Das Ritual (Arbeitstitel)

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    • So, ich hab jetzt endlich mal Zeit gefunden, das hier auch mal anzufangen, habe erst mal aber nur das erste Kapitel gelesen. Also nicht böse sein, wenn ich jetzt irgendwas mit Fragezeichen belege, was im zweiten Kapitel genauer beschrieben wird...

      Spoiler anzeigen

      Ich finde auch, dass du einen sehr schönen und anschaulichen Schreibstil hast. Man wird gleich ins Geschehen reingeworfen und wird (zumindest in der aktuellen Version) nicht mit zu vielen Informationen überhäuft. Die Geschwister werden kurz umrissen und sind glaubhaft. Ich hoffe, ich erfahre noch ein bisschen mehr über ihr Verhältnis zueinander, aber sie scheinen ja zumindest aufeinander Acht zu geben und sich gegenseitig zu helfen.

      Allerdings muss ich sagen, dass mir der Vater (dessen Namen ich im Übrigen vielleicht auch nicht gleich als erstes einführen würde; wie Kramurx schon sagte, fände ich es natürlicher, wenn wir ihn aus ihrer Perspektive betrachten, dass uf ihn mit "Vater" referiert wird, das ist auch schon recht distanziert) ein wenig schwammig vorkommt. Nach allem, was ich bisher über deine Welt erfahren habe, ist es für eine Frau ebenso natürlich ein künstlerisches Handwerk zu erlernen wie für einen Mann (auch wie sie recht lässig und ganz selbstverständlich mit Magiern redet, ihnen sogar Fragen stellt usw. deutet darauf hin, dass auch Klassen und Ränge keine grossen Rollen spielen): ihr Vater kann also schon mal nicht grundsätzlich aufgrund ihres Geschlechts dagegen sein, dass sie in solchen Dingen gut ist. Ausserdem finde ich die Glasbläserei und bspw. die Uhrmacherei jetzt nicht allzu weit voneinander entfernt: beides sind Berufe, die Geschick und Fingerfertigkeit verlangen und beide ebenso "künstlerisch". Die Begründung, dass das Uhrenmachen oder ähnliche Basteleien keinen Sinn machen, kommt mir dann doch eher merkwürdig vor, wenn sie von einem Glasbläser kommt - ich würde es andererseits verstehen, wenn der Vater z.B. ein Bäcker wäre, der im wahrsten Sinne sein täglich Brot mit etwas handfestem verdienen muss. Der einzige Grund, warum ihr Vater also nicht mit ihrem Werdegang zufrieden ist, ist also der, dass sie von allen künstlerischen Berufen nicht ausgerechnet die Glasbläserei ausbauen möchte, um sich dann später mit ihrem Bruder um ihr Erbe zu kloppen? Ein offensichtlich begabter und kreativer Mann sollte sich doch darauf verstehen, aus so einer Situation sehr viel mehr zu machen und z.B. die Begabungen seiner Kinder mit seinem Beruf vereinen können (wie die Geschwister das ja auch tun, wenn sie Uhr+Uhrenglas gemeinsam herstellen). Also entweder hat ihr Vater grundsätzlich etwas gegen sie, aber das hat nichts mit Glasbläserei zu tun, oder er ist etwas unglaubwürdig. Wenn es allerdings tatsächlich nichts mit Glasbläserei zu tun hat (sondern vielleicht damit, dass sie ihrer Mutter ähnlich sieht oder was auch immer), sie das aber offensichtlich glaubt, dann könnte man ein wenig an ihrer Gabe zur Reflektion zweifeln, denn sowas kriegen Kinder normalerweise mit.

      Oriane schrieb:

      da Emilian sich weigerte, das zu akzeptieren und sich eine Brille anfertigen zu lassen
      Kann er sich die nicht selbst machen ;) :D

      Oriane schrieb:

      relativ am Rande der Stadt
      Da bin ich über das "relativ" gestolpert. Ist es nun am Rande der Stadt? Oder nahe am Rande der Stadt?

      Oriane schrieb:

      Wenn ihr die Fantasie besitzt, euch die Dinge vorzustellen,
      Find ich auch etwas schwammig. Fantasie ist ja immerhin Vorstellungskraft. Vielleicht versucht der Typ sich ja aber auch nur möglichst geschwollen auszudrücken und kriegt's nicht ganz hin ^^

      Wie sie Magie erfährt und lenkt, find ich auch schön beschrieben. Auch schön, dass du beschreibst bzw. durch den Zentauren erzählen lässt, dass es eben ausgerechnet jetzt für sie recht einfach ist, weil die Kugel mit Magie aufgeladen ist und er ihr hilft. Da wird dann auch deutlich, dass das ganze Energie erfordert und nicht aus dem Handgelenk geschüttelt wird - Instant-Magier sind mir unsympathisch :) Bin mal gespannt, was passiert, wenn sie nach Hause kommt und ob sich die merkwürdige Beziehung zu ihrem Vater vielleicht noch aufklärt :D Ich hoffe, ich komme nachher noch zum Weiterlesen.


      EDIT:
      Spoiler Kapitel 2

      Wieder sehr schön und anschaulich geschrieben. Macht mir wirklich Spass, deiner Protagonistin zu folgen :) Ein paar Kleinigkeiten, bei denen ich ins Stocken gekommen bin. Vielleicht liegt das ja nur an mir, aber mich wurmt das zwischen ihr und ihrem Vater - ist mir irgendwie immer noch eine komische Beziehung, die entweder an sich sehr merkwürdig ist, oder die es dir noch nicht so richtig zu beschreiben geglückt ist. Vielleicht hat sich da aber auch was in meinem Kopf verrannt :D

      Oriane schrieb:

      Emilian war wütend. Sehr sogar.
      Hab ich irgendwie nicht mitgekriegt. Wie äussert sich diese Wut? Wir erfahren nur, dass die drei schweigend beim Essen zusammensitzen. Dass sich Wut bei Emilian in gekränktem Schweigen äussert ist wohl nicht zwingend so, denn sie schweigen sich ja offenbar beim Essen immer an. Offenbar war der Wutausbruch also vorher, aber dazu wird gar nichts gesagt. Da fehlte mir jetzt wirklich wenigstens eine kurze Beschreibung, um den Mann - mit dem ich, siehe oben, bisher ohnehin nicht soviel anzufangen weiss - mal besser kennenzulernen: wie äussern sich seine Emotionen? Hat er sie angeschrien, weil sie zu spät gekommen ist oder hat er sie angeschwiegen (und jetzt beim Essen weitergemacht)? Hat er Gegenstände geworfen oder hat er ihr zur Strafe irgendwas verweigert, was er sonst bereitwillig gibt...? Irgendwas, was mich ihn als Person erfassen lässt, wäre hier sehr schön gewesen :)

      Oriane schrieb:

      »Du solltest längst schlafen, was machst du nur um diese Zeit?«
      Ich weiss nicht, in welchem Alter man in deiner Welt erwachsen ist, aber irgendwo wird glaube ich erwähnt, dass sie schon 18 ist?! Möglicherweise sagt einem der Vater dann nicht mehr "du solltest längst schlafen", sondern wundert sich lediglich darüber, dass man noch wach ist. Wobei...

      Tariq schrieb:

      Sie musste ja damit rechnen, dass ihr Vater auf der Bildfläche erscheint. Darauf kann sie sich vorbereiten. dann muss sie auch nicht so hektisch und "erwischt" reagieren.
      ... Flora sich an der Stelle ja auch wundern könnte, warum ER überhaupt noch wach ist, wenn morgen doch so ein wichtiger Tag ist. Ich denke, das ist auch eigentlich der Grund, warum sie sich erschreckt, oder?

      Oriane schrieb:

      Der Mann, den ihr Vater ihr als Herr Millim Zimka vorstellte, war offenbar ein erfolgreicher Tuchhändler, der mit Stoffen aus Tessan, dem kleinen Nachbarland von Kilados, reich geworden war.
      Das ist ein wenig merkwürdig. Er stellt ihn vor, also Flora kennt ihn offenbar nicht. Erzählt er ihr dann im Zuge des Vorstellens auch gleich seinen gesammten Werdegang? Dass er Tuchhändler ist, würde man da vielleicht erwähnen, aber wie genau er reich geworden ist, kann Flora doch eigentlich gar nicht wissen, oder? Es sei denn, sie kennt den Typen dem Namen nach, aber dann passt das "offenbar" nicht... Fühlt sich jedenfalls so an, als würden hier Erzählperspektiven zusammengeworfen werden.

      Ach ja, und um noch was positives zu sagen (das fällt sonst so leicht unter den Tisch): Mir gefiel das auch sehr, wo du beschrieben hast, wie die zwei (Emilian und der Tuchhändler) da ein Theaterstück aufführen. Gut beobachtet und verarbeitet!

      Ich freu mich schon auf die Fortsetzung :)
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Katharina ()

    • Katharina schrieb:

      Ich finde auch, dass du einen sehr schönen und anschaulichen Schreibstil hast.
      Danke! Und schön, dass du dabei bist :)

      Katharina schrieb:

      auch wie sie recht lässig und ganz selbstverständlich mit Magiern redet, ihnen sogar Fragen stellt usw. deutet darauf hin, dass auch Klassen und Ränge keine grossen Rollen spielen
      Das stimmt so nicht ganz, Klassen und Ränge spielen schon eine Rolle, nur nicht eine so krass übergeordnete wie in den meisten anderen Fantasy-Geschichten. Die Magier auf dem Marktplatz sind eher Schausteller, die kleine magische Tricks vorführen und viel mehr nicht können, deswegen lassen sie sich schon ganz gut in Floras Klasse einordnen. Die Unterschiede werden im Laufe der Geschichte noch erklärt, aber ich könnte das auch an der Stelle schon einbauen. Es wird halt am Anfang so dermaßen viel erklärt, dass ich das nach und nach machen wollte.

      Katharina schrieb:

      Kann er sich die nicht selbst machen
      Stimmt :hmm: Das werd ich ändern.

      Katharina schrieb:

      Find ich auch etwas schwammig. Fantasie ist ja immerhin Vorstellungskraft. Vielleicht versucht der Typ sich ja aber auch nur möglichst geschwollen auszudrücken und kriegt's nicht ganz hin
      Wie gesagt, alles was er kann, sind ein paar magische Tricks. Und er redet mit Leuten, die keine Ahnung von Magie haben. Natürlich ist es im Endeffekt komplizierter, aber auch das kommt erst später im Laufe der Geschichte.

      Katharina schrieb:

      Hab ich irgendwie nicht mitgekriegt. Wie äussert sich diese Wut?
      Jap, das hat glaub ich auch schonmal jemand kritisiert. Ich machs deutlicher.

      Katharina schrieb:

      Ich weiss nicht, in welchem Alter man in deiner Welt erwachsen ist, aber irgendwo wird glaube ich erwähnt, dass sie schon 18 ist?! Möglicherweise sagt einem der Vater dann nicht mehr "du solltest längst schlafen", sondern wundert sich lediglich darüber, dass man noch wach ist. Wobei..
      Naja, er wundert sich halt, dass seine Tochter mitten in der Nacht wach ist. Warum er noch nicht schläft, weiß sie nicht. Wahrscheinlich weil über Floras Zukunft nachgrübelt. Davon abgesehen muss sie ja trotzdem im Familienbetrieb arbeiten und früh aufstehen, also fand ich es logisch, dass er sagt, was er sagt.

      Katharina schrieb:

      Er stellt ihn vor, also Flora kennt ihn offenbar nicht. Erzählt er ihr dann im Zuge des Vorstellens auch gleich seinen gesammten Werdegang?
      Guter Punkt. Der Händler hat ja auf jeden Fall vorher schonmal mit Emilian oder Lysander gesprochen, die könnten Flora das alles erzählt haben. Füge ich noch ein :)

      Danke für den ausführlichen Kommentar ^^
    • Hallo Oriane!

      Nun bin ich auch in deiner Geschichte gelandet und sie gefällt mir sehr gut.
      Du beschreibst die Handlung sehr anschaulich und ich kann mir alles gut vorstellen.

