Die nächste Generation (Robin Hood)

Es gibt 88 Antworten in diesem Thema, welches 14.942 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Sabrina.

  • In einem Nebel aus Schmerz und Dunkelheit, hörte Vincent aufgeregte Stimmen. „Das sieht übel aus. Was ist mit dem Jungen passiert? Legt ihn da rüber…“ Dann verschwammen die Worte, in der Dunkelheit. Als er das nächste Mal aufwachte, hatte er das Gefühl, als wäre sein Kopf in zwei Hälften gespalten. Bei jeder Bewegung durchzuckte ihn der Schmerz. Also blieb er reglos liegen. Jemand berührte sein Handgelenk und wieder flammte das Gefühl auf. Diesmal konnte er ein Aufstöhnen nicht unterdrücken.



    „Du hast Glück, mein Junge. Die Hand ist nicht gebrochen.“ Die Frauenstimme erklang ganz nah. Vincent versuchte die Augen zu öffnen. Doch wieder zuckte der stechende Schmerz durch sein Gehirn. Etwas Kühles wurde auf seine Stirn gelegt. „Was..“ Mehr brachte er nicht heraus. Selbst das Reden viel ihm schwer. „Tue dir selbst einen gefallen und bewegt dich nicht. Du hast Glück, dass du noch am Leben bist. Viel hat nicht mehr gefehlt.“ Es ertönte das Geräusch von näher kommenden Schritten. „Und? Wie geht es ihm, Mag?“ Vincent erkannte die Stimme des Rothaarigen. „Er wird es überleben, Much. Er ist wach.“ Wieder erklangen Schritte. „Kannst du mich hören, Junge?“ Vincent gab einen zustimmenden Laut von sich. Selbst dieser Laut ließ seinen Schädel fast zerspringen. „Gut, ich wollte dir nur sagen... Nun ja, John hat uns erzählt...“ Jetzt riss Vincent die Augen auf. Der Schmerz dabei war mörderisch aber nichts hielt ihn mehr auf dem Lager. Stöhnend barg er den pochenden Schädel in seinen Händen. Alles drehte sich vor seinen Augen. „Was hat er euch erzählt?“ Was diese krächzende Stimme wirklich seine? Verschwommen sah Vincent wie der Mann nach ihm griff, bevor seine Beine unter ihm nachgaben. Der Rothaarige half ihm zurück aufs Lager. „Du bist ein ebenso großer Hitzkopf, wie dein Vater.“ Vincent hörte die unterdrückten Gefühle in der Stimme des Mannes. „Mein Vater?“ Vincent hörte nicht mehr die Antwort des Mannes, den der dunkle Strudel hatte ihn von neuem erfasst und zog ihn in die Tiefe.

    Mehr aus meiner Feder: Gefangen im High Fantasy Bereich.


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  • Weiter, bitte!

    Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
    Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker

  • Er erwachte und augenblicklich fühlte er das schmerzhafte Stechen in seinem Schädel.Doch mit der Zeit wurde der Schmerz erträglicher. So vorsichtig wie möglich, öffnete Vincent die Augen. Über ihm sah er das Deckengebälk eines Daches. Seine Augen folgten dem Hauptbalken zur Öffnung. Es war Tag, der Sonnenschein fiel durch das runde Loch ins innere der kleinen Hütte. Wie lange lag er schon hier? Krampfhaft versuchte sich Vincent an die letzten Ereignisse zu erinnern. Das Letzte, waren die Worte des Rothhaarigen gewesen. Schlagartig war er wach. „Mein Vater?“ Vincent richtete sich zu schnell auf und alles drehte sich vor seinen Augen. Der Schmerz schnitt durch seinen Kopf. Er fasste sich stöhnend an die Stirn. „Beim heiligen St. Thomas.“ Der Schmerz verringerte sich nach einigen Minuten, auf ein erträgliches Maß.



    Vorsichtig stand Vincent auf. Immer bedacht darauf, keine ruckartigen Bewegungen zu machen, näherte er sich der angelehnten Tür. Das grelle Sonnenlicht schmerzte in seinen Augen. Er hob Hand um seine Augen gegen das Licht abzuschirmen. „Vince?“ Mathew kam mit schnellen Schritten auf ihn zu. „Mein Gott tut das gut dich zu sehen. Du hast uns einen höllischen Schrecken eingejagt. Wie geht es deiner Hand?“ Vincent schaute auf die verbundene Rechte. Versuchsweise bewegte er die Finger. Der Schmerz dabei war erträglich. „Es geht schon, wenn ich nicht daran denke. Wo ist John?“ Mathew zuckte mit den Schultern. „Er ist mit Woran unterwegs. Die beiden reden ständig miteinander und John folgt diesem Woran auf Schritt und Tritt, seid....“ Mathew brach mitten im Satz ab. Vincents Augen verdunkelten sich. „Wie lange, Mat? Und lüg mich nicht an. Wie lange sind wir schon hier?“ „Drei Tage.“ Vincent fluchte unterdrückt. „Das darf doch nicht war sein, Jungchen. Was glaubst du, was du gerade tust?“ Die Stimme der Frau war in seinem Rücken erklungen. Als Vincent sich umdrehte stand er einer kleinen Frau gegenüber. Ihr rotes Haar war mit Silberfäden durchzogen und ihre Augen funkelten ihn wütend an. „Madam?“ Fragte er überrascht. „Das kannst du dir sparen, Jungchen. Hier nennen mich alle Mag. Und jetzt erklär mir mal, was du hier draußen zu suchen hast? Erst flick ich dich zusammen und jetzt, ruinierst du meine Arbeit?“ Sie blickte so finster, dass Vincent darüber grinsen musste. „Verzeiht Madam. Aber mir geht es schon besser.“


    „Das zu beurteilen überlässt du gefälligst mir!“ Unwillen, regte sich in Vincent und seine Miene wurde ernst. „Ich an deiner Stelle würde tun was sie sagt, Junge.“ Eine dunkle Stimme war von der Seite erklungen. Als Vincent den Kopf in die Richtung drehte, stand er dem größten Mann gegenüber, den er je gesehen hatte. Sein wettergegerbtes Gesicht war ernst auf ihn gerichtet. Sein braunes lockiges Haar war mit Silberfäden durchzogen, ebenso wie sein Bart. „Man nennt mich Little John und das ist Mag.“ Die Augen des Mannes musterten ihn auf eine sehr durchdringende Art und Weise. Vincent hatte das Gefühl, als wenn diese Augen bis auf den Grund seiner Seele sehen könnten. Und was auch immer der Mann dabei entdeckte, es ließ seine Augen feucht werden. „Die Kopfschmerzen, mein Junge, hast du mir zu verdanken. Hätte ich gewusst wessen Sohn du bist..“ Vincents Augen wurden groß. Er hatte es bereits geahnt. Noch jemand der seinen Vater kannte. „Ihr kennt meinen Vater?“ Der Hüne zuckte zusammen. „Ja, mein Junge. Ich kannte ihn... Es tut mir schrecklich leid!“

