Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine

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    • In Ergänzung zu dem, was Thorsten geschrieben hat und weil die Frage hier auch schon aufgeworfen wurde:

      Auch die Rolle der Hexe kann man sich, wenn man nicht zufällig das nötige Hintergrundwissen besitzt und z.B. Wicca praktiziert :D , ebenfalls zusammenreimen.

      1. Sie wird mit "ehrwürdige Mutter" angesprochen, ist also vermutlich eine wichtige Persönlichkeit. Rórdán sagt sogar, dass das ihr Titel sei.
      2. Dass sie neu ist, wird im ersten Gespräch impliziert - zugegebenermassen kann man nicht genau wissen, warum und wie das alles funktioniert, aber man könnte sich nach dem Gespräch durchaus denken, dass Fionnula ihre Vorgängerin war.
      3. Rórdán und die Dorfgemeinschaft wenden sich mit Problemen wie durchgedrehten Wölfen an sie - man erhofft sich also irgendeine Art von Hilfe. Man könnte sich jetzt fragen, warum ein Dorf, in dem es vermutlich auch junge, kräftige Jäger gibt, nicht mit einem Wolf fertig wird, oder aber man setzt voraus, dass es da Dinge gibt, die offensichtlich nur die Hexe regeln kann.
      4. Im zweiten Teil erklärt Rórdán explizit, was (unter anderem) die Aufgaben einer Hexe sind: Das Tal und die Anderswelt, Begleiten der Menschen durch den Jahreskreis. Ausserdem erfahren wir in der Folge, dass die Hexe die toten Seelen in die Anderswelt begleitet, was offensichtlich sehr wichtig ist, damit sie nicht verloren im Tal umgehen. Offenbar kann das auch nicht einfach jeder (Clíodhna scheint ja ihre Zweifel zu haben, ob das das letzte mal richtig gemacht wurde).
      5. Cian macht vor der Hexe einen Rückzieher, anstatt einfach kurzen Prozess mit ihr zu machen (wir haben ihn bei ihrer Begegnung schon absichtlich "bewaffnet" gezeigt ;) ). Anstatt davon auszugehen, dass wir einen Fehler gemacht oder das ganze unrealistisch dargestellt haben, könnte man sich auch überlegen, WARUM das so ist. Wenn man mal voraussetzt, dass wir die Folgen tatsächlich planen, könnte man da vielleicht zu dem Schluss kommen, dass die Hexe tatsächlich respektiert und im Zweifelsfall auch gefürchtet wird: "du wirst erfahren, was es heisst, den Zorn einer Hexe zu erregen".

      Ja sicher hätte man das alles auch viel expliziter machen können, aber das ist halt nicht unsere Art die Geschichte zu erzählen - ist auch nicht Jedermanns Sache, solche Filme, das sehe ich total ein. Und diese Erzählweise ist natürlich auch nicht ganz einfach umzusetzen, eben weil man dem Zuschauer ja trotzdem noch genug Informationen geben muss, dass er nicht völlig verwirrt ist und dass er eine Chance hat, sich ein Bild zu machen.

      Ach ja, was ich noch anmerken wollte, was mir positiv aufgefallen ist:

      Cool, dass sich hier mehrere schon gefragt haben, wo in Finnland solche Berge vorkommen - ein Thumbup für unser Special Effects Department :thumbup:
      Ausserdem schön, dass trotz der vielen kritischen Blicke auf die Filme, noch niemandem aufgestossen ist, dass die Hexe in einer Sauna haust :D (den Finnen ist das natürlich aufgefallen).
    • So, dann arbeit ich mich mal langsam weiter durch die Menge an Kommentaren.

      @Rainbow

      Rainbow schrieb:

      Zwar stelle ich mir beim Schreiben meiner Geschichte auch ständig vor, wie das als Film vor meinem inneren Auge abläuft, aber wenn ich mich daran machen müsste, das in die Tat umzusetzen, sähe ich ganz schön alt aus
      Es sieht dann nachher auch anders aus - ich hab' die Bilder beim ersten Aufschreiben ja noch im Kopf und kann dann mit dem vergleichen was am Ende zu sehen ist... Das sind manchmal ganz banale Dinge, zum Beispiel das Bannritual im ersten Teil hatte ich immer aus Cliodhna's Perspektive vor Augen als ich geschrieben habe - was sieht sie um sich herum? Im Film sieht man genau die Perspektive eigentlich fast nie. Manchmal ist es das Wetter das nicht mitspielt - den ganzen zweiten Teil hatte ich schon mit 'Boden weitgehend schneefrei' im Kopf. Manchmal ist die Natur dann aber auch besser als meine Bilder - das Totenritual am Ende des zweiten Teils mit Cliohdna gegen den hellen Himmel war so gar nicht geplant und das hatte ich nie im Kopf - da waren wir vor Ort, ich hab' das gesehen und gesagt 'Die Einstellug will ich unbedingt probieren, das koennte genial werden!'

      Rainbow schrieb:

      Ich habe erst viel später geschnallt, was es mit dieser Szene auf dich hat, als nämlich die Verbindung zu dem Toten hergestellt wird, der nun durch den Wald geistert. Im Nachhinein habe ich mich gefragt, ob man der Szene nicht hätte etwas mehr Leben einhauchen können...ich hätte gerne die Kinder rufen hören...vielleicht hätte man auch auf dem Wege schon verdeutlichen können, um wen es sich bei dem Mann mit dem Pferdewagen handelt....ein kleiner Mini-Dialog vielleicht?
      Das ist das Konzept wie ich es in der Entwurfsphase vorgschlagen hatte - so ein paar Abschiedsworte werden gesprochen, mehr Dorfbewohner als nur die Kinder sind zu sehen wenn er sich verabschiedet... Katharina wollte den mysterioesen Aufhaenger (ist bei Krimis oft ein Stilmittel) - eine Szene die man erst gar nicht einordnen kann und die dann erst im Laufe der Geschichte interpretiert werden kann - die Befuerchtung war dann auch dass wenn wir Dialog mit den Kindern machen dass jemand den Mann fuer den Vater der Kinder oder jemanden aus dem Dorf halten koennte der auf Reisen geht. Das ist halt einer der Faelle wo die Regie eintschieden hat, also haben wir die mysterioese Szene.

      Rainbow schrieb:

      Ansonsten noch was zu den Klamotten, die zwar zeitgemäß wirken, aber für meinen Geschmack viel zu sauber und unbefleckt waren. das hat für mich den Eindruck versträrkt, dass es sich um Kostüme handelt, die gerade frisch aus der Reinigung kommen, aber nicht, dass die Leute damit schon den ganzen Tag gearbeitet haben. Ganz nebenbei ist mir aufgefallen, dass ihr keine Jacken oder Handschuhe tragt...irgendwas winterliches halt. Vielleicht wären ein paar Felle angebracht, die man sich zumindest überwirft

      Ja, das ist ein Problem (hatte Katharina auch schon was dazu gesagt...)

      Da wuerde mich speziell bei Rordan's Sachen jetzt interessieren ob Du das da auch so empfunden hast (anders als die meisten anderen Kostueme sind seine Sachen tatsaechlich schon 15 Jahre alt). Wir machen jetzt auch ein 'Experiment' damit - die Sachen waren in den Sommerdrehs im Gelaende, da bin ich mit durch Gebuesch, Felsen raufgeklettert und hab' mich auf Moos gelegt und wir haben die dann auch so gelassen. Ich hab' nur den Eindruck, man sieht im Film trotzdem keinen grossen Unterschied :?: (kannst Du dann in zwei Tagen selber ein Bild machen)

      Wegen Jacken - Rordan traegt seine einmal in der Arbeitspause, und ich wurde danach aufgefordert sie in den anderen Szenen auszuziehen :) Es war (in Realitaet) eher warm, in der Sonne konnte man angenehm ohne Jacke stehen, und wenn ich tatsaechlich ein paar Stunden Zaunpfaehle eingehaemmert haette haette ich auch in echt keine Jacke angehabt. Also, da taeuscht die Menge an Schnee vor dass es kalt war, aber das Wetter war fruehlingshaft und das soll auch im Film so wirken.

      Im naechsten Winterfilm wird's dann (hoffentlich) mehr warme Ueberwuerfe und Felle geben (das beisst sich ein bisschen mit dem Plan viele Statisten zu haben, denn... Felle sind leider recht teuer bzw. sehr muehsam selber herzustellen).

      Rainbow schrieb:

      Ich habe mich außerdem später gefragt, ob es nicht von Kian (hieß der so) ein bisschen unklug war, sich das Medaillon um den Hals zu hängen, das er seinem Opfer abgenommen hatte...

      Nachher weiss man sowas immer besser..

