Meermädchen

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    • @Thorsten


      Thorsten schrieb:

      Echt? Wie lang sind Deine Baende denn? Wieviel von Band 1 hatten wir gesehen, bevor Du die Neufassung angefangen hast?

      Ursprüngliche Planung: ca. 300 Seiten pro Band. (die sind auch alle schon fertig bzw. "fertig" in der Rohfassung - die Story wird immer cooler, je weiter sie geht. Naja, finde ich zumindest.)
      Wir waren in der Ursprungsfassung schon nahe der Hälfte oder zumindest über dem ersten Drittel von Band 1.
      In meiner ersten Fassung trat Penthesilea erst am Nebelmeer zum ersten Mal in Erscheinung, wo Murissa sie trifft und logischerweise nicht überblickt, wer sie ist und was sie will.
      Eigentlich sollte das eine reine Murissa-Story sein, und diese Perspektive ist auch wichtig für die Handlung, weil Murissa später aufgrund eines Zaubers in eine Identätskrise kommt, sich ihre gesamte Perspektive ändert und das ist dann der Punkt, wo es witzig wird. Das war jedenfalls der Grund, warum ich die Ich-Form gewählt habe und warum ich ursprünglich der Meinung war, es dürfte in dieser Geschichte keinen anderen Erzähler als Murissa geben - damit da kein Durcheinander entsteht.

      Ich kam aber irgendwann zu dem Schluss, dass Penthesilea eigentlich interessant genug ist, um nicht erst so viel später, sondern schon gleich am Anfang eine grosse Rolle zu spielen. Dadurch ist meine Sichtweise auf die amazonische Kultur auch viel differenzierter geworden und sie hat wesentlich mehr Details bekommen. Ich hoffe, dass ich damit nicht die ganze Story zerschossen habe und die spätere Entwicklung trotzdem noch funktionieren wird.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Hier geht es weiter:

      2.4 Verkündigung des Ziellandes

      Die Glocken beginnen zu läuten und verkündigen das Ende der Zeremonie. Von allen Emporen strömen die Amazonen herunter und bewegen sich, aufgeregt miteinander diskutierend, zu den Tempelausgängen. Ich warte ab, bis sich das größte Gedrängel verlaufen hat, steige dann ebenfalls herunter und gehe diesmal gegen den Strom der Tempelbesucherinnen zurück zur Empore des Rates der Weisen, um Veranova zu finden. Vor der Statue der unscheinbaren hinkenden Kamea mit der spitzen Nase sinke ich auf die Knie und gedenke ihrer. Sie war die Gründerin Amazonias und die größte Tochter unseres Volkes, die die Frauen des brutalen Balazonenvolkes vor heute genau 6019 Jahren aus Knechtschaft und Folter heraus befreite, mit ihnen und für sie Amazonia eroberte und für die Freiheit unseres Volkes sogar ihr Leben opferte.

      Während die Glocken noch immer donnernd und unaufhaltsam läuten, erreiche ich die Empore der Weisen und sehe eben in diesem Moment Veranova die Treppe herunterkommen. Ihr Anblick versetzt mir einen Schrecken. Zwar weiß ich, dass sie schon weit über 300 Jahre auf dem Buckel hat und mit abenteuerlicher spiritistischer Magie hantiert – also Magie außerhalb meines Spektrums –, aber bis jetzt wirkte sie auf mich dennoch wie eine gewöhnliche Sechzigjährige.
      Heute sieht sie plötzlich aus wie hundert. Schlimmer: Ein Teil ihrer Schädelknochen um das rechte Ohr herum bis hin zur Stirn ragt nackt heraus, ohne von Haut bedeckt zu sein. Auch das rechte Auge wirkt blicklos und liegt tief in den Höhlen. Unter ihrem dicken schwarzen Umhang würde ich wahrscheinlich nur noch Skelettknochen entdecken, wenn sie diesen ablegte... Ich versuche diesen Gedanken zu verdrängen. Immerhin lebt sie doch. Ein schütteres schlohweißes Haarbüschel fällt auf ihre linke, noch etwas lebendigere Seite, von wo mich auch ein lebhaftes graues Auge ansieht.
      Angeblich soll Veranova, als sie um die 90 Lenze zählte, kurz vor ihrem körperlichen Tod ihren Geist in den Körper einer jungen Novizin geworfen haben. Auf diese Weise konnte sie in diesem weiterleben und praktiziert dieses Verfahren nun schon über mehrere Generationen. Zwischenzeitlich muss sie offenbar auch jeweils ihre Seele verjüngen – wie sie das macht, ist mir unklar. Es handelt sich glücklicherweise um ein sehr schwieriges Manöver, das niemand außer ihr beherrscht. Sonst würde Amazonia inzwischen wohl von Mumien bevölkert.
      Veranova wird von acht Kammerdienerinnen begleitet, die sie von vorn bis hinten bedienen und sie wohl auch die Treppe herunterheben würden, hätte sie das nicht vehement verboten. Man munkelt, Veranova sei Kamames «Tochter» und deshalb deren besonderer Liebling. Ich weiß nicht, was an der Geschichte dran ist, aber wen meine Göttin liebt, den liebe auch ich.
      „Penthesilea!“, ruft Veranova erfreut, als sie mühsam unten angekommen ist und mich erblickt. „Schön, dass du kommst, Kind.“
      Sie fummelt in ihrem Umhang. Dabei grinst sie mich schelmisch an und ihr letzter verbliebener Zahn schiebt sich mir entgegen. „Ich wünschte, ich wäre nochmal jung. Nachts denke ich an die jungen, knackigen Kerle, die ihr auf eurem Kriegszug treffen werdet und male mir aus, ich könnte das Rosenfest mit ihnen verbringen ...“
      Mir fällt fast die Kinnlade herunter. Genau diese Art von Diskussion widert mich unglaublich an und ich hätte nicht erwartet, sie mit der uralten Dame führen zu müssen.
      „Ich verabscheue die Erzeuger“, erwidere ich eine Spur unhöflich, um ihr zu verdeutlichen, dass mir ein Themenwechsel angenehm wäre.
      „Dann ist es wahr, dass du niemals einen berührst? Niemals seitdem du die Kriegszüge anführst?“ Veranova starrt mich mit ihrem lebendigen und ihrem toten Auge an. „Ich hörte die Kriegerinnen das sagen, aber wollte es nicht glauben.“
      „Es stimmt auch nicht“, entgegne ich scharf. „Natürlich berühre ich sie. Ich zerschmettere ihre Köpfe, bevor ich ihre Leiber zu Staub zertrete. – Verzeiht, dass ich diese spannende Diskussion unterbreche, aber wie ich gerade gehört habe, soll ich wieder einige Eurer Dienerinnen mit auf den Kriegszug nehmen.“
      „Exakt. Ich benötige neue Seelenmagie, um mir ein weiteres zusätzliches Leben zu verschaffen“, erläutert sie. „Du verstehst, ich könnte amazonische Seelen nehmen, aber natürlich möchte ich niemandem ausunserem eigenen Volk schaden. Besser wir holen uns Fremde dafür. Und noch besser, solche mit guten magischen Fähigkeiten.“
      „Verstehe“, erkläre ich, obwohl ich das nicht wirklich nachvollziehen kann. Ein ewiges Leben auf solcher fragwürdiger Basis wärefür mich keine Option. „Ich werde Euren Dienerinnen bestmöglichen Schutz gewähren.“
      „Besten Dank“, erklärt Veranova. Ihr Kopf wackelt abenteuerlich, während sie spricht.
      „Es ist extrem wichtig, dass die jungen Mädchen erfolgreich sind. Mein Leben hängt davon ab und die muntere Stimmung unserer Göttin.“
      Was will sie damit denn sagen? Würde die große Kamamé in Depressionen verfallen, sollte Veranova sterben? Allein der Gedanke hört sich schon unsinnig an. Aber es ist nicht an mir, die Pläne der Göttin zu beurteilen, deshalb nicke ich.
      „Gewiss. Ich verstehe.“
      Inzwischen ist der Tempel fast menschenleer. Ich verabschiede mich von der alten Dame und beeile mich, nach draußen zu kommen. Unsere Familien und meine Regimentsgenerälinnen erwarten mich und ich habe noch hunderte Aufgaben zu erledigen, damit wir einigermaßen vorbereitet aufbrechen können.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Hallo @Kirisha :)

      Kirisha schrieb:

      Angeblich soll Veranova, als sie um die 90 Lenze zählte, kurz vor ihrem körperlichen Tod ihren Geist in den Körper einer jungen Novizin geworfen haben. Auf diese Weise konnte sie in diesem weiterleben und praktiziert dieses Verfahren nun schon über mehrere Generationen. Zwischenzeitlich muss sie offenbar auch jeweils ihre Seele verjüngen – wie sie das macht, ist mir unklar. Es handelt sich glücklicherweise um ein sehr schwieriges Manöver, das niemand außer ihr beherrscht. Sonst würde Amazonia inzwischen wohl von Mumien bevölkert.
      8| ok ... da will jemand ums Verrecken nicht abkratzen.
      Da schnappt sich die Alte einfach den Körper einer jungen Novizin!
      Und die kommt beim Volk gut an?! Wir haben hier ein alte Lady, die besser vom Antlitz der Erde verschwindet ... Menschen oder Magier, die nicht sterben wollen, sind meist die Bösen ... :panik:

      Kirisha schrieb:

      Sie fummelt in ihrem Umhang. Dabei grinst sie mich schelmisch an und ihr letzter verbliebener Zahn schiebt sich mir entgegen. „Ich wünschte, ich wäre nochmal jung. Nachts denke ich an die jungen, knackigen Kerle, die ihr auf eurem Kriegszug treffen werdet und male mir aus, ich könnte das Rosenfest mit ihnen verbringen ...“
      :rofl: haha, dass habe ich nicht aus dem Mund der Mumie erwartet.

