HEAVEN - (Band 1)

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    • Neu

      Rainbow schrieb:

      insofern ist es umso wichtiger, dass man mir sagt, ob Emilias Verhalten total bescheuert rüberkommt oder ob sich vielleicht nach und nach beim Leser zumindest eine kleine Vorahnung einstellt...
      ich wollte dazu auch nochmal was sagen.

      Was ich im meinem letzten Kommentar geschrieben habe, war mein persönliches Empfinden und mein Geschmack :)
      Da wir Emilia, ihre Gedanken und Gefühle kennen, war das schon gut geschildert und hat Sinn ergeben.

      Das sie eine nicht allzu schöne Vergangenheit hat, kann man zwischen den Zeilen lesen. Ganz klar ist es noch nicht, aber so soll es ja auch nicht sein. Daher finde ich es eigentlich gut so ^^

      LG :)
      Die Welt war voller Wunder - Man musste sie nur sehen wollen...
      -Im Tal des Falken-
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      @LadyK, @Kirisha, @Thorsten, @TacTrix, @Ralath: Danke für euer Feedback zu diesem Emilia-Teil :) Ich war zwischenzeitlich ehrlich nicht mehr so sicher, ob ich es vielleicht etwas übertrieben habe und der Kitsch mal wieder aus den Zeilen getrieft ist...

      Zum Beispiel hier:

      Rainbow schrieb:

      Während sie so dasaß, den Blick aus dem Fenster in die noch tiefschwarze Nacht gerichtet, musste sie an die Zeit im Krankenhaus zurückdenken und ohne, dass sie etwas dagegen hätte unternehmen können, stahlen sich zwei leuchtend silbergraue Augen in ihren Geist, deren warmer Blick sie mit einer bisher unbekannten Sehnsucht fluteten.
      Elias!

      Rainbow schrieb:

      Hatte zuvor in ihrem Inneren tiefste Dunkelheit und abgrundtiefe Kälte geherrscht, sandte er eine freundliche Wärme aus, die sie anzog, wie das Licht eines hell erleuchteten Hauses, das sie einlud, einzutreten.
      Alles um sie herum nahm deutlichere Konturen an und die Farben erstrahlten plötzlich in intensiverem Glanz, als habe sie bislang ihre Umwelt nur in tristen Grautönen wahrgenommen. Es war, als sei sie nach Jahren endlich aus einem Traum erwacht, der sie die ganze Zeit über hinter einer dicken Glasscheibe gefangen gehalten und ihre Sinne betäubt hatte.

      Solche Stellen sind mein "Spezialgebiet" und manchmal fließen solche Textstellen aus mir heraus, ohne, dass ich etwas dagegen unternehmen kann ^^ Ehrlich gesagt, hatte ich damit gerechnet, dass es hierfür Kritik hageln würde. Wie gesagt, sah meine ursprüngliche Fassung etwas anders aus. Sie war abgeklärter und weniger depri. Eigentlich stand ich schon kurz davor, diese Szene noch einmal abzuändern :hmm:
      Da ihr aber offensichtlich damit leben könnt und Emilias Verhalten nachvollziehbar bleibt, würde ich es für`s Erste so belassen. Ich mache mir nur für mich selber eine Randnotiz und werde es mir eventuell später noch mal vornehmen...bevor ich jetzt wieder einer sinnlosen Löschorgie verfalle :)

      Hier noch ein paar Anmerkungen für euch:

      Ralath
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      Ralath schrieb:

      Widerspricht bzw. doppel-moppelt sich das nicht sogar irgendwie? Weil... wenn er sichtlich amüsiert ist, muss er dann noch in sich hineingrinsen?
      Ich kann das sichtlich auch einfach weglassen ^^ Ich hatte mir das aber ursprünglich so gedacht, dass er versucht, das Grinsen zu unterdrücken, es aber dennoch für jeden Außenstehenden sichtlich ist... :hmm: Muss ich noch mal drüber nachdenken....