      Von Cians Perspektive aus hatte ja erst mal niemand wissen koennen dass Caradoc ermordet wurde - der ist aus dem Dorf abgereist, der Tatort war ein gutes Stueck ausserhalb des Dorfs, die Leiche ist auf die Seite geschafft, ein Winter ist vergangen, da ist nichts definitives mehr zu finden - im naechsten Jahr kommt Caradoc halt nicht mehr, da kann er ueberall verschwunden sein, im Winter erkrankt sein,... Das Amulett hat Caradoc nie offen getragen, wir sehen wie er es Rordan eher heimlich zeigt und vorsichtig ist dass es sonst niemand sieht. Rordan hat es jetzt bei Cian auch schon gesehen, aber kommt erst auf die Verbindung nachdem er weiss dass Caradoc ermordet wurde und Siofra seinen Verdacht auf Cian lenkt und er deshalb besonders aufmerksam ist.

      Also, ich denke nach allem was Cian wissen konnte war das Risiko ueberschaubar.

      Rainbow schrieb:

      Ach ja...das Ende hat mich übrigens umgehauen.

      Dankeschoen - finde ich auch eine der schoensten Szenen die wir hinbekommen haben.

      Rainbow schrieb:

      Sich an einen Tisch zu setzen und darüber zu quatschen wäre sicher um einiges einfacher Geht aber ja leider nicht....

      Wenn Du mal in Finnland Urlaub machst, sag Bescheid :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Thorsten ()

    • Nachdem gestern Premiere war - kurze Diskussionspause, hier ist der dritte Teil der Serie (45:30 Minuten):



      Kommentar von HakalaFilm:

      Unser bisher aufwaendigster und bester Film spielt im Sommer, fuehrt Cliodhna und Rordan auf eine Reise durch das Tal und zeigt einige der tollsten Landschaften die wir vor die Kamera bekommen konnten.

      Die Bewohner des Tals sind beunruhigt ueber das Wetter - entweder es nieselt, oder es gibt fast jeden Tag ein Gewitter, die Ernte beginnt auf den Feldern zu faulen und kein Heu fuer den Winter kann eingebracht werden. Gleichzeitig traeumt Cliodhna Nacht fuer Nacht den gleichen Traum in dem eine Stimme sie zur Sturmzinne ruft. Begleitet von Rordan bricht sie schliesslich auf, um der Sache auf den Grund zu gehen - aber wer ruft sie, und vor allem - warum?

      In dieser Folge bringen wir einige neue Kamerabewegungen (vor allem den Dolly-Zoom ) in unser Repertoire, ebenso neue Spezialeffekte - der Hoehepunkt sind gut eineinhalb Minuten die in der Anderswelt spielen und in denen Cliodhna durch einen Gewittersturm geworfen wird. Auch die Tontechnik ist aufgeruestet - zum ersten Mal sind die Geraeusche fuer einige Szenen mit einem Tontechniker vor Ort aufgenommen.

      Inhaltlich wird eine Gegenspielerin Cliodhna's vorgestellt die sie noch in weiteren Folgen beschaeftigen wird, man lernt einige Dinge aus Rordans Vergangenheit, mit den Zwillingsschwestern Ailbhe und Caoimhe tauchen zwie neue Dorfbewohner auf und zwischen Rordan und Cliodhna gibt's ein schweres Zerwuerfnis.

      Drehgeschichten:

      Wie schon beim Teaser erwaehnt - in diesem Jahr Regen zu filmen war gar nicht so einfach, aber ich hatte Glueck dass ich bei den zwei ordentlichen Gewitterschauern die niedergegangen sind die Kamera bereit hatte. Einmal haben wir uns auch recht hektisch umgezogen und sind rausgerannt um filmen zu koennen wie Cliodhna und Rordan sich unterstellen um den Regen abzuwarten. Und einmal wollten wir eigentlich nur einen Dialog unterwegs filmen, aber es hat dabei zu troepfeln begonnen - was der Szene wirklich nochmal geholfen hat.

      ***

      Einen halbwegs guten Dolly-Zoom von Hand hinzubekommen ist gar nicht so einfach - als wir das Konzept entdeckt hatten, haben wir beide erst mal ein gutes Dutzend einfach so probiert bis wir eine brauchbare Balance zwischen den Bewegungen (Koerper und Kamera gehen zurueck, die Hand zoomt so lange rein) hatten - trotzdem haben wir vor Ort immer mehrere Versuche gebraucht - aber es schaut halt verdammt cool aus, grade um die Welt verschwinden zu lassen und in die Anderswelt einzutauchen.

      ***

      Unserer Meinung nach die groesste schauspielerische Leistung vollbringt Doris als blinde Caoimhe, die sich extra ein paar Wochen lang die Mimik von Blinden angesehen hat und sich dann muehsam abtrainieren musste den Kopf zu schuetteln wenn sie in der Rolle 'Nein' sagt - auch das mussten wir ein paar Mal drehen, so tief sitzen solche fast instinktiven Gesten.

      ***

      Die Kletterszenen auf den Gipfel der Sturmzinne sind echt - wir sind dafuer wirklich einen Nachmittag in der Wand gehangen (ich habe vor langen Jahren mal Klettern als Sport betrieben) - aber Perspektive und Auswahl sind natuerlich so gemacht dass es schwieriger aussieht als es war (die Kamera musste halt auch noch mit). Es war verdammt heiss, weil es einer der Tage war an denen es um die 30 Grad hatte...

      ***

      Obwohl ich die ganze Zeit die Phantasie hatte dass es passiert (und es herrliche Outtakes gegeben haette) ist bei der Ueberquerung des Baches niemand ins Wasser gefallen. :D
    • Hey @Thorsten, hey @Katharina,

      ich habe mir den dritten Teil angesehen und muss sagen, dass euch das ganz gut gelungen ist :) Die Landschaftsaufnahmen sind, wie ja bereits angekündigt, absolut genial. Vor allem diese schneebedeckten Berge sind der Hammer und auch sonst gab es superschöne Einstellungen...zum Biepsiel der Halbmond hinter den Bäumen...wirklich sehr schön.
      Leider war an manchen Stellen der Ton nicht ganz optimal, sodass ich einzelne Textstellen in den Dialogen nicht gut verstehen konnte oder mich zumindest arg anstrengen musste. Vielleicht liegt das aber auch mir....bin ja schließlich nicht mehr die Jünsgte ^^
      Eine Stelle habe ich mir notiert, weil ich da Cliodhnas Reaktion zu krass fand...und zwar, als ihr Rordan zu erklären versucht, dass es nicht so einfach würde, die Sturmzinne zu erreichen. Ich weiß, dass das so gewollt ist und die zwei sich ja aneinander reiben sollen...das kommt in dieser Folge übrigens ganz hervorragend rüber und hat mich machmal zum schmunzeln gebracht....aber an dieser einen Stelle kam mir ihre Reaktion zu hefig vor :hmm:
      Das Ende war cool, als sie da mit der Katze sitzt und sich eingesteht, dass Rordan sie gerettet hat, sie das aber niemals öffentlich zugeben dürfte. Es würde mich ja nicht wundern, wenn sich da auf lange Sicht noch was zwischen den beiden anbahnen würde...

      Also, ein schöner Teil, den ich gerne gesehen habe.

      LG,
      Rainbow

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rainbow ()

    • Rainbow schrieb:

      Leider war an manchen Stellen der Ton nicht ganz optimal, sodass ich einzelne Textstellen in den Dialogen nicht gut verstehen konnte oder mich zumindest arg anstrengen musste. Vielleicht liegt das aber auch mir....bin ja schließlich nicht mehr die Jünsgte
      Darf ich fragen mit was fuer Hardware Du das angeschaut hast? Wir machen und testen den Ton mit drei verschiedenen Geraeten - einem Logitech Headset, einem Bose Noise Cancelling Kopfhoerer und der DVD Surround Sound Anlage.

      Ein Problem das wir z.B. bei Laptop-Lautsprechern bemerkt haben ist dass deren Frequenzband eher schmal und hoch ist - auf Katharina's Laptop sind manche Voegel aus dem Hintergrund sehr laut zu hoeren, aber Rordan ist eher unterdrueckt weil der Lautsprecher die Baesse nicht so kann, er aber halt eher tief spricht. In einer Szene in der Rordan dann auch leise spricht, wird das schnell zum Problem...

      Ob man das irgendwie hinbekommen kann dass das auf mehr Hardware gleichmaessiger abspielt weiss ich nicht - da kann @Oriane vielleicht ein Wort dazu sagen, die hat Tontechnik tatsaechlich gelernt.


      Rainbow schrieb:

      Eine Stelle habe ich mir notiert, weil ich da Cliodhnas Reaktion zu krass fand...und zwar, als ihr Rordan zu erklären versucht, dass es nicht so einfach würde, die Sturmzinne zu erreichen. Ich weiß, dass das so gewollt ist und die zwei sich ja aneinander reiben sollen...das kommt in dieser Folge übrigens ganz hervorragend rüber und hat mich machmal zum schmunzeln gebracht....aber an dieser einen Stelle kam mir ihre Reaktion zu hefig vor

      Gut beobachtet - und soweit immer noch beabsichtigt :) Einen Hinweis darauf was genau hier vorgeht gibt's wenn man den Wechsel in Cliodhna's Gesichtsausdruck verfolgt waehrend Rordan vorschlaegt sie zu fuehren und dann kurz bevor sie sich umdreht - einen Hinweis auf das warum gibt Caoimhe in der vorletzten Szene wo sie mit Rordan ueber die Art von Hexen redet.