      Kirisha schrieb:

      „Ich verabscheue die Erzeuger“, erwidere ich eine Spur unhöflich, um ihr zu verdeutlichen, dass mir ein Themenwechsel angenehm wäre.
      „Dann ist es wahr, dass du niemals einen berührst? Niemals seitdem du die Kriegszüge anführst?“ Veranova starrt mich mit ihrem lebendigen und ihrem toten Auge an. „Ich hörte die Kriegerinnen das sagen, aber wollte es nicht glauben.“
      :D da haben wir also eine keusche Kriegerin ... villeicht wird ihre Geschichte noch interessant. :grinstare:

      Kirisha schrieb:

      „Es stimmt auch nicht“, entgegne ich scharf. „Natürlich berühre ich sie. Ich zerschmettere ihre Köpfe, bevor ich ihre Leiber zu Staub zertrete. – Verzeiht, dass ich diese spannende Diskussion unterbreche, aber wie ich gerade gehört habe, soll ich wieder einige Eurer Dienerinnen mit auf den Kriegszug nehmen.“
      :evil: eine stählerne Kriegerin!

      Kirisha schrieb:

      „Exakt. Ich benötige neue Seelenmagie, um mir ein weiteres zusätzliches Leben zu verschaffen“, erläutert sie. „Du verstehst, ich könnte amazonische Seelen nehmen, aber natürlich möchte ich niemandem ausunserem eigenen Volk schaden. Besser wir holen uns Fremde dafür. Und noch besser, solche mit guten magischen Fähigkeiten.“
      8| Ich werde den Gedanken an Murissa nicht los ... :panik: Soll sie etwa der Wirt der alten Hexe werden?! OMG!
      Jaja, zu freundlich, dass die Alte sich keine Amazone schnappen will, aber alle anderen sind Vogelfrei oder was?

      Kirisha schrieb:

      „Es ist extrem wichtig, dass die jungen Mädchen erfolgreich sind. Mein Leben hängt davon ab und die muntere Stimmung unserer Göttin.“
      ... aaahrg Murissa darf nicht in die Nähe dieser Frau kommen!

      :D jetzt wird es ja richtig spannend!

      Liebe Grüsse
      Fly
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Hey @Kirisha :)

      Veranova ist mir echt suspekt 8| sie will keinen Amazonen schaden, aber ihr erster "neuer" Körper war der einer Novizin (die ja wahrscheinlich Amazone war, nehme ich an)? Die ganze Sache mit dem "Liebling der Göttin" kauf ich ihr auch nicht ab, schließlich hat sie sich ihr langes Leben ja mit ihren eigenen fragwürdigen Methoden verschafft :dead:
      Aber warum hat die gute Kamamé dann nichts dagegen zu sagen?

      Warum ist der Körper, in dem sie gerade steckt, eigentlich schon am Verwesen? :hmm: ist der Körper schon zu alt um noch zu funktionieren oder lassen ihre magischen Kräfte nach und das "Alter" ihrer Seele kommt durch?
      Jedenfalls eine angenehm gruselige Vorstellung mit dem halb verwesten Schädel :skull: :thumbsup:

      Kirisha schrieb:

      Mir fällt fast die Kinnlade herunter. Genau diese Art von Diskussion widert mich unglaublich an und ich hätte nicht erwartet, sie mit der uralten Dame führen zu müssen.
      „Ich verabscheue die Erzeuger“, erwidere ich eine Spur unhöflich, um ihr zu verdeutlichen, dass mir ein Themenwechsel angenehm wäre.
      Hätte ich auch nicht erwartet :rofl: ich glaub ihre Seele ist noch jung genug - oder vielleicht auch nur ihr Hormonsystem :D
      "Erzeuger" hört sich für mich sogar ziemlich respektvoll an für ihre Abscheu vor ihnen :hmm: klingt, als wären die Männer zuerst da gewesen.
      Aber interessant, dass es offensichtlich auch Amazonen gibt, die dem anderen Geschlecht etwas... positiver gegenübertreten

      Kirisha schrieb:

      „Exakt. Ich benötige neue Seelenmagie, um mir ein weiteres zusätzliches Leben zu verschaffen“, erläutert sie.
      Also braucht sie Seelen und einen neuen Körper? Muss der dann auch von einer magiebegabten Person stammen? :hmm:

      Insgesamt kurzes aber gutes Kapitel
      Bin echt gespannt wies weitergeht! :D

      Liebe Grüße,
      Carpe
    • Hier lernen wir dann mal einen interessanteren Charakter kennen. :thumbup:

      Wirft eine Reihe von interessanten Fragen auf (die hoffentlich irgendwann in der Geschichte beantwortet werden) unter anderem

      Kirisha schrieb:

      Zwischenzeitlich muss sie offenbar auch jeweils ihre Seele verjüngen

      Was zum Teufel meint sie denn damit???

      Und warum denkt sie dass die Goettin sie so schaetzt? (Mein erster boeser Verdacht war ja gleich dass es gar keine Goettin gibt sondern ihre Wahrnehmung von Veranova hervorgerufen wird... aber ich glaube mit so vielen Ebenen an Taeuschung ist die Geschichte nicht gestrickt...)
    • Sehr spannend, ich finde Deine Beschreibungen sehr lebhaft... hast Du denn das "Design" der Kanzel selbst erfunden? Das ist nämlich sehr kreativ gelungen und ich habe sie auch gleich vor Augen.
      Dann würde ich von Dir noch gerne wissen, ob die Königin denn wirklich mit nur 700 ... Frau (?) aufbricht oder es sich doch um Tausende handelt, zumal sie ja gegen ein ganzes, unbekanntes Volk ziehen und auch noch in ungünstigem Gebiet kämpfen werden.
    • Hey Kirisha :)

      Spoiler anzeigen


      Obwohl ich mir ja eine kleine Forumspause auferlegt hatte, muss ich mich doch zwischendurch mal zu Wort melden. Also, hier meine Anmerkungen zu den letzten beiden Teilen:

      Kirisha schrieb:

      Die Glocken beginnen zu läuten....Während die Glocken noch immer donnernd und unaufhaltsam läuten
      kleine Wiederholung ^^ ... vielleicht: Während das Glockenspiel noch immer donnernd und unaufhaltsam ertönt....(odder so)

      Kirisha schrieb:

      Von allen Emporen strömen die Amazonen herunter und bewegen sich, aufgeregt miteinander diskutierend, zu den Tempelausgängen. Ich warte ab, bis sich das größte Gedrängel verlaufen hat, steige dann ebenfalls herunter und gehe diesmal gegen den Strom der Tempelbesucherinnen zurück zur Empore des Rates der Weisen, um Veranova zu finden. Vor der Statue der unscheinbaren hinkenden Kamea mit der spitzen Nase sinke ich auf die Knie und gedenke ihrer. Sie war die Gründerin Amazonias und die größte Tochter unseres Volkes, die die Frauen des brutalen Balazonenvolkes vor heute genau 6019 Jahren aus Knechtschaft und Folter heraus befreite, mit ihnen und für sie Amazonia eroberte und für die Freiheit unseres Volkes sogar ihr Leben opferte.

      Während die Glocken noch immer donnernd und unaufhaltsam läuten, erreiche ich die Empore der Weisen
      vielleicht noch ein anderes alternatives Wort für Empore finden? Zum Beispiel: Von den Rängen strömen die Amazonen herunter...oder aus sämtlichen Sitzreihen...blabla


      Kirisha schrieb:

      Zwar weiß ich, dass sie schon weit über 300 Jahre auf dem Buckel hat...als sie um die 90 Lenze zählte,
      wie war das? Muss man Zahlen nicht irgendwie ausschreiben? :hmm: Ist bei mir zumindest mal beanstandet worden....

      Kirisha schrieb:

      Man munkelt, Veranova sei Kamames «Tochter» und deshalb deren besonderer Liebling. Ich weiß nicht, was an der Geschichte dran ist, aber wen meine Göttin liebt, den liebe auch ich.

      Ich fand es an der Stelle etwas seltsam, dass die Königin so wenig Ahnung hat, was die geschichtlichen Hintergründe ihres Landes betrifft ... ich meine, welche Stellung nimmt Penthesilea eigentlich genau ein als Königin? Ist sie sowas wie eine Marionette, die letztlich nur dem Wunsch der Göttin entspricht? Und welche Rolle nehmen hingegen die anderen ein? Diese Veranova scheint ja irgendwie auch eine tragende Rolle zu spielen, aber letztlich scheint die Königin selber wenig Anteil daran zu haben :hmm: Verstehst du, was ich meine? Letztlich weiß sie nicht, wie diese Magie funktioniert... sie weiß nicht, von wem Veranova überhaupt abstammt und was sie genau im Schilde führt... das fände ich als Königin doch recht unbefriedigend. Wenn das deren System entspricht, könnte man das zumindest an irgendeiner Stelle noch einmal verdeutlichen, da die Königin sonst wie ein kleines Schulmädchen dasteht.


      Kirisha schrieb:

      Genau diese Art von Diskussion widert mich unglaublich an und ich hätte nicht erwartet, sie mit der uralten Dame führen zu müssen.
      „Ich verabscheue die Erzeuger“, erwidere ich eine Spur unhöflich, um ihr zu verdeutlichen, dass mir ein Themenwechsel angenehm wäre.
      „Dann ist es wahr, dass du niemals einen berührst? Niemals seitdem du die Kriegszüge anführst?“ Veranova starrt mich mit ihrem lebendigen und ihrem toten Auge an. „Ich hörte die Kriegerinnen das sagen, aber wollte es nicht glauben.“
      „Es stimmt auch nicht“, entgegne ich scharf. „Natürlich berühre ich sie. Ich zerschmettere ihre Köpfe, bevor ich ihre Leiber zu Staub zertrete. – Verzeiht, dass ich diese spannende Diskussion unterbreche,
      Das erste "Diskussion" würde ich austauschen, da sie zu dem Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht diskutieren. Es steht nur eine Aussage im Raum....alternativ könnte man sagen: Diese Art von Unterhaltung widert mich an...