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  • Vincent war auf den Schmerz nicht vorbereitet, der ihn durchzuckte. Er hatte seinen leiblichen Vater nie gekannt und doch, war dieser Verlust so all umfassend. Vincent hatte das Gefühl, als würde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen. Wie unter einem unsichtbaren Schlag taumelte er zurück. Ein Teil von ihm hatte sich an diese Hoffnung geklammert, dass seine Eltern noch lebten. Ein Teil dieser Hoffnung war eben zu Asche zerfallen. Er würde nie die Gelegenheit haben, mit seinem Vater zu sprechen. Ihn niemals kennen lernen. Nie würde er wissen, in welchen Dingen sie einander glichen. Seine Stimme war tonlos. „Er ist Tod?“ Vincent musste es wissen um sicher zu sein. Noch immer hoffte er, dass der Mann nur einen Scherz gemacht hatte oder dass er ihn falsch verstanden hatte. Doch der Mann nickte nur traurig. „Es tut mir leid, Junge..“ Der Mann steckte die Hand nach ihm aus, doch Vincent wich zurück. Er wollte allein sein. Sich irgendwo diesem Schmerz in seinem Innern hingeben. Blind und betäubt rannte Vincent los. Er sah nicht die Blicke, die ihm folgten und hörte auch nicht Mats Stimme. Er rannte bis seine Kräfte nachließen, bis jeder Atemzug in seinen Lungen brannte. Erst dann ließ er sich auf die Knie fallen und vergrub sein Gesicht in den Händen.
    Irgendwann raffte er sich wieder auf. Die Nacht war herein gebrochen, als er das Dorf erreichte. Sein Inneres war betäubt und leer. Als wäre ein Loch an der Stelle entstanden, die jetzt fehlte. Er sah Fackelschein auf sich zukommen. John ging an ihrer Spitze. „Verdammt Vince....“ Die restlichen Worte blieben seinem Freund in der Kehle stecken. Wahrscheinlich sah er genauso aus, wie er sich gerade fühlte. „Sag einfach nichts, Okay?“ Er ging ohne zu warten an seinem Freund vorbei. Sein Blick war auf den Boden gerichtet. Die Männer bildeten wortlos eine Gasse für ihn. In der Scheune suchte er sich einen Platz im Schatten, wo er sich mit geschlossenen Augen an die Scheunenwand lehnte. Er wollte mit niemanden reden, vielleicht morgen. Wenige Minuten später nickte er ein.
    Nicht weit von ihm entfernt, standen drei Männer im Halbdunkel. Ihre Blicken waren nachdenklich auf den jungen Mann gerichtet, der jetzt schlief.



    „Bei Herne! Was würde ich dafür geben, wenn Robin ihn sehen könnte?!“ Much fühlte mehr, als das er sah, dass die beiden Männer an seiner Seite zustimmend nickten. Trotz der Jahre die seit her vergangen waren, vermissten sie Robin jeden Tag. „Dieser Junge ist sein Ebenbild.“ Wills Stimme hörte man an, dass er mit seinen aufgewühlten Gefühlen kämpfte. „Nicht nur das Aussehen hat er von Ihm!“ Murmelte John und sah vielsagend auf den immer noch sichtbaren Schnitt an Muchs Kehle. „Nein, er hat auch seinen Hitzkopf.“ Antwortete Much und fuhr sich mit der Hand an die Kehle. Gleichzeitig musste er grinsen. „Er war verdammt schnell!“ Für einen Moment wog die Trauer um Robin nicht mehr gar so schwer.
    „Es wird dem Jungen nicht gefallen.“ Sagte Little John nach einer Weile, als sie zusammen am Tische saßen. Will zuckte mit den Schultern. „Welchem Siebzehnjährigen Heißsporn könnte es schon gefallen, auf einen Schlag drei Aufpasser zu haben? Aber wir haben es damals Robin versprochen. Erinnert ihr euch?“ „Wie könnten wir das vergessen Will?“

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  • Vor mehr als Siebzehn Jahren…

    Much sah auf, als die Zweige sich teilten und Robin ins Lager kam. Das Gesicht zeigte, denselben nachdenklichen Ausdruck, wie öfters in letzter Zeit. Much verstand die Sorge seines Ziehbruders, nur zu gut. Muchs Blick wanderte zu Marion. Diese beugte sich gerade über den Spieß und streute ein paar Kräuter über die Rehkeule. Ein köstlicher Geruch stieg von dem gebratenen Fleisch auf. Much sog den Geruch in sich ein und ihm lief das Wasser im Mund zusammen. Er sah wie Marion die Hand in den Rücken stemmte und das Gesicht schmerzhaft verzog. Schnell war er bei ihr. „Las mich das machen.“ Sie lächelte ihm dankbar zu und Much wurde es warm ums Herz. Er schaute auf ihren gewölbten Leib, der sich deutlich unter dem Kleid abzeichnete. Sie strich mit den Händen darüber. „Danke Much.“
    Unter einer Eiche ließ sie sich nieder, lehnte sich an den Baumstamm und begann ein Lied zu summen, während sie über ihren Bauch strich. Ihr Lächeln dabei war verklärt und fast engelgleich. Much nahm die restlichen Kräuter und verteilte sie auf der Keule. Robin hatte sich zu Nasir, Will und John gesetzt. Seine Miene ließ nichts Gutes erahnen. Much gesellte sich zu ihnen. „...sie streifen durch den Sherwood.“ Bekam Much noch mit. „Wer, Soldaten?“ „Natürlich Soldaten, Much. Oder meinst du, Robin redet von Eichhörnchen?“ Frage Scarlet etwas ungehalten. „Will, nicht so laut.“ Murmelte Robin und sah mit einem besorgten Blick, zu Marion, die ganz in sich versunken schien. „Ich will Marion nicht beunruhigen. Behaltet es vorerst für euch. Wenn das Kind erst da ist, werden wir uns einen Lagerplatz tiefer im Wald suchen. Doch jetzt...“ Seine Miene drückte seine innere Zerrissenheit aus. Robin war hin und her gerissen. Für ihn stand der Schutz seiner Männer an erster Stelle. De Lacey setzte zurzeit alles daran, sie auf zu spüren. Es wäre ratsamer gewesen, sich tiefer in den Sherwood zurück zu ziehen, doch in Marions Zustand stellte es ein zu großes Risiko da. Jetzt konnte das Kind jeden Tag kommen. Was war, wenn Marion Hilfe brauchte? Es blieb ihnen keine Wahl, als in der Nähe von Wickham zu bleiben und die Gefahr in Kauf zu nehmen.
    „Ich hätte Tuck nicht ins Dorf schicken sollen.“ Murmelte Robin mehr zu sich selbst. „Tuck kann auf sich aufpassen, Robin. Mach dir keine Sorgen! Er wird bald zurück sein.“ Robins Miene zeigte immer noch den besorgten Ausdruck. „Da ist doch noch etwas Robin. Nicht war? Was hat Herne gesagt?“ Robin strich sich die dunklen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Er ließ sich Zeit mit der Antwort. Schließlich nach einer gefühlten Ewigkeit hob Robin den Kopf.



