Wer bin ich?

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    • Hallo liebes Forum,

      eigentlich hüte ich meine schriftlichen Ergüsse gern tief vergraben auf meiner Festplatte. Doch jetzt habe ich mich hier ein wenig umgesehen und festgestellt, dass es oft sehr interessante und lehrreiche Kritik von euch gibt. Deshalb wollte ich mich nun auch vertrauensvoll in eure Hände begeben und einen kleinen Auszug aus einer meiner Geschichten hier herein stellen.
      Ich wäre euch wirklich sehr dankbar, für vielleicht Tipps und Tricks, Verbesserungen und was euch sonst noch auffallen mag.


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      In einer Stadt, tief unter der Erde in ewiger Dunkelheit, dort lebte ich. Tausende Häuser, Gänge, Terrassen und Brücken, mit Magie und Geschick aus den kalten Felswänden geformt zogen sich an den Wänden der Schlucht entlang. Von weit unten drang das wütende Rauschen eines reißenden Flusses zu mir hinauf. Ich beugte mich über das Geländer des Balkons und starrte hinab in den aufsteigenden Nebel, der die unteren Ebenen der Stadt verschluckte und meinen Blicken entzog. Plötzlich spürte ich einen schmerzhaften Schlag im Nacken, keuchend klammerte ich mich an das Geländer und versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Langsam drehte ich mich um. Böse grinsend stand JungeA vor mir.
      „Wart’s nur ab du bleicher Bastard, irgendwann werf ich dich da runter“, fauchte er mir zu, machte auf dem Absatz kehrt und ging auf die Tür zur Schule zu. Ich straffte die Schultern und folgte ihm.
      Zu zehnt standen wir im Halbkreis vor dem Lehrer. Obwohl die meisten älter waren, als ich überragte ich alle um mindestens einen Kopf, denn ich war nicht wie sie. Nur die Söhne der mächtigsten sieben Familien durften diese Schule besuchen. Hier wurde weder schreiben noch lesen unterrichtet, aber darauf kam es in unserer Gesellschaft auch nicht an.
      Schweigsam stand ich am Rand, keiner mochte mit mir zu tun haben. Mit dem albischen Sklavenbastard, dem Experiment. Mein Vater hatte es sich in den Kopf gesetzt sich einen perfekten Soldaten zu züchten. Die Grausamkeit und das Geschick fürs Töten von den Drow, gemischt mit der Ausdauer, Stärke und vor allem der Größe der Alben. Deshalb entführte er meine Mutter. Was sie durchlitten hatte, bis sie endlich ihren Zweck erfüllt hatte konnte ich mit meinen fünfzehn Jahren kaum ermessen. Leider, oder zum Glück hatte sein Experiment funktioniert. Ich stand hier inmitten der wertvollsten Drowsprösslinge und jeder fürchtete mich.
      Nur im Unterricht bekam ich wirklich Gelegenheit mich zu beweisen, denn nur dort war ein eventueller Schaden an den Hoffnungsträgern der Gesellschaft gerechtfertigt. Ich hatte schon sehr früh gelernt, dass ich mich vor allen in Acht nehmen musste. Bei uns galt es nichts nett und freundlich zu sein, nur wer schneller, stärker und vor allem skrupelloser war, konnte überleben.
      Wir Kinder zählten zu den schwächsten und damit auch wertlosesten Kreaturen im Reich. Doch die wichtigen Kinder, die in denen man Potenzial sah, die hatten wenigstens einen gewissen Wert. Dieser musste im Schadensfall auch ersetzt werden.
      „Auffangen!“, rief der Lehrer ruppig und warf jedem von uns ein Schwert zu. Am anderen Ende der Reihe fiel eines davon klirrend zu Boden. JungeB hatte seines fallen gelassen, schon wieder. Mit der Faust schlug der Lehrer ihm gegen den Kopf und er ging keuchend zu Boden. Manche Schüler lachten daraufhin ungeniert los. Auch der Lehrer lachte ihn aus. Er packte ihn am Kragen und schleifte ihn in die Mitte des Kreises.
      „Er hier wird heute unser erster Freiwilliger sein“, keifte er gehässig. Der Freiwillige zu sein hatte keinerlei Sinn, es war auch nur eine Metapher. Im Grunde stand er nur da und musste von jedem Schüler einen Schlag einstecken. Sollte er dabei ein Geräusch von sich geben, ging die Runde von vorne los. Jeder war irgendwann der Freiwillige, weil er etwas falsch gemacht hatte, die Waffe fallen ließ, Angst oder Schmerzen zeigte oder einfach, weil der Lehrer Spaß daran hatte. Ich selbst war öfter der Freiwillige, weil ich zu bleich war, oder zu groß, oder ein Alb. Doch ich machte keine Fehler, zeigte niemals Schmerz oder gar Angst.
      Nach dem Unterricht machte ich mich wieder auf den Heimweg. Als Sklaven lebten wir in den untersten Ebenen. Im Nebel, dort wo das wütende Rauschen einem Tag und Nacht in den Ohren schmerzte und wo man niemals richtig trocken wurde. Die anderen froren und waren krank, ich und meine Mutter hatten Glück, dass mein Vater mich als Wertanlage sah. So bekamen wir wenigstens ausreichend zu Essen und hin und wieder neue Kleidung. Und dann war da noch etwas, dass ich von meinem Vater bekam. Die Fähigkeit Magie zu wirken. Zwar wurde ich darin nicht geschult, doch die Notwendigkeit half mir und ich entwickelte mit der Zeit eine gewisse Begabung darin Feuer zu machen.
      Als ich endlich unten ankam, sah ich sofort, dass etwas anders war als sonst. Alle Leute standen auf der Straße, scharten sich um unsere Hütte. Wachen flankierten die Tür und auch die Straße entlang standen einige Krieger. Ich kannte diesen Anblick bereits von früher. Es bedeutete, dass mein Vater uns besuchte. Sofort sträubten sich mir die Nackenhaare, ein Besuch meines Vaters hatte noch nie etwas Gutes gebracht.
      Ich lief auf unser Haus zu und tatsächlich hörte ich beim Näherkommen meine Mutter weinen. Sie war keine Drow, sie konnte ihre Angst nicht verstecken und auch nicht den Schmerz. Brutal stieß ich die Wache beiseite und zwängte mich durch die Tür. Entsetzt sah ich meine Mutter am Boden liegen, das Kleid zerrissen und mit blutigem Gesicht. Tränen rannen ihr über die bleichen Wangen. Wütend wollte ich auf meinen Vater losgehen, doch mit nur einer winzigen Bewegung stieß er mich mittels einer magischen Woge gegen die Wand. Ich glitt daran hinunter und versuchte japsend, wieder Luft in meine Lungen zu saugen. Er lachte laut und sah verächtlich auf mich hinab.
      „Fil’Kalan, was für eine nette Überraschung“, sagte er mit leiser, hämischer Stimme, als wäre ich völlig unerwartet hier aufgetaucht. Doch natürlich hatte er mich erwartet, nur meinetwegen war er überhaupt gekommen. Ohnehin wusste er jede Sekunde meines Lebens, wo ich war und was ich gerade tat. „Ich höre du machst gute Fortschritte in der Schule?“
      „Was willst du hier?“, fragte ich, als ich endlich wieder atmen konnte.
      „Nun ich wollte dich abholen. Ich denke es ist an der Zeit, dass du bei mir wohnst.“
      „NIEMALS!“
      „Mein Sohn, sei doch nicht so störrisch. Wir werden deine Ausbildung… Nun sagen wir, intensivieren“, ein gemeines Lächeln verwandelte sein Gesicht in eine abscheuliche Fratze.
      „Calas’Antor, bitte lasst ihn mir“, weinte meine Mutter leise. Ich kroch zu ihr hinüber, doch noch bevor ich sie erreicht hatte, packte mein Vater sie an den Haaren und zog sie daran zu sich. Mit eiskalter Stimme sprach er zu mir:
      „Du willst deine geliebte Albenmutter wohl nicht verlassen, Fil’Kalan. Ist es nicht so?“ Ich biss mir auf die Lippe und schwieg, überlegte verzweifelt, was ich sagen, was ich machen könnte. Doch ich wusste, er war so viel stärker und nichts was ich täte, hätte einen Sinn. „Liebe, mein Sohn, macht dich schwach. Siehst du das, merkst du wie schwach du bist?“ An ihren Haaren ziehend wackelte er ihren Kopf hin und her als wäre sie nur eine große Puppe. Mutter wimmerte leise, auf ihrem Gesicht sah ich den Schmerz und als ihr Blick mich traf, sah ich noch etwas. Sie hatte aufgegeben, nach so vielen Jahren der Gewalt und des Schmerzes konnte sie nun nicht mehr. Meine Augen brannten, doch ich wusste, ich durfte keine Träne vergießen, wenn ich nicht auch mein Schicksal besiegeln wollte.
      „Lass sie los, ich komme mit dir.“ Wieder lachte mein Vater auf. Riss noch etwas fester an ihren Haaren, wieder wimmerte sie vor Schmerzen. Dann zog er einen versteckten Dolch aus seinem Umhang. „NEIN!“, schrie ich laut und stürmte abermals auf ihn zu. Noch bevor ich ihn erreichen konnte, schnitte er meiner Mutter die Kehle auf. Blut spritzte mir auf Gesicht und Körper und durch den ganzen Raum. Mit einem Satz hechtete ich zu ihr hin, fing sie auf. Instinktiv versuchte ich meine Hand auf die Wunde zu pressen, aber sie war schon tot, noch bevor ich sie erreicht hatte. Entsetzt sah ich in ihr schönes Gesicht, ebenso wie meins über und über voll von ihrem Blut. Ihre grünen Augen starrten ins Leere. Plötzlich packten mich starke Hände von hinten unter den Armen und zogen mich hoch. Meine Mutter entglitt mir und ihr Körper blieb auf dem Boden zurück. In meinem Inneren stieg eine unendliche Wut auf, ich versuchte mich loszureißen und schlug um mich. Doch es hatte keinen Sinn, ich war ein fünfzehn jähriger Junge und zwei starke Wachen hatten mich fest im Griff.
    • Hallo @Paralogie

