Narenia Kurzgeschichte Der Elfenprinz im Trinkhorn

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Narenia Kurzgeschichte Der Elfenprinz im Trinkhorn


      Kurzgeschichte








      Das weite Gras lag vor ihnen und ein weiteres Dorf nur zwei Tage hinter ihnen. Die Delegation des Reiches Lalenquia war bereits sechs Tage unterwegs. Sie bestand aus den hohen Leibwächtern und sechs Soldaten für den Begleitschutz der Anführer.

      Der Prinz der Elfen drehte sich auf seinem Tigreif um und betrachtete die weite Prärie um ihn herum. Doch seine Augen zog es nach Westen zu seiner Heimat, dem Glitzerwald. Er hatte seine Mutter nur ungern allein gelassen. Besonders jetzt, da es Adlern gelungen war biss zum Fluss Lawe zu kommen.

      „ Prinz Kairen, ihr bleibt zurück. Was habt ihr, eure Hoheit?“, rief General Pikan. Der junge Elf sah seinen Beschützer an und seufzte. „Meint ihr Graf Cyro wird Mutters Reich angreifen und siegen?“, fragte Kairen seinen Leibwächter.

      „Die Adler sind auf Nahrung aus. Selbst wenn sie Lalenquia besiegen, werden sie kaum eine Elfe oder einen Elf töten. Um Königin Eurelana müsst ihr euch keine Sorgen machen. Allerhöchstens euer Bruder könnte in der Schlacht zu Tode kommen. Sollte es einen Angriff und Sieg während unserer Abwesenheit geben, seit ihr die Letzte Hoffnung eures Volkes, mein Prinz.“ , antwortete Pikan.

      Kairen musterte seinen Freund nun genauer. Der General trug eine grünes Hemd mit einem Gurt aus Schlingpflanzen um die Brust. Dieser ging von seiner linken Schulter biss zur rechten Hüfte und hielt einen aus Holzgeschnitzten Pfeilköcher auf dem Rücken des Elfen fest. Darin waren Pfeile die von Pigario, dem besten Waffenschnitzer des Glitzerwaldes, gemacht worden waren. Auch ein Bogen lag in seiner Hand. Seine braune kurze Hose trug einen Ledergürtel mit zwei Scheiden an jeder Hüfte. Pikan war ein passabler Schwertkämpfer und kämpfte ausschließlich mit den Erbstücken seines Hauses, den Dolchen „Sil'bla' Bla'ora'gr-ér'wei'ock'asc'ro´t“.

      Da das alte Elfisch auf Farben basierte, zwei Dialekte besaß und in seinem Wortlaut sehr langwierig war, hatten die Elfen ihre frühere Verständigung als Schmetterlinge aufgegeben und das Lalenquin entwickelt. Es war nach dem Modell des Zentarik, der Zentauren, geschaffen und wurde nicht mehr zur internen Verständigung benutzt. Tatsächlich gebrauchte das Volk Lalenquias diese Sprache nur noch im Militär oder im Handel. Doch immer noch gaben die Soldaten ihren Waffen im Lalenquin Bezeichnungen. Seit Königin Ablenia´s Ableben war das Wantin, die Sprache der Elfen. Obwohl es einige so wenig wie möglich sprachen. Nur zwei Jahre hatte es sich als Sprache der Elfen gehalten. Denn dann war es von Königin Kleotranis, Eurelanas Mutter verboten worden. Den als die erste Tochter von Prinzessin Eurelana als Kriegsgeisel von Weltenwandlern entführt worden war, hatte man alles was von den Weltenwandlern stammte verboten. So war man vom Wantin auf die Sprache der Einhörner zurückgekommen, da Eurelana nun Königin wurde und eine Tiefe Freundschaft mit Königin Quendana von den Einhörnern hegte. Trotzdem wurde das Wantin zur Verständigung mit anderen Völkern, außer den Einhörnern, weiterhin genutzt.

      Wäre Quendana noch am leben müsste Eurelanas Sohn nicht so beschwerlich durch Silintia wandern. Doch leider war der König und die Königin der Einhörner vor 9 Jahren ermordet worden. Nun regierte Arelandos erstes Kind Prinz Pilian das Reich. Doch er war immer noch ein Prinz, denn er durfte sich nicht vor einer Heirat krönen und seine Partnerin war vor 16 Jahren verschwunden.

      „Eure Hoheit, ich will ja nicht eilen. Aber der Himmel sieht schlecht aus. Es gibt glaube ich ein Unwetter. Ungefähr sechs Flügelschläge von hier entfernt liegt die Stadt „Aquiuf'wenja“. Wenn wir fliegen, schaffen wir es vielleicht vor Einbruch des Regens.“, rief der Elfenmagier Parkart seinem Herren zu. Der alte Elf trug einen langen weißen Bart und seine Flügel waren silbern. Sein Gewand bestand aus gelb gefärbten Leinenstoff und hatte eine langen Rock. Nur die Magier machten in der Kleidungdtradition des Volkes der Elfen eine Ausnahme. Alle anderen Elfen, selbst die Soldaten trugen ihre Kleidung in grün und braun.

      „Gut, besetzt die Tigreife und lasst uns so schnell wie möglich im „Handelshorn“, der größten Händlerstadt der Einhörner einkehren. Dort dürften wir auch unseres Gleichen treffen. Und außerdem können wir dort auf unsere Art speisen und die Nacht verbringen und müssen uns nicht mit kratzigem Stroh begnügen, wie letzte Nacht.“, gab der Sohn der Königin als Antwort.

      Die wenigen Elfensoldaten stiegen unter Pikans Befehlen in die Luft und zogen ihre Awaraki´s über die Schultern. Es waren grüne Blättergewänder aus dem Glitzerwald, die mit einem Geflecht aus Stöcken und Ästen, wie Segel über den Flügeln der Elfen gespannt wurden. Sie fingen jeden Tropfen des Regens auf und schützten so die empfindlichen Flügel vor Nässe. Die drei Generäle und Mitglieder der Farbengilde, die Leibwächter und gleichzeitig Kammerdiener der Königlichen Elfenfamilie waren, stiegen auf ihre Tigreife und hoben vom Boden ab. Kairen sah die von seiner Mutter für ihn ausgewählten Leibwächter an. Er selbst hatte darauf bestanden, dass Pikan ebenfalls zu seinem Schutz mit kam. Denn die Kammerdiener seiner Mutter Artinos, Keran und Kartos, waren ihm Fremd und er schlief lieber mit Jemanden den er kannte in einem Zimmer, als mit wildfremden Elfen die er nur ein paar Mal am Tag sah.

      Kairen drehte sich um und sah den Himmel an. Die Wolken hatten sich tatsächlich zusammen gezogen. Er betrachtete angewidert den Tigerschwanz seines Reittieres und spürte dabei die Adlerfedern unter seinen Händen. Wie er diese Wesen hasste. Er seufzte und dachte daran, warum er immer noch zu lies, das sein Bruder diese Kreatur heimlich züchtete. Prinz Ämon hatte vor Jahren eine Tigersklavin von den Wölfen abgekauft und hatte danach den Adler Kion bei einer Schlacht am Rande des Glitzerwaldes gefangengenommen. Die beiden hielt er nun im alten Zellenkomplex gefangen und zwang sie zur Paarung. Die Tigerin Taria gebar jedes Jahr ein Mischwesen aus ihrer Rasse und den Adlern. Ämon hatte Tigreife als neue Tierart in Lalenquia seiner Mutter präsentiert. Königin Eurelana, hatte zugestimmt, diese Wildtiere, zu fangen und als Nutztiere zu benutzten, nach dem Ämon veranlasst hatte, dass einige dieser Geschöpfe Elaquanta, die heilige Städte der Toten, verwüstete hatten. Kairen verabscheute diese Wesen und hatte tiefes Mitleid mit Taria und Kion. Doch es stand nicht in seiner Macht, solange seine Mutter Ämon glaubte, die beiden zu befreien.

      Die langen Adlerfedern erhoben sich und die hinteren Tigerpfoten stießen sich vom Boden ab. Der vertraute Luftzug schlug Kairen ins Gesicht und er schloss die Augen. Seine großen goldenen Flügel zuckten, wie als wollten sie sich in die Luft erheben. Doch Kairen hielt gegen seine natürlichen Instinkte. Denn wenn der Regen einsetzte würde er abstürzen und sich tödlich verletzten.

      Er umklammerte die Zügel aus Ranken und öffnete die Augen wieder. Er sah Pikan neben ihm dahin gleiten. Seine blauen Flügel schlugen unablässig durch die Luft. Dann spürte Kairen wie ein Regentropfen auf seine Nasse fiel.