    „Er hat gesagt, dass dunkle Wolken aufziehen. Und das der Löwe fällt!“ Robins Stimme war kaum zu vernehmen. „König Richard?“ Robin nickte. „Du meinst er stirbt?“ „Vielleicht ist er das schon.“ Much hörte die Bedeutungsschwere hinter den Worten. Sie alle hatte Richard gekannt. Er hatte sie nach seiner Rückkehr nach England begnadigt. Doch nachdem er das Land wieder verlassen hatte, um in der Normandie zu kämpfen, hatte sein Bruder Johann die Begnadigung aufgehoben. Sie wieder als Vogelfrei erklärt. Nur mit knapper Not, waren sie dem Sheriff entkommen. Robins Worte zerstörten die kleine Hoffnung, auf ein normales Leben. Wenn Richard starb, würde Johann, König von England werden. Und was das für sie bedeutete, war selbst Much klar. De Lacey würde sie so lange jagen, bis jeder von ihnen am Galgen hing. Robins besorgter Blick ruhte jetzt auf Marion. „Ihr musst mir eins versprechen, Freunde.“ Er schaute sie der Reihe nach an. „Wenn mir irgendetwas zustoßen sollte, müsst ihr auf Sie Acht geben. Auf Marion und das Kind....“ „Robin, du solltest nicht so reden.....“ Warf John ein, doch Robin hob die Hand und schnitt ihm damit das Wort ab.Wieder ließ er den Blick wandern. Die Sorge stand in seinen grünen Augen. „Wir versprechen es!“ Muchs Stimme ging in dem vielstimmigen Chor unter.

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  • Jetzt muss man wirklich aufpassen, welche Geschichte man gerade liest. In der ersten hatte Marion kein Kind, also wird diese Geschichte geschehen, nachdem Simon wieder zu Robin geworden ist? ?(

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  • Das sind zwei unerschiedliche Geschichten. Ganz unterschiedlich von einander.
    Deswegen wollte ich die Wurzeln erst mal fertig schreiben. Gerade weil man ansonsten durcheinander kommt. :D
    Ich weiß ist sehr verwirrend. Am Besten poaste ich erst mal die Wurzeln fertig ehe ich die Generation weiter schreibe. :thumbsup:

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  • So meine lieben Leser! Wie bereits angekündigt werd ich mich in nächster Zeit dieser Geschichte zuwenden.
    Vincent und Co sind ein besonderes Projekt für mich. :love: Die Geschichte ist absolut unabhängig und eigenständig zu sehen.
    Das heißt sie hat nichts mit meiner anderen Geschichte hier im Forum zu tun.
    Da dies bereits das dritte Kapitel ist woran ich gerade arbeite hier eine kleine Zusammenfassung der letzten Ereignisse:


    Die Geschichte spielt im Norden England. Man schreibt das Jahr 1214. Nahe der schottischen Grenze im Dorf Risley wächst der Junge Vincent auf. Er steckt voller Ideale. Gerade deswegen fällt es ihm schwer, die Ungerechtigkeiten hinzunehmen die er jeden Tag mit erlebt. Als er Siebzehn ist erfährt er in einem Streit das der Mann den er bis dahin für seinen Vater gehalten hatte, doch nicht sein Vater ist. Vincents Welt verändert sich schlagartig. Von seiner Ziehmutter erfährt er die ganze Geschichte, die Vincent von da an keine Ruhe läßt. Er muß einfach wissen was aus der Frau im Wald geworden ist. So macht er sich mit seinen beiden Freunden Mathew und John auf die Suche. In einem Ort namens Hathersage wo John noch Verwandte hat machen sie Rast. Vincent triff auf alte Weggefährten seines Vaters. Ihnen fällt die Ähnlichkeit sofort auf. Vor Sechzehn Jahren ist Vincents Vater den Häschern des Sheriffs ins Netz gegangen. Er ist Tod!


    Gerade hat Vincent die Nachricht erhalten und jetzt seit ihr auf dem neusten Stand! :thumbup: Also viel Spass beim lesen und gebt mir Feedback wie es euch gefällt! :thumbsup:
    Sabrina

