Meermädchen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hey @Kirisha,

      hier kommen meine Anmerkungen :)

      Spoiler anzeigen


      Den Anfang fand ich cool. Wie die männerhassende Königin auf den Krieger trifft und seine Schwächen aus ihrer Sicht analysiert :rofl: Auch, dass sich das Ganze am Ende als Traum bzw. als Albtraum entpuppt, weil sie zuletzt doch gegen ihn verliert, obwohl sie eigentlich nichts falsch gemacht hat. Bin schon gespannt, was sich genau hinter ihren Ängsten verbirgt...vor allem, was diesen speziellen Mann betrifft, der ihr ja offensichtlich in der Vergangenheit schon mal zugesetzt hat. Zumindest wirft dieser Abschnitt hier einige Fragen auf:

      Kirisha schrieb:

      Wieso träume ich schon wieder von diesem Kerl? Es ist immer der gleiche. Zwar erinnere ich mich nicht an sein Gesicht, aber ich fühle es. Ich weiß es.
      Habe ich ihn immer noch nicht ausradiert?
      Wenn ich diesen verabscheuungswürdigen Erzeuger doch nicht nur aus meinem Leben, sondern auch aus meinen Träumen verbannen könnte! Aber das gelingt mir noch.
      Ich habe mich gefragt, was du mit "Erzeuger" meintest. Für gewöhnlich ist das eine ziemlich abwertende Beschreibung für den eigenen Vater :hmm: Aber danach klang es eigentlich beim Lesen nicht.


      Kirisha schrieb:

      Eigentlich hatte ich vorgehabt, mit einem kleinen spielerischen Schwertgefuchtele zu beginnen und mir seine Paraden anzuschauen. Aber sein Benehmen ärgert mich und jetzt habe ich dazu keine Lust mehr. Wir können das auch sofort beenden.

      Ich rufe lautlos meine Göttin an und bitte sie um magische Energie. Sofort überschwemmt eine ungeheure Wärme meine Arme und Hände. Ich lasse sie in meine Finger fließen und erzeuge aus den Fingerkuppen einen Feuerball von der Größe eines Wagenrades.
      Hier wusste ich nicht genau, wie ich mir das vorstellen kann, weil sie doch wohl das Schwert zum Angriff bereit in der Hand, wenn nicht sogar in Händen hält. Wie kann sie dann gleichzeitig mit ihren Händen diesen Feuerball formen? Oder benutzt sie hierfür lediglich die eine freie Hand? Das wird hier nicht wirklich deutlich, wie ich finde.


      Kirisha schrieb:

      He, was sind das für Gedanken? Was soll denn schiefgehen? Dies ist mein zehnter Feldzug. Neun rituelle Kriegszüge habe ich bereits erfolgreich durchgezogen und daheim liegt mir das gesamte Volk zu Füßen. Man sollte meinen, ich hätte inzwischen genug Routine, um in den Nächten nicht mehr nervös zu werden. Genug Routine, um nicht mehr so extrem vorsichtig vorgehen zu müssen wie in den letzten Jahren und mich dabei zu Tode zu langweilen.

      Die Nervosität, die du hier sehr schön zu beschreiben versuchst, kollidiert hier meiner Meinung nach mit der Langeweile, die du am Ende erwähnst...Schließlich wünscht sie sich doch endlich die Rotine, um nicht mehr nervös sein zu müssen... :hmm: Oder kapier ich da jetzt irgendwas nicht?

      Kirisha schrieb:

      Damit hat es jetzt nämlich ein Ende. Ich habe mir höhere Ziele gesetzt. Es reicht mir nichts mehr nur zu gewinnen. Ich will einen spektakulären Erfolg.

      Etwas, das meinem Volk im Kopf bleibt.

      Für alle Zeiten.

      Ich hoffe, ich bringe den Mut auf das zu versuchen –
      Auch hier entdecke ich einen leichten Widerspruch. Einerseits klingt sie überzeugt und festen Willens, ihr hoch gestecktes Ziel erreichen zu wollen....doch dann macht sie wieder einen Rückzieher und sagt: Ich hoffe, ich bringe den Mut auf, das zu versuchen....Vielleicht eher: ich hoffe, ich werde es schaffen, mein Vorhaben zu Ende zu bringen...(oder so)

      Ansonsten müsstest du mal wegen der Formatierung schauen. Du hast ganz viele unschöne Absätze drin, weil du wahrscheinlich vor dem Einfügen des Textes vergessen hast, den Button oben links zu drücken. Du kannst sicher auch nachträglich die Absätze einfach löschen, damit es sich angenehmer liest. ^^




      LG,
      Rainbow
    • @Kirisha
      Spoiler anzeigen

      Ein bisher noch mysteriöser Abschnitt, zu dem ich deshalb noch nicht viel sagen kann. Ein paar Sachen, die mir aufgefallen sind:

      Kirisha schrieb:

      auf der Reling
      Wahrscheinlich steht sie eher "an" der Reling, sofern sie nicht (ist als Fee ja möglich) gerade abenteuerlich drauf ist.

      Kirisha schrieb:

      Genug Routine, um nicht mehr so extrem vorsichtig vorgehen zu müssen wie in den letzten Jahren und mich dabei zu Tode zu langweilen.
      Das hab ich auch - so wie @Rainbow - nicht ganz verstanden. Sie schien eigentlich eher nervös als gelangweilt von der Situation...

      Auch das mit dem Schwert und dem Feuerball am Anfang habe ich nicht ganz geschnallt. Wozu produziert sie ein Schwert, wenn sie das letztendlich gar nicht braucht?
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Danke euch beiden für Eure Anmerkungen!
      Falls ihr euch wundert, warum ich in meinen vorherigen Textausschnitten noch gar nichts korrigiert habe - ich bin dran und ich hoffe, das in den nächsten Tagen auf die Reihe zu bekommen.

      @Rainbow
      Spoiler anzeigen

      Zu dem Wort "Erzeuger" - schön, dass es dir aufgefallen ist. Das Wort stammt aus der speziellen Kultur dieses Volkes

      Dann die Szene mit dem Angriff. Du hast recht, ich lasse sie zuerst mit Schwert auftreten und habe dann ganz vergessen, dass sie das Schwert zwischendurch gar nicht abgelegt hat. Das muss ich ändern.

      Dann zu dem Widerspruch zwischen Nervosität und Langeweile.
      Schade, dass es dich stört. Meiner Meinung nach ist sie tatsächlich einerseits nervös, weil in der Geschichte ihres Volkes schon Feldzüge verloren gegangen sind und sie für das gesamte Heer verantwortlich ist. Auch wenn sie von ihrer persönlichen Stärke sehr überzeugt ist, garantiert das ja nicht, dass sie auch ihr Heer unversehrt durch alle Gefahren steuern kann.
      Andererseits ist sie auch etwas arrogant und hält sich für unbesiegbar, und damit will sie auch vor ihren Leuten angeben und bewundert werden. Ich gebe zu, dass das widersprüchliche Gefühle sind. Schliessen sie sich denn aus? Ich habe gerade überlegt, ob ich entweder die Nervosität oder die prahlerischen Gedanken streiche, aber kann mich nicht entscheiden. :/ Oder ich muss es deutlicher beschreiben, damit man es besser nachvollziehen kann.


      @Katharina

      Spoiler anzeigen

      Da du an ungefähr denselben Stellen angeeckt bist wie Rainbow, werde ich mich nochmal daran setzen und es genauer beschreiben.
      Ja, das mit dem Schwert war natürlich eine Nachlässigkeit von mir. Sorry, das wird korrigiert!
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Hey,

      Kirisha schrieb:

      Meiner Meinung nach ist sie tatsächlich einerseits nervös, weil in der Geschichte ihres Volkes schon Feldzüge verloren gegangen sind und sie für das gesamte Heer verantwortlich ist. Auch wenn sie von ihrer persönlichen Stärke sehr überzeugt ist, garantiert das ja nicht, dass sie auch ihr Heer unversehrt durch alle Gefahren steuern kann.
      Andererseits ist sie auch etwas arrogant und hält sich für unbesiegbar,
      Ja, das kommt auch gut rüber, diese Widersprüchlichkeit in ihrem Charakter. Deshalb gefällt mir auch der Traum zu Beginn so gut, weil der nämlich genau das aussagt. Einerseits fühlt sie sich total überlegen und andererseits schlummern Ängste in ihr, zu versagen.

      Ich fand den Kontrast oder vielmehr die Formulierung hier an der Stelle (Nervosität versus Langeweile) nur etwas missverständlich. Vielleicht reicht es schon, das ein bisschen umzuformulieren....Grundsätzlich solltest du nichts streichen oder abändern, was dir selber gut gefällt. :)

      LG,
      Rainbow
    • Danke dir, Rainbow! Ich weiß jetzt auch schon, wie ich es ändere.

