Meermädchen

  • Und hier geht es weiter:



    4. Ritter des Ringes (neu)
    Murissa



    In der Nacht konnte ich nicht schlafen. Alles war so aufregend. Turris hatte mich nach unserer Unterhaltung wie ein Kavalier wieder in die Höhle zurückgeführt und dort schliefen wir mit allen Gefährten auf dem harten Fels, mit unseren Matten und den Fellen als Unterlage, die Turris auf dem Basar verkaufen wollte, und mit unseren Leinendecken zugedeckt. Also, die anderen schliefen, ich nicht. Ich starrte in der Schwärze der Nacht auf die Grottenwände, deren feuchte Kälte sich klamm um meine Glieder legte, und konnte noch immer die Stelle an meiner Schulter fühlen, wo Turris´ Hand gelegen hatte. Und diese Blicke! Wahrscheinlich würde er sich rasend in mich verlieben, wenn ich bloß das werden könnte, was ich ihm vorgelogen hatte! Ein Meermädchen, herrje. Könnte er sich nicht mit einer Regenmacherin zufriedengeben? Oder sogar einfach bloß mit mir, Murissa, einer Komplett-Unbegabten-Hexe-aber-Meisterlügnerin?
    Ich seufzte innerlich. Gerade lag er neben mir, nahe genug, dass ich ihn hätte berühren können. Wenn ich es nur wagte. Sein Gesicht konnte ich leider nicht sehen. Aber er schlief wohl auch nicht. Ab und zu bewegte er sich und er atmete unregelmäßig. Am liebsten hätte ich ihn gefragt, was er fühlte. Warum er wach lag. Doch weil wir nicht alleine waren, brachte ich die Worte nicht heraus. Ich hoffte sehr, wir würden morgen noch Gelegenheit dazu haben.
    Siedendheiß fiel mir dann ein, dass Wisha morgen früh womöglich ihren durchgeschnittenen Taschenhenkel und die fehlenden zwei weichen Murmeln entdecken könnte. Ob ich ihr glaubhaft machen könnte, es seien Ratten gewesen? Aber auch die vier leeren Wasserflaschen könnten ihre Eigentümer misstrauisch machen. Ich klaubte mich also leise wie eine Diebin aus meiner Decke, schlich zum Vorraum und stellte die Wasserbehälter in den Regen. Auch wenn ich nicht viel Flüssigkeit hineinbekam, sahen sie mit etwas Inhalt nicht mehr so verdächtig aus. Wishas Tasche unauffällig zu reparieren gelang mir dagegen nicht. Ich konnte sie ja nicht zunähen, ohne dass die Hexe sich sehr wundern würde. Es waren allerdings wirklich viele kleine Kugeln darin. Vielleicht hatte ich Glück und sie hatte sie nicht gezählt. Und würde morgen meine Rattengeschichte glauben.