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  • John sah nachdenklich auf seinen Freund hinunter, der an der Scheuen Wand gelehnt schlief. Sein Kopf war auf die Brust gesunken, seine Gesichtszüge wirkten entspannt. War es eine richtige Entscheidung von ihm gewesen, denn Männer, die er kaum drei Tage kannte, so viel von Vince zu erzählen? Sein Vetter Woran trat leise an seine Seite. Sie wechselte einen Blick miteinander. Ohne Worte verstand er die Botschaft und folgte Woran an den langgezogenen Tisch.
    Dort saßen der Rothaarige, genannt Much, der bärtige Hüne von dem John mittlerweile wusste, dass ihn alle Little John genannten und Will Scarlet. Alle drei sahen ihm mit ernsten Gesichtern entgegen. Mit einer Handbewegung forderte ihn Much auf sich zu ihnen zu setzen. „Die Nachricht hat Ihn hart getroffen.“ Eröffnete Little John das Gespräch. „Vincent, steckt das weg.“ John wusste, dass Vince einen starken Charakter hatte. Er würde zwar seine Zeit brauchen aber er würde es verkraften. „Das ist mit ein Grund, warum wir dich sprechen wollten. Du bist sein Freund und kennst ihn besser, als irgendjemand sonst. Erzähl uns ein bisschen von ihm.“
    Johns Miene wurde ernst. „Ich denke das steht mir nicht zu! Ich bin sein Freund und nur aus Freundschaft zu ihm, habe ich euch die Dinge erzählt, die ihr jetzt wisst. Alles Weitere wird euch Vincent selbst erzählen, wenn er dazu bereit ist.“ Scarlet der ihm gegenüber saß, zog die Augenbrauen zusammen. Ein wütender Ausdruck trat in sein Gesicht. Doch John erwiderte seinen Blick ungerührt.
    „Las ihn, Will! Wir würden das Gleiche sagen, wenn wir an seiner Stelle wären.“ Meinte Little John. Er zwinkerte John dabei zu.
    „Gut gesprochen, Junge.“ Sagte er zu ihm. „Dann kann ich gehen?“ „Warte bitte einen Moment. Wir möchten dich noch um einen Gefallen bitten.“
    Die drei Männer wechselten Blicke untereinander. Der Rothaarige fuhr fort. „Es geht um das Ziel eurer Reise. Nottingham! Vincent sieht seinem Vater sehr ähnlich, dass hast du sicher an unseren Reaktionen auf deinen Freund gemerkt. Wir halten es für keine gute Idee dorthin zu reisen, John.“
    „Robin, sein Vater.. Er galt dort als Geächteter, als Vogelfrei. Es kann gut möglich sein, dass Robert de Lacey, von Vincent erfährt. Und dann...“ „Wer ist dieser de Lacey?“ John hörte zu mit gerunzelter Stirn. „De Lacey ist der Schweinehund, der Robin auf dem Gewissen hat.“ Zischte Scarlet mühsam beherrscht.


    „Er hat meinen Vater getötet?“ Vincents Stimme klang rau aber gefasst. John schloss einen Moment die Augen ehe er sich umwandte. Niemand von ihnen hatte Vincent bemerkt, der unbemerkt näher gekommen war. „De Lacey, hat ihn gefangen genommen.“ Beantwortete Much die Antwort.
    „Verdammt er hat ihn getötet und irgendwo verscharrt, dieser Schweinhund!“ Scarlets bebender Stimme war der Hass den er auf diesen Mann empfand anzuhören. Much schaute zu Little John, der jetzt das Wort übernahm.
    „Wir wollten ihn befreien. Aber sie hatten ihn bereits aus Nottingham fortgeschafft. Wohin das wusste keiner! Wir haben alles versucht ihn zu finden, ohne Erfolg. Das ist jetzt mehr als Sechzehn Jahre her.“ John sah wie sich Vincents Finger in das Holz des Tisches krallten. Er konnte sich vorstellen was die Worte für einen Sturm der Gefühle bei Vincent auslösten. Er konnte seine Gefühle sehr gut nach vollziehen da er vor nicht allzu langer Zeit etwas Ähnliches erlebt hatte. Auch sein Vater würde nicht zurück kehren…
    Vincent kämpfte gegen die Bilder, die in ihm aufstiegen. Er sah den Blut überströmten Körper seines Vaters, irgendwo in der Erde verscharrt. Der Gedanke war einfach zu grauenhaft. Für einen Moment verspürte er wieder das Verlangen, vor der Wahrheit davon zu laufen. Diese Realität hinter sich zu lassen, aber eine Frage drängte sich auf seine Lippen, ehe er sie zurück halten konnte. „Und meine...Mutter?“ Noch immer viel es ihm schwer, die Frau im Wald als seine Mutter zu bezeichnen. Er hatte schon eine Mutter, die immer für ihn da gewesen war. . Er hatte schon eine Mutter, die immer für ihn da gewesen war.
    Diese Frau im Wald war eine Fremde! „Marion lebt!“ Trotz seiner zwiespältigen Gefühle war es Vincent, als würde eine Last von seinen Schultern genommen.


    2. Kapitel Ende

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  • Drittes Kapitel

    An der Küste Englands…


    Er fühlte die Gischt im Gesicht. Er hörte das Brechen der Wellen am Bug des Bootes. Das Schwanken der Planken unter seinen Füßen.
    Seine Sinne waren durch die Augenbinde, aufs Äußerste gespannt. Er fühlte die Nässe auf der Haut. Längst waren seine Arme und Beine taub vor Kälte.
    Er fuhr sich mit der Zunge, über die salzigen Lippen.
    Man hatte ihn im vorderen Teil des Boots, am Bug, festgebunden so war er den Elementen ausgesetzt.
    Doch trotz allem, fühlte sich Robin lebendiger, als in den vielen Jahren zuvor.


    Er hörte die Ruder im Wasser, das keuchende Atmen der Männer, die gegen die starke Brandung ankämpften.
    England! Dieser Gedanke peitschte durch seinen Sinn. Robin atmete tief ein. So viele Jahre hatte er auf diesen Augenblick gewartet.
    Es hatte in den zurückliegenden Jahren Tage gegeben, wo er die Hoffnung bereits aufgegeben hatte, jemals wieder englischen Boden zu betreten. Doch nun würde es nicht mehr lange dauern. Eine Bugwelle schwappte ins Boot und durchnässte seine Beinlinge. Man hatte ihn im Bug auf die Knie gezwungen, seine Handgelenke zu beiden Seiten an die Rehling gefesselt. So musste er auf den Planken kniend ausharren.
    Jetzt hörte er Rufe aus der Ferne. Sie hatten das Festland erreicht. Und damit, das wusste Robin, würde auch dieses kleine Stück Freiheit, für ihn enden. Man würde ihn wieder in Ketten legen. Wenn er an die Dunkelheit und die Einsamkeit dachte, die seine ewigen Begleiter waren, musste er gegen die Resignation ankämpfen, die ihn zu überwältigen drohte. Demütigung und Schmerz, all das hatte er gelernt zu ertragen. Nur deswegen lebte er noch. Die Einsamkeit und die Dunkelheit dagegen, bargen ihren eigenen Schrecken. Manchmal glaubte er durch sie den Verstand zu verlieren. In der Dunkelheit verlor die Zeit an Bedeutung. Es gab dann nichts mehr, was ihn im Diesseits hielt. Dann glitt sein Geist in die Vergangenheit und er war wieder im Sherwood… An anderen Tagen, war er aufgewacht, ohne zu wissen wer er war. In geistiger Umnachtung ohne seinen Namen zu kennen, waren die Tage verstrichen. Bis sie ihn holten und wieder daran erinnerten, wer er war. Schmerz war leichter zu ertragen, als diese nagende Ungewissheit um seine Identität.
    Es war nicht mehr viel übrig, von dem Mann, den man einst Robin Hood, nannte.
    Und doch hatte er einen Sieg errungen.
    Einen Sieg, über König Johann. Ein kleiner Triumph, der ihn noch dazu, am Leben hielt.
    Robin machte sich nichts vor. Irgendwann würde König Johann die Geduld mit ihm verlieren und dann, würde sein Leben enden. Aber das Geheimnis um die Steine, würde Robin mit ins Grab nehmen. Das war seine Rache, die ihm niemand nehmen konnte.
    Rache für Marion und all die Anderen und auch für seinen Sohn…