      Rainbow schrieb:

      Es würde mich ja nicht wundern, wenn sich da auf lange Sicht noch was zwischen den beiden anbahnen würde...

      Kein Kommentar dazu :D


      Rainbow schrieb:

      Also, ein schöner Teil, den ich gerne gesehen habe.
      Das freut uns :)
    • So, dann noch ein bisschen weiter durch die aelteren Kommentare:

      Ruka schrieb:

      Nehmt es mir bitte nicht Übel, aber ich habe den Eindruck, als würdet ihr euer Projekt wirklich ernst nehmen: Wieso ist dann ne Stunde Fahrtzeit zu viel? Ihr habt doch sicherlich auch mal freie Tage, oder Urlaub. Nutzt die für solche Szenen. Mir ist durchaus bewusst, was für ein großer Aufwand das ganz ist, aber wenn ich will, dass ich alles, was ich authentisch darstellen will, auch gelingt, muss ich solche Wege in Kauf nehmen. Ich persönlich hätte jetzt kein Problem damit, eins zwei Stunden wohin zu fahren, wenn es dort die ideale Kulisse gibt - wenn doch, muss ich anderweitig kreativ werden.

      ich weiss nicht wie viel ich dazu noch schreiben soll, aber ja - wir (Katharina und ich) nehmen das schon ernst - aber das heisst nicht dass alle Schauspieler und Statisten da genauso viel Arbeit und Zeit reinstecken wollen wie wir. Wir haben ja auch nichts gewonnen wenn wir dann da zu zweit in der idealen Dorfkulisse sind.

      Hier vor Ort haben wir Leute die ihre alten Huetten fuer uns aufmachen, uns Werkzeuge leihen, da konennen wir mal eben hin und was am Set vorbereiten, liegen lassen und am naechsten Tag koennen die Statisten nach der Arbeit kommen und wir drehen. Fuer den Winter wird uns jetzt eine Nachbarin eine Huette als Warteraum fuer die Statisten heizen und da Catering machen so dass wir dann einfach die Gruppen die wir grade brauchen nach draussen holen koennen - sowas ist praktisch nicht zu machen wenn wir die ~20 - 30 Leute die wir da wollen eine Stunde entfernt einsetzten wollen. Da muessten wir glaube ich ganz schnell anfangen jemanden zu zahlen...

      Auch das Wetter haelt sich nicht unbedingt an unsere freien Tage - es ist inzwischen schon ein paar Mal passiert dass wir eine gute Szene hinbekommen haben weil wir 'grade jetzt spontan' eine halbe Stunde rauskonnten als das Licht perfekt war.

      Also - das ist glaube ich einer der Faelle wo die Praxis halt ein gutes Stueck komplizierter ist als die Theorie - wir haben ja inzwischen schon Erfahrung damit eine Szene mit vier Statisten und Schauspielern zu arrangieren (daran dass nur drei zu sehen sind sieht man schon, das geht nicht immer wie geplant...) - das haengt dann halt nicht nur an unserem Einsatz...

      Ruka schrieb:

      Auch hier. Braucht ihr nicht.
      Dazu reicht ein alter Unterstand, oder gar eine alte Scheune. Einstreu ist schnell beschafft und kostet nicht viel. Und gerade zu dieser Jahrezeit werden die Unterstände auf den Weiden sicherlich nicht zu benutzt.
      Auch das mit den Ohrclips kann man "umgehen" - man muss nur kreativ sein^^

      ich hab' jetzt schon 'ne ganze Zeit nicht mehr in Deutschland gelebt, ich kann nichts dazu sagen wie schwer es ist, sowas beu Euch zu arrangieren. ich weiss wer hier in der Umgebung Kuehe oder Schafe hat (sind nicht so viele, es ist duenn besiedelt) und wir haben da auch schon Ortstermine gemacht. Es ist hier nicht so wahnsinnig einfach hinzubekommen...

      Aber ich haette einen konstruktiven Vorschlag - wenn's fuer Dich einfach ist gute Stallszenen zu arrangieren - mach' einfach mit und hilf uns! Das koennen wir nachher ohne weiteres so schneiden dass z.B. im Stall nur eine Hand zu sehen ist die Heu hinwirft und dann hier jemand aus einem Gebaeude rauskommt so dass der Eindruck entsteht der war grade da drin und hat gefuettert.

      Mit solchen Sachen koenntest Du uns fuer Dorfszenen viel weiterhelfen - das werden am Ende ja keine langen Szenen sondern nur kurze Clips die Eindruecke verschaffen, aber die sind oft am schwersten zu arrangieren.
    • Thorsten schrieb:

      Ob man das irgendwie hinbekommen kann dass das auf mehr Hardware gleichmaessiger abspielt weiss ich nicht - da kann @Oriane vielleicht ein Wort dazu sagen, die hat Tontechnik tatsaechlich gelernt.
      Im Prinzip dürfte Rórdáns Stimme auf den Laptop-Lautsprechern nicht untergehen, egal wie tief sie ist. Der Bereich, der für die Sprachverständlichkeit wichtig ist, liegt zwischen 1kHz und 4 kHz, das muss der Laptop locker können. Der Grundton einer tiefen Männerstimme kann schonmal so bei 100Hz oder etwas drunter liegen, den kann der Laptop dann nicht mehr darstellen, das dürfte aber nur dazu führen, dass man deine Stimme eben nicht mehr so voll hört. Verstehen sollte man dich trotzdem.
      Also wenn Rórdán aus welchen Gründen auch immer untergeht, kann es evtl. helfen, ihm beim Filtern im Bereich 1-4kHz ein bisschen mehr zu geben, vielleicht auch in den Höhen
    • Schön, @Rainbow, dass es dir gefallen hat. Ich finde auch immer, das der gerade aktuelle Film ist unser Bester ist :D (immerhin werden wir ja auch von mal zu mal besser).

      Thorsten schrieb:

      Einen Hinweis darauf was genau hier vorgeht gibt's wenn man den Wechsel in Cliodhna's Gesichtsausdruck verfolgt waehrend Rordan vorschlaegt sie zu fuehren und dann kurz bevor sie sich umdreht
      Wenn das nicht ganz rübergekommen ist, kann das auch an meiner mangelnden Schauspielkunst liegen - das musste ich ein paar Mal wiederholen, bis ich einigermassen zufrieden war :P Aber ja, die Reaktion von Clíodhna ist ein wenig übertrieben, aber sie hat ihre Gründe...

      Ach ja, wer sich den Film genau anguckt, kann ein paar unpassende Gegenstände finden. Könnten wir eigentlich ein Spiel draus machen, also wer sie findet, Zeitmarker aus dem Film in einen Spoiler packen :D
      - rotes Auto
      - grüner Gummistiefel
      - schwarzes Stativ
      - blauer Kanister

      Ein paar der Dinge haben wir schon bei der Produktion bemerkt und versucht, so gut es ging im Hintergrund verschwinden zu lassen, den (sehr prominenten) Gummistiefel hat Thorsten allerdings erst bei der Premiere gesehen. Ich hab mich früher immer gefragt, wie derartige Fehler beim Produzieren übersehen werden können, aber inzwischen ist 's mir klar - wenn man sich halt total auf was anderes konzentriert, gehen solche Sache irgendwie unter.
    • Rainbow schrieb:

      Ob der stellenweise schlechte Ton jetzt was mit meinem Lautsprecher zu tun hat, kann ich natürlich nicht sagen

      Vielleicht sagst Du uns welche Stellen besonders problematisch waren, und dann kann ich da nochmal reinhoeren was das Problem sein koennte und nachdenken wie man's das naechste Mal besser hinbekommt ;)
    • Thorsten schrieb:

      Vielleicht sagst Du uns welche Stellen besonders problematisch waren, und dann kann ich da nochmal reinhoeren was das Problem sein koennte und nachdenken wie man's das naechste Mal besser hinbekommt
      Ich habe es mir nun noch einmal angeschaut und den Ton etwas lauter gestellt. Beim letzten Mal konnte ich nicht voll aufdrehen, weil meine Kinder nebenan schlafen wollten ^^ ... also, beim zweiten Durchlauf ist mir jetzt nichts Gravierendes mehr aufgefallen. Vielleicht lag es ja doch an meinen Ohren :pardon:

      LG,
      Rainbow
    • @Chaos Rising @Jennagon

      Ich stelle fest dass wir immer noch 'ne ganze Menge Kommentare haben...(ich bin grade viel mit anderem Zeugs beschaeftigt, sorry...)