      Es geht weiter:



      2.Der Auftrag

      Murissa

      Zum ersten Mal in meinem Leben saß ich auf einem Pferd. Das ist schwieriger als es aussieht. Man stelle sich vor, Turris hatte ein Extrapferd dabei, das ich benutzen konnte. Er war so nett und ließ mich erstmal im Schritt reiten. Wahrscheinlich hing ich so ungeschickt auf meinem Schimmel, dass er das für sicherer hielt.
      „Wozu hast du diese Stute denn mitgenommen?“, fragte ich, während wir wie Könige hoch zu Ross an den Baracken vorbeiritten. „Wolltest du sie unterwegs verkaufen?“
      „Für dich“, sagte Turris. „Du wolltest doch nicht zu Fuß hinter uns herrennen, oder? Die Priesterin hat mir gesagt, ich soll vier Hexen mitnehmen. Eine für jedes Element. Und dass ich dich am Brunnen vor der Stadt Tandra finden würde.“
      „Welche Priesterin?“, fragte ich verdattert.
      „Meine Auftraggeberin.“
      Wir ließen die Baracken hinter uns und hielten auf den Wald zu. Mein Sattel war fürchterlich unbequem. Ich rutschte etwas hin und her, was die Lage aber nicht verbesserte. Aus den Augenwinkeln linste ich zu Turris hinüber. Er saß kerzengerade, als wäre er in dem Sattel geboren. Seine lange Mähne flatterte im Wind. Ob er wirklich ein untermeerischer Prinz war? Ich hatte nicht mit Sicherheit gesehen, ob er sich wirklich aus dem Frosch verwandelt hatte. Unschlüssig kaute ich auf meinen Lippen herum, während ich mich krampfhaft am Zügel festklammerte.
      „Kommst du eigentlich aus einem Brunnen oder eher aus einem See ... oder so?“, fragte ich schließlich. Ich wagte nicht, ihn dabei anzusehen, bemerkte aber doch aus den Augenwinkeln, wie ihm das Blut in die Wangen schoss. He! Was war das denn? War ihm die Frage peinlich? Demnach hatte ich ins Schwarze getroffen? Innerlich jubilierte ich und begann mich zu fragen, was denn peinlicher sein könnte – Brunnen oder See.
      „Ob ich ... was?“ Er fing direkt an zu stottern. „Wie kommst du darauf?“
      „Ich wollte doch nur wissen, wo du geboren bist“, fragte ich etwas eingeschüchtert weiter, immer mehr verblüfft über seine Irritation.
      „See“, sagte er kurz angebunden und warf mir einen flammenden Blick zu. Sein Gesicht war bis auf die Stirn hinauf gerötet.
      Ich beschloss, ihn nicht weiter in die Enge zu treiben. Mehr brauchte ich doch momentan auch gar nicht zu wissen. So unglaublich es sich anhörte, aber die Froschgeschichte meiner Mutter schien demnach zu stimmen. Ich hatte einen echten Seeprinzen getroffen! Eigentlich hatte ich geglaubt, ihn nur zu treffen bedeutete auch schon, dass er mich quasi direkt vom Fleck heiraten würde ... aber davon schienen wir beträchtlich weit entfernt zu sein und ich sah jetzt ein, dass die alten Märchen die Dinge doch etwas arg vereinfacht darstellten.
      Befand sich sein Schloss also auf dem Grund eines Sees? Es kostete mich einige Überwindung, diese Frage nicht zu stellen, inklusive weiterer – Gibt es unter Wasser auch Kutschen? Oder: Hast du zufällig was zu essen dabei? – um ihn nicht in noch größere Verlegenheit zu setzen.
      Turris lenkte sein Pferd nahe an meines heran.
      „Wir haben einen ehrenvollen und äußerst wichtigen Auftrag“, raunte er mir leise und verschwörerisch zu, während er gleichzeitig einen Finger auf seine Lippen legte, „der hochgeheim ist. Ich habe den anderen nicht gesagt, was mein eigentliches Ziel ist, weil es besser ist vorsichtig zu sein, aber dir sage ich es, weil wir doch so einiges gemeinsam haben. Du musst es aber für dich behalten, einverstanden?“
      „Ich verspreche es!“ Ich legte eine Hand auf mein Herz.
      Eine geheime Mission. Musste es so dramatisch sein? Hätten wir nicht einfach einen kleinen Ausflug machen können? Ganz ehrlich, mein Bedarf an Abenteuern war nach dem Stress der letzten Monde mehr als gedeckt. Ich ahnte auch nicht, was er denn glaubte mit mir gemeinsam zu haben.
      „Du hast sicherlich bereits von dem alten Königsring gehört, der seit vielen Jahren verschollen ist“, erläuterte Turris. „Der Ring, der seinen Träger zum König erhebt und ihm Macht gibt über das ganze Land.“
      Ich schluckte. Das schien sogar noch dramatischer zu sein als ich befürchtet hatte.
      „Keine Angst, ich will nicht selber König werden, das wäre mir zu gewaltig“, fügte er schnell hinzu, vermutlich weil er meinen erschreckten Blick gesehen hatte. „Aber ich arbeite für jemanden, der scharf darauf ist. Stell dir vor, es gibt Leute, die bereit sind, astronomische Preise zu bezahlen, nur um diesen Ring zu ergattern. Preise, die du dir gar nicht vorstellen kannst, die aber dein ganzes Leben verändern würden. Zum Besseren, versteht sich. Nebenbei würdest du auch unsere ganze Welt zum Besseren verändern – denn der Königskandidat meiner Auftraggeberin ist ein guter Herr und möchte die Kriege zwischen den Völkern und die Gewalttätigkeiten in den Städten beenden.“
      Ich fühlte mich plötzlich fehl am Platz. Über den Zustand der Welt hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht. Was könnte ich daran wohl beeinflussen, wo ich mit meinem eigenen schon kaum zurecht kam? Meine Tage handelten davon, wie ich mir etwas zu essen beschaffe. An dieser Skala gemessen, versprach der heutige einen Hauptgewinn. Ich hatte siebzehn Scheller verdient und rechnete mir gerade aus, dass ich sie vielleicht noch nicht einmal ausgeben musste. Weil Turris möglicherweise noch sehr spannende Vorräte auf seinen Packpferden mit sich herumschleppte. Auf so eine Mission ging man doch nicht ohne Fressalien, oder?
      Wir näherten uns dem Waldrand, wo die Truppe von Turris auf uns wartete. Ich zählte die Packpferde. Es waren sieben. Hoffentlich hatten sie da nicht nur Zelte draufgeladen. Ob ich fragen sollte...? Aber ich biss mir auf die Zunge. Wahrscheinlich wäre es taktisch ungeschickt, mich gerade jetzt nach dem Inhalt der Beutel und Säcke zu erkundigen, während er von den Heldentaten erzählte, die er plante zu verrichten. Auch die Frage, warum er denn aus seinem See herausgestiegen und nicht in seinem Wasserpalast geblieben war, schluckte ich lieber herunter.
      „Ganz schön heroisch“, sagte ich ermutigend. „Wo ist denn dieser Ring, den wir suchen? Weißt du es oder müssen wir das noch herausfinden?“
      Er nickte energisch.
      „Ja, ich weiß es. Wir müssen Richtung Darghessa reiten und von dort ostwärts zur Landesgrenze.“
      Mir wurde schwach in den Gliedern. Zur Landesgrenze? Das war Niemandsland, wo angeblich nur Geister und wilde Tiere lebten. Niemand ritt freiwillig dorthin. Mich überfiel das dumpfe Gefühl, dass diese Mission ein paar Nummern zu groß für mich wäre. Und dass ich aussteigen sollte. Aber gerade, als ich bis dahin gedacht hatte, blickte Turris zu mir herüber. Er sah einfach umwerfend aus. Diese feurigen Augen, die lange Pferdemähne, diese spannungsgeladene Haltung, sein langer, sehniger Körper. Der Mann würde was erreichen im Leben. Er wäre vermutlich sogar bereit dafür zu sterben.

      Wäre ich auch dazu bereit?
      Nein! Natürlich nicht!
      Hatten wir überhaupt eine Chance, so ein verrücktes Ziel zu erreichen?
      Wie ein Ritter oder auch nur Soldat sah Turris eigentlich nicht aus. Er trugt keine Uniform, sondern lediglich eine schmucke Leinenhose und darüber den schicken gelben Umhang sowie einen Dolch in seinem Gürtel. Unsere sechs männlichen Begleiter, die ich beim Näherkommen in Augenschein nehmen konnte, gaben sich keineswegs kriegerischer. Ich hielt sie auf den ersten Blick für Handwerker. Turris´ Dolch war, wie mir nach einer Weile klar wurde, anscheinend unsere gefährlichste und womöglich einzige Waffe.
      „Seid ihr nicht etwas karg bewaffnet? Könnte doch sein, dass irgendwelche Banditen unseren Weg kreuzen. Die reiten ja in rauen Mengen in den Wäldern herum.“
      „Deshalb werben wir ja Hexen an. Offiziell reisen wir nicht als Ritter, sondern als Händler, die auf dem Basar in der Nähe der Schwarzen Felsen bei Darghessa Felle verkaufen wollen. Unser Weg führt nämlich daran vorbei. Wir mischen uns jedoch nicht in Kämpfe ein, sondern umreiten das gefährliche Gebiet und suchen von dort aus den Weg zur Landesgrenze.“
      Hatte ich das richtig verstanden: Nicht die Herren, sondern wir „Zauberinnen“ sollten die Gruppe beschützen, falls wir unterwegs ein unangenehmes Zusammentreffen hätten?