      „Pikan! Pass auf !“, rief der Elfenprinz besorgt. Es fing an zu nieseln und jeder Tropfen schlug wie ein Pfeil auf seine armen Flügel nieder. Pikan sagte immer mehr ab.

      „ Regen, Pikan, Komm her!“, rief Kairen in Angst um seinen Freund. Der General schwenkte zu ihm. Doch dann trafen mehrere Wassertropfen seinen rechten Flügel und Pikan stürzte der Erde entgegen. Er schrie während er hinab fiel.

      Der Prinz brachte mit Hilfe der Zügel seinen Tigreif in den Sturzflug und erreichte seinen Freund. Er streckte die Hände aus und bekam Pikan um die Hüfte zu fassen. Er zog ihn auf das Mischwesen und umklammerte ihn fest. „Danke, eure Hoheit!“, keuchte der General. Kairen strich den blonden Elf durchs Haar. „Ich würde mein Leben für euch geben, Freund.“, gab der Prinz zu.

      „Gott sei dank regnet es in Lalenquia so wenig. Ich hasse Wasser.“, grummelte Pikan und schüttelte seine nassen Flügel.

      „Hier in Silintia ist das Wetter nun mal anders. Aber beruhigt euch. Wir kommen gleich ins Trockene. Ich sehe schon Handelshorn unter uns.“, sagte der Prinz und lächelte über das angewiderte Gesicht seines Freundes.

      Die Delegation von Lalenquia nahm Kurs auf die Stadt unter ihnen und landete auf einem Marktplatz. Kairen setzte von seinem Reittier ab und seine Dolche, die sich auf seinem Rücken befanden, schimmerten in den Lichtern der Laternen, die im Kreis um ihn und den Marktplatz herum standen. Er sah sich um und stellte fest das zwar viele Lichter aus den Häusern um den Platz herum schimmerten, es aber keine Leute auf dem Straßen gab. In seiner Heimat zogen um diese Zeit hunderte seines Volkes durch den Wald. Hier schien man den Einbruch der Nacht nicht mit einem Fest zu begegnen.

      Die Häuser um ihn herum waren in einen Kreis um den Platz angeordnet. Sie waren aus Stein erbaut und Stroh bedeckte die Dächer. Die Fenster waren aus Holz gefertigt und aus dem Selben Stoff waren auch die Türen.

      „Herr, hier in der Nähe gibt es ein Gasthaus, das Narenianer aller Art aufnimmt. Dort sollten wir angemessen nächtigen können. Ich rate euch zu Vorsicht, euer Hochwürden. Denn wir könnten durch aus auf Adler treffen.“, sprach Artinos. Er trug, wie auch seine beiden Freunde, ein Gewandt aus mehreren Farben und ein Schwert am Gürtel. Seine Haare waren lang, wie das der meisten Elfen, und trugen die Farbe Braun. Seine gelben Flügel hingen klitschnass von seinen Schultern herunter.

      „Solange wir hier im Reich der Einhörner wandeln, kann uns kein Schnabel etwas anhaben.“, zerstreute Kairen die bedenken des Leibwächters. Pikan hob die Hand und befahl den Soldaten etwas im Lalenquin. Diese steckten ihre Waffen ein und legten die Bögen auf ihren Rücken. Sie falteten die Awaraki ein und stellten sich zum Geleitschutz auf. Der Magier gesellte sich zu dem Prinzen und betrachtete die Häuser des ewigen Volkes.

      „Im Licht geboren, von den Göttern bestimmt,

      kommen sie in das Land der Tiere, sich ein jeder königlich benimmt,

      Ihr König, so rein und schön, wie ein Komet in die Erde getrieben,

      Sie, der uns unbekannten Kräfte mächtig, sind in Freundschaft geblieben,

      Freunde der Völker, Feinde des Herrn der Schatten,

      werden sie unsere Welt bereichern und verändern,“, gab der Magier die ersten Zeilen eines Liedes wieder.

      „Dies hier zu singen ist wahrlich magisch, Meister Parkart.“, wandte sich Kairen dem alten Elf zu.

      „Verzeiht eure Hoheit! Aber mir war danach etwas Lyrik in diesen Mauern erklingen zu lassen. Man sagt die Einhörner seien große Sänger und würden die Musik verehren.“, erklärte sich Parkart.

      „Dies werden wir heraus finden. Kommt ich führe euch.“, sagte Artinos und fügte mit Blick auf Kairen hinzu: „ Natürlich nur, wenn es der Prinz erlaubt. Ich bin der einzige von uns, der hier schon einmal war. Denn ich habe eine Schwester hier, die manchmal als Sängerin im „Volksbach“ auftritt. Es ist die einzige Gaststätte hier die wirklich alle Rassen Narenias ein Bett geben kann.“.

      Kairen nickte dem Diener seiner Mutter zu und Artinos ging auf eine der vielen Straßen, die von dem Marktplatz abgingen zu. Die Soldaten nahmen die Tigreife und führten sie. Kairen, Pikan, Parkart und auch die Geschwister Keran und Kartos folgten Artinos in die Stadt.

      Sie mussten nicht weit gehen, denn schon in der nächsten Straße sahen sie ein großes Haus und über dem Eingang hing ein Schild mit der Aufschrift „ Atranaquin'quinton“. Es war die Sprache der Einhörner und offenbar war das Wort in den Harie, den Schriftzeichen der Elfen geschrieben worden. Den es stand in folgender Form auf dem Schild:


      Zeichen vor dem Trinkhorn.pdf


      Kairen besah sich die Gaststätte. Das Haus war groß und in den Farben grün und sandbraun gehalten. Einige runde Fenster, wie es in Hion, dem Land der Adler, üblich war, die nur in Höhlen oder riesigen Städten aus seltsamen Holzkästen hausten, sah er im zweiten Stock des Hauses. Auf der grünen Tür war ein Bach abgebildet und in dem Bach, war ein Einhorn, ein Adler, eine Meerjungfrau, ein Weltenwandler, ein Drache, eine Elfe, ein Bär, ein Tiger und ein Wolf. Es waren dort tatsächlich alle Völker Narenias auf dem Bild versammelt. Nur das Orakel und Zentauren fehlten. Aber dies war nicht sehr verwunderlich, denn die Einhörner hassten ihre nahen Verwandten im Osten und das Orakel zählte nicht zu den Rassen Narenias.

      Der Magier und Pikan standen mit ihm vor der Tür und klopften nun. Über den Bild des Baches öffnete sich eine kleine Klappe und ein menschlicher Kopf kam zum Vorschein. Das einzig nicht menschliche an dem langhaarigen goldblonden Mann, war das große silberne Horn auf seiner Stirn.
      Die regenbogenfarbenen Augen musterten die Reißenden mit Argwohn.

      „Coy meaka Efarian kred?“, fragte der Türsteher des Gasthauses in der Sprache seines Volkes.

      „Was wir Elfen hier wollen?“, wiederholte Artinos im Wantin und schlug dann auf Eiwa um, den Dialekt der Geflügelten im Einhornischen: „ Kes geritz pu biliaon Vaquat sedrif Earas Arakerie'wenja aban tun bilia Quandark zuk tertele. Unharilip kes kred quimb Huran vanchicani?“.

      „ Ihr seit also auf der Durchreise und wollte nach Schoss Silberhorn und vor Prinz Pilian? Wer seit ihr? Nennt mir eure Namen Elfen, ehe ich euch einlasse und ihr euch hier einquartiert.“, sprach der Mann erbost und Misstrauisch.

      „Ich bin Prinz Kairen von Lalenquia. Sohn von Königin Eurelana, einer alten Freundin von Pilians Mutter.“ , stellte sich Kairen vor und deutete dann auf seine Begleiter: „Dies sind meine Leibwächter Artinos , Keran und Kartos. Es begleiten mich außerdem meine Freunde Pikan und Parkart. Die Anwesenheit der Soldaten muss ja wohl nicht in diesen schweren Zeiten erklärt werden.“.

      „Nein, dies müsst ihr wahrlich nicht. Es waren lange keine mehr vom Volke des Glitzerwaldes hier. Willkommen im Atranaquin'quinton.“, sagte der Türsteher und öffnete den Reisenden die Tür zum Gasthaus.