      Chaos Rising schrieb:

      Die Plots der beiden Episoden sind grundsätzlich nicht schlecht, wenn auch etwas klassisch. Ein besessener Hund und ein Mord sind jetzt zugegebenermaßen nicht der Gipfel der Innovation
      Aber vielleicht ist es zum Einstieg sowohl als Schöpfer der Serie als auch als Zuschauer so einfacher reinzukommen

      Hm, ich gebe zu, ich habe mir wenig Gedanken darueber gemacht was das Thema der Episode ist sondern eher wie es dann verarbeitet wird.

      Ich hatte (ganz vage) mal beobachtet dass wir so die Genres durchgehen - der zweite ist klar der Krimi, die dritte Folge vielleicht ein bisschen ein Road-Movie,... Aber sehr viel Absicht ist es nicht.

      Beim Schreiben der Geschichte wollte ich Themen die im Tal Sinn machen, die eine Hexe auch tangieren wuerden und die wir dann auch verfilmen koennen. Geister, Spuk, Feenvolk, Elementarwesen, eine andere Hexe, ein Fluch - solche Themen sind mir dazu in den Sinn gekommen.

      Was 'ueberraschendes' wollte ich eigentlich dann eher darin machen wie diese Themen verarbeitet werden. Und das ist ja jetzt durchaus eine zweischneidige Gratwanderung.

      Eure Reakion war ja die hier:


      Chaos Rising schrieb:

      ist zwar auch gut inszeniert aber wirkt etwas einfach als Abschluss. Es ist so ein "Wie, das wars jetzt?" Feeling, das da zurückbleibt. Kein Widerstand mehr, kein Angriff, nichts.

      Chaos Rising schrieb:

      Zudem ist der Mann, der offenbar kein Problem damit hat, Leute zu ermorden, bewaffnet. Warum greift er sie nicht an? Dden Händler bringt er um, aber vor einer Frau hat er Angst? Auch wenn sie eine Hexe ist und er das weiß, kann er sie angreifen, dann könnte sie ihn immer noch zum Teufel schicken. Oder unser Schmiedehelfer mit seiner Axt, die wir auch mal in Aktion sehen würden (Muss ja nicht immer die Hexe jedes Problem lösen ) Das wäre ein weit befriedigenderes Ende (und würde Hintertürchen für nen Plot offenlassen, wo sie dann evtl angeklagt wird )


      Also, die Art wie das Thema angegangen wurde hat euch ja ueberrascht und war nicht wie erwartet - so weit so gut, Wenn ich das so lese bekomme ich den Eindruck dass ihr (auch im Ersten) gerne klassische Action gehabt haettet (verbessert mich wenn das nicht stimmt) - aber meiner Meinung nach ist das dann genau der Klischee-Plot wo der Held mit der Axt am Ende eben aufraeumt.

      Das 'was Neues machen' geht halt mit dem 'Erwartungen bedienen' ein bisschen ueber Kreuz - wir wollten genau den Punkt probieren anders zu machen dass eine Hexe ein Problem wie einen besessenen Wolf eben magisch loest - das ist das einzige was fuer sie Sinn ergibt.

      Wenn man so die Erwartungen des Zuschauers nicht erfuellt sagen manche 'Das war jetzt komisch, haette ich gerne anders gewollt' und manche 'Hey, interessant, hab ich so noch nie gesehen.'

      Ich kann, ganz generell (auch in Malerei, Photographie etc.) beiden Positionen (Erwartungen erfuellen oder nicht) was abgewinnen - manche Bilder finde ich toll weil sie meine Sehgewohnheiten verletzten, manche schrecklich weil sie meine Sehgewohnheiten verletzen.

      Wir haben uns halt entschieden solche Dinge zu probieren - wie vorher schon gesagt, ich denke jede Actionszene die wir probieren geht im Vergleich zu Matrix, Game of Thrones oder auch nur Herkules einfach grob schief.

      ***

      Zur Frage warum er nicht angreift noch mal:

      Weil in dieser Welt Spiritualitaet und Religion was bedeutet - und die Menschen das wissen. Geister sind real (Folge 1), Seelen die nach dem Tod umgehen sind real (Folge 2), die Goettin ist real.

      Sogar in unserer Welt hat der Kaiser des Deutschen Reiches mal drei Tage vor der Tuer des Papstes gekniet weil er exkommuniziert worden war.

      Wenn Cian die Hexe toetet muss er damit rechnen dass sie ihn nach ihrem Tod heimsucht (anders als die meisten Menschen hat eine Hexe auch Macht ueber die Anderswelt). Wenn eine andere Hexe von seiner Tat erfaehrt, dann kann er spirituell aus dem Dorf ausgestossen werden - niemand segnet seine Felder, er kann nicht heiraten, niemand spricht die Worte des Totenrituals fuer ihn, seine Seele wird nicht in die Anderswelt kommen,...

      Ich denke in einer Welt in der Religion nicht als optionale Philosophie oder geistige Verwirrung gilt sondern auf tatsaechlichen Erfahrungen der Welt beruht macht das schon alles Sinn.

      Chaos Rising schrieb:

      Allerdings verwundert es doch, dass der arme Tropf dem Wolf überhaupt entkommt. Ein Wolf ist WEIT schneller als ein Mensch, sodass der Gute keine Chance hätte, wenn er durch den halben Wald rennen muss. (Warum überhaupt? Wäre es nicht schlauer, sein Feuerholz in der Nähe seiner Hütte - nebenan - zu lagern als ... iwo im Wald?)

      Ja, zum ersten Punkt muss ich mich jetzt auf die alte Tradition der 'willing suspension of disbelief' berufen - es ist ein Fantasyfilm :) Im Prinzip waere meine Erklaerung mal gewesen dass er genug Vorsprung hat, aber das ging dann in der Szene von den Einstellungen einfach nicht - weder war die Huette die wir tatsaechlich hatten nahe genug am Wald, noch hat das von der Szene aus dem Gebusch gepasst.

      Beim Schreiben ist das leichter zu arrangieren dass es passt...

      ***

      Feuerholz im Wald lagern... ist ueberraschenderweise so, wird hier in der Gegend verschiedentlich gemacht, unter anderem bei unserem eigenen Anwesen das ein schoen alteres finnisches Haus ist. Weniger Arbeit im Sommer wenn man das Holz gleich vor Ort faellt, im Wald zentral sammelt, zersaegt und aufstapelt, mehr im Winter wenn man es zum Haus bringen muss.

      Vielleicht hat man mehr Zeit im Winter waehrend im Sommer so viel anderes zu tun ist?

      Ich weiss es auch nicht genau - es gibt vieles was wir einfach hier um uns herum ueber Landleben beobachten und dann bewusst oder unbewusst in den Film einbauen (oder was auch real zu unseren Arbeiten auf dem Hof gehoert - wie uebrigens auch Zaunpfaehle setzen...)

      Chaos Rising schrieb:

      Dann zieht es sich etwas, bis die Hexe (sorry, ich hab den Namen vergessen ) an der Stelle mit dem Blutfleck ankommt, wo nicht ganz klar wird, woher sie weiß, was sie da sagt.

      Da hatte ich jetzt deswegen nochmal bei einigen von meinen Probe-Zuschauern rueckgefragt.

      Man sieht Cliodhna durch den Wald gehen. Sie beugt sich zum Boden und sagt 'Tatsaechlich - hier war ein Wolf unterwegs!' Schnitt zu einem Blick auf Spuren im Schnee, denen die Kamera folgt. Cross-fade und Zoom zu einem deutlichen Pfotenabdruck.

      Cliodhna geht weiter. Abermals ein Kameraschwenk ueber Spuren.

      Sie erreicht den Blutfleck und kniet neben dem nieder, sieht sich dann um und blickt auch zurueck. Erneuter Zoom auf den Blutfleck, Schnitt zu Cliodhna die nach links und rechts schaut, Scnitt zu einer weiteren Spur im Schnee (keine Wolf/Hundespur diesmal - fuer die Zuschauer die auf Einzelheiten achten...).

      Dann kommt der Teil 'Der Wolf hat ein Tier gerissen...'

      Alle bei denen ich rueckgefragt hatte wie sie die Szene verstanden hatten haben geantwortet dass sie wohl die Spuren im Schnee liest.

      Ich bin mir jetzt nicht sicher wie wir das noch deutlicher darstellen koennen als mehrmals Spuren im Schnee zu zeigen, einen Zoom darauf zu machen und ihrem Blick zu folgen - ausser dass sie jetzt sagen wuerde 'Aus den Spuren lese ich...' (was ich ehrlich gesagt ein bisschen sehr plump faende...) Wenn ihr da eine Idee habt wie man das visuall noch klarer macht - gerne.

