Gruppenzwang

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    • Unter der Führung von Esme kamen sie schnell voran und Aljin freute sich schon auf den Moment, wo ihre Füße endlich wieder richtigen Boden betraten und nicht mit jedem Schritt in einem Tümpel, einer Pfütze oder in stinkendem Matsch, von dem sie immer wieder hoffte, dass es nur Erde war, versanken. Zwar lag ihr nächstes Ziel erneut am Meer, aber immerhin nicht mehr in diesem ungemütlichen Schlammloch. Wie konnten Leute hier nur leben? Im Nachhinein konnte sie sich nicht mehr erklären, warum sie so scharf darauf gewesen war, einmal einen Sumpf zu sehen. Sie Luftfeuchtigkeit war kaum auszuhalten und es roch einfach nur ...
      Neben ihr tauchte aus heiterem Himmel ein halb versunkener Wiedergänger aus einem Schlammloch auf und schnappte mit seinen dürren Fingern nach ihren Füßen. Gerade rechtzeitig konnte sie noch zur Seite stolpern. Allerdings versank dabei ihr rechter Fuß in einem wässrigen Loch, weshalb sie mit einem schrillen Schrei der Länge nach im Matsch landete.
      Eine gefühlte Ewigkeit blieb sie so liegen, während sie alles und jeden verfluchte, der an ihrer momentanen Situation Schuld trug. Den Sultan eingeschlossen, der sie einst hintergangen hatte.
      "Geht es dir gut?", vernahm sie die Stimme der alten Hexe.
      "Ich ruh mich nur aus", knurrte Aljin, nachdem sie den Kopf gehoben hatte. Sie hockte sich zurück und wischte sich notdürftig den nassen Dreck aus dem Gesicht, von den Armen und behelfsmäßig von ihrer Kleidung. Sie wollte gar nicht wissen, wie sie nun aussah. Mit einer hübschen südländischen Tänzerin hatte sie jedenfalls nichts mehr gemein. "Verdammter Sumpf!"
      Auf der anderen Seite hatte sie nun einen guten Grund, sich neue Kleidung zu kaufen. Peinlich war es ihr dennoch.
      Sie ignorierte die Blicke der anderen und stampfte stur weiter und hielt erst wieder an, als sie eine gute Stunde später endlich den Rand des Sumpfes erreicht hatten.
      "Jetzt heißt es wohl Abschied nehmen, oder?", fragte Jack an Esme gewandt. Erst wollte Aljin protestieren, dass sie sich mit so etwas nicht die Zeit verschwenden sollten, allerdings interessierte sie die Antwort doch. Wenn die alte Hexe mit in die Stadt kam, dann wäre sie zumindest nicht die einzige, die man anstarren würde. Momentan sah sie immerhin fast mehr aus wie eine alte Kräuterhexe.


      Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
      - Toni Morrison -

    • Esme bemerkte die Blicke die nun auf sie gerichtet wurden. Es war tatsächlich eine interessante Frage. Sie war kurz davor zu sagen, was kümmert mich die Stadt? Aber dann stellte sie sich die Frage, was kümmert mich der Sumpf? Im Moment hatte sie sich bei den Dorfbewohnern nicht beliebt gemacht und sollten sie wirklich noch einmal mit schlechten Ideen zu ihrer Hütte zurückkehren war es wahrscheinlich besser, wenn sie sie dort nicht fanden. Fast schade, dass sie keine abschreckenden Gegenstände für sie zurückgelassen hatte, Puppen aus Schilfgras oder so. Sie zuckte deshalb nur mit den Schultern pflückte sich sanft Fergus vom Schopf und setzte die Kröte im Matsch ab. Er würde seinen Weg nach Hause finden, wie immer. "Ich bin bei meinem letzten Ausflug nicht wirklich an die Küste gekommen, ich frage mich ob es dort etwas netter ist als in der Wüste." Der Werwolf nickte und sie glaubte auch auf dem Gesicht der Frau so etwas wie ein anerkennendes Lächeln zu sehen.
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      GNU Terry Pratchett
    • „Buh!“
      „Ausbeuter!“
      „Kommt raus, wenn Ihr Manns genug seid!“
      „Sitzt mit seinem fetten Arsch auf unserem Gold…äh Silber!
      „Sklaventreiber!“
      „Mögen Euch die Geister der Felsen den Schädel einschlagen!“
      „Buuuuh! Ausbeuter, Sklaventreiber, Mensch!“

      Interessiert beobachtete Salem den Trubel, der direkt vor seiner Nase stattfand. Mitten auf dem Marktplatz der Stadt Argentusia hatte sich eine gut und gern fünfzig Mann starke Mannschaft versammelt, die lauthals – was Jack dank seiner charmanten Art von einer vorrübergehenden Magd erfahren hatte – das Haus des Statthalters anschrien. Das eigentlich spannende war aber nicht die Versammlung an sich, obwohl Salem von der Kreativität einiger der vielfältigen und bildhaften Zwischenrufe durchaus beeindruckt war. Nein, seine Aufmerksamkeit wurde vielmehr von dem Fakt gefesselt, dass keiner der Demonstranten größer als einen Meter und vierzig war, dafür aber einen wirklich imposanten Bartwuchs hatten, von dem Salem nur träumen konnte. Zwerge.
      Dabei war Argentusia eine Menschenstadt und der Anblick so vieler Zwerge auf einem Haufen ein eher seltenes Ereignis. Als Hansestadt konnte jeder völlig frei und ungehindert durch das Stadttor ein- und ausreisen. Auch Salem und seine Begleiter hatten ohne Weiteres an den Stadtwachen vorbeigehen können, auch wenn sie Salem mit einem skeptischen Blick gemustert hatten. Also warum nicht auch eine halbe Zenturie an Zwergen?
      Der Reichtum Argentusias baute sich hauptsächlich auf dem Handel mit drei wichtigen Gütern auf: Fisch, Salz und Silber. Zugegeben, es war ein großer Zufall, dass die nächstgrößere Stadt ausgerechnet für seine Silberminen bekannt war. Ein großer aber glücklicher Zufall. Alles hätte also wunderbar einfach und schnell erledigt sein können. Wo sollte Salem sonst ein Stück Silber für den Fluchbrecher herbekommen können, als hier?
      Ja, wo?
      Kein einziges, erschwingliches Bisschen hatten sie gefunden! Selbst der kleinste Brocken war hoffnungslos überteuert. Fast den ganzen Tag hatten sie die Händler und Marktstände der Stadt abgeklappert und jeder, den sie fragten, schüttelte nur resigniert mit dem Kopf. Keine Münze, nicht mal den abgebrochenen Zinken einer Gabel. In Argentusia herrschte eine Silberknappheit und niemand wusste zu sagen, wann sich das ändern würde. Nicht einmal Jack konnte etwas erreichen.
      Stoisch hatte Salem seine inzwischen vierte Runde über den Marktplatz gedreht, bis er schließlich auf den Aufmarsch der Zwerge gestoßen war. Der Magier hatte schon zuvor Zwerge gesehen und kennengelernt. In einhundertachtundzwanzig Lebensjahren, bot sich für derlei Begegnung viel Zeit. Nichtsdestotrotz war er immer wieder fasziniert von ihrem Anblick. Selbst der größte von ihnen reichte Salem nicht einmal bis zur Brust, dafür waren ihre Schultern wesentlich breiter und ihre Statur kräftiger und muskulöser, als sich Salem jemals antrainieren könnte.
      „Versteckt Euch hinter Euren Mauern so viel Ihr wollt! Irgendwann müsst Ihr ja doch rauskommen und Euch stellen!“
      „Ihr beutet andere aus, wie Ihr Eure Berge ausbeutet!“
      „Feigling, Feigling! Wenn Ihr Euch nicht stellt, kommen wir rein!“
      Plötzlich flog ein Stein durch die Luft. Salem war so von der faszinierenden Körperbehaarung abgelenkt, die sich an den Krägen und Ärmelsäumen der Zwergenkleidung abzeichnete, dass er nicht sehen konnte, von wo der Wurf kam. Doch es klirrte laut, als der Stein eines der Fenster zu den oberen Etagen zerschmetterte und die Scherben geräuschvoll auf den Boden aufkamen.
      Die Zwerge gaben ein begeistertes Johlen von sich und gleich darauf stimmten sie wieder in ihre Parolen und Gebärden ein. Salem hatte versucht herauszuhören, weshalb sie überhaupt das Haus des Statthalters belagerten, kam aber zu keinem sinnvollen Schluss, außer, dass sich die Zwerge offensichtlich unfair behandelt fühlten.
      „Ersticken sollt Ihr an Eurem Silber! Im Halse soll es Euch stecken bleiben!“
      „Kein Geld, keine Arbeit! Kein Geld, keine Arbeit! Die Zwerge gehen nach Hause!“
      „Meine Spitzhacke in Euren Schädel, wenn sie nur hart genug wäre!“