      Kairen trat als erster über die Schwelle und musste grinsen als sein General und Freund seine Flügel schüttelte und leise knurrte: „Wie ich es hasse nass zu werden.“. Der Prinz staunte über die vielen verschiedenen Rassen die hier zu sehen waren. Zwei schwarze Bären rannten durch das Gasthaus. Der eine hatte einen Krug Bier im Maul und wurde von seinem Artgenossen gejagt. Viele Elfen saßen an den Tischen und unterhielten sich. In einer Ecke saßen drei Männer. Zwei von ihnen hatten orange Haut und ebenso orange Haare die mit schwarzen Streifen durchsetzt waren. Der dritte von ihnen war weiß und seine Harre waren ebenfalls in seiner Hautfarbe und mit Schwarz durchzogen. Drei Tigerschwänze schlängelten sich um die Stuhlbeine der drei Gestalten. Den es waren Tiger aus Tigarien in menschlicher Gestalt. Sie sahen immer wieder argwöhnisch und voller Zorn auf ein junges Paar, dass sich in eine Ecke zurückgezogen hatte. Der Mann hatte schwarze Haare und ebenso schwarze Brusthaare und trug nur eine Hose aus Tigerfell. Seine Gefährtin war braunhaarig und trug ein Kleid aus Tigerfell. Es waren gewiss Wölfe, denn kein anderes Volk schlachtete Tiger und fraß das Fleisch und verwertete die Knochen und das Fell. Dies war das Werk des Dämons, der den Krieg gegen das Volk vom Wald Baumkralle und die stetig zunehmende Ausrottung der Tiger angezettelt hatte.

      Es waren erstaunlich wenig Einheimische zu sehen. Offenbar schliefen die Einhörner schon. Nur eine kleine Gruppe von Hengsten, erkennbar an ihren Hörnern, den sie waren alle samt großgewachsene menschliche Männer, saß am größten Tisch der Gaststätte. Kairen beschloss sich an den Tisch in der Nähe der Hengstgruppe zu setzten.

      „Folgt mir, meine Freunde.“ , sagte der Prinz und führte seine Begleiter durch den Schankraum. Sie kamen zu einem kleinen Tisch und Kairen setzte sich als erster auf einen der Holzstühle. Rechts und Links neben ihm nahmen die Geschwister Keran und Kartos platz. Sie hielten, jeder eine Hand unruhig an ihre Schwerter gelegt. Die jungen Elfenwächter der Farbengilde trugen grüne Oberteile und braune Hosen. Beide waren schwarzhaarig. Doch im Gegensatz zu Keran hatte Kartos seine Haare geschnitten. Sein Bruder hingegen hatte langes welliges Haar. Dem Prinzen gegenüber setzte sich der Magier und Artinos. Pikan zog sich einen Stuhl von einem leeren Tisch heran und setzte sich zwischen Parkart und Keran, zur Linken von Kairen. Die Soldaten hatten sie vor der Tür mit den Tieren zurückgelassen. Sie kümmerten sich um die Unterbringung der Tigreife und würden sie bewachen.

      Der Elfenprinz sah zu den Hengsten herüber. Die Einhörner unterhielten sich so laut, dass er mit hören konnte.

      „Meint ihr Ansgar wird endlich seine Tochter verloben. Letztes Jahr war nur Stella auf dem „Oahane quen Selembia“. Ich hoffe er kann seiner Jüngsten Vernunft bei bringen. Stella ist äußert wählerisch.“, sagte ein großer braunhaariger Mann mit einem cremefarbenen Hemd und einer Hose, die schon mehrere Felder gesehen hatte. Seine Stiefel waren verdreckt.

      „Deine Nichte mag eben nicht jeden Junghengst, Arando.“ , sagte der zweite Hengst. Er hatte lange blonde Haare und trug sehr feine Stoffe. Seine Schuhe waren aus Silintewera, einen Stoff gemacht aus Gras und sehr dehnbar. Sein Gewandt war blau und sehr verziert mit Stickereien. Es war ohne zweifel eine Hengst von hohem Stand.

      „Ach Arkwan! Ich wünschte meine Familie wäre normal geblieben. Jetzt gibt es noch jemanden der mir gleicht. Aber Pegasus sei Dank, ist Loreelia in Sicherheit. Ich habe gehört, dass jeder Flügelträger gejagt wird. Sie halten sie für Nachkommen von Pregons Armee und nennen sie die „Pregonier“ oder schimpfen sie mit dem Wort 'Zyrapegini'. Doch ich bin kein Nachkomme der gezüchteten Geflügelten.“, sprach Arando, der als erster gesprochen hatte.

      „Nicht so Laut meine Freunde. Ich beherzige den Leitsatz der Wanlu Yaxequon Gilde. Du bist Teil der Lichtmagie, Arando. Meister Aron hält viel von dir, da du persönliche Ziele verfolgst und dich gegen die Xatariosgilde und die Anhänger des ehemaligen Kronprinzen stellst. Du nimmst sogar in Kauf deinem eigenen Bruder gegenüber zu treten. Und auch deine Macht übersteigt durch deine Geheimnis die von uns allen, mit Ausnahme von Meister Aron.“, sagte ein dritter schwarzhaariger Hengst. Er trug eine rote Robe und Schwerter an beiden Seiten seiner Hüfte. Auch seine Oberkörper war mit einem Kettenhemd versehen. Kairen vermutete, dass es sich um einen Soldaten handelte.

      „ Aron hält viel von mir, da wir entfernt verwandt sind, mein lieber Tizian. Du als Soldat, müsstest doch am besten über die königliche Familie Bescheid wissen? Hat dein Vater nicht neben meinen Bruder Luman gedient. Tiazon, der Hauptmann der Hornstoßeinheit, hat doch Prinz Garlando gesehen, oder? War und ist er wirklich so dunkel, wie Aron sagt?“, fragte Arando seinen dritten Gefährten.

      „Vater beschrieb mir den Prinzen als junges Fohlen kurz bevor er in der Schlacht um Asi'iril fiel als verbitterten gebrochenen Mann. Ein Schatten von Angst beherrschte Garlando, als er mit König Areon das Heerlager an der Grenze zu Wohlhonion und Tigarien besuchte. Vater sagte, dass die Gerüchte über die Misshandlungen des Kronprinzen stimmen könnten. Nach dem was Meister Aron bei der letzten Versammlung sagte, glaube ich diese Gerüchte jetzt. Wer könnte besser über Garlando Bescheid wissen, als sein eigenes Kind.“, antwortete Tizian.

      „Seit leise. Ihr bringt den Meister in Gefahr. Niemand darf wissen wer hinter Aron Quachlog steckt.“, zischte Arkwan.

      „Wechseln wir das Thema. Was haltet ihr eigentlich davon, dass die Xatarios Gilde versucht an Lumans Familie heran zu kommen. Ich meine, dass ist doch kein Zufall, dass ausgerechnet Darondar, Pharos Sohn, um die Hand von Stellas Schwester Lareena angehalten hat. Areks Bruder ist doch nur hinter dem Kristall her.“, knurrte Arando wütend.

      „ Ich hoffe deine Nichte wählt ihn nicht. Der Sohn der schwarzen Magie wird es wohl kaum wagen aus einem Verdacht heraus eine Stute zu entführen. Sie vermuten das Luman der Vater der Zwillinge ist. Doch wahrscheinlich wissen sie nicht ob Stella oder Lareena der Zwilling der Prinzessin ist. Ich hoffe Pilian wohnt dem Fest bei. Denn dann wird man es nicht wagen die Töchter von Luman zu entführen.“, wandte Tizian ein.

      „ Was genau ist eigentlich damals los gewesen, als die Partnerin von Prinz Pilian verschwand. Weiß einer von euch warum?“, fragte Arkwan.