      Oriane schrieb:

      In ihrem Zimmer räumte sie den restlichen Bastelkram, der noch von heute Morgen übriggeblieben war, beiseite
      Hier bin ich etwas ins Stutzen gekommen. Monate hat sie mit dem Basteln einer Uhr zugebracht und ist endlich fertig, aber die Uhr scheint schon keine Bedeutung mehr zu haben. Die Materialen, die sie dafür brauchte, bezeichnet sie abfällig als Bastelkram und schiebt sie lieblos weg (anstatt sie in Schubladen zu verstauen, weil sie sie vielleicht nochmal braucht).
      Ich verstehe, dass du am Anfang zeigen willst, was Flora kann, aber es kommt nicht so glaubwürdig herüber, wenn die Beschäftigung mit der Uhr plötzlich total egal ist und sie sich von jetzt auf gleich nur noch für Magie interessiert. Vielleicht könntest du das gleich am Anfang schon ein wenig vorbereiten?
      Auch bei der Berufswahl: Warum schlägt Flora nicht vor, Uhrmacherin werden zu wollen? Ich meine, damit hat sie sich doch in der letzten Zeit intensiv beschäftigt und es scheint sie zu interessieren?

      Dann habe ich mich auch gefragt, warum der Vater Flora bei einem anderen in die Lehre geben will und noch bereit ist, dafür zu zahlen. Gleichzeitig verliert er sie ja als Arbeitskraft und wird dann an ihrer Stelle jemand anders einstellen müssen. Also für dieses Minusgeschäft würde ich mir wünschen, dass es da noch eine bessere Erklärung gibt. Irgendeinen riesigen Vorteil, den entweder Emilian oder Flora oder beide nach Emilians Vorstellung davon haben.

      Bin gespannt, wie es weitergeht! :)
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Hi Kirisha, danke für den Kommentar ^^

      Kirisha schrieb:

      Ich verstehe, dass du am Anfang zeigen willst, was Flora kann, aber es kommt nicht so glaubwürdig herüber, wenn die Beschäftigung mit der Uhr plötzlich total egal ist und sie sich von jetzt auf gleich nur noch für Magie interessiert.
      Ich verstehe, was du meinst. Werd ich nochmal drüberschauen :)

      Kirisha schrieb:

      Warum schlägt Flora nicht vor, Uhrmacherin werden zu wollen?
      Uhrmacher fallen in Kilados unter Werkmeister und vor allem als Uhrmacher braucht man magische Fähigkeiten. Da wird später noch drauf eingegangen.

      Kirisha schrieb:

      Dann habe ich mich auch gefragt, warum der Vater Flora bei einem anderen in die Lehre geben will und noch bereit ist, dafür zu zahlen.
      Es ist halt für ihn nicht zu übersehen, dass Flora nicht ganz glücklich damit wäre, ihr Leben lang weiterhin bei der Glasbläserei zu bleiben und er will das beste für seine Tochter.
      Ok, mir scheint, ich muss von Anfang an noch klarer machen, was Emilians Motive sind. Eigentlich wollte ich das ein wenig im dunkeln lassen, weil die Geschichte ja ausschließlich aus Floras Sicht erzählt wird und sie überhaupt keinen Peil hat, warum er tut, was er tut, aber wenn das dazu führt, dass er unglaubwürdig wird, muss ich was ändern. Ich schau mal, was sich machen lässt :)
    • Oriane schrieb:

      Ok, mir scheint, ich muss von Anfang an noch klarer machen, was Emilians Motive sind.

      Ich weiss nicht, das sagt er doch recht klar.

      Vielleicht ist die Konfusion eher darin dass nicht jeder die Gebraueche von Zuenften/Gilden in Deiner Welt erraten kann? Ich hatte mir das jetzt so mittelalterlich vorgestellt dass man entweder Verwandte oder Kinder von Zunftmitgliedern als Lehrlinge nimmt (und das daher eher abgeschlossen ist), aber dass sich gegen einen gefuellten Beutel immer auch was anderes arrangieren laesst (nur durch Talent kommt man halt nicht ohne weiteres rein, Vitamin B muss schon sein).
    • Liebe @Oriane
      Ich bin jetzt auch durch. Dein Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, es hat mir gut gefallen. Auch inhaltlich fand ich es schön dargestellt.
      Deine Welt ist mir noch nicht ganz klar. Dunkles Mittelalter scheint es aber nicht zu sein und sehr ordentlich. Es gibt sogar Mülleimer für Papier und der Markt wirkt sehr gut geordnet. Vielleicht ist es in der Renaissance. Ich könnte mir auch gut ein Steak-Punkt (Steam Punk, verdammte automatische Rechtschreibkorrektur) Setting vorstellen.
      Manchmal musst du aufpassen nicht Begriffe zu benutzten, die nicht recht ins Bild passen. Dinge wie "Adrenalin" sind nur in einer wissenschaftlich aufgeklärten Welt bekannt. Aber das sind nur Kleinigkeiten.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

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    • Oriane schrieb:

      Die Magier auf dem Marktplatz sind eher Schausteller, die kleine magische Tricks vorführen und viel mehr nicht können, deswegen lassen sie sich schon ganz gut in Floras Klasse einordnen. Die Unterschiede werden im Laufe der Geschichte noch erklärt, aber ich könnte das auch an der Stelle schon einbauen. Es wird halt am Anfang so dermaßen viel erklärt, dass ich das nach und nach machen wollte.
      Nein, du musst auf keinen Fall mehr Erklärungen hier unterbringen. Ich wollte nur sagen, dass es ja offensichtlich kein Rangsystem ist, in dem Magier z.B. irgendwie höher gestellt sind oder so. Das merkt man daran, wie Flora mit den Zentauren redet, und das reicht auch aus. Später merkt man ja noch, dass es offenbar dann eben auch noch andere Ränge/Klassen gibt, wo der Händler auf der Bildfläche auftaucht (das hatte ich noch nicht gelesen, als ich das geschrieben habe). Also von mir aus kann das gerne implizit im Text enthalten sein :)
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
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      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Hey Oriane,

      meine Anmerkungen zu Kapitel 2.1 :)