      Nun riss Salem seinen Blick doch endlich von den Zwergen los und beobachtete stattdessen die Stadtwachen, die sich unbemerkt in Gruppen um den Marktplatz versammelt hatten. Geschickt hatten sie die Zwerge umstellt und auf das Kommando ihres Hauptmanns würden sie sie jederzeit in einer geschlossenen Linie einkesseln können. Eben jener Hauptmann bewegte sich in diesem Moment selbstsicher auf die Zwerge zu. Demonstrativ legte er seine Hand auf dem Knauf seines Schwerts ab und positionierte sich vor dem Haus des Statthalters, wo ihn jeder Zwerg zwangsläufig sehen musste. Salem war beeindruckt davon, dass sich dieser Mann allein gegen eine Überzahl aufgebrachter und offensichtlich konfliktbereiter Zwerge stellte.
      Anstatt alle Anwesenden einfach zu verhaften, forderte der Hauptmann laut dazu auf, den Platz zu räumen: „Niemanden ist geholfen, wenn Ihr in unseren Zellen sitzt. Geht nachhause. Ihr habt Euren Unmut unüberhörbar mitgeteilt“, rief er den Zwergen zu. Natürlich kamen Wiederworte, doch auch die schafften es nicht, ihn aus der Ruhe zu bringen. Letztendlich hatten die Zwerge keine andere Wahl, als missmutig das Weite zu suchen.
      Mit einem Mal war es wieder ruhig auf dem Marktplatz. Die Zwerge waren weg und die Stadtwachen verteilten sich. Salem hingegen behielt den Hauptmann im Auge. Er schien zu wissen, was das Problem war.
    • Jack beobachtete Salem, der wiederum die Zwerge beobachtete.
      Bildete er sich das ein, oder starrte Salem auf die mächtigen Bärte der Zwerge? Gut, sie sahen schon toll aus. In allen Nuancen von braun und rot, struppig und doch gepflegt. Sie waren kunstvoll geflochten und mit bemalten Holzperlen und kleinen Tierköpfen aus Gold uns Silber verziert. Letztere waren jedoch nicht so häufig vertreten. Aber trotzdem: Stand Salem etwa auf Haare? Jack strich über sein haarloses Kinn und dachte an seine glatte Brust. Andererseits war er als Wolf ziemlich haarig und sein Fell war - bescheiden gesagt - umwerfend. Es schimmerte beinahe bläulich und war unglaublich seidig. Aber als Wolf mit Salem ... Moment! Dachte er gerade wirklich darüber nach, ob er Salem gefiel? Also stand er wirklich auf den Magier. Bis jetzt hatte er das nie so direkt festgestellt und den Gedanken immer beiseite geschoben, aber das war schon eindeutig.
      Ich stehe auf Salem ..., dachte Jack. Ich stehe auf Salem!
      Überrascht stellte der Werwolf fest, dass ihm der Gedanke sogar gefiel.

      Und während Jack sich um seinen inneren Kosmos drehte, löste sich die Veranstaltung vor ihnen langsam auf. Die Zwerge gingen mürrisch und pöbelnd, aber sie gingen. Sie schienen, ebenso wie der Hauptmann, nicht daran interessiert die Situation eskalieren zu lassen. So viel Beherrschung hätte Jack den kleinen Haudegen gar nicht zugetraut.
      Neben ihm setzte sich Salem in Bewegung und folgte dem Hauptmann, der mit seinen Soldaten in sicherem Abstand den Zwergen folgte, um sicherzustellen, dass nichts Dummes geschah.
      "Herr Hauptmann!", rief der Magier und beschleunigte seinen Schritt ein wenig. Selbst Jack, der eigentlich recht groß gewachsen war, hatte Mühe mit den langen Beinen Salems mitzuhalten.
      Der Hauptmann hörte Salems ruf und blieb stehen. Er strahlte in erster Linie Autorität aus, aber auch Freundlichkeit. Er musterte die Gefährten und schien sie - jeden für sich - einzuschätzen. Es überraschte Jack, dass bei Anblick Salems kein Misstrauen in die Augen ihres Gegenübers trat, wie es sonst so oft der Fall war.
      "Was gibt es?", fragte der Mann in Gardeuniform.
      "Wissen Sie was der Grund des Aufstandes der Zwerge ist?", ergriff Jack das Wort.
      Der Hauptmann sah sie ungläubig an und Jack warf schnell hinterher: "Wir sind erst vor kurzem angereist. Man sagte uns, hier gäbe es das beste Silber in 500 Meilen Umkreis. Aber es ist nicht mal schlechtes Silber erschwinglich zu kaufen und dann treffen wir auf einen Zwergenaufstand."
      Der Hauptmann schmunzelte und erst da ging Jack auf, dass er sein letztes Wort vielleicht etwas ungünstig gewählt hatte. Sei's drum. Der Hauptschien amüsiert und war zum Glück kein Zwerg. Trotzdem sah Jack sich nochmal vorsichtshalber um. Kein Zwerg zu sehen. Puh.
      "Die Zwerge streiken", antwortete der Hauptmann.
      "Bitte was?", fragte Jack ungläubig.
      "Sie streiken. Sie wollen mehr Geld für ihre Arbeit. Sie schürfen das Silber für eine recht bescheidene Entlohnung. Der Stadthalter aber ist mit dem Handel reich geworden. Die Zwerge wollen an dem Erfolg beteiligt werden und solange das nicht der Fall ist, legen sie ihre Arbeit nieder. Das heißt: kein Silber."
      "Bilden Sie einen Satz mit "Braut".
      "Er braut Bier."

    • "Toll, und jetzt?" Aljin warf die Arme in die Luft, als Salem und Jack ihr erzählten, was sie von dem Hauptmann der Stadtwache erfahren hatten. Die Zwerge befanden sich im Streik, weil sie ebenfalls etwas vom Kuchen abhaben wollten. Es war doch überall das Gleiche. Dem einen fiel das Geld in die Taschen, während die anderen nur dumm in die Röhre schauen konnten. "Ziehen wir weiter und hoffen, dass es in der nächsten Stadt besser aussieht, oder versuchen wir unser Glück bei den Zwergen direkt?"
      Sie saßen an einem der Tische einer Taverne. Vorerst wollten sie die Nacht hier verbringen und Aljin hatte die Gelegenheit genug, sich zu waschen und in neue Kleider zu hüllen.
      Zuerst blickte sie in ratlose Gesichter, dann war es Salem, der sich zuerst meldete.
      "Vermutlich sieht es in anderen Städten im Umkreis nicht besser aus. Wenn die Zwerge ihren Abbau eingestellt haben, gibt es auch hier nichts mehr, was sie weiterverkaufen können."
      Nachdenklich stütze Aljin ihren Kopf auf dem Tisch ab. Eigentlich hatte sie vorgehabt, sich um ihre eigenen Sorgen zu kümmern, aber mittlerweile stellte sie dieses Ziel hinten an. Sie wollte Salem wirklich helfen, aber nachdem, was sie von ihm und Jack über die Zwerge gehört hatte, waren die nicht unbedingt bester Laune. Und nach allem, was sie bisher über Zwerge gehört hatte, konnten diese verdammt stur sein.
      "Dann sollten wir es einfach mal direkt bei den Zwergen versuchen. Wenn die ihr Silber nicht mehr an die Stadt abgeben wollen, weil zu wenig für sie abfällt, dann vielleicht direkt an Käufer." Außerdem war es ein altes Volk, das selbst über eine Menge Wissen verfügte. Sie konnten ihr eventuell auch ein paar Fragen beantworten, was ihr eigenes Problem betraf. Dann müsste sie ihre eigenen Pläne vielleicht gar nicht hinten anstellen, sondern schlug zwei Fliegen mit einer Klappe.


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    • Die Mienen befanden sich nicht weit außerhalb der Stadt. Aljin hatte bei einigen Stadtbewohnern erfragt, dass die Zwerge dort auch ihre bescheidenen Behausungen errichtet hatten, während sie in den Mienen arbeiteten. Als die Gruppe dem Pfad zu den Mienenschächten folgte erblickte sie auch schon einige dieser Unterkünfte, nicht mehr als Holzverschläge und eine Menge kleiner bärtiger Figuren, die untätig vor ihnen hockten. Sie alle musterten sie misstrauisch, als Salem die Gruppe an den Hütten vorbei zu einem Schachteingang lotste, wo ein Zwerg auf einem Stein hockte, umgeben von drei anderen, die ihre Spitzhacken zur Hand nahmen, als sich die Fremden näherten. Sie ähnelten der Wache des Fürsten, die Erreck in Zesnar angeführt hatte, dachte Esme, nur eben ..naja… kleiner „Was wollt ihr B’hracka?!“ bellte der Vorderste der drei. Salem ignorierte ihn und blickte über ihn hinweg direkt den Zwerg auf dem Stein an, der sich den Bart strich und uninteressiert den Blick über die Hütten schweifen ließ. „Wir wollen über euer Silber sprechen, seid ihr hier der Anführer?“ Der Zwerg schenkte ihm noch immer nicht seine Aufmerksamkeit als er sprach. “Wir kamen hierher, weil die Mienen zuhause lange erschöpft waren.“ Esme fiel auf, dass die Stimme des Zwerges weiblich klang, wenn auch sehr tief.“ Wir hofften, unseren Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen zu können, stattdessen werden wir ausgebeutet von B’hracka wie euch, die sich mit unserem Silber die Taschen füllen. Und wenn wir nicht mehr mitmachen kommt ihr direkt zu uns um zu stehlen, oder zu drohen.“ Der Anführer (Anführerin?) blickte sie jetzt direkt an. „Ist es nicht so?“ „Wir stehlen nicht!“ warf Aljin ein. Das „von euch.“ Schien sie sich nicht verkneifen zu können und fügte es leise hinzu. Der Zwerg nickte. „Und wir handeln nicht mit Silber, bis die Preise gerecht sind.“ Jack nickte in Richtung einer der Spitzhacken der Zwerge. „Für wie viel kann man die leihen?“ Der Wächter murmelte etwas in Zwergensprache, spuckte auf den Boden und umklammerte seine Spitzhacke fester, bedrohlicher. Jack zuckte nur mit den Schultern.“ Schon verstanden.“ „Was wenn wir euch mit den Preisen helfen, mal mit dem Stadthalter reden. So von B’hracka zu B’hracka.“ Sieben ungläubige Augenpaare richteten sich auf den Magier, dann begann der Zwerg zu lachen.“ Ihr denkt ihr müsst euch für uns einsetzten?“ „Nein, aber ich möchte es.“ Erwiderte Salem ruhig. Der Zwerg machte eine Bewegung mit der Hand, als würde er sie wegscheuchen.“ Geht, versucht es meinetwegen, aber Ihr seid nicht unser Erretter, B’hracka.“ Er kopierte die Geste seiner Wache und spuckte auf den Boden vor ihnen.