      Ralath schrieb:

      Wenn das beides zur gleichen Zeit stattfindet, wäre das eine merkwürdige Bewegung. Versuch das mal nachzumachen

      Also ich kann das :D Kopfschütteln und sich dabei gleichzeitig durch die Haare fahren...man könnte es auch als "Haare raufen" bezeichnen. Also, nicht, dass ich das ständig tun würde...im Vergleich zu Dagon bin ich wahrscheinlich eher der ausgeglichene Typ :rofl: Aber ich schaue mir den Satz noch mal an...vielleicht lässt sich da was dran drehen.


      Ralath schrieb:

      Natürlich hat die Hölle mit einem ranghohen Engel als Intriganten eine wunderbare Informationsquelle, doch dass sie so detailliert von der Verschmelzung wussten und noch dazu, mit wem, das kam mir etwas zu... einfach und ein bisschen forciert vor? Das ging zu schnell. Solltest du später noch darauf zurückkommen und näher darauf eingehen, dann wäre die Stelle für mich kein Problem.
      Ich werde darauf später noch einmal zurückkommen - Keine Sorge ^^


      Ralath schrieb:

      Ansonsten habe ich mich über den Brückenschlag zu dem gefundenen Buch am Anfang gefreut. Ich hab schon drauf gewartet, dass du den Faden wieder anknüpfst. Dass gerade Sirius, aka das "Weichei" in der Runde darauf angesetzt ist, hat mir sehr gefallen.
      Ich weiß nicht, ob es so recht rübergekommen ist....Sirius hat mit Hilfe des Buches Dagon heraufbeschworen und ihn somit aus der ewigen Verdammnis befreit....leider ist das Buch dann wiederum von einem "Verräter" aus ihren eigenen Reihen entwendet worden, der sich damit nun auf der Flucht befindet. Das Buch wäre für Dagon der Schlüssel zum Sieg...zumindest wäre es hiermit für ihn ein Leichtes, die Herrschaft an sich zu reißen, weshalb er logischerweise alles daransetzen wird, es wieder in die Hände zu bekommen ^^

      Ralath schrieb:

      Als Gelegenheitsalkoholikerin scheint betrunken Autofahren kein naheliegender Unfallgrund zu sein
      Na ja,...in meiner Vorstellung hatte sie lediglich ein Glas Rotwein getrunken. Ohne Frage sollte man sich auch dann nicht mehr ins Auto setzen, aber sturzbetrunken war sie nun auch nicht :D


      Ralath schrieb:

      Ich finde, du hast die Selbstreflexion sehr gut getroffen, ihre innere Zerrissenheit war stimmig und gut nachvollziehbar. Gleichzeitig frage ich mich nun, wie ihr Wunderknabe ihr wohl das nächste Mal über den Weg läuft, oder ob die Hölle jetzt anfängt, um sie zu buhlen... ich meine Dagon scheint ja auch recht charmant sein zu könne

      Tja, die Entschheidung zwischen Gut und Böse fällt nicht immer leicht. Vor allem, wenn der Himmel nicht wahnsinnig viel zu bieten hat ... außer einem heißen Engel, versteht sich, an den sie gebunden ist.... Lass dir das Popcorn schmecken :D



      Kirisha
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      Kirisha schrieb:

      Mir ist allerdings aufgefallen, dass du die ganze Schlusspassage im Plusquamperfekt geschrieben hast. Findest du das nötig? Ich setze eigentlich nur solche Handlungen in den Plusquamperfekt, die mir zu langweilig zum Erzählen sind oder die ich schnell überspringen will.
      Ich finde, es klingt immer irgendwie, als hätte ich als Leser etwas nicht mitgekriegt und du sagst mir dann: ach übrigens, das ist auch noch passiert.
      Auf der anderen Seite hast du es ja geschafft, alles trotz dem ekligen Plusquamperfekt noch witzig und spannend zu erzählen. Aber vielleicht könntest du doch das eine oder andere nicht in der Vorvergangenheit erzählen, sondern es zeitlich weiter nach vorne holen, damit man sich als Leser mehr "mittendrin" fühlt? So als ob es gerade jetzt passiert?