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      Also, zunächst mal muss ich sagen, dass mir der Teil, genau wie die vorherigen, gut gefällt. Ich hätte vielleicht ihre Ungeduld am Tisch noch ein bisschen ausgeschmückt. Sie kommt mir beinahe zu beherrscht vor und du beschreibst ihren Zustand sehr nüchtern. Könnte sie nicht noch ein bisschen nervös auf dem Stuhl herumrutschen und dadurch bereits die Aufmerksamkeit der anderen auf sich ziehen? Ich würde den Leser diese Situation am Tisch noch ein bisschen näher miterleben lassen. (nur so ne Idee)
      Die Überei im Zimmer fand ich auch ganz schön beschrieben. Auch die Situation mit dem Vater, der plötzlich hereinplatzte, war super.
      Schön finde ich auch, dass es ihr nicht auf Anhieb gelingt, ihre magischen Fähigkeiten abzurufen. Das macht das ganze irgendwie so herrlich authentisch und nachvollziehbar...ich bin gespannt, wie es weitergeht :)

      Hier kommen noch ein paar Kleinigkeiten, die mir so aufgefallen sind:

      Oriane schrieb:

      Schnell, um es nicht aus den Augen zu verlieren, konzentrierte sie sich ausschließlich darauf und langsam wurde es ein wenig heller, sodass sie nicht nur einen hellen Schatten, sondern auch die Umrisse der Kugel wahrnehmen konnte.Aber so hell wie mit Koroms Enkel oder gar Korom selbst sah sie sie nicht.
      Wiederholung

      Oriane schrieb:

      Es war mühsam und kostete sie viel Kraft, sich immer wieder aufs Neue zu konzentrieren, wenn sie mal wieder den Kontakt zu der Kugel verloren hatte. Den Kopf in die Hände gestützt saß sie nun schon den dritten Tag an ihrem Schreibtisch und starrte wie hypnotisiert auf die kleine, mittlerweile verhasste Kugel. Es wollte ihr einfach nicht gelingen. Zuerst war sie mit jedem Versuch näher an ihr Ziel gekommen, die Kugel hatte immer heller geleuchtet und fast hatte Flora geglaubt, auf einem guten Weg zu sein, aber nach und nach gingen die Versuche wieder öfter schief. Es kostete sie nach stundenlangem Üben zwar weniger Zeit, die Kugel magisch wahrzunehmen, aber goldene Lichtfäden hatten sich noch nicht blicken lassen.
      Ich kann mir vorstellen, dass es nicht so einfach ist, aber vielleicht könnte man nach einem schönen Synonym für Kugel suchen. :hmm: Einmal schreibst du "das Ding", das war schon mal ganz gut. Vielleicht fällt dir noch was anderes ein...

      Oriane schrieb:

      Gerade beugte sie sich wieder über die Kugel, um es wieder zu versuchen, als sie Schritte auf der Treppe hörte. Sie schrak auf, griff panisch nach der Kugel,

      Oriane schrieb:

      »Du baust wieder an einem deiner Apparate, oder? Konzentriere dich lieber nicht so sehr darauf, damit wirst du es nicht weit bringen, auch wenn du geschickt bist.« Emilian sah zu Boden. Offenbar schaffte er es nicht, seiner Tochter in die Augen zu sehen. Die aber ergriff die Chance und sprach das aus, was beide dachten: »Du meinst, ohne Magie werde ich es nicht weit bringen.«
      Jetzt zogen sich Emilians buschige Augenbrauen wütend zusammen. »Sie zu, dass du morgen ausgeschlafen bist, wir haben einen wichtigen Kunden!«
      Floras Kiefer verkrampfte sich, als sie die Zähne zusammenbiss, um nichts zu sagen, was sie später bereuen könnte. Ohne ein weiteres Wort ließ sie ihren Vater wieder gehen, öffnete die Hand mit der Kugel wieder und warf sie mit aller Kraft auf ihr Bett.
      Eines deiner Lieblingswörter? :D


      Oriane schrieb:

      Aber sie schien keine ernsthaften Schäden davongetragen zu haben, ihr Blick klärte sich rasch wieder und er Schwindel verschwand,
      der



      LG,
      Rainbow
    • Hallo Oriane,

      hier kommen meine Anmerkungen zu Kapitel 2.2 :)

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      Oh je. So ein Elterngespräch kann ich mir nur zu gut vorstellen. Und auch, wie es zu der Eskalation kommt. Obwohl die Reaktion von dem Vater schon krass war. Aber da sitzt der Schmerz wohl sehr tief und Flora hat genau in der Wunde gebohrt. Das können Kinder ja bekanntlich sowie so gut ^^
      Die Anfangsszene in dem Laden hat mir auch sehr gut gefallen. Ich hatte das Gefühl, dort zu sein und das alles live mitzuerleben. Wirklich sehr schön geschrieben.

      Hier kommen nur ein paar Dinge, über die ich gestolpert bin:

      Oriane schrieb:

      Es war Floras Aufgabe, Buch über die Bestände und Einnahmen und Ausgaben zu führen.
      das liest sich etwas holptig. Vielleicht : ... Buch über die Bestände, sowie Einnahmen und Augaben zu führen. :hmm: (Nur so ne Idee)


      Oriane schrieb:

      Stolz drehte er ein Wasserglas in den Händen, wischte dann mit einem Tuch seine Fingerabdrücke weg und platzierte es auf dem Tresen neben den anderen. Flora vermerkte alles Nötige im Buch, klappte es dann zusammen und legte es wieder unter den Tresen.
      Sicher, dass er die Verkaufsstücke auf dem Tresen platziert? Ich dachte eher, da stünde der Verkäufer, um zu kassieren. Flora bewahrt dort ja auch das Buch auf. Vielleicht stellt der Vater das Glas ja auch in eine Art Vitrine oder ein Regal? So könntest du auch die Wortwiederholung vermeiden :hmm: (auch nur so ne Idee ^^ )


      Oriane schrieb:

      „Ich habe Zimka darauf angesprochen und er sagte, er wäre bereit..... – gegen eine gewisse Bezahlung natürlich – dich als Lehrling aufzunehmen.“
      ich glaube, ich würde das "dich" nach vorne holen, sonst liest sich der Satz irgendwie holprig


      Oriane schrieb:

      „Vater, ich hatte eigentlich gehofft, ich dürfte eine eine Lehre als Werkmeister machen“

      Oriane schrieb:

      Ich wette, ich würde eine gute Wermeisterin abgeben“
      hier fehlt ein "k"



      LG,
      Rainbow
    • @Thorsten @Rainbow @Katharina @Sensenbach @Night Sky Vielen Dank für eure Kommentare! Freut mich sehr und ist wirklich hilfreich ^^

      Thorsten schrieb:

      Vielleicht ist die Konfusion eher darin dass nicht jeder die Gebraueche von Zuenften/Gilden in Deiner Welt erraten kann?