    Der neue Tag begrüßte uns regenfrei, aber stürmisch. Ich nutzte die Gelegenheit zu behaupten, noch mehr Regen hielte ich nicht für nötig. Unser Weg führte verschlungene Bergpfade hinauf. Windige Böen fegten uns um die Ohren. Die Bäume waren noch kahl, nur ein paar kleine Blümchen hier und da kündigten den Frühling an. Turris wollte möglichst schnell den Basar erreichen und ritt deshalb in flottem Tempo mit den beiden Wegkundigen vorneweg. Meine Hoffnungen auf weitere anregende Gespräche, oder Berührungen, schrumpften in sich zusammen und mein Magen begann zu schmerzen. Die Hufen unserer Pferde klopften einen gnadenlosen Rhythmus: Er liebt mich, er liebt mich nicht...
    Wisha und Eszella ritten vor mir her.
    „Hast du gehört?“, tönte gerade Eszella. „Der Basar ist nur eine Zwischenstation und wir bleiben nicht lange.“
    „Das hoffe ich aber doch“, protestierte Wisha, „denn abgesehen von dem Krempel, den wir für ihn besorgen sollen, habe ich einiges zu verkaufen und will auch neue Ware erwerben für meinen Laden in Rheskali. Ich habe gehört, sie haben extravagante Neuheiten im Angebot.“
    „So? Was denn zum Beispiel?“
    Wisha ritt näher an ihre Kameradin heran und senkte ihre Stimme, sodass ich nichts mehr verstehen konnte. Das war schlecht, denn wenn ich an diesem Nebelmeer nicht ganz untergehen wollte, sollte ich meine mageren Kenntnisse in dem Bereich schnellstmöglich aufpolieren. Die einzigen magischen Mittel jedoch, mit denen ich mich ein wenig auskannte, waren Schönheitstränke und Verjüngungssalben, nach denen meine Mutter ganz verrückt war. Nicht besonders hilfreich für meine jetzige Mission. Unerbittlich klopften die Hufe unserer Pferde ihren Rhythmus auf den felsigen Weg. Das klappt nie... das klappt nie ...
    Turris ritt weit vorne und sah sich nicht ein einziges Mal nach mir um. Okay, er hatte eine Aufgabe. Vielleicht hatte er Angst, sein Ziel nicht zu erreichen, wenn er es nicht mit allen Kräften verfolgte. Vielleicht war es auch besser, wenn er mich nicht zu weiteren Lügenmärchen zwang. Ich erstickte ja schon fast in allen bisherigen. Wenn ich mich doch nur befreien, ihn von seiner Wasserobsession abbringen könnte...
    „Na?“
    Ich fuhr herum. Klymera war an mich herangeritten und grinste mich freundschaftlich an. Sie folgte meinen Blicken mit den Augen.
    „Den Typen solltest du sofort vergessen“, knurrte sie so leise, dass nur ich es hörte, wobei sie in Turris´ Richtung nickte. „Bildest du dir ein, er steht auf dich?“ Sie schnaubte. „Vergiss es. Wenn er was von dir wollte, wäre er gestern mit dir direkt in den hintersten Höhlenwinkel verschwunden, hätte dir die Kleider vom Leib gerissen und ich schwör dir, selbst auf dem härtesten Felsen wäre es dir vorgekommen als ob du fliegst.“ Ihre Augen fingen an zu funkeln und ihre Hand schwebte plötzlich ruckartig auf und ab, während ihr Atem immer schwerer wurde und sie offensichtlich anregenden Erinnerungen nachhing.
    „Oh“, murmelte ich verlegen. „Du hast wohl so einen Geliebten?“
    Sie zuckte zusammen, als wäre sie eben aus einem Traum erwacht, und ihre Züge verfinsterten sich. „Ich hatte so einen Geliebten. Und ich war Vorsteherin in dem mächtigsten Tempel des Landes. Alles Dinge, von denen du nicht mal träumst. Und jetzt stehe ich auf einer Stufe mit zwei dämlichen Waldhexen, die nie einen Tempel von innen gesehen haben und nicht einmal ahnen, was höhere Weihen sind. Und – tja, mit dir.“
    Mit mir, der gröbsten Versagerin von allen, vervollständigte ich die Aufzählung in Gedanken. Laut sagte ich: „Es tut mir leid für dich.“
    „Muss es nicht.“ Sie warf mir ein schiefes Lächeln zu. „Ich hörte, dass man dich aus deiner Heimat herausgeworfen hat. Nun, das hat unsere Priesterin mit mir auch getan. Rate warum? Aus Eifersucht! Diese miese Schlange. Aber ich hole mir alles wieder zurück. Mich verarscht sie nicht.“
    „Das gelingt dir bestimmt“, bekräftigte ich. „Wie ist es, in einem Tempel zu leben?“
    „Prächtig. So einen Magiepool hast du noch nicht gesehen. Du bekommst Kräfte wie eine Halbgöttin. Ich hatte eine eigene Feuerhalle zur Verfügung.“ Klymeras reckte ihre ledernen Fledermausflügel und schüttelte sie. „Da nimmt man dann auch die geschmacklosen Dekorationen in Kauf – Skelettknochen als Zaungitter oder Schädel als Laternen.“