      Spoiler anzeigen

      Mein erster Eindruck? Ich will mehr davon! Viel mehr!!! Und das bitte bald. Weil ich es sehr spannend finde.

      Du bringst mit Vater und Sohn zwei wirklich interessante Charaktere ins Spiel. Sehr gegensätzlich und vielschichtig. Der Vater offensichtlich ein egozentrisches Scheusal, und der Sohn - geformt von der Umwelt, in der er großgeworden ist - ein wahrscheinlich aufrechter junger Mann, der seine Mutter liebt(e). Und in dem nun wohl ein gerechter Zorn wächst. ich hab so das dumpfe Gefühl, dass sein Vater sich vor ihm in Acht nehmen sollte.
      Fasziniert hat mich die Beschreibung der Welt. Also der Höhle. Muss gigantisch sein ... Da könnte man sicher noch viel mehr drüber schreiben, aber mir reicht das erstmal, um ein Bild vor meinem geistigen Auge erstehen zu lassen. Weitere Beschreibungen können nach und nach in den Text einfließen (so da noch was kommen sollte).
      Verwirrend finde ich die Namen. Die bleiben echt schwer in Erinnerung.
      Das Verhalten der Mitschüler war aus meiner Sicht nachvollziehbar beschrieben. Ein wenig mehr hätte mich der Unterricht noch interessiert. Was bekommen sie gelehrt? Kampf? Scheint so, weil Waffen verteilt wurden. Gegen wen kämpfen sie? Gibt es da Gefahr von außen?