      „Als mein lieber Bruder Farianto mein Geheimnis mitbekam ist er sofort von Feldarbeit zur Ahnenforschung übergegangen. Er fand die Verbindung meiner Familie mit Airania, einer unehelichen Tochter von König Pegasarus Pegasus, dem Urgroßvater von Königin Periana, der Mutter von Königin Piweia. Piweia ist die Großmutter von Arelando und Garlando. Durch die kleine Erbschaft mit der Familie Pegasus trug in jeder Generation ein Ansgar mein Geheimnis. Man erzählt, dass Piweia kurz nach der Entdeckung ihrer Schwangerschaft, das Orakel besuchen wollte. Sie verschwand und ihr Gatte König Arohon lies sie suchen. Doch die Königin blieb verschwunden. Acht Jahre später tauchte Piweia mit einem Fohlen wieder auf. Sie sagte, dass ein gewisser Lazerus sie und ihr Kind zurückgeschickt habe. Ein Jahr später tauchte Areon in Schloss Silberhorn auf. Das Orakel vermutete das Piweia mit Lazerus, den Dämonenprinzen von Hural gemeint hat. Ihr alle wisst, dass Arohon seinen zweiten Sohn Aranon, nie anerkannt hat. Schließlich schloss sich Prinz Aranon der Xatarios Gilde an und sein Bruder stieg zum Kronprinzen auf. Dann griff Kofmog die Weltenwandler an und Piweia ritt Wiliams Volk zur Hilfe. Doch sie wurde von Hurals Kriegern angegriffen und ihr Ehemann kam, um sie zu retten. Der König wurde erschlagen auf dem Schlachtfeld aufgefunden. Doch von Piweia fehlte jede Spur. Kurz danach begann der Krieg gegen Kofmog. Ich überspringe nun einfach Mal die Herrschaft von Areon, Piweia´s und Arohons Sohn. Areon wurde ja von Pharos, dem Nachkomme der Erben des Xatarios, ermordet. Zu Arelandos Lebzeiten spitzte sich der Krieg zu. Arelando gelang es immer weniger Kofmogs Truppen zu besiegen. Nach dem Bündnis Dragulans mit den Zentauren, verstärkte sich der Sturm auf Silintia. Verzweifelt wandte sich Arelando an William. Dieser schickte einen Spion nach Dragulan. Weltenwandler stellten sich nun auf Arelandos Seite. Doch Kofmogs Macht wurde immer stärker. Dann verschwand die Magie aus Narenia. Arelandos Bruder Garlando erschuf mit dem Rat des Wanlumaclans, der größten Magiergilde des Reiches, die Kralle. Sie war ein Wesen, dass die Magie zurück führen sollte. Dann verriet der Bruder des Königs seinen Orden und die Kralle wurde zu einer schrecklichen Kreatur, die Dörfer vernichtete. Garlando wurde endgültig verbannt und sogar gefoltert. 6 Jahre verbrachte er im Exil. Dann wurde vom Orakel die Prophezeiung des Kristalles ausgesprochen. Es schickte Wiliam um den Kristall seinen Trägern zu bringen. Loreelia und ihre Schwester wurden gerade geboren. Auch Arelando wurde Vater von Pilian. Denn der Königliche Nachkomme wird immer mit seinem zukünftigen Partner geboren. Irgendwie bekam Kofmog dies mit und nur drei Tage nach der Geburt von Loreelia versuchten Schattendämonen die Fohlen zu entführen. Dank Gadugon, dem Hofmagier und Arzt des Königs, konnte dies verhindert werden. William über gab den Jungtieren den Kristall, der sich angeblich da in zwei Teile gespalten haben soll. Er nahm Loreelia an sich und brachte sie fort. Er wollte die Prinzessin vor Kofmog schützten, damit es kein Unglück gab, wenn der Dämon sie und ihre Schwester in die Hände bekam. Der Name von Loreelias Zwilling wurde geheimgehalten und nur ihre Eltern wussten wer es war. Zu Lorannas und Lumans Glück, bekamen sie ein Jahr nach Loreelias Verschwinden eine dritte Tochter. Seit dem hat sich der Hass von Kofmog auf unser Volk verstärkt. Doch niemand weiß, warum wir die ersten waren, die er bekriegte. Die nächsten zwei Jahre waren von Leid geprägt. Die Königin schenkte dem König eine Tochter. Prinzessin Arilia war früh entwickelt, man sagt das sie Preginia glich. Ihr Verstand war weit ihrem Alter voraus. Als die Prinzessin acht Jahre alt wurde, deckte ihr Partner Dären die schrecklichen Taten des Königs an seiner Tochter auf. Der König hatte ihr Lia´s Schicksal angetan. Dies war eigentlich verboten und in Dregians Herrschaft mit dem Tod bestraft worden. Arilias magische Fähigkeiten kamen zum Vorschein und sie wurde entführt. Ihr neun Jähriger Bruder, der gerade zum Mann heran gewachsen war, suchte sie. Pilian traf auf seinen Onkel und fand heraus das Garlando seiner Schwester das Leid zu gefügt hatte. Dem Prinzen gelang es seine Schwester sicher nachhause zu bringen. Ein Jahr später wurde der König und die Königin ermordet. Pilian sagte dem Volk, das dies Garlandos Werk war. Er stieg zum regierenden Prinzen empor und führt jetzt unser Land.“ , erzählte Arando.


      „ Lias Schicksal?“ fragte Arkwan.

      „ In deinen Kreisen ist dieses Schicksal noch verpönter als das von Lianja, Lias Mutter. Es passiert eigentlich nicht, oder sollte nicht passieren. Doch leider nehmen sich Einige König Pregon zum Vorbild. Hast du schon mal davon gehört, dass ein Vater seiner Tochter unnatürlich lange gute Nacht sagt?“, sprach Arando mit dem Fürsten.

      „Ich habe selbst ein männliches Jungtier. Ich wünsche ihm eine Gute Nacht und lecke ihn sanft. Aber worauf willst du hinaus?“, antwortete Arkwan.

      „Kannst du dir vorstellen, wenn du jetzt ein Weibchen hättest, mit ihr das selbe zu tun, wie mit deiner Frau?“, hakte Arando weiter nach.

      „ Du meinst....! Aber Pregon hat doch nur seine Frau. Die Königin hat ihm seine Armee geboren.“, stammelte der Soldat Tizian dazwischen.

      „ Nein, er hat auch seine Töchter. Beide sind durch die Folgen gestorben. Heute wird in Kreisen, in denen dies passiert der Name „ Lias Schicksal“ dafür verwendet. Lianjas Schicksal ist im ganzen Land bekannt und andere Hengste tun es Pregon gleich.“, sagte Arando traurig.


      Kairen stand auf und ging zu der Gruppe. „Ich habe euer Gespräch mit angehört, meine Hornherren. Was ist Lianjas Schicksal und wer ist Pregon? Verzeiht einem fremden Elfen, diese Frage. Doch wie ihr sicherlich wisst, sind wir unnatürlich neugierig und trachten nach Wissen, wie euer Volk nach Reichtum und Macht.“, sprach Kairen die Hengste an.

      „Der alte Tauro gibt jeden Tag um diese Zeit entweder die Geschichte der Entstehung seines Volkes oder die „Aquararet quen Lianja, quen Palin lo Fililioni“ zum besten. Er ist dahinten und bereitet sich auf seinen Auftritt vor.“, sagte Arkwan und deutete auf einen alten Mann, der ein gebogenes Horn auf der Stirn trug. Seine Gesicht zeigte keine Spur des Alterns nur an seinem Krumen Rücken und dem langen weißen Bart, konnte man ihn als altes Einhorn erkennen. Doch sein Horn war kleiner als das der menschlichen Einhornhengste, die Kairen gegenüber saßen.

      „ Er ist ein Hulan und gehört den Aquararet'heraker an. Für euch nennen sie sich „Geschichtenhüter“. Sie sind eine Gruppe von Hulans die von Dorf zu Dorf zieht und dafür sorgt, dass das einfache Volk auch etwas von seiner Geschichte erfährt. Zwar können viele des einfachen Volkes lesen und schreiben. Doch bleiben Bücher immer dem König oder den Fürsten vorbehalten. Meistens sind es gescheiterte Wanlis, die Lehrlinge des Wanluma-Clans. Oder sie waren einmal Stalone Hulans und konnten aus der Sklaverei fliehen.“ , erklärte Tizian.

      Der Elfenprinz schwieg und beobachtete mit gespannter Erwartung, wie der Hulanhengst namens Tauro ein hölzernes Podium bestieg.

      „Völker Narenias!“, rief der Hulan und alle Köpfe drehten sich zu ihm um. Selbst das Wolfspärchen hörte auf sich zu begatten. Die beiden Bären hörten auf sich zu jagen und blieben vor dem Podium stehen und setzten sich auf den Boden. Das Fell der Bären wurde länger und verdeckten jeden Zentimeter des Körpers. Dann ging das Fell plötzlich zurück und auf dem Boden saßen zwei schwarzhaarige Männer mit ziemlich behaartem Körper und ohne Kleidung. Nur ein kleiner Rock aus Blättern verdeckte ihre Scharm. Kairen sah angewidert weg. Das Volk , das in der Nähe von dem Stachelberg im Lande Bäantilik lebte war wirklich das zurückgebliebenste Volk von Narenia, dass er je gesehen hatte. Einige sagten, dies seien die Wölfe, doch die waren immerhin in der Lage sich Häuser und Burgen zu bauen. Bären lebten seit 400 Jahren immer noch in Höhlen.


      „Heute möchte ich euch die tragischste Geschichte meines Volkes erzählen. Viele von euch dürften davon gehört haben. Diese Geschichte wird jedem Weibchen vor dem Fest der Liebe, das dieses Jahr in wenigen Tagen in der Stadt Silinpakart, unserer Hauptstadt, stattfindet erzählt. Es soll dem zur Stute gewordenen Fohlen klar machen, wie gefährlich die Wahl eines zukünftigen Gatten ist. Es zeigt dem Jungtier das die Paarung und die Zeugung von Nachkommen, nicht nur schöne Seiten hat. Doch es ist keine Legende. Es war Wirklichkeit, so schrecklich dies auch klingt. Wir, die Erben des Vermächtnis, entsagen unserem dritten König und behalten ihn nur wegen der Angst, dass solch ein Tyrann, wieder kommen könnte, in Erinnerung. Noch immer gibt es Nachkommen seiner Armee. Auch dürfen wir nicht vergessen, das einer dieser Nachkommen den Grundstein für die Ermordung unseres vor letzten Königs legte. Möge Areon, Arohon´s Sohn in Frieden ruhen.“, sprach Tauro.