      Was mache ich hier eigentlich? Warum bin ich noch nicht abgehauen?
      Mein Pferd wieherte laut und schüttelte heftig seinen Kopf. Mir wurde erst jetzt klar, dass ich mich mit der Hand krampfhaft in seine Mähne gekrallt hatte.
      „Bist du dabei, Murissa?“, fragte Turris. Vielleicht hatte er gemerkt, dass ich nicht gerade vor Enthusiasmus sprühte, denn er sah auf einmal sehr besorgt und auch etwas bekümmert aus. Ich schmolz vollkommen dahin. Wenn er mich noch einmal so anguckte, würde ich meinetwegen bis ans Ende der Welt mit ihm gehen und eigentlich war mir auch egal, wem wir da unterwegs begegnen könnten.
      „Es gibt auch eine Belohnung für alle“, fügte er eilig hinzu. „Sollten wir es schaffen, das Ziel zu erreichen, dann bekommst du deine Stadtrechte.“
      Stadtrechte! Wenn das nicht unerhörte Aussichten waren. Nur dass ich sie nicht bekommen würde. Diese Aufgabe konnten wir doch niemals lösen.
      „Hört sich spannend an“, beteuerte ich und versuchte, einen gewissen Eifer in meine Stimme zu legen.
      Im Schatten der Bäume am Waldrand warteten meine neuen Gefährten auf uns. Die Pferde grasten, die Zauberinnen hatten ein Feuer entfacht, auf dem sie etwas grillten und die Männer schleppten einen umgekippten Baumstamm herbei, auf den sie sich setzten.
      Solche Feuer hatte ich noch nie gesehen. Die dunkle Hexe mit dem Buckel kontrollierte sie mit raschen Bewegungen ihrer Hand. Es waren eigentlich zehn oder mehr zischende Feuerhügel und auf jedem brutzelte etwas mit lautem Zischen und Knacken. Die Flammen tanzten auf und ab und schienen das Grillgut in Rekordgeschwindigkeit zu rösten.
      Das waren ja richtige Superhexen hier.
      Eigentlich hatte ich die Packpferde inspizieren wollen, aber mir stieg der Duft von gebratenem Rebhuhn in die Nase und haute mich fast aus dem Sattel. Fleisch! O Himmel. Ich konnte mich gar nicht erinnern, wann ich derartige Delikatessen zum letzten Mal gekostet hatte. Beinahe wäre ich von meinem Pferd heruntergehüpft, hätte mir einen von ihren Spießen geschnappt und wäre damit in den Wald verduftet, damit ich ihn für mich allein hätte. So wie die wilden Tiere das machten. Es war verdammt schwer, den Impuls zu unterdrücken.
      Turris und ich stiegen ab. Er legte mir eine Hand auf die Schultern.
      „Meine Freunde, diese hübsche junge Dame heißt Murissa und wird uns begleiten. Wie ihr gesehen habt, ist sie eine sehr gute Wasserzauberin. Damit sind wir komplett und können endlich unseren Auftrag beginnen.“
      Seine vertrauliche Geste elektrisierte mich. Es war ein geradezu fantastisches Gefühl, hier zu stehen an seiner Seite, so als gehörten wir zusammen, und diesen unwiderstehlichen Geruch von Rebhuhn in der Nase zu haben. Leider ließ er mich gleich wieder los, führte mich zu den Männern und stellte sie mir der Reihe nach mit Namen und ihrer jeweiligen Funktion vor. Es waren insgesamt sechs. Ich war dermaßen aufgeregt, dass ich mir keinen der Namen merken konnte. Turris hatte mehrere Schreiner und Zimmerleute angeheuert sowie zwei Waldläufer, die die Wege kannten. Als die Zauberinnen an der Reihe waren, wurde ich vollends nervös. Ich merkte an ihren wenig gnädigen Blicken, dass ihnen hier keiner was erklären musste. Ja, man musste ein Idiot sein, um als Zauberin nicht sofort zu registrieren, dass ich keine nennenswerte Aura um meinen Körper herumflimmern hatte und meine magischen Fähigkeiten folglich gegen Null tendierten.
      „Das hier ist Eszella“, erklärte mir Turris und wies auf ein ausgesprochen hübsches, kräftiges Mädchen mit wuschigen blonden Haaren. Offensichtlich gehörte sie zum Volk der Parva, der Blondlinge. Das war diejenige, die mich am Brunnen bereits angepflaumt hatte und unter deren Füßen sich auch jetzt wieder die Erdkrümel aufbäumten. „Sie ist unsere Spezialistin für Erdmagie und kann Schluchten aus dem Boden aufreißen lassen.“
      Eszella baute sich vor mir auf und stemmte die Hände in die Seiten. Die konnte wirklich die Erde zerschmettern? Wie tief?
      Aber ich fragte lieber nicht. So genau wollte ich es gar nicht wissen. Stattdessen streckte ich ihr demütig meine Hand entgegen. „Freut mich, dich kennenzulernen.“
      Ob Eszella sich auch freute, bezweifelte ich. Sie gab keine Antwort, sondern wandte sich direkt wieder dem magischen Grillfeuer zu.
      Meine Geschichte: Meermädchen

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Kirisha ()

    • Ja, mir scheint, du hast jetzt endlich Murissas "Ton" gefunden. Liest sich jedenfalls jetzt schön einheitlich (hoffe, du verstehst, was ich meine, ich kann's nämich gerade nicht anders ausdrücken :/ ). Auch die Geschichte geht voran und wir verstehen endlich, warum Turris sie unbedingt dabei haben wollte - au backe, der glaubt wirklich, dass sie eine Zauberin ist!

      Richtig nett fand ich diese Stelle:

      Kirisha schrieb:

      Es war ein geradezu fantastisches Gefühl, hier zu stehen an seiner Seite, so als gehörten wir zusammen, und diesen unwiderstehlichen Geruch von Rebhuhn in der Nase zu haben.
      Hihi, da musste ich schon grinsen, denn das verdeutlicht Murissas Lage: sie ist echt voll verknallt und wirklich nicht mehr klar im Kopf... aber dann ist da noch diese Sache mit dem Hunger :D

      Was ich aber immer noch nicht verstehe ist, warum die anderen Zauberinnen sie nicht auffliegen lassen. Kann mir jetzt nur vorstellen, dass sie es nicht als ihre Aufgabe empfinden, ihnen die Mission an sich also vielleicht nicht so wichtig ist, bzw. sie davon überzeugt sind, dass sie die Wasserhexe eh nicht brauchen. Es ist an der Stelle aber nicht störend, sondern eher so ein Fragezeichen, was ich als Leser hoffe, irgendwie durch die Geschichte aufgeklärt zu bekommen... irgendwann :) .
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Hallu @Kirisha,

      ich lass dir mal ein kurzes bis sehr kurzes Feedback zu den jeweiligen Teilen da. Bereits gesagtes könnte sich bei mir wiederholen, dunno. Ich fände es nicht fair gar nichts zu sagen, weil ich die Geschichte ja doch lese xD
      Spoiler anzeigen


      Der Klappentext hatte mich total verwirrt xD, ich dachte erst es ginge um ein Meermädchen... sprich Meerjungfrau. Und das sich alles in einer Unterwasserwelt abspielen würde... naja. reden wir nicht weiter drüber xDDD

      Der Prolog war ganz okay, aber für meinen Geschmack nicht episch/heroisch genug.
      Mir fehlte da irgendwie was, in Richtung Spannungsaufbau... besonders die letzten Worte von ihrer neuen Göttin. ich kanns nicht so recht erklären ;( , ich hoffe die anderen hatten da besseres Feedback zu liefern xD

      1. Teil, ich mag den Schreibstil... ich mag die Story an der Stelle, aber ich mag die Ich-Perspektive nicht besonders. Kämpfe mich aber trotzdem durch und gab dem ganzen eine Chance xD
      Dass sie sich in den Traumprinzen da verguckt hat, überzeugt mich irgendwie nicht o.o wirkt ein wenig gestellt... als müsse sie sich jetzt an der Stelle in ihn verknallen D;

      2. Teil Murissa 1.2+1.3
      Sie ist trickreich, ein bissschen Sympathisch, aber nicht sehr und kann mit Menschenmassen soweit umgehen... ich mein nicht jeder würde es sich wagen die Menschen so auszutricksen. Und dass dann Probleme auftauchen und sie flexibel darauf eingehen kann, ist schon bemerkenswert. Nichtsdestotrotz kann ich mich mit ihr nicht so richtig anfreunden :huh: ich denke wenn sie eine andere Wortwahl bei ihrem Gespräch gehabt hätte, ohne ein Beispiel jetzt zu nennen, wäre sie mir sympathischer gewesen.
      Turris mag ich auch irgendwie nicht... seltsam dass es mich trotzdem immer wieder dazu bewegt die Geschichte weiterzulesen xD

