Robin of the Hood

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    • Die nächste Generation

      Die nächste Generation

      Diese Geschichte ist wie viele meiner Storys in England um die Zeiten von Richard Löwenherz angesiedelt. Viele der Orte die ich darin beschreibe, existieren wirklich. Ich hab für diese Story viel geschichtliches nachgeprüft und andere Ereignisse so verändert, dass sie in diese Geschichte passen. Einige Charaktere werden bekannt vorkommen, andere sind frei erfunden. Vincent ist einer meiner absoluten Lieblingsfiguren. Ich hoffe er wächst euch im Laufe der Geschichte genauso ans Herz wie mir.
      Also viel Spass beim lesen! :D

      PS: Hab mich dafür entschieden es hier hinein zu stellen da es eher eine Abenteuer Geschichte ist mit geschichtlichem Hintergrund als das es etwas mit fremden Welten, Orks oder Elben zu tun hat. ;)
      Mehr von mir gibt es an diesen Stellen im Form. Gefangen im High Fantasy. . Im Dark Fantasy Schatten der Nacht oder Gefallen Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass :D
    • Auf dem Dorfplatz drängten sich die Menschen. Jeder von ihnen wollte den besten Platz ergattern, um nichts von dem Geschehen zu verpassen. Ihr Alltag war hart und von Eintönigkeit geprägt. Da kam dieses Spektakel gerade Recht. Der junge Mann, der an den Holzbalken gefesselt war, schwankte leicht. Er schien am Ende seiner Kräfte. Die blutigen Striemen verliefen quer über seinen entblößten Rücken. Der Soldat holte gerade mit der Hand zum nächsten Schlag aus. Spannung lag in der Luft. Die Menge hielt den Atem an und es war einen Moment lang so still, das man das zischende Geräusch der Weidenrute hören konnte.
      Leise schluchzte eine Frau in der Menge hinter ihm. Von anderer Stelle hörte er eine männliche Stimme die mit zählte. Wieder eine andere Stimme weiter hinten feuerte die Soldaten an. Es kostete Vincent alle Beherrschung an Ort und Stelle stehen zu bleiben. Seine Fingerknöchel traten weiß hervor, so fest umklammerte er den Stab in seiner Hand. Am liebsten hätte er sich, auf den Nächstbesten gestürzt. Das Podest erstürmt, dem Soldaten die Rute entrissen und John anschließend befreit.

      Wieder zischte die Rute auf Johns Rücken hinunter und hinterließ einen weiteren blutigen Striemen. Ein schmerzerfülltes Stöhnen war alles, was über Johns Lippen dabei kam. Sein Gesicht war grau und schmerzverzerrt. Er hatte die Augen fest zusammen gepresst und seine Schultern zitterten vor Anstrengung.
      Schweißperlen glänzten auf seiner Haut. Der Anblick und das Stöhnen des Freundes ging Vincent durch Mark und Bein.
      Er lief den wütenden Blick über die Gesichter um sich schweifen. Sie alle sahen tatenlos zu wie man John für etwas bestraffte, wozu diese Menschen einfach nicht den Mut hatten. Standhaftigkeit, Mut und Stolz! Er hatte gewagt dem Hauptmann die Stirn zu bieten und nicht den Blick gesenkt, obwohl er sich der Folgen, seines Handelns bewusst gewesen war.
      Schwächlinge! Bauern ohne Rückgrat! Warum wehrt ihr Euch nicht gegen diese Ungerechtigkeiten? Seht ihr den nicht, was hier geschieht? John hat sich für Euch eingesetzt und ihr steht hier und gafft? Dachte er wütend und hilflos zugleich.
      Wieder hörte er das Zischen der Rute und presste die Lippen zusammen um Herr seiner Gefühle zu werden. Die Worte seiner Mutter kamen ihm wieder in den Sinn.
      „Du kannst ihm nicht helfen, Vincent! Mit deiner Unbedachtheit bringst du uns alle in Gefahr! Oder meinst du etwa, es wird John helfen, wenn du als nächstes am Pranger stehst?

      Er wird das Doppelte an Schlägen bekommen, wenn du versuchst ihm zu helfen.
      Ich bitte dich, Vincent! Tue das Richtige und geh nicht hin! Tue dir das nicht an!“

      „Das kann ich nicht! Er ist mein Freund, Mutter!
      Vielleicht kannst du wegschauen. Ich kann es nicht!“

      Mit diesen Worten hatte er sich von ihr weggedreht und war zum Dorfplatz gerannt.

      Das Aufstöhnen der Menge, ließ ihn scharf einatmen. John war am Pranger zusammen gesackt. Lediglich die Stricke mit denen er an den Eisenring gefesselt war, hielten ihn jetzt noch aufrecht.
      „Genug!“ Befahl die Stimme des Hauptmanns. Er saß auf einem Falben, ein wirklich schönes Pferd das jetzt unruhig tänzelte. Vincent sah das zufriedenes Grinsen, dass die Mundwinkel des Hauptmanns umspielte.
      „Das wird diesem Angelsachsen eine Lehre sein!“ Vincent sah ihm mit brennenden Augen hinterher. Die Menschen auf dem Platz bildeten eine Gasse, für den Hauptmann und seine Leute. Die Menschenmenge löste sich nach und nach auf. Hier gab es nichts mehr zu sehen. Vincent hatte die Hände zu Fäusten geballt, während er auf das Holzpodest zuging, wo John am Pranger zusammen gebrochen war.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Sabrina ()