      Die Einhörner in der Gaststätte konnten offenbar nicht an sich halten und erhoben die Gläser. Von überall her hallte: „ Wandavoli biliaon Quan Areon! Cehu bilia Kiakani dasi Pharos!“ durch den Raum. Die Einhörner ehrten ihren verstorbenen König und wünschten den Kindern seines Mörders den Tod.

      Tauro räusperte sich und begann zu singen:

      „ Einst lebte die Königin in ihrem Haus, die Erste der Linie der Geflügelten,
      liebte ihre Kinder mehr als ihr Volk. Die erste Tochter der Grünen Gras Hügel,
      war die Königin. Sie hieß Lianja, Tochter Preginia´s und der Kraft der Magie.
      Ihr Gatte, Pregon, war verzerrt von Liebe und wollte eine Regie
      aus Geflügelten Einhörnern. Er paarte sich mit seiner Frau Tag ein Tag aus
      Ein Kind, Zwei Kinder, drei, bis zu Sieben Söhne und zwei Töchter, dann war es aus,


      Oh, Lianja, Quinis dasi Lendio, pu quis kun Lendio quanrinto,
      Oh Lianja, Palin lo fililion, quimb kun selem
      Oh Lianja, quintulo lo kinlun Ferton, sunk Hinavan quistenles
      Oh Lianja, yuanjing aban kil wanwen nesantaral Subanto Yundur suk Arankaril,
      Kilito Setirion lah kun ron kinli Quinisra uhari sequiwiri





      Die Königin starb und der König fürchtete, dass sein Plan scheiterte,
      so dass er die Partner seiner Kinder zur Zeugung von Nachkommen inspirierte.
      Dies war nicht genug, so dass er sich nun an seinen Töchtern vergriff,
      Diese litten Monate, Fohlen wurden geboren, eine Tochter die den Wahnsinn begriff,
      nahm sich das Leben und zog ihre Nachkommen mit sich
      Ihre Schwester, in Trauer gebrochen, dem Vater hilflos ausgeliefert, lies sie alle im Stich,


      Oh, Lianja, Quinis dasi Lendio, pu quis kun Lendio quanrinto,
      Oh Lianja, Palin lo fililion, quimb kun selem
      Oh Lianja, quintulo lo kinlun Ferton, sunk Hinavan quistenles
      Oh Lianja, yuanjing aban kil wanwen nesantaral Subanto Yundur suk Arankaril,
      Kilito Setirion lah kun ron kinli Quinisra uhari sequiwiri



      Der König trennte sich von dem Rest seines Volkes,
      Die Geflügelten lebten in großer Zahl fernab ihres Volkes.
      Der König verweilte mit seinen Nachkommen in seinen Reich.
      Dunkle Gedanken hegend, rief er zum Kampf, Blut floss wie ein Teich.
      Der Vision verfallen, das einzige Einhornvolk zu sein, rief er in die Schlacht,
      Von Großvater Lianja´s bestärkt, trotzte sein Sohn dem Wahnsinn und seiner Macht.
      Dregian, der erste Sohn Pregons und Lianjas, strahlte in Pracht.


      Oh, Lianja, Quinis dasi Lendio, pu quis kun Lendio quanrinto,
      Oh Lianja, Palin lo fililion, quimb kun selem
      Oh Lianja, quintulo lo kinlun Ferton, sunk Hinavan quistenles
      Oh Lianja, yuanjing aban kil wanwen nesantaral Subanto Yundur suk Arankaril,
      Kilito Setirion lah kun ron kinli Quinisra uhari sequiwiri

      Dregian tötete seine Geschwister und die gesamte gezüchtete Rasse,
      er tötete in blutbeschmierten Gassen.
      Nur seine Frau und seine Tochter und dessen Partner lies er am Leben.
      Die Krone auf dem Haupt, wieder mit seinem Volke vereint, bekam er ewigen Segen.“




      „Viele von euch dürften die entscheidenden Zeilen kennen. Doch will ich sie jetzt in einer Sprache wiedergeben die uns die Weltenwandler gaben und die heute hier jeder versteht. Damit auch die Letzten die schreckliche Tragweite, von Lianjas Schicksal begreifen. Der Refrai des Liedes, das von Dregian selbst verfasst wurde lautet übersetzt ins Wantin folgender maßen:

      Oh Lianja, Tochter des Lebens, auf dass du Leben schenkst,
      Oh Lianja, Mutter von vielen, die du geliebt
      Oh Lianja , gepeinigt von deinem Gatten, zur Paarung gezwungen
      Oh Lianja, missbraucht um eine schreckliche, niemals einkehrende Vision zu verwirklichen,
      Dein Leid hast du an deine Töchter weiter gegeben.

      Ich bitte euch einige Sekunden nach zu denken. Falls hier Erben des Heeres von Pregon unter uns weilen, so bitte ich die Zyrapegini die Schuld ihrer Vorfahren abzutragen. Denn die Schlacht des Blutes hätte beinahe unser Volk vernichtet.“ erzählte der Hulan.
      Der ganze Raum schwieg. In einigen Augen standen Tränen und in anderen Angst. Die Blicke der wenigen Kinder waren verstört und voller Unverständnis. Ein junges Elfenpaar ging von Familie zu Familie und sagte jedes mal zu den Eltern: „ Dies soll nicht die Unschuldigen beschmutzten. Gebt die Fohlen und Jungtiere in unsere Hände und wir hüten sie fern von den bösen Zungen von Pregons Wahn.“. Die Eltern gaben die Kinder in die Obhut der beiden Elfen und diese gingen mit den Jungtieren aus dem Raum.
      Dann begann Tauro die Geschichte:
      „Nach dem Glück kommt der Sturm. Dies musste auch Pegasus Tochter erfahren. Ihr alle kennt die Geschichte wie die erste Prinzessin Silintias Preginia unter Gefangenschaft und Behütung ihres Vaters aufwuchs. Wie sie die beschwerliche Reiße zum Orakel meisterte und ihren Vater versuchte zu retten. Wie die Prinzessin das Labyrinth des Quiwendo betrat und dort des Schwert des Schicksals fand. Wie Preginia die Drachen bezwang. Doch dies alles wird an anderer Stelle erzählt. Wichtig ist nur zu wissen das Königin Preginia Lianjas Mutter war. Mit ihr begann der Zyglus, der Partner der Geflügelten. Preginias Gatten wuchsen Flügel während der Hochzeitsnacht. Lianjas Gatte Pregon war der erste Partner der, wie es heute noch ist, mit Flügel zum selben Zeitpunkt wie das Königskind geboren wurde.