      3. Teil Penthesilias Feldzug
      Der Teil hat mich verwirrt und war doch recht mysteriös. Ich konnte nicht viel mit anfangen, hab ihn auch ehrlich gesagt etwas überflogen :sack: , es fühlt sich aber nicht so an, als ob ich jetzt groß was verpasst habe, wenn ich nicht jedes Detail genau gelesen hab

      4., aktueller Teil
      Ich frage mich, ob es nicht ein wenig zu früh ist, Murissa bereits in den super geheimen Plan einzuweihen o.o Oder ob Turris einfach extrem naiv sein könnte... ich kann Turris immer noch nicht viel abgewinnen. Und Murissa ist für mich Solala. Bisher fehlt für mich ein deutlicher Sympathieträger in der Geschichte... das könnte sich aber noch für mich entwickeln und bleibe weiter dran. :newspaper:

      Naja. Insgesamt liest sich mein Feedback wahrscheinlich so, als könne ich der Geschichte nicht viel abgewinnen. Aber ich lese sie halt trotzdem, weil ich denke, dass sie für mich noch besser wird xD Die Spannung ist jetzt auch nicht grad hoch, aber es muss sich ja alles erstmal aufbauen, denke ich.

      Ansonsten werde ich wie gesagt weiterlesen und bestimmt später nochmal ein Feedback zu mehreren Teilen gesammelt da lassen, wenn das erwünscht ist. Kann ja sein dass du jetzt auch denkst, wenn ich eh nicht so viel abgewinnen kann der Story und den Charakteren, brauch ich sie auch nicht lesen :whistling:
      aber irgendwas hat sie ja, sonst täte ich das ja nicht :saint: Ich gehe mit der Erwartung halt ran, dass es noch besser für mich wird X/


      lg Kramurx
    • Danke euch fürs Mitlesen und für eure netten Kommentare!

      @Katharina

      Spoiler anzeigen

      Schön, dass es bei dir so rübergekommen ist. Das war auch meine Absicht.
      Es macht mir sehr viel Spaß, wenn zwei Charaktere voll aneinander vorbeireden und es nicht mal merken oder der eine die Pläne des anderen nicht durchschaut.
      Leider denke ich auch, dass der Anfang vom Stil her noch nicht ganz passt, habe aber auch keinen richtigen Plan, wie ich das ändern könnte.
      Vielleicht fällt mir da noch was ein.


      @Rainbow

      Spoiler anzeigen

      Danke! Ich bin froh über jedes Feedback, auch wenn es kurz ist, hat es Aussagekraft!


      @Kramurx

      Spoiler anzeigen

      Hey, danke dir sehr für deine ausführlichen Anmerkungen. Ich finde sie sogar außergewöhnlich informativ und das hilft mir sehr.
      Was du zum Klappentext und zum Titel anmerkst, hat bisher noch keiner gesagt, aber ich habe selber lange darüber nachgedacht, ob ich überhaupt eine Geschichte "Meermädchen" nennen soll, die NICHT in einer Unterwasserwelt spielt. Wie du selber schreibst, dachte ich, das weckt doch sicher die Erwartung darauf und die Leute werden enttäuscht, wenn sie anfangen zu lesen und es dann "nur" um eine Hexe mit Wasserfähigkeiten geht. Aber ich fand den Titel so hübsch und spannend und es gibt ja auch einen direkten Bezug zur Handlung (wird sich später herausstellen). Da du jetzt aber schreibst, dass der Titel eben doch eher irreführend ist, werde ich den auf jeden Fall ändern.

      Bezüglich des Prologs bin ich auch noch unsicher ob ich ihn überhaupt drinlasse. Falls ja, muss ich auf jeden Fall noch sehr viel daran verbessern.

      Dann deine Bemerkung, dass du Murissa nicht wirklich sympathisch findest und auch Turris dir noch nicht so richtig gefällt.
      Das gibt mir ebenfalls zu denken. Vielleicht liegt es daran, dass sie sehr selbstbezogen ist. Ich mache mir darüber nochmal Gedanken, wie ich das verbessern kann.

      Dass Turris den supergeheimen Plan einfach so ausplaudert - hm, du hast recht, es klingt nicht wirklich überzeugend, wenn er einen so geheimen Plan direkt beim Kennenlernen einer ihm unbekannten Person einfach verrät. Ist auf jeden Fall richtig unprofessionell. Das muss ich auch ändern.

      Zum Thema Spannung. Da hast du wahrscheinlich auch recht. Ich mache mir darüber auch nochmal Gedanken.

      Also vielen Dank für deine Anmerkungen!
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Kirisha schrieb:

      Dann deine Bemerkung, dass du Murissa nicht wirklich sympathisch findest und auch Turris dir noch nicht so richtig gefällt.
      Das gibt mir ebenfalls zu denken. Vielleicht liegt es daran, dass sie sehr selbstbezogen ist. Ich mache mir darüber nochmal Gedanken, wie ich das verbessern kann.
      Ich weiss nicht, worauf genau @Kramurx damit anspielen wollte, aber dass ein Charakter nicht sympathisch ist, ist meines Erachtens kein Fehler, sondern kann ganz im Gegenteil die Geschichte meistens spannend und komplex machen. Geschichten, in denen alle ach so tolle, voll sympathische, perfekte Menschen sind, sind mir sogar richtig zuwider. Ein Protagonist braucht meines Erachtens so seine Ecken und Kanten, um überzeugend zu sein. Wenn Murissa vertrieben wurde und Hunger gelitten hat und sich so durchschlagen musste, dann ist es ganz natürlich, dass sie selbstbezogen ist und erst mal guckt, wo sie was zu Essen abstauben kann. Also ja, ich würde dem Mädel auch nicht über den Weg trauen, aber das macht sie ja als Protagonistin nicht ungeeignet ;) Der Hauptprotagonist meiner eigenen Geschichte ist ein versoffener Schmuggler mit fragwürdiger Vergangenheit, der durch seine grobe Art alle häufig vor den Kopf stösst. Aber es gibt halt einen Grund, warum er so ist und ich als Autor kann dem Leser Einblicke in seine Gedanken- und Gefühlswelt geben und das alles macht ihn dann sehr menschlich, so dass man sich mit ihm identifizieren kann (ohne dass man selbst ein versoffener Schmuggler sein muss :D ).

      Manchmal ist das Problem, dass man einen Charakter nicht "greifen" kann und ihn deshalb unsympathisch findet. Bei Turris geht's mir da so. Von dem weiss ich noch nicht genug und seine Aktionen sind bisher eher merkwürdig. Aber auch sowas formt sich ja im Lauf der Geschichte.
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Kirisha schrieb:

      Wer diesen Ring in seinen Besitz bringt, kann die Kriege in unserem Land beenden und einen neuen Frieden bringen. Und er verhindert gleichzeitig, dass einer der zahlreichen Verbrecher den Ring in die Finger bekommt, der die ganze Welt ins Verderben ziehen würde. Wenn es uns gelingt, den Ring zu finden, retten wir die Welt!

      Hm, bisher ist noch nicht so recht klargeworden dass die Welt Rettung braucht - wenn man jetzt nicht grade Murissa ist sondern in der Stadt wohnt, dann schaut die Welt doch anscheinend gar nicht so uebel aus (?)

      Wuerde Murissa das wissen wenn die Welt tatsaechlich so ein Riesenproblem hat? Oder ist das nur leeres Gerede?

      (Ist der Mann komplett altruistisch, oder eben auch einer der zahlreichen Verbrecher die den Ring in die Finger bekommen wollen?)

      Kirisha schrieb:

      die Zauberinnen hatten ein magisches Feuer entfacht, auf dem sie etwas grillten
      Die sitzen am Waldrand und machen lieber magisches als richtiges Feuer? Ist Magie denn so leicht verfuegbar dass man die fuer sowas verwendet? Der Abschnitt hat mich jetzt doch zum Nachdenken gebracht.

      ***

      Penthesilea hat mich jetzt ehrlich gesagt nicht so ueberzeugt. Es wirkt irgendwie... unfair wie sie scheinbar erst ein Duell mit dem Schwert anfaengt und ihm dann einen Feuerball um die Ohren haut.

      Gut, es ist ein Traum, aber irgendwie hatte ich den Eindruck dass sie sonst auch so vorgeht (?)

      Naja, muss ich mal abwarten - der ganze Abschnitt wirkt noch ein bisschen... auf der Suche nach dem richtigen Stil fuer die Dame.
    • Wow, ihr findet wirklich immer wieder etwas, was ich nicht bedacht habe. Danke!

      @Katharina

      Spoiler anzeigen

      Da sprichst du ein Thema an, mit dem ich mich schon viel beschäftigt habe. Darf ein Protagonist unsympathisch sein?