    • In bewährter Qualität ! Auch das scheint eine interessante Geschichte zu werden, und ich werde sie verfolgen. Vergiß aber nicht darüber, bei Robin weiterzuschreiben! :D
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Nur wenig Licht viel auf das Strohlager. Mit Hilfe seines Freundes Mathew war es Vincent gelungen den Freund auf die Lagerstatt zu betten.
      Deutlich zeichneten sich die blutigen Striemen auf seiner blassen Haut ab. Er bewegte sich unruhig und stöhnte.
      „Bleib ruhig. Mathew ist zu Sharon unterwegs. Er wird bald mit Ihr hier sein.“
      John versuchte sich von dem Lager hoch zu stemmen, doch seine Arme gaben unter ihm nach. „Verdammt...“ Seine Stimme war nicht mehr, als ein heißeres Flüstern. Vincent sah besorgt auf seinen Freund, gleichzeitig regte sich die Wut von neuem in ihm. Die Willkür der Soldaten, die er jeden Tag von neuem miterlebte, führte ihm seine eigene Hilflosigkeit mit all ihrer Grausamkeit, vor Augen. Was konnten sie schon ausrichten, gegen so eine Übermacht? Das Ergebnis seines vergeblichen Bemühens lag gerade auf diesem Strohlager und litt durch seine Schuld.

      „John es tut mir leid. Verdammt, hätte ich euch doch schneller warnen können.“ „Mach dir keine Vorwürfe. Es ist nicht deine Schuld…“ Wieder versuchte John sich auf zu stützen, doch abermals scheiterte er an dem Versuch. Mit einem Aufstöhnen sank er zurück. „Es war ein guter Plan, Vincent. Wir konnten nicht wissen, dass dort Wachen postiert sind.“
      „Aber es wäre meine Aufgabe gewesen, es vorher auszukundschaften. Stattdessen sind wir ihnen direkt in die Arme gelaufen. Mein Gott, wenn Sie gewusst hätten, was wir vor hatten...“ Er ließ sich an Johns Seite nieder und barg das Gesicht in den Händen.
      Noch einmal sah er alles vor sich...
      Durch einen Zufall, hatte Mathew bei einem Botengang für seinen Onkel erfahren, wo der Hauptmann das beschlagnahmte Vieh aus den umliegenden Dörfern, untergestellt hatte. In den Stallungen der Festung! Seit Wochen trieb der Hauptmann mit seinen Männern die Steuern ein. Bei den Bauern wo nichts zu holen war, beschlagnahmte er kurzerhand das Vieh. Auf ihr Bitten und Betteln, dass sie so nicht durch den Winter kamen, nahmen die Soldaten keine Rücksicht. Auch das der Wert des Viehs bei weitem höher war, als die zu entrichtenden Steuern war ohne Belang. So hatten John, Mathew und er den Plan ersonnen, dem Hauptmann das Vieh wieder abzujagen. Sie wollten es, zu einem späteren Zeitpunkt den Besitzern wieder zurück geben.
      Vincent kannte die kleine Pforte in der Festungsmauer. Sie lag versteckt, halb zugewachsen hinter Efeu und wild wuchernden Heckenrosen. Er hatte als Kind oft dort gespielt. Es war sein Vorschlag gewesen durch die Pforte in die Festung zu gelangen. Nicht weit dahinter lagen die Stallungen. Seine Aufgabe dabei war es gewesen, die anderen Rechtzeitig zu warnen, sollten die Soldaten auf sie Aufmerksam werden. Doch dazu war er nicht mehr gekommen. Von allen Seiten waren sie plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht. Hatten sie umzingelt mit gezogenen Schwertern. „Was habt Ihr hier verloren, Angelsachsenpack? Rattenverseuchtes Bauernpack!“
      Vincent und Mathew hatten die Blicke gesenkt nur John hatte ihnen direkt in die Augen geschaut. Das war sein Fehler gewesen.

      „Was kuckst du so, Bursche? Muss ich dir erst beibringen, dass du den Blick zu senken hast, wenn ich mit dir rede?“ John hatte den Blick keinen Moment lang gesenkt und Vincent hatte ihn mehr als je zuvor dafür bewundert. Aber gleichzeitig hatte er so eine Angst um seinen Freund verspürt, wie nie zuvor in seinem Leben.
      Wusste Vincent doch genau was sein Freund damit bezweckte. Er wollte von ihnen ablenken und die Wut des Hauptmanns auf sich alleine ziehen.

      Das Geräusch einer sich öffnenden Tür ließ ihn aufschauen. Mathews Gesicht war grau vor Sorge. Sein rotes kurzes Haar war windzerzaust. „Wie geht es Ihm?“ „Wie soll es mir schon gehen? Als hätte ich die Frau meines Lebens getroffen. Sieht man mir das Glück nicht an?“ Die junge Frau drängte sich an Mathew vorbei.