      Paralogie schrieb:

      Nach dem Unterricht machte ich mich wieder auf den Heimweg.
      Hier fand ich den Übergang ein wenig zu abrupt. Gerade noch im Unterricht, wo man als Leser wissen will, was den armen Freiwilligen erwartet, und schwupps - schon auf dem Heimweg.

      Das erstmal von mir. Liest sich super gut, auch weil kaum Rechtschreibfehler drin sind. Das macht es angenehm zu lesen. Du hast auf jeden Fall was Vielversprechendes abgeliefert aus meiner Sicht. Und sollte da mal mehr draus werden, dann gib mir Bescheid, ja??
      Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
      (Ricarda Huch)


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    • So, ein paar Anmerkungen von mir.

      Paralogie schrieb:

      In einer Stadt, tief unter der Erde in ewiger Dunkelheit, dort lebte ich. Tausende Häuser, Gänge, Terrassen und Brücken, mit Magie und Geschick aus den kalten Felswänden geformt, [Komma] zogen sich an den Wänden der Schlucht entlang. Von weit unten drang das wütende Rauschen eines reißenden Flusses zu mir hinauf. Ich beugte mich über das Geländer des Balkons und starrte hinab in den aufsteigenden Nebel, der die unteren Ebenen der Stadt verschluckte und meinen Blicken entzog. Plötzlich spürte ich einen schmerzhaften Schlag im Nacken, keuchend klammerte ich mich an das Geländer und versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Langsam drehte ich mich um. Böse grinsend stand JungeA vor mir.
      Ich würde den ersten Absatz in zwei teilen, die jeweils ein Thema haben. Dein erstes Thema ist die Stadt, in der Ich lebt. Dein zweites Thema ist die seltsame Szene mit dem Jungen.
      Grundsätzlich stellen sich mir hier zwei Fragen: Warum hat die Stadt keinen Namen? Der erste Satz macht daraus gewissermaßen ein Geheimnis, das aber nicht gelöst wird. Warum heißt der Junge JungeA? Später hat zumindest Ich und sein Vater einen "echten" Namen.

      Es werden vielleicht doch mehr Fragen: Welche Rolle spielt der Fluss? Er taucht später nochmal auf, also wäre es sinnvoll, ihm einen Namen zu geben und ihn vielleicht stärker in die Kultur der Drow (?) einzubinden.
      Ein logisches Problem: "tief unter der Erde in ewiger Dunkelheit" Wie sieht der Junge überhaupt etwas? Gibt es Fackeln, magisches Licht, fällt von oben durch Lichtschächte doch Licht herein, können die hier magisch alle auch im Dunkeln sehen (wobei sich dann die Frage stellt, woher sie wissen, dass es dunkel ist)...

      Paralogie schrieb:

      Obwohl die meisten älter waren,[kein Komma] als ich, [Komma] überragte ich alle um mindestens einen Kopf,
      Hier steht "als" in einem Vergleich, der eigentlich immer in einem (Neben-)Satz zusammenbleibt.

      Paralogie schrieb:

      Hier wurde weder schreiben noch lesen unterrichtet, aber darauf kam es in unserer Gesellschaft auch nicht an.
      "Hier wurde weder [das] Schreiben noch [das] Lesen unterrichtet, [Vorschlag] denn darauf kam es in unserer Gesellschaft nicht an." Hier frage ich mich, worauf es denn ankommt und warum? Welche Gründe gibt es, dass diese Gesellschaft kalt, verschlossen, brutal und kriegerisch ist? Ein Konflikt mit Alben deutest du an, aber klar ist es nicht. Alternativ zu diesem eher pragmatischen Grund (ständiger Kampf mit Feinden zwingt dazu, die Gesellschaft auf Krieg hin auszurichten) könntest du auch einen religiösen Grund verwenden und ausführen (oder etwas völlig anderes).

      Paralogie schrieb:

      „Auffangen!“, rief der Lehrer ruppig und warf jedem von uns ein Schwert zu. Am anderen Ende der Reihe fiel eines davon klirrend zu Boden. JungeB hatte seines fallen gelassen, schon wieder. Mit der Faust schlug der Lehrer ihm gegen den Kopf und er ging keuchend zu Boden. Manche Schüler lachten daraufhin ungeniert los. Auch der Lehrer lachte ihn aus. Er packte ihn am Kragen und schleifte ihn in die Mitte des Kreises.
      Irgendwie stören mich in dem Kontext deiner Geschichte die Begriffe "Schule" und "Lehrer". Schon bei der Szene mit dem Geländer fragte ich mich, ob das jetzt heutige, normale Teenies sind und es in der Geschichte um Mobbing bzw. Schulbullying geht. So genau hab ich nicht darauf aufgepasst, aber erst das Schwert suggeriert ein mittelalterliches Setting,legt es aber nicht zwingend darauf fest.

      Paralogie schrieb:

      Nach dem Unterricht machte ich mich wieder auf den Heimweg. Als Sklaven lebten wir in den untersten Ebenen. Im Nebel, dort wo das wütende Rauschen einem Tag und Nacht in den Ohren schmerzte und wo man niemals richtig trocken wurde.
      Die Idee, die Gesellschaft anhand des Flusses in Unterschicht und Oberschicht (oä) zu teilen bzw. daran zu orientieren, finde ich super. Das dürfte mMn noch viel mehr ausgebaut werden. Z.B. dass auch der Fluss immer wieder Gefahren mit sich bringt, wie etwas Hochwasser samt Treibholz oder vielleicht auch etwas besonderes... "der Ruf des Wassers", der, wenn man ihn vernimmt, dazu führt, dass man in die dunklen, lichtlosen Fluten springt... oder so.