      Kirisha schrieb:

      „Dann ist es wahr, dass du niemals einen berührst? Niemals seitdem du die Kriegszüge anführst?“ Veranova starrt mich mit ihrem lebendigen und ihrem toten Auge an. „Ich hörte die Kriegerinnen das sagen, aber wollte es nicht glauben.“
      „Es stimmt auch nicht“, entgegne ich scharf. „Natürlich berühre ich sie. Ich zerschmettere ihre Köpfe, bevor ich ihre Leiber zu Staub zertrete. –
      Sehr geil! :thumbsup: Das nenne ich mal eine echte Amazone....


      Kirisha schrieb:

      „Besten Dank“, erklärt Veranova. Ihr Kopf wackelt abenteuerlich, während sie spricht.
      Ein schönes Bild... :rofl:

      Kirisha schrieb:

      Was will sie damit denn sagen? Würde die große Kamamé in Depressionen verfallen, sollte Veranova sterben? Allein der Gedanke hört sich schon unsinnig an. Aber es ist nicht an mir, die Pläne der Göttin zu beurteilen, deshalb nicke ich.
      Hier kommt für mich das Schulmädchen raus...sie findet sich damit ab, eigentlich keine Ahnung zu haben. Das passt für mich nicht so ganz, vor allem, wo sie doch eigentlich so kämpferisch und ehrgeizig ist....sie ist die KÖNIGIN! ... man fragt sich warum sie so ist. Ist sie so erzogen worden, bestimmte Dinge nicht zu hinterfragen? (nur so Gedankengänge von mir ^^ )

      p.s.: Im Übrigen hat es mich auch gewundert, dass die nur mit einem Heer von 700 Frauen losziehen. Kam mir jetzt wenig vor ... oder nicht? Je nachdem, auf welchen Gegener die treffen... oder haben die gar nicht mehr Kriegerinnen? :hmm:

      Ansonsten schafft dieser neue Charakter natürlich einiges an Spekulationspotenzial, was ein strategisch guter Schachzug von dir ist. Bin mal gespannt, was sich genau hinter dieser Veranova verbirgt.



      LG,
      Rainbow
    • Hallu Kirisha. So, wo bin ich denn stehengeblieben. Ist ja schon ne Weile her x.x
      und ich sehe grad beim schreiben, dass ich woanders aufgehört hab zu lesen, aber du vorherige Teile überarbeitet hast. Ich hoffe es doppelt sich nichts bei mir !

      3.1 Hexenkräfte (hast du die 1 vergessen?)

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      mir hat der Teil insgesamt nicht gefallen. Er wirft meiner Meinung nach weder ein gutes Licht auf Murissa noch auf die Hexen deren Namen nun anders sind xD

      Was mich bei Murissa stört ist, dass sie so schnell einknickt an der Stelle wo sie Gorrogon als die größte bezeichnet. Ich weiß, sie hat nen feuriges irgendwas um ihren Hals und der wird immer heißer, aber bevor es wohl irgendwie zu schmerzen kam, war sie bereits unterwürdig. Das fand ich schade :x

      und dann im zweiten Abschnitt gabs da einen geradezu starken Kontrast wie die Hexen meuchelnd durch die Reihen der Banditen zogen. Das war ziemlich... krass. Zu krass. Da wirkte der kleine Feuerkreis um Murissas Hals ja schon lächerlich dagegen. Also ich mein als ob Klymera nochmal ne Wesensveränderung hinter sich hatte. Also von „ ich mach ihr ein bisschen angst.“ zu „ich meuchel kaltblütig alles nieder“, das war halt zu … krass xD


      3.2

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      Der Teil war ganz in Ordnung.
      wieso Klymera sie nun zur Gefährtin macht erschließt sich mir nicht ganz. Ja sie wollte schon vorher sie zur Partnerin haben, aber es fühlt sich nicht richtig an und irgendwie überstürzt. Schließlich hat sie so auf Murissa vorher rumgehackt und alles. Und wie sie sagt kann sie ja spüren, dass Murissa im Grunde nichts kann. Umso mehr überraschte es mich, dass die anderen richtigen Hexen dachten, Murissa könne doch irgendwie das Wetter beeinflussen. Dann verstehe ich das Grundprinzip mit dem erspüren der Kräfte anderer nicht so wirklich oder in wie fern es dann ne Rolle spielt.

      Dass Murissa in eine Lage kam, bei der sie Wasser besorgen soll aus dem Nichts fand ich recht interessant. Sowas les ich gern und die Auflösung, wie sie diese Aufgabe halt lösen will. Ob die Lösung mit diesen Kugeln von der anderen Hexe ideal war kann ich nicht beurteilen. Es war aufjedenfall eine Lösung und sie wäre mir so nicht eingefallen. Ich hätte drauf gesetzt dass sie irgendwas im Innern der Höhle oder so findet... also nicht direkt Wasser, sondern was anderes. Was magisches. Naja... hat sie ja xD

      Turris letzter Satz „ nicht übertreiben“... nunja, ich vergleiche es ja doch mit der Stelle wo er zu den anderen Hexen im vorherhigen Teil gesagt hat nicht zu übertreiben. Ichglaube da ist so ein kleines bisschen Wasser, dass die Höhle flutet nicht so schlimm gewesen. Egal xD



      3.3

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      der Teil war größtenteils sehr unterhaltsam. Ich finde es halt witzig wie sich Murissa immer weiter in Lügengeschichten an den richtigen Stellen verwickelt. Naja quasi immer dann, wenn sie eh nicht mehr drum herum kommt. Aber ich denke es sist nicht so leicht solche Stellen auszuarbeiten, dass sie auch nicht so erzwungen klingen. Ihre Zuneigung zu Turris ist hier in dem Teil auch wirklich glaubhaft oder glaubhafter rübergebracht als in den vorherigen Teilen (besonders ganz zu Anfang der Geschichte), finde ich!
      Dass sie Klymera so vertraut kann ich nicht nachvollziehen. Gibt es dafür Gründe? Sie wurde belacht, bezweifelt, sogar von ihr bedroht. Und jetzt ist sie in Ordnung? Eine Interessante Wendung wäre ja, wenn Klymera Murissa bei dem Überfall der Räuber das Leben gerettet hätte – das wäre schon ein triftiger Grund. Ich hoffe ich hab in der Hinsicht nicht irgendwas überlesen, dann tuts mir leid xD

      Der Teil war ziemlich lang. Ich glaube den hätte man in 2 Teile packen können :x So vom Gesprächsverlauf zumindest her. Na egal.



      Logbuch 16. Tag

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      Woah. Ich glaube das ist der erste Teil mit Pentheselia, den ich mag. Habe hier nichts auszusetzen. Man könnte wahrscheinlich das Lager und die Leute noch näher bzw detailreicher beschreiben, aber ob das nötig ist, bin ich mir selber unsicher.

      Am besten hat mir Wu...xeahs? Auftreten gefallen.



      Logbuch Fortsetzung

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      Die Fortsetzung war auch ganz angenehm zu lesen. Entweder ich hab mich endlich für Penthesilea geöffnet, weil ich bisher eher abweisend ihr gegenüber war, oder die Einträge im Logbuch sind nicht mehr so … langweilig? Ich kann mich erinnern, dass ich mal geschreiben habe, dass ich bei den ersten Einträgen das Gefühl hatte wenn ich es nicht lese, auch nichts zu verpassen.



      4. Ritter des Ringes

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      Ganz guter Teil.
      Oh. Ich hab mich schon gefragt, ob es nicht mal auffallen müsste, dass sie die Flaschen geleert und den Beutel zerschnitten hat :x
      Dass sie sich letztlich in dem Teil zumnidest doch nicht erklären muss, fand ich schade...

      Selbst ich merke inzwischen wie verliebt sie nun doch in Turris ist.



      4. Teil 2

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      Boahr. Murissa du olle Diebin xD war ein toller Teil. Hatte ich nicht erwartet so.
      Irgendwie ist Murissa in den letzten Teilen immer sympathischer geworden :o konnte ich mich mit ihr nicht wirklich anfreunden anfangs, ist es zumnidest seit gut 2 Teilen wesentlich besser geworden.



      4. Teil 3

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      Na ob der Spiegel funktioniert, ist hier die Frage. Der Teil war auch recht angenehm zu lesen. Nichts weiter anzumerken xD sry



      So. ich mach an der Stelle erstmal schluss für heute. Die Teile haben mir allgemein größtenteils richtig gut gefallen so als Fazit. Murissa ist nicht mehr unsympathisch, Turris immer noch zwielichtig und die Hexen kaltblütig, aber nur, weil die Götter es so wollen, wie es scheint.






      Hallu @Kirisha, es geht weitaaaa

      Ritter des Ringes 4

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      schonmal der erste Eindruck vom neuen Teil ist überwältigend
      da kam endlich ein Hoffnungsschimmer, sie könne alle mit dem Spiegel täuschen und dann will er den nicht für 10 Münzen rausrücken xD
      Aber was mir auffällt, wie wäre es denn irgendwann Mal (eigentlich schon davor) mit einem Vergleich, wie teuer „teuer“ bei dir eigentlich ist :x ? Hab ich so noch nicht wirklich mitbekommen, denk ich. Ein Lösungsansatz wäre es mit normalen Gütern zu vergleichen. Äpfel – Brote – oder sowas. Ich mag es vielleicht nicht in Erinnerung mehr haben oder überlesen, aber Generell zur Währung wie sie aufgebaut ist kam nichts, oder ?

      Diese Verkäuferin ist aber auch hartnäckig!

      Das Gespräch mit Turris war vorausschaubar :P
      Außer halt der Teil mit den Dämonen, wieso sie zu solchen wurden.


      5

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      Erster Eindruck, die Geschichte nimmt so richtig fahrt auf.
      Langsam vermisse ich einen neuen Teil zu Penselvenia, ich kann mir den Namen nicht richtig merken xD

      Ohje Murissa... das ganze kann nur nach hinten losgehen, so einfach wie es aus Turris Munde klingt, wie einfach der „Schlüssel“ zu ergattern sei. Wenn es denn überhaupt solch einen gibt.