      „Was sollte das denn bitte?!“ fuhr Aljin Salem auf dem Rückweg an. „Ich möchte euch helfen? Wann wurde das entschieden?!“ Salem blickte stur geradeaus. „Glaubst du, dass wir irgendwo in der Umgebung mehr Glück hätten?“ Esme merkte, das sich Jack garnicht an dem Gespräch zu interessieren schien. Stattdessen strich er sich geistesabwesend übers Kinn und warf Salem immer wieder fast sehnsuchtsvolle Blicke zu. Noch mal jung sein, dachte die Hexe. „Du sabberst.“ murmelte sie in seine Richtung und beobachtete schmunzelnd, wie er sich panisch mit dem Handrücken über den Mund fuhr.
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    • „Ich möchte euch helfen? Wann wurde das entschieden?!“
      „Glaubst du, dass wir irgendwo in der Umgebung mehr Glück hätten?“ Salem nahm Aljins Einwand zur Kenntnis, ließ sich von ihrem Unmut jedoch nicht anstecken. „Darüber hinaus impliziert die Verwendung Ich lediglich meine eigene Beteiligung an diesem Vorhaben. Es steht euch demnach also frei, zeitweise eurer eigenen Wege zu gehen. Ich habe gehört, der Hafen soll um diese Jahreszeit ein recht hübscher Ort sein.“ Natürlich würde sich der Magier dennoch über die Begleitung der anderen freuen, auch wenn er seinen Vorschlag durchaus ernst meinte und keinesfalls den Zweck verfolgte, einen von ihnen loszuwerden oder zu verspotten. Unbeirrt setzte er seinen Weg durch die Stadt fort, seine Gefährten im Schlepptau. „Du solltest dich außerdem nicht dem Irrglauben hingeben, Aljin, ich würde den Zwergen aus reiner Menschenliebe helfen. Im übertragenen Sinne. Meine Motive sind hauptsächlich selbstsüchtiger Natur und haben wenig mit den Arbeitsbedingungen der Zwerge zu tun“, fügte Salem hinzu und konzentrierte seinen Blick auf die Strecke, der sie gerade folgten. Es war mehr als offensichtlich, dass ein eindeutiges Missverhältnis der Gewinnbeteiligung zwischen den Zwergen und des Statthalters bestand. Allerdings war Salem nicht so naiv zu denken, dass dieses Problem nur hier bestand. Überall lief es gleich ab: Die arbeitenden Kasten erbrachten die meiste Arbeit, während die Oberen den Löwenanteil der Erträge für sich einnahmen. Diese Verteilung war alles andere als fair, aber üblich und Salem sah sich deshalb nicht in der Pflicht, diese Zustände zu verurteilen, geschweige denn, zu ändern.
      Hinter ihm meldete sich Esme zu Wort: „Und wie sieht Euer Plan aus? Würde man einfach so in das Haus des Statthalters einmarschieren können, dann hätten es die Zwerge sicher getan, anstatt diesen Aufstand auf dem Marktplatz zu veranstalten.“
      Salem wandte kurz den Blick nach hinten und nickte der alten Frau zu. „Ihr habt Recht. Genau aus diesem Grund sind wir auch nicht zum Haus des Statthalters gegangen.“ In diesem Moment blieb er stehen und betrachtete das Gebäude, vor dem sie sich nun befanden: Das Wachhaus der Stadt. Hier verbrachten die Stadtwachen ihre Zeit, wenn sie im Dienst, jedoch nicht auf Patrouille waren. Als er die fragenden Blicke in seinem Rücken spürte, fing Salem an, zu erklären: „Dem Hauptmann der Wache, den wir vorhin getroffen haben, scheint etwas an der Lösung dieses Konflikts zu liegen. Anderenfalls hätte er die Versammlung der Zwerge blutig niedergeschlagen. Ich hoffe, in ihm einen Verbündeten zu finden.“ Mit diesen Worten klopfte Salem ein paar Mal gegen die Eingangstür, schob sie im nächsten Augenblick auf und trat, gefolgt von den anderen, ein. Gut ein halbes Dutzend Augenpaare richteten sich auf die Ankömmlinge. Dann hefteten die anwesenden Stadtwachen ihre Aufmerksamkeit voll und ganz auf Salem. Sie musterten ihn misstrauisch und legten teilweise sogar warnend die Hand auf die Knäufe ihrer Schwerter. „Wir möchten mit Eurem Hauptmann reden“, sagte Salem und beobachte gleichmütig das Drohverhalten der Wachen. Ohne den vermummten Mann aus den Augen zu lassen, traten sie näher. „Was denkt Ihr Euch? Dass wir einfach so jeden Halunken und Halsabschneider zu Hauptmann Svanson lassen?“
      Gerade war Salem in Begriff, Jack zu bitten, mit seinem unvergleichlichen Charme die Wachen zu beschwichtigen. Doch vorher ergriff jemand anderes unverhofft das Wort: „Nehmt die Hände von den Waffen. Wenn sie Halunken oder Halsabschneider wären, würden sie wohl kaum in ein vollbesetztes Wachhaus rennen und nach mir fragen.“ Aus einer Seitentür – Salem vermutete, dass das Büro des Hauptmanns dahinter lag – war ebenjener Hauptmann Svanson aufgetaucht. Er trug seinen Helm nicht mehr und wischte sich, während er über seine eigenen Leute die Augen verdrehte, eine blonde Haarsträhne aus der Stirn. Ohne ein weiteres Wort an seine Männer zu richten, deutete er Salem und seinen Begleitern mit einer laschen Handbewegung an, ihm zu folgen. Die anderen Stadtwachen beobachteten mit strengen Blick, wie das Vierergrüppchen Svanson folgte und sich schließlich die Tür hinter ihnen schloss.
      Salem hatte mit seiner Vermutung richtig gelegen. Hier befand sich das Büro des Hauptmanns. Der Raum war zwar nicht besonders groß, dafür stand ein Schreibtisch in der Mitte des Raumes und Regale waren voller Waffen und einigen Schriftrollen. Hauptmann Svanson ließ sich auf seinen Stuhl fallen. Offensichtlich sah er in seinem Besuch keine Gefahr, denn er lehnte sich entspannt zurück und verschränkte die Hände auf dem Bauch. Salem schätzte ihn auf Ende dreißig und so wie es sich für den Hauptmann einer Wache gehörte, war er in hervorragender physischer Verfassung, wie der Magier interessiert feststellte.
      „Ich habe fast damit gerechnet, Euch irgendwann auf der Türschwelle stehen zu haben. Ich nehme an, dass Ihr bei den Zwergen keinen Erfolg hattet, richtig?“ Salem nickte bestätigend. Der Hauptmann fuhr fort: „Wie zu erwarten war. Dann verratet mir nun bitte, wieso Ihr hier seid.“
      Salem wechselte einen Blick mit seinen Freunden, dann brachte er sein Vorhaben auf den Punkt: „Wir wollen mit dem Statthalter sprechen, damit er seine Preispolitik das Silber betreffend überdenkt. Ermöglicht uns bitte eine Unterredung mit ihm.“
      Svanson stieß ein amüsiertes Schnaufen aus. „Ich will gar nicht wissen, weshalb Ihr so wild auf Silber seid. Vor allem, wenn ich mir Eure Truppe so ansehe.“ Kurz musterte er Esme, Aljin und Jack. Dann sprach er weiter: „Und was genau denkt Ihr erreichen zu können, was sämtliche Würdenträger und einflussreiche Bürger dieser Stadt nicht bereits versucht hätten? Der Statthalter beharrt stur auf seine neuen Preise und nichts und niemand kann ihn davon abbringen.“
      „Neue Preise?“ Salem wurde hellhörig und seine dunklen Augenbrauen zuckten kurz. „Das heißt, es war früher anders?“
      Hauptmann Svanson deutete ein müdes Nicken an. Danach betrachtete er Salem einen langen Moment. Erst kritisch, dann nachdenklich und schließlich seufzte er. „Wisst Ihr, ich würde einiges dafür geben, wenn die Zwerge endlich ihren Willen bekämen und ich dafür meine Ruhe hätte. Meine Männer sind Stadtwachen. Sie sollen die Bewohner dieser Stadt beschützen und sie nicht wie Soldaten niedermetzeln, um den Statthalter vor einem Aufruhr zu beschützen. Der Statthalter... er hat schon immer das Gold geliebt, aber erst seit einigen Monaten erhebt er Wucherpreise für Silber. Es ist, als wäre etwas passiert. Seitdem verschanzt er sich in seinem Haus.“ Mit den Fingern fuhr er sich grüblerisch durch den gepflegten Bart. Eine unbewusste Geste, wie Salem beobachtete. Schließlich schien er zu einem Entschluss gekommen zu sein. „Es ist so, dass ich keinen Einfluss auf den Statthalter nehmen kann. Mich in seine Geschäfte einzumischen, könnte mich meine Stellung und damit meine Existenz kosten. Euch hingegen kann er höchstens wegen Anmaßung hochkant aus der Stadt werfen lassen. Ich schätze Eure Hartnäckigkeit. Also gut. Ich bringe Euch zum Statthalter unter der Bedingung, dass Ihr Euch dieses Problems annehmt. Haben wir eine Abmachung?“
      Salem sah sich erneut nach seinen Gefährten um. Dann zuckte er mit den Schultern. „Ich kann nur für mich selbst sprechen. Aber ja. Zwischen uns gibt es eine Abmachung.“ Damit schlugen die beiden Männer ein.
    • Sie machten sich ohne Umschweife auf zum Stadthalter. Sie hatten Aljin überreden können mitzukommen (was nicht wirklich einfach gewesen war). Aber sie und Jaki waren schon bei ihrer letzten Besprechung mit einem Sesselfurzer erfolgreich gewesen.
      Salem stieg ohne zu Zögern die drei Stufen zum Haupteingang des Haus des Stadthalters empor und hob die Hand, um daran zu klopfen, als die beiden grimmig blickenden Wachen rechts und links des Portals ihre Lanzen verschränkten:
      "Was wollt ihr?", fragten sie unfreundlich.
      "Zum Stadthalter", antwortete der Hauptmann und trat hinter Salem hervor.
      Die Soldaten an der Tür zuckten zusammen, als sie ihren Vorgesetzten erkannten und öffnete hektisch die Tür.
      Leise trat die Truppe ein. Die Eingangshalle war kleiner, als Jack es erwartet hatte und überhaupt schien das ganze Mobiliar recht schlicht und spärlich. Kein Teppich lag auf dem Boden und statt eines pompösen, goldenen Kronleuchters hin ein einfacher aus Eisen von der Decke. Die Kerze flackerten im Luftzug der offenen Tür. Alles in allem schien dies nicht das Heim eines geldgierigen Machthabers zu sein.
      Jack wandte seinen Blick zum Hauptmann, der ebenso betreten um sich blickte. Scheinbar hatte er etwas anderes erwartet. Das gab Jack zu denken, denn als Hauptmann musste er schon öfter hier gewesen sein und müsste die Einrichtung kennen.
      Oder aber .... oder aber sie hatte sich seit seinem letzten Besuch verändert.
      Der Hauptmann fing sich rasch und führte sie wortlos einen Korridor hinunter. Helle Flecke auf dem Fußboden und an der Wand kennzeichneten die Stellen, an denen wuchtige Schränke und Vitrinen gestanden oder Bilder und Wandbehänge gehangen hatten.
      Eine Vitrine stand noch einsam im Flur. Jack öffnete im Vorbeigehen leise die Tür und stellte fest, dass sie leer war.
      Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht.
      Der Hauptmann klopfte leise an eine Tür am Ende des Ganges und trat dann ein. Vorher bedeutete er ihnen draußen zu warten.
      "Sir", hörte Jack ihn sagen.
      "Was wollt Ihr, Hauptmann?" Die Stimme des Stadthalters klang unendlich erschöpft, aber nicht unfreundlich.
      "Ich habe ein paar ... Freunde, mit einem Anliegen. Ich dachte, Ihr könnt ihnen am besten helfen."
      "Geht es um das Silber?"