      Paralogie schrieb:

      Als ich endlich unten ankam, sah ich sofort, dass etwas anders war als sonst. Alle Leute standen auf der Straße, scharten sich um unsere Hütte.
      Hütte? Am Anfang hast du geschrieben, dass die Häuser aus der Felswand geformt wurden. Ich stelle mir bei Hütte irgendwie eher etwas aus Holz vor.

      Paralogie schrieb:

      Noch bevor ich ihn erreichen konnte, schnitte er meiner Mutter die Kehle auf. Blut spritzte mir auf Gesicht und Körper und durch den ganzen Raum. Mit einem Satz hechtete ich zu ihr hin, fing sie auf.
      Ich hab den Text nur einmal gelesen, bin mir aber relativ sicher, dass die Mutter bereits am Boden lag. (Zumindest in meiner Vorstellung).
      Das mit dem spritzenden Blut finde ich nicht so passend. Was willst du damit erreichen? Aus meiner Sicht müsste die Szene insgesamt vor allem den Konflikt Vater-Sohn darstellen und intensivieren (das gelingt dir ganz gut) und als Gegenpol zum sonst emotionslos auftretenden Ich zeigen, dass er doch sehr viel Liebe für seine Mutter empfindet.
      Zusätzlich könnte ich mir vorstellen, dass es auch darum geht, dass sich Ich beweisen muss. Er muss seinem Vater zeigen, dass er kalt und emotionslos ist. Evtl. könnte ein Scheitern mit dem Tod verbunden sein (ein fehlgeschlagenes Experiment). In diesem Sinn könntest du mal ausprobieren, wie es ist, wenn du alle Gefühle zwischen dem Jungen und seiner Mutter nur über Blickkontakt darstellst bzw. den Jungen alles unterdrücken lässt, weil ihm klar ist, dass es nicht nur um ihr Leben, sondern auch um seines geht. Das könnte extrem dramatisch werden.

      Ich bin mittlerweile ein Fan davon, Texte beinahe durchzuplanen, d.h. mir Gedanken darüber zu machen, welche Funktion welcher Teil (Absatz, Satz, einzelne Worte) erfüllen sollen und sie danach auszuwählen, zu bearbeiten und ggf. zu verwerfen. Vielleicht hilft es dir aufzuschreiben, welche Funktionen du mit dem Text erfüllen möchtest. Im zweiten Schritt ginge es dann darum zu überlegen, wie du deine Ziele am besten erreichst.

      Und zum Schluss noch ein Lob: Insgesamt finde ich dein Textfragment nicht schlecht. Es lässt sich flüssig lesen und ist irgendwie auch spannend. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Welt (die Stadt, den Fluss und die Kulturen) weentlich spannender finde als den Charakter. Der ist für mich ein namenloses, blasses (im Sinne von charakterlich) Ich, dessen Schicksal mir überspitzt gesagt ziemlich egal ist. Wenn also dein Ziel war, dass ich als Leser sage: Wow, was ist das für ein tragischer Typ? Der tut mir voll leid, ich will mehr davon lesen, wie er aus dieser brutalen Gesellschaft ausbricht, dann verfehlte das bei mir die Wirkung.
      Bevor ich meine Ideen dazu wieder vergesse: Du könntest den Kontrast Name vs. Nummerierung (JungeA etc.) mehr in den Vordergrund stellen in dem Sinn, dass Ich einen geheimen Albennamen und eine öffentliche Drow-Nummerierung hat. Du müsstest mehr Raum für seine Emotionen bieten und diese privater darstellen, z.B. dass Ich sein Spiegelbild in einer Pfütze (weil er als Sklave keinen Spiegel besitzt) betrachtet und sich fragt, wer er eigentlich ist - Alb oder Drow? Ein Namenloser, der sich erst beweisen muss oder [Name], der bedingungslos von seiner Mutter geliebt wird? Mit privat meine ich, dass er sehr direkt darüber reflektieren muss. Im Moment erzählst du das sehr, evtl. wirkt es packender, wenn du mehr zeigst (vgl. das Spiel Show - Don't Tell).

      Leider muss ich jetzt wirklich los... evtl. kann ich morgen noch mehr schreiben. Bis dahin
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • Zuerstmal möchte ich mich bedanken.

      @Tariq Tatsächlich bin ich mir noch recht unsicher, wie sich das Ganze entwickelt. Im Moment verwerfe ich meinen ursprünglichen Plan ein bisschen, weil mir beim Schreiben aufgefallen ist, dass ich doch mehr über die Drow erzählen möchte.
      Ist ein bisschen kompliziert, das jetzt in knappen Worten zu beschreiben. Ich dachte mir, wenn Fil (oder auch 'Ich' wie Asni ihn so liebevoll nennt) jünger wäre, würde er vielleicht wegen eines Traumas vorerst verdrängen was mit seiner Mutter passiert ist. Dann hätte ich Gelegenheit mehr über sein Erwachsenwerden und die Gesellschaft zu schreiben. Trotzdem könnte er, der aufrechte junge Mann bleiben, der einst seine Mutter liebte. Er hätte es nur 'vergessen'. Klingt das für dich nachvollziehbar?


      Zu den Namen, muss ich sagen, ich bekomm nochmal graue Haare davon. Immer wenn ich einen 'finde' gefällt er mir hinterher nicht mehr. Also vielleicht möchtet ihr die vorerst mal ignorieren? Fil und sein Vater heißen nur noch immer so, weil mein Schreibprogramm sie dann mit ihrer Datei verknüpft, falls ich mal was nachlesen muss (oder einfach ausgedrückt, aus Faulheit). JungeA und B sind nur Platzhalter. Das tut mir leid, hätte ich gleich erklären sollen.



