen dass manche wie ich nochmal im Thread kurz blättern um das kurz nachzuschlagen, wo es denn wirklich direkt anfügt xP

      lg Kramurx
    • Hey Rainbow,

      wie schaffst du es bloss immer, einen Text spannend und mitreissend zu gestalten - in dem eigentlich so gut wie nichts passiert?
      Also mir gefällt`s! Du vermeidest die Beschreibung innerer Gefühle, zeigst aber dafür sehr nachdrucksvoll visuelle EIndrücke, die dann auch ihre Wirkung haben. Das Thema "Arktis" hast du echt witzig aufgearbeitet ...
      Davon kannst du gerne noch mehr liefern. (Was denkt sich eigentlich Elias? Gibt's auch ein Kapitel aus seiner Sicht?)
    • Also ich finde das der Bonus dem ganzen gut tun wird. Denn wie gesagt, mir ging das zu schnell mit den beiden.

      Ich weiß allerdings nicht, wie lange die jetzigen 'bonus' Kapitel dauern. Du sagtest dagon wird erst nach diesen Kapiteln eingeführt ... das könnte auch dann mitunter ein bisschen ziehen, weil ja nichts (anderes) plotrelevantes passiert.
      So baut sich das ganze zwar über Zeit auf, allerdings ohne Abwechslung. Es gibt keine Abwechslung und könnte ein bisschen zäh wirken.
      Kann man die dagon Szene nicht irgendwo dazwischen schieben? Oder ist das zeitlich nicht möglich?
    • @Kramurx, @Kirisha, @Etiam Dankeschön für eure Rückmeldungen :) Ich habe ganz schön mit mit gehadert, ob ich die wunderbare Ordnung in meinem Thread nun auf den Kopf stellen soll, um hier noch was einzuschieben...aber es freut mich sehr, dass ihr bereit seid, das mitzumachen.

      Zum einen kann ich dazu sagen, dass ich diese Zusatzkapitel recht kurz gehalten habe. Bis auf das Kapitel, das aus Elias Sicht geschrieben ist,...da ist irgendwas mit mir durchgegangen ^^ Es sind insgesamt vier Episoden, wenn man es so will, weshalb ich die Hoffnung hege, dass der Leser das verkraften wird. Dagon da irgendwo mittendrin unterzubringen, stelle ich mir thematisch schwierig vor. :hmm:
      Ich hatte aber schon die Idee, ob man hier und da nicht schon mal ein paar Andeutungen einbauen könnte, die das Unheil ankündigen, welches auf der Erde naht....sonst käme das nämlich erst mit dem Fernesehbericht, den Emilia sieht, wenn sie wieder zu Hause ist.Da bin ich aber noch unentschlossen. Grundsätzlich ist es vielleicht auch nicht verkehrt, die Ruhe vor dem Sturm noch ein bisschen auszukosten. Mh...

      Nun denn. Ich zeige euch einfach mal, was ich noch so an Material habe und dann sehen wir weiter. Elias wird, wie bereits erwähnt, auch noch seinen Auftritt bekommen, denn im nächsten Kapitel tauchen wir dann in seine Perspektive ein.

      Ich danke euch vielmals...ihr seid super!!! :)
    • Hey @Rainbow

      Nein, ich bin noch nicht vom Gerüst gefallen und obwohl ich nichts selbst auf Papier bringe, habe ich heute tatsächlich wieder etwas Zeit und Laune, etwas zu Lesen. Also dann ohne großes Geplapper weiter im Text:

      Post 96

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      Wenn man hier nicht an seinen Verletzungen stirbt, dann gibt einem auf lange Sicht das Essen den Rest, dachte sie und schob den Teller von sich weg.

      Yep, dass hatte ich mir auch mal gedacht, als ich gelegen bin xD

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      Dass sie nicht lachte! Hätte auch nur ein einziger Schutzengel seinen Dienst an dem Abend ernst genommen, dann wäre der dämliche Unfall mit ziemlicher Sicherheit überhaupt nicht passiert!

      Das würde ich als Gedanken, also Kursiv schreiben. Gerade der markierte Teil klingt sonst total komisch so aus Sicht des Schreibers. Also lieber "Das ich nicht lache!" :huh:

      Spoiler anzeigen
      Es war nur schwer vorstellbar, welche Kräfte auf den menschlichen Körper wirkten, wenn man bei vereister Fahrbahn frontal gegen einen Baum krachte.