      Lianjas Kindheit war glücklich. Zu glücklich, sagen die Gelehrten. Denn die Prinzessin kam durch die Fürsorge ihrer Mutter weder mit Krieg noch anderen Leiden in Berührung. Dies führte laut den Gelehrten zu ihrer späteren Naivität und ihrer Blindheit für das schreckliche Tun ihres Gatten. Jedenfalls war ihre Kindheit völlig Unbeschwert, wie ein blühender Sommer vor dem grausamen Winter. Erst nach ihrem sechstem Lebensjahr kam Pregons Vater in den Palast und offenbart der Königin die Existenz von Pregon. Er beschuldigte König Priran mit seiner Frau Quin verkehrt zu haben, da er sich die Flügel seines sechsjährigen Sohnes anders nicht erklären konnte. Damals waren die Flügel noch rein und sie wurden nur von königlichen Nachkommen getragen. Seine Beschuldigungen wurde dadurch verstärkt, dass Priran, der ein Volkssohn war, als Kind mit Quin gespielt hatte. Doch die Königin lies sich nicht täuschen und zweifelte an dem Verrat ihres Gatten. Sie befragte ihren Vater, der noch immer in der Dimension der Götter weilt und zu seinem Volke zurückkehrt wenn es ihn ruft. Sie erfuhr, dass die Götter Pregon für Lianja auserwählt hatten, so wie sie einst ihre Mutter Pesia geschaffen und zu Pegasus geschickt hatten. Nun akzeptierte die Königin Pregon als zukünftigen Gefährten ihrer einzigen Tochter. Pregon soll oft mit ihr getanzt haben, denn dies war Lianijas Leidenschaft, weswegen ihre Mutter sie Lianija, „ Die Tanzende“ nannte. Viele Glückliche Kinderjahre verstrichen und schließlich waren beide Erwachsen. Mit 14 Jahren, verlobten sie sich. Zu diesem Zeitpunkt bekam Pregon seinen Vater vorgestellt, den er seit der Übergabe nur als Spielgefährten und Beschützter kannte. Er fragte nun nach seiner Herkunft und sein Vater gestand ihm, dass er Quin aus Zorn und Unglauben über ihre Unschuld an seinen Flügeln erschlagen habe. Der junge Prinz, den so wurde Pregon genannt, obwohl er kein Königliches Blut hatte, konzentrierte seine Wut über den Verlust seiner Mutter auf seine Rasse. Er glaubte, das die Geflügelten Könige das Volk zur Züchtung ihrer Linie benutzten und das Preginia allein ihm seine Flügel gegeben hatte um die Linie fort zu führen und ihrer Tochter einen vom Aussehen her angemessenen Gatten zu geben. Er sah das Volk als Nutztiere ja fast schon Sklaven der Familie Pegasus an. So wohnte der junge Prinz der gerade verlobt werden sollte und dessen Heirat bald vor der Tür stand bei seinem Vater. Als der König alle kriegstauglichen Hengste in den Kampf gegen die „magischen Feuerflügel“ , dem Bündnis des Drachenkönigs Daruton, Sohn Darintiro´s, der seinen Vater rächen wollte, mit den Schmetterlingen, schickte. War Pregon sehr besorgt. Darintiro war von Pregina in der Schlacht der Drachen um die Quiril vor Lianjas Geburt, erschlagen worden. Duraton hatte sich mit dem ersten Sohn von Salaro Stalik verbündet und das Herr der Schmetterlinge kämpfte Seite an Seite mit den Drachen von Dargoren gegen Silintia. In diesen Schlachten wurde Pregons Vater tödlich verwundet und kam schwerverletzt in die Heimat zurück. Pregon erfasste Zorn über das Schicksal seines Vaters und verdrehte die Ereignisse und war der Überzeugung, dass sein Vater der Machtgier des Königs ein hergefallen war. Mehr den je betrachtete er die Einhörner als Werkzeuge und gar Sklaven der Geflügelten. Doch statt seine eigenen Flügel zu verabscheuen, sah er sich als Retter an. Dann heiratete er endlich seine Frau Lianja. Der Prinz vertiefte sich in Schriften seines Volkes und in seiner Überzeugung verzehrte er das Bild das über seinen Urvater Pegasus, den Großvater seiner Gattin, überliefert war. Pregon besuchte seinen Vater. Als dessen Zeit abgelaufen war, gab er ihm Preis, dass er davon überzeugt war, das König Priran Pregons Vater war. In Angst er habe seine Halbschwester geheiratet stellte er den König zu rede. Priran versuchte ihm die Vorstellung der Verwandtschaft mit ihm aus zu reden, doch sein Schwiegersohn deutete dies als Verschleierung der wahren Gründe seiner Geburt. Denn er war jetzt der Überzeugung, dass er nur geboren worden war um die königliche Linie zu erhalten und Lianja Nachkommen zu geben. In seinem Zorn tötete er den König. Preginia sah das Ende ihres Geliebten mit an und floh zu ihrer Tochter. Sie gab der Prinzessin ihr letztes Geschenk, das sie für Lianja gemacht hatte. So ging das Quentil,von ihrer Erschafferin zu der Kronprinzessin. Und seit dem trägt die Kronprinzessin das Quentil von Generation zu Generation. Pregon fand Preginia in ihrem Gemach und er folterte die Königin und tötete sie grausam. Seiner Gattin erzählte er das die Schmetterlinge im Palast eingedrungen seien und ihre Eltern getötet hätten. Nun wurde Pregon König und Lianja Königin.
      Pregon beutete das Volk aus und führte Abgaben an den Palast ein, die er mit aller Härte durchzog. Bald hasste ihn das Volk, da er ihnen alles wegnahm außer das Nötigste. Aufstände schlug Pregon mit Gewalt nieder. Er entmündigte seine Gattin und setzte sie als Figur der Volksverehrung ein. Lianja war zu naiv um zu erkennen wo für Pregon sie benutzte. Dann wurde sie schwanger. Pregon entschied, dass er nicht mehr einzig Artig sein wollte. Er wollte das schreckliche Verbrechen an ihm vernichten. Flügel sollten nun nicht mehr nur dem Königshaus gehören. Er begann einfache Einhörner des Volkes entführen zu lassen und in den Kammern unter dem Marktplatz mit Magie schreckliche Versuche an den Einhörnern durch zu führen. Doch die Flügel blieben Erbe der Könige. Sein Kind kam auf die Welt und Pregon empfing in Liebe seine erste Tochter Lia. Lianja kümmerte sich um das Fohlen während ihr Gatte sich auf Ausbeutung und Versklavung der einfachen Einhörner und die Züchtung der „geflügelten Rasse“ konzentrierte. Je mehr Zeit er mit seiner Tochter verbrachte, desto mehr wurde dem König klar, dass es nur eine Möglichkeit gab, die Flügel des Pegasus unter das Volk zu geben. Nämlich in dem Verwandte des Pegasus zum Volk wurden. Er lies Lias Gatten suchen und bedrängte seine Frau auf ein weiteres Fohlen. Lianja lies sich darauf ein. So entstanden Kreanis, die Ersehnte. Den Namen bekam sie von ihrem Vater. Doch Pregon bedrängte seine Frau weiter. Lianja war naiv genug ihm noch zwei weitere Söhne zu schenken, biss ihr klar wurde, dass ihr Gatte keine Fohlen wollte, weil er Jungtiere liebte, sondern damit ein ganz anderes Ziel verfolgte. Als er wieder kam und um Paarung bat verweigerte sie sich ihm und fragte ihn was Fohlen für ihn bedeuteten. Pregon antwortete, dass dies der einzige Weg zu seinem Ziel sei und der einzige Weg die widerliche Ausnutzung der Partner der Königskinder zu brechen, der er ein hergefallen war. Da sagte Lianja ihm, dass er sie niemals wider berühren würde. Da wurde der König wütend und sah seinen Traum ihm entgleiten. Doch Pregon beruhigte sich und acht Monate vergingen. Dann zeigte Lianja ihm die Quiril, das Erbe ihres Großvaters. Die Quiril waren magische Blüten, die Quelle der Magie in Narenia. Zwei weitere Monate vergingen und Pregon versuchte erneut seine Gattin zu einen Fohlen zu bewegen. Doch Lianja blieb stur. Da schaffte Pregon die Quiril fort und versteckte sie außerhalb seines Reiches. Er zeigte Lianja die leere Kammer und erpresste sie. Er würde ihr die Quiril zurückgeben, wenn sie mit ihm ein Fohlen machte. Doch die Königin verweigerte sich ihm erneut und dies machte Pregon wütender den je. Ohne Lianja war sein Plan verloren, dachte er sich und jedes Kind im Volk das mit Flügeln geboren war, würde unter Streit und Trennung seiner Eltern leiden, da diese sich die Flügel erblich erklärten und so musste die Stute mit einen königlichen Nachkommen verkehrt haben. Er wollte dies um jeden Preis aus der Welt schaffen. In Verzweiflung griff er seine Frau mit Gewalt und vollzog gewaltsam die Paarung mit ihr.
      Lianja floh tief verletzt mit ihren ersten beiden Töchtern und wurde von den Schergen ihres Gatten gejagt. Die Königin wurde gefangen genommen und vor den König gebracht. Dieser lies sie öffentlich foltern und beschuldigte sie Jeder seiner Schandtaten die das Volk unter seiner Herrschaft erleiden musste. Ihr eigenes Volk verhöhnte die Königin für Dinge die Sie weder getan, noch wovon sie gewusst hatte. Danach lies Pregon sie in dem selben Gefängnis gefangen halten in denn schon ihre Mutter gewesen war. Wieder zwang Pregon sie zur Paarung und jede der neun Geburten war eine Folterung für Lianja. In dieser Zeit motivierte der König die Partner und Partnerinnen seiner Kinder ebenfalls so viele Nachkommen wie möglich zu zeugen. Wer sich weigerte wurde grausam gefoltert. Auch Pregons eigene Kinder erlitten bei Weigerung die Folter. Den für Pregon war jedes seiner Nachkommen nur eine weiteres geflügeltes Einhorn. Ein kleiner Stein, ein Werkzeug um die Flügel zur Rasse zu machen. Lianja wurde Jahre von ihm gepeinigt, misshandelt und missbraucht. Es ist nicht bekannt wie wie viele Jungtiere die Königin noch für Pregons Wahnsinn gebar. Jedenfalls wurde die Zahl der Geflügelten so groß, dass Pregon das einfache Volk versklaven hätte müssen um Platz zum Leben für seine Rasse zu haben. Deshalb lies er nicht weit von Schloss Silberhorn die Stadt Pegasusia mit den Schloss Pegariano, oder auch Pegasus genannt, bauen. Schließlich bekam Lianja ihr vor letzten Kind Prinz Dregian. Ihm gab sie das Quentil mit, den sie spürte, dass er diesen Wahnsinn beenden würde. Als Pregon nun erneut kam um sie zu misshandeln lies es geschehen. Sie wehrte sich zum ersten Mal nicht. Pregon missbrauchte sie trotzdem. Da erschien ihm Pegasus und der Großvater seiner Gattin raubte ihm die Flügel. Vorher hatte sich Pregon parallel zu Lianja auch an seinen Töchtern Lia und Kreanis der Paarung bedient. Aus dieser Unzucht erwuchsen Nachkommen. Doch trotz des Verlustes seiner Flügel machte der König weiter. Lianja gebar eine Totgeburt und starb dabei. So wurde sie mit 56 Jahren endlich aus ihrer 25 Jährigen Qual befreit. Nach ihrem Ende verging sich Pregon intensiv an Lia und Kreanis,. Biss die beide von Dregian befreit wurden. Kreanis wurde aus der Gefangenschaft gerettet und tötete all ihre Kinder, die sie mit ihrem Vater hatte und ermordete sich vor Pregons Augen selbst. Lia erlitt bei einer Geburt ihren Tod. Doch es heißt, dass sie sich Tod stellte und ihr Bruder Dregian zu ihr kam und ihr die Erlösung gab. Der Schrecken endete mit den Angriff der Geflügelten auf Schloss Silberhorn und Dregians Verrat gegenüber seinem Vater. Der Prinz tötete Pregon und mordete alle Geflügelten. Das Volk der Einhörner half ihm. So wurde der Schrecken des Tyrannen Pregon beendet. Doch einige der Geflügelten entkamen dem Tod und verbargen sich. Dies legte den Grundstein der heutigen Zyrapegini und hatte auch den ersten und schlimmsten schwarzen Magier Xataros zur Folge. Xataros Taten führten schließlich zur Ermordung Dregians worauf seine Tochter Seeria den Thron bestieg. Doch dies ist eine andere Geschichte.“ , erzählte der Erzähler Tauro.