      Und zu ihrem Verwandlungsproblem: Ich hätte da nur die Idee, dass sie eines Tages irgendwie die Position mit Wuxeah tauscht. Oder einer anderen Schwimmerin. Keine Ahnung wie ich darauf komme. Sie existieren und wären doch mögliche Kandidaten?



      1 Heimweh und Hexenwerk + 1.2

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      Was mir auffällt, und schon öfter, ist ja Murrisas Sprache. Die wirkt manchmal etwas feiner als vom normalen Pöbel, aber dann drängen sich Worte wie Pobacken, oder Buden auf.
      Und ich bin erstmal kurz verwirrt. Wird Froschkönig ersetzt oder folgt dieser Teil danach? Mal schauen. Huch, ich bin ja schon bei 1.2 gelandet! Ich füge die mal fix zusammen.
      Ich finde die beiden Teile bisher sehr spannend. Sie verraten viel über Murissa, ihr Leben und ihre Umstände. Das gefällt mir. Allerdings frage ich mich wie die verflixten
      Hunde sie noch finden konnten. Und warum jedes Mal wegen einer Kleinigkeit gleich ein Stadtbüttel dem Dieb bis sonst wo hinter her rennt. Als ob sie die einzige Diebin auf der Welt wäre, die sind doch sicher wie Unkraut überall.


      1.3 + 1.4

      Spoiler anzeigen


      Och Mensch. Die arme Murissa. Eignetlich will sie nichts böses, aber ihr widerfährt auch nichts gutes

      Ich finde die Überarbeitung oder bzw der neuen Einstieg ist 1000 mal besser als der alte.

      Ich ziehe mal ein paar Teile zusammen, weil ich nicht viel zu sagen habe zu jedem. Das machts vielleicht etwas beschaulicher, als 20 spoiler mit je 5 worten xD

      Du lässt die arme Murissa aber ganz schön leiden. Die Idee mit dem Fächer ist echt stark und überraschend gelungen. Und ihr Hang zum Lügen und stehlen kam auch sehr gut rüber. Zwischen dem alten Anfang und dem Neuen ist echt unterschied wie Tag und Nacht und macht Murissa von Anfang an WESENTLICH sympathischer, als früher, finde ich.



      2. Verkündung des Ziellandes + 2.2 +2.3 + 2.4

      Spoiler anzeigen


      So. Da wären wir also bei der ersten Penthesilea.
      Die Beschreibungen sind sehr gut gemacht, da hat man nichts auszusetzen. Die ersten Logbücher fand ich ja nicht grad berauschend, aber mit dem hier kann man sich ganz gut anfreunden.

      Auch an allen anderen Teilen gibt es nichts auszusetzen. Alles tip top für mich xD

      Es wird also wohl nicht mehr als Logbuch geschrieben... ähm... eine Frage... ich hab das damals schon ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden und bin auch jetzt grad unsicher. War jetzt Penthesilea zeitgleich zu Murissa oder ist es aus der Vergangenheit?

      Ahje, du hast ja jetzt quasi zweimal 2.3, vom Gefühl her würde ich sagen, dass der zweite 2.3 besser geschrieben ist von den Dialogen her als der Erste. Ist aber nur mein Gefühl, weiß nicht wie die anderen denken, hab jetzt auch nicht vor das extra in deren Kommis nachzulesen :P

      2.4 war aber ziemlich kurz :o kann ich nicht viel zu sagen, bis gar nichts. Die alte Frau ist mir suspekt... ich hab Dragon Age origins gespielt, daher wirkt sie auf mich wie Flemmeth, die ja mehr oder weniger vergleichbar mit der Alten für mich ist. Und die war am Ende zwar nicht böse böse, aber wirklich gut auch nicht. Also hab ich sie im Spiel abgemurkst °-° xD



      So. Allgemeines Fazit auch zu den restlichen Teilen:
      Der neue Anfang mit Murissa gefiel mir sehr gut und lässt sie in einem ganz anderen Licht darstellen, als wenn es mit Froschkönig beginnt.
      Ebenso hat mir Penthesilea wesentlich besser gefallen.
      Leider kann ich zu vielen Teilen nicht viel sagen und ich bin auch kein Freund davon jemanden immer mit Lob zu überschütten. Der Weg auf dem die Geschichte JETZT ist find ich so viel besser.

      Das wars dann erstmal

      lg Kramurx

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kramurx ()

    • Hallo ihr Lieben,
      da melde ich mich mal aus dem Urlaub zurück. Danke erstmal für alle eure lieben Kommentare, die ich schon im Urlaub gelesen und auch schon überdacht habe und die diesmal wieder richtig aufschlussreich für mich waren!
      Wie ich bemerke, ist euch Veranova so richtig ans Herz gewachsen, hätte gar nicht gedacht, dass sie hier solchen Eindruck macht.

      @97dragonfly

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      Hallo Fly,
      ich hoffe du kommst gut durch die Prüfungen, jedenfalls halte ich dir schon die ganze Zeit feste die Daumen :)
      Ja, die keusche Kriegerin soll noch so einiges erleben ...
      Und für Murissa bereite ich auch gerade die eine oder andere Falle vor. :D Warte es mal ab


      @Carpe

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      Schön dass du noch dabei bist!

      Carpe schrieb:

      Die ganze Sache mit dem "Liebling der Göttin"
      Ja, stimmt. Da mich Thorsten auch darauf hingewiesen hat, habe ich diese Stelle noch etwas aufgedröselt.


      Carpe schrieb:

      "Erzeuger"
      Das wird später noch deutlich, warum sie so redet.


      @Thorsten

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      Thorsten schrieb:

      Wirft eine Reihe von interessanten Fragen auf (die hoffentlich irgendwann in der Geschichte beantwortet werden) unter anderem


      Was zum Teufel meint sie denn damit???
      Ja, keine Angst, die werden auf jeden Fall beantwortet!
      "Die Seele verjüngen" - stimmt, das klingt nicht besonders logisch und ich ändere das ab. Ich habe jetzt das gesamte Konzept /Veranova/ auch noch etwas stimmiger gemacht.
      Es kommt demnächst ein Update dazu.


      @MieszkoVI

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      Hallo und herzlich willkommen! Ich freue mich, dass du hinzugekommen bist. Einen König habe ich bis jetzt nicht unter meinen Lesern gehabt (oder es ist mir entgangen) :)
      Zu der Kanzel: Bei uns in Karlskrona (ich wohne in Südschweden) gibt es eine runde Kirche, in der die Gemeinde in einem Kreis sitzt und die Kanzel ist in der Mitte des Kreises. So etwas hatte ich noch nie vorher gesehen und fand es einerseits echt unpraktisch - da steht ja der Pfarrer immer mit dem Rücken zu einem Teil des Publikums - aber auf der anderen Seite hat es auch was Originelles. Tja und dieses Konzept habe ich halt etwas weiterentwickelt.


      @Rainbow

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      Hallo liebe Rainbow! Ich hatte gar nicht erwartet, dass du dich aus deiner Auszeit doch noch meldest, aber danke dir sehr dafür und auch für die viele Mühe und zahlreichen guten Anregungen! Was die Wortwiederholungen betrifft, da muss ich mich wirklich bessern.

      Rainbow schrieb:

      wie war das? Muss man Zahlen nicht irgendwie ausschreiben? Ist bei mir zumindest mal beanstandet worden....
      Zahlen ausschreiben: ich habe mal irgendwo gelesen, dass man kleine Zahlen (unter zwölf) ausschreibt und grössere Zahlen als Zahlen lässt. Also eine Zahl wie viertausenddreihundertachtundachtzig liest sich als 4388 bestimmt besser. Daran halte ich mich jedenfalls - sollte nicht irgendwer eine andere Regel aufstellen, die mir einleuchtet.


      Rainbow schrieb:

      Ich fand es an der Stelle etwas seltsam, dass die Königin so wenig Ahnung hat, was die geschichtlichen Hintergründe ihres Landes betrifft ... ich meine, welche Stellung nimmt Penthesilea eigentlich genau ein als Königin?
      Aargh...
      Okay, da hast du mich getroffen. Ich wollte dieses Thema extra nicht genauer erläutern. Aber du hast natürlich Recht, dass ich in dem Fall Penthesilea als eine ziemlich unfähige und auch noch machtlose Nuss hinstelle. Deshalb werde ich das noch etwas abändern.


      Rainbow schrieb:

      Sehr geil! Das nenne ich mal eine echte Amazone....
      Danke - den Part finde ich auch richtig gut!


      Rainbow schrieb:

      Hier kommt für mich das Schulmädchen raus...sie findet sich damit ab, eigentlich keine Ahnung zu haben.
      :patsch: Noch ein Treffer. So darf das natürlich auf gar keinen Fall rüberkommen. Deshalb gehe ich auf jeden Fall nochmal drüber!!!



      Rainbow schrieb:

      Im Übrigen hat es mich auch gewundert, dass die nur mit einem Heer von 700 Frauen losziehen. Kam mir jetzt wenig vor ... oder nicht? Je nachdem, auf welchen Gegener die treffen... oder haben die gar nicht mehr Kriegerinnen?
      Über die Zahl habe ich schon sehr viel nachgedacht, besonders deshalb weil die Amazonen in der Vorgeschichte 13 Heere verloren haben. Wenn ich jetzt sage, jedes Heer besteht aus 7000 Kriegerinnen, dann hätten sie damit insgesamt 91.000 Kriegerinnen verloren - klingt schon etwas extrem ... Ich wollte auch gern, dass Penthesilea eine persönliche Beziehung zu allen ihren Leuten haben soll. Das ist bei einem Heer von 700 machbar, wenn es aber 7000 wären, schon nicht mehr so plausibel.
      Ich überlege jetzt aber trotzdem, ob ich nicht lieber 7000 Kriegerinnen teilnehmen lasse. Denn wie du sagst, erscheint ein Heer von 700 wahrscheinlich als etwas läppisch.
      Danke für die vielen guten Ideen!