      @Asni

      Asni schrieb:

      - Ich würde den ersten Absatz in zwei teilen, die jeweils ein Thema haben. Dein erstes Thema ist die Stadt, in der Ich lebt. Dein zweites Thema ist die seltsame Szene mit dem Jungen.

      - Hier steht "als" in einem Vergleich, der eigentlich immer in einem (Neben-)Satz zusammenbleibt.

      - Hier wurde weder [das] Schreiben noch [das] Lesen unterrichtet,
      Damit hast du natürlich völlig recht. Danke dir. Ich glaube nicht, dass mir das jemals noch aufgefallen wäre.


      Asni schrieb:

      Es werden vielleicht doch mehr Fragen: Welche Rolle spielt der Fluss? Er taucht später nochmal auf, also wäre es sinnvoll, ihm einen Namen zu geben und ihn vielleicht stärker in die Kultur der Drow (?) einzubinden.Ein logisches Problem: "tief unter der Erde in ewiger Dunkelheit" Wie sieht der Junge überhaupt etwas? Gibt es Fackeln, magisches Licht, fällt von oben durch Lichtschächte doch Licht herein, können die hier magisch alle auch im Dunkeln sehen (wobei sich dann die Frage stellt, woher sie wissen, dass es dunkel ist)...
      Ja er hat einen Namen, aber ich schiebe die Entscheidung darüber bis zuletzt vor mir her.

      Bis jetzt, war er nur atmosphärisches Beiwerk und Wasserquelle, aber mir gefällt worauf du hinaus willst.

      "tief unter der Erde in ewiger Dunkelheit" Wie sieht der Junge überhaupt etwas?
      Darüber habe ich mir auch schon den Kopf zerbrochen. Ich habe mich dann dafür entschieden, erst später in der Geschichte darauf einzugehen. Die Frage für mich ist, wenn die Drow ihrer Natur gemäß unter der Erde leben, dann müssen sie sich an die dort herschenden Bedingungen angepasst haben. So sind sie beispielsweise kleiner, als ihre albischen Verwandten, um besser mit den Platzverhältnissen klar zu kommen. Und sie können in der Dunkelheit sehen, ein bisschen wie Katzen. Restlichverstärkung denk ich heißt das. Deshalb weiß ich nicht, wie ich ohne Notwendigkeit etwas für ihn völlig Selbstverständliches erklären soll.
      Die einzige Möglichkeit die ich sehe, ist tatsächlich magisches Licht. Allerdings was machen die Drow, welche nicht magiebegabt sind?
      Du siehst, ich bin auch noch am Rätseln. Aber glücklich über Ratschläge!


      Asni schrieb:

      Paralogie schrieb:

      Noch bevor ich ihn erreichen konnte, schnitte er meiner Mutter die Kehle auf. Blut spritzte mir auf Gesicht und Körper und durch den ganzen Raum. Mit einem Satz hechtete ich zu ihr hin, fing sie auf.
      Ich hab den Text nur einmal gelesen, bin mir aber relativ sicher, dass die Mutter bereits am Boden lag. (Zumindest in meiner Vorstellung).Das mit dem spritzenden Blut finde ich nicht so passend. Was willst du damit erreichen? Aus meiner Sicht müsste die Szene insgesamt vor allem den Konflikt Vater-Sohn darstellen und intensivieren (das gelingt dir ganz gut) und als Gegenpol zum sonst emotionslos auftretenden Ich zeigen, dass er doch sehr viel Liebe für seine Mutter empfindet.
      Zusätzlich könnte ich mir vorstellen, dass es auch darum geht, dass sich Ich beweisen muss. Er muss seinem Vater zeigen, dass er kalt und emotionslos ist. Evtl. könnte ein Scheitern mit dem Tod verbunden sein (ein fehlgeschlagenes Experiment). In diesem Sinn könntest du mal ausprobieren, wie es ist, wenn du alle Gefühle zwischen dem Jungen und seiner Mutter nur über Blickkontakt darstellst bzw. den Jungen alles unterdrücken lässt, weil ihm klar ist, dass es nicht nur um ihr Leben, sondern auch um seines geht. Das könnte extrem dramatisch werden.
      Okay, mal abgesehen vom offensichtlichen, nämlich dass es tatsächlich unklar ist in welcher Position die Mutter sich befindet, kann ich dir in diesem Abschnitt nicht ganz folgen. (Mit dem spritzdenden Blut möchte ich Fil (aka Ich) nur etwas zusätzlich traumatisieren und es ist eine physikalische Tatsache, dass es aus ihrem Hals spritzen würde. Was meinst du mit 'unpassend'?)

      - dass er doch sehr viel Liebe für seine Mutter empfindet -> alle Gefühle zwischen dem Jungen und seiner Mutter nur über Blickkontakt darstellst bzw. den Jungen alles unterdrücken lässt, weil ihm klar ist, dass es nicht nur um ihr Leben, sondern auch um seines geht

      Das könnte extrem dramatisch werden.
      Fandest du meine Beschreibung nicht dramatisch? Tut mir leid, wenn ich da so blöd nachfragen muss, ich kann das nicht recht einschätzen. Ich finde die Idee mit dem Blickkontakt eigentlich gut, weil ich diese Mutter/Sohn Beziehung schön darstellen könnte. Der Vater allerdings sieht diese Angelegenheit eher als Test, würde Fil versagen, wäre er für ihn wertlos und sein Leben verwirkt. Er braucht einen emotionslosen, starken Soldaten. Der Junge weiß das, er würde nicht zeigen was er fühlt. Vielleicht finde ich eine andere Möglichkeit diese Szene zu beschreiben.