      „Das sieht dir ähnlich John of Ripley! Mit blutigem Rücken dazuliegen und noch Witze zu machen...“ Obwohl ihre Stimme einen rügenden Unterton angenommen hatte, sah Vincent die Sorge in ihren blauen Augen. Sie stellte den Weidenkorb mit den Kräutern neben dem Lager ab.
      Sharon war eine Schönheit. Mit ihren lachenden Augen und dem hübschen schmalen Gesicht stach sie aus der Schar der anderen Frauen heraus. Ihre Züge waren fein geschnitten und umrahmt von einer goldenen Lockenpracht. Einige Strähnen kringelten sich vorwitzig in ihrer Stirn. Wie immer, wenn er sie sah, fühlte Vincent das Verlangen sie in seine Arme zu ziehen und zu beschützen.
      „Sharon, ich...“
      Sie schaute ihn an mit einem so anklagenden Blick an, dass ihm ganz flau im Magen wurde.
      „Und du? Bist du nun zufrieden mit dir, Vincent ap Tom? Ist es das was du erreichen wolltest?“ Vincent wendete hastig den Blick ab, um ihr nicht zu zeigen wie tief ihn ihre Worte verletzten.
      Wortlos stand er auf.
      „Vincent...?“,fragte Mathew leise. An der Tür blieb Vincent einen Moment reglos stehen.
      „Ich komme später wieder…“ Damit verließ er die Hütte, als wäre der Leibhaftige hinter ihm her.
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    • Vincent fand den Weg zur Hütte seiner Eltern, am Waldrand von Risley, ohne aufzusehen. Sharons hatten ihn mit ihren Worten tief verletzt. Solange er sich zurück erinnern konnte, war es ihm ein Bedürfnis gewesen, sie zu beeindrucken. Doch je mehr er es versuchte, umso mehr behandelte sie ihn wie Luft. Nein, noch schlimmer. In ihren Augen war er der Grund warum John in diesem Zustand war. Und damit hatte sie zweifellos Recht!
      Wütend hieb er mit einem Stock auf den nächst stehendem Baum ein. Er hätte an Johns Stelle die Bestraffung verdient, für seine unglaubliche Dummheit! Was brachte es sich gegen eine Übermacht zu stellen wenn von vornherein feststand, dass sie unterliegen würden? Das was sie ausrichten konnten, war Nichts! Aber sie alle riskierten ihr Leben. Und wofür? Für Bauern ohne Rückgrat, die keinen Mut hatten sich gegen die Ungerechtigkeiten der Normanen zu wehren!

      Er hob den Blick und betrachtete die kleine Hütte, die nahe dem Waldrand stand. Kleine Rauchschwaden stiegen aus der Öffnung im Stroh gedeckten Dach auf. Die Lehmhütte war nicht groß. Auf engsten Raum lebte er, seine drei kleinen Brüder und seine Eltern. Gerade hatte Timothy ihn entdeckt. Sein jüngerer Bruder den alle Tim nannten, rannte auf ihn zu.
      „Vincent warst du dabei? Ich wollte hin aber Mutter hat es mir verboten.“ Vincent strich seinem jüngeren Bruder über die dunklen Locken.
      „Ja Tim, ich war da.“ Die Augen des Jungen wurden groß und angstvoll. „Wie geht es John?“ Für einen Moment spielte Vincent mit dem Gedanken Tim anzulügen, doch er verwarf den Gedanken noch im selben Augenblick. Tim besaß die seltene Gabe, jede Lüge von ihm zu durchschauen. Unverwandt sah ihn sein Buder an. „Es wird ihm bald wieder gut gehen. Sharon ist bei ihm.“ „Sind seine Verletzungen schlimm?“ In den Augen seines Bruders schimmerte es feucht.
      Wieder einmal wurde Vincent auf schmerzliche Weise bewusst, wie erwachsen Timothy mit seinen Sieben Jahren wirkte. Er beugte sich hinunter, bis sie auf einer Augenhöhe waren. „Glaub mir Tim, John wird wieder gesund!“

      „Geh ins Haus! Ich habe mit deinem Bruder zu reden!“ Tim schreckte zusammen, als wäre er bei einer Verbotenen Sache ertappt worden. Mit dem Handrücken wischte er sich über die feuchten Augen. Sein ängstlicher Blick huschte zwischen seinem Vater und Vincent hin und her.
      Erst als Vince ihm beruhigend zunickte wendete er sich zur Hütte.
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    • Vincent sah seinem Bruder hinterher, bis er in der Hütte verschwunden war. Erst dann richtete er sich auf und schaute seinem näherkommenden Vater entgegen. Tom of Risley war ein Hüne, der die meisten Männer des Dorfes um Haupteslänge überragte. Sein weizenblondes Haar zeigte an den Schläfen, die ersten grauen Ansätze. In den wettergegerbten Gesichtszügen spiegelte sich deutlich die Wut. Seine grauen Augen waren zu Schlitzen verengt und auf Vincent gerichtet. Er kannte diesen Gesichtsausdruck bei seinem Vater, innerlich wappnete er sich gegen das, was jetzt kommen würde.
      „Wo warst du?“ Deutlich sah Vincent, dass sein Vater bereits die Antwort kannte. Als er nicht sofort antwortete, wurde die Miene seines Vaters noch wütender. Er stemmte seine Hände in die Seiten und kam näher. Vincent zwang sich nicht zurück zu weichen. Diesem Instinkt hatte er lang genug nach gegeben. Der alt vertraute Wiederwillen gegen diesen Mann regte sich in ihm. Er wusste nur zu gut was jetzt folgen würde.
      Tom ap Yasper war ein guter Mann aber hart zu seinen Söhnen. Mehr als einmal hatte Vincent diese Erfahrung gemacht. Die Bestraffung mit dem Riemen war nur ein Bruchteil von dem, was er in der Vergangenheit erduldet hatte. Schon vor Jahren hatte er es aufgegeben die Liebe und Anerkennung seines Vaters zu erringen. Was auch immer er tat, es erregte das Missfallen dieses Mannes. Manchmal hatte seine Mutter versucht ihm zu erklären, warum sein Vater so war, doch als kleines Kind hatte es Vincent nicht verstanden und jetzt interessierte es ihn nicht mehr.
      „Du warst dort! Obwohl ich es dir verboten habe?“ Vincent nickte leicht mit dem Kopf, ohne seinen Vater auch nur einmal aus den Augen zu lassen. Der Wiederwillen zeigte sich wohl deutlich in seinem Gesicht den Tom of Risley hob die Hand. Vincent sah den Schlag kommen, trotzdem wich er nicht aus. Durch die Wucht landete er auf dem am Boden.
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    • :thumbsup: Bin immer noch dabei!!
      Einmal hab ich leicht gestutzt:

      Sabrina schrieb:

      Vincent war fast eben so groß


      Den Satz würde ich vielleicht einfach weglassen, denn der nächste beginnt mit "Sein weißblondes Haar ...." und das hab ich spontan auf Vincent bezogen und nicht auf seinen Vater. ;)
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Vincent wischte sich mit dem Handrücken über die aufgeplatzte Lippe. „Wage es nicht mir zu trotzen. Geh in den Stall!“ Er schüttelte langsam den Kopf mittlerweile war er nicht mehr bereit die Schläge mit dem Riemen widerspruchslos zu erdulden. er hatte immer geahnt, dass es eines Tages soweit kommen würde, aber nicht so bald. Jetzt gab es kein zurück! Diesmal würde er seinem Vater gegenüber nicht nachgeben.
      „Nein!“ Vincent stand auf und blickte seinen Vater heraus fordernd an. „Du wagst es?“ Unglaube und aufkeimender Entschlossenheit standen in den grauen Augen seines Vaters.„Komm her!“ Doch diesmal war Vincent schneller. Mit einer blitzschnellen Bewegung wich er der zuschlagenden Faust seines Vaters aus. Der Unglaube in den grauen Augen wurde zu Hass.
      Von der Hütte her hörte Vincent einen heißeren Aufschrei und eilige Schritte. Auch ohne hinzusehen wusste Vincent das seine Mutter auf sie zueilte. „Tom, bitte nicht!“ Die Stimme seiner Mutter bebte vor Angst. Zugleich war es ein unausgesprochenes Flehen was in diesen Worten lag. „Anne geh ins Haus!“ Die Worte seines Vaters waren hart ausgesprochen. Wie ein Befehl! Tue es, stand in Vincents Blick den er seiner Mutter schenkte.
      „Vincent…Tom bitte...“
      „Nein Anne! Jetzt werden wir es ein für alle Mal klären. Das ist überfällig!“

      „Aber Tom...er ist doch noch ein Kind…“
      Vincent sah den eiskalten Blick seines Vaters, denn er der Mutter zuwarf und für einen Moment wurde ihm Speiübel. Seine Mutter würde für ihren Ungehorsam bitter bezahlen. Nicht jetzt, aber zu einem späteren Zeitpunkt!

      „Geh ins Haus Frau!“ Deutlich hörte man jetzt die Drohung in der Stimme seines Vaters.
      „Bitte tue es, Mutter.“ Meinte Vincent mit ruhiger Stimme. Bisher hatte er sich aus dem Wortwechsel heraus gehalten um seinen Vater nicht noch mehr in Rage zu bringen. Doch Vincent wusste, dass seine Mutter für jeden weiteren Widerspruch bluten würde. Ihr Blick wanderte zwischen ihm und seinen Vater hin und her, ehe sie den Blick senkte und sich abwendete. Erst als sich ihre Schritte entfernt hatten, wandte sich Tom an Vincent.

      „Du wirst mein Haus verlassen! Noch Heute! Pack deine Sachen. Es war von Anfang an ein Fehler!“ Sein Vater wollte sich abwenden und hielt dann doch in der Bewegung inne. „Was war ein Fehler?“ Vincent verspürte ein komisches flaues Gefühl im Magen. Er konnte dieses Gefühl nicht einordnen. Es war die Gewissheit, dass die Worte, die sein Vater zu sagen hatte sein bisheriges Leben verändern würden. Danach würde nichts mehr so sein wie es vorher war.
      „Alles war ein Fehler, Vincent! Es ist dein Blut… Ich hab alles getan was ich konnte, aber das Blut kann man nicht verleugnen...“ Vincent überlief es bei den Worten Eiskalt. „Ich verstehe nicht...?“