      @Kramurx

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      Hallo Kramurx! Viiiielen Dank für deinen super ausführlichen Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe!
      Da dir die Hexenszene mit dem Angriff auf die Banditen gar nicht gefallen hat, schaue ich mir das nochmal an, ob ich das alles wirklich so brauche oder es vielleicht etwas abändere. Auch Murissas Freundschaft zu Klymera hat dir ja nicht so eingeleuchtet, weshalb ich mir da auch noch etwas überlegen werde.
      Besonders freue ich mich natürlich, dass dir die Penthesilea-Überarbeitung gefällt! Ich hatte nämlicih genau wie du zwischenzeitlich das Gefühl, dass die ersten Logbuch-Einträge einfach zu langweilig sind. Deswegen habe ich die alle gestrichen.
      Ich habe inzwischen die gesamte Reise viel detailreicher ausgelegt. Da sitze ich jetzt noch dran, es ist recht viel geworden und da kommt noch einiges. Woxhea habe ich leider zwischenzeitlich rausgeworfen, weil ich die ganze Szene auch schon wieder geändert habe und sie passte in die Neue irgendwie nicht mehr rein. Aber mal sehen, vielleicht kann ich sie woanders einbauen.

      Zu dem neuen Murissa-Teil: Ja, das ist ein ganz neuer Anfang und er ersetzt den Froschkönig. Freut mich sehr, dass er dir gefällt!
      Dass der Stadtbüttel Murissa persönlich nachjagt, ist vielleicht tatsächlich etwas aufwändig, wie du sagst. Aber ich hoffe, man kann ihm diesen Eifer an der Stelle trotzdem nachvollziehen, da ihm MUrissa ja als Wiederholungstäterin bereits bekannt ist.
      Die Murissa- und Penthesilea-Handlung läuft zeitgleich nebeneinander her.

      Also, nochmal danke für deine Kommentare! Ich bin über jede Bemerkung dankbar sein, auch ein kurzer Kommi hilft mir weiter!
      :)


      Es geht weiter:

      3. Durch die Finsternis


      Murissa


      Ich befand mich immer noch im Schock.

      Noch Stunden nach meinem Herauswurf lungerte ich an der Stadtmauer von Aravenna herum in der irrigen Hoffnung, vielleicht irgendwo ein Loch zu finden, durch das ich mich zurückzwängen konnte. Alternativ könnte es mir vielleicht gelingen, in einem unbeaufsichtigten Moment an den Wächtern vorbei zu flutschen und so wieder heim zu gelangen. Oder vielleicht könnte ich mich einfach in einem der gelegentlich in die Stadt hineinrollenden Pferdewagen verstecken!?

      Löcher in der Stadtmauer gab es, wie ich nach ausgiebigen Erkundigungen feststellen musste – keine. Tatsächlich fand ich viel bröckelndes Gestein, aber nicht einmal eines, durch das ich einen Finger hätte ganz hindurch stecken können. Unaufmerksame Wachtposten gab es durchaus, aber sie bewachten das Tor mit acht Mann und niemals träumten sie alle gleichzeitig, wie ich nach stundenlangem Beobachten feststellen musste.

      Und auf einen Wagen aufzuspringen ist auch nicht so einfach, wie man sich so vorstellt. Ich versuchte das bei mehreren Kutschen und brach mir dabei fast ein Bein. Auf eine einzige schaffte ich tatsächlich heraufzukommen, wurde aber dabei entdeckt und wutentbrannt wieder heruntergestoßen.

      Das Schlimmste aber waren die Gerüche, die vom Tor her zu mir herüberströmten. Unwiderstehliches Aroma von gebratenem Rind und frisch gebackenem Brot stachen mir in die Nase und machten mich halb verrückt. Irgendwas zu Essen wäre ein Traum. Egal was. Am Straßenrand fand ich einige Büschel Sauerampfer und rupfte sie akribisch. Der säuerliche Geschmack rieselte durch die Hohlräume in meinem Magen und schrie nach mehr.

      Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die Stadttore dröhnend verschlossen und die Mauer lag schwarz und drohend vor mir. Plötzlich kam es mir aus allen Richtungen gruselig vor. Es war nicht daran zu denken, dass ich hätte schlafen können. An Ort und Stelle zu bleiben wagte ich auch nicht mehr. Alles um mich her schien bedrohlich. Einzig das sanfte Plätschern des Aravennaflusses in der Nähe hörte sich vertraulich an. Er quoll unter einer Absperrung aus der Stadt hervor und floss Richtung Wald. Sein Ufer war von Büschen und Brennesseln zugewachsen, sodass ich nicht näher herangehen konnte. Mit weit aufgerissenen, aufmerksamen Augen schlich ich in der Nähe des Flussufers entlang zum Wald hin.

      Dumm war ich gewesen, dass ich das nicht bereits tagsüber getan hatte, denn ich hatte ja sowieso keine Wahl. Jetzt in der Finsternis fühlte es sich dreimal schlimmer an. Einzig das Geräusch des gluckernden und rauschenden Wassers neben mir verlieh mir die Illusion einer trügerischen Geborgenheit. Ich weiß nicht wieso, aber ich habe mich schon immer zum Wasser hingezogen gefühlt. Stundenlang konnte ich an Brunnenrändern sitzen und in die undurchsichtigen Tiefen hinunterblicken. Dabei dachte ich an die Verheißungen der Märchen meiner Kindheit, in denen aus diesen Tiefen Froschkönige oder andere interessante Wasserprinzen aufgetaucht waren. Wie viele Glasmurmeln hatte ich schon in voller Absicht in das Wasser fallen lassen in der Hoffnung, damit endlich mal einen verwunschenen Prinzen auf mich aufmerksam zu machen, der sich berufen fühlen würde, mir mein Eigentum zurückzubringen und mir bei der Gelegenheit auch sein Herz zu schenken...

      Auch wenn ich bis jetzt trotz häufiger Brunnenbetrachtungen nie solche Wesen getroffen hatte, bedeutete das ja schließlich nicht, dass es nicht noch geschehen konnte.



      Die dumpfe, alles verschlingende Dunkelheit um mich herum machte mir schnell klar, dass ich die Träume meiner Kindheit gerade für immer hinter mir ließ und auf dem Weg war in eine richtig widerwärtige Zukunft. Eine, in welcher nicht einmal das Wasser mehr auf meiner Seite stand. Denn plötzlich, als ich etwas näher an das Flussufer herangekommen war, veranlasste mich ein lautes Platschen, schnell zur Seite zu springen. Ein riesenhaftes Wesen mit Haifischzähnen und bekrallten Flossen sprang mir entgegen und schnappte nach meinen Füßen. Ich erkannte sofort die Nebelschwaden über seinem Körper, die wie unwirkliche weiße Watte in der Luft hängen blieben. Ein Wassergeist. Diese garstigen Biester gab es auch in Aravenna, sie lauerten in den meisten Gewässern und lehrten die Wasserträger das Fürchten. Sogar in Brunnen hatte ich schon welche gesehen.

      Tief erschrocken fing ich an zu rennen. Ich war vor Angst halb wahnsinnig. Um mich herum hörte ich alles Mögliche knacken und knistern, von irgendwo erklang ein Gurren und von woanders ein Piepsen, ein Knurren und Hecheln, aus schwarzen Schatten bogen sich düstere Gestalten, die ihre Hände nach mir ausstreckten... weg hier, nur weg! Immer schneller rannte ich, was am Anfang noch ganz gut ging, weil der Weg breit war und ich ihn schattenhaft erkannte. Aber dann wurde er enger, oder vielleicht hatte ich den geraden Weg einfach verloren. Ich befand mich auf einer Lichtung, auf der zahlreiche umgestürzte Bäume lagen. War das Hexenwerk – oder nur die Beute eines Sturms? Ich tastete mich voran, bis ich den Weg wiederfand.



      Wie durch ein Wunder überlebte ich diese Nacht. Als es anfing zu dämmern, übermannte mich die Müdigkeit, aber ich wagte nicht anzuhalten. Noch viel weniger, mich irgendwo in dieser Wildnis hinzulegen – so ganz allein und ohne jeden Schutz. Wahrscheinlich wäre ich in der Kälte dieser Frühlingsnacht sowieso einfach erfroren. Die Bewegung hielt mich wenigstens einigermaßen warm.



      Als der Tag herangraute und ich den Wald nicht mehr als finsteres Schattenreich, sondern als einen hellen Birkenwald mit frisch ergrünten Sträuchern und schüchternen Schneeglöckchen am Wegesrand identifizierte, verlor sich meine wildeste Panik. Doch ich war noch immer auf der Hut. Denn nun kamen mir gelegentlich unbekannte Gestalten entgegen. Ob das nun Mörder, Trolle oder Geister waren, wollte ich gar nicht wissen. Sobalde ich nur von Ferne etwas Lebendiges erblickte, rannte ich ins nächste Dickicht und versteckte mich, bis die Gefahr nicht mehr zu sehen war.

      Bis mir gegen Mittag ein Pferdewagen entgegenrollte und, weil eins der Zugpferde bockte und scheute, praktisch direkt vor meinem Versteck stehen blieb. Auf dem Kutschbock saßen ein Mann und eine Frau, die dicke unförmige Säcke geladen hatten. Dem daran haftenden weißen Staub nach zu urteilen wahrscheinlich Mehlsäcke. Der Mann kletterte mürrisch vom Wagen herunter, tätschelte dem Pferd den Hals und redete ihm zu.

      Das war eine Chance! Sie waren abgelenkt. Vielleicht könnte ich einfach auf den Mehlwagen klettern und mitfahren. Wie Verbrecher sahen die Eheleute auch nicht aus. Eher als ob sie sich genauso fürchteten wie ich.