      Asni schrieb:

      Ich bin mittlerweile ein Fan davon, Texte beinahe durchzuplanen, d.h. mir Gedanken darüber zu machen, welche Funktion welcher Teil (Absatz, Satz, einzelne Worte) erfüllen sollen und sie danach auszuwählen, zu bearbeiten und ggf. zu verwerfen. Vielleicht hilft es dir aufzuschreiben, welche Funktionen du mit dem Text erfüllen möchtest. Im zweiten Schritt ginge es dann darum zu überlegen, wie du deine Ziele am besten erreichst.
      Das klingt nach einer wirklich guten Strategie. Gehst du tatsächlich so vor? Hört sich nach viel Arbeit an. Ich werde das heute gleich ausprobieren.


      Asni schrieb:

      Der tut mir voll leid, ich will mehr davon lesen, wie er aus dieser brutalen Gesellschaft ausbricht, dann verfehlte das bei mir die Wirkung.

      Du müsstest mehr Raum für seine Emotionen bieten und diese privater darstellen, z.B. dass Ich sein Spiegelbild in einer Pfütze (weil er als Sklave keinen Spiegel besitzt) betrachtet und sich fragt, wer er eigentlich ist - Alb oder Drow? Ein Namenloser, der sich erst beweisen muss oder [Name], der bedingungslos von seiner Mutter geliebt wird? Mit privat meine ich, dass er sehr direkt darüber reflektieren muss. Im Moment erzählst du das sehr, evtl. wirkt es packender, wenn du mehr zeigst (vgl. das Spiel Show - Don't Tell).
      Ich glaube, damit hast du den Finger zielsicher auf mein größtes Problem gelegt.
      Er ist tatsächlich kein tragischer Typ und alles in allem kommt er ganz gut mit sich und was aus ihm geworden ist (im späteren Verlauf) zurecht. Er ist nicht traurig über den Tod seiner Mutter (natürlich schon, als Kind), er ist nur wütend auf seinen Vater. Ich sehe seine Stärken nicht in einer tiefen Gefühlswelt, er ist ein sehr loyaler, aufrichtiger, geschickter und zäher Charakter. Seine innerliche Abgestumpftheit soll ihn später zu einem 'ungewollt' witzigem Gefährten machen. Jemand der in seiner Welt, mit Unwissenheit aneckt.
      Ich hoffe, weil es keine Kurzgeschichte ist, kannst du ein bisschen darüber hinwegsehen, wenn er dir auf den ersten beiden Seiten noch nicht ans Herz gewachsen ist.
      Deinen Tipp mit der Pfütze werde ich allerdings auf jeden Fall ausprobieren!


      Asni schrieb:

      Bevor ich meine Ideen dazu wieder vergesse: Du könntest den Kontrast Name vs. Nummerierung (JungeA etc.) mehr in den Vordergrund stellen in dem Sinn, dass Ich einen geheimen Albennamen und eine öffentliche Drow-Nummerierung hat.
      Das verstehe ich nicht.



      Ich hoffe ich konnte euren Empfehlungen gerecht werden und versuche sie im Text oben umzusetzten, soweit ich sie verstanden habe. Nochmal herzlichen Dank an euch beide!
    • Hallo Paralogie,

      gefällt mir sehr gut :thumbsup: Der Text liest sich flüssig und auch inhaltlich hat er mir gut gefallen. Meine Anmerkungen packe ich dir mal in den Spoiler:

      Spoiler anzeigen


      Paralogie schrieb:

      An ihren Haaren ziehend wackelte er ihren Kopf hin und her als wäre sie nur eine große Puppe.
      Vielleicht "An den Haaren ziehend... :hmm:

      Paralogie schrieb:

      Mutter wimmerte leise, auf ihrem Gesicht sah ich den Schmerz und als ihr Blick mich traf, sah ich noch etwas. Sie hatte aufgegeben, nach so vielen Jahren der Gewalt und des Schmerzes konnte sie nun nicht mehr. Meine Augen brannten, doch ich wusste, ich durfte keine Träne vergießen, wenn ich nicht auch mein Schicksal besiegeln wollte.
      „Lass sie los, ich komme mit dir.“ Wieder lachte mein Vater auf. Riss noch etwas fester an ihren Haaren, wieder wimmerte sie vor Schmerzen.
      Ein paar Wortwiederholungen

      Paralogie schrieb:

      Mit einem Satz hechtete ich zu ihr hin, fing sie auf. Instinktiv versuchte ich meine Hand auf die Wunde zu pressen, aber sie war schon tot, noch bevor ich sie erreicht hatte.
      Das macht für mich keinen Sinn....er fängt sie doch auf. wieso schreibst du dann: bevor ich sie erreicht hatte ? :hmm:

      Ansonsten: Das mit dem JungeA habe ich zuerst so interpretiert, dass du dir selber mit dem Namen beim Schreiben noch nicht sicher warst, und das deshalb noch offen lassen wolltest :rofl: Offensichtlich wolltest du aber zeigen, dass die Kinder keine richtigen Namen haben, sondern auf die Weise genannt werden, oder wie? Aber sie haben ja Namen, denn sonst würden wir nicht erfahren, dass der Prota Fil’Kalan heißt. Ich weiß nicht, ob jemand das schon angemerkt hat oder ob du da schon was zu gesagt hast...ich bin halt nur drüber gestolpert.
      Ich würde sonst auch nicht unbedingt JungeA schreiben...vielleicht könnte man ihnen Nummern geben? Oder irgendeine andere Bezeichnung? Von der Idee her finde ich das nämlich eigentlich ganz cool ^^

      Ansonsten muss ich sagen, dass ich unter 15jährigen auch keine wirklichen Kinder mehr verstehe. Eher Heranwachsende oder sowas.