      Der Hauptmann antwortete nicht, wohl weil er wusste, dass der Stadthalter ihn sonst direkt wieder wegschicken würde. Er gab nur ein Zeichen, dass sie eintreten durften. Einer nach dem anderen schoben sie sich durch die Tür.
      Zuerst der Riese Salem, mit dem dunklen Tuch vor dem Gesicht. Dann Aljin, deren Schlange sich um ihren Arm wand, es folgte Esme mit ihrem wilden hexenartigen Aussehen und dann Jack in seiner abgewetzten und staubigen Kleidung.
      Der Stadthalter warf dem Hauptmann einen ungläubigen Blick zu. "Wo habt Ihr die denn aufgegabelt?"
      "Ich bitte Euch, hört sie an ...", kam die sanfte Antwort.
      "Ich habe andere Sorgen."
      "Ich weiß, um eben darum geht es ..."
      "NICHTS weißt du!",
      brüllte der Stadthalter plötzlich aufgebracht und sprang dabei auf die Füße.
      Erst jetzt fiel Jack auf, wie klein und abgemagert der Mann war. Sein Haar hing in Strähnen an seinem Kopf, seine Kleidung schien die Älteste zu sein, die er hatte finden können. Er hatte auf einem einfach Holzstuhl gesessen zu dem der passende Tisch fehlte.
      Der Hauptmann zuckte zurück. Jack schob sich nach vorne, denn er wusste, dass sein Charme auch bei Männern seine Wirkung zeigte.
      "Das stimmt", sagte er beschwichtigend und hob dabei die Hände. "Wir wissen rein gar nichts. Aber ... darf ich offen sein?"
      Der Stadthalter, dessen Zorn ebenso plötzlich verebbt warm wie er gekommen war, ließ sich wieder auf seinen Stuhl sinken und nickte müde.
      Jack machte eine Handbewegung, die das gesamte Haus miteinschloss. "Dieses Haus sieht nicht wirklich aus, wie ein Haus von einem geldgierigen Geizhals. Vielmehr sieht es aus, wie das eine Mannes, der in großen Schwierigkeiten steckt ..."
      Der Stadthalt sog leise die Luft ein. Offensichtlich hatte Jack ausgesprochen, was alle dachten und wussten, aber sich nie hatten anzumerken getraut. Doch eine weitere Welle Wut seitens des Stadthalters blieb aus. Er seufzte nur tief und unendlich erschöpft.
      "Ich würde euch ja etwas zu trinken und einen Sitzplatz anbieten, aber ..." Er lächelte halbherzig.
      Jack blickte sich um, sah aber nur einen kleinen Fußhocker, der einsam im Raum stand. Er zog ihn heran und setzte sich. Allein schon, um mit dem Stadthalter auf eine Augenhöhe zu kommen. "Erzählt ..."
      "Bilden Sie einen Satz mit "Braut".
      "Er braut Bier."

    • Aljin sah sich um, lehnte sich aber aufgrund von mangelnden Sitzgelegenheiten einfach gegen ein Regal, das jedoch reichlich unter ihrem Gewicht wegkippelte. Offensichtlich war der Holzschrank beinahe leer und als sie dich das Möbelstück genauer ansah, erkannte sie sogar, dass die Griffe fehlten, um die Schubladen zu öffnen. So schnell fielen ihr gar keine Worte ein, mit denen sie diese Situation beschreiben sollte. Was war das für ein Stadthalter, der leere Möbel ohne Griffe besaß? Da war ihre Lampe ja besser eingerichtet...
      Der Stadthalter wartete, bis es sich jeder von ihnen gemütlich gemacht hatte - mehr oder weniger. Esme blieb stehen, wo sie war, genauso wie Salem, während Jack auf dem Hocker Platz nahm. Erst wollte sich Aljin beschweren, dass der Kerl die scheinbar einzige Sitzmöglichkeit vor den Hintern der Frauen wegschnappte. Aber so lächerlich der große Mann auf dem kleinen Hocker aussah, entschied der Flaschengeist in ihr, dass es bequemer war, wenn sie einfach stehen blieb.
      "Unsere Stadt ist für ihr Silber bekannt", begann der alte Herr schließlich zu sprechen. "Und die Wirtschaft florierte. Aber Pugna, eine Nachbarstadt, wollte immer mehr und mehr und ich war gezwungen, ihnen immer mehr von dem Silber zu geben. Argentusia ist keine Kämpferstadt, im Gegensatz zu Pugna. Ich musste mir den Frieden erkaufen, ihnen geben, was sie wollten, damit sie es nicht mit Gewalt machen." Er ließ sich auf seinen klapprigen Stuhl fallen und strich sich durch das faltige Gesicht. Es fiel schwer sein Alter zu schätzen. Er konnte noch relativ jung sein, was seine schnelle Reizbarkeit vermuten ließ, aber irgendwas an ihm wirkte unglaublich verbraucht. "Ich habe den Zwergen zu viel zugemutet. Es war klar, dass es so weit kommt und gern würde ich ihnen mehr geben, aber dann würde für Pugna nicht mehr genug übrig bleiben." Er strich sich durch das Haar. "Aber das spielt wohl auch keine Rolle mehr. In den nächsten Tagen geht die letzte Lieferung nach Pugna ... dann war es das. Dann ist nichts mehr übrig."
      Aljin runzelte die Stirn. Sie wusste nicht so recht, ob sie mit diesem Spinner Mitleid empfinden, oder ob sie laut auflachen sollte. Es drehte sich immer alles um Reichtum. Ob Gold oder Silber schien egal zu sein, der Mensch strebte danach. Nachdenklich strich sie über die Armreife, die an ihren Handgelenken klimperten. Sicherlich war das Metall schön und wertvoll, aber die Gier danach hatte sie nie recht verstanden und das in all den Jahrhunderten, die sie nun schon lebte.
      "Habt Ihr nie daran gedacht, mit den Zwergen mal darüber zu sprechen?", warf sie in den Raum. "Weil zukünftig bekommt ihr auf jeden Fall in die Fresse, ob nun von dieser Stadt Pugna oder von den Zwergen." An ihrem Hals kroch Jaki ans Tageslicht und züngelte leicht in die Richtung des Stadthalters. "Statt an zwei Fronten zu kämpfen, würde es Argentusia vielleicht gut tun, sich mit einer der Seiten zu verbünden."
      "Niemand legt sich mit Pugna und ihren Magiern an", hielt der Stadthalter schwach dazwischen.


      Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
      - Toni Morrison -

    • Ich schon, äffte Aljin Salems Antwort nach, mit der er dem Statthalter seine Hilfe zugesichert hatte. Kurz nach ihrer Audienz waren sie aufgebrochen und durch die Nacht zur Rast gezwungen, hatten sie Pugna am nächsten Morgen erreicht. Im Gegensatz zum Statthalter von Argentusia ging der Regent dieser Stadt seinen Pflichten nach und stellte sich den Anliegen seiner Untertanten. Salem und seine Begleiter hatten sich also nur zu den anderen Menschen einreihen müssen, die dem Regenten ihre Probleme vortragen wollten. Besonders wohlwollend schien dieser Mann allerdings nicht zu entscheiden. Kaum jemand trat mit einem zufriedenen Lächeln aus dem Thronsaal ihres Herrschers. Aljin wiederholte ihre Kritik an Salems Entscheidung und der Magier nahm sie auch dieses Mal geduldig zur Kenntnis. „Das ist also dein Plan? Vor den Regenten treten und sagen, dass er dem armen Statthalter von Argentusia bitte sein Silber lassen soll?“
      „Mh-mh“, gab Salem zustimmend von sich.
      „Weil höflich fragen ja bereits so gut funktioniert hat, als wir Hilfe für Liassan gesucht haben.“
      „Mh-mh“
      „Oder bei diesem Magier im Sumpf.“
      „Mh-mh“
      „Oder bei den Zwergen.“
      „Hauptmann Svanson hat uns geholfen und Esme war ebenfalls recht kooperativ, weshalb ich Diplomatie einstweilen noch nicht aufgegeben habe.“ Salem hörte Aljin resigniert schnaufen. „Die einfachste Lösung wäre, diese Stadt vom Erdboden verschwinden zu lassen. Kein Pugna, keine Silberforderungen“, fügte er seinen vorangegangenen Worten hinzu.
      Neben sich hörte er Jack murmeln: „Das wäre radikal… .“, was Esme mit einem „Aber konsequent“ kommentierte. Die beiden sahen sich skeptisch um. Es war wohl nicht die beste Idee, ausgerechnet hier ihre Optionen abzuwägen. Sie standen beinahe unmittelbar vor dem Tor des Schlosses. Gleich mehrere bewaffnete Wachen warfen wachsame Blicke auf sie und die anderen Leute. Abgesehen davon drehten sich ein paar der Bittsteller bereits irritiert zu ihnen um. Salem stimmte seinen beiden Gefährten also nur stumm zu, ohne die Diskussion zu vertiefen. Bereits im nächsten Moment rief sowieso eine Wache nach ihnen und deutete dem Quartett mit einer ruckhaften Kopfbewegung, dass sie nun vor den Regenten treten durften.
      „Schlussendlich“, stellte der Magier abschließend klar und setzte sich in Bewegung, „dient all dies hier dazu, meinen Arm zu retten und ich bin entschlossen, es auch zu tun. Und falls es Euch noch nicht aufgefallen sein sollte: die Gebäude dieser Stadt bestehen zum Großteil aus Holz.“

      Man ließ sie in den Thronsaal. Der Regent saß auf einem rustikalen Thron am anderen Ende des Raumes, sodass jeder Besucher gezwungen war, sich den ganzen Weg über seinen kritischen Blicken auszusetzen. Man konnte ihm die Unlust ansehen. Wie ein nasser Sack lümmelte er auf seinem Thron, das Becken über die Sitzfläche geschoben und den Kopf gerade mal auf halber Höhe gegen die Rückenlehne gelegt. Eine genervte Handbewegung war alles, was der Regent aufbrachte, um Salem das Wort zu erteilen. Der Magier ließ sich von der abweisenden Körpersprache allerdings nicht irritieren und kam direkt zum Punkt:
      „Wir kommen geradewegs aus Argentusia und bi-…“
      „Nein.“ Der Regent fiel Salem ins Wort, noch bevor dieser auch nur einen einzigen Satz beenden konnte. Salem musste diese Unhöflichkeit hinnehmen, quittierte sie jedoch mit einem durchdringenden, unbeirrten Blick. Als er erneut ansetzen wollte, wurde er ein weiteres Mal harsch unterbrochen: „Wenn ihr aus Argentusia kommt, weiß ich bereits was Ihr wollt und meine Antwort ist Nein. Ich habe mich gegenüber Eurem Statthalter klar und deutlich ausgedrückt. Er erkauft sich mit seinem Silber meinen Schutz.“
      „Schutz wovor? Vor Euch selbst? Das nennt man Erpressung.“ Aljin polterte mit dieser Bemerkung dazwischen, aber den Regenten interessierte das offensichtlich überhaupt nicht. Ihm schien der moralische Standpunkt so egal zu sein, dass ihn diese Unterstellung nicht einmal provozierte. Salem versuchte es trotzdem weiter auf diplomatischen Weg: „Die Minen sind erschöpft und die Zwerge haben ihre Arbeit niedergelegt. Wenn Ihr Eure Forderungen nicht überdenkt, wird es sehr bald kein Silber mehr geben.“
      „Dann hole ich mir die ganze Stadt. Meine Truppen sind diesem faulen Haufen an Kaufleuten und Fischern überlegen. Und jetzt geht. Ich habe Euch nichts mehr zu sagen.“
      Salem sah ihn an. Seine blauen Augen fixierten den Regenten durchdringend und brachten ihn dazu, sich aus seiner legeren Sitzposition heraus aufzurichten. Die Erpressung des Statthalters interessierte Salem nicht. Genauso war es ihm egal, ob und wem in dieser Sache Unrecht getan wurde oder welche Unhöflichkeit der Regent ihnen gegenüber zeigte. Doch da war dieser Schmerz in seinem Arm. Dieser brennende Schmerz, der sich durch sein Fleisch biss und niemals aufhören würde. Ein Schmerz, der ihm die kranken Alternativen vor Augen hielt, die Unendlichkeit ohne seinen Arm, oder aber mit beschädigten Organen verbringen zu müssen.
      Langsam wurde der Regent zornig. „Ich sagte, Ihr sollt gehen.“
      In diesem Moment löste sich Salem aus seiner Starre, sah jedoch weiterhin den Regenten an. „Euch mag das Schicksal von Argentusia gleichgültig sein. Das ist es mir ebenso. Aber genau so wenig liegt mir an Eurer Stadt. Seht, aus persönlichen Gründen bin ich davon abhängig, dass das Silber bei Eurem Nachbarn bleibt. Ihr habt Euch leider wenig entgegenkommend gezeigt, deswegen sehe ich in Euch und Eurer Stadt keinen Nutzen für mich. Im Gegenteil.“
      Inzwischen hatte sich der Regent vollständig auf seinem Thron aufgesetzt und winkte seine Wachen heran. Salem registrierte die Bewegungen der Männer, konzentrierte sich aber weiter auf den Regenten. „Nun stehe ich vor der Entscheidung, welche der beiden Städte ich untergehen lasse. In diesem Fall bleibt mir also nichts Anderes übrig, als meine Wahl nach puren Pragmatismus zu treffen. Ihr scheint mir selbst ein pragmatischer Mensch zu sein. Deswegen bin ich mir sicher, dass Ihr Verständnis für mich aufbringt.“
      „Ihr seid nicht in der Position, mir zu drohen!“
      „Das bin ich sehr wohl, denn ich stehe direkt vor Euch.“
      Plötzlich hörte Salem Jack seinen Namen rufen. Die Wachen standen unmittelbar hinter ihm. Doch sie hielten sich zurück und wagten es nicht, dem Magier auch nur einen Schritt näher zu kommen. Denn in der Zwischenzeit hatte Salem einen Zauber gewirkt. Aus kleinen Funken, die an seinen Fingern entlang züngelten, waren Flammen geworden, die sich nun an seinem Arm empor wunden.
    • Jack war hin und hergerissen. Einerseits imponierte ihm Salem mit seinem bestimmten Verhalten und auch, dass er keine Angst zeigte.
      Salem sah in Normalstimmung schon recht bedrohlich aus, aber so wie er jetzt vor dem Stadthalter stand, hochaufgerichtet, einen entschlossenen Blick und den Flammen, die sich um seine Arme wanden, sah er noch eine Spur beeindruckender aus.
      Andererseits schoss ihm Salems Kommentar beim Betreten der Stadt durch den Kopf: Die einfachste Lösung wäre, diese Stadt vom Erdboden verschwinden zu lassen. Kein Pugna, keine Silberforderungen.
      Salem hatte doch jetzt nicht ernsthaft vor Pugna einfach abzufackeln? Ja gut, der Stadthalter war ein Vollpfosten und wirklich ungerecht und unhöflich und grundsätzlich würde diese Konsequenz ihr Problem lösen, aber das war doch kein Grund eine ganze Horde Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen und ihrer Heimat zu berauben ...
      Vielleicht könnten Sie dem Stadthalter ja doch ein kleines Klümpchen Silber aus den Rippen leiern ... "Ähm ... Salem ...", wandte er vorsichtig ein, doch der Magier fixierte immer noch den Stadthalter und schien ihn nicht zu hören.
      Ihn zu berühren wagte Jack aber ebenso wenig wie die Wachen. Der Wolf in ihm scheute das Feuer, auch wenn er wusste, dass ihm von Salem kein Schaden drohte.
      Tja dann musste er sich wohl oder übel auf das kleine Abenteuer einlassen ... Mit gemischten Gefühlen beobachtete er, was wohl als nächstes geschehen würde.
      "Bilden Sie einen Satz mit "Braut".
      "Er braut Bier."