    Wir waren nicht die einzigen Reisenden auf der Handelsstraße. Immer wieder überholten uns Reiter mit Wagen oder Händler mit voll beladenen Packpferden. Dazwischen ritten waffenklirrende Soldatentrupps und einzelne muskelbepackte Krieger in voller Rüstung, mit Schwertern und Wappenschilden. Ich wurde unruhig. So langsam realisierte ich, dass alle Passanten auf diesem Weg bewaffnet waren, auch die Handelsmänner. Alle außer mir… Was war auf diesem Berg eigentlich los, den wir gerade hinaufritten? Dass wir wirklich Dämonen antreffen würden, glaubte ich eigentlich nicht. Diese Wesen sind derartig tödlich, dass sie wohl kaum so eine Menge Leute anlocken würden. Aber was sonst könnte da oben sein? Ritterturniere? Gewalttätige Händler? Monster? Als ich Klymera von meinen Bedenken erzählte, lachte sie und sagte, ich sollte mir nicht ins Hemd machen und dass ich auf meine siebzehn Scheller aufpassen sollte. Keine Angst, die würde ich schon verteidigen. Notfalls mit den Zähnen. Vielleicht sollte ich mir gleich als erstes ein gutes Versteck suchen und mich irgendwo verkriechen.
    Natürlich war es nett, an Klymeras Seite diesen Berg hinauf zu reiten. Dabei wäre ich viel lieber an jemandes anderen Seite geritten – der aber leider immer noch wie gehetzt in einem Heidentempo voranpreschte.
    Wir waren schon weit bergauf geritten, als sich der Weg verbreiterte und eine erste Bude auftauchte. In dem kleinen aus abgestorbenen Ästen zusammengezimmerten Stand stapelten sich Glasgeräte aller Art. Kleine durchsichtige Kugeln, Sichtgläser, Augengläser, Fernrohre und richtig große Kaleidoskope. Eszella blieb fasziniert vor der Bude stehen und wollte absteigen, aber Wisha winkte ihr zu, dass sie weiterreiten sollte.
    „Nicht hier! Es kommen noch bessere.“
    Der Weg wurde immer breiter, vergrößerte sich zu einem Platz. Dieser war so vollgestopft mit Menschen, Kutschen, Wagen und Pferden, dass wir überhaupt nicht mehr richtig vorwärts kamen. Uniformierte Wächter hielten uns an und wiesen uns eine Stelle an einem langgestreckten Wassertrog zu, wo wir unsere Pferde abstellen sollten. Dann musterten sie unsere Gruppe argwöhnisch und fragten, was wir auf dem Basar wollten.
    „Felle verkaufen“, erklärte Turris und zeigte auf eines unserer Packpferde, auf dem er unsere Felle bereits vorher so ausgebreitet und zurechtgelegt hatte, dass sie verlockend in der Sonne glänzten. „Wir sind Händler.“
    Die Wachtposten warfen einen oberflächlichen Blick auf die Felle und schüttelten dann ihre Köpfe.
    „Mehr als zwanzig Felle habt ihr nicht dabei? Dann seid ihr kein Händler, sondern Ritter mit Gefolge und habt infolgedessen die Auflagen für Ritter zu erfüllen.“
    Turris zog die Augenbrauen zusammen.
    „Seit wann denn das? Ihr seht doch, dass ich keine Waffen trage.“

    Meine Geschichte: Meermädchen

    4 Mal editiert, zuletzt von Kirisha ()

  • Liebe @Kirisha


    Also xD Murissa ist ja regelrecht besseren von Turris. Oder einfach blind vor Liebe? Ich werde aus dem Typen einfach noch nicht wirklich schlau aber denke mal, dass das auch dein Ziel ist :D


    Ihre Gedanken kreisen die ganze Zeit um Turris und das hast du ziemlich gut hinbekommen! Ihre Er liebt mich, er liebt mich nicht Sequenzen haben mir gut gefallen. Momentan kann ich Murissa selbst auch noch nicht wirklich einschätzen und wie sie sich entwickeln wird aber das ist ja der Sinn von Geschichten. :saint:


    Mir hat der Teil gut gefallen auch wie die anderen Hexen hier dargestellt werden fand ich gut gemeistert.