      Sensenbach schrieb:

      Deine Welt ist mir noch nicht ganz klar.
      Das scheint eins der Schlüsselprobleme zu sein. Nein, es ist kein dunkles Mittelalter. Und auch keine Renaissance. Ich weiß tatsächlich nicht, ob für andere die Welt so zusammenpasst, wie sie für mich zusammenpasst. Ich konnte dem Kind noch keinen Namen geben.

      Sensenbach schrieb:

      Ich könnte mir auch gut ein Steak-Punkt Setting vorstellen.
      Meinst du Steampunk? :D Falls ja, dann...ja, das kommt ganz gut hin. Vom Aussehen her nicht, da wirkt es eher wie spätes Mittelalter. von der Technik her...joa, Steampunk ohne Steam, sondern mit Magie. Magiepunk...äh :D
      Ich wollte ja immer mal einen Weltenbauthread aufmachen, bin nur noch nicht dazu gekommen. Aber man sollte ja aus der Geschichte schon halbwegs verstehen, wo man sich so befindet. Vielleicht hat jemand Lust, wenn ich den Weltenbau hier irgendwann mal einstelle, sich das durchzulesen und zu schauen, wie man die Welt besser darstellen kann. Momentan weiß ich nämlich leider keine Lösung, außer immer wieder Besonderheiten einzuflechten, die vielen Lesern dann leider komisch vorkommen.
      Ursprünglich hatte ich noch viel mehr Steampunk drin, Magnetismus und so Zeug, aber da es um Magie gehen sollte, habe ich viel davon rausgenommen, damit es nicht zu unübersichtlich wird.

      Sensenbach schrieb:

      Manchmal musst du aufpassen nicht Begriffe zu benutzten, die nicht recht ins Bild passen. Dinge wie "Adrenalin" sind nur in einer wissenschaftlich aufgeklärten Welt bekannt.
      Jap, stimmt. Danke für den Hinweis, wird ausgebessert.

      Rainbow schrieb:

      Ich kann mir vorstellen, dass es nicht so einfach ist, aber vielleicht könnte man nach einem schönen Synonym für Kugel suchen.
      Ich versuchs. Du hast recht, der Abschnitt ist viel zu voll mit Kugeln.

      Rainbow schrieb:

      Eines deiner Lieblingswörter?
      :whistling:

      Rainbow schrieb:

      Vielleicht stellt der Vater das Glas ja auch in eine Art Vitrine oder ein Regal?
      Keine schlechte Idee. Er könnte auch einen extra Präsentationstisch oder sowas haben. Ich überleg mir was :)
    • Oriane schrieb:

      Das scheint eins der Schlüsselprobleme zu sein. Nein, es ist kein dunkles Mittelalter. Und auch keine Renaissance. Ich weiß tatsächlich nicht, ob für andere die Welt so zusammenpasst, wie sie für mich zusammenpasst. Ich konnte dem Kind noch keinen Namen geben

      Oriane schrieb:

      Momentan weiß ich nämlich leider keine Lösung, außer immer wieder Besonderheiten einzuflechten, die vielen Lesern dann leider komisch vorkommen

      Soweit es mich betrifft sehe ich da kein Problem - Du beschreibst die Welt indem Du immer wieder Details erzaehlst, in meinem Kopf entsteht die Welt dazu.

      Ich schreib' das jetzt mal ein bisschen ausfuehrlicher damit klar wird was ich meine:

      In der ersten Szene sehen wir Flora die eine Uhr baut - spaeter erfahren wir dass es ihr Hobby ist. Allein dadurch - in meinem Kopf entsteht ein Bild von einer Gesellschaft mit Renaissance-Technologie, einem recht hohen Stand an Wissen und Technik. Ich vermute dass Flora in einer Stadt wohnt (auf dem Dorf kann ich mir so ein Hobby nicht vorstellen), dass sie in einer reichen Gegend wohnt (eine Gesellschaft muss sich Uhren leisten koennen) und in einem reichen Haushalt (sie kann sich ein Hobby leisten) - es ist eine Gesellschaft die nicht im Krieg oder unter einer Bedrohung ist.

      Allein aus dem ersten Abschnitt kann ich all diese Dinge ziehen - erklaeren musst Du nur was dem Bild widerspricht - wenn sie jetzt zum Beispiel auf dem Dorf wohnen wuerde waehre ich ueberrascht und wuerde eine Erklaerung wollen wie sie da zu so einem Hobby gekommen ist, wenn die Stadt im Krieg waere wuerde ich wissen wollen wie sie Zeit fuer ein Hobby findet statt die Truppen zu unterstuetzen...

      Das Ende deines ersten Abschnitts bestaetigt statt dessen viel von dem was ich schon im Kopf hatte - wir bekommen eine wohlhabende Handelsstadt zu sehen, einen Hafen und einen Markt an dem reiche Waren angeboten werden... Und es kommt das erste Fantasy-Element dazu - es sind ganz bunt gemischt Rassen wie 'Elben, Zwerge, Zentauren...' auf den Strassen unterwegs.

      In meinem Kopf wird die Stadt mannigfaltiger, denn einen Zentauren muss man ja anders unterbringen wenn er uebernachten will als einen Menschen, es entsteht ein liebenswert-chaotischeres Bild der Strassen, und ich ergaenzt dass Toleranz offenbar selbstverstaendlich ist und Rassismus eher abwesend.