    • Aljin wippte ungeduldig mit ihrem Fuß auf und ab und verschränkte genervt ihre Arme. Die Welt hatte sich in den letzten 500 Jahren kein bisschen verändert. Warum anderen auch einfach mal entgegenkommen? Sie hatten höflich nachgefragt, aber wie es schien, kamen sie an dieser Stelle mit Höflichkeiten einfach nicht weiter und Aljin verstand, dass Salem nicht darauf erpicht war, Freundlichkeiten auszutauschen und dabei auf taube Ohren zu stoßen. Seine Reaktion überraschte sie also nicht sonderlich.
      War es eigentlich sehr eigensinnig, was sie hier taten? Immerhin ging es nur um Salems Arm und keinesfalls darum, irgendeiner Stadt zu helfen. Was hatten die je für sie getan, dass es die Schinderei wert wäre?
      Aljin zuckte die Schultern. Sie hatten es versucht.
      "Jetzt steht hier nicht herum als hätte man euch in Stein gemeißelt", mischte sie sich ein. Unbeeindruckt von den Soldaten, die um sie herumstanden, trat sie an den Stadthalter heran und positionierte sich neben Salem. Nicht jedoch, ohne den nötigen Abstand zu dem Feuermagier zu wahren. "So viel Aufstand wegen einem Klumpen Silber", knirschte sie mit den Zähnen. Wütend funkelte sie den Mann vor sich an, der aussah, als würde er schon sein ganzes Leben im Luxus leben. Entfernt erinnerte sie dieser Fettberg an ihren alten Sultan. "Wir hatten vor, die Sache für beide Seiten friedlich zu klären. Wir hätten auch einfach in die Stadt kommen, dem erstbesten Soldaten um seine Habe erleichtern und wieder verschwinden können, aber wir haben uns für den friedlichen Weg entschieden, also erwarte ich von Euch ein Entgegenkommen!"
      Aljin war erstaunt, dass der Kerl mit der großen Fresse sie tatsächlich hatte ausreden lassen. Ein Magier, der mit Feuer in den Händen vor ihm stand, schien ihn deutlich einzuschüchtern. Dennoch wandelte sich der Ausdruck in seinen Augen keinesfalls zu ihren Gunsten.
      Ein überhebliches Lachen verklang seiner Kehle.
      "Ich habe keine Angst vor euch." Er zischte und schnippte mit seinen Fingern. Augenblicklich zogen die Soldaten, die sich zuvor nicht gezuckt hatten, ihre Waffen und richteten sie auf die kleine Gruppe. "Meine Männer sind gegen Angriffe von Magiern gerüstet." Ein widerliches Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Ein Grinsen, das Aljin ihm am liebsten mit einem saftigen Schlag eingedrückt hätte. Stattdessen seufzte sie jedoch nur und gab so ihrem Zorn ein anderes Ventil.
      "Tja, ich habe es versucht." Mit diesen Worten zuckte sie die Schultern und ließ dann Salem den Vortritt, öffnete in der gleichen Bewegung aber auch ihr Sandglas. Sicher war sicher.
      "Idiot", warf sie dem Stadthalter noch mit einem frechen Grinsen an den Kopf.


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      - Toni Morrison -

    • Salem tauschte einen Blick mit Aljin aus und im nächsten Moment befahl der Regent seinen Wachen den Angriff. Doch bevor auch nur ein einziger der Männer nah genug an ihn herankam, riss Salem seinen brennenden Arm empor. Mit einer energischen Bewegung schleuderte er Feuer auf den Boden vor sich und eine Wand aus Flammen schoss empor. Die Wachen mussten abrupt abbremsen, um nicht direkt in den lodernden Schutzwall zwischen ihnen und dem Magier hineinzurennen. Hilflos konnten sie nur vor der sengenden Hitze zurückweichen. Wie ein hungriges Tier fraß sich Salems Feuer durch den Teppich des Thronsaals, leckte nach wenigen Sekunden an der Tapisserie und setzte den halben Thronsaal in Flammen. Fast wäre Salem ein Lächeln über die Lippen gehuscht, als er sich wieder auf den Regenten konzentrierte. Es missfiel ihm, eine ganze Stadt wegen der Sturheit ihres Herrschers in Schutt und Asche zu legen, wenngleich die Notwendigkeit dazu unübersehbar war. Aber seine Magie herauszulassen tat ihm gut und erfüllte Salem mit beinahe übermütiger Freude, die nur von der Tragik der Situation zurückgedrängt wurde.
      Der Regent wich einen Schritt zurück, als Salems Blick ihn traf. Dann warf der Magier einen Feuerball in seine Richtung. Reflexartig sprang der Regent zur Seite, dabei hatte Salem gar nicht auf ihn gezielt. Nein, stattdessen stand der hölzerner Thron in Flammen. Das Feuer sprang von dort aus auf nahestehende Möbel über: Schemel, Stühle, Tische. Binnen weniger Sekunden hatte der ganze Thronsaal Feuer gefangen. Salem war das noch nicht genug. Er sah nach oben und gleich darauf flog ein Feuerball in den Dachstuhl des Saals. Die Balken wurden von den Flammen eingehüllt und in wenigen Minuten würden sie so zerfressen sein, dass das ganze Dach einstürzte.
      Eine Glasscheibe zersprang vor Hitze. Salem nahm das Geräusch als Signal, von hier zu verschwinden. „Raus hier!“, rief er seinen Gefährten zu und eilte los. Ein paar der besonders pflichtbewussten Wachen versuchten, sich ihm in den Weg zu stellen. Der Brand im Thronsaal zwang sie jedoch dazu, das eigene Leben schnellstmöglich zu retten.
      Auf dem Platz vor dem Schloss war inzwischen heilloses Chaos ausgebrochen. Die Menschen liefen aufgeregt durcheinander, riefen und schrien, und versuchten vergebens genug Wasser heranzuschaffen, um gegen das Feuer ankommen zu können. Eine Glocke wurde geschlagen und Kinder fingen, von der Aufregung in Panik versetzt, an zu weinen. In dem ganzen Durcheinander hatte Salem seine Begleiter aus den Augen verloren. Er verließ sich auf ihren Überlebensinstinkt und vertraute darauf, dass sie von selbst aus der Stadt laufen würden. Salem selbst eilte an den aufgeschreckten Menschen vorbei. Dann rieb er die die Fingerkuppen aneinander und ein Funken blitzte auf. Als wäre er ein Streichholz, schnipste Salem ihn von sich. Im hohen Bogen flog der Funke durch die Luft und landete schließlich in einem Haufen Stroh. Der Haufen stand sofort lichterloh in Flammen und steckte die umstehenden Häuser an. Ein anderer Funke flog, dieses Mal direkt auf das Dach einer großen Lagerhalle. Marktstände, wahllose Gebäude und Schuppen gingen in Flammen auf, wann immer Salem an ihnen vorbeikam. Die Bewohner der Stadt wussten nicht, welchen Brand sie zuerst bekämpfen sollten. Als Salem schließlich das Stadttor erreichte, stiegen über der ganzen Stadt Rauchwolken aus.
      Von weiten konnte er zwischen den Bäumen einer nahgelegenen Schonung Esmes Statur ausmachen und lief geradewegs zu den anderen rüber.
    • Der Weg zurück nach Argentusia war überraschend ruhig verlaufen.
      Die Leute und Soldaten in der Stadt hatten genug damit zu tun das Feuer in Schach zu halten. Dennoch wurde Jack das Gefühl nicht los, dass das noch ein Nachspiel haben könnte ...
      Nun saßen sie mit dem gebeutelten Stadthalter von Argentusia, dem Hauptmann der Stadtwache und den drei führenden Zwergen an einem Tisch und berichteten nochmal was geschehen war.
      "Ihr habt was?!", fragte einer der Zwerge ungläubig.
      Jack zuckte verlegen mit den Schultern. "Uns blieb irgendwie keine andere Wahl. Wir brauchen das Silber wirklich verdammt dringend."
      Der Zwerg funkelte den Werwolf böse an.
      Hast fügte Jack hinzu: "Und wir finden es natürlich unverantwortlich und widerwärtig ein so fleißiges Volk wie euch auszubeuten ..."
      Dann hielt er den Mund und überließ den anderen das Reden.
      Es dauerte nicht lange bis beide Parteien einen Vertrag ausgehandelt hatten, mit dem beide einverstanden waren.
      Die Zwerge hatten Verständnis für den Stadthalter, der erpresst worden war und erklärten sich bereit wieder Silber abzubauen und erstmal zum ursprünglichen Preis zu verkaufen, bis die Stadtkasse wieder so weit gefüllt war, dass der Stadthalter ihnen zehn Prozent mehr Lohn geben konnte.
      Die Zwerge verließen nach Vertragsunterschrift die Verhandlung.
      Der Stadthalter musterte die Gefährten.
      "Ich bin euch sehr dankbar für eure Hilfe. Auch wenn diese etwas ... unkonventionell ausfiel. Deshalb seid mir nicht böse, aber kauft euer Silber und dann verschwindet, ehe ihr auch Unheil über Argentusia bringt. Wenn es dafür nicht schon zu spät ist."
      Die vier Gefährten nickten, packten ihre Sachen und machten sich auf den Weg zu Zwergen in den Steinbruch, um ein kleines Stück Silber zu erstehen.
      "Bilden Sie einen Satz mit "Braut".
      "Er braut Bier."