    Ich freue mich noch immer sehr auf den Basar und bin gespannt was dort alles geschehen wird :love:


    Liebe Grüsse


    Fly


    Ps: Ich weiss nich warum aber ich finde Klymera eine unglaublich spannende Figur :essen: und freue mich mehr von ihr zu erfahren.

  • Hey Kirisha,


    also zunächst muss ich sagen, dass ich den Teil richtig gut geschrieben fand. Ich bin nirgends hängengeblieben oder hätte sonst was zu beanstanden. Also- alles super soweit :)


    Was mich allerdings ein bisschen grübeln lässt ist, warum Murissa von LIEBE spricht. Ja, sie ist verliebt...das Gefühl kennen wir wohl alle. genau, wie den nervtötenden Zustand, dass die Gedanken permanent nur um den anderen kreisen und man sich ständig fragt, was der andere denkt, was er von einem hält, ob er vielleicht insgeheim auch verliebt ist...Aber diese beiden Sätze hier fand ich etwas strange:


    Stimmte es, was Klymera behauptete? War das keine wahre Liebe?

    Denn das klingt in meinen Ohren so dermaßen naiv, dass es schon unglaubwürdig ist. Na gut, vielleicht weiß Murissa noch nicht viel über die Liebe und hält die erste Schwärmerei direkt für das große Los...dann würde ich das aber vielleicht irgendwo mal einfließen lassen...oder die Stelle einfach etwas entkräften :hmm: (Ist nur so ein Gefühl von mir)


    Ansonsten hat mir der Teil, wie gesagt, gut gefallen. Kann weitergehen :D


    LG,
    Rainbow

  • Zu Penthesilea:


    Ich beginne mich zu wiederholen, aber ich kann mir diese ganzen verschiedenen Rassen die sie da hat nicht so recht vorstellen. Wie sieht so eine Kletterin aus? Und wie sollen Soldaten die grade mal schwimmen koennen im Wasser kaempfen ?( Das muss nicht alles beim ersten Mal aufgeloest werden, aber so nach und nach faende ich schon schoen, ein besseres Bild in den Kopf zu kriegen was da bei Penthesilea so passiert.


    Ist das wirklich so geplant dass die in er Welt ein so... ungezwungenes Verhaeltnis zu ihrer Goettin haben? Das klingt jetzt wie eine Geschaeftsbeziehung 'Ich investiere jetzt Energie in euch, ihr liefert nachher Beute ab.', und Penthesilea und vor allem Goplea reden ueber die Goettin und ihre Wuensche eher wie ueber eine Geschaeftspartnerin als ueber jemand den sie verehren.



    Ihr Gesicht, wechselhaft wie das Wetter, ähnelt heute dem Antlitz irgendeiner antiken amazonischen Feldherrin, die ich wohl kennen sollte, aber bereits wieder vergessen habe.


    Hm, das wirkt an der Stelle ein bisschen wie Faulheit des Autors sich einen Namen auszudenken und laesst Penthesilea ein bisschen unprofessionell erscheinen. Sollte sie sowas nicht wissen?



    Zu Murissa:

    Von Kristallkugeln und einem Magiepool, vonTempelhallen, Glocken, von Aufgabenverteilungen, von ihrer Herrin und so ging es immer fort. Eigentlich interessierte es mich ja, wie so ein Tempel funktionierte,


    Ja, mich interessiert das eigentlich auch, und deshalb finde ich es schade dass es abgebrochen wird, grade wo man mal Hintergrund bekommen wuerde.