      Ich habe es gehasst, das zu schreiben, das kannst du mir glauben. Dieses ganze "hatte" und "war"....das widerspricht in jeder Hinsicht meinem Drang, mich nicht ständig wiederholen zu wollen. Leider ist mir keine andere Lösung für das Problem eingefallen. Wenn ich in der Vergangenheit schreibe und ein zuückliegendes Ereignis schildern will, muss ich doch auf das Plusquamperfekt zurückgreifen, oder nicht?
      Für Vorschläge bin ich hier dankbar. Den Text einfach nur in die Vergangenheit zu setzen, käme mir seltsam vor :hmm:

      Aber es beruhigt mich ein Stück weit, dass der Rückblick dennoch lesbar war ^^



      TacTrix
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      TacTrix schrieb:

      Allerdings wundert mich, woher all diese anderen Varianten kommen, da sie ja nie in einer dieser Gefahren war. Wie baut sie die dann in ihre Träume ein? Denkt sie tagsüber zu viel darüber nach, was hätte passieren können?
      Ich gebe zu, ich bin jetzt kein ausgewiesener Traumexperte...vielleicht sollte man mal einen Psychologen dazu befragen :hmm: ...Na ja, aber ich träume auch oft wirres Zeug und steigere mich gerne in alles mögliche rein. Für mich ist ganz klar, dass sich in den Träumen Ängste manifestieren...das müssen nicht zwangsläufig Dinge sein, die man selber erlebt hat. Vielleicht hat man sowas schon mal in einem gruseligen Film gesehen oder ein Buch gelesen, was weiß ich. In der Traumlandschaft setzten sich diese Erfahrungen dann wie ein Puzzle zusammen und ergeben etwas Neuartiges und zum Teil bestimmt nicht logisch Erklärbares...für mich war in dem Moment klar, dass sie den Kontrollverlust als das Schlimmste empfunden hat. Sie hatte keine Chance zu entkommen...das kann sich in der Bewegungsunfähigkeit äußern und die Schmerzen spiegeln diese Wilden Tiere wider, die sie dann auch noch anfressen.....Uahhhhh...außerdem fand ich die Vorstellung einfach derart schrecklich, dass ich es so schreiben musste :D

      TacTrix schrieb:

      Ich weiß nicht, ob die Formulierung richtig ist, sie liest sich aber keinesfall schön
      Jemanden zum Teufel scheren kennst du nicht? Ist eigentlich ein gängiges Sprichwort....ich fand das an der Stelle irgendwie lustig. :hmm:


      TacTrix schrieb:

      Auch hier muss ich leider, wie vermutlich schon meine Vorgänger, intervenieren und fragen, wie Elias das mit seiner "Arbeit" Krankenhaus anstellt. Gehen wir mal davon aus, dass er dem normalen Personal weißmachen kann, er würde dazugehören. Umsorgt er da auch andere Patienten oder nur sie? Ärzte deligieren mit Vorliebe medizinische Maßnahmen an das Pflegepersonal, wie sieht es da aus, da er keinerlei Vorkenntnis besitzt? Muss er täglich die Erinnerungen daran löschen, dass er da war? Wenn ja, wie erklärt sich dann das Personal Emilias Versorgung? Muss ja alles dokumentiert werden.
      Okay, ich sehe schon, Rainbow hat das bestimmt wieder nicht bis ins kleinste Detail durchgeplant ...aber ich versuche es jetzt trotzdem einfach mal mit einem Erklärungsansatz. :D Nehmen wir einmal an, Elias würde über die Fähigkeit verfügen, die Menschen vergessen zu lassen, das sie ihn gesehen haben...vielleicht nehmen sie ihn ja auch gar nicht bewusst war...und vielleicht nimmt er weniger die medizinische Versorgung von Emilia an (davon hat er ja nun auch nicht wirklich viel Ahnung), sondern kümmert sich in anderer Weise um sie.....gut, dann würde man sich wieder die Frage stellen, warum ihr das nicht auffällt. Denn er wird ja sicher nicht ausschließlich dafür bezahlt, mit ihr spazieren zu gehen oder zu kontrollieren, ob sie auch ihr Essen aufistt.... :hmm: In meiner Vorstellung hängt er aber auch nicht rund um die Uhr bei ihr rum...zumindest nicht in seiner körperlichen Gestalt .... vielleicht kapiert sie das gar nicht so richtig und hinterfragt es deshalb auch nicht. (klingt das jetzt zu einfach? :hmm: )