      Auf Zehenspitzen kroch ich hinter meinem Busch hervor, schlich leise hinter den Wagen, während das bockige Pferd vorne laut wieherte und schnaubte – und schon hangelte ich mich hinauf. Nur Platz gab es hier eigentlich nicht. Die Mehlsäcke standen dicht an dicht. Ich schob sie mit den Füßen auseinander und schaffte es schließlich tatsächlich, mich dazwischen zu zwängen und mich eng zwischen die Säcke zu kauern.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Yay, ein Update :D

      Spoiler anzeigen

      Ich mag das Kapitel, Murissas Panik (und Hunger) kann man so richtig nachfühlen.
      Gut bzw realistisch finde ich auch, dass sie sich nicht sofort in die Wildnis aufmacht, sondern erst mit allen Mitteln versucht, wieder in die Stadt zurückzukommen.

      Allerdings hab ich die ganze Zeit erwartet, dass sie mit den Wachen zu reden versucht? Bisher war ihr Lösungsansatz bei Problemen immer, dass sie versucht, sich herauszureden - das passiert hier überhaupt nicht.
      Kann natürlich sein, dass sie noch zu viel Angst hat und der Meinung ist, es würde eh nichts bringen - verbannt ist schließlich verbannt.
      Aber spätestens bei dem Ehepaar später würde ich eigentlich erwarten, dass sie nach der ganzen Nacht in der Wildnis, hungrig und durstig wie sie ist, mit den beiden redet und versucht Mitleid zu erregen um sich irgendwie Nahrung zu beschaffen oder einfach mit Menschen in Kontakt zu kommen.

      Dass der Wassergeist so plötzlich aus der Dunkelheit auftaucht, passt gut zur Stimmung, aber mich hat die detaillierte Beschreibung mit den Haifischzähnen etc etwas rausgebracht ^^ die Szene wird als komplett finster beschrieben, aber trotzdem kann Murissa so viel von dieser Kreatur erkennen?
      Ich glaube, in der Situation würde es mehr Angst erzeugen, wenn sie nur einen sich auf sie stürzenden Schemen sieht (besonders, da er ja sowieso von Nebelschwaden umgeben ist) und sich selbst in ihrer Panik nicht sicher ist, was es sein könnte - vielleicht ein Wassergeist, vielleicht etwas Schlimmeres.

      Kirisha schrieb:

      Um mich herum hörte ich alles Mögliche knacken und knistern, von irgendwo erklang ein Gurren und von woanders ein Piepsen, ein Knurren und Hecheln, aus schwarzen Schatten bogen sich düstere Gestalten, die ihre Hände nach mir ausstreckten...
      Deine Beschreibungen von einem Wald bei Nacht sind klasse, da da bekommt man selbst das große Gruseln :thumbsup:
      Und jetzt wo man weiß, dass außer Wölfen, Bären & co noch richtige Monster durch diese Welt laufen, wird das Ganze nochmal spannender.

      Kirisha schrieb:

      Ich weiß nicht wieso, aber ich habe hatte mich schon immer zum Wasser hingezogen gefühlt.
      Plusquamperfekt? :hmm:


      Mal sehen wo der Müllerkarren mit Murissa als nächstes hinfährt :rolleyes:

      Liebe Grüße,
      Carpe
    • Huhu @Kirisha,

      zum aktuellen Teil Durch die Finsternis

      Spoiler anzeigen


      ich bin unentschlossen xD
      der neue Teil hat mich nicht begeistert, andererseits war er aber auch nicht langweilig und er zeigte, wie Murissa allein in der Wildnis eindeutig nicht zurechtkommt. Ich hoffe das stößt nicht in Konflikt auf der Reise später, weil da wirkte sie bestenfalls 1x unerfahren auf mich, ansonsten als wenn sie schon lange in Wäldern ect unterwegs ist (nur halt nicht auf Pferden).



      und noch was aneres

      Spoiler anzeigen


      ich hab ja auch ein wenig gegrübelt... wenn du dir dann den Kampf der Hexen nochmal anschaust... hier ein paar meiner Gedanken dazu.
      Wie gesagt eben einmal, dass vllt Klymera der Murissa das Leben in dem Kampf rettet, weswegen Murissa so eine hohe Meinung von ihr plötzlich hat.
      Was ich auch schwierig finde, ist ja, dass Klymera ohne einen wirklich guten Grund Murissa nunmal zur... was wars... Gefährtin? erklärt offiziell, wobei sie ja wie gesagt sie eher als unfähig ansieht. Die Meinung könnte man durch eine Aktion von Murissa irgendwie bei dem Kampf kippen, indem sie sich vllt doch nicht ganz raushält und vllt sogar der Skeff hilft oder so ?(
      Und zu guter letzt, was diese plötzliche Brutalität der Hexen erklären könnte, wäre zb wenn sie
      a) keine andere Wahl haben, weil es nicht nur normale Wegelagerer sind, sondern vielleicht direkt Mörder
      oder b zb) Turris Murissa erklärt, dass er spürt, wie die Göttinnin befehlen dass die Hexen sie umbringen sollen (falls er sowas kann versteht sich)
      c) die Lage fängt ruhig an und eskaliert ganz einfach.

      deine Variante, es eskaliert sofort und alles wird niedergemetzelt halte ich leider nach wie vor für etwas zu extrem gleich zu anfang :P ;)
      ich könnte mir auch noch ein d) vorstellen, dass eine Erklärung, woher Hexen ihre Macht bekommen schon vorher eingeleitet wird und man sich quasi gedanklich schon darauf vorbereiten kann, dass die Hexen bald jemanden meucheln bzw sich darauf regelrecht freuen ndlich überfallen zu werden.

      Und noch kurz zu den Logbüchern.
      Ich finde die Logbücher waren nicht "falsch", sie waren nur "falsch" vermittelt. Letztlich fühlten sie sich ja auch nicht wie Logbücher an, eher ein Mischmasch aus dem Versuch es wie ein Logbuch klingen zu lassen. Ich finds gut, dass du auch bereit bist nochmal es konsequent anders anzugehen und nicht auf biegen und brechen durchzusetzen.

      Ahjo, wenn du was entnehmen kannst, freut mich, wenn nicht, auch nicht schlimm. Ich hab nur mal gelernt, wenn man bei anderen Geschichten was zu meckern hat, hilft es der eigenen Kritik, wenn man dem oder derjenigen auch ein paar Beispiele nennen kann.



      lg Kramurx
    • Kirisha schrieb:

      Ich befand mich immer noch im Schock.

      Ist jetzt nicht die beste Einleitung, denn einmal frage ich mich - woher weiss sie das? Ist ja manchmal schwer, sich selber zu diagnostizieren, grade wenn man im Schock ist.

      Aber schlimmer eigentlich - in den Abschnitten danach sehen wir Murissa eigentlich wie immer - clever, Alternativen pruefend,... Also wie genau wirkt sich der Schock nun aus?

      Kirisha schrieb:

      Der säuerliche Geschmack rieselte durch die Hohlräume in meinem Magen und schrie nach mehr

      Das ist ein schoenes Bild!

      Kirisha schrieb:

      Einzig das Geräusch des gluckernden und rauschenden Wassers neben mir verlieh mir die Illusion einer trügerischen Geborgenheit. Ich weiß nicht wieso, aber ich habe mich schon immer zum Wasser hingezogen gefühlt.

      Der Abschnitt hat mir auch gut gefallen, das passt an der Stelle wie sie nach den Vertrauten tastet und sucht.

      Kirisha schrieb:

      Eine, in welcher nicht einmal das Wasser mehr auf meiner Seite stand. Denn plötzlich, als ich etwas näher an das Flussufer herangekommen war, veranlasste mich ein lautes Platschen, schnell zur Seite zu springen. Ein riesenhaftes Wesen mit Haifischzähnen und bekrallten Flossen sprang mir entgegen und schnappte nach meinen Füßen.

      Das hingegen ist zu undramatisch erzaehlt - der Schockeffekt wird im ersten Satz schon vorweggenommen, und so wirkt die Szene nicht, sie bleibt zu blass - besonders kontrastiert mit...

      Kirisha schrieb:

      Tief erschrocken fing ich an zu rennen. Ich war vor Angst halb wahnsinnig.

      ... diesem Abschnitt - man merkt nicht dass sie vor Angst halb wahnsinnig ist, Du erzaehlst es nur, aber es kommt nicht sonst aus dem Text raus.

      Kirisha schrieb:

      Wie durch ein Wunder überlebte ich diese Nacht.

      Das ist herrlich, weil so typisch Murissa - sie malt sich die schlimmsten Gefahren aus - und erwacht in einem Birkenwaedchen. Solche Momente sind toll, weil sie einen so nahe an das Maedel ranbringen, das ist wirklich schoen erzaehlt.
    • Vielen Dank für eure Rückmeldungen!


      @Carpe
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      Carpe schrieb:

      Allerdings hab ich die ganze Zeit erwartet, dass sie mit den Wachen zu reden versucht? Bisher war ihr Lösungsansatz bei Problemen immer, dass sie versucht, sich herauszureden - das passiert hier überhaupt nicht.
      Stimmt. Jetzt, wo du es sagst, sehe ich das auch. Das überdenke ich noch mal, denn diese Eigenschaft ist ja für sie charakteristisch.


      Carpe schrieb:

      Aber spätestens bei dem Ehepaar später würde ich eigentlich erwarten, dass sie nach der ganzen Nacht in der Wildnis, hungrig und durstig wie sie ist, mit den beiden redet und versucht Mitleid zu erregen um sich irgendwie Nahrung zu beschaffen oder einfach mit Menschen in Kontakt zu kommen.
      Und hier nochmal! Die Szene wollte ich eigentlich nicht in die Länge walzen, aber vielleicht hast du recht. Ich überlege mir da noch was.



      @Kramurx

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      Dass dir dieser neue Teil nicht so gut gefällt, gibt mir natürlich auch zu denken. Ich denke, entweder liegt es daran, dass zu wenig Übernatürliches passiert oder an den fehlenden Dialogen, die ja Carpe auch schon bemängelt hat. Vielleicht wird es interessanter, wenn ich da noch mehr Interaktion hereinbringe.
      Zu Klymera: Danke für deine Ideen! Den Teil werde ich auf jeden Fall auch nochmal durch die Mangel nehmen.