    Ein Ruck ging durch das Boot. Man zog den Bug an Land. Hände lösten die Stricke und zerrten ihn auf die tauben Füße. Er brauchte zwei Anläufe ehe er es auf die Beine schaffte. Schwankend blieb er stehen. An den Stricken wurde er nach vorne gezerrt. Der Schmerz in seinen kaum verheilten Handgelenken nahm ihm den Atem. Robin unterdrückte den Schmerz, so wie er es, die letzten Jahre gelernt hatte. Wenn er Schwäche oder einen Anflug von Schmerz zeigte, würden die Männer weitermachen, bis er wimmernd am Boden lag. Auch das, war eine der Lektionen, die er in der Vergangenheit gelernt hatte. Robin lenkte alle Kraft darauf, eine ungerührte Miene zu zeigen.
    „Na los!“ Jemand stieß ihn in den Rücken. Der feuchte Sand drang in seine durchlöcherten Stiefel. England!

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  • Es ist soweit gut geschrieben, Sabrina, doch die Posts sind ziemlich kurz und schwanken von Szene zu Szene.
    Dadurch wirkt es, wenn man es im Block liest, etwas abgehackt (Simon - Vergangenheit - Simon - Robin)

    Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
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  • Danke für deine Bewertung! Ich kann dich beruhigen, melli. Das dritte Kapitel enthält nur einen Zeitsprung der aber für die Geschichte nötig ist. Ansonsten findet auch kein Handlungsspielort wechsel statt. Wenn ich auch manchmal beim schreiben es meinem Charakter wünschte... :blind: PS: Simon kommt in dieser Geschichte defenitiv nicht for. Aller höchstens Vincent!! :thumbsup:

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  • „Ihr habt euch Zeit gelassen, Bertrand! Wir dachten schon euer Kahn wäre abgesoffen, samt der Ratten verseuchten Fracht.“
    Die Stimme erklang von Vorne. Robin drehte den Kopf in die Richtung. Über sich hörte er das Schreien der Möwen.
    „Da habt ihr Euch zu früh gefreut!“ Antwortete eine Stimme hinter ihm. „Wie abgesprochen bring ich Euch die Ware.“
    Robin konnte den Blick auf sich gerichtete fühlen. Er hörte wie jemand von einem Pferd absaß, dass Zaumzeug klirrte dann kam jemand näher. „Ihr hattet genaue Anweisungen, wie der Gefangene zu transportieren ist!“
    Donnerte die Stimme direkt vor ihm. „Wo sind seine Ketten? Und was soll die Augenbinde, Bertrand?“
    Wieder hörte Robin näher kommende Schritte. Ihn traf ein Tritt von hinten in die Kniekehlen. Seine Beine knickten ein und er sackte nach vorn auf die Knie. Seine Fesseln wurden gegen Eisenschellen ersetzt.
    Jemand zerrte ihm von hinten die Augenbinde vom Gesicht. Geblendet blinzelte Robin ins grelle Licht. Seine Augen waren die Helligkeit nicht gewöhnt. Trotzdem versuchte er zu erkennen, wo er sich befand. „Und der Knebel?“ Die befehlsgewohnte Stimme von vorne wurde immer ungehaltener. Robins Blick wanderte über den langgezogenen Strand einer halbrunden Bucht.
    Seitlich konnte er die steilen Klippen erkennen und über ihnen thronte eine mächtige Festung. Sie bildete mit den steil abfallenden Klippen zur Küste hin eine Einheit. Eine Hand krallte sich in sein Haar und riss seinen Kopf in den Nacken. „Ja, schau nur genau hin. Das wird dein neues Zuhause sein! Für die nächsten Jahre!“ Mit brutaler Gewalt zwang man Robin den zusammengeknüllten Stoffstreife in den Mund, ein Strick verhinderte das er ihn wieder ausspuckte. Man stülpte ihm einen Sack über den Kopf. Eine geknotete Schlinge schloss sich um seinen Hals. „Zufrieden, Monsieur?“ Ein spöttischer Klang schwang in der Stimme mit französischem Akzent mit. „Schon besser. Gehen wir!“ Jemand ruckte am Seil und die Schlinge zog sich zu. Robin kam keuchend auf die Beine.


    Der Weg zur Festung wurde zur Tortur für ihn. Seine Beine drohten immer wieder nachzugeben. Während der Überfahrt hatte man ihm Essen und Trinken verweigert. und die unnatürliche Haltung, in der sie ihn an den Bug gebunden hatten zeigte jetzt Wirkung. Seine Knie waren wundgescheuert und sein ganzer Körper protestierte gegen die Anstrengung. Dazu kam die Atemnot. Wenn er nicht schnell genug ging, ruckte sein Bewacher an dem Seil und die Schlinge zog sich weiter zu. Die Schmerzen in seinem Handgelenk waren von neuem aufgeflammt. Er biss auf den Knebel und kämpfte sich Schritt für Schritt vorwärts. Robin war in Schweiß gebadet und am Ende seiner Kräfte, als der Zug schließlich anhielt.
    Von überall her hörte Robin gedämpfte Stimmen und Geräusche. „Schaft den Gefangen hinunter! Ich werde mich später mit ihm beschäftigen!“ „Was ist mit meiner Bezahlung, Hauptmann?“ Ein Ruck am Seil zeigte Robin in welche Richtung er zu gehen hatte. „Du wirst deine Bezahlung schon noch bekommen, Bertrand!“ „Fragt sich nur wann?“ „Seid vorsichtig, Kapitän. Hier an der Küste sind schon viele Schiffe gesunken.“ Beide Stimmen verklangen hinter ihm, während er taumelnd den Soldaten folgte.
    Er hörte das Echo seiner eigenen Schritte auf den Stufen, die in die nach unten führten. Seine ganze Konzentration war darauf gerichtet, blind den Weg in die Tiefe zu finden. Die Abstände der Stufen waren unterschiedlich groß, die Stufen waren uneben und mehr als einmal drohte er wegzurutschen. Ein Gewirr aus Gängen und weitere Stufen folgten. Irgendwann ertönte eine Stimme von vorne. „Hier ist es!“ Ein Riegel wurde zurückgezogen und er bekam einen Stoss in den Rücken. Robin taumelte nach vorne. Stroh raschelte unter seinen Stiefeln. Jemand packte ihn an den Oberarmen. Die Handeisen wurden gelöst, nur um sie ein weiteres Mal zu ersetzten. Seine Arme wurden gegen die feuchte Felswand gepresst. Eisenschellen schloss sich um seine Handgelenke. Er hörte die sich entfernenden Schritte, wie die Zellentür sich schloss und der Riegel vorgeschoben wurde. Ein weiteres Mal war er ein Gefangener…