      „Du bist nicht mein Sohn! Und du warst es auch nie!“
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    • Die widersprüchlichsten Gefühle tobten in Vincent während er ungläubig zusah, wie Tom Risley sich umdrehte und ging. So viele Male hatte er sich insgeheim gewünscht, dass dieser Mann nicht sein Vater wäre. Doch jetzt fühlte er einfach nur Leere. Siebzehn Jahre war er in dem Glauben gewesen, doch jetzt geriet seine Welt ins Wanken.
      Er war so benommen, dass er seine Mutter erst bemerkte, als sie ihm sanft über den Arm strich.
      „Es tut mir leid, Vincent! Das hab ich nicht gewollt, dass du es auf diese Weise erfährst...“ Ihre Stimmen war tränenerstickt.
      Vincent holte tief Luft und versuchte die Kälte zurück zu drängen, die sich in ihm ausbreitete. Die das Atmen schwer machte. So viele Fragen schlossen ihm gleichzeitig durch den Kopf. Doch im ersten Moment wusste er nicht, welche Frage er ihr zuerst stellen sollte. Wer war sein Vater? Wie kam es, dass er nicht hier war?
      Seine Mutter umrundete ihn und nahm sein kaltes Gesicht in ihre Hände. Dabei musste sie sich auf die Zehenspitzen stellen.
      „Oh, Vince. Es tut mir so leid... Ich habe immer versucht dir die Mutter zu ersetzen. Ich wollte dir es schon so oft sagen aber es war nie der richtige Zeitpunkt..“ Vincents Augen wurden groß. Er hatte das Gefühl, den Boden unter den Füssen zu verlieren. Alles um ihn herum schien sich zu drehen.
      „Was?“ Auch ihre Augen weiteten sich. Sie ließ ihre Hände sinken und Vincent taumelte von ihr zurück. Das Gefühl des Schmerzes wandelte sich sein Entsetzen in Wut. Er konnte gegen dieses Gefühl nicht ankämpfen. „Du bist nicht meine Mutter?“ Anne Risley schüttelte leicht den Kopf. Er sah das blanke Entsetzen in ihren Augen.
      „Ich dachte, Tom hätte es dir gesagt?“ Vincent schüttelte benommen den Kopf. Zuviel war auf ihn in den letzten Minuten eingestürzt. Das Tom nicht sein Vater war, konnte er verkraften. Doch seine Mutter...? Sie war immer sein Anker gewesen, sein stiller Hafen in dem er Schutz und Trost suchte. Von einem Moment auf den anderen stand er alleine in dieser Welt. Ein Gefühl verraten worden zu sein wurde übermächtig und verdrängte den Schmerz. Seine Gesichtszüge wurden hart und er drückte das Kreuz durch. Ohne seine Mutter noch eines Blickes zu würdigen, ging er an ihr vorbei Richtung Hütte.
      „Vince bitte.. Las es mich erklären!“ Sie stürzte ihm hinterher und hielt seinen Oberarm umklammert. „Bitte! Ich ...“ Vincent drehte sich herum, befreite seinen Arm mit einem Ruck und schaute mit kalten Augen auf sie hinunter.
      „Du hast mich belogen! Siebzehn Jahre lang! Wie willst du mir das erklären?“ Aus den Augenwinkeln nahm Vincent, seine kleineren Brüder war, die in der offenen Hüttentür standen. Timothy hatte die Hand vor den Mund geschlagen. Sein entsetzt aufgerissenen Augen waren auf Vincent gerichtet. Der Anblick traf Vince ins Herz und sein Eispanzer bekam Risse. Wie viel hatte Tim bereits gesehen oder gehört? Schon immer war er das große Vorbild gewesen, dem Tim nacheiferte. Vincent fühlte seinen beinahe flehenden Blick auf sich gerichtet.
      Es war zu viel! Plötzlich hatte er nur noch eines im Sinn. Flucht! Er wollte einfach nur noch weg, von diesem Ort, von diesen Menschen, von denen er immer geglaubt hatte, dass er zu ihrer Familie gehöre. Er wollte sich irgendwo verkriechen, wie ein waidwundes Tier. Seine Wunden lecken, bis es aufhörte so mörderisch wehzutun. Er wirbelte herum und rannte.
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    • So hab mich auch hier hindurch gelesen am Wochenende...
      Respekt an den Stil. Du schaffst es echt, deinem Stil immer treu zu bleiben.
      Ich habe mich lange Zeit auch immer an das englische Mittelalter gehalten, bin dabei aber immer über meine eigenen Finger gestolpert. Geschichtlich habe ich kein Problem, ... habe so viele Bücher über Weltgeschichte gelesen, dass ich eine Lesung darüber abhalten könnte, aber den Stil zu halten, schaffe ich nicht.
      Also ich verbeuge mich vor MyLady,... ;)
      Vincent ist ein gelungener Charakter und sehr authentisch!!!

      Bin gespannt auf mehr

      LG
      Kadjen
    • Du schaffst es immer wieder, dass man deine Figuren richtig ins Herz schließt, deshalb fiebert man ja auch so mit!
      Deine Texte verbreiten irgendwie einen Zauber, dem man sich nicht entziehen kann. Ich erinnere nur an meine anfängliche Skepsis, ich und Robin Hood lesen?
      Jetzt bin ich ganz hin und wech.
      Und von der neuen Geschichte genauso :love: .
      Das hast du echt drauf, Respekt!
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Mensch Leute ich werd hier rot am Rechner!!!! :love:
      Und das bei Geschichten von Robin Hood, die eh doch keiner lesen will. Auf jeden Fall war ich Jahre lang dieser Meinung!
      Meine Freundin löchert mich schon seit Jahren das ich die Story mal bei einem Verlag einreiche, aber bisher hab ich immer gesagt mit so vielen Rechtschreibfehlern landet das eh im Papierkorb. Ist nur ein Hobby zum Zeitvertreib.
      Hatte ja auch nie Leute die selber schreiben und das beurteilen können. Außer ein oder zwei Mitschreiber in meiner Forumseite. Euer Feedbackbringt mir sehr viel. Scheut euch bitte nicht auch Kritik an den Geschichten zu üben auch dadurch lernt man wie es richtig geht.