      Paralogie schrieb:

      „Wart’s nur ab du bleicher Bastard, irgendwann werf ich dich da runter“, fauchte er mir zu, machte auf dem Absatz kehrt und ging auf die Tür zur Schule zu. Ich straffte die Schultern und folgte ihm.
      Zu zehnt standen wir im Halbkreis vor dem Lehrer.
      Hier an der Stelle war mir übrigens der Schnitt zu krass. Eben noch steht er auf dem Balkon und blickt dort runter und ganz plötzlich stehen die zu zehnt im Halbkreis vor dem Lehrer. Den weg dorthin und von mir aus auch das Gebäude kannst du noch näher beschreiben. Das fände ich ganz gut ^^

      Solltest du noch mehr davon auf Lager haben-immer her damit! Warum eröffnest du nicht einen eigenen Geschichtenthread? ich wäre dabei :D


      LG,
      Rainbow
    • Paralogie schrieb:

      Fandest du meine Beschreibung nicht dramatisch? Tut mir leid, wenn ich da so blöd nachfragen muss, ich kann das nicht recht einschätzen. Ich finde die Idee mit dem Blickkontakt eigentlich gut, weil ich diese Mutter/Sohn Beziehung schön darstellen könnte. Der Vater allerdings sieht diese Angelegenheit eher als Test, würde Fil versagen, wäre er für ihn wertlos und sein Leben verwirkt. Er braucht einen emotionslosen, starken Soldaten. Der Junge weiß das, er würde nicht zeigen was er fühlt. Vielleicht finde ich eine andere Möglichkeit diese Szene zu beschreiben.
      Doch, dramatisch war sie schon und auch an sich ziemlich gut.
      Also ich hatte da die Idee, dass Fil (ich lerne dazu ^^ ) äußerlich sehr stark die Anforderungen und Erwartungen seines Vaters erfüllt, auch wenn er vor Hass und Wut zittert und die Hände zu Fäusten ballt (oder so). Damit verletzt und enttäuscht er aber seine Mutter, die ihn lieber zu einem empathischen (falls das passt) Menschen... äh... Alben erzogen hätte. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt schreiben soll, wie ich das versuchen würde zu gestalten, weil ich dich da auch nicht zu sehr beeinflussen will...

      Paralogie schrieb:

      Das klingt nach einer wirklich guten Strategie. Gehst du tatsächlich so vor? Hört sich nach viel Arbeit an. Ich werde das heute gleich ausprobieren.
      Ja, das ist viel Arbeit und jein... ich versuche so vorzugehen, aber immer klappt es nicht. Manchmal lasse ich mich beim Schreiben auch einfach treiben und schaue mal, wo ich mich hinschreibe... oder so xD Wobei es einem immer leichter fällt, strukturiert zu arbeiten und geplant zu schreiben, je öfter man das macht. Im Studium hatte ich auch tatsächlich mal Schreibkurse, zwar auf Englisch, aber was den logischen Aufbau und die Gedanken- bzw. Themenstruktur angeht, funktioniert das auch im Deutschen und auch für Fantasy-Geschichten, nicht nur für Sachtexte. Natürlich lässt sich nicht alles 1:1 übertragen, aber ein bisschen Übung bekommt man dadurch schon.

      Paralogie schrieb:

      Er ist tatsächlich kein tragischer Typ und alles in allem kommt er ganz gut mit sich und was aus ihm geworden ist (im späteren Verlauf) zurecht. Er ist nicht traurig über den Tod seiner Mutter (natürlich schon, als Kind), er ist nur wütend auf seinen Vater. Ich sehe seine Stärken nicht in einer tiefen Gefühlswelt, er ist ein sehr loyaler, aufrichtiger, geschickter und zäher Charakter. Seine innerliche Abgestumpftheit soll ihn später zu einem 'ungewollt' witzigem Gefährten machen. Jemand der in seiner Welt, mit Unwissenheit aneckt.
      Ich hoffe, weil es keine Kurzgeschichte ist, kannst du ein bisschen darüber hinwegsehen, wenn er dir auf den ersten beiden Seiten noch nicht ans Herz gewachsen ist.
      :hmm: Ok, das passt nicht ganz zu dem, was ich mir vorgestellt hatte (was aber nicht an dir liegt, sondern daran, was ich mir zusammengesponnen habe ^^ ). Und klar: in einem längeren Text kann sich noch mehr entwickeln. Ich hab lediglich meinen Eindruck dargestellt (hoffentlich hab ich mich nicht im Ton vergriffen).

      Paralogie schrieb:

      Das verstehe ich nicht.
      Ach ja, hier ging's um die Sache mit den Namen. Also... Fil hat ja bestimmt eine relativ enge Bindung zu seiner Mutter. Sie könnte ihm einen geheimen Namen geben, den nur sie verwendet und auch nur, wenn sie zu zweit sind. Natürlich ist das ein Albenname, denn sie ist ja eine Albin. Das funktioniert unabhängig davon, wie du JungeA und B mal nennst. Aber es würde besonders gut passen, wenn alle Drow als Kinder (bis sie sich als würdig erwiesen habe oder so) keine Namen bekommen, also identitäts- und rechtlos sind. Damit macht sich Fil schon im geheimen zu etwas besonderem und zu einem Individuum.
      :hmm:
      Recht überlegt klang das wesentlich besser und weniger abgespaced bevor ich es ausgeschrieben habe xD Naja, wenn du die Idee jetzt bewusst nicht beachtest, ist's auch gut ^^
      „Alice, man darf sein Leben nicht nach anderen richten. Du allein musst die Entscheidung fällen.“ [Alice im Wunderland]
    • @Rainbow Nur ein paar Wiederholungen :rofl:

      Rainbow schrieb:


      Paralogie schrieb:

      Mit einem Satz hechtete ich zu ihr hin, fing sie auf. Instinktiv versuchte ich meine Hand auf die Wunde zu pressen, aber sie war schon tot, noch bevor ich sie erreicht hatte.
      Das macht für mich keinen Sinn....er fängt sie doch auf. wieso schreibst du dann: bevor ich sie erreicht hatte ? :hmm:
      Also ja, er fängt sie auf. Aber da ist sie eben dann schon tot. Bisschen blöd formuliert, denk ich. Mal sehen, was ich draus machen kann.