      (Jetzt mal verglichen mit Aragorn der die Spuren von Hobbits auf einem Schlachtfeld verfolgt ist Cliodhna's Leistung hier eher ueberschaubar...)
    • Hey :)

      Jetzt bin ich auch endlich dazu gekommen, mir die Sturmzinne anzuschauen. Wirklich insgesamt eine, spannende, gelungene Folge! Ich finds gut, wie Rórdán und Clíodhna näher beleuchtet werden und ihre Beziehung zueinander ausgebaut wird. Scheint eine schwer dickköpfige Hexe zu sein :D Aber es war anscheinend auch ganz gut, dass sie sich entschieden hat, auf der Sturmzinne nach dem rechten zu sehen. Jetzt bin ich natürlich sehr gespannt, welche andere Hexe ihr da ins Handwerk pfuscht.

      Was mir dieses Mal sehr gut gefallen hat, waren die Dorfszenen und der Einsatz der Musik. Am Anfang, als ein bisschen Dorfleben gezeigt wurde, das war schön harmonisch geschnitten, die einzelnen Szenen nicht zu lang, aber aussagekräftig. Das einzige, was ich mir wünschen würde, wären Bilder von Häusern, Ställen oder so, aber mir ist klar, dass ihr vllt. nicht die Möglichkeiten dazu habt.

      Zur Musik: Es war mehr Musik als in den Folgen davor, oder? Und abwechslungsreiche. Hat mir gut gefallen, bis auf die Tatsache, dass sie manchmal nicht exakt auf die Längen der Szenen zugeschnitten ist und teilweise abrupt rausgefadet wird. Dann wird man als Zuschauer ein bisschen unsanft aus der Szene gerissen. Aber das ist ja demnächst mein Job, mal gucken, ob ich da was tricksen kann :D

      Oh, und die Kletterbilder fand ich übrigens ziemlich gelungen :)


      Einige Kleinigkeiten sind mir aufgefallen


      Direkt am Anfang war mir nicht klar, dass wir in einen Traum einsteigen. Erst, als das Wispern kam, hab ich kapiert, was los ist, vorher kamen mir die unscharfen Bilder komisch vor. Es hätte glaub ich gereicht, wenn es von Anfang an wispert, um das klarer zu machen.

      Wenn es anfängt zu Gewittern, wo Ailbhe nach oben schaut, nachdem jemand mit dem Korb voll Holz an ihr vorbei läuft, da ist ein Achsensprung drin.

      Ihr habt teilweise so Unschärfeblenden eingebaut. Fand ich persönlich nicht so gelungen, weil es einem als Blende auffällt. Blenden sollen ja im besten Fall so gesetzt sein, dass der Zuschauer sie nicht bemerkt, genauso wie Schnitte.

      Noch ein Achsensprung wenn Ailbhe zu Clíodhna kommt. Und ich habe mich gefragt, warum sie so harsch ist. Wird zwar nachher erklärt, aber ich fands trotzdem merkwürdig, dass sie zur Hexe kommt und einfach fordert, hey, reparier unser Wetter. Ich hätte es logischer gefunden, wenn sie sehr energisch gefragt hätte ;)

      Als Rórdán der Hexe den Weg zur Sturmzinne beschreibt sagt er "oben im Tal". Und ja, ich kann mir vorstellen, was er meint, aber es wirkte trotzdem im ersten Moment komisch.

      In der gleichen Szene habt ihr im Gespräch manchmal Schmetterlinge reingeschnitten, die sind ein bisschen ohne Bezug. Ich verstehe, was ihr erreichen wolltet, mehr Bilder, die Szene etwas auflockern, aber ihr hättet z.B. filmen können, wie Rórdán einen Grashalm zerzupft, oder Clíodhna ihre Finger knetet oder so, also etwas mit Bezug zur Handlung.

      Die Gestalt am Ende in der Vision ist sehr schwer zu verstehen. An der Stelle ist mir dann noch eingefallen, was hier kritisiert wurde, nämlich dass die Schauspieler manchmal schwer zu verstehen sind. Sind sie tatsächlich. Das liegt aber nicht an schlechten Lautsprechern, sondern daran, dass ihr einen Hang zum Murmeln habt ;) Selbst wenn die Figuren murmeln sollen, könnt ihr ja für die nächste Folge darauf achten, deutlich zu murmeln. Das mag im ersten Moment komisch sein, wird aber der Sprachverständlichkeit helfen.

      Und zu guter letzt: Die Katze in der letzten Szene hat verschiedene Positionen drauf. Ich weiß, Katze mag vllt. nicht stillhalten :D ist mir nur aufgefallen. Aber an sich mochte ich sie Szene sehr gern und abgesehen von dem einen Punkt fand ich sie sehr gelungen!


      Zum Schluss lernen wir also Caoimhe kennen. Find ich super, wie eine Schauspielerin die beiden Schwestern so unterschiedlich spielt! Und ich glaube, Caoimhe ist mir sehr viel sympathischer als Ailbhe. Bin gespannt auf die nächste Folge, da dürfen wir beide ja näher kennenlernen ^^
    • Oriane schrieb:

      . Wirklich insgesamt eine, spannende, gelungene Folge! Ich finds gut, wie Rórdán und Clíodhna näher beleuchtet werden und ihre Beziehung zueinander ausgebaut wird.
      Dankeschoen :)

      Oriane schrieb:

      Das einzige, was ich mir wünschen würde, wären Bilder von Häusern, Ställen oder so, aber mir ist klar, dass ihr vllt. nicht die Möglichkeiten dazu habt.
      Wir arbeiten daran (wir machen morgen einen Ortstermin etwa 30 Minuten entfernt wo wir hoffen mehr brauchbare Huetten fuer Aussenszenen filmen zu koennen.

      Oriane schrieb:

      Es war mehr Musik als in den Folgen davor, oder? Und abwechslungsreiche.
      Ich glaube, ja. Diesmal ist weniger von Damiano Baldoni dabei - ich denke das macht die Abwechslung.

      Oriane schrieb:

      Oh, und die Kletterbilder fand ich übrigens ziemlich gelungen
      Dankeschoen (die Kletterszene ist mir persoenlich recht wichtig - nachdem ich in jungen Jahren ein paar Mal im Fels gehangen bin hatte ich immer das Gefuehl dass das Thema fuer Fantasy taugt - und hab' dann auch endlich bei 'Fafhrd and the Grey Mouser' mit 'Stardock' was dazu zum Lesen gefunden - aber ich wollte auch mal selber was dazu machen...)

      Oriane schrieb:

      Find ich super, wie eine Schauspielerin die beiden Schwestern so unterschiedlich spielt!
      Nach unserer einhelligen Meinung ist sie unsere beste Schauspielerin - ich richte das Lob aus!

      Oriane schrieb:

      Direkt am Anfang war mir nicht klar, dass wir in einen Traum einsteigen.
      Hm, ich hab' versucht den visuell durch die dunklen Raender als Traum zu markieren, das Fluestern ist natuerlich auch eine Idee (obwohl ich das eigentlich eher fuer Kontakt mit der Anderswelt wollte - was aber hier im Traum wieder passt...). Mal sehen wie wir das in Zukunft machen...


      Oriane schrieb:

      da ist ein Achsensprung drin.

      Ja, das ganze Material war leider schon gedreht und geschnitten als ich von Dir gelernt hatte was das ist - da ging nicht mehr viel an Korrektur - beim Feenkreis versuche ich das jetzt beim Schnitt zu verhindern, und ich bin mir relativ sicher das in allem Material das ich seitdem aufgenommen habe keine mehr sind - also, ich hab' dazugelernt, aber das rueckwirkend anzugehen ist... schwierig.


      Oriane schrieb:

      Als Rórdán der Hexe den Weg zur Sturmzinne beschreibt sagt er "oben im Tal".
      Ah... der Ausdruck ist mir als ehemaligem Alpenwanderer jetzt ganz gelaufig, aber es ist vielleicht regional (?) Danke fuer den Hinweis.

      Oriane schrieb:

      In der gleichen Szene habt ihr im Gespräch manchmal Schmetterlinge reingeschnitten, die sind ein bisschen ohne Bezug. Ich verstehe, was ihr erreichen wolltet, mehr Bilder, die Szene etwas auflockern, aber ihr hättet z.B. filmen können, wie Rórdán einen Grashalm zerzupft, oder Clíodhna ihre Finger knetet oder so, also etwas mit Bezug zur Handlung.
      Hm, bei der Premiere haben viele auf den Schmetterling mit 'Oh wie schoen!' reagiert... :) Ich wollte mal wieder Natur reinbringen, und man hoert in der Ambience oft Insekten, also wollte ich auch ein paar zeigen - und anders als die Gaense die man in der Ambience hoert kann ich das hier tatsaechlich...

      Oriane schrieb:

      Die Gestalt am Ende in der Vision ist sehr schwer zu verstehen.

      Ja - das kannst Du wohl besser. Mein Problem war eine Stimme zu verfremden - da gibt's wahrscheinlich ausgefeiltere Techniken als meinen Bandpassfilter - das kannst Du mir vielleicht mal beibringen wie man sowas besser hinbekommt, das wuerde mich interessieren.