      Sabrina :D
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    • „Meinst du nicht, dass du zu schnell über Vince urteilst?“
      Mathew strich sich aufgewühlt durch die kurzen roten Haare. Er schaute noch immer auf die geschlossene Tür, durch die Vincent verschwunden war. „So tue ich das wirklich? Ist es nicht sein Plan gewesen?“ Sie wusch die Striemen nicht gerade sanft. Mathew sah wie John immer wieder zusammen zuckte.
      „Verdammt, tut mir einen Gefallen und streitet nicht gerade jetzt...“ Presste er hervor.
      „Entschuldige John!“ Sharon wirkte ehrlich zerknirscht. Sie stand auf und ging zu dem Wasser Eimer in der Ecke. Mit einer Holzschale schöpfte sie Wasser daraus und kam zum Lager zurück. Mathew sah, wie seine Schwester das Wasser unter ein Pulver rührte.
      Mit sanften Bewegungen strich sie die Paste anschließend auf die Striemen. Mathew lehnte sich an die Wand und hing seinen eigenen Gedanken nach. Sharon war in fast jeder Hinsicht ein umgänglicher Mensch, der allen Leuten gegenüber offen war, mit einer Ausnahme. Vincent! Wenn er in ihre Nähe kam, wurde sie kratzbürstig und launisch. „Was für eine Schande!“ Dachte Mathew seufzend. Er kannte die Schwäche seines Freundes für Sharon, obwohl Vince immer versuchte, diese Gefühle vor ihm zu verbergen. Er war mehr als ein Freund. Vince war der Bruder den er niemals hatte. Nur zu gut, konnte sich Mathew noch an den Tag erinnern, an dem sie damals in Risley angekommen waren. Mit abgerissenen Kleidern und knurrendem Mägen. Mathew war fünf gewesen und seine Schwester vier. Alles war ihnen hier fremd vorgekommen. Wales war so ganz anders. Selbst das Gras hatte hier eine andere Farbe.
      Alles war ihnen trist und grau erschienen, nach dem Tod ihrer Eltern. Sie waren kurz hintereinander am Lungenfieber gestorben. So waren sie hierher gekommen und lebten jetzt bei Salton dem Bruder ihrer Mutter und dessen Frau Meg. Die ersten Tage waren grauenhaft gewesen, weil Mat einfach nicht begreifen konnte, dass er jetzt hier leben musste, im verhassten England! Und dann eines Tages war er Vincent begegnet und alles hatte sich verändert. Plötzlich war die Welt nicht mehr ganz so trist. Vince war ein geduldiger Zuhörer und er war immer da gewesen wenn Mathew jemanden zum reden brauchte. Mit den Jahren war dieses Band zwischen ihnen noch stärker geworden. Manchmal glaubte Mathew, dass seine Schwester eifersüchtig auf diese enge Freundschaft war.
      „Mehr kann ich im Moment nicht für dich tun, John!“ Sharons Worte wurden von eiligen Schritten unterbrochen und die Türe der Kate wurde aufgerissen.
      Im Türrahmen stand Vincent und sein Gesicht zeigte einen Ausdruck, den Mathew noch nie bei ihm gesehen hatte.
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    • Sabrina schrieb:

      aber bisher hab ich immer gesagt mit so vielen Rechtschreibfehlern landet das eh im Papierkorb