      Prompt bestaetigst Du das im zweiten Abschnitt den Du postest indem Du eine gemischte Mannschaft von Zentauren und Menschen beschreibst - wieder macht das Detail die Welt reicher indem es ins Muster passt - wenn die Mannschaften alle nach Rasse getrennt waeren wuerde ich eine Erklaerung erwarten wie sie denn sonst im Alltag zurecht kommen.

      Dann kommt der Muellkorb in den Flora brav ihr Papier aufraeumt, und vor meinem inneren Auge wird das liebenswerte Chaos der Stadt ein gutes Stueck sauberer - eine Stadt in der Muellkoerbe stehen und benutzt werden hat garantiert funktionierende Latrinen und ein Abwassersystem - das passt auch zum hohen Technologiestand der Uhrmacher moeglich macht - ohne dass Du es gross zu schreiben brauchst vermute ich jetzt Strassen frei von Unrat und Gestank und die Abwesenheit von Elendsvierteln (und wenn wir jetzt eines zu sehen bekommen wuerden, wuerde ich dafuer eine Erklaerung brauchen).

      Im gleichen Abschnitt stellt Flora dann auch ihre EInkaeufe auf den Boden und schaut dem Zentauren zu - in meinem Kopf taucht die Idee auf dass in dieser Stadt sehr wenig Verbrechen geschehen - nicht nur haben wir bisher keine misstrauisch blickenden Waechter oder Soldaten gesehen, sondern Flora vertraut darauf dass niemand ihre Sachen nimmt waehrend sie abgelenkt ist - passt zur Abwesenheit von Elendsvierteln.

      Und so weiter...

      Verstehst Du worauf ich hinaus will? Das Bild der Welt das ich sehe entsteht aus den Einzelheiten - und vor allem aus dem was sie implizieren. Wenn Dein Weltenbau solide ist und das alles zusammenpasst (und die Implikationen im Wesentlichen funktionieren) musst Du nur das Ungewoehnliche erklaeren, das wo der erste Eindruck falsch geht.

      Nur wenn Dein Weltenbau fluechtig ist und Deine Uhrmacherin in einem Grenzdorf sitzt das im Krieg ist, dann wuerde ich mich beim Lesen staendig fragen 'Wo hat sie das gelernt? Wie findet sie die Zeit? Wer bringt ihr das Material?' Und das muesstest Du dann im Text explizit erklaeren.

      Aber so wie's ist funktioniert das - beim ganzen Lesen haben die Ideen die ich nach den ersten Saetzen hatte im Wesentlichen funktioniert, alles was Du seither geschrieben hast hat Details ausgefuellt, aber nie eine Revision erzwungen.

      Natuerlich kannst Du es wie Tolkien machen und einen Abschnitt voranschicken in dem alles erklaert wird - aber so wie es bei Dir passiert finde ich es vom Konzept besser, und es ist konsistent.

      Einem Leser sollten Dinge die er liest nicht komisch vorkommen so lange sie nicht dem widersprechen was er vorher schon erfahren hat - neue Informationen bauen wir ein und lernen daraus wie die Welt funktioniert. Aber wenn ein Leser schon vor der ersten Zeile meint er weiss alles und findet alles komisch was nicht in sein Muster passt - dagen schreibst Du vergebens an, da helfen auch Erklaerungen nicht - Neugier auf die Welt muss man als Leser denke ich mitbringen :)

      Also - zumindest mein Eindruck ist - Du laesst Dich da leicht nervoes machen wenn nicht alles sofort klar ist - aber ich glaube viele Kommentare sind gar nicht so gemeint dass sie wirklich darauf abzielen dass Du eine Erklaerung in den Text schreiben musst. Hab' ein bisschen Vertrauen zu Dir - die Welt ist vielschichtig, die kann man nicht nach ein paar Seiten schon verstanden haben, und das erwartet hoffentlich niemand - aber Du schreibst schon so dass man sie sich erschliessen kann.
    • Joa, danke, Thorsten für die Ausführung. Ungefähr so meinte ich das auch, als ich geschrieben habe, du musst die Rangsysteme nicht explizit ausführen - wie die Leute da miteinander umgehen, erfahren wir daraus wie sie eben miteinander umgehen :D
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Ich gebe hier mal kurz eine kleine Statusmeldung durch. Im Moment habe ich leider kaum Gehirnkapazität fürs Schreiben übrig und obwohl von der Geschichte eigentlich schon einige weitere Kapitel existieren, schaffe ich es gerade nicht, mich darauf zu konzentrieren, die zu korrigieren und hier einzustellen.
      Von daher, es wird weitergehen, aber schätzungsweise erst, wenn ich mit diversen Uniprojekten durch bin...
    • Sooo, jetzt geht es hier auch mal weiter. Ich bin im Moment dabei, meinen Fortschritt aus dem NaNo zu korrigieren und auch in den Kapiteln, die jetzt kommen, sind ein paar Sachen drin, über die ich noch ein bisschen nachdenken muss, aber Kapitel zwei kann ich schonmal komplett hier einstellen. Etwas kürzerer Teil diesmal, aber da es evtl. kompliziert wird in 2.4 mit jede Menge Erklärungen, hab ich entschieden, nochmal einen Cut zu machen.