      Oriane schrieb:

      Selbst wenn die Figuren murmeln sollen, könnt ihr ja für die nächste Folge darauf achten, deutlich zu murmeln
      Okay... (kann ich mir spontan wenig drunter vorstellen wie man das macht, aber koennen wir ja mal detaillierter durchgehen). Sollte sicher zu machen sein (wir haben uebrigens jetzt ein schoenes Studiomikrofon erworben, d.h. kein headset mehr, frei Bewegen und Gestikulieren beim Einsprechen ist moeglich, kein Knacken und solcher Mist mehr...)

      Sollte manches einfacher gestalten und den Kopf freihalten um sich auf Deutlichkeit und so zu konzentrieren :)

      Oriane schrieb:

      Und zu guter letzt: Die Katze in der letzten Szene hat verschiedene Positionen drauf. Ich weiß, Katze mag vllt. nicht stillhalten

      Ja, die mochte ueberhaupt nicht mehr ;)
    • Thorsten schrieb:

      ch wollte mal wieder Natur reinbringen, und man hoert in der Ambience oft Insekten, also wollte ich auch ein paar zeigen
      Ist ja auch ne gute Idee, nur nicht mitten im Gespräch. Am Anfang der Szene, bevor Clíodhna dazukommt hätte man die gut reinschneiden können.

      Thorsten schrieb:

      das kannst Du mir vielleicht mal beibringen wie man sowas besser hinbekommt, das wuerde mich interessieren
      kann ich gerne versuchen :)
    • Hi Thorsten, dazu kann ich vielleicht eine Erklärung liefern, da wir da auch vergessen hatten, zu schildern, was wir anders gemacht hätten.

      Thorsten schrieb:

      Da hatte ich jetzt deswegen nochmal bei einigen von meinen Probe-Zuschauern rueckgefragt.

      Man sieht Cliodhna durch den Wald gehen. Sie beugt sich zum Boden und sagt 'Tatsaechlich - hier war ein Wolf unterwegs!' Schnitt zu einem Blick auf Spuren im Schnee, denen die Kamera folgt. Cross-fade und Zoom zu einem deutlichen Pfotenabdruck.

      Cliodhna geht weiter. Abermals ein Kameraschwenk ueber Spuren.

      Sie erreicht den Blutfleck und kniet neben dem nieder, sieht sich dann um und blickt auch zurueck. Erneuter Zoom auf den Blutfleck, Schnitt zu Cliodhna die nach links und rechts schaut, Scnitt zu einer weiteren Spur im Schnee (keine Wolf/Hundespur diesmal - fuer die Zuschauer die auf Einzelheiten achten...).

      Dann kommt der Teil 'Der Wolf hat ein Tier gerissen...'

      Alle bei denen ich rueckgefragt hatte wie sie die Szene verstanden hatten haben geantwortet dass sie wohl die Spuren im Schnee liest.

      Ich bin mir jetzt nicht sicher wie wir das noch deutlicher darstellen koennen als mehrmals Spuren im Schnee zu zeigen, einen Zoom darauf zu machen und ihrem Blick zu folgen - ausser dass sie jetzt sagen wuerde 'Aus den Spuren lese ich...' (was ich ehrlich gesagt ein bisschen sehr plump faende...) Wenn ihr da eine Idee habt wie man das visuall noch klarer macht - gerne.

      (Jetzt mal verglichen mit Aragorn der die Spuren von Hobbits auf einem Schlachtfeld verfolgt ist Cliodhna's Leistung hier eher ueberschaubar...)
      Es hieß, dass der Wolf ein Tier gerissen hatte, aber ein anderes hat es mitgenommen. :!: Diese Schlussfolgerung war uns schleierhaft, nicht an sich das mit dem Wolf selbst.
      Die Wolfspuren haben wir, check, aber die Spuren des anderen Tieres (welches soll das sein?) fehlen, ebenso wie die Schleifspuren des Opfers. Wenn die Spuren des Wolfes vorhanden sind, müssten die Spuren der anderen involvierten Tiere auch noch zu lesen gewesen sein.

      Um das zu verdeutlichen, hätte ich eben den Blutfleck nicht punktuell in den Schnee gemacht, sondern eher ein Miniaturschlachtfeld erschaffen. Beim Reißen eines Rehes, z.B. wehrt sich dieses noch zuvor, es strampelt mit seinen Beinen, rutscht auf dem Boden rum. Dass das Blut nur an einer Stelle ist, hielten wir für unwahrscheinlich. Etwas mehr aufgewühlter Schnee, Blut etwas verstreuter.
      Vor allem zum Wegschleifen hätte man einen etwas größeren Holzglotz mit Blut bepinseln und den einfach mal durch den Schnee ziehen können. (Es gibt Kanister mit Kunstblut, die nicht die Welt kosten, vor allem, wenn man vielleicht immer mal welches brauch - Rituale/Zauber)
      Selbst wenn es nur ein Hase gewesen sein soll, hätte man die Spuren des Hasen im Schnee vermutlich noch gesehen, die vom Wolf sieht man auch noch. :pardon:
      "Er hat ein Tier gerissen." Ist für die den geschilderten, detailierten Ablauf einfach zu dünn, denn wäre es ein Kleintier gewesen, hätte es auch genauso gut gewesen sein können, dass er es an Ort und Stelle einfach gefressen hat - wobei immer etwas übriggeblieben wäre, da es Dinge gibt, die ein Tier am anderen nicht frisst. Ähnlich wie bei Katzen, die oftmals die Gedärme ihrer Opfer liegenlassen.
      Hat ein anderes Tier das Kleintier mitgenommen, hätten immerhin auch ein paar Blutstropfen daraufhinweisen können, dass es mitgenommen worden ist. Ist vielleicht noch mal aus dem Maul gefallen, zweiter (kleinerer) Blutfleck iwo.

      Dass alles mit "Tier" abgehandelt worden ist, wirkte etwas so, als hätte man sich nicht festlegen wollen, da der Vorgang und Ablauf recht dünn gewesen ist. Gut sprich: "Wir sagen Tier, dann kann das alles gewesen sein und Ende."

      Und wie gesagt, dass hat nichts damit zu tun, dass wir nur nörgeln wollen. Wir finden es faszinierend, wie man sowas auf die Beine stellen kann. Aber es ist nunmal so, dass mehr Augen mehr sehen. Niemand ist perfekt.
      Bei Cliodhnas Schlussfolgerung hätte ich eben erwartet, dass dort mehr Hinweise sind, als ein vereinzelter Blutfleck und ein paar Pfotenabdrücke. Weil, wenn ich daran denke, wie ich diese Situ in einem Buch geschildert hätte, hätte ich das auch nicht so gemacht, dass da bloß ein Blutfleck ist und Wolfspuren und ich hätte es auch nicht zweimal bei "Tier" belassen, sondern schon geschildert, was da gerissen worden ist und wer es mitgenommen hat. Uns selbst WENN, es für Tiere untypisch ist, ihre Beute mitzunehmen, hätte man es auf den Geist schieben können, der dort sein Unwesen treibt und das Tier Nr. 2 hat die liegengelassene Beute mitgenommen, um den besessenen Wolf nicht zu begegnen. Das hätte Cliodhna ebenso leise vor sich hinbrabbeln können. "Nicht einmal die anderen Tiere wollen dem Wolf begegnen ..." Man hat ja beim Schreiben ein gewisses "Kopfkino". Würde ich einen Text verfilmen, müsste ich versuchen, dieses Kopfkino umzusetzen. Die "Wieso´s" und "Warum´s" deutlich machen ohne Text. ;)

      Thorsten schrieb:

      Also, die Art wie das Thema angegangen wurde hat euch ja ueberrascht und war nicht wie erwartet - so weit so gut, Wenn ich das so lese bekomme ich den Eindruck dass ihr (auch im Ersten) gerne klassische Action gehabt haettet (verbessert mich wenn das nicht stimmt) - aber meiner Meinung nach ist das dann genau der Klischee-Plot wo der Held mit der Axt am Ende eben aufraeumt.

      Das 'was Neues machen' geht halt mit dem 'Erwartungen bedienen' ein bisschen ueber Kreuz - wir wollten genau den Punkt probieren anders zu machen dass eine Hexe ein Problem wie einen besessenen Wolf eben magisch loest - das ist das einzige was fuer sie Sinn ergibt.