      Der Satz klingt so, als sollte hiernach noch sowas wie eine Schlussfolgerung kommen. Sowas wie: "Naja, sie weiß jetzt verdammt genau, was das für Kräfte sind." Würde auch mit dem darauffolgenden Unfallfolgen an ihrem Körper zusammenpassen.

      Spoiler anzeigen
      Vorsichtig schob sie die Decke beiseite und schwang die Beine über die Bettkante. Ganz langsam tastete sie mit den nackten Füßen nach dem Boden, um sich aufrecht hinzustellen.

      "Schwang" klingt hier etwa schnell für eine so schwer verletzte Person. Eher sowas wie "schob" vielleicht?

      Spoiler anzeigen
      Wie um alles in der Welt sollte sie jemals wieder von hier zurück ins Bett kommen? Das war eine echte Schnapsidee gewesen!

      Das sind Gedanken. Würde ich auch kursiv machen.

      Also du hast dir ja Sorgen um diesen Teil gemacht, aber ich denke er funktioniert so wie er ist. Ich sehe ich als gute Darstellung der Unfallfolgen und Emilias aktuellen Zustand an. Etwas, dass denke ich gar nicht falsch ist, weil ein Timeskip zu wenn es ihr wieder gut geht, überhastet wirken würde. Ich hätte ja hier eigentlich ein paar Gedanken an die Engels-Begegnung erwartet, aber stattdessen kriegen wir gesagt, dass Emilia eine Atheistin ist. Auch gut :D Aber vielleicht kommt das ja noch im nächsten Teil. Stiltechnisch würde ich evtl. nur bemängeln, was ich oben mit diesem "Das sie nicht lachte" angemerkt habe. Ich weiß nicht, ob das einem "normalen" Leser auffällt, der nicht auf Korrekturen aus ist, aber ich habe mir hier ein paar mal gedacht, war bestimmte Dinge keine Gedanken sind, obwohl die selbe Art von Text zuvor welche waren. Aber vielleicht bin das auch nur wieder ich xD



      Post 108

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      Oh Mann, was redete sie da gerade für einen Stuss?

      Wieder die Thematik mit was sind Gedanken und wie werden sie hervorgehoben. Hier hätte ich gesagt, das gehört kursiv.

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      Mit einem Augenzwinkern und einem verschmitzten Grinsen richtete er sich auf und strich sich die Hose glatt. Emilia warf ihm einen skeptischen Blick zu. Das waren genau die beiden Schwestern, an die sie vorhin bei seinem Eintreten gedacht hatte. Nun war sie mehr als froh darüber, dass er es war, der sie gefunden hatte.

      Bei der Markierung würde ich einen Absatz setzen. Der erste gehört noch zur Handlung des "Pflegers" und dann gehts in Emilias Sicht.
      Außerdem: Gedankenleser? Mal davon ausgehend, das der Pfleger unser Engelchen ist: Hat er das auch schon gekonnt, wo er sie in den Himmeln holen wollte? Weil da war er so verwundert über ihr Handeln.

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      Warum zum Teufel musste er sie wieder daran erinnern, dass sie soeben einer der peinlichsten Situationen ihres bisherigen Lebens ausgeliefert gewesen war? Da sie nicht wusste, was sie darauf sagen sollte, schwieg sie und wandte den Blick von ihm ab.

      Also entweder hätte ich gesagt Gedanke, also kursiv, oder ein Absatz. Ich finde es besser, wenn man bei der Erzähler-Perspektive klar erkennt, was "in dem Prota" vorgeht und was quasi vom Erzähler Gesagt / Gedacht wird.

      Spoiler anzeigen
      „Du bist ganz schön dominant, oder?“, schoss es aus ihr heraus. Ihr Blick folgte ihm, während er sich daran machte, die Scherben aufzusammeln.