    Ansonsten... wenn Turris wirklich ihre erste Schwaermerei ist, dann finde ich geht das schon so in Ordnung. Aber das waere ein guter Aufhaenger noch ein, zwei Abschnitte ueber Murissa's Vorgeschichte zu erzaehlen um das klar zu machen.


    Wenn sie aber schon einschlaegige Erfahrungen hat, dann ist sie hier geradezu erschreckend naiv...

  • Oha, ich komm scheinbar nicht umhin, mich nochmal durch die überarbeiteten Teile durchzuwursten, da scheint jetzt ja einiges anders zu sein jetzt :0 Aber super, dass du die ganze Kritik annimmst und soweit es dir sinnvoll erscheint auch umsetzt :) Da gehört schon echt was dazu.
    Ich hoffe nur du behältst auch den Fortschritt deiner Geschichte im Blick, denn irgendwer wird immer irgendwas auszusetzen haben ;) Eine "perfekte" Geschichte gibt es nicht und viel ist im Endeffekt auch subjektiv und muss gar nicht von dir adaptiert werden, aber ich denke ja, das ist dir sicher klar.


    Ich verlier jetzt aber auch mal ohne das nötige Vorwissen ein paar Zeilen zum aktuellen Teil. Das Murissa jetzt in einer der Hexen so etwas wie eine Freundin hat (oder wenigstens jemanden, der sie nicht komplett ablehnt bzw. andersrum) finde ich super und macht das soziale Gefüge innerhalb der Gruppe wesentlich interessanter.
    Im Großen und Ganzen wirkt das auch vom Schreibstil und Ansatz her wesentlich solider und lässt sich gut lesen.
    Ein bisschen angestoßen hab ich mich nur an einem der ersten Sätze

    Turris hatte mich nach unserer Unterhaltung wie ein Kavalier wieder in die Höhle zurückgeführt und dort schliefen wir mit allen Gefährten auf dem harten Fels, nur mit den Fellen als Unterlage, die Turris auf dem Basar verkaufen wollte, und mit unseren Leinendecken zugedeckt.

    (1) Wie führt man jemanden wie ein Kavalier zurück in eine Höhle? ?( Zumal er ja selber in die gleiche Höhle geht, also war es jetzt für ihn nichtmal ein Umweg.
    (2) Das ist ja schon ne recht wichtige und halbwegs aufwendig ausgestattete Expedition? Oder hat sich da in den vorherigen Teilen was geändert? Da sollte doch ein bisschen mehr Camping-Ausrüstung dabei sein, als ein paar Felle, die er eigentlich gleich wieder verkaufen will. Also wenigstens ein Zelt, Matten und ein paar vernünftige Decken? Ich mein, sicherlich sind die Hexen ja auch irgendwo ein wenig Luxus gewöhnt, als hohe Dienerinnen ihrer Göttin? Wenn das alles umgearbeitet wurde, will ich nichts gesagt haben, ansonsten kam mir das ein wenig spärlich vor :)


    Werde nach Möglichkeit mal die überarbeiteten Teile querlesen, dann bin ich wieder ein bisschen besser drin und kann vermutlich auch mehr zum aktuellen Handlungsverlauf sagen!

  • Hey, ihr seid ja heute richtig schnell, das hatte ich gar nicht erwartet. Danke!


    @97dragonfly



    @Rainbow



    Morgen mehr!

  • @Thorsten



    @aval.b.bado

  • Auch nicht die Schwimmer? Ich dachte, die habe ich doch relativ gut beschrieben?


    Du hast bestimmt ein Bild im Kopf - was tatsaechlich im Text ist ist:


    * ein wuschliger Schopf, im Wasser wie Algen
    * Kiemen am Hals
    * Schwimmhaeute zwischen den Fingern
    * Schwimmlappen an den Fuessen
    * watschelt an Land


    Was ich mich frage ist zum Beispiel - ist Woxhea humanoid? Stelle ich mir die Fuesse wie bei einer Ente vor? Hat sie Schuppenhaut oder sowas? Ist sie bekleidet, gepanzert, oder ist sie so im Wasser?