      Wenn man so die Erwartungen des Zuschauers nicht erfuellt sagen manche 'Das war jetzt komisch, haette ich gerne anders gewollt' und manche 'Hey, interessant, hab ich so noch nie gesehen.'
      Nein, das stimmt nicht. Wie schon zuvor ist alles Sache der Aufmachung. Klar kann die Hexe ihn verbannen, aber die Situ in der Hütte machte dem Zuschauer ja klar, dass man so gar nichts machen kann, weil Beweise fehlen. Sie können es ihm nicht nachweisen und dann stellt sich die Hexe vor den Mörder und sagt einfach. "Ich weiß es, die Götter wissen es, also geh!" - gefühlt.
      Wenn die so spirituell sind, dann hätte das der Mörder ja von vornherein nicht gemacht, weil er die Strafe dafür gefürchtet hätte. :S
      Schwer zu erklären, gerade ... :hmm:
      Er hätte genauso gut sagen können. "Mir doch egal, du kannst mir gar nichts, du hast ja keine Beweise." Er ist gewarnt und lässt die Kette verschwinden.
      Dann wären Cliodhna und der Büttel genauso weit wie vorher.
      Und selbst wenn er nachgibt, hätte da iwie mehr kommen müssen, als sich rumzudrehen und zu gehen. Die Pointe war iwie zu platt an dem Punkt. (Wobei @Katharina da einen tollen Job gemacht hat :thumbup: ) Ich glaube, ich hätte beim Ritual, bevor sie die Worte spricht, einfach nochmal einen Schwenk in die Ferne gemacht, wie der Mörder mit dem geklauten Pferd, was er ja hat, von dannen zieht. Wie Cloidhna eben in die Ferne sieht und da dann der Mörder auch zu ihr sieht und geht (mit der schönen Musikuntermalung). Beide wissen, was die da machen.
      Der Retter mit der Axt hätte nicht zwangsläufig sein müssen, aber Cliodhna hatte im Grunde auch keinen Grund, sich dem Kerl alleine zu stellen. Der Büttel hätte einfach zur Sicherheit mitgehen können, dabei sein können, sagen können, dass er auch die Kette kennt und Cliodhna nicht allein mit der Wahrheit ist. Immerhin ist der Büttel ja wichtig, hängt bei den Ältesten des Dorfes rum, das wird der Mörder auch wissen. Uns fehlte da etwas der Nachdruck. Das war alles. :D

      Nach 15 Jahren Geschichten erfinden und Aufschreiben ist es eben so, dass ich kaum noch einen Film gucken kann, ohne gewisse Stellen zu hinterfragen. Das ist quasi ne Krankheit. :whistling:
      Aber genauso gehe ich an meine Geschichten ran und bin froh, dass ich mit jemanden wie @Chaos Rising schreibe, der meist meiner Meinung ist, dass "das ist ebenso" nicht so stehengelassen werden kann. Wir schreiben so, dass alles sein Grund hat. Wir bedienen uns auch Klischees, wenn es passt und arbeiten nicht gegen sie, wenn es keinen Sinn macht. Denn manche Klischees, gerade in der Reaktion von Menschen, lassen sich nicht gut umgehen, da der Mensch eben ist wie er ist und es einen Grund hat, warum manche Klischees existieren.
      Das Rad lässt sich auf keinen Fall neu erfinden und manches muss man dann eben so stehenlassen wie es ist. Bei klischeelastigen Filmen und Büchern muss man eben auf die Umsetzung und Details achten. Was ist anders, was hat man sich dabei gedacht.

      Und nochmal: Bitte fühlt euch von uns nicht in eurem Tun angegriffen. Wir schildern nur unsere Gedanken zum Gesehenen. Wie bei Kritiken zu Geschichten hier, hat das nie einen persönlichen Hintergrund, sondern wir machen ja auch Gegenvorschläge und sagen nicht einfach: "Gefällt mir nicht." Wir begründen, was uns gefällt und was wir eben anders gemacht hätten, weil ...
      Ich kann mir die Arbeit dahinter vorstellen und hab selbst mit Leuten geredet, die schon Kurzfilme gemacht haben. Ich kann mir den Aufwand dahinter sehr gut vorstellen - auch die Kosten.
      Kurzfilm eines Stammkunden von mir -- klick mich.
      Wir haben vor und nach dem Dreh lange darüber gefrotzelt. Auf der Burg, wo das gedreht worden ist, habe ich nebenbei mal gearbeitet, mein Mann auch, macht er heute noch, weil ab und zu aushelfen, da dessen "Onkel" sozusagen dort oben der Buchhalter ist.

      Mir ist der Aufwand bewusst und ich denke, man lernt immer dazu. Von sich selbst und von anderen. Daher, alles feini und macht das weiter so. Solange ihr Spaß dabei habt, ist das ja das Wichtigste. Und man sollte sich den Spaß daran auch nicht verderben lassen.

      Liebe Grüße
      Jennagon
    • Jennagon schrieb:

      Die Wolfspuren haben wir, check, aber die Spuren des anderen Tieres (welches soll das sein?) fehlen, ebenso wie die Schleifspuren des Opfers. Wenn die Spuren des Wolfes vorhanden sind, müssten die Spuren der anderen involvierten Tiere auch noch zu lesen gewesen sein

      Ah - okay - jetzt verstehe ich das - zu wenig explizit zu sehen.

      Das haetten wir machen koennen, zu versuchen die Spuren kompletter nachzubilden, das stimmt. Ist technisch nicht ganz einfach (wir haben 'ne Weile gebraucht um den Hund dazu zu bringen so ueber eine unberuehrte Schneeflaeche zu laufen wie wir wollten, und bei nachgemachten Schleifspuren sind die eigenen Fussabdruecke auch ein Problem... aber das haette sich vermutlich irgendwie loesen lassen).

      ich vermute mal ueber Spuren wisst ihr einfach im Vergleich zu uns zu viel (das ist jetzt mein Projekt fuer den Winter mir das ein bisschen besser beizubringen - ich wuesste jetzt nicht wie das Schlachtfeld aussehen muss) - fuer ein eher fluechtiges Wissen ueber Spuren funktioniert die Szene halt 'irgendwelche Spuren, okay, sie sagt was dazu, wird schon passen' - das ist dann ein Probem :/

      Aber dann wissen wir wen wir das naechste Mal vorher fragen :D
    • Jennagon schrieb:

      Nein, das stimmt nicht. Wie schon zuvor ist alles Sache der Aufmachung. Klar kann die Hexe ihn verbannen, aber die Situ in der Hütte machte dem Zuschauer ja klar, dass man so gar nichts machen kann, weil Beweise fehlen. Sie können es ihm nicht nachweisen und dann stellt sich die Hexe vor den Mörder und sagt einfach. "Ich weiß es, die Götter wissen es, also geh!" - gefühlt.
      Wenn die so spirituell sind, dann hätte das der Mörder ja von vornherein nicht gemacht, weil er die Strafe dafür gefürchtet hätte.
      Schwer zu erklären, gerade ...
      Er hätte genauso gut sagen können. "Mir doch egal, du kannst mir gar nichts, du hast ja keine Beweise." Er ist gewarnt und lässt die Kette verschwinden.
      Dann wären Cliodhna und der Büttel genauso weit wie vorher.
      Und selbst wenn er nachgibt, hätte da iwie mehr kommen müssen, als sich rumzudrehen und zu gehen. Die Pointe war iwie zu platt an dem Punkt.

      Jennagon schrieb:

      Der Retter mit der Axt hätte nicht zwangsläufig sein müssen, aber Cliodhna hatte im Grunde auch keinen Grund, sich dem Kerl alleine zu stellen. Der Büttel hätte einfach zur Sicherheit mitgehen können, dabei sein können, sagen können, dass er auch die Kette kennt und Cliodhna nicht allein mit der Wahrheit ist. Immerhin ist der Büttel ja wichtig, hängt bei den Ältesten des Dorfes rum, das wird der Mörder auch wissen. Uns fehlte da etwas der Nachdruck. Das war alles

      Ich hab' jetzt ein paar Tage drueber nachgedacht.

      Abhaengig davon was fuer Persoenlichkeiten Cliodhna und Cian sind, was sie ueber ihre Faehigkeiten glauben und was sie ueber die Situation glauben gibt es ja ganz verschiedene Moeglichkeiten.

      Cliodhna kann...

      * nach dem Gespraech mit Rordan schliessen dass man wirklich nichts machen kann und die Sache auf sich beruhen lassen

      -> das wuerde sie machen wenn sie eine Person mit Selbstzweifeln ist die sich nicht zutraut das irgendwie zu loesen und statt dessen Dinge im Zweifelsfall schleifen laesst - wir wuerden dann eine Geschichte ueber Scheitern erzaehlen

      * sie koennte Cian irgendwann vergiften oder mit einem Fluch belegen ohne es irgend jemandem zu sagen

      -> wuerde sie machen wenn sie skrupellos genug waere und der Ueberzeugung dass der Zweck die Mittel heiligt - das waere eine Geschichte ueber Schuld

      * sie koennte Beweise fingieren oder ihre Magie einsetzen um Cian ein Gestaendnis vor den Dorfaeltesten zu entlocken

      -> das ist so aehnlich wie der Fall oben, ausser dass Rordan vermutlich mitbekommen wuerde was sie tut - was die Geschichte ueber Schuld interessanter machen wuerde

      * sie kann Cian alleine konfronieren und ihm drohen und das Risiko ausblenden

      -> das wuerde sie tun wenn sie selbstsicher und impulsiv ist, von ihren Faehigkeiten ueberzeugt ist und es ihr wichtig ist, alleine zu arbeiten - eine Geschichte ueber ein Psychoduell kommt raus

      * sie kann Rordan zu Hilfe holen um Cian zu konfrontieren

      -> das wuerde sie tun wenn sie vorsichtig und ueberlegt handelt

      Was fuer eine Person ist Cliodhna in der Serie - da war ja schon einiges zu sehen, in Teil 1 etwa geht sie am Ende alleine zur Konfrontation mit dem Geist/Wolf obwohl sie Angst hat - offensichtlich ist es ihr wichtig, keinen anderen mit hineinzuziehen (das Warum wird am Ende von Teil 3 etwas ausgeleuchtet) und sie hat Mut. Auch in Teil 2 wuerde sie, wenn Rordan sie nicht abgehalten haette, selbst auf Moerderjagd gehen. Dinge 'unter den Teppich zu kehren' kommt fuer sie nicht in Frage, das sagt sie fast woertlich zu Rordan. Sie ist impulsiv und will sofort Gerechtigkeit sehen, und gar nicht davon angetan dass Rordan ihr aufzeigt dass es nicht ihre Aufgabe ist. Sie wuerde die Sache vor die Dorfaeltesten bringen und haelt gar nichts davon irgendwas heimlich zu tun, wieder muss Rordan sie dazu draengen.