      Rainbow schrieb:

      Ansonsten: Das mit dem JungeA habe ich zuerst so interpretiert, dass du dir selber mit dem Namen beim Schreiben noch nicht sicher warst, und das deshalb noch offen lassen wolltest :rofl: Offensichtlich wolltest du aber zeigen, dass die Kinder keine richtigen Namen haben, sondern auf die Weise genannt werden, oder wie? Aber sie haben ja Namen, denn sonst würden wir nicht erfahren, dass der Prota Fil’Kalan heißt. Ich weiß nicht, ob jemand das schon angemerkt hat oder ob du da schon was zu gesagt hast...ich bin halt nur drüber gestolpert.Ich würde sonst auch nicht unbedingt JungeA schreiben...vielleicht könnte man ihnen Nummern geben? Oder irgendeine andere Bezeichnung? Von der Idee her finde ich das nämlich eigentlich ganz cool ^^
      &

      Asni schrieb:

      Ach ja, hier ging's um die Sache mit den Namen. Also... Fil hat ja bestimmt eine relativ enge Bindung zu seiner Mutter. Sie könnte ihm einen geheimen Namen geben, den nur sie verwendet und auch nur, wenn sie zu zweit sind. Natürlich ist das ein Albenname, denn sie ist ja eine Albin. Das funktioniert unabhängig davon, wie du JungeA und B mal nennst. Aber es würde besonders gut passen, wenn alle Drow als Kinder (bis sie sich als würdig erwiesen habe oder so) keine Namen bekommen, also identitäts- und rechtlos sind. Damit macht sich Fil schon im geheimen zu etwas besonderem und zu einem Individuum.:hmm:
      Recht überlegt klang das wesentlich besser und weniger abgespaced bevor ich es ausgeschrieben habe xD Naja, wenn du die Idee jetzt bewusst nicht beachtest, ist's auch gut ^^

      Also: Tatsächlich, kann es sein dass Drowkinder keine Namen haben. Sie heißen dann z.B. Kind 1, Kind 2, Kind 3 oder Tochter 1 / Sohn 1 von XYZ usw. Manchmal, je nachdem wie wichtig die Familie ist und welche Hoffnungen in die Kinder gesetzt werden bekommen Erstgeborene einen Namen. Wenn diese Kinder dann überleben und erwachsen werden, können sie einen Namen bekommen bzw. je nach Leistung selbst einen aussuchen.

      @Asni Find ich schon eine sehr gute Idee, ich bin mir sogar fast sicher, dass seine Mutter ihm einen Kosenamen, bzw. einen albischen gegeben hätte. Da sie Sklavin ist und die Drow sicherlich nicht sonderlich mag, würde sie ihrem Sohn bestimmt einen nichtdrow Namen geben :hmm:

      Asni schrieb:

      Doch, dramatisch war sie schon und auch an sich ziemlich gut.Also ich hatte da die Idee, dass Fil (ich lerne dazu ^^ ) äußerlich sehr stark die Anforderungen und Erwartungen seines Vaters erfüllt, auch wenn er vor Hass und Wut zittert und die Hände zu Fäusten ballt (oder so). Damit verletzt und enttäuscht er aber seine Mutter, die ihn lieber zu einem empathischen (falls das passt) Menschen... äh... Alben erzogen hätte. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt schreiben soll, wie ich das versuchen würde zu gestalten, weil ich dich da auch nicht zu sehr beeinflussen will...
      Ja, das ist viel Arbeit und jein...
      Nein, nein, immer her mit deinen Einfällen! Das gefällt mir richtig gut. Gerade was diese großen Gefühle angeht, kann ich ohnehin nur auf stereotypen zurückgreifen. Da ist ein anderer Blickwinkel sogar besonders hilfreich.
      Ich bin mir sicher, dass seine Mutter sich gewüncht hätte er würde ein 'netter junger Mann'. Allerdings vermute ich nichtsdestotrotz, dass sie schon verstanden hat, dass er damit kaum überleben würde.
      Meine Idee war, dass sie ihm tatsächlich durch Fürsorge und Liebe etwas beigebracht hat, was er ohne sie niemals gelernt hätte und das soll ihm später ermöglichen 'Freunde' zu finden.

      Asni schrieb:

      :hmm: Ok, das passt nicht ganz zu dem, was ich mir vorgestellt hatte (was aber nicht an dir liegt, sondern daran, was ich mir zusammengesponnen habe ^^ ). Und klar: in einem längeren Text kann sich noch mehr entwickeln. Ich hab lediglich meinen Eindruck dargestellt (hoffentlich hab ich mich nicht im Ton vergriffen)
      Definitiv Nein! Natürlich nicht! Ich möchte deine ehrliche Meinung und wenn sie von meiner abweicht ist das nicht nur völlig okay, sondern auch sehr lehrreich. Denn es heißt da sind Dinge die ich nicht auf dem Schirm hatte. Also bitte, immer her mit deiner Kritik!


      Rainbow schrieb:

      Solltest du noch mehr davon auf Lager haben-immer her damit! Warum eröffnest du nicht einen eigenen Geschichtenthread?
      Danke, das ist wirklich sehr lieb von dir. Aber wie du siehst läuft noch so einiges nicht rund und das wollte ich vorerst mal herausfinden. Sollte es jemals dazu kommen, werd ich dir bescheidgeben.