      Meine Protagonistin aus einer anderen Geschichte ist so eine. Sie hat zwar gute Absichten, aber schlägt dauernd krumme Wege ein und verhält sich auch ständig unloyal, weil sie ihre Ziele unbedingt, egal wie, erreichen will. Deshalb kommt sie eher als böser und nicht so sehr als guter Charakter rüber. Manche Leute mochten diese Prota gerade wegen ihrer Eigenwilligkeit. Aber ich habe dafür auch massenhaft Kritik und auch sehr schreckliche Verrisse bekommen. Obwohl meine Prota, wie ich finde, in sich selbst stimmig gehandelt hat.
      Murissa ist nun nicht als "böser" und auch nicht als unsympathischer Charakter gedacht. Und sie hat ja nur kleine Charakterfehler - hoffe ich. Deshalb dachte ich nicht, dass sie so unsympathisch wirkt und deshalb schaue ich mal, ob ich da noch was ändere.

      Katharina schrieb:

      Aber es gibt halt einen Grund, warum er so ist
      Ja, das ist ganz sicher der springende Punkt. Wenn der Leser versteht, warum jemand so handelt, dann kommt er ihm auch näher und kann ihm besser folgen.

      Zum Thema Turris: Ja, er ist am Anfang wirklich sehr blass, aber ich hoffe, das entwickelt sich mit der Zeit.


      @Thorsten

      Spoiler anzeigen


      Thorsten schrieb:

      Hm, bisher ist noch nicht so recht klargeworden dass die Welt Rettung braucht - wenn man jetzt nicht grade Murissa ist sondern in der Stadt wohnt, dann schaut die Welt doch anscheinend gar nicht so uebel aus (?)

      :sack: Du hast recht. Ich beschäftige mich schon so lange mit dieser Welt, dass mir ganz klar ist, was da alles nicht stimmt - und in diesem Text habe ich es tatsächlich einfach als bekannt vorausgesetzt. Das muss ich natürlich ändern.


      Thorsten schrieb:

      (Ist der Mann komplett altruistisch, oder eben auch einer der zahlreichen Verbrecher die den Ring in die Finger bekommen wollen?)

      Weder noch.
      Aber ich sehe schon, ich habe es mir da wirklich zu einfach gemacht. Das muss ich nachvollziehbarer darstellen.
      Murissa sollte vielleicht auch nicht einfach alles glauben, was er so sagt. Zumal sie es selbst mit der Wahrheit ja nicht so hat.


      Thorsten schrieb:

      Die sitzen am Waldrand und machen lieber magisches als richtiges Feuer? Ist Magie denn so leicht verfuegbar dass man die fuer sowas verwendet?
      :dash: Noch ein Punkt für dich. Wieso ist mir das selbst gar nicht aufgefallen? Muss ich natürlich ändern. Ein sehr wichtiger Punkt. Danke!


      Thorsten schrieb:

      Penthesilea hat mich jetzt ehrlich gesagt nicht so ueberzeugt. Es wirkt irgendwie... unfair wie sie scheinbar erst ein Duell mit dem Schwert anfaengt und ihm dann einen Feuerball um die Ohren haut.

      Gut, es ist ein Traum, aber irgendwie hatte ich den Eindruck dass sie sonst auch so vorgeht (?)

      Das lasse ich mal einfach im Raum stehen. Vielleicht entsteht eine Logik und (wie ich hoffe) auch ein interessantes Bild in der Fortsetzung.

      Vielen Dank für die vielen wichtigen Hinweise!


      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Kapitel 2.2
      Murissa

      Ob Eszella sich auch freute, bezweifelte ich. Sie gab keine Antwort, sondern wandte sich direkt wieder dem magischen Grillfeuer zu, vor dem die dunkle Hexe noch immer stand, die mit dem Buckel, die mir den Rücken zukehrte. Diese ließ inzwischen so hohe Flammen auflodern, dass sie damit wohl auch ein ganzes Haus verschlingen könnte. Sodass ich darum bangte, sie könnte versehentlich oder um mich zu ärgern unser Mittagessen zu Asche verbrennen.
      „Und diese Meisterin heißt Wisha“, fuhr Turris schwungvoll fort, indem er mir die zweite Hexe der Runde vorstellte. Diese war noch etwas draller und kurvig gebaut, ebenso blond wie die Kollegin und sie teilte ganz offensichtlich deren Verachtung für mich. Wie vorhin umwehte sie ein stetiger Wind. „Sie ist die Herrin der Lüfte, denn sie kann Windböen erzeugen.“
      Alles klar. Die Wasserdiebin, die jene arme Magd am Brunnen gegen die Baracke gefegt und ihr mithilfe von magischen Winden die Kübel geklaut hatte.
      Mein Herz sank unterdessen langsam aber stetig immer tiefer gen Erdboden. Was, bei allen Göttern, hatte ich hier eigentlich verloren? Mit diesen Zauberinnen konnte ich doch nie und nimmer mithalten! Der einzige, der das immer noch nicht gemerkt hatte, war Turris. Anstatt seine Monsterhexen zu bewundern, lagen seine Blicke auf mir. Blicke voller Wärme und Tatendrang. Blicke, nach denen ich sogar noch mehr hungerte als nach dem Rebhuhn.
      „Und hier haben wir Klymera – von manchen auch Flammera genannt“, vollendete Turris seine Aufzählung und präsentierte mir die letzte Dame der Runde, die Bucklige mit den schwarzen Haaren, die noch immer mit dem Rücken zu mir stand, weshalb ich bis jetzt eigentlich hauptsächlich ihren unförmigen Buckel gesehen hatte. Sie drehte sich langsam und sehr ungnädig zu mir um und ich spürte eine Welle von Hitze um sie herum. Mir gegenüber stand eine zierliche Dunkelhaarige um die Dreißig mit pechschwarzen Haaren und bösen schwarzen Augen, vor der ich mich mächtig erschrak – Hilfe, eine Skeff! Die beiden lederartigen Anhängsel auf ihrem Rücken waren natürlich keine Buckel, wie ich zuerst gedacht hatte, sondern zusammengefaltete Flügel. Sie war fast einen ganzen Kopf kleiner als ich, so wie viele aus diesem zwielichtigen Volk. Wie konnte Turris so ein Wesen mit auf eine Expedition nehmen, war er verrückt?
      „Klymera ist die Königin des Feuers und ich glaube, ich kann ohne Übertreibung sagen, unsere mächtigste Hexe, denn sie kann Feuer aus ihren Fingern schlagen.“
      Die Erklärung hätte er sich sparen können. Wie gut sie mit dem Feuer war, führte sie ja gerade anhand ihrer Rebhuhn-Schnell-Grillerei vor. Hätte nicht wenigstens eine einzige andere Versagerhexe unter diesen drei Kandidatinnen sein können? Während ich deren Fähigkeiten mit meinen verglich, schrumpfte ich innerlich auf die Größe einer Haselnuss.
      Jetzt stellten sie sich alle drei nebeneinander, so wie Richter vor einem Verurteilten und musterten mich, als wollten sie mich mit den Blicken auf den Erdboden niederwalzen. Auch die sechs Männer in unserem Gefolge glotzten neugierig zu mir herüber.
      Eszella knurrte verächtlich:
      „Und was kannst du, außer Glasmurmeln werfen?“
      Ha, ha, sehr komisch. Von diesen Tanten ließ ich mich nicht beleidigen.
      „Ich kann mich in ein Meermädchen verwandeln!“
      Hupps. Kaum waren diese Worte heraus – ich schwöre, ich weiß gar nicht, wo ich sie her hatte – hätte ich mir am liebsten die Zunge abgebissen. War ich ganz bescheuert, mich mit etwas zu brüsten, was ich erstens nie auf die Reihe bringen würde und was zweitens auch gar keinen Sinn machte? Die anderen könnten mit ihren Fähigkeiten wenigstens Feinde schlagen. Ich dagegen, als Meermädchen, könnte wahrscheinlich nur auf Brunnenrändern sitzen, mit meinem Schuppenschwanz im Wasser herumplätschern und hübsche Jungs anschwärmen.
      Ja, ich schätze, genau darum war mir diese hirnlose Idee auch im Hinterkopf herumgegeistert.
      Turris schien sie übrigens zu gefallen. Ein neuer Ausdruck flammte auf seinem Gesicht auf, als hätte er soeben etwas an mir entdeckt, das ihn geradezu entzückte.
      „Respekt“, unterbrach Wisha meine Gedanken. Sie betonte das Wort jedoch auf eine Weise, als meinte sie gerade das Gegenteil. „Na dann zeig mal! Eine Meerjungfrau haben wir noch nie gesehen.“
      „Wohl eher ein Seepferdchen!“ Eszella grinste hämisch und glotzte auf meine Pferdemähne. Alle lachten. Klymera wieherte übertrieben und da lachten sie noch lauter.