      Also - so wie wir den Charakter bisher angelegt hatten, finde ich was sie tut psychologisch die plausibelste Moeglichkeit. Wir haben sie vorher im Vertrauen auf sich selbst Risiken eingehen sehen - warum sollte sie jetzt aufhoeren? Und die Art und Weise wie sie im Lauf der Zeit mit Rordan zusammen agiert ist uns fuer den Spannungsbogen der Serie schon wichtig - ihn hier zu Hilfe holen ruiniert das ganze Konzept dass ja darauf beruht dass sie erst lernen wird Menschen aus dem Dorf zu vertrauen, genau wie die lernen muessen mit der neuen Hexe zurecht zu kommen.

      ***

      Bei allen Varianten bei denen er konfrontiert wird kommt es darauf an was Cian macht, was davon abhaengt was fuer ein Moerder er ist (es gibt ja nicht nur einen Grund einen Mord zu begehen) und was er glaubt:

      * wenn er sehr spirituell ist dann bringt er in der Tat gar niemanden um (dann gibt's keine Geschichte zu erzaehlen....) - dass jemand skrupellos genug ist einen Mord zu begehen aber sich nicht gegen einen Priester zu stellen scheint mir im Mittelalter generell schon vorgekommen zu sein - Heinrich IV scheint nicht grade der angenehmste Charakter gewesen zu sein, aber dennoch war die Sache mit der Exkommunikation ein Problem.

      * wenn er nur maessig spirituell ist, dann wagt er nicht Hand an eine Hexe zu legen

      * wenn er einen spontanen Hang zur Gewalt hat, dann ueberkommt ihn vielleicht Panik und er greift an

      * wenn er Psychopath ist und Spass am Toeten hat dann greift er wahrscheinlich an

      * wenn er eiskalt ueberlegt, dann kommt es darauf an ob er sich einen Vorteil davon verspricht Cliodhna anzugrifen, oder ob es besser fuer ihn ausgeht wenn er ihr Angebot zu verschwinden annimmt

      * wenn er Nerven aus Stahl hat kann er ihr 'Du hast keine Beweise' sagen und sie ignorieren

      * wenn er einen vorsichtig geplanten und heimlichen Mord begangen hat der jetzt aufgeflogen ist, dann ueberkommt ihn wahrscheinlich eine Mischung aus Erleichterung dass die Sache aufgeflogen ist und ihm nicht laenger auf der Seele liegt und Verzweiflung was jetzt passiert (nach diversen Interviews mit Mordermittlern die ich so gelesen habe scheint das sogar in der Realitaet der Normalfall zu sein) - und er greift nicht an

      Was weiss der Zuschauer von Cian? Nicht allzu viel direkt, aber

      Er hat 'ein paar Aecker geerbt die kaum zum Leben reichen' wie er Rordan erzaehlt. Er will heiraten was aus Rordan's Gespraech mit Siofra rauskommt. Im gleichen Gespraech wundert man sich dass er Geld hat. Er ist mit Rordan befreundet oder zumindest gut bekannt - was wahrscheinlich darauf hindeutet dass er nicht der Dorfschlaeger ist der bei jeder Gelegenheit zu Gewalt greift.

      Den Mord selbst sieht man ausserhalb der Dorfes passieren, aus dem Hinterhalt. Es ist kein Mord bei dem eine Leiche bleibt und man sich fragt wer der Taeter ist, sondern das wesentliche Element ist dass keiner ahnen soll dass ueberhaupt ein Mord passiert ist - wenn der Haendler im naechsten Jahr nicht auftaucht, dann kann das dutzende von Erklaerungen haben (Rordan produziert ein paar als Cliodhna behauptet dass Caradoc tot ist).

      Aus alldem kann man sich zusammenreimen dass Cian aus nackter Verzweiflung (er will heiraten und es ist vorn und hinten kein Geld da) den Plan gefasst hat einmal zuzuschlagen um danach ausgesorgt zu haben und weder Spass am Toeten noch sonst einen Hang zur Gewalt hat.

      Im Moment der Konfrontation ist die blosse Tatsache dass irgendjemand von dem Mord weiss (der ja nie als Mord erkannt werden sollte) schon ein herber Schock fuer ihn, und ausserdem kann er ja nicht wissen wer ausser Cliodhna noch davon weiss - vielleicht handelt sie ja sogar im Einklang mit dem Willen der Dorfaeltesten - falls irgend jemand anders davon weiss, dann liefert er mit einem Angriff auf Cliodhna alle Beweise die man braucht um ihn zu haengen,

      Und das alles vor der spirituellen Dimension dass die Hexe ihm das Leben im Dorf sehr unangenehm gestalten kann (siehe weiter oben).

      Auf der anderen Seite bekommt er ein Angebot mit dem Leben und sogar einem Teil seines Besitzes davonzukommen - warum sollte er das nicht tun und statt dessen einen Angriff riskieren?

      Mir ist die Idee dass jemand der einmal einen Mord begangen hat ganz automatisch dazu neigt Leute zu toeten wenn sie ihm draufkommen zu 'kuechenpsychologisch' - das ist bei Agatha Christie immer so, aber so sind Leute doch nicht in echt - viele echte Moerder fuehlen Schuld und Reue die sie aber verbergen muessen - und dementsprechend Erleichterung wenn das Verstteckspiel vorbei ist.

      Wir haben das Ende der Geschichte aus der Psychologie der Figuren heraus als ein Willensduell angelegt (und es ist auch in Western-artigen Kameraeinstellungen gefilmt) - zum Teil blufft Cliodhna, Cian koennte versuchen sie zu ignorieren - aber sie ist (um einiges) die Willensstaerkere, und die ganze Rolle der Hexe in einem Dorf kommt ihr zu Hilfe.

      Das ist die Geschichte die wir erzaehlen wollen (teils offen, teils angedeutet) - uber Motive die einen normalen Menschen in einem schwachen Moment zum Moerder machen und ueber die Macht ueber die Cliodhna auch ganz ohne Magie verfuegt - aus ihrer Persoenlichkeit heraus, als auch aus ihrer Rolle als Hexe (und ich denke wie sie hier ist ist nicht anders als wir sie vorher gezeigt haben). Die Szene beschreibt, wie Cliodhna in der Welt in der sie ist funktioniert - und eine andere Szene wuerde das nicht einfach genauso tun.

      Natuerlich koennte man eine andere Geschichte erzaehlen - ueber andere Personen mit anderer Persoenlichkeit, mit einem anderen Ausgang, und wahrscheinlich wuerde diese andere Geschichte dem einen oder anderen auch besser gefallen.

      Aber wir wollten halt diese Geschichte ueber diese Personen erzaehlen - und an der Psychologie dahinter kann ich keinen Fehler finden, oder was was nicht stimmig waere mit etwas das vorher zu sehen war. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
    • Neu

      Ein Eindruck von unserem Ortstermin um Drehorte fuer die Winterepisode zu finden - damit werden wir wohl ein paar Einstellungen aus dem Dorf machen.



      Das Bild illustriert ganz gut die Vor- und Nachteile die wir da haben - der Ort ist ein Freiluftmuseum (mag jemand raten fuer was? Es ist was sehr finnisches...) und wir haben deswegen natuerlich Hinweistafeln ueberall an den Tueren. Auch wird gebaut, es steht viel modernes Zeugs rum, und die Kameraperspektive ist sehr eingeschraenkt - zwei Strassen mit Schildern (und nachts Beleuchtung) recht nahe (Ton vor Ort geht gar nicht), Stromleitungen anderswo,... Man muss also mit Kameraschwenks sehr vorsichtig sein, vieles geht einfach gar nicht.

      Aber um jemanden aus einer Huette kommen zu lassen oder reingehen zu lassen - das bekommen wir da ganz gut hin.