      @Thorsten
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      Du sprichst noch zwei wichtige Aspekte an, die ich nicht bedacht habe. Das Vorwegnehmen von Ereignissen, die ich erst später beschreibe, ist natürlich spannungskillend, deshalb werde ich den Text unter dem Aspekt nochmal korrigieren.
      Auch dass ich Gefühle nicht zeige, sondern behaupte, sollte so nicht sein.
      Der erste Satz gefällt mir allerdings zu gut! Deshalb werde ich den wohl so lassen. Aber das Übrige muss ich mir doch nochmal durch den Kopf gehen lassen.


      DANKE euch allen!!!
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Sorry, dass das so lange gedauert hat. Ich musste an dem Text noch ein paar Korrekturen vornehmen.
      Hier geht es weiter:



      3.2 Durch die Finsternis

      Es gab einen Ruck. Die Pferde zogen an und fuhren weiter. Ich atmete auf. Die zwei netten Leute schienen mich nicht bemerkt zu haben und ich hoffte sehr, das würde auch so bleiben. Sobald wir nähere Bekanntschaft miteinander schlössen, das wusste ich aus Erfahrung, wäre es mit der Nettigkeit sicherlich vorbei und noch eine Nacht alleine da draußen wollte ich ganz bestimmt nicht erleben. Da nahm ich auch in Kauf, dass ich wahrscheinlich als gequetschte Flunder ankommen würde, wohin auch immer wir gerade fuhren. Ich zog mein Hemd über meinen Kopf, damit ich von oben gesehen mehr wie ein Mehlsack als wie eine junge Elgo mit wilder Pferdemähne aussehen würde.

      Ich schlief auf der Stelle ein. Als ich erwachte, wusste ich im ersten Moment nicht, wo ich war. Nein, dies war nicht der „Lumpenschuppen“, wo ich meine Nächte in Aravenna zuletzt verbracht hatte, dort quiekten Ratten herum, allerdings wurde man auch nicht so durchgeschüttelt. Ich ließ mich schaukeln und lauschte dem Rumpeln der Räder auf dem lehmigen Boden. So fühlte es sich also an, mit einer Kutsche zu fahren. Fast luxuriös.
      Die Fahrt drohte jedoch am frühen Abend bereits zu enden. Da hielten die beiden nämlich ihr Fahrzeug plötzlich an, ich hörte etwas rumoren und Schritte, die die Ladefläche zum Schwanken brachten. Jemand polterte mir entgegen. Ich hielt die Luft an und wagte kaum zu atmen. Hoffentlich schaute er nicht so genau hin und würde mich übersehen.
      „Komm raus oder ich ersteche dich!“, tönte plötzlich eine harte Stimme über mir. Ich fuhr zusammen. Alle meine Glieder fingen gleichzeitig an zu zittern. Was jetzt? Sollte ich fliehen? – Nein, das konnte ich nicht. In der Wildnis war ich verloren. Ich musste versuchen, das Herz des Kutschers zu erweichen. Bebend vor Angst zog ich das Hemd von meinem Kopf herunter und starrte direkt in die wütenden Augen des Müllers, der mir tatsächlich drohend ein langes, offensichtlich uraltes und schon etwas angerostetes Küchenmesser entgegenhielt. Es sah eigentlich nicht danach aus, als ob er damit schon viele Leute erstochen hätte.
      Ich sprang auf und hob beide Hände.
      „Entschuldigung! Entschuldigung!“, rief ich kläglich. „Ich weiß, ich hätte fragen sollen, ob ich mitfahren darf, aber ich hatte Angst ... hab mich nicht getraut!“
      „Was bist du für ein Wesen?“, grollte der Mann, während er noch immer das Messer auf mich richtete, „warum ist deine Jacke voller Efeuranken und dein Gesicht voller weißer Flecken?“
      Das war in der Tat eine gute Frage, die mich auch selber etwas erstaunte, denn an eine Begegnung mit Efeuranken konnte ich mich nicht erinnern. Aber es war nun auch sehr dunkel gewesen. Er war zudem einer der Ersten, der keine Bemerkung über meine wilde Elgomähne fallen liess. Jedenfalls war mir klar, dass er eine interessante Antwort erwartete.
      „Ich bin eine Baumfee“, erklärte ich deshalb schüchtern und duckte mich vorsichtshalber etwas zusammen, nicht dass er auf die Idee käme, sein Messer an mir aufzupolieren. „Meine Freundinnen und ich sind von Windgeistern gejagt worden, sind durch die Baumkronen geflohen und dabei bin ich vom Baum herunter gefallen – direkt in eure Kutsche! Leider kam mir noch eins dieser schrecklichen Biester hinterher, deshalb habe ich mein Gesicht in den Mehlsack gedrückt, damit es mich für ein gewöhnliches Menschenkind hält. Das hat zum Glück funktioniert.“
      Ich konnte ihm wohl kaum erzählen, dass ich an dem Mehlsack geleckt hatte und auch die übrigen Säcke überprüft hatte in der Hoffnung, irgendwo etwas Essbares aufzutun. Hätte mir das Gesicht abwischen sollen.
      „Eine... Baumfee?“ Dem guten Müller fiel fast die Kinnlade herunter und er starrte mich ehrfürchtig an. „Ich wusste gar nicht ... Na, nun komm schon heraus da, die Säcke werden dich sonst noch zerdrücken. Setz dich zu uns auf den Kutschbock und erzähl uns, wo du herkommst!“
      Ach je. Das hatte ich nun davon. Das einzige, was ich über Baumfeen wusste, war, dass sie in Bäumen leben und man sie deshalb gewöhnlich niemals zu Gesicht bekommt. Was sie da drinnen machen, weiss niemand. Möglicherweise gibt es aber in den Bäumen Stangen, an denen man herunter- und heraufrutschen kann, und ganz oben nahe den Baumkronen lagern die Bienen ihren Honig, den sie extra für die Baumfeen produzieren, während sich unter den Wurzeln der Wohnbereich der Feen befindet, wo sie Pilze züchten und die berühmte Feenseide herstellen. Tja also, das jedenfalls war die Geschichte, die ich meinen beiden neuen Bekannten auftischte und in die ich vorsichtig hier und da kleine Andeutungen davon einflocht, dass ich das gestrige Abendessen verpasst hatte und deshalb schrecklich hungrig war.
      „Wir haben leider nur noch ein paar Karotten dabei“, entschuldigte sich die Müllersfrau, die von meinen Geschichten gar nicht genug bekommen konnte und deshalb, während sie ihre letzten sechs Karotten mit ihrem Mann und mit mir teilte, nach immer neuen Details fragte. Ich war deshalb gezwungen, auch noch von der soeben von mir erfundenen Vorliebe der Baumfeen für Efeukleidung und für Sonnenblumenschirme zu berichten. Und von meiner bevorstehenden Verlobung mit dem Froschkönig Falamusch. „Den habe ich getroffen, als er in einer Nacht seinem Brunnen entstiegen ist“, fabulierte ich drauflos und fragte mich gleichzeitig, wie lange es wohl dauern würde, bis ich anfinge mich in all diesen wilden Geschichten zu verheddern. „Ja, stellt euch vor, der hüpfte tatsächlich auf den Brunnenrand und kaum hatte ich ihn vorsichtig berührt, fing er an sich zu verwandeln, bis er als ein schmucker Prinz in gelb leuchtenden Gewändern vor mir stand!“


      Mit diesem Wasserprinzen unterhielt ich die Gesellschaft mehrere Stunden. Das war nicht so schwer, da ich ja bereits selbst endlos über ihn fantasiert hatte.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Kirisha schrieb:

      Sobald wir nähere Bekanntschaft miteinander schlössen, das wusste ich aus Erfahrung, wäre es mit der Nettigkeit sicherlich vorbei
      :thumbsup: Ganz herrlich Murissa - dafuer lieben wir sie.

      Kirisha schrieb:

      Möglicherweise gibt es aber in den Bäumen Stangen, an denen man herunter- und heraufrutschen kann, und ganz oben nahe den Baumkronen lagern die Bienen ihren Honig, den sie extra für die Baumfeen produzieren, während sich unter den Wurzeln der Wohnbereich der Feen befindet, wo sie Pilze züchten und die berühmte Feenseide herstellen

      Und das auch.

      Insgesamt ein kurzer, aber sehr schoener Abschnitt in dem Murissa mal so ihre Talente (vor allem ihre Fantasie) so richtig ausspielen kann. Gefaellt mir gut!
    • Bisschen spät dran, aber hey :D

      Schöner Abschnitt!

      Kirisha schrieb:

      Sobald wir nähere Bekanntschaft miteinander schlössen, das wusste ich aus Erfahrung, wäre es mit der Nettigkeit sicherlich vorbei und noch eine Nacht alleine da draußen wollte ich ganz bestimmt nicht erleben.
      Okay, da wird nochmal erklärt warum sie die beiden nicht angesprochen hat :hmm: plausibel

      Ich finds gut, dass Murissa jetzt wieder mehr Gelegenheit zum Reden und Fantasieren hat, das macht sie wirklich gut ^^

      Kirisha schrieb:

      Ich konnte ihm wohl kaum erzählen, dass ich an dem Mehlsack geleckt hatte und auch die übrigen Säcke überprüft hatte in der Hoffnung, irgendwo etwas Essbares aufzutun. Hätte mir das Gesicht abwischen sollen.
      :rofl: ja wenn man im Dunkeln nichts sieht muss man eben hoffen dass irgendwo eine Kakerlake rumkrabbelt die man aufschlecken kann... lecker Eiweiß :dead:
      Bin gespannt, ob wir den Wasserprinzen noch zu sehen bekommen, über den Murissa sich anscheinend schon so viele Gedanken gemacht hat :rolleyes:

      Liebe Grüße,
      Carpe
    • Hallo ihr Lieben,

      ich bin ganz geplättet darüber, dass euch das so gut gefallen hat! - und dass ihr euch darin sogar noch einig seid... das hat mir schon einige sehr schöne Augenblicke bereitet.
      Ich muss gestehen, dass dieser Teil in der Ursprungsfassung so gar nicht existierte (die bestand nur aus zwei Sätzen), sondern @Carpe mich dazu inspiriert hat, Murissa mal etwas mehr zu Wort kommen zu lassen. Danke dir dafür!
      Natürlich bin ich auch riesig froh über eure Kommentare @Thorsten und @Kramurx - es hilft mir sehr, wie ihr die Dinge immer aus so vielen verschiedenen Perspektiven beleuchtet!
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Es geht weiter:

      3.3 Durch die Finsternis

      Endlich erreichten wir in der Nacht einen Gasthof. Meine Hoffnung, die Müllersleute würden dort vielleicht etwas Mehl verkaufen und den Verdienst in Speise und Trank umwandeln, erfüllte sich jedoch nicht.
      „Nicht hier“, sagte mir der Müller. „Wir werden in der Stadt Tandra verkaufen. Dort zahlen sie die höchsten Preise. Und an Hunger sind wir gewöhnt.“
      Ja, ich war auch dran gewöhnt. Allerdings hatte ich mich den ganzen Tag in der Hoffnung gewiegt, diesen Abend zur Abwechslung mal mit einer richtigen Mahlzeit zu beenden und die Enttäuschung darüber, dass sich nicht mal kleine Träume erfüllen wollten, drückte mich doch ein wenig nieder.
      Wir übernachteten in der Scheune des Gasthofes, in der das Strohlager nichts kostete. Dann ging es weiter Richtung Tandra. In mir keimte inzwischen eine neue Hoffnung: Vielleicht könnten meine beiden Gönner mir zum Eintritt in die Stadt verhelfen? Immerhin wurden Händler gern in die Städte eingelassen und da ich schon einmal mit auf dem Wagen saß, gehörte ich ja quasi zu der Ladung dazu – oder? Innerlich spürte ich schon, wie meine Chancen auf ein besseres Leben wieder anfingen zu wachsen.
      Zwei Tage später – der Magen hing mir bereits in den Kniekehlen – verließen wir die unendlichen Wälder und ich sah vom Kutschbock aus in der Ferne eine Stadtmauer auftauchen. Beinahe wäre ich aufgesprungen und hätte laut gejubelt. Ja! Ich hatte es geschafft! Okay, nicht nicht ganz, das Stadttor stand noch zwischen mir und dem ersehnten Ziel, aber das musste mir einfach gelingen. In diese Stadt wollte ich hinein, dort wartete ein besseres Leben auf mich. Also schlechter konnte es ja bei Licht besehen nicht mehr werden.

      Während die Stadtmauer zunächst nur als ein Strich am Horizont erschienen war, wurde sie je näher wir heranratterten immer größer und imposanter. Schon bald entdeckte ich vor den Mauern eine Barackenvorstadt mit einem kleinen Steinbrunnen in ihrer Mitte. Anscheinend gab es eine ganze Reihe von Bettlern, denen man den Zugang in die Stadt verweigert hatte und die deshalb aus toten Ästen, Lehm, kaputten Kutschenteilen und anderen ausrangierten städtischen Materialen kleine Hütten gebaut hatten und sich wahrscheinlich vom Wasser aus ihrem Brunnen und von Almosen gnädiger Reisender oder Abfällen aus der Stadt ernährten.
      Der Brunnen in dieser Barackensiedlung schien von Wassergeistern befallen zu sein. Diese spuckten ganze Fontänen in die Luft. Bei dem Anblick musste ich grinsen. Ein wenig erinnerte mich das Spektakel an unsere Brunnen zuhause. Und daran, dass mir Wasser Glück brachte und ich beim Spiel um Glasmurmeln immer gewann, wenn wir in der Nähe des Flusses oder eines Brunnens gespielt hatten.
      Näher und näher rollten wir an die Stadt heran.
      Die Stadtmauer erschien mir riesenhaft, geradezu von unermesslicher Macht. Sie war aus dicken, zum Teil mannshohen Feldsteinen gebaut und könnte bestimmt niemals von feindlichen Truppen oder Banditen gestürmt werden. Das könnte hier ein herrliches Plätzchen zum Leben sein, dachte ich. Auch wenn alle acht Wachtposten vor dem Tor Parva waren, wie ich an ihren langen, goldgelben Haaren und ihren kräftigen Gestalten gleich erkannte. Ich musste wohl damit rechnen, dass auch innerhalb der Tore wie in Aravenna Parva lebten und ich auch dort Außenseiterin sein würde. Tja, egal. Das machte mir nichts aus. Hauptsache, ich schaffte es hineinzukommen.
      Näher und näher rumpelte unsere Kutsche an die Stadtmauer und ich bemerkte, wie auch meine Reisebegleiter etwas nervös wurden.
      Die Wachtposten versperrten uns den Weg.
      „Wer seid Ihr und was ist Euer Begehr?“, brummte einer der Wächter harsch und wandte sich mit diesen Worten an den Müller.
      „Wir kommen von der Hohlbergmühle und wollen bitte in Eurer Stadt Mehl verkaufen“, erklärte dieser. Während zwei Mann nun auf die Kutsche hinaufkletterten und die Ladefläche inspizierten, wandte sich ein anderer an die Müllerin.
      „Und wer seid Ihr?“
      „Die Ehefrau“, piepste die alte Frau eingeschüchtert, und mit einem vagen Wink auf mich fügte sie hinzu: „Und diese putzige junge Dame neben mir ist eine Baumfee, die wir unterwegs getroffen haben! Sie ist auch wie wir auf dem Weg in Eure freundliche Stadt, wo ihr Verlobter auf sie wartet.“
      „Eine WAS? Sagtet Ihr Baumfee?“ Sämtliche Wächter wurden hellhörig. Sechzehn Augenpaare hefteten sich auf mich und ich spürte, wie ich bis unter die Haarwurzeln errötete.
      „Aber ja!“, plapperte die Müllerin arglos weiter. „Sie kann aus Honig Feengold spinnen und ist auf dem Weg zu ihrer Hochzeit!“
      Am liebsten hätte ich ihr den Mund zugehalten. Sie konnte doch vor diesen Kerlen nicht den ganzen Blödsinn zum Besten geben, den ich mir unterwegs aus den Fingern gesogen hatte. Außerdem befand sich mein Magen schon in einem Stadium, in welchem ich lieber Feengold in Honig verzaubert hätte als umgekehrt.
      Einer der Wachtposten trampelte auf den Kutschbock hinauf und baute sich vor mir auf. Mein Herz setzte aus. Vor mir stand ein vierschrötiger Ritter mit Brustschutz.
      „Das möchte ich gerne von der jungen Dame selbst erfahren“, donnerte er. „Und mir wirst du die Wahrheit sagen, du dreckiges kleines Wildpferd. Eins sage ich dir, mit Geschichten über Feen kommst du bei mir nicht an. Diebe und Landstreicher können wir in der Stadt nicht gebrauchen.“
      Sah man mir das etwa an der Nasenspitze an? Aber ich würde mich nicht kampflos ergeben. Zu viel stand auf dem Spiel.
      „Ich bin keine Landstreicherin!“, rief ich empört, knickste tief vor dem Herrn und senkte den Blick. Fieberhaft überlegte ich, wie ich diesen Würdenträger von meinem untadeligen Charakter überzeugen könnte. „Ich kann Kleider nähen und Schränke anmalen.“ Einen Moment lang kämpfte ich mit der Versuchung, die Feenseide nochmals ins Spiel zu bringen, die der Müllerin so imponiert hatte, entschied mich dann aber dagegen. Dieser Herr Gnadenlos schien ja nicht so einen Sinn für die verborgenen Schönheiten der Welt zu haben. „Hochwürdiger Herr Wachtmeister, ich bin eine geschickte und fleißige Magd und möchte mit Freuden alle Wünsche meiner zukünftigen Dienstherren erfüllen – wenn ich nur bitte in Eure wunderschöne Stadt hineindürfte!“
      „Dies ist eine Stadt, in der wir auf Recht und Anstand achten“, erklärte der Wächter kurz angebunden. „Kannst jemanden aus Tandra benennen, der für dich bürgt?“
      Ach herrje. Wer sollte wohl in einer wildfremden Stadt für eine hergelaufene Unbekannte, noch dazu eine Elgo, bürgen?
      „Nun seid doch nicht so unmenschlich streng“, nahm die Müllerin mich in Schutz und legte mir vertraulich einen Arm über die Schulter. „Ich bürge für sie. Ihr könnt eine arme Baumfee, auf die noch dazu ihr Verlobter wartet, nicht wie eine Verbrecherin behandeln!“
      „Ihr seid keine Bürgerin dieser Stadt, deshalb hat Euer Wort kein Gewicht“, belehrte sie der Wächter ohne mit der Wimper zu zucken.
      „Es kommt zu viel Gesindel aus den Wäldern hierher. Wer weiß, vielleicht bist du eine Hexe?“, fügte sein Nachbar hinzu. „Zeig mir doch mal deine Hand!“
      Ich zuckte zurück. Mist! Die Hand zeigen durfte ich auf keinen Fall. Das Hexenzeichen in meiner Handfläche, das sie mir in Aravenna eingebrannt hatten, war noch frisch und überdeutlich.
      „Warum zögerst du?“, blaffte er mich an und griff nach meinem Arm, um den Beweis meiner Unwürdigkeit selbst zu enthüllen. Mich überfiel eine wilde Panik. Was würde er mit mir tun, wenn er das schreckliche Zeichen entdeckte? Mich einsperren? Verprügeln? In die Wildnis jagen? Was auch immer - ich wäre erledigt. Womöglich würde er mich noch in allen anderen Städten verpetzen. Ich würde niemals in irgendeine Stadt hineinkommen. Erledigt für alle Zeiten!
      Mit aller Kraft riss ich mich los, sprang auf, kletterte auf die Ladefläche mit den Mehlsäcken und hüpfte hinten von der Kutsche herunter. Ich landete auf dem staubigen Weg. Und rannte davon – den Weg zurück, den ich gerade hergekommen war.
      Meine Geschichte: Meermädchen