      Na wartet, so leicht kriegt ihr mich nicht klein.
      „Ich kann das nicht hier demonstrieren, das geht nur im Wasser“, sagte ich schlagfertig. „Ich bräuchte einen See dazu.“
      Insgeheim schlug ich mir auf die Schulter. Denen hatte ich gut Paroli gegeben. Es gab keine Seen hier in der Nähe. Wenn ich Glück hatte, würden wir auch unterwegs hoffentlich an keinem vorbeikommen, weil das sonst richtig schön peinlich für mich werden könnte.
      Eszella wandte sich an Turris. „Wozu brauchen wir denn eine Meerjungfrau! Total überflüssig, würd ich mal sagen. Seen gibt es hier weit und breit keine.“
      „Hier nicht, aber vor unserem Ziel schon“, erklärte Turris, während seine Augen anfingen zu leuchten und auf mir hängen blieben – auf eine Weise, die mich ganz kribbelig machte. „Dort müssen wir ein Gewässer überqueren, das voller Wassergeistern ist. Also keine Angst, unsere kleine Nixe werden wir schon gebrauchen können.“
      Wieder legte er mir aufmunternd einen Arm um die Schultern. Mir wurde gleichzeitig heiß und kalt. Ein Gewässer voller Wassergeister! Das waren ja geradezu prächtige Aussichten. Allerdings... das Ziel war weit weg und Turris sehr nah bei mir. Bis dahin konnte ich mir noch irgendwas einfallen lassen.
      Oder halt abhauen.
      Klymera nahm einen ersten Spieß vom Feuer und reichte ihn in die Runde. Danach pickte sie auch die anderen Spieße heraus und als ich meinen erst in der Hand hielt, biss ich herzhaft hinein und tauchte wie in ein Paradies ein. Die ganze Welt war verändert. Die Frühlingssonne blinzelte mich milde an. Der Wind, der mir vorhin noch rau und eisig erschienen war, wirbelte verspielt durch meine Haare, und verdammt nochmal, dieses Hühnchen war das absolut leckerste, was ich je in meinem Leben verspeist hatte.

      „Zu welcher Göttin betest du?“, fragte Eszella herablassend und musterte mich mit hämischen Blicken. Die konnten mich auch nicht in Ruhe lassen. Wahrscheinlich ahnten sie, dass ich noch nie irgendeine Göttin gesehen oder gehört hatte und auch keine Ahnung, wie man zu ihnen Kontakt aufnahm. Obwohl ich das durchaus schon mal versucht hatte.
      „Zu welcher betest du denn?“, gab ich die Frage zurück. Meinen Vogel hatte ich schon fast ganz verschlungen. Und ich gedachte nicht, dieses Mahl der Götter zu schnell zu beenden. Akribisch knabberte ich jeden kleinen Knochen bis zum äußersten Schaft ab.
      „Zu der allerhöchsten ehrwürdigen Puula“, erklärte Eszella. „Die größte Göttin von allen. Wisha ist ebenfalls ihre Dienerin. Deshalb hat Puula in unserer Gruppe den Oberbefehl, nur damit du es weißt.“
      Jepp. Eine Information, die für mich ohne jede Bedeutung war. Ich nickte natürlich trotzdem und setzte eine ernsthafte Miene auf.
      „Ich bete zu der überragenden heiligen Gorrogon“, warf Klymera ein. Sie entflammte ihren Fleischspieß, während sie abbiss. Die Flammen zischten über ihre zarten Gesichtszüge ohne sie zu verbrennen und ihre schwarzen Augen sahen aus wie Tore zur Hölle. „Hör nicht auf das Geschwätz der anderen. Gorrogon ist die höchste Göttin hier.“
      War das eine Werbeveranstaltung? Vielleicht hofften sie, ich könnte zu der einen oder anderen Göttin überlaufen. Von der Idee sollte ich sie am besten sofort abbringen, damit ich mir nicht für den Rest unserer Reise Lobeshymnen über Herrscherinnen anhören musste, die mich gar nicht interessierten.
      „Ich diene der großartigen Agga“, schwindelte ich daher. Diese Göttin kannte ich zumindest dem Namen nach, denn sie regierte über meine Heimatstadt Aravenna und dort standen auch einige Statuen, die ihr Bild zeigten. Offensichtlich erschien sie ihren Anhängern gern in Fledermausgestalt. Bis jetzt hatte mich allerdings der Anblick ihres stets grimmigen Gesichtes nie dazu animiert, nach näherer Bekanntschaft mit der Dame zu streben.
      Meine drei Widersacherinnen blickten mich verächtlich an.
      „Agga? Diese kleine Wald- und Wiesengöttin? Das erklärt einiges“, sagte Klymera und lachte hämisch.
      „Beleidige sie nicht!“, gab ich zurück, denn ich wusste immerhin, was sich für eine treue Gottesanbeterin gehört. „Du hast gar keine Ahnung!“
      Jetzt war wirklich nichts mehr an meinem Rebhuhn dran. Blitzeblank wie von Ameisen geputzt. Wirklich? Ich glitt mit der Zunge an den Knochen entlang. Vielleicht war noch irgendwo ein ganz kleiner Krümel. Oder ein Duftrest.
      Turris erhob sich.
      „Seid ihr alle fertig? Können wir aufbrechen?“
      Wir konnten. Klymera zog die Flammen von den noch brennenden Holzscheiten zu sich, indem sie sie in ihre Finger aufsog. Die noch dampfenden Kohlereste ließ sie liegen.


      Und das Abenteuer begann.
      Meine Geschichte: Meermädchen

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Kirisha ()

    • @Kirisha

      Noch mal kurz zu (un)sympathischen Charakteren: wie gesagt, zwanghaft sympathische Figuren kann ich nicht so leiden, jedenfalls nicht als Hauptcharaktere. Wenn die Figur nur Mist macht, ist das meines Erachtens aber auch nicht so gelungen, selbst wenn sie dafür jedes Mal einen Grund hat. Ich denke, man muss es im besten Fall hinbekommen, dass bei einer eher eher sympathischen Figur immer mal wieder auch Kanten zutage treten, die sie mal weniger sympathisch erscheinen lassen und ensprechend bei einem unangenehmen Charakter auch so ein paar kleine Nettigkeiten in bestimmten Situationen zu beobachten sind. Halt irgendwas, was mal dem ganz entgegengesetzt ist, wie der Charakter sich ansonsten gibt. Das darf dann natürlich auch nicht widersprüchlich sein, sollte also in Maßen eingesetzt werden.

      Beispiel: mein Hauptcharakter ist wie gesagt der eher grobe Typ, ein Seemann, äusserlich eher unansehnlich, gross, trinkt viel, klopft derbe Sprüche, ist schnell provoziert und dadurch auch schnell mal in eine Kneipenschlägerei verwickelt. Und natürlich war er auch schon mal eine Weile im Knast. In einem seiner Abenteuer kommt er dann noch mal hinter Gitter - er weiss, dass es nur für ein paar Tage ist, denn das ganze ist eine geschickte Finte, um etwas ganz anderes zu vertuschen... wie dem auch sei, ich habe vier oder fünf Seiten darauf verwendet zu beschreiben, wie er sich in dieser Zeit fühlt. Und der ach so harte Kerl macht sich tausend Gedanken zu allem Möglichen und das macht ihn völlig fertig. Obwohl er kurz vorher vor den anderen noch so getan hat, als wäre die Sache ein Klacks. Da wird er dann plötzlich menschlich und kann einem fast Leid tun. In der Situation ist das halt passend, aber wenn ich ihn ständig so aufgelöst darstellen würde, dann würde er nur noch verweichlicht und unrealistisch wirken. Also: nachvollziehbar muss es unbedingt sein, aber auch die Dosis macht's. :)

      Ich les den nächsten Teil später (sollte jetzt eigentlich noch was arbeiten :rolleyes: ).
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Hey Kirisha,

      hier kommen meine Anmerkungen :)

      Spoiler anzeigen


      Es tut mir echt leid, aber ich habe irgendwie überhaupt nichts zu beanstanden ^^ Mir gefällt der Teil einfach gut. Ich mag Murissa. Sie ist so herrlich chaotisch und viele ihrer Gedankengänge kann ich super nachvollziehen. Die Art und Weise, in der sie ständig improvisiert, sich dabei um Kopf und Kragen redet, finde ich äußerst amüsant und das macht sie für mich auch authentisch.

      Ich fand die Vorstellung der drei Zauberinnen für mich soweit plausibel. Natürlich könnte man das hier und da mit noch mehr Details ausschmücken (zum Beispiel zum Thema Skeff). Ich weiß ja, was eine Skeff ist, weil ich schon mal was darüber bei dir gelesen habe...aber alle anderen Leser wissen das zu dem Zeitpunkt nicht. Ich gehe aber mal davon aus, dass du nach und nach noch mehr Informationen dazu fließen lassen wirst und insofern reicht mir das hier an der Stelle erstmal. Bliebe abzuwarten, wie die anderen das einschätzen, die das Hintergrundwissen jetzt nicht mitbringen.

      In jedem Fall baut sich aber schonmal eine gewisse Spannung auf, weil man als Leser fast schon erwartet, dass Murissa irgendwann an den Punkt kommen wird, wo ihr Schauspiel entweder auffliegen oder sie auf wundersame Weise über sich hinauswachsen wird. Bin also schon sehr gespannt, in welche Richtung sich das entwickeln wird.