    • Die Zwerge nahmen die Nachricht mit dem zu Asche zerfallenen Argentusia deutlich besser auf als der Stadthalter. Wobei sich Aljin nicht sicher war, ob es ihnen einfach nur völlig egal war, wer nun abgefackelt wurde und wer nicht. Tatsächlich glaubte sie in den Augen der Zwerge so etwas wie Anerkennung zu sehen, weil sie die ganze Sache nicht gerade unauffällig gelöst hatten. Oder vielleicht wollten sie ihre Freude auch einfach nicht zum Ausdruck bringen. Wie dem auch war. Sie gaben ihnen das erbetene Silber zu einem abnorm hohen Preis und schickten sie dann zum Teufel.
      "Wird das reichen?", Aljin betrachtete das lächerlich kleine Stückchen Silber, das in Salems mächtigen Pranken aussah wie ein Kieselsteinchen.
      "Der Kerl meinte nicht, dass wir viel davon brauchen", gab Jack von sich, hob aber ebenfalls die Augenbrauen und musterte das Silber skeptisch. "Hoffentlich", setzte er dann mit einem Seitenblick in das vermummte Gesicht des Magiers nach.
      Gemeinsam standen die vier Gefährten eine Weile einfach nur da und betrachteten das Steinchen, während scheinbar jeder seinen eigenen Gedanken nachhing. Dieses kleine Stückchen Metall sollte Salems Verletzung heilen können? Zugegeben nicht nur dieses Silber, aber Aljin blieb skeptisch. Der Mann hatte sowieso nicht sonderlich vertrauenswürdig gewirkt. Am Ende hatte er ihnen doch noch die Taschen vollgelogen.
      Aljin zuckte schließlich die Schultern. Einen Versuch war es wert und einen besseren Anhaltspunkt hatten sie nicht.
      "Also brauchen wir nur noch die Haare von dem Werwolf, der dich gebissen hat?" Frech grinste sie die beiden Männer an, ehe sie kurzerhand Jack einige Strähnen seiner Haare ausriss.
      "Hey!", protestierte dieser leidend.
      "Werwolf ... ", kommentierte Aljin das Wimmern und legte dann die Haare ebenfalls in Salems Hand. "Gefunden."
      "Dann müssen wir daraus nur noch einen Sud brauen", meinte Esme.


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      - Toni Morrison -

    • Um der Wahrheit gerecht zu werden: Salem hatte mehr Fassungslosigkeit und Protest von seinen Gefährten erwartet. Eine ganze Stadt niederzubrennen war radikal und Salem bedauerte es zutiefst, dass es so weit gekommen war. Doch auf kurz oder lang wäre eine der beiden Städte auch ohne ihn untergegangen. Der Regent Pugnas hatte es selbst gesagt. Sobald Argentusia die Silberlieferungen nicht mehr aufbringen konnte, würde er die Stadt überrennen. Salem mochte die Entscheidung über das Weiterbestehen der Städte aus eigennützigen Gründen getroffen haben, letztendlich hatte er nur beschleunigt, was unausweichlich war. Die eine Stadt lebte, die andere Stadt starb. Trotz seines Pragmatismus' empfand Salem Mitleid mit den unschuldigen Bewohnern Pugnas, deren einziges Vergehen darin bestand, von einem sturen, machthungrigen Regenten beherrscht zu werden. Er hätte sich einreden können, durch sein Handeln viele Leben in Argentusia gerettet zu haben. Salem wusste es allerdings besser. Keine Sekunde hatten die Menschen in Argentusia eine Rolle für seine Entscheidung gespielt. Der Feuermagier mochte vieles sein. Ein Heuchler war er jedoch noch nie gewesen.
      Zwei Tagesreisen später rasteten sie an der Ruine eines alten Bauernhauses. Das Silber und Jacks Haarsträhne hatten die Nacht über im selben Behältnis gelegen, so wie der Schwarzmagier im Sumpf es beschrieben hatte. Esme bereitete gerade den Sud aus beiden Ingredienzen vor, zusammen mit anderen Heilkräutern, die sie finden konnte. In einem kleinen Töpfchen brodelte das Gebräu über dem Feuer. Salem wäre auch selbst in der Lage gewesen, den Sud zuzubereiten. Aber Esme verfügte über die größere Expertise in derlei Dingen. Also saß Salem neben dem Feuer, las in einem Buch und warf hin und wieder einen kurzen Blick auf die köchelnde Tinktur.
      Gerade vertiefe er sich in einen neuen Absatz, als Esme verkündete: „Es ist fertig.“
      Salem legte das Buch zur Seite und betrachtete den Sud. Er sah genauso wässrig aus, wie eine viel zu dünne Suppe. Doch wie bei den Menschen, sollte man auch Heilmittel nicht nach dem Äußeren beurteilen. Der Feuermagier nickte verstehend und entblößte seinen verletzten Arm.
      „Wie lange wird die Heilung dauern?“, fragte er, nachdem Esme den Sud auf die Wunde aufgetragen und einen frischen, sauberen Verband um Salems Arm gewickelt hatte. Die alte Frau zuckte mit den Schultern. „Das wird sich zeigen. Ein paar Tage. Ein paar Wochen.“ Salem tippte auf eine noch längere Zeitspanne. Seine Verderbnis mochte ihn vor den Tod schützen, aber sie verzögerte jede Art der Heilung seines Körpers.
      Er zog seinen Arm wieder an und warf dann einen neugierigen Blick auf das, was vom Sud übrig geblieben war. Ein kläglicher Rest Flüssigkeit schwamm auf dem Grund des Töpfchens herum, nicht ansatzweise genug, um das Stück Silber vollständig abzudecken. Jacks Haare waren mit einem Faden zusammengebunden und trieben auf der Oberfläche herum. Salem beschloss, die Überreste als Andenken an diese Episode seines unsterblichen Lebens zu behalten. Später, wenn die anderen nicht hinsahen, würde er das Silber einstecken. Genau wie Jacks Haarsträhne.
    • Aljin lehnte sich an den Stein zurück, neben welchen sie saß und legte den Kopf in den Nacken. Einige Wolken verwährten ihr die freie Sicht in den Himmel. Wie sie die sternenklaren Nächte in der Wüste doch vermisste.
      Schweigend lauschte sie dem Prasseln eines kleinen Feuers, das zwischen ihnen brannte und die Umgebung der Bauernhausruine in ein düsteres Licht tauchte. Keiner von ihnen schien ein großer Redner zu sein. Ein dicker Pluspunkt der Gruppe und auch wenn es Aljin nur ungern zugab, sie hatte sich an die Anwesenheit der anderen gewöhnt.
      Jahrelang war sie allein umher gezogen, Jahrzehnte ohne Freunde und Jahrhunderte allein in ihrer Flasche gefangen gewesen. Über all die Zeit hatte sie immer nur flüchtige Bekannte gehabt. Leute, die sie getrost aus ihrem Leben streichen konnte, ohne, dass es ihr etwas ausgemacht hätte - hatte sie die meisten von denen sowieso schon lange überlebt - und wenn einem die Leute egal waren, tat deren Verlust nicht einmal halb so sehr weh.
      Nun hatte sie zum ersten Mal seit einer schieren Unendlichkeit etwas, das sie als Schwermut bezeichnen würde, wenn sie nur daran dachte, in naher Zukunft wieder allein unterwegs zu sein.
      Laut sagen, würde sie es jedoch nicht. Sie war immer allein zurecht gekommen und war nie auf Hilfe angewiesen.
      "Wie geht es nun weiter?", fragte sie in die Runde. "Das Problem mit Salems Arm hat sich ja wohl geklärt." Prüfend blickte sie den verhüllten Arm des Magiers an. "Es gibt nun keinen Grund mehr für uns, weiter gemeinsam zu reisen." Fühlte sich so Bedauern an?
      Nachdenklich sahen sich die Anwesenden an, als hätte Aljin die dümmste Bemerkung ihres Lebens gemacht.
      Bitte, sagt was, flehte sie innerlich. Ich mag euch und will nicht allein weiterreisen.
      "Was glotzt ihr mich so an?", brummelte sie jedoch nur. "Die Heilung seines Armes hat uns doch zusammengeführt. Zumindest für Esme und mich gibt es keinen Grund mehr, länger zusammenzubleiben. Wir haben alle ein eigenes Leben und eigene Ziele."
      Wieder herrschte kurz Schweigen. Dann war Jack schließlich der erste, der jenes unterbrach.
      "Ich habe nichts Wichtiges vor." Er zuckte die Schultern und Aljin entging der Blick nicht, den der Werwolf Salem zuwarf. Der Verhüllte nickte nur zustimmend.
      "Also ich schon", hörte Aljin sich sagen, ehe sie es hätte verhindern können. Innerlich ohrfeigte sie sich. Wann war sie so schlecht darin geworden, ihre ehrliche Meinung zu sagen? In allen anderen Lebenssituationen klappte es doch auch.
      "Dann sollten wir die letzten Stunden nochmal genießen", meinte Esme. Die Alte Frau stocherte etwas mit einem Ast im Feuer herum. Sie lächelte etwas. "Aber du brauchst doch sicherlich auch Vorräte für die Reise, oder? Also wirst du sicherlich bis zur nächsten Stadt noch bei uns bleiben. Das dürfte ja nicht mehr weit sein."
      Aljin versuchte sich ihre Überraschung nicht anmerken zu lassen. Hatte die Alte etwa erraten, was ihr im Kopf vorging? Konnte man es ihr etwa ansehen?
      Sie bemühte sich um eine ausdruckslose Miene.
      "Ja, ich denke schon", versuchte sie gleichgültig von sich zu geben.
      Danke, alte Frau!


      Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
      - Toni Morrison -

    • Vorräte zu finden stellte sich als nicht besonders schwierig heraus, die nächste Stadt war nicht weit und bei ihrer Ankunft herrschte Trubel, denn es war ein Markttag. Der Markt war anders als den, den Esme in der Wüste erlebt hatte, hier gab es mehr Vieh, welches seinen ganz eigenen Geruch hinterließ und an vielen Stellen die Menge übertönte. Aber auch Vorräte sollten sich hier auftreiben lassen. Salem kümmerte sich darum, während der Rest der kleinen Truppe den Markt näher inspizierte. Esme hatte ihre Aufmerksamkeit für eine Weile auf ein Flugblatt gerichtet, einen Aushang voller Lettern die sie nicht verstand der allerdings mit einem interessanten Bild versehen war, eine Frau die an einen Phal gebunden war, während unter ihr ein Feuer entfacht wurde. Esme fragte sich ob es eine Art Ausstellung sein sollte oder einfach nur ein lokales Ereignis, als Stimmen ihre Aufmerksamkeit ablenkten. „Nein ich gebe sie Euch ganz sicher nicht.“ „Bitte nur ganz kurz, ich möchte sie inspizieren.“ Die erste Stimme gehörte Aljin, die zweite einem Händler an einem Stand voller Dinge die Esme am ehesten als alt und staubig beschrieben hätte. Als sie sich den beiden näherte war auch Jack aufgetaucht, während der Mann die junge Frau weiter bedrängte. „Ganz kurz, ich mache sie auch nicht kaputt. Wenn ich richtig liege dürfte das ohnehin schwer sein.“ Diese Beifügung schien Aljin zu überraschen, die ihre Hände schützend über eine alte Flasche gelegt hatte. Jack räusperte sich. „Alles gut hier?“ Der Händler schien die Überraschung der Frau bemerkt zu haben, denn er fuhr ohne Jack zu beachten fort. „Ja ich hatte vor langer Zeit einmal so eine Flasche in meinem Sortiment. Schwer zu zerbrechen, unmöglich zu öffnen. Ich habe sie zu einem guten Preis weiterverkauft, wir können hier beide ein gutes Geschäft machen.“ „Woher hattet Ihr sie?“ fragte die Frau nur. Der Händler grinste.“ Irgendwelche Schatzsucher haben sie in der Wüste ausgegraben, in so einer Ruine, ich weiß auch nicht. Ich glaube sie hieß Akarbia… Akrabria? Ich kann es euch auf einer Karte zeigen, wenn ihr etwas findet, dann wisst ihr ja an wen ihr verkaufen könnt.“
      my name is Cow,
      and wen its nite,
      or wen the moon
      is shiyning brite,
      and all the men
      haf gon to bed -
      i stay up late.
      i lik the bred.


      GNU Terry Pratchett
    • Jack stellte sich auf Aljins andere Seite, sodass die junge Frau von ihm und Esme flankiert wurde.
      Der Kerl hatte zwar eingelenkt, aber Jack schätzte den Mann so ein, dass er Aljin auch versuchen würde zu bestehlen, wenn sie unachtsam wurde. Er hatte zwar keine Ahnung, was einer Flasche so unglaublich wertvoll sein sollte, aber für Aljin schien sie sehr großen Wert zu haben, so wie sie sich benahm und Jaki um ihren Arm gewunden zischelte. Auch die Schlange schien ein Auge auf die Flasche zu werfen.
      "Zeig her!", forderte Aljin barsch und Jack wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Händler zu.
      "Eine Schatzsuche klingt spannend. Sowas wollte ich schon immer mal machen", versuchte er die Spannung zu lockern und lehnte sich zum Händler hinüber.
      Dieser kramte widerwillig eine Karte hervor. Sie war vergilbt. An den Stellen, an denen die Karte wieder und wieder gefaltet worden war, war das Papier dünn und die Schriftzüge kaum noch lesbar. Die Ränder waren ein wenig zerfleddert.
      "Ist die Karte überhaupt noch aktuell?", fragte Jack und fuhr mit der Hand durch seine unordentliche Frisur.
      Der Händler warf ihm einen bösen Blick zu.
      "Es ist die Wüste! Da verändert sich nicht viel und alte Ruinen und Städte wandern in der Regel nicht."
      Kein Grund gleich unfreundlich zu werden, dachte Jack, hielt aber den Mund, denn der Händler deutete auf einen Punkt auf der Karte.
      "Hier ist es." Er machte eine melodramatische Pause, eher er "Akrabria" anfügte.
      Jack schätze, dass Akrabria rund zehn Tagesreisen von ihnen entfernt lag. Sie mussten ein gutes Stück in die Wüste hinein.
      Der Weg dorthin sollte allerdings nicht zu anstrengend werden. Auf dem Weg lagen einige Städte und Oasen. Wenn sie ihre Vorräte in der letzten Bastion vor Akrabria auffrischten, sollten sie damit lange genug hinkommen, um eine Weile in der Ruine überleben und den Rückweg schaffen zu können.
      "Moment mal", warf Jack schließlich leise an Aljin und Esme gerichtet ein. "Wollen wir überhaupt nach Akrbria? Und wenn ja, warum?"
      "Bilden Sie einen Satz mit "Braut".
      "Er braut Bier."

    • Aljin betrachtete die Karte nachdenklich. Akrabria war vor vielen Jahrhunderten eine blühende Stadt gewesen, allerdings schon vor mehreren Generationen komplett der Wüste verfallen. Sie hatte nicht geglaubt, dass es dort noch Schätze gab, welche man stehlen konnte. Geschweige denn, dass Menschen so blöd waren und dorthin gingen und dann auch noch die Flasche eines Flaschengeistes ausgruben?
      Kritisch beäugte sie den Händler. Oder erzählte er ihr nur Märchen? Oder interpretierte sie zu viel hinein. Es gab sicherlich noch andere Gründe, warum sich eine Flasche nicht öffnen ließ, oder sie unzerbrechlich war. Es musste sich nicht unbedingt um einen Flaschengeist handeln. Was wusste der Kerl?
      Sie runzelte die Stirn und legte die Hand auf ihre Flasche. Was war, wenn es doch stimmte? Die Ruinen von Akrabria mussten mittlerweile unter einer Sandschicht begraben sein. Aber die Stadt war alt und konnte vielleicht noch immer Geschichten erzählen und vielleicht einen Hinweis für sie verbergen. Und selbst wenn nicht: Wenn es dort wirklich noch Schätze gab, wäre es die Reise sicherlich wert. Konnte man dem Mann trauen? Leider gab es nicht viele Möglichkeiten das herauszufinden, ohne einen Aufstand mitten in einer fremden Stadt anzuzetteln - schon wieder.
      Aljin warf einen letzten Blick auf die Karte und versuchte sich die Lage der Stadt zu merken, dann wandte sie sich um und entfernte sich schnell. Die widerwilligen Rufe des Händlers ignorierte sie. Er wollte ihr die Karte im Tausch für ihre Flasche geben.
      Sicherlich nicht, du Wicht.
      Irgendwo würde sie eine Karte sicherlich für einen deutlich besseres Preis finden.
      "Ich weiß nicht, was ihr macht", antwortete sie schließlich auf Jacks Frage, als sie merkte, dass er und Esme ihr folgten, "aber ich werde nach Akrabria gehen." Grinsend wandte sie sich um. "Ich bin neugierig, ob der Kerl recht hat und es dort wirklich so viele Schätze gibt. Stellt euch vor, was man damit machen könnte."


      Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
      - Toni Morrison -