      TacTrix schrieb:

      Beeinflusst diese "Verschmelzung" beide Charaktere oder nur den Engel? Findet diese Situation immer zwischen Männlein und Weiblein statt? Wenn ja und das länger bekannt ist, warum wurden noch nie Maßnahmen dagegen ergriffen, da dies ja eindeutig nicht dem eigentlich Plan der Überführung entspricht. Wenn nichts dagegen getan werden kann, warum wird der Engel dann nicht von dem Fall abgezogen und ihm der Kontakt untersagt? Immerhin sind hier, wenn auch eher ungewollt, Gefühle im Spiel, die die nötige Objektivität im Umgang Mensch-Engel gefährden.
      Ich schätze, dass es beide Betroffenen in gleicher Weise trifft. Wie wir von Jesaja erfahren haben, ereignet sich dieses Phänomen, das ja eigentlich einem Unfall gleicht, nur sehr selten. Eigentlich hätte Elias das natürlich direkt melden müssen (jeder andere Engel hätte das wahrscheinlich auch getan), nur er ist, glaube ich, so sehr in dem gefangen, was da gerade mit ihn geschieht, dass er das erst mal mit sich selber ausmachen will....(diese Widersprüchlichkeit zwischen: ich hasse es, die Kontrolle zu verlieren und ich kann aber nicht anders, weil mich dieses menschliche Wesen derart anzieht, macht ihn natürlich insgeheim wahnsinnig, doch das wird erst in dem nächsten Kapitel deutlich werden, welches aus seiner Sicht geschrieben ist)

      Ein anderer Punkt ist der, dass die Fürsten schon längst von der Verschmelzung wissen, und es ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Prophezeiung ist, dass dies passieren sollte....Scheiße, jetzt spoiler ich gerade schon wieder...ahhhhh.....das ist aber logischerweise der Grund, warum sie nicht eingreifen, sondern die Geschichte ihren lauf nehmen lassen.

      TacTrix schrieb:

      Hier hätte mich eine wohlmeinende Ermunterung von Susans Seite wesentlich zufriedener gestimmt. Man könnte ja davon ausgehen, dass er vllt auch einfach nur etwas schüchtern ist Minuspunkt für Susan.

      Ich glaube, Thorsten hat das ganz schön geschildert....Susan ist außerdem manchmal etwas unsensibel , quirlig, impulsiv,....Ganz nebenbei haben Freundinnen die Angewohnheit in solchen Situationen mit dir alle Möglichkeiten durchzukauen um das männliche Verhalten zu erklären....wir können darüber stundelang philosophieren :D ... und es kommt sicher nicht immer nur Gutes dabei raus.