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  • Die Stille und die Dunkelheit waren zurückgekehrt, wie ein alt vertrauter Feind. Robin kämpfte darum, im Diesseits zu bleiben. Er wusste, irgendwann würde er diesen Kampf verlieren, so wie jedes Mal. Der Körper forderte sein Recht. Langsam versiegten seine letzten Kraftreserven. Durch sein eigenes Gewicht nach unten gezogen, erhöhte sich der Schmerz in seinen Armen. Seine Beine zitterten und gaben schließlich endgültig nach. Robin konnte das Aufstöhnen nicht unterdrücken, doch der Knebel und der Sack über seinem Kopf, schluckten die Geräusche. Trotz des Schmerzes rief er sich den Anblick der Bucht in Erinnerung. Die Bucht und diese riesige graue Festung über den Klippen. Robin war sich sicher, er hatte sie noch nie gesehen. Wo hatten sie ihn hingebracht?
    „Schau genau hin. Das wird dein neues Zuhause sein, für die nächsten Jahre!“ Hörte Robin noch einmal die gezischten Worte. Und Resignation überflutete ihn wie eine Welle und spülte seinen letzten Widerstand hinweg. Es hatte keinen Zweck. Widerstandslos überließ er sich dem Strudel des Vergessens...


    Er war wieder im Sherwood. Er lag ausgestreckt auf einer Wiese. Arme und Beine von sich gestreckt genoss er die warmen Sonnenstrahlen des frühen Nachmittags. Das Gras war warm und er fühlte die Sonne auf seiner Haut. Etwas kitzelte ihn am Ohr. Er öffnete die Augen, drehte den Kopf. Marion lag neben ihm, einen langen Grashalm in der Hand mit dem sie ihn gerade gekitzelt hatte.. Ihre Blicke begegneten sich und Robin versank in ihren wunderschönen Augen.
    Seine Hand strich durch ihre wilden roten Locken. Ein Gefühl der Wärme und des inneren Ruhe durchströmte ihn dabei. „Marion.“ Etwas berührte ihn am Bein. Ohne hin zu schauen, wusste Robin, wer es war. Dieses Gefühl in seiner Magengrube war nicht zu beschreiben, als er den Kopf drehte und nach unten schaute. Das pausbackige Gesicht seines Sohnes löste ein Vielzahl an Emotionen bei ihm aus.
    Seine Hände ergriffen das Baby unter den Achseln. Er hob seinen Sohn in die Höhe und ließ ihn durch die Luft segeln. Das Baby krähte fröhlich. Dabei sah Robin die zwei kleinen Zähnchen die weiß hervor blitzten. Er legte sich zurück ins Gras und setzte seinen Sohn auf seine Brust. Seine angezogenen Knie bildeten eine natürliche Rückenlehne ihn. Eine dunkle Wolke schob sich über das so friedliche Bild und Robin wusste aus anderen Träumen was das bedeutete.
    Er versuchte das friedliche Bild festzuhalten, doch es entglitt ihm immer mehr. Alles bemühen war vergeblich. Andere Erinnerungen drängten sich ihm auf ohne das er es verhindern konnte. Er sah die Soldaten, die das Lager im Sherwood umstellt hatten. Marion, die mit schreckgeweiteten Augen seinen Sohn an sich presste. Er hörte noch einmal seine eigenen Worte die er ihr zurief. „Lauf! Marion, lauf!“ Und dann fühlte er den Schlag, der ihn zu Boden warf. Benommen hörte er die Worte, die sein weiteres Schicksal besiegelten. „Schaft ihn weg!“ „My Lord, was ist mit den anderen? Sie fliehen!“ „Schaft Hood nach Nottingham! Ich kümmere mich um das Weib und sein Balg.
    Den Rest der Bande werde ich mir später holen. Sie sind nicht wichtig, lasst sie laufen!“ Ein weiterer Schlag gegen seine Schläfe ließ die Stimmen endgültig verstummen.

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  • Robin schreckte hoch, als der Riegel zurück gezogen wurde. Seine Arme waren gefühllos und taub. Erst als er versuchte, sich wieder auf zu richten, zuckte der Schmerz durch seine Schultermuskulatur. Sein Mund war Staubtrocken. Schritte kamen raschelnd näher. Die Schlinge wurde gelockert und über seinen Kopf gezogen ebenso wie der Sack. Robin blinzelte in die ungewohnte Helligkeit. Jemand stand mit einer Fackel direkt vor ihm. Er konnte nichts erkennen, nur schemenhafte Umrisse. Ein heißeres Lachen erklang.
    „Ja, das ist er! Gebt dem Kapitän seine Bezahlung! Sorgt dafür, dass er für immer schweigt.“ Diese Stimme.. Diese Stimme kannte Robin. Der Erkenntnis folgte glühender Hass und entfesselte ungeahnte Kräfte in ihm. Er bäumte sich in den Eisen auf. „Ah wie ich sehe, steckt noch Leben in dir, Hood. Wie erfreulich nach all den Jahren! So wird mir meine Aufgabe, mehr Vergnügen bereiten, als gedacht.“ Die Hand des Sheriffs of Nottingham, Robert de Lacey, krallte sich in sein Haar und riss Robins Kopf in den Nacken zurück. Robert de Lacey zischte ihm mit hasserfüllter Stimme ins Ohr. “Ich werde euch in allen Einzelheiten erzählen, was ich mit eurem Balg getan habe, Hood. Wie es dabei geschrien hat. Und eure Metze. Ah sie hat es genossen wie ich sie bestiegen habe. Hood sie hat sich unter mir gewunden. So sehr hat es ihr gefallen.“ Die Worte drangen in Robins Geist, als wären es Schwertklingen.
    Sein innerstes bäumte sich auf. De Lacey ließ seinen Kopf los und trat einen Schritt von ihm zurück. Mit einem kalten Glitzern in den blauen Augen, betrachtete er ihn. Wie ein Jäger, dass erlegte Wild betrachten würde. Auf ein Nicken von de Lacey, traten zwei Wachen in die Zelle. Sie stülpten Robin den Sack wieder über und zogen die Schlinge fest. Dann lösten sie die Eisen.
    Robin sackte in sich zusammen. Hände packten ihn unter den Achseln und zerrten ihn hinter sich her. Robin wusste bereits was ihm bevorstand. Demütigung und Schmerz! Aber egal was sie auch mit ihm vor hatten, er würde Schweigen. Das war er Richard einfach schuldig. Er hatte es ihm geschworen, vor all den Jahren und diesen Schwur würde er halten. Das Geheimnis um die Steine des Königs, würde er mit in den Tod nehmen. Es war seine Rache, für all die Jahre… Für all die erduldeten Schmerzen und für all diejenigen, die ihr Leben für die Gerechtigkeit geopfert hatten!