      Hmm, ich kann mich nicht mit diesem "dominant" anfreunden. Klingt für mich nicht nach einer alltäglichen und spontanen Aussage. Ich glaube ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich das Wort im Jahr verwende. Vielleicht eher "bestimmend" oder "selbstbewusst" oder "direkt"

      Ich bin ja etwas überrascht, dass sich Elias - ich denke mal, er ist es - so gut mit der Welt und der Nähe zu Emilia klar kommt. Ich hatte ihn eigentlich schon über seine eigenen Füße stolpern und in ein Fettnäpfchen nach dem anderen treten sehen. :huh: Oder auch eine Emotionswallung hätte ich erwartet. Das die menschliche Form ihn halt einfach erst mal völlig überfordert. So wirkt er fast etwas zu perfekt. Hmm, ich erinnere mich gerade an die ganzen Kommis, die ich bezüglich Marcs Kraft bekommen habe... Ähnlicher Fall xD
      GESCHRIEBENES VON REBIRZ

      Der Gott, der nicht sein sollte (Urban Fantasy)
      Noetik (Sonstige Fantasy)


      MEINE TO-DO-LISTE

      To do... To do... To do, to do, to do, to do, to doooo, dododododo


    • Huhu *winkt wie verrückt geworden* :)

      Ich fand dieses "Zwischenkapitel" auch sehr schön geschrieben. Allerdings sehe ich das ein wenig wie @Etiam. Es kann unglaublich langweilig werden, wenn es zu viel ist, aber auch, wenn es zu wenig ist. Weißt du, was ich meine? Und was ist, wenn du den Dagon Teil zwischen die Emilia Parts und den geplanten Elias Part schiebst? Oder geht die zeitliche Abfolge da auch futsch?

      Wie dem auch sei. Ich lasse mich gerne auf dieses Experiment ein und wir schauen dann, was man da machen kann ^^

      LG :)
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
    • Ich finde auch das Parkkapitel gehört irgendwie rein und erklärt noch besser die Gefühle Emilias, die bei Susans Besuch in 8.2. eine Rolle spielen. Außerdem ist es witzig. Dein bildhafte Sprache ist wieder großartig. (ich bin nicht neidisch....nein....niemals.... ;) ) Auch dieses übernatürliche Band zwischen den Beiden, wird durch die Kälte am Schluss gut beschrieben. Allerdings finde ich die bisherigen Anregungen sehr gut, dass man ein Dagon-Kapitel dazwischen setzt, damit der Emilia-Abschnitt nicht zu lang wird. Da würde gut etwas schauriges als Kontrast passen. (passend zu dem Fernsehbericht etwas später, vielleicht Entdeckungen eines Friedhofswärters bei Nacht....)

      Wenn du das Parkkapitel aber wieder aufnimmst (ich bin dafür), dann solltest du bei dem folgenden Abschnitt aufpassen, der ist nähmlich zumindest sinngemäß, schon früher drin und muss dann entweder raus oder komplett abgewandelt werden.
      "Dass sie verdammt noch mal Probleme mit Männern hatte, insbesondere mit solchen wie ihm? Dass sie sein Interesse an ihrer Person nicht nachvollziehen konnte und er sie obendrein durch seine Art verunsicherte? Wie bitteschön sollte sie ihm klarmachen, dass sie kaputt war? Ein Wrack. Von außen betrachtet in einwandfreiem Zustand, doch von innen … Ein einziger Totalschaden! Er würde es nicht verstehen. Und er würde auch nichts daran ändern können, insofern war es müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen."

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • Morgen :) Ich bedanke mich wie immer sehr für die Kommentare und eure Unterstützung. Hier kommt noch der zweite Teil der Parkszene.

      @Rebirz
      Spoiler anzeigen

      Schön, dass du noch dabei bist :) Hast im Moment viel um die Ohren, oder? Es freut mich, dass du trotz allem die Zeit findest, hier noch ein bisschen mitzulesen. Also, danke dafür.

      Rebirz schrieb:

      Ich weiß nicht, ob das einem "normalen" Leser auffällt, der nicht auf Korrekturen aus ist, aber ich habe mir hier ein paar mal gedacht, war bestimmte Dinge keine Gedanken sind, obwohl die selbe Art von Text zuvor welche waren. Aber vielleicht bin das auch nur wieder ich
      Ich unterscheide bei den Gedanken eigentlich ganz bewusst zwischen diesen beiden Formen. Da gibt es einmal die Gedanken, die sie ganz klar so denkt, wie man sie auch aussprechen würde...die mache ich kursiv. Und dann gibt es die Art von Gedanken, die in den Text eingebunden werden. Ich habe mir darüber bisher keinen Kopf gemacht, weil ich das so auch schon öfter in anderen Büchern gesehen habe. :hmm:
      Ich könnte mir vorstellen, dass das für jemanden wie dich, der in der ICH-Perspektive schreibt, gewöhnungsbedürftig ist, denn da gibt es ja ausschließlich die Kursiv-Gedanken....Mhhh.Ich notier mir das mal ^^