      TacTrix schrieb:

      Für jemanden, der zum ersten Mal wirklich mich Menschen zu tun hat und dann auch noch im ersten Einsatz... Ich vermisse hier Berührungsängste. Selbstzweifel auch von Elias' Seite, eine Art Vorsicht, die er im Erkunden seines neuen Berufsbildes noch walten lässt.
      Vielleicht klärt sich das ein bisschen, wenn du das nächste Kapitel aus seiner Sicht liest ^^


      TacTrix schrieb:

      Das bewirkt dann gleichzeitig die Frage, wie Elias sein Fehlen im Dienst rechtfertigt, wenn er die ganze Zeit bei ihr rumhängt

      Auch das wird denke, ich im nächsten Teil deutlich ... hoffe ich.



      Thorsten
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      Thorsten schrieb:

      Susan... kennt Emilia wahrscheinlich auch schon und mag sie da eher vor einer ueber-romantischen Vorstellung beschuetzen. Susan kennt ja (anders als wir) weder den Klappentext des Buches, noch weiss sie von der Verschmelzung der Seelen zwischen Engel und Mensch - nach allem was sie wissen kann hat Emilia sich in das halbwegs normale Verhalten eines Pflegers (er kuemmert sich halt) was reingesponnen, und wenn sie jetzt versucht Emilia den Kopf zurecht zu ruecken, dann glaubt sie im besten Interesse von Emilia zu handeln.
      Danke....so in etwas habe ich mir das auch erklärt ^^


      Thorsten schrieb:

      ich bin jetzt kein absoluter Experte, aber ich finde die Variationen ein bisschen ungewoehnlich. Ich wuerde erwarten dass das Ereignis dass sich eingebrannt hat der Kontrollverlust, dann Aufprall war, und dass die Traume dann so ablaufen dass ein 'normaler' Traum eben irgendwann auf einen Kontrollverlust zusteuert der mit einem Aufprall und Aufwachen endet. Also dass sie z.B. in einem Haus ist, aber auf der Treppe zu rutschen beginnt, die sich in eine Eisbahn verwandelt und sie unten aufprallt und aufwacht.

      Das Unterbewusstsein funktioniert glaube ich eher nicht so dass es ein Thema 'Unfall mit Todesfolge' variieren kann - das ist eher so eine Kategorie die das Wach-Bewusstsein machen kann - Feuer ist ja vom Gefuehl her ganz anders als ein Aufprall, und diese Assoziation ist bei Traeumen wichtig.
      Da TacTrix das ebenfalls angemerkt hat, bekommst du auch die gleiche Antwort:
      Ich gebe zu, ich bin jetzt auch kein ausgewiesener Traumexperte...vielleicht sollte man mal einen Psychologen dazu befragen ...Na ja, aber ich träume auch oft wirres Zeug und steigere mich gerne in alles mögliche rein. Für mich ist ganz klar, dass sich in den Träumen Ängste manifestieren...das müssen nicht zwangsläufig Dinge sein, die man selber erlebt hat. Vielleicht hat man sowas schon mal in einem gruseligen Film gesehen oder ein Buch gelesen, was weiß ich. In der Traumlandschaft setzten sich diese Erfahrungen dann wie ein Puzzle zusammen und ergeben etwas Neuartiges und zum Teil bestimmt nicht logisch Erklärbares...für mich war in dem Moment klar, dass sie den Kontrollverlust als das Schlimmste empfunden hat. Sie hatte keine Chance zu entkommen...das kann sich in der Bewegungsunfähigkeit äußern und die Schmerzen spiegeln diese Wilden Tiere wider, die sie dann auch noch anfressen.....Uahhhhh...außerdem fand ich die Vorstellung einfach derart schrecklich, dass ich es so schreiben musste :D



      LadyK
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      LadyK schrieb:

      Was ich im meinem letzten Kommentar geschrieben habe, war mein persönliches Empfinden und mein Geschmack
      Da wir Emilia, ihre Gedanken und Gefühle kennen, war das schon gut geschildert und hat Sinn ergeben.