      .....Oweiowei.....ok, Zeit für ein deutliches Wort: Sabrina, tritt aus dem Schatten deiner Legasthenie heraus und bekenne dich dazu, eine Schriftstellerin zu sein, und zwar eine gute. Das bist du nämlich. Du kannst Seele in Worte fassen, darauf kommts an und Scheiß auf die Rechtschreibung (die bei dir gar nicht so schllimm ist?, man kann es sehr gut lesen).
      Das musste jetzt mal raus. :D
      Du brauchst auch nix mehr zu lernen - du hast es drauf! Und deine Freundin hat völlig recht - such dir einen Verleger. :thumbup:
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Das war wirklich ein klares Wort melli!
      Wie macht man das? Einfachper E-Mail anschreiben, eine Leseprobe oder das ganze Skript schicken?
      Hast du das schon mal gemacht, melli? Oder kann mir jemand anderes dabei helfen, wie es am besten geht!
      Kann man sich darüber irgendwie informieren?
      Schriftstellerin? Ich, bist du sicher?
      Na ja mehr wie nach hinten losgehen kanns ja nicht. Und wers nicht versucht ist selber Schuld! :thumbup:
      Aber fertig überarbeiten muss ich es trotzdem erst mal, sonst hab ich kein gutes Gefühl.
      melli danke das du mir Mut machst! Werds versuchen!
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    • Durch die Türe viel das dämmrige Licht des späten Nachmittags und beleuchtete die Umrisse des jungen Mannes, der im Türrahmen lehnte. Vincent ließ nach dem ersten Moment den Kopf hängen und machte es so unmöglich weiter in seinen Zügen zu lesen. Doch der erste Moment hatte ausgereicht das Mathew Bescheid wusste, in welcher Stimmungslage Vincent war. Mathew konnte seine schweren Atemzüge hören, als wäre er zu schnell gerannt. Seine Hände waren zu Fäusten geballt. Mathew machte zwei Schritte auf ihn zu.
      „Vince?“ Der Kopf seines Freundes ruckte in die Höhe. Verzweiflung, Schmerz, Hass und Wut standen in dem Grün seiner blitzenden Augen. „Was ist passiert?“ Mat sprach die Worte sanft, den er fühlte instinktiv, dass etwas geschehen war. Die Augen seines Freundes wanderten unruhig durch den Raum, als würde er erst jetzt begreifen, wo er sich befand. Irgendetwas war geschehen und diesmal war es Vince der Hilfe brauchte. Mathew gab sich einen Ruck.
      „Komm!“ Er packte Vincent an der Schulter und zog ihn aus der Hütte. Für einen Moment sah es so aus, als wollte Vincent sich dagegen sträuben, doch dann gab er nach.
      Ohne ein Wort folgte Vince seinem Freund hinter die Hütte. Sie lag am Waldrand von Risley abseits der anderen Häuser. Hier konnten sie ungestört reden. Mat setzte sich auf den Moos bewachsenen Baumstamm, der dort lag und sah Vincent fragend an. Dieser wich noch immer seinem Blick aus. Mathew seufzte. Geduld, war nicht eine seiner Stärken, doch er brauchte nicht lange auf Vincents Erklärung zu warten. Erst leise mit immer wieder stockender Stimme, erzählte Vincent was geschehen war. Im Laufe der Zeit wurde seine leise Stimme immer lauter. Er redete sich in Rage und ging dabei vor ihm auf und ab. Zum Schluss blieb er vor Mathew stehen.
      „Kannst du dir das vorstellen, Mat? Ich kann es nicht! Es will mir einfach nicht in den Kopf, was Sie mir angetan hat. Ihm hätte ich es ja zugetraut, aber Ihr? Mathew, ich habe immer gedacht….“ Seine Stimme brach ab und er hieb mit der flachen Hand wütend gegen einen Baumstamm der in der Nähe stand. Vince hatte seinen Kopf abgewandt und seine Schultern bebten. Mat ahnte warum, deshalb ließ er ihm Zeit, seine Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen.
      Erst als Vincent ruhiger wirkte, stand Mat auf und legte seinem Freund von hinten die Hände auf die Schultern.
      „Ich glaube deine Mutter wollte dich nur schützen, Vince.“
      „Schützen? Aber wovor? Vor der Wahrheit? Was kann den schlimmer sein, als Siebzehn Jahre lang belogen worden zu sein? Wer sind meine Eltern? Wer bin Ich, Mat?“ Vince schaute über die Schulter.
      „Du bist mein Freund, Vince!“
      „Aber wo komm ich her? Wo sind meine Wurzeln?“ Mathew hörte die Verzweiflung und auch die hilflose Wut aus diesen Worten.
      „Das musst du deine Mutter.. Anne.. fragen. So schwer es dir auch fällt. Nur dort findest du Antworten.“ Mathew sah den inneren Kampf den Vincent mit sich austrug.
      „Lass dir Zeit, mein Freund. Morgen ist auch noch ein Tag. In Johns Hütte ist genug Platz.“
      Mehr von mir gibt es an diesen Stellen im Form. Gefangen im High Fantasy. . Im Dark Fantasy Schatten der Nacht oder Gefallen Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sabrina ()

    • Sehr schön - aufwühlend und dramatisch und ..Haaach :love:

      Sabrina, ich hab noch nie etwas eingereicht und kenn die Infos nur aus dem Internet. Schick nix an einen Verlag, die gucken gar nicht rein und schicken eine 08/15 Absage. Offenbar läuft es heute über Literaturagenten - eine/n finden. vorab fragen, obs genehm ist und erst mal ein "Expose" schicken, in dem du die Geschichte vorstellst (was darein gehört etc steht auch alles im Inet). Die werden dir dann sagen, ob sie an der ganzen Geschichte interessiert sind und ob sie´s per Email oder ausgedruckt haben wollen...Und die suchen dann einen Verlag für deine Geschichte. Aber auch hier aufpassen: eine seriöse Literaturagentur bittet dich nicht vorher zur Kasse!
      Es haben sich viele Agenten und auch Verlage auf dem Markt etabliert, die nur davon leben, die Hoffnung von angehenden Schriftstellern auszubeuten. Die finden prinzipiell jedes Skript gut und wollen alles veröffentlichen (selbst den größten Scheiss). Und die Autoren zahlen: für den Lektor ein paar 1000 Euro, Beteiligung an den Druckkosten (mehrere 1000 Euro) und das Buch erscheint dann auch wirklich - und verstaubt in der Lagerhalle, weil es überhaupt nicht vermarktet wird.