      Rebirz schrieb:

      Hmm, ich kann mich nicht mit diesem "dominant" anfreunden. Klingt für mich nicht nach einer alltäglichen und spontanen Aussage. Ich glaube ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich das Wort im Jahr verwende. Vielleicht eher "bestimmend" oder "selbstbewusst" oder "direkt"
      Guter Einwand. Kann ich mich mit anfreunden :)


      Rebirz schrieb:

      Ich bin ja etwas überrascht, dass sich Elias - ich denke mal, er ist es - so gut mit der Welt und der Nähe zu Emilia klar kommt. Ich hatte ihn eigentlich schon über seine eigenen Füße stolpern und in ein Fettnäpfchen nach dem anderen treten sehen. Oder auch eine Emotionswallung hätte ich erwartet. Das die menschliche Form ihn halt einfach erst mal völlig überfordert. So wirkt er fast etwas zu perfekt. Hmm, ich erinnere mich gerade an die ganzen Kommis, die ich bezüglich Marcs Kraft bekommen habe... Ähnlicher Fall xD
      Ja, ich habe davon abgesehen, ihn wie einen Tollpatsch zu die Welt der Menschen irren zu lassen. Dennoch hat er so seine Probleme. Ich wollte das nur nicht so überspitzt darstellen. In meiner Vorstellung ist er aufgrund seiner Eigenart menschliche Emotionen nachzuempfinden zumindest nicht ganz so abgehoben und schafft es demnach auch, sich einigermaßen anzupassen....Ja, ich erinnere mich an Marcs ersten Auftritt und den Kampf, den er problemlos gemeistert hat. Aber wenn man die Hintergründe zu der Story kennt, dann macht das ja auch irgendwie wieder Sinn.



      @LadyK
      Spoiler anzeigen

      LadyK schrieb:

      Ich fand dieses "Zwischenkapitel" auch sehr schön geschrieben. Allerdings sehe ich das ein wenig wie @Etiam. Es kann unglaublich langweilig werden, wenn es zu viel ist, aber auch, wenn es zu wenig ist. Weißt du, was ich meine? Und was ist, wenn du den Dagon Teil zwischen die Emilia Parts und den geplanten Elias Part schiebst? Oder geht die zeitliche Abfolge da auch futsch?

      Wie dem auch sei. Ich lasse mich gerne auf dieses Experiment ein und wir schauen dann, was man da machen kann
      Rainbow schaltet den Bunsenbrenner aus und nimmt die Schutzbrille ab :) ....es macht Spaß, mit euch zu experimentieren....ich hoffe nur, dass uns nix um die Ohren fliegt :rofl: nein Quatsch....ehm, wo war ich? Ach ja, ich bin im Moment noch unentschlossen, weil man die Zeit im Krankenhaus und das, was sich dort aufbaut wahrscheinlich kaputt machen würde, wenn man dort dieses Dagon-Kapitel einfügen würde. So könnte man das ganze als Seifenblase betrachten, als Schonraum...indem die beiden sich wirklich ausschließlich einander zuwenden...man könnte es ja auch so sehen, dass das durchaus die Spannung in die Höhe treiben kann, weil man als Leseser schon vermutet, dass sicher noch was kommen wird ... man weiß halt nur nicht wann. :hmm: Naja...wir werden sehen.



      @Alexander2213
      Spoiler anzeigen

      Alexander2213 schrieb:

      Dein bildhafte Sprache ist wieder großartig. (ich bin nicht neidisch....nein....niemals....)
      Es ist lieb, dass du das sagst, aber ich glaube, es gibt überhaupt keinen Grund, neidisch zu sein. Gelegentlich habe ich nur mal ein paar helle Momente :D

      Alexander2213 schrieb:

      Allerdings finde ich die bisherigen Anregungen sehr gut, dass man ein Dagon-Kapitel dazwischen setzt, damit der Emilia-Abschnitt nicht zu lang wird. Da würde gut etwas schauriges als Kontrast passen.
      Schau doch mal, was ich dazu bei LadyK geschrieben habe...