      Das sie eine nicht allzu schöne Vergangenheit hat, kann man zwischen den Zeilen lesen. Ganz klar ist es noch nicht, aber so soll es ja auch nicht sein. Daher finde ich es eigentlich gut so
      Es ist lieb, dass du das noch mal schreibst, aber dein erster Eindruck beim Lesen ist für mich doch immer der wichtigste :) Ich finde es gut, wenn du mir deine Bedenken schilderst, und auch, wenn es nur so ein Gefühl ist...letztlich war ich dann ja auch selber nicht mehr so sicher, was dieses Kapitel betrifft...also, mach dir keinen Kopf und hör bloß nicht auf, mich ganz offen, ehrlich und unverblümt an deinen Gedanken teilhaben zu lassen, okay? Alles gut :D



      LG,
      Rainbow
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      Hier kommt noch der restliche Teil dieses Emilia-Kapitels, bevor wir wieder zu Elias wechseln und erfahren, wie es ihm so ergeht :)

      Kapitel 8.2


      Das Wasser kochte bereits seit geraumer Zeit, als Emilia den Topf vom Herd nahm und den Inhalt in die Tasse mit dem Teebeutel kippte. Sofort war die Küche erfüllt von einem köstlichen Duft nach Himbeere und Vanille. Eingehüllt in die Decke wanderte sie dicht gefolgt von ihrem Kater ins Wohnzimmer. Da sie gerade mal drei Monate hier wohnte, war die Einrichtung noch kläglich. Das Mobiliar war größtenteils zusammengestückelt aus dem Restbestand ihres alten Zimmers, geerbten beziehungsweise anderweitig abgestaubten Wohnaccessoires und kostengünstig erworbenen Möbelstücken. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, fühlte sie sich mehr als wohl in ihren eigenen vier Wänden und es störte sie überhaupt nicht, dass die gemütliche Eckcouch schon Flecken hatte, der rustikale Truhentisch diverse Kratzspuren aufwies und die Anbauwand ursprünglich vom Sperrmüll kam.
      Sie entzündete die Teelichter, die noch vom Vorabend auf dem Tisch standen, und kuschelte sich mit der Decke und der Tasse Tee in den alten Schaukelstuhl, ihrem absoluten Lieblingsplatz in dieser Wohnung.
      Ob um 5:00 Uhr morgens schon etwas Gescheites im Fernsehen laufen würde? Gedankenverloren zappte sie einige Kanäle durch, bis sie schließlich bei einer perfekt gestylten Moderatorin hängenblieb, die vor einer Wetterkarte stand, um die Prognose für den heutigen Tag bekanntzugeben.
      Einerseits war es ein beruhigendes Gefühl zu sehen, dass es noch andere Menschen gab, die zu dieser Zeit bereits auf den Beinen waren, aber warum mussten die bitteschön mitten in der Nacht so unverschämt gut aussehen? Sie tröstete sich damit, dass sie nach zwei Stunden in der Maske wahrscheinlich auch wieder wie ein halbwegs normaler Mensch ausgesehen hätte, als gerade ein interessanter Beitrag kam.
      Nun war es das männliche Gegenstück zu der Wetterfee, ein ebenso attraktiver wie gut gekleideter Moderator, der mit ernster und seriöser Miene erklärte, es sei in den vergangenen Nächten in der gesamten Region vermehrt zu Friedhofsschändungen gekommen.
      Laut Aussage der Polizei gäbe es Hinweise, dass es sich um Anhänger einer skurrilen Sekte handeln müsste, die hier am Werk gewesen seien. Als die Bilder der betroffenen Friedhöfe eingespielt wurden, wäre Emilia um ein Haar schon wieder der heiße Inhalt ihrer Tasse über den Schoß gekippt und sie musste zweimal hinsehen, bevor sie anhand der Aufnahmen des Außengeländes und des schmiedeeisernen Eingangstores mit der Überschrift ´Zentralfriedhof-Eingang Süd` erkannte, dass das unmittelbar vor ihrer eigenen Haustüre war.
      Die Vorstellung, dass es da draußen tatsächlich irgendwelche Spinner gab, die ernsthaft an Satan oder sonst eine dunkle Macht glaubten, und nur einige Hundert Meter Luftlinie von ihrem Haus entfernt schwarze Messen feierten, verursachte ihr eine Gänsehaut.
      Obwohl ihr Glaube in den vergangenen Jahren bereits mehrfach auf eine harte Probe gestellt worden war, hatte sie nie angezweifelt, dass es eine höhere göttliche Instanz geben musste. Mit der Existenz eines bösen Gegenparts hingegen, hatte sie sich nie wirklich auseinandergesetzt.