    Ihr Weg endete, in einer weiteren Kammer. Robin hörte wie jemand eine Türe aufzog ehe man ihn hinein zehrte. „Da hinüber!“ Die Schlinge und der Sack, wurden von seinem Kopf gestreift. Sein Blick fiel direkt auf die Folterinstrumente, die aufgereiht auf dem langgezogenen Tisch lagen. Robins Kehle wurde eng. Er hatte Mühe ruhig weiter zu atmen.
    Verschiedene Klingen, Haken Zangen und Brandeisen lagen auf dem Tisch aufgereiht. Es war ein Arsenal des Grauens! Der Anblick trieb Robin den Schweiß auf die Stirn. Doch wie immer, bleib sein Gesicht ausdruckslos. Robin schaute sich um. Ketten waren in die Wand eingelassen. In der Esse am anderen Ende des Raums lagen bereits glühende Eisen im Feuer. Ein Steckbrett lehnte an der Wand. Darüber verlief der Seilzug für Hände und Füße.
    Jetzt zerrten die Männer Robin rückwärts auf die Bank. Robin versuchte seine aufsteigende Panik nieder zu ringen aber es gelang ihm nicht. Als sie seine Handgelenke in die vorgesehenen Mulden pressten, war es mit seiner Beherrschung vorbei.
    Er überließ sich ganz seinen Überlebensinstinkten. Die Angst vor Schmerz, war ein so elementarer Bestandteil seines Daseins geworden, dass sein denken dabei aussetzte. Die Männer rangen ihn nieder und Robin fühlte nur am Rande, wie die Riemen um seine Hand und Fußfesseln festgezurrt wurden. Ein eiserner Ring schloss sich um seinen Hals und beraubte ihn damit der letzten Möglichkeit den Kopf zu drehen. De Lacey trat in sein eingeschränktes Blickfeld. Robin sah das aufblitzen der Klinge in seiner Hand. Betont langsam senkte de Lacey die Klinge und zerschnitt den Strick der seinen Knebel hielt. „Ich will deine Schreie hören, Hood!“

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  • Ab einem bestimmten Punkt, zog sich Robin in sich selbst zurück. Dieser Punkt an Schmerz, war schon längst überschritten. An diesem Rückzugsort tief in seinem Innern, abgeschottet von der Außenwelt, empfand er keinen Schmerz. Nur so war es ihm gelungen, die Folter all die Jahre zu überstehen, ohne daran zu zerbrechen.
    Noch immer konnte er die Hände fühlen, die ihn auf die Bank pressten, die Berührungen, den Druck, wenn sie das Brenneisen auf seine Haut drückten. Doch es kam Robin so vor, als würde es nicht ihm geschehen, sondern jemand anderem. Er betrachtete das ganze Geschehen von außen mit einer gewissen Distanz und Abgeklärtheit. Die Stimme de Laceys klang gedämpft, wie aus weiter Ferne.
    Er stellte immer wieder dieselben Fragen. „Wo sind die Steine, Hood? Ich verliere die Geduld! Sagt es mir!“ Doch Robin antwortete nicht auf die Fragen. Er blendete seine Stimme aus, als wäre er stumm zur Welt gekommen. Auch das hatte er im Laufe der Jahre gelernt. Das Geheimnis garantierte sein Überleben. Solange er das Versteck nicht preisgab, würde man ihn am Leben lassen. „Was ist mit Ihm? Warum schreit er nicht mehr?“ De Laceys Stimme klang schrill. „Ich weiß es nicht My Lord.“ „Nehmt ein anderes Eisen.“
    Die Stimmen und Geräusche traten in den Hintergrund, wurden immer leiser bis sie endgültig verstummten.


    Für Robin waren nur Augenblicke vergangen, als er langsam aus der Bewusstlosigkeit zu sich kam. Noch zögerte sein Verstand aus diesem Zustand aufzutauchen und sich der Realität zu stellen.
    Das war immer der schlimmste Moment von allen. Sich von diesem Ort ohne Schmerz und Empfindungen zu lösen. Am liebsten wäre er für immer an diesem Ort geblieben. Er wusste, es war nur ein winzig kleiner Schritt. Er musste nur aufgeben, dann würde er ganz sanft hinüber gleiten, an einen Ort ohne Schmerz und Wiederkehr.
    Doch wie jedes Mal, hielt ihn etwas von diesem Schritt ab. Ein Gefühl was nicht in Worte zu fassen war. Ein Bestandteil seiner Persönlichkeit, ein Stück von sich selbst, das er damit aufgeben würde.
    Eine Woge an Schmerz überrollte ihn. Den Aufschrei mühsam unterdrückend kämpfte er sich an die Oberfläche seines Geistes, getrieben von purem Überlebensinstinkt.
    Er hörte die Stimmen undeutlich und verzerrt. Jemand war ganz in seiner Nähe. Robin fühlte Hände, die seinen Arm und die Schulter fest umklammert hielten. „Jetzt!“ Der Schmerz explodierte in seinem Schultergelenk, dass sie wieder einrenkten. Er hörte seinen eigenen heißeren Schrei, ehe alles wieder in Dunkelheit versank.