      Seriöse Verlage leben nicht von der Finanzspritze des Autors, sondern vom Verkauf der Bücher! Sie werden dir ein Honorar zahlen und dich am Verkaufserlös beteiligen. So muss das!!!
      Viel Glück!!
      Die Phantasie tröstet die Menschen über das hinweg, was sie nicht sein können, und der Humor über das, was sie tatsächlich sind.
      Albert Camus (1913-1960), frz. Erzähler u. Dramatiker
    • Anne of Risley lauschte auf die regelmäßigen Atemzüge ihres Mannes, dann stand sie vorsichtig auf. Im Laufe der Jahre ihrer Ehe hatte sie gelernt sich lautlos zu bewegen. Der Schmerz zuckte durch ihre rechte Gesichtshälfte. Dort hatte sie der Schlag von Tom getroffen. Kurz nachdem Vincent weggerannt, oder eher die Flucht ergriffen hatte, war Tom zur Hütte zurück gekehrt. Er hatte sie in die Hütte gezehrt, die Kinder nach draußen geschickt und seine Wut an ihr ausgelassen. Sie unterdrückte ein Aufstöhnen als der Schmerz von neuem aufflammte. In ihrem Leben hatte sie schon mehr Schmerzen ausgehalten wie das hier. Anne schlich zur Lagerstatt, nahm das geschnürte Bündel mit den wenigen Habseligkeiten von Vincent zur Hand und ging zur Tür. Vorbei an ihren schlafenden Söhnen. Es waren nur wenige Dinge in dem Bündel, die sie hatte retten können, als Tom Vincents Sachen in seiner Wut ins Feuer warf.
      „Dieser undankbare Hurenbock! Er wird dafür bezahlen! Dafür werde ich sorgen! Er hat gewagt sich mir zu widersetzen! Ebenso wie du, Frau!“
      Toms Worte hallten immer noch in ihren Ohren, während sie leise in die Dunkelheit hinaus schlüpfte.
      Anne wusste intuitiv, wo sie Vincent finden würde. Die Hütte von Adam dem Schmied, lag abseits der anderen Hütten, auf einer Anhöhe. Hinter der Kate sah man die ersten Bäume wie stumme Wächter aufragen. Seit Adams Tod, lebte sein Sohn John alleine dort. Über ihr leuchteten die Sterne am klaren Himmel. Doch Anne war so in ihre aufgewühlten Gefühle verstrickt, dass sie es nicht bemerkte. Sie konnte Vincent verstehen. Oh ja, dass konnte sie. Seine Verletztheit und die Wut die sie in seinem Gesicht, gesehen hatte, bevor er ging. In seinen Augen war dieselbe Verzweiflung zu lesen, die sie seit sechzehn Jahren quälte. Kein Tag war vergangen, an dem sie sich nicht gewünscht hatte, dass Vincent ihr leibliches Kind wäre. Es hätte vieles einfacher gemacht. Sie schämte sich gleich für diesen Gedanken. Nein, sie hatte dieses Kind in ihr Herz geschlossen, vom ersten Augenblick an als sie es das erste Mal sah. Damals war es ihr wie ein Wink des Schicksals vorgekommen. Sie konnte sich noch alles erinnern, als wäre es erst gestern gewesen....

      Sie waren auf dem Weg von Millet nach Nottingham, wo entfernte Verwandte ihres Mannes lebten. Es war spät geworden und Tom hatte zum Aufbruch gedrängt. Sie wollten noch den Wald durchqueren bevor die Nacht endgültig hereinbrach. Vor Schließung der Tore in Nottingham zu sein, würden sie jetzt nicht mehr schaffen. Aber vielleicht fanden sie in den Dörfern am Waldrand Aufnahme für die Nacht. In den Wäldern lebte Diebesgesindel und es kam des Öfteren vor das Reisende beraubt wurden. Plötzlich rannte eine Frau über den Weg. Sie trug einen weiten Umhang und hielt ein weinendes Bündel an die Brust gepresst. Immer wieder warf sie gehetzte Blicke über ihre Schulter. Als sie den Karren sah, blieb sie einen Moment stehen und eilte dann auf sie zu. „Ihr müsst mir helfen! Um der Liebe Christi willen! Rettet mein Kind, ich bitte euch! Sie dürfen ihn nicht bekommen! Alles..nur nicht mein Kind!“
      Die Frau drückte Anne das weinende Bündel in die Hände. Wieder warf sie einen gehetzten Blick über die Schulter. Ihre Kleider waren an mehreren Stellen zerrissen. Helle Spuren hatten die Tränen auf ihren Wangen hinterlassen. Noch einmal beugte sie sich über das Bündel und küsste dem Kind die Stirn. „Leb wohl mein Sohn.“ Sie hob ihren Blick und schaute Anne flehend in die Augen. „Ich danke euch! Sorgt gut für ihn.. Er ist alles was ich habe...“ Anne war so verblüfft, dass sie unfähig war etwas darauf zu sagen. Nach zwei Fehlgeburten und der Erkenntnis, dass sie niemals eigene Kinder haben würde, erschien ihr das alles wie ein Geschenk Gottes. Tief atmete sie ein und aus, ehe sie die Stimme wiederfand. „Macht euch keine Sorgen! Ich werde ihn wie meinen Augapfel hüten. Wie mein eigenes Kind!“ Vom Wald her waren laute Rufe zu hören. Die Augen der Frau wurden groß und Angstvoll. Noch einmal warf sie einen Blick auf das Kind, dann flüchtete sie zurück in den Wald. Anne schaute Tom in die Augen. Er wusste nur zu gut wie sehr sie unter der Kinderlosigkeit litt. Sie schlossen in diesem Moment eine stille Übereinkunft. Er nickte ihr zu. Nie zuvor hatte sie Tom so sehr geliebt, wie in diesem kurzen Augenblick. Erst Jahre später, als Tom feststellte, dass sie schwanger war, hatte sich sein Verhalten Vincent gegenüber verändert. Im Gegensatz zu ihr, hatte Tom Vincent nie als eigenes Kind akzeptiert. Er hatte ihn nur geduldet.
      Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen als sie die Umrisse, von Adams Hütte aus der Dunkelheit auftauchen sah. Ein würgendes Gefühl der Angst machte ihr das Atmen schwer. Wie sollte sie die richtigen Worte finden, um Vincent zu erklären, was damals geschehen war? Aber Vincent hatte eine Erklärung verdient. Entschlossen klopfte Anne an die Tür.
      Mehr von mir gibt es an diesen Stellen im Form. Gefangen im High Fantasy. . Im Dark Fantasy Schatten der Nacht oder Gefallen Ein spannender Krimi wartet im No Fantasy :Bis zum letzten Schrei. Viel Spass :D