    Die anderen Kriegerinnen, die anderen Rassen angehören, wurden bei der Musterung getestet, ob sie wasserkampftauglich sind.


    Auch da hast Du ein Bild im Kopf was das ist - ich stelle mir Penthesilea jetzt als eine eher normale Frau vor. Dann versuche ich mir vorzustellen wie sie im Wasser schwimmend kaempft - geht gar nicht, ist wuerdelos, mit Waffe oder Ruestung sauft sie einfach ab.


    Anscheinend kaempft sie gern magisch - soll ich mir da eine magische Luftblase vorstellen mit der sie unter Wasser einen Kampf dirigiert? Oder heisst 'wasserkampftauglich' dass sie an der Oberflaeche kaaempfen? Ist sie auf einem Boot und kommandiert? Wie will sie den unter Wasser befehle geben - blubbernd? Eher auch nicht.



    Das gleiche Problem in Gruen mit allen ihrer Soldaten die auch keine Kiemen haben.


    Verstehst Du was ich meine? Du hast ein Bild im Kopf was Du mit 'Wasserkampf' meinst, aber ich hab' nicht das gleiche Bild, ich bin hier die ganze Zeit am Raten was das fuer jemand ohne Kiemen sein soll (selbst fuer jemand mit Kiemen ist das nicht so klar...) und mache mir dann abwechselnd absurde Bilder dazu.



    Würde sich Penthesilea die Namen aller dieser unglücklichen/erfolglosen Königinnen merken, die jeweils nur wenige Monate im Amt waren und dann verschwanden (starben)?


    Haette ich jetzt erwartet, ja. Wenn sie irgendwie strategisch ausgebildet ist, dann sollte sie die vergangenen Siege und Niederlagen analysiert haben um was daraus zu lernen. Wenn das jetzt 112 gewesen waeren waere das anders, aber 12 sind irgendwie ueberschaubar und von einer Herrscherin haette ich jetzt vermutet dass sie Geschichtskenntnisse hat.

    Das ist sogar meine zentrale Idee.


    Dann ist der Abschnitt gut, das kommt dann schoen rueber (Ich wollte nur sicher gehen dass das die Absicht war).

  • hallo @Kirisha


    Habe nun auch mal angefangen deine Geschichte zu lesen. Bisher bin ich bis Post 29 gekommen.
    Ich finde deine Welt wirklich interessant mit seinen ganzen Geistern und Wesen. Auch wenn ich sie noch nicht ganz verstehe. Dein Schreibstil gefällt mir auch ziemlich gut. Er liest sich wirklich flüssig und man kommt fast gar nicht ins straucheln oder so. Man kann der Handlung sehr gut folgen.
    Bisher hat mir der Prolog am besten gefallen. Das muss ja wirklich ein echt cooler Ring sein, so einen hätte ich auch gern. Was da auch mit der Oma des Jungen passiert ist und wie er selbst dann die ganzen Leute da gerettet hat, ist wirklich cool beschrieben. Das Bild was ich im Kopf hatte war einfach total genial.


    Das einzige was mich ein bisschen stört bisher, ist die Tatsache, das ich mir nicht vorstellen kann, wie Murissa aussieht und was das für eine Rasse ist, der sie angehört. Da hätte ich mir doch noch ein bisschen mehr Beschreibungen gewünscht, was vorallem ihre Rasse angeht. Andere beschreibst du vom Aussehen her wirklich gut, aber Murissa ist meiner Meinung nach irgendwie zu kurz gekommen...


    Ansonsten finde ich es gut, auch wenn mir noch nicht ganz klar ist, was der Titel damit zu tun hat oder aussagen soll. Bisher sehe ich noch keine richtige Verbindung, aber ich bin ja noch am Anfang und dann werde ich bestimmt bald es besser wissen.



    LG Sora

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • Danke nochmal für eure Anmerkungen!