      Ich hoffe, ein paar von euch sind noch dabei :)


      Kapitel 2.3

      Als sie sich ein wenig beruhigt hatte, griff sie nach der magischen Kugel, die sie ganz unten in der Bastelkiste unter ihrem Schreibtisch versteckt hatte und rollte sie in der Hand hin und her. Probeweise schloss sie die Augen und versuchte, sich auf ihre Umgebung zu konzentrieren, aber durch ihre Wut nahm sie nicht den Funken eines leuchtenden, goldenen Scheins wahr. Wie konnte Emilian nur einen solchen Hass auf Magie entwickelt haben? Es war zehn Jahre her, seit ihre Mutter bei Nacht und Nebel verschwunden war und Flora hatte es überwunden. Schmerzte es Emilian wirklich immer noch so sehr? Sie konnte sich das nicht vorstellen. Und vor allem konnte sie nicht in diesem Zimmer bleiben. Es würde sie wahnsinnig machen. Also öffnete sie den Schrank und kramte ein wenig auf dem Boden herum, bis sie fand, was sie gesucht hatte. Schon als Kind war der Reiz groß gewesen, sich nachts unbemerkt hinauszuschleichen und zu Zeiten, als ihr Bruder noch genug Unsinn im Kopf gehabt hatte, hatten die beiden heimlich an einer langen Strickleiter gebastelt, die man in Floras Zimmer an einem Dachbalken befestigen und aus dem Fenster hängen konnte. Zu ihrer beider Glück besaß das Haus zum Innenhof hin mitig keine Fenster. Floras kleines Dachfenster war das einzige, das die Fassade in zwei Hälften teilte. Trotzdem waren die Geschwister nie wirklich hinausgeklettert. Pläne dafür zu schmieden war geheimnisvoll und verboten, aber sie in die Tat umzusetzen ein anderes Paar Schuh. Die Leiter geriet in Vergessenheit, die beiden durften das Haus verlassen, wann sie wollten. Aber jetzt knotete Flora das Seil zum ersten Mal mit der festen Absicht, die Leiter auch zu benutzen, am Dachbalken fest. Probeweise hängte sie sich mit ihrem ganzen Körpergewicht daran – der Knoten hielt. Langsam ließ sie die Sprossen an der Hauswand hinunter, um so wenig Geräusche wie möglich zu erzeugen. Dann kletterte sie auf den Fenstersims und setzte einen Fuß auf die erste Sprosse, um nochmal den Knoten zu testen. Es knarzte ein wenig im Gebälk, aber Flora beschloss, der Konstruktion zu vertrauen. Entweder das, oder sie würde in ihrem Zimmer sitzen und nichts tun. Die Kletterpartie verursachte doch mehr Geräusche als angenommen, da die unteren Stufen bei jeder Bewegung gegen die steinerne Hauswand schlugen, aber das Seil hielt. Und wenn ihr Vater und Lysander in der Werkstatt waren, würden sie so beschäftigt sein, dass sie sich hoffentlich nicht auf eventuelle Ausbrecher konzentrierten.
      Flora erreichte den Boden ohne Probleme, dachte kurz darüber nach, was passierte, wenn Emilian die Leiter entdeckte, beschloss dann aber, sich nicht weiter darum zu kümmern. Wütend war er schon, etwas mehr Öl im Feuer würde den Schaden nur geringfügig vervielfachen.

      Obwohl sie sich vorher nicht überlegt hatte, wo sie hingehen könnte, schlug sie den direkten Weg zum Marktplatz ein. Heute war kein Markttag und so war der Platz fast vollkommen frei von Ständen. Nur einzelne Gerüste standen noch. Sie überquerte den Platz, um zu dem bunten Wagen zu gelangen, der einsam in der Mitte von ihm stand und ein seltsames Bild abgab. Sie hatte schon die Hand erhoben, um an der Wagentür zu klopfen, da hielt sie plötzlich inne. War es richtig, was sie tat? Sie war ihr ganzes Leben ohne Magie ausgekommen, warum sollte sich das ändern? Wieso alles über Bord werfen was ihr Vater ihr beigebracht hatte, nur um ihm eins auszuwischen und den Worten eines alten, verrückten Nomaden zu lauschen?
      Weil Vaters Ansichten irrational und unbegründet sind, schoss es ihr wieder einmal durch den Kopf. Es gab keinen guten Grund, warum diese Kunst von ihr ferngehalten werden sollte, war sie doch in Kilados genauso natürlich wie Wind und Wetter.
      Noch bevor sie sich entschied, endlich zu klopfen, wurde drinnen ein Vorhang zurückgezogen, der obere Flügel der morschen Holztür geöffnet und Koroms dunkles Gesicht erschien. „Flora.“
      „Ehm…Hallo“, antwortete sie reflexartig, bevor sie groß darüber nachdenken konnte, was sie eigentlich sagen wollte. Korom musste spüren, dass sie ein wenig verwirrt war und zog nun auch den Riegel des unteren Flügels zurück, um sie einzulassen. „Komm rein. Möchtest du einen Tee? Ich habe gerade welchen aufgesetzt.“
      Das Innere des Wagens war dunkel und nur durch eine Reihe von Kerzen auf dem Tisch erleuchtet, auf dem sich wie bei Floras letztem Besuch Bücher und Schriften auf Pergament stapelten. Am Chaos im restlichen Wagen hatte sich ebenfalls nicht viel geändert. In aller Ruhe nahm Korom zwei Becher aus Ton vom Regal, füllte sie mit Teeblättern aus einer Blechdose und goss dampfendes Wasser darauf. Sofort breitete sich ein angenehm aromatisch bitterer Duft aus und beruhigte Floras wirren Geist ein wenig. Oder war es der Blick, den Korom auf sie richtete?
      „Besser?“, fragte er, was Flora erstaunt, aber mit angenehm beruhigten und klaren Kopf zurückließ.
      „Wie habt Ihr das gemacht?“
      „Eine nützliche Fähigkeit, nicht wahr?“ Korom schmunzelte. „Leider nicht ganz einfach. Ich glaube Sie wird mittlerweile nicht mehr unterrichtet. Zu viel Missbrauch ist damit getrieben worden.“
      Flora wollte nachfragen, was er mit Missbrauch meinte, aber der Zentaur schien nicht mehr über das Thema sprechen zu wollen. Er nahm ein Sieb aus einer Schublade und fische sorgsam die Teeblätter aus beiden Bechern. Dann reichte er ihr eine. Flora sog den Geruch ein und nahm vorsichtig einen Schluck. Es schmeckte weniger bitter als sie dem Duft nach erwartet hatte, stattdessen hinterließ der Tee einen angenehm süßen Geschmack auf der Zunge.
      „Aah“, machte Korom, nachdem er selbst einen Schluck genommen hatte. „Nun, welchen Anlass hat dein Besuch, Mädchen?“, fragte Korom.
    • Hey there,
      hatte deine Geschichte noch nicht auf dem Radar und hab sie eben erst entdeckt. War ja aber noch nicht solang, also hab ich es mir mal in einem Rutsch gegeben :)
      Bisher ist ja anscheinend noch nicht sooo viel passiert, deshalb lässt sich auch noch nichts allzu umfassendes anmerken, aber ein paar kleine Details kann ich ja mal ansprechen.
      Erstmal find ich deinen Schreibstil schön rund und flüssig und ich kann sehr gut in die Geschichte abtauchen. Lediglich in den Dialogen wird es manchmal ein wenig holprig, aber ich kann ehrlich gesagt auch nicht richtig benennen, weshalb, aber ab und an kommen sie mir nicht ganz authentisch vor. Vielleicht weil du die wörtliche Rede zu häufig mit Umschreibungen unterbrichst und sich dadurch kein richtiger Gesprächsfluß entwickelt.
      Die Charaktere gefallen mir bislang alle sehr gut, lediglich als Flora das erste mal bei Korom im Wagen vor, fand ich sie irgendwie ein wenig Out-Of-Character, also da ist in ihrem Kopf irgendwie superviel passiert, aber ich fand das war mitunter nicht alles konsistent zueinander.
      Die Weltenbeschreibung gelingt dir ziemlich gut und das Magiesystem wirkt interessant. Insgesamt sind ein paar frische und abwechslungsreiche Ideen drin, auch die Berufe des Uhrmachers und Glasbläsers empfand ich als sehr wenig abgenutzt und scheinbar hast du dich da auch halbwegs reingelesen, wie das alles funktioniert und bringst es gut rüber :)