      Hier nur eine Sache, an der ich hängen geblieben bin:

      Kirisha schrieb:

      Während die anderen ihre Fähigkeiten demonstrierten, schrumpfte ich innerlich auf die Größe von ungefähr einer Haselnuss zusammen.
      Warum nicht einfach direkt: ... auf die Größe einer Haselnuss? Das würde sich für mich angenehmer lesen.



      LG,
      Rainbow
    • Huhu Kirisha,

      2.2 fand ich wesentlich besser als die anderen Teile ;)

      Spoiler anzeigen



      Kirisha schrieb:

      „Seit ihr alle fertig?
      Wenn ich mich nicht irre, kommt da ein d bei Seit hin :hmm:


      Kirisha schrieb:

      Alle die Hexen, die ich bis jetzt getroffen hatte,
      Hier stolper ich in Gedanken bei "Alle die Hexen". Ich glaube es liest sich schöner mit " All die Hexen" xD


      Kirisha schrieb:

      Turris hatte sich leider von mir abgewandt und fing an, mit den anderen Männern den Weg zu besprechen, den wir nehmen sollten.
      Hab ich was überlesen? Was für andere Männer :huh: Ich kann mich grad nur an Turris und 3 Hexen erinnern xD
      Vllt sollte man sie irgendwo vorher nochmals für Pappnasen wie mich erwähnen xD ?

      Kirisha schrieb:

      denn die hatte doch bestimmt Skeffblut in den Adern und die beiden lederartigen Anhängsel auf ihrem Rücken waren in diesem Fall sicherlich keine Gepäckstücke, wie ich zuerst vermutet hatte, sondern zusammengefaltete Flügel.
      Was ein Skeff sein soll kann ich mir nicht so richtig vorstellen... ich hab jetzt eher das Bild von nem Succubus vor Augen :S , was hebt sie denn als Skeff sonst noch so einzigartig als eigene Rasse ab?
      Und ich frage mich ganz leicht, wie Murissa zuerst das Skeffblut erkannte und dann erst die Flügel... also ich würde nichts hinterfragen, wenn Murissa quasi erst die Augen, dann die Flügel und zum Schluss eben schlussfolgert "aha. Skeffblut."

      Murissa find ich ziemlich schlau, schlagfertig und ein bisschen gerissen. Ihre selbstironischen Bemerkungen passen auch sehr gut. Also sowas wie

      Kirisha schrieb:

      nur auf Brunnenrändern sitzen, mit meinem Schuppenschwanz im Wasser herumplätschern und hübsche Jungs anschwärmen.


      lg Kramurx
    • So, ich hab's jetzt auch gelesen :)

      Spoiler anzeigen

      Ich muss den anderen zustimmen: Murissa kommt authentisch rüber - sie ist vielleicht nicht gerade sympathisch ( ;) ), dafür aber charmant auf ihre Weise. Das ganze Verstricken in immer neue Geschichten lässt den Leser halb belustigt sein und halb bangen, was da noch draus wird.

      Bezüglich der "Skeff": ich würde die Beschreibung dieser Rasse auch ein bisschen anders einleiten, für alle Leser, die (wie ich) keine Ahnung haben, was das ist. Du musst gar nicht mal viel mehr Details offenbaren, stechende Augen und Flügel sind ja schon mal nicht schlecht. Aber vielleicht, wie @Kramurx schon angemerkt hat, in anderer Reihenfolge, also eher ich erschrecke mich, sehe stechende Augen und Flügel, Folgerung: Skeff. Und dann musst du auch hier dran denken, immer mal wieder darauf zurückzukommen (ich warte noch immer darauf zu erfahren, was den Murissas Rasse jetzt eigentlich ausmacht und ob der Rest jetzt Menschen sind oder nicht :D ).
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Okay, der letzte Abschnitt wirkt ein bisschen gezwungen auf mich.

      Es wirkt fast formell (wie aus einem Maerchen) wie die Hexen erst alle mit einem Namen vorgestellt werden (der sich auf das Element bezieht dass sie beherrschen) und dann Murissa vorfuehren was sie koennen.

      Und nachher stellt sich mir die Frage - haben die das noetig dann noch auf ihr herumzuhacken - verglichen mit Murissa (die als Charakter sehr gut und interessant wirkt) wirken die drei anderen Hexen daher auf mich ein bisschen wie Abziehbilder.
    • Ihr Lieben,
      erstmal euch allen vielen Dank für Eure Anmerkungen. Ich komme leider erst jetzt dazu, mich hier wieder einzuklinken.
      Danke für die positive Aufnahme dieses Textes! Und wie immer habt ihr mir einige wichtige Hinweise gegeben.

      @Rainbow
      Spoiler anzeigen

      Danke!!! Das mir der Haselnuss ist tatsächlich zu umständlich und wird geändert.



      @Kramurx
      Spoiler anzeigen

      Danke schön. Das freut mich ehrlich!
      Zu den Männern in der Gruppe: Ich hatte sie am Anfang erwähnt, aber nur sehr kurz. Durch die ausführliche Beschreibung der drei Hexen sind sie dann wahrscheinlich sehr in den Hintergrund gerutscht.
      Vielleicht muss ich sie noch etwas deutlicher beschreiben.

      Zum Thema Skeff: Die habe ich in einer meiner früheren Geschichten sehr ausführlich beschrieben und nicht daran gedacht, dass sie in dieser Geschichte ja neu eingeführt werden. Du hast recht, das muss ich verbessern.


      @Katharina
      Spoiler anzeigen
      Du hast recht, die Skeff habe ich hier nicht deutlich genug beschrieben. Das überarbeite ich noch mal.


      @Thorsten

      Spoiler anzeigen
      Beim Schreiben habe ich das gar nicht so empfunden, aber du hast recht. Es ist tatsächlich wie in einem Märchen. Vielleicht liegt es daran, dass ich gerne Märchen lese und dieses Märchenhafte auch gerne mag. Allerdings sollte diese Geschichte schon etwas mehr in die Tiefe gehen und ich werde an der Charakterisierung der drei Damen deshalb noch etwas arbeiten, damit sie nicht so gleichförmig daherkommen.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Penthesileas Logbuch, 6. Tag des Feldzuges


      Ein Krieger steht auf einer Anhöhe. Er zieht sein Schwert und blickt in meine Richtung. Seine Rüstung glänzt in der Sonne.
      Glühender Hass wallt in mir empor.
      Obwohl er keine Krone trägt, weiß ich, dass ich den Herrscher dieses Volkes vor mir habe.
      Einen König, der gleich mit leeren Augen zu meinen Füßen liegen wird, denn ich werde ihm das Handwerk legen und die Welt von einem weiteren Gewalttäter befreien. Wie ich mich danach sehne, auch meine diesjährige Mission mit diesem Triumph zu krönen!
      Energisch ergreife ich mein Schwert und lasse magische Energie hineinfließen, so lange, bis es zu surren und zu zittern beginnt.
      Ohne dass ich begreife, wie das geschehen konnte, begegne ich seinen Augen.
      Ein Fehler.
      Es reißt mir den Boden unter den Füßen weg. Ich sehe nichts mehr, fühle nur Wirbel und einen fürchterlichen Sog um mich herum. Mit aller Kraft versuche ich, mich wieder zu finden, aber ich habe keine Gewalt über meinen Körper und als ich die Augen aufreiße, sehe ich nur ein buntes Flackern, das sich zu keinem klaren Bild zusammenfügen will. Ich habe mich selbst verloren.

      Wieder erwache ich mit einem erstickten Schrei.
      Wie ich diese Erzeuger hasse. Oh, ich werde den Kerl bezahlen lassen. Er kommt mir nicht davon.
      Verflixte Träume!
      Sie beunruhigen mich mehr, als ich vor mir selbst zugeben will, denn die Träume einer Zauberin enthalten immer eine Wahrheit. Sie wollen mir etwas über die Zukunft sagen.
      Wenn ich meiner Schwester Protoe das erzähle, wird sie mir raten, mit diesem Mist zu einer Traumdeuterin zu gehen. Aber dann würden alle erfahren, welche Ängste ich habe. Das kann ich überhaupt nicht gebrauchen. Ach was. Ich benötige keine Hilfe! Schließlich muss man ja dämlich sein, um die Botschaft des Traumes nicht zu begreifen. Wahrscheinlich werde ich diesen verdammten Typen demnächst treffen und dann wird es zwischen uns ein wenig knallen. Aber er wird mich nicht niederzwingen. Weder meinen Körper noch meinen Geist. Nie wieder passiert mir so etwas wie in Djakaaza.
      Zerfahren setze ich mich in meiner Kajüte auf und starre in das grüne Licht meines Magiepfeilers, der sie erhellt. Ich habe diesmal einen schmalen Baumstamm dafür benutzt. Er wird später als Pfeiler für mein Zelt dienen, damit ich ihn täglich zur Hand habe. Wie ein Baum sieht er kaum noch aus, weil ich ihn durchsichtig gemacht habe und die grünliche Strahlung darin sehen kann, die wie sprudelnde kleine Wellen darin auf- und absaust.