    @Thorsten


    @Sora


    @Rainbow

  • Hallo @Kirisha :)
    Entschuldige, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber ich hatte so viel anderes um die Ohren. Ich habe den Text ab dem 8.2. noch nicht gelesen, weil ich erst mal deine überarbeiteten Teile überflogen habe, und ich wollte sagen, dass mir das jetzt um einiges besser gefällt! Die Amazonenkönigin (sorry, ihren Namen krieg ich noch immer nicht aus dem Kopf hin) hat viel mehr Tiefe und man erfährt einiges über ihre Beweggründe. Und auch die Reisegesellschaft um Murissa hat viel dazugewonnen. Mir gefällt das, wie sie anfängt sich mit der Feuerhexe einzulassen und auch wie sie sich den anderen gegenüber behauptet (auch wenn sie das nur mit noch mehr Lügen hinkriegt, aber das macht es ja eben auch spannend ;) ). Ich les den Rest dann bei Gelegenheit, wollte nur mal eine kurze Rückmeldung geben.

  • Hey Kirisha :)



    LG,
    Rainbow

  • @Rainbow

  • Und hier geht es weiter:


    4. Ritter des Ringes - Teil 2 (neu)


    „Mehr als zwanzig Felle habt ihr nicht dabei? Dann seid ihr kein Händler, sondern Ritter mit Gefolge und habt infolgedessen die Auflagen für Ritter zu erfüllen.“
    Turris zog die Augenbrauen zusammen.
    „Seit wann denn das? Ihr seht doch, dass ich keine Waffen trage.“
    „Befehl des Fürsten Wukur.“
    Turris zögerte ein wenig, bevor er ergänzte, was er freiwillig sicher nicht gesagt hätte: „Also gut. Die Zelte auf diesen Pferden verkaufe ich auch.“
    Weitere Wächter kamen hinzu und sie diskutierten miteinander mit wichtigen Mienen.
    „Als Händler gelten nur Personen mit mindestens zwei Wagen voller Warengüter. Ihr habt nicht mal einen einzigen. Folglich seid Ihr ein Ritter. Da wird die Ritterpauschale fällig und die Turniergebühr.“
    Turris fuhr sich erregt mit der Hand durch die Haare.
    „Götter im Himmel! Ich bin kein Ritter und meinetwegen auch kein Händler. Dann lasst mich als gewöhnlichen Marktbesucher eintreten!“
    „Gewöhnliche Marktbesucher haben keine Felle dabei, die sie verkaufen wollen. – Aber wir diskutieren hier herum und Eure Leute blockieren den Weg. Wie groß ist Euer Gefolge? Zehn Personen, wie ich sehe. Tretet ein, tretet ein! Erfreut euch schon an dem Basar, bis euer Herr die Eintrittsformalitäten geregelt hat!“
    Wisha und Eszella, denen Turris´ Probleme sichtlich gleichgültig waren, klatschten in die Hände und stürmten durch das hohe, von Efeu überrankte Tor am Eingang, als gäbe es drinnen etwas umsonst. Turris nickte auch uns anderen zu.
    „Ich regele das hier. Geht ihr schon auf den Basar und haltet Ausschau nach unseren Geräten, so wie besprochen.“
    Mit diesen Worten drückte er jedem von uns Münzen in die Hand. Zwanzig ganze Bronzehellonen landeten in meiner. Ich konnte mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt solch einen Reichtum besessen hatte.
    Ehe ich es mich versah, hatte Klymera mich schon mit demselben Enthusiasmus wie ihre Kolleginnen durch das Eingangstor gezerrt und da schlenderten wir auch schon mitten durch das Getümmel. Ich sah mich nach Turris um, der aber bald aus meinem Blickfeld verschwand. Hoffentlich konnte er seinen Eintritt tatsächlich „regeln“ und saß da vorne nicht fest. Klymera zerredete meine Bedenken. Das dumme Geschwätz der Wächter diente ihrer Meinung nach nur dem Zweck, unseren Eintrittspreis maximal zu erhöhen.