      „ Schrecklich!“, flüsterte Pikan, „ Das so etwas unter einem so edlen Volk geschehen konnte, ist unvorstellbar.“

      „ Ist eure Frage nun beantwortetet, Elf?“, fragte Arando. Kairen nickte und dankte den Einhörner für ihre Aufmerksamkeit. Er kehrte zu seinen Freunden und Leibwächtern zurück. Der Prinz setzte sich, sah wie Pikan den Geschichtenhüter anstarrte und fragte seinen Freund: „ Was hast du Pikan?“.

      „Diese Geschichte war unglaublich traurig. Meine Ohren haben selten solche Abscheulichkeiten gehört. Das Volk Silintias tut gut daran dies in Erinnerung zu erhalten.“, sagte der General und hob die Hand.
      „ Wie könnt Ihr jetzt an Essen denken, General. Mir ist schlecht.“, kommentierte Parkart Pikans Handlung.
      „ Unser teurer Prinz muss etwas Essen, Magier!“, knurrte Pikan und winkte einer Bedienung.
      Ein kleines Pferd kam zu ihnen. Das Horn des Einhorns war sehr klein und kaum zu erkennen. Es war nur ein schwarzer Punkt auf der Stirn des Pferdes.
      „Was möchten Sie, meine Herrn?“, fragte der junge Hulan.
      „ Was habt ihr an Nahrung aus dem Glitzerwald zu bieten?“, fragte Pikan, der den jungen Hulanhengst an sah, als wäre er für Pregons Schandtaten verantwortlich. Es war deutlich zu sehen, das Pikans Vertrauen in die Einhörner gebrochen war.
      „Ein paar Waldbeeren, das Quinia-Kraut und auch Harton, Herr. Wir führen sogar den Quandalie, den Trunk aus Wein und dem Harz des heiligen Baumes.“ , stellte der Kellner die Spießen vor.
      „Vier mal Harton, eine Schüssel Beeren, fünf Mal Quinia-Kraut und sechs Mal den Quandalie.“, bestellte Pikan ohne auf Einwände seiner Gefährten zu achten. Kairen war es ziemlich egal was er aß, denn er war damit beschäftigt die Einhorngruppe zu beobachten. Doch Arkwan,Tizian und Arando erhoben sich von ihren Stühlen und zahlten ihre Biere. Tizian und Arkwan verwandelten sich in große starke Einhörner und trabten zum Ausgang des Schankraumes.
      „Quintikai Artarde, Arando!“, rief Arkwan seinem Freund entgegen.
      „ Euch auch einen schönen Abend.“, antwortete Arando auf Wantin und seine Freunde verschwanden. Er sah eine Weile die Tür an und ging dann ebenfalls nach draußen.
      „ Entschuldigt mich.“, rief Kairen seinen Gefährten zu und ging Arando hinter her. Als Kairen nach draußen trat sah er wie ein weißes geflügeltes Einhorn mit strahlendem Horn einen Sternenmantel über sich erschuf. Der magische Stoff legte sich über die Flügel und diese verschwanden.

      „Ihr seit ein Quirindark, ein Magier?“, fragte er laut. Das Einhorn drehte sich um und starrte den Elfenprinzen entsetzt an. „ Sagt niemandem etwas von meinen Flügeln. Ihr habt den Hass auf Pregon in der Geschichte gehört. Alle werden denken ich bin ein Zyrapegini. Ihr habt sicherlich schon von Prinzessin Loreelia gehört, oder?“, fragte Arando.
      „ Ja, die Prinzessin wurde von Wiliam entführt und vor Kofmog versteckt. Seit dem ist sie verschollen.“, gab der Elf das wieder das jeder im Land wusste.
      „Ihr Vater Luman Ansgar ist mein Bruder. Ich trage Flügel weil meine Familie von einem gewissen Pegasarus Pegasus, ein Vorfahre Pilians abstammt. Doch dies wird mir niemand glauben. Wenn jemand mich entdeckt und mein Geheimnis entlarvt, bin ich dem Tod geweiht. Mein Schicksal liegt nun in euer Hand, Elf.“, sagte Arando. Er schnaubte bedauernd und sah Kairen aus seinen Regenbogenaugen bittend an.
      „ Ich werde eure Flügel nicht verraten. Doch mich interessiert, dieser Meister Aron, von dem ihr und eure Freunde gesprochen habt.“ , besänftigte Kairen den Hengst.
      „Meister Aron ist in Wirklichkeit Galiko Pegasus einer der Zwillinge von Garlando, der Onkel von Pilian. Jeder hält ihn für Tod. Da die Zwillinge von Garlando, als er noch Kronprinz war, von Pharos Söhnen Arek und Darondar entführt wurden. Angeblich wurden sie verbrannt, lebendig und im Alter von drei Monaten. Doch Darondar und Arek haben sie als Geißeln fest gehalten und so den Prinzen gezwungen, mit ihnen den Plan der Ermordung von König Areon, Garlandos Vater, zu schmieden. Der Kronprinz konnte nach der Ermordung seines Vaters seine Kinder befreien und wurde von seinem eigenen Bruder verbannt. Den Arelando bestieg auf den letzten Willen seines Vaters hin den Thron und enterbte und verbannte seinen Bruder für die Anteilnahme am Tod des Königs. Garlando konnte seine Kinder befreien. Er zog sie verborgen und unter einer anderen Identität auf. Laut Galiko selbst, hat er ihn und seinen Bruder schwer misshandelt und wollte sie nur dazu benutzten sich an seinem Bruder zu rächen. Nach dem Aron erfuhr wer er war ging er zu seinen Onkel. Doch dieser sperrte ihn als Geißel ein. Darondar fand ihn und befreite Galiko. Dafür unter wies er ihn in der schwarze Magier. Doch Galiko verließ seinen Lehrmeister und lernte vom Bruder seiner Mutter die Magie des Wanlumaclans. Dann suchte er seinen Vater um seinen Bruder zu befreien. Doch erfolglos. Jetzt gründetete er einen Orden, für jene magisch begabte Einhörner, die sich nicht der Korruption des Wanlumaclan ausliefern wollen und sich auch nicht der schwarzen Magie der Xatarios Gilde anschließen wollen. Er ist in der Hauptstadt und will meinen Bruder vor Darondar warnen. Denn er versucht an Loreelias Zwilling und den Kristall des Awandre heran zu kommen. Da nur wenige wissen, dass Darondar wieder auf der Seite seines Bruders steht, misstraut ihm niemand. Er ist der wichtigste Spitzel und gleichzeitig einer der Anführer der Xatarios Gilde.“, erklärte Arando kurz und knapp.
      „ Wie kann ich euch helfen?“, fragte Kairen. „ Galiko wird Loreelias Schwester fort bringen, den es ziehen sich bereits Kofmogs Scherken zu einem Angriff zusammen. Um eine falsche Fährte zu legen sollte ich Stella, meine Nichte, aus Schloss Silberhorn fort bringen. Außerdem fürchte ich man könnte Loreelias Eltern angreifen und als Lockvogel benutzten. Denn mein jüngster Bruder, von dem Ich weiß, dass er sich Garlando angeschlossen hat, geht im Trinkhorn ein und aus. Ich fürchte er wird entweder, Loreelias Schwester etwas antun, oder soll herausfinden wer es ist. Oder, dies sagt mir mein Herz, meinen Bruder und seine Frau in seine Gewalt bringen. Wir können nicht an drei Fronten kämpfen und sind für jede Hilfe dankbar. Galiko lehnt es ab William als Verbündeten zu gewinnen, denn er fürchtet, dass Kofmog Spione unter den Weltenwandlern hat. Auch hat Galiko Angst sich an seinen Cousin zu wenden, denn er befürchtet, dass Arelandos Sohn nicht besser ist als sein Vater und in ihm nur den Sohn des Mörders von Arelando sieht. Galiko war bereits im Kerker von Schloss Silberhorn nur, weil er Garlandos Sohn ist. Er hat niemandem etwas getan und doch wird er gehasst. Ich helfe ihm aus Überzeugung und weil ich hoffe meinen Bruder aus Garlandos Hand befreien zu können.“, sagte Arando.
      „Ich werde mir Stella ansehen und nicht von ihrer Seite weichen. Der Auftrag meiner Mutter ist allerdings wichtig für mein Volk. Die Adler sind dabei mein Land zu versklaven. Wenn ich euch helfe, helft ihr mir.“, sagte Kairen. Das Einhorn vor ihm nickte.
      „ Lalenquia ist durch den Zauber Quandas der sicherste Ort in Narenia. Dort wird Loreelias Schwester sicher sein. Ich werde euch helfen euer Volk zu retten.“, sagte das Einhorn. Lächelnd und voller Hoffnung verabschiedete sich Kairen von Arando und ging zurück zur Gaststätte.