      Es muss mitten in der Nacht sein. Ich sollte mich wieder schlafen legen, spüre aber schon, dass ich keine Ruhe finden werde. Es ist nicht nur der Traum. Auch der Magiepfeiler – er dient mir als magische Überwachungsstation – sendet in dieser Nacht Signale, die mich unruhig machen. Ich habe es inzwischen geschafft, mittels der Energie in dem Pfeiler Kontakt nach Femiterra zu halten, egal wie weit wir uns auch von der Heimat entfernen. Leider reicht es nicht, um unser Land zu sehen oder mit meinen Leuten zu sprechen. Aber ich bekomme intuitive Signale und spüre dann, wie die Stimmung daheim ist. Das hilft schon viel. Jede Gefahr würde ich sofort fühlen und könnte auch helfen, sie zu bekämpfen. Ich könnte zum Beispiel einen magischen Schutzbann setzen. Den könnte ich um meine Tochter herum spannen oder um den Palast oder wahrscheinlich sogar um die gesamte Hauptstadt herum. Beruhigend.
      Oder auch nicht so beruhigend. Ständig fürchte ich, meiner Tochter könnte etwas zustoßen oder Geheimnisse könnten ans Tageslicht kommen, die niemals jemand erfahren darf ... könnte ich das alles wirklich nur mit einem kleinen oder größeren Schutzbann verhindern?
      Herrje, was für gefährliche Gedanken. Ich drehe mich zu der Kommode, um zu prüfen, ob das eklige Logbuch etwa auch zu dieser nachtschlafenden Zeit aktiv ist. Logisch! Wie befürchtet tanzt die selbstschreibende Feder ununterbrochen darauf hin und her und schreibt alles das auf, was ich niemals jemanden lesen lassen will. Ich werde das verdammte Ding verbrennen! Und irgendeine dumme Erklärung werde ich dem Rat von Femiterra schon dafür liefern, keine Angst! Zur Not lasse ich Brynea nochmal ein neues Buch schreiben.
      Das grüne Licht flackert. Ich springe aus dem Bett und berühre den Magiestrahl. Sofort kann ich die Gefühle meiner Tochter spüren. Sie ist aufgeregt und scheint außer Atem zu sein. Das bringt meinen Puls auf Hochtouren. Dieses Überwachungssystem ist noch nicht ausgereift. Ich muss einen Weg finden, um sie auch sehen zu können, sonst werde ich eines Tages noch verrückt.
      Schläft sie etwa nicht, um diese Zeit? Rennt sie wieder im Palast herum und denkt sich Schabernack aus? Oder ist etwas nicht in Ordnung? Läuft sie vor jemandem weg?
      Jetzt hat sie sich beruhigt. Ist nun alles gut?
      Ich bin hellwach. Keine Chance wieder einzuschlafen.
      Wie so oft beschließe ich, den Rest dieser Nacht an Deck zu verbringen. Ich öffne die Tür meiner Kajüte und spüre die nächtliche Brise, die sofort in meine langen schwarzen Haare hineinfährt und sie in alle Richtungen flattern lässt. Ein plötzlich hinter der Reling hochschnellender schuppiger Leib weckt meine Aufmerksamkeit. Gemächlich schlendere ich an die Reling und lasse meine Blicke über die Wellen des Meeres schweifen. Wieder taucht der gewaltige Leib einer unserer Riesenechsen auf, auf dem Arixes hockt, die Anführerin meiner Schwimmerinnen. Sie winkt mir kurz zu, bevor sie mitsamt ihrem Reittier wieder in die Tiefen abtaucht. Ich habe ihr triumphierendes Grinsen gesehen. Bei dem bevorstehenden Kriegszug wird sie endlich mal zeigen können, was alles in ihr steckt, denn wir sollen Wasserwesen angreifen. Das ist eine Premiere. Bis jetzt hatten wir es ausschließlich mit gewöhnlichen Landmenschen zu tun. Für meinen Geschmack hätten wir es auch durchaus dabei belassen können. Ich mag Wasser nicht besonders gern.
      Manchmal habe ich das Gefühl, als ob der Rat der Weisen diese Kriegszüge nicht zum Wohle Amazonias plant, sondern mit dem einzigen Zweck, mich in die Pfanne zu hauen. Ich begreife heute noch nicht, warum bei der heiligen Kamamé sie mich nicht damals in ein Wasserland geschickt haben, bei meinem zweiten Feldzug, als Arixes und ihre Schwimmerinnen frisch von der Kriegerinnenschule in meine Armee kamen und ich also mit einer Truppe Watschelenten in die Schlacht ziehen sollte. Nach dem gewonnenen ersten Feldzug, bei dem mich die Umstände zu einiger Schummelei zwangen, hatte ich mir vorgenommen, diesmal genau den vorgeschriebenen Wegen zu folgen und auch genau das empfohlene Land zu überfallen. Und obwohl die Rätinnen wussten, dass meine Mädchen unbedingt ihre Flossen einsetzen wollten und in anderem Element eher behindert sein würden, beorderten sie uns in ein felsiges Hochland. Nie vergesse ich die entsetzen Blicke der Schwimmerinnen, als wir vor diesen Anhöhen standen, die von Pferden nicht zu bewältigen waren und an denen sie sich wahrscheinlich ihre Kiemen aufschlitzen sollten. Gut, dass ich damals auch Goplea dabei hatte, meine Kletterin. Sie ist eine Veteranin, die seit dem Tod ihrer ältesten Tochter in eine Art geistige Umnachtung verfallen war. Der Rat hatte sie für kampfuntauglich erklärt. Nur deshalb lebte sie noch und war nicht wie ihre Altersgenossinnen und tausende anderer älterer Amazonen auf einem unserer zahlreichen früheren, verlorenen Kriegszüge verschollen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch immer große Mühe, genügend Rekruten für meine Armee zu finden, deshalb nahm ich auch Verrückte mit. Ja, das ist heute ganz anders: Jetzt reißen sich meine Schwestern in der Heimat geradezu um die Ehre, mit mir in einen Kriegszug reiten zu dürfen und ich kann mir die Kriegerinnen aussuchen. Inzwischen müssen sie schon eine ganze Menge Bedingungen erfüllen, um überhaupt in die engere Wahl zu kommen.
      Aber zurück zu dem Hochland von Pergamynt. Wir mussten unsere Reittiere zurücklassen und kletterten einen steilen felsigen Pfad hinauf. Bei einer Pause stellte ich fest, dass Arixes´ Schwimmhäute an den Füßen an mehreren Stellen von Disteln zerstochen waren und auch die anderen Kriegerinnen von Heilerinnen behandelt werden mussten, noch bevor wir überhaupt Kontakt zu irgendwelchen Kerlen gehabt hatten. Einzig Goplea, die verrückte Kletterin, schien für diese Landschaft wie geschaffen zu sein. Obwohl sie ihre Augen stets halb geschlossen hielt und nie ein Wort sagte, befand sie sich im Augenblick bereits gefühlte fünfzig Pferdelängen über uns.
      Da überkam mich eine Eingebung. Ich schickte die gesamte Truppe wieder ins Tal zurück und befahl ihnen, direkt am Fuss des Berges einen großen See zu erschaffen und auf uns zu warten. Selbst kletterte ich zu der Veteranin hoch und erläuterte ihr den Plan. Zum ersten Mal, seit ich sie kannte, öffnete sie die Augen ganz und grinste mich an. Dann eroberten wir den Berg. Wir stöberten Dörfer auf, sondierten die Eigenschaften der Erzeuger, probierten dann unser gesamtes Hexenwerk an ihnen aus, bis wir sie aus ihren Häusern vertrieben und den Berg herunterjagten. Direkt in den stolzen, neu geschaffenen See, wo Arixes und ihre Kameradinnen sie gekonnt in Empfang nahmen.
      Diesmal brauchte ich nicht mal mein Logbuch umschreiben zu lassen.
      Jedenfalls abgesehen von ein paar Details.
      Damals hat der Rat der Weisen es also für förderlich gehalten, mich mit einer Armee von Schwimmerinnen in ein Gebirge zu schicken. Heute sind die Schwimmerinnen nur eine Minderheit in meiner ansonsten äußerst schlagkräftigen Truppe aus Landkriegerinnen und man schickt uns in ein Wasserland. Ich könnte ununterbrochen mit den Zähnen knirschen! Offiziell lasse ich mir meinen Ärger aber nicht anmerken. Zu oft habe ich in letzter Zeit Streit gehabt mit dem Rat der Weisen und mal ganz zu schweigen von meinem alten Zwist mit den Spiritistinnen. Nein, ich werde nicht wieder eigene Wege gehen. Diesmal wird der dämliche Plan ausgeführt und fertig. Schließlich bin ich hier nicht zu meinem Vergnügen.
      Meine Geschichte: Meermädchen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Kirisha ()