      ∞∞∞∞∞∞∞


      Das Klingeln riss Emilia aus dem Tiefschlaf. Erschrocken blickte sie sich um und stellte fest, dass sie sich nach wie vor im Schaukelstuhl befand. Die unbequeme Schlafposition der vergangenen Stunde hatte dazu geführt, dass wichtige Körperteile, die man zum Aufstehen benötigt, längere Zeit nicht mehr mit Blut versorgt worden waren.
      Ungelenk und wenig graziös erhob sie sich deshalb von ihrem Schlafplatz und schleppte sich an die Haustür.
      „Scheiße! ... Susan!“, entfuhr es ihr.
      Wie spät war es denn bloß? Der Blick auf die Küchenuhr verriet ihr, dass sie verschlafen hatte. Es war bereits 7.30 Uhr und es blieb ihr nur noch eine halbe Stunde, um pünktlich zu ihrem Termin im Krankenhaus zu erscheinen.
      „Morgen“, trällerte Susan gut gelaunt und mit breitem Grinsen, als sie ihr aus dem Treppenhaus entgegen kam.“ Ist das jetzt der neueste Schrei oder hast du etwa verpennt?“, fragte sie und musterte Emilias Erscheinung. Nach wie vor trug sie ihren Schlafshorty und dicke Norwegersocken. Die Haare glichen mehr einem explodierten Sofakissen und die Folgen der unruhigen Nacht waren ihr deutlich ins Gesicht geschrieben.
      „Ich hab` verpennt“, gab sie kleinlaut zu und unterdrückte ein Gähnen. „Komm rein und gib mir zehn Minuten, okay?“, sagte sie und machte bereits auf dem Absatz kehrt, um ins Badezimmer zu huschen.
      „Glaubst du zehn Minuten reichen aus? Ich hab` keine Lust, dich gleich wieder da lassen zu müssen, nur weil du aussiehst wie der Tod auf Socken. Auf Norwegersocken, wohlgemerkt!“, rief Susan ihrer Freundin hinterher, doch Emilia hatte bereits das Wasser unter der Dusche aufgedreht. Susan ging ins Wohnzimmer und setzte sich vor den Fernseher, in dem noch immer dasselbe Programm lief, wie zuvor. Gebannt verfolgte sie die Nachrichten und schüttelte ungläubig mit dem Kopf als Emilia mit Bademantel und noch feuchten Haaren in der Tür erschien.
      „Hast du das mit den Friedhofsschändungen gesehen?“, fragte sie ihre Freundin. „Das ist doch hier bei dir, oder?“
      „Ja, krass oder? Kaum bin ich mal ein paar Tage nicht da und schon entwickelt sich meine Nachbarschaft zum Treffpunkt für Gruftis und Satansanbeter.“ Emilia rubbelte sich die Haare trocken und verschwand erneut im Badezimmer.
      „Es ist übrigens echt lieb von dir, dass du dich in deinem Urlaub so früh aus dem Bett gequält hast, um mich zu fahren“, nuschelte sie mit Schaum im Mund und übertönt durch den Lärm der Elektrozahnbürste, sodass Susan sie kaum verstehen konnte.
      „Kein Problem“, antwortete sie. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dich in deinem desolaten Zustand mit der Bahn durch die halbe Stadt gondeln zu lassen. Da fahre ich dich lieber. Aber sag` mal, warum genau musst du da jetzt heute wieder hin?“
      „Man hat mich am Freitag eigentlich nur unter der Bedingung entlassen, dass ich heute Morgen noch zu einer Nachuntersuchung erscheine“, erklärte Emilia, während sie sich die noch feuchten Haare bürstete und sie zu einem Knoten im Nacken zusammenband.
      „Hast du eigentlich inzwischen mal was von Elias gehört?“, fragte Susan mit ernsthaftem Interesse. „Vielleicht laufen wir ihm ja gleich über den Weg.“
      Emilias Magen zog sich zusammen.
      „Ähm, nein! Ich habe nichts von ihm gehört und ja, vielleicht sehen wir uns gleich. Vielleicht aber auch nicht“, antwortete sie knapp, während sie sich die Schuhe zuband.
      „Oookay“, sagte Susan gedehnt und betrachtete ihre Freundin mit besorgtem Gesichtsausdruck. „Das klingt nicht gut.“ Sie fing an, mit dem Kopf zu schütteln. „Gar nicht gut.“
      „Was?“ ranze Emilia sie an. „Was klingt nicht gut?“ Sie sprang auf, marschierte in den Flur und griff nach der Jacke, die an der Garderobe hing. „Wenn ich ihm etwas bedeuten würde, dann bräuchten wir uns jetzt nicht darüber unterhalten, oder? Ich werde mir darüber nicht den Kopf zerbrechen und außerdem habe ich im Moment echt andere Probleme.“
      „Na schön. Bist du so weit?“ Susan schien es fürs Erste dabei belassen zu wollen, doch Emilia war klar, dass das Thema bestimmt noch nicht vom Tisch war. Für den Moment war sie aber heilfroh, dass ihre Freundin von ihr abließ und ihr weitere Gedanken an Elias erspart blieben.
      „Ja. Wir können los!“, antwortete sie deshalb, nahm den Schlüssel vom Board und verließ mit Susan die Wohnung.
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      Irgendwas was ich nicht genau festmachen kann reibt bei dem Abschnitt wo sie den Fernseher anhat - das fuehlt sich beim Lesen anders an als davor und danach.