      Alles was ich bisher wirklich vermisse, ist ein Hint auf die Story. Worum wird es gehen? Ein nachgeschobener Prolog könnte hier natürlich Abhilfe schaffen. Selbstverständlich ist die Geschichte noch nicht sehr weit voran geschritten und man muss jetzt nicht erwarten, dass sich nach ein paar Seiten der Hauptplot ausrollt, aber eigentlich gibst du dem Leser noch nichts, was ihn wirklich fesseln könnte. Etwas, das einem das Gefühl gibt, man ahnt worauf die Handlung hinauslaufen wird oder was erstmal die grunsätzliche Situation ist.
      Aber wie gesagt, vielleicht schreibst du uns ja noch einen Prolog :)

      Ich denke das wars soweit erstmal von mir und ich freu mich auf den nächsten Part!

      Greetz
    • @Thorsten @aval.b.bado Danke euch beiden :)

      aval.b.bado schrieb:

      Erstmal find ich deinen Schreibstil schön rund und flüssig und ich kann sehr gut in die Geschichte abtauchen.
      Vielen Dank, das freut mich zu lesen ^^

      aval.b.bado schrieb:

      Lediglich in den Dialogen wird es manchmal ein wenig holprig, aber ich kann ehrlich gesagt auch nicht richtig benennen, weshalb, aber ab und an kommen sie mir nicht ganz authentisch vor.
      Ich weiß, was du meinst, das fällt mir beim korrigieren auch öfter auf, aber ich konnte noch nicht ganz erkennen, woher es kommt. Beim Schreiben fühlt es sich immer ganz gut an und später lese ich es und denke, hm, ne, irgendwas stimmt hier nicht :hmm:

      aval.b.bado schrieb:

      lediglich als Flora das erste mal bei Korom im Wagen vor, fand ich sie irgendwie ein wenig Out-Of-Character, also da ist in ihrem Kopf irgendwie superviel passiert, aber ich fand das war mitunter nicht alles konsistent zueinander.
      Okay, die Szene schau ich mir nochmal an.

      aval.b.bado schrieb:

      Alles was ich bisher wirklich vermisse, ist ein Hint auf die Story.
      Jup, denke ich manchmal auch, vor allem, weil noch einiges passiert, bis es so richtig losgeht. Sehr wahrscheinlich wirds ein Prolog werden, das scheint mir das einfachste in dem Setting zu sein, weil ich die Erzählperspektive eigentlich nicht ändern möchte. Ich schau mal, dass ich den endlich in Angriff nehme.
    • Hey @Oriane,

      schön, dass es hier weitergeht :)
      Spoiler anzeigen


      Ich fand den Teil gut. Die Idee mit der Strickleiter ist cool und der "Ausbruch" von Flora war schön beschrieben. Natürlich zieht es sie in Richtung Markt ... wohin sonst? :D Bin mal gespannt, was sie noch so alles von Korom erfährt. Ich weiß nicht, ob ich es so toll finden würde, wenn jemand in meinem Geist herumwuseln würde...selbst, wenn er mich nur beruhigen wollte. Aber Flora nimmt das doch sehr gelassen....spätestens, als der Hinweis mit dem "Missbrauch" kam, wären bei mir alle Alarmglocken angegangen und ich hätte wahrscheinlich zumindest noch einen Kommentar abgelassen... :hmm: So wirklich kennt sie ihn doch gar nicht...es kleines bisschen Misstrauen wäre also vielleicht angebracht, oder nicht? (das waren nur so Gedanken von mir)

      Oriane schrieb:

      „Besser?“, fragte er, was Flora erstaunt, aber mit angenehm beruhigten und klaren Kopf zurückließ.
      Hier bin ich kurz hängen geblieben und habe ein zweites mal lesen müssen. Vielleicht kann man den Satz etwas einfacher oder eindeutiger formulieren. Zum Beispiel:

      "Besser?", fragte er. Voller Staunen sah Flora ihn an und musste feststellen, dass sich eine angenehme Ruhe in ihr ausbreite, die ihren Kopf wieder klar werden ließ.

      Eventuell würde ich sogar noch ein weiteres Sätzchen dazu schreiben, weil ich das schon nicht ganz unwichtig finde, was er da mit ihr macht. Im Moment klingt es mehr beiläufig. Aber vielleicht ist das ja auch von dir beabsichtigt.

      Oriane schrieb:

      Er nahm ein Sieb aus einer Schublade und fische sorgsam die Teeblätter aus beiden Bechern. Dann reichte er ihr eine.
      einen (?)


      LG,
      Rainbow