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    Einmal editiert, zuletzt von Sabrina ()

  • Seid herzlich Willkommen in meiner Welt des Robin Hood. Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen und in den letzten Jahren sind einige Texte und Geschichten entstanden, die ihr hier lesen könnt. Über Feedback und Anmerkungen würde ich mich sehr freuen. Also viel Spass

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  • Also, jaaa.. jetzt hab ich erstmal Mühe, mich aus dem finsteren Kerker und der Folterkammer irgendeiner Burg irgendwo am englischen Ufer herauszukämpfen hier in die deutsche freundlich sonnige Oktobernachmittags-Wirklichkeit.
    Was für ein abruptes Auftauchen. Ich war voll gefangen. So wie Robin. Nein natürlich nicht so. Zum Glück. Aber ich war an seiner Seite. So authentisch schreibst du. Man erlebt alles mit den Charakteren. Mit Vincent, mit Robins Getreuen, mit Sharon, mit John und Mathew.
    Toll. Jetzt hab ich schon wieder eine Geschichte von dir, bei der ich ungeduldig auf Fortsetzung lauere. Aber ich hatte ja schon mal Erfolg mit meiner Piekserei, deshalb mach ich es einfach wieder so: :stick: Schreib schnell weiter, @Sabrina!!

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


    ___________________

  • Mein lieber Tariq. Da kann ich dich wirklich beruhigen. ^^:D
    Diese Geschichte ist bereits fertig. Und wenn du mir hilfst sie einigermaßen fehlerfrei hier zu posten dann geht es auch schneller und deine Neugier wird schnell befriedigt. :thumbsup:
    Warne dich aber im voraus. Dieses Buch ist der erste Teil von einer fertigen Trilogie!


    Lesefutter ohne Ende :D

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  • Der dickliche Mönch folgte der Wache mit einigen Schritten Abstand. Er überquerte den Burghof und folgte ihnen durch den Durchlass in der Mauer. Hier führten steile Stufen in die Tiefe. Von unten hörte der Mönch leises Stöhnen. Es stammte von den armen Seelen, die hier eingesperrt waren. Zwangsläufig fühlte sich er sich an die Kerker von Nottingham erinnert. Diese Erinnerungen waren so real, dass sich eine Gänsehaut auf Tucks Armen bildete. Er unterdrückte mit Mühe ein Schaudern und ließ sich sein Unbehagen vor den Wachen nicht anmerken.
    Die Stufen endeten in einem fackelerhellten Gang. Das Wehklagen und Stöhnen wurde lauter. Er konnte nicht anders und bekreuzigte sich. Dieser Ort war die Hölle, gerade deswegen war er hier. Hier an diesem Ort konnte er denen Trost spenden, die ihn am dringendsten brauchten.
    Vor einer eisenbeschlagenen Tür blieb die Wache stehen.
    „Fast Euch kurz!“ Der Mann schob den eisernen Riegel zur Seite und hielt Tuck die Türe auf.



    In der kleinen Zelle war es finster. Der Fackelschein, der durch die geöffnete Türe ins Innere der Zelle fiel, reichte kaum, um die zusammen gekrümmt daliegende Gestalt auf dem Strohlager zu erkennen. Bei dem Anblick des Gefolterten bekreuzigte Tuck sich erneut. Er trat näher und sah den Jutesack, den man dem Gefangenen über den Kopf gestülpt hatte. Die geknotete Schlinge um seinen Hals war mit den Hand- und Fußfesseln verbunden. So war der Mann gezwungen, in dieser unnatürlichen Haltung am Boden zu liegen.
    „So kann ich nicht nach seinen Wunden sehen. Wäre es nicht möglich, die Fesseln zu lösen? Nur so lange, bis ich die Wunden versorgt habe?“ Tuck sah das Zögern des Angesprochenen.
    In dem Gesicht des jungen Soldaten zuckte es, dann nickte er.
    „Der Herr wird es Euch danken, mein Sohn.“
    Der Soldat löste den Strick, der die Hände und Fußfesseln miteinander verband. Kein Laut war von dem Gefangenen zu hören.
    Es erklangen Schritte vor der Zellentür. Eine andere Wache erschien.
    „Haben die anderen Gefangenen Wasser bekommen?“
    Der junge Soldat richtete sich hastig auf. „Nein Hauptmann! Der Sheriff ...“
    Mit einer unwirschen Bewegung schnitt der Hauptmann der Wache das Wort ab. „Sorgt dafür! Sonst krepiert uns noch einer von diesen Bastarden! Und vergesst nicht unseren speziellen Gast. Wäre doch schade, wenn er verreckt, bevor der König hier eintrifft!“
    „Ja, Sir!“
    Der Hauptmann entfernte sich mit schnellen Schritten.
    Tuck, der mitgehört hatte, wirbelten die Gedanken durch den Kopf. Spezieller Gast … der König, der seinetwegen hierherkommen würde? König John?
    Er kam wegen eines Gefangenen hierher? Ihm war nicht entgangen, dass der Hauptmann in Richtung des Gefangenen genickt hatte. Er war damit gemeint? Welche Bedeutung konnte ein Gefangener für König John haben?
    Mit neu erwachtem Interesse musterte er den Gefesselten. Jetzt, da dessen Arme und Beine nicht mehr in diese unnatürliche Haltung gezwungen waren, konnte er sehen, dass er größer als andere Männer war. Sein Körper war ausgemergelt und gezeichnet von mehrmaliger Folter. Tuck sah frische und alte Wunden auf dem entblößten Oberkörper. Brandwunden, Striemen und Schnitte, die ihre eigene Geschichte erzählten. All das nahm Tuck in sich auf.
    „Mönch, ich werde Euch jetzt mit dem Gefangenen alleine lassen.“
    „Tu das, mein Sohn. Ich komme zurecht.“
    Der Riegel wurde vorgeschoben, dann kniete er sich neben den Gefangenen nieder.
    „Mein Sohn? Ich bin gekommen, um dir Trost zu spenden.“
    Das Stroh raschelte, als sich der Mann unruhig bewegte.
    „Der Herr ist mit dir in diesen finsteren Tagen.“
    Ein halb erstickter Laut war zu hören. Man hatte den Gefangenen geknebelt, schoss es Tuck durch den Sinn. Er blickte über die Schulter zur Tür. Wenn ihm genug Zeit bliebe ... Entschlossen löste er die Schlinge und zog den Sack höher. Tuck griff nach dem Leinenstreifen, mit dem der Mann geknebelt war und zog ihn nach unten.
    Der Gefangene spuckte den Knebel aus, den sie ihm zusätzlich in den Mund gestopft hatten. Er keuchte und rang nach Luft. „Danke … Ich danke Euch …“, murmelte die heisere Stimme des Mannes.
    Tuck empfand es, als hätte ihm jemand einen Eimer eiskalten Wassers über den Kopf geschüttet. Es überlief ihn. In eben diesem Moment wurde der Riegel zurückgeschoben und die Zellentür aufgerissen.

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