      Teil davon ist denke die indirekte Rede - das ist bei Dir glaube ich sonst eher selten. Koenntest Du sie vielleicht einfach direkt hoeren lassen, wirkt auch eindringlicher, grade wenn es sie ja erschrecken soll.

      Ein anderer Teil ist, die Situation - sie ist aus einem Albtraum aufgewacht, sie hat ueber Elias nachgegruebelt alles eher ernste Themen - und jetzt sinniert sie wie lang die Wetterfee unter der Maske war?

      Hm, ich wuensche ich koennte es noch genauer festmachen, aber der Abschnitt fuegt sich fuer mich nicht in den Rest ein.
    • Neu

      Hey @Thorsten,

      danke für deine Einschätzung. :) Das deckt sich auch irgendwie mit meinem Gefühl. Es ist in der Tat so, dass ich den vorderen Teil dieses Kapitels (bis dahin, wo das Wasser anfängt zu kochen) mal vor einiger Zeit etwas umgeschrieben hatte. Deshalb ist es gut möglich, dass die Stimmung, die sich am Anfang aufgebaut hat, jetzt nicht mehr so ganz zu dem hinteren Teil passt.
      Einem selber fällt das nach hunderfachem Lesen leider nicht mehr richtig auf, vor allem, wenn der Text einem schon so vertraut ist. Da liest man ja bekannterweise über einiges hinweg. Überhaupt sind mir jetzt noch ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die ich gerne noch abändern möchte.

      Also: Danke auf jeden Fall für dein Feedback. Das ist sehr hilfreich für mich.

      LG,
      Rainbow