      Alexander2213 schrieb:

      Wenn du das Parkkapitel aber wieder aufnimmst (ich bin dafür), dann solltest du bei dem folgenden Abschnitt aufpassen, der ist nähmlich zumindest sinngemäß, schon früher drin und muss dann entweder raus oder komplett abgewandelt werden.
      Dessen bin ich mir bewusst. Sollte ich diese Zusatzkapitel wirklich drinlassen wolen, müsste ich im weiteren Verlauf einiges wieder umschreiben, weil ich viele der Formulierungen im weiteren Verlauf übernommen hatte...Mist ist das! Aber das gehört zu einer Überarbeitung nun mal dazu. Wenn es danach besser ist, als vorher, nehme ich den Aufwand gerne auf mich ^^




      Kapitel 7.1


      Fröstelnd zog sie die Decke höher, versenkte ihre Nase in dem weichen Material und pustete ihren warmen Atem hinein, während Susan Elias` Platz einnahm und sich neben Emilia auf die Bank sinken ließ. Nachdem sie sich versichert hatte, dass er außer Hörweite war, setzte sie an:
      „Okay, alles klar! Was läuft da zwischen euch?“
      „Gar nichts!“
      „Lia, …“, die erhobene Braue verlieh Susans schmalem Gesicht einen respekteinflößenden Ausdruck, „… verkauf mich nicht für blöd, okay? Selbst ein Blinder sieht, dass ihr aufeinander abfahrt…“
      „Was? … Wie kommst du darauf? Ich … “
      „Und was war das dann bitteschön gerade?“ Mit schief gelegtem Kopf sah sie Emilia herausfordernd an, als befänden sie sich in einem Verhör und als erwarte sie, auf dem Wege ein vollständiges Geständnis zu bekommen.
      „Ich weiß nicht, was du meinst ...“
      „Na, gerade eben … er hat dich angesehen, als wärst du sein rechtes Bein und als müsste er sich von dir trennen, oder sowas!“
      Emilia zog die Stirn kraus. Ungläubig blickte sie Elias nach, der gerade von der aufschwingenden Türe des Krankenhausportals verschluckt wurde.
      „Ist mir nicht aufgefallen!“, sagte sie und musste sich eingestehen, dass das sogar stimmte. Welchen Grund sollte er auch haben, sie auf diese Weise anzusehen? Das war absurd, oder nicht?
      Begleitet von einem gequälten Aufstöhnen, vergrub Susan ihr Gesicht in den Händen und schüttelte dabei unaufhörlich mit dem Kopf. Ganz offensichtlich war das nicht die Antwort gewesen, die sie hatte hören wollen. Schließlich straffte sie sich und nahm einen tiefen Atemzug, als müsste sie sich sammeln.
      „Okay …“, sagte sie nun wieder sanfter und sah Emilia beinahe mitleidig an. „Wie es scheint, brauchst du ein bisschen Hilfe …!“
      „Susan, ich brauche keine Hilfe. Bitte lass` es einfach gut sein, ja? ... Bitte!“
      „Was ist so schlimm daran, einfach mal die Initiative zu ergreifen?“, entgegnete Susan ohne jedes Verständnis.
      „Nichts!“, seufzte Emilia und fragte sich zum wiederholten Mal, wie oft sie diese Unterhaltung mit Susan noch würde führen müssen. „Gar nichts ist schlimm daran … ! Die letzten Worte murmelte sie mehr zu sich selbst und hauchte in ihre halb erfrorenen Hände. Offensichtlich hatten jetzt also auch die Handschuhe beschlossen, ihre Funktion als Wärmespender einzustellen. Na wunderbar!
      „Ist dir kalt? Wollen wir lieber reingehen?“, fragte Susan besorgt.
      „Nein, es geht schon … Sag` mir lieber mal, was wir heute zu feiern haben“, stieß Emilia durch ihre klappernden Zähne hervor und war dankbar, dass Susan auf den Themenwechsel ansprang.
      „Oh, das habe ich nur so gesagt, um Elias loszuwerden“, gestand sie ohne jede erkennbare Reue und fuhr mit der Hand durch die Luft. „Seit du hier bist, erwischt man dich kaum noch ohne ihn! Er bewacht dich ja wie ein Hund der um seinen Knochen schleicht.“
      „Sehr witzig! Das ist nicht normal, wie er sich verhält, okay? Du sagst es selbst … irgendwas stimmt nicht mit ihm …“, griff Emilia Susans scherzhafte Bemerkung auf. Kurz dachte sie darüber nach, ihre Aussage mit weiteren kuriosen Erlebnissen zu untermauern, die sich in den vergangenen Tagen ereignet hatten, doch kam sie zu dem Schluss, dass es besser war, darauf zu verzichten.
      Dass Elias` Anwesenheit eine sonderbare Wirkung auf sie ausübte und die Luft manchmal wie elektrisiert schien, wenn er ihr nahe kam, würde für ihre kupplungswütige Freundin mit ziemlicher Sicherheit zu einem gefundenen Fressen werden.
      „Meine Güte Lia! Vielleicht ist er auch einfach ein netter Kerl, dem du den Kopf verdreht hast“, entgegnete sie auch schon prompt und kramte dabei eine Schachtel mit Zigaretten aus ihrer Manteltasche.
      Sehnsüchtig beobachtete Emilia, wie sie sich eine anzündete.
      „Kann ich auch eine haben?“ Hastig entledigte sie sich ihrer Handschuhe und blickte sich nach allen Seiten um. Von einem der behandelnden Ärzte beim Rauchen erwischt zu werden, würde zweifelsohne zu einer unangenehmen Grundsatzdiskussion führen, doch war weit und breit keine andere Menschenseele in Sicht.
      „Hältst du das für eine gute Idee?“, fragte Susan und haderte mit sich, als sie Emilia die Packung hinhielt.