      ENDE

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mephistoria ()

    • Hey @Mephistoria, habe mir deine Kurzgeschichte mal durchgelesen


      Mephistoria schrieb:

      Dieser ging von seiner linken Schulter biss zur rechten Hüfte und hielt einen aus Holzgeschnitzten Pfeilköcher auf dem Rücken des Elfen fest.
      Ich glaube es muss "holzgeschnitzten" heißen, sollte es auf jeden Fall.

      Mephistoria schrieb:

      Nur zwei Jahre hatte es sich als Sprache der Elfen gehalten. Denn dann war es von Königin Kleotranis, Eurelanas Mutter verboten worden. Den als die erste Tochter von Prinzessin Eurelana als Kriegsgeisel von Weltenwandlern entführt worden war, hatte man alles was von den Weltenwandlern stammte verboten. So war man vom Wantin auf die Sprache der Einhörner zurückgekommen, da Eurelana nun Königin wurde und eine Tiefe Freundschaft mit Königin Quendana von den Einhörnern hegte. Trotzdem wurde das Wantin zur Verständigung mit anderen Völkern, außer den Einhörnern, weiterhin genutzt.
      Diese Stelle gefällt mir am besten :thumbsup:


      Mephistoria schrieb:

      Die wenigen Elfensoldaten stiegen unter Pikans Befehlen in die Luft und zogen ihre Awaraki´s über die Schultern.
      Hier fände ich es vom "Klang" her besser, wenn es "über ihre Schultern" heißen würde. Denn die Schultern könnten auch irgendwelche Gegenstände sein, sozusagen. Deine Entscheidung...


      Mephistoria schrieb:

      Denn wir könnten durch aus auf Adler treffen.“, sprach Artinos.
      "durchaus" zusammengeschrieben !

      Mephistoria schrieb:

      Auf der grünen Tür war ein Bach abgebildet und in dem Bach, war ein Einhorn, ein Adler, eine Meerjungfrau, ein Weltenwandler, ein Drache, eine Elfe, ein Bär, ein Tiger und ein Wolf
      Zweimal hintereinander Bach hört sich komisch an, schreib doch stattdessen: " Auf der grünen Tür war ein Bach abgebildet, in diesem war ein Einhorn, ein Alder, eine Meerjungfrau...

      Mephistoria schrieb:

      Es war ohne zweifel eine Hengst von hohem Stand.
      Es war ohne Zweifel ein Hengst von hohem Stand.

      Mephistoria schrieb:

      Was haltet ihr eigentlich davon, dass die Xatarios Gilde versucht an Lumans Familie heran zu kommen. Ich meine, dass ist doch kein Zufall, dass ausgerechnet Darondar, Pharos Sohn, um die Hand von Stellas Schwester Lareena angehalten hat.
      Dreimal relativ schnell nacheinander "dass", ich würde das aus der Mitte rausnehmen, indem du es einfach ein bisschen änderst. Irgendwie "denn", oder so einbauen, dir wird was einfallen.

      Mephistoria schrieb:

      Er fand die Verbindung meiner Familie mit Airania, einer unehelichen Tochter von König Pegasarus Pegasus, dem Urgroßvater von Königin Periana, der Mutter von Königin Piweia. Piweia ist die Großmutter von Arelando und Garlando.
      Vielleicht einfach: "Sie" schreiben, wo du zweimal nacheinander Piweia hast.

      Mephistoria schrieb:

      William über gab den Jungtieren den Kristall, der sich angeblich da in zwei Teile gespalten haben soll.
      "übergab"



      Mephistoria schrieb:

      Der Refrai des Liedes, das von Dregian selbst verfasst wurde lautet übersetzt ins Wantin folgender maßen
      Der Refrain des Liedes... wurde lautet übersetzt ins Wantin folgendermaßen!

      Mephistoria schrieb:

      Dein Leid hast du an deine Töchter weiter gegeben.
      weitergegeben

      Mephistoria schrieb:

      Ich bitte euch einige Sekunden nach zu denken.
      nachzudenken

      Mephistoria schrieb:

      Lianjas Gatte Pregon war der erste Partner der, wie es heute noch ist, mit Flügel zum selben Zeitpunkt wie das Königskind geboren wurde.
      Flügeln

      Mephistoria schrieb:

      Er glaubte, das die Geflügelten Könige das Volk zur Züchtung ihrer Linie benutzten und das Preginia allein ihm seine Flügel gegeben hatte um die Linie fort zu führen und ihrer Tochter einen vom Aussehen her angemessenen Gatten zu geben.
      fortzuführen

      Mephistoria schrieb:

      Er entmündigte seine Gattin und setzte sie als Figur der Volksverehrung ein. Lianja war zu naiv um zu erkennen wo für Pregon sie benutzte. Dann wurde sie schwanger. Pregon entschied, dass er nicht mehr einzig Artig sein wollte.
      wofür Pregon sie benutzte. … er nicht mehr einzigartig sein wollte.

      Mephistoria schrieb:

      Nach ihrem Ende verging sich Pregon intensiv an Lia und Kreanis,. Biss die beide von Dregian befreit wurden.
      Das Komma am Ende des Satzes muss weg, und es heißt "bis"

      Mephistoria schrieb:

      „ Was habt ihr an Nahrung aus dem Glitzerwald zu bieten?“, fragte Pikan, der den jungen Hulanhengst an sah, als wäre er für Pregons Schandtaten verantwortlich
      … der den jungen Hulanhengst ansah...

      Mephistoria schrieb:

      „ Ja, die Prinzessin wurde von Wiliam entführt und vor Kofmog versteckt. Seit dem ist sie verschollen.“, gab der Elf das wieder das jeder im Land wusste.
      Seitdem ist sie verschollen...


      Ich hoffe der Großteil der Anmerkungen macht Sinn, bin auch kein Profi.

      Also ich finde deinen Schreibstil ganz passabel. Die Geschichte hat mir vom Inhalt auch gefallen. Mit Einhörnern kann man soviel machen! :) :)
      Gerne mehr!!!
      Gedichte von mir: Geburtstagsgedicht , Erfolgreicher Sommertag, Das unglaubliche Mädchen :)

      Man muss seine Ideen verwirklichen, ansonsten wuchert Unkraut darüber. ~ Jean Paul