      „Ich bin letzte Woche beinahe drauf gegangen. Diese eine Zigarette hier wird mich garantiert nicht umbringen!“, schnaufte Emilia und griff zu, während Susan ihr mit einem kritischen Blick Feuer anbot.
      Kaum dass die Glut aufflammte und sich der beißende Qualm in ihren Lungen verteilte, erinnerte sich Emilia wieder an den Grund, weshalb sie sich vor Monaten geschworen hatte, keine Zigarette mehr anzufassen. Das war wirklich widerlich!
      Und dennoch überkam sie auf tollkühne Weise das triumphierende Gefühl sich gegen die überfürsorgliche Achtsamkeit aufzulehnen, die in den sterilen Wänden des Krankenhauses jeglicher Unvernunft Einhalt gebot.
      Der Moment dauerte nicht lange an. Ein hartnäckiges Räuspern ließ sie herumfahren und sorgte dafür, dass sie erschrocken zusammenzuckte. Zuerst blieb ihr Blick an den Limoflaschen hängen, bevor er weiter oben auf Elias` Gesicht traf. Der tadelnde Ausdruck darin galt eindeutig ihr.
      Kopfschüttelnd schnalzte er mit der Zunge und bevor sie überhaupt irgendetwas hätte sagen können, machte er bereits einen Schritt auf sie zu. Ungläubig starrte sie auf seine Hand, die er ihr auffordernd entgegenstreckte.
      „Ich hab` ihr gesagt, dass das keine gute Idee ist…“, startete Susan neben ihr einen kläglichen Versuch, sich zu verteidigen, woraufhin Emilia ihre Freundin entgeistert ansah.
      Verräterin!
      „Das ist aber scheinbar nicht angekommen …“, erwiderte Elias, ohne Emilia dabei aus den Augen zu lassen. Der Vorwurf, der in seiner Stimme mitschwang weckte in ihr den Drang, sich ihm zu widersetzen. Obwohl ihr der abartige Geschmack des Tabaks inzwischen zuwider war, nahm sie einen weiteren Zug und blies Elias den Qualm so genussvoll wie möglich entgegen.
      Die Provokation traf ihn scheinbar unerwartet und für einen Augenblick glaubte Emilia, das Blickduell tatsächlich gewinnen zu können, hätten sich seine starren Züge nicht plötzlich entspannt und einen sanften Ausdruck angenommen, der sie daran erinnerte, dass er sich ganz einfach um sie sorgte.
      So, wie er es die ganze Zeit schon tat und zwar auf eine Weise, die sie bisher noch nie kennengelernt hatte und die ihr zutiefst unangenehm war.
      Er überwand das letzte Stück und ließ sich von ihr unter einem kaum verständlichen Protestgemurmel den qualmenden Glimmstengel aushändigen.
      „Die Limo solltet ihr besser drinnen trinken“, sagte er nüchtern, trat die Zigarette aus und drückte Susan die Flaschen in die Hand. „Emilia muss rein!“
      „Vielleicht will Emilia aber gar nicht rein!“, konterte sie und die Tatsache, dass er über sie in der dritten Person sprach, ließ sie noch wütender werden, als sie ohnehin schon war. „Emilia ist gerade erst nach draußen gekarrt worden…“, setzte sie erneut an, als Elias sich vor ihr niederließ und nach ihren tauben Fingern griff. Die unerwartete Berührung hinterließ ein warmes Kribbeln auf ihrer Haut, das sich wie ein schutzbringender Mantel über ihre durchgefrorenen Glieder legte und die Kälte aus ihrem Inneren vertrieb. Wie gebannt starrte Emilia auf Elias` Hand, bevor er diese zurückzog und sich wieder aufrichtete.
      „Du hast bereits blaue Lippen und deine Hände sind eiskalt. Ich würde dich jetzt gerne reinbringen! Ist das gestattet?“ Herausfordernd hob er eine Braue und der sarkastische Unterton in seiner Stimme ließ erahnen, dass es sich hierbei um eine rein rhetorische Frage gehandelt hatte.
      „Er hat recht Lia!“, kam Susan ihr mit einer Antwort zuvor und verhinderte, dass Emilia aussprechen konnte, was ihr gerade auf der Zunge lag. „Deine Lippen sind wirklich schon ganz blau!“ Im nächsten Moment erhob sie sich von der Bank, und platzierte sich neben Elias, als wolle sie neben ihm Stellung beziehen.
      „Na schön!“ Resigniert lehnte sich Emilia in ihrem Rollstuhl zurück und verschränkte trotzig die Hände vor der Brust. „So, wie`s aussieht, bin ich wohl überstimmt.“
      Der kurze Seitenblick, den sie Susan hierbei zuwarf, wurde nicht erwidert, da diese wohlweißlich aus ihrem Blickfeld trat und voranging, während Elias ohne ein weiteres Wort zu verlieren, hinter sie trat und sich mit ihr in Bewegung setzte.
      Die stumme Prozession Richtung Eingangshalle gab ihr die Gelegenheit, ihren Gedanken nachzugehen und sich mit der Frage zu beschäftigen, wie Elias es geschafft haben konnte, plötzlich wie aus dem Nichts hinter ihnen aufzutauchen. Wo war er verdammt nochmal so schnell hergekommen? Und wie ließ sich die sonderbare Wärme erklären, die soeben durch seine Berührung in ihr aufgestiegen war?
      Die Fragen laut auszusprechen hätte ihr Vorhaben, ihn noch mindestens drei Tage mit `Nichtbeachtung` zu strafen, bereits im Ansatz scheitern lassen, weshalb sie sich dazu entschied, ihn erst später damit zu konfrontieren. Und das würde sie.


      Hier geht`s weiter:
      Kapitel 8
    • Hallu @Rainbow :D ,

      hab nix am Inhalt zu beanstanden oder so xD weil Zusatz 1.1 genau so wurde, wie ichs mir vorgestellt hatte ^^
      Leider schiebt sich ungefragt ein Gedanke mit ein, ob 1.1 nicht vielleicht sogar überflüssig deswegen ist... und die Kurzfassung aus der Hauptstory gereicht hätte an der Stelle, wo sie sich nur zurückerinnert, dass das passiert ist :/

      Mal schauen was die anderen Leser sagen X/

      lg Kramurx
    • @Kramurx, ich weiß nicht, ob ich dich richtig verstehe, aber der Rückblick von Emilia in Kapitel 8 würde quasi wegfallen, wenn ich diese Zusatzkapitel mit reinnehme. ^^

      Ich habe versucht, ihre Erinnerungen (dass er sie unter Decken begraben durch den Park schiebt, dass er sie beim Rauchen erwischt, dass er sich Überraschungen für aufgegessene Mahlzeiten ausdenkt, den Kater ins KH schmuggelt, auf Silas trifft,...) für den Leser greifbarer zu machen, idem er sie selbst miterlebt.

      Im Prinzip ist es genau meine Frage gewesen, ob es für die Geschichte ein Gewinn wäre, das ausführlicher zu beschreiben, oder ob man sich im Zweifelsfall mit dem Rückblick zufrieden geben könnte....also entweder oder.

      LG,
      Rainbow