    So einen Markt hatte ich noch nie gesehen. Hier konnte man kein Gemüse und auch keine Küken kaufen, aber dafür Dinge, die es in keinem städtischen Laden gab. In einem hohen, mit einem Bärenfell überzogenen Zelt bot eine Seherin ihre Dienste an, welche die nahe und ferne Zukunft vorhersagen konnte. Drei ganze Silberhellonen wollte sie dafür haben. In anderen Zelten konnte man die Gegenwart beobachten, mittels Kristallkugeln, die entfernte Gegenden oder Personen anzeigten. Zwei Silberhellonen und fünfzig Scheller. Eine Zaubertrankmischerin bot Liebes- und Kampftränke an. Auch Amulette oder verhexte Schwerter standen zum Verkauf. Die Preise waren gigantisch. Eszella und Klymera blieben vor einem Stand mit diversen Ferngläsern und ausziehbaren Teleskopen stehen und begutachteten die guten Stücke eingehend. Dafür hatten wir ja wohl keine Verwendung, oder? Aber ich hatte schon gemerkt, dass jede hier oben auch noch ihre privaten Angelegenheiten verfolgte. Wisha hatte sämtliche Beutel und Taschen mitgenommen, die sie vorher auf ihrem Pferd transportierte. Diese präsentierte sie nun in einem Bauchladen in Form eines aufklappbaren Tabletts. Sie verkaufte in erster Linie dutzende Kräuter, kleine magische Kügelchen und Salben – alles für die Gesundheit. Bald war sie umlagert von Interessenten.
    Ich selber war ziemlich überfordert mit der Überlegung, was für einen Apparat ich denn eigentlich für die Überwindung unseres Hindernisses am Nebelmeer besorgen sollte. Wie hieß so ein Teil und wie sollte ich erkennen, ob es auch funktionierte? Vor meinem geistigen Auge stellte ich mir eine Leiter vor, die bis ins Unendliche hochfahren könnte. Leider konnte ich so eine nicht entdecken.
    Etwas leichter würde es hoffentlich sein, den Wassergeister-Verscheucher zu finden. Ich hatte schon Tempeldienerinnen dabei beobachtet, wie sie diesen Viechern an den Brunnen von Aravenna zuleibe rückten und hatte deshalb eine ungefähre Vorstellung, was ich brauchte. Wassermagie flimmert hellblau, sodass sie normalerweise auch in einem solchen Gewühl leicht zu finden sein sollte. Daher ließ ich meinen Blick über die hunderte von Stände gleiten und achtete dabei nur auf die Strahlung. Da gab es jene von Hexen, die mir vorbei wanderten und selbst auf der Suche nach Ware waren. Überall bemerkte ich auch kleinere und größere Strahlenfelder auf den Ständen. Längst nicht auf allen – wie üblich befanden sich auch hier scharenweise Scharlatane, die der magieblinden Kundschaft Berge von zwar meist hübschen, aber völlig nutzlosen Fälschungen verkauften.
    Ein hellblauer wellenförmiger Strahl zu meiner linken Seite weckte mein Interesse. Eilig umrundete ich zwei Tische, auf denen sich Schutzwesten und Amulette stapelten, bahnte mir einen Weg durch das Gewühl und erreichte schließlich mein Ziel: Eine Bude, von deren Dach Dutzende glänzende Flussfische herunterhingen, um die herum es hellblau flimmerte. Ob sie wohl den weiten Weg bis zum Nebelmeer überstehen würden, ohne zu vergammeln? Erst als ich einen davon vorsichtig berührte, merkte ich, dass das keine echten Tiere waren. Sie fühlten sich mehr nach Stroh als nach glitschigen Wasserwesen an.
    Fischattrappen. Ob es damit funktionieren würde? Ich wusste, dass die Geister wild auf Fische waren. Ob sie sich auch auf Attrappen stürzen würden? Naja, wenn ich so beobachtete, wie leicht die meisten Kunden an den Ständen neben mir zu täuschen waren und mit welchem völlig wertlosen Tand sie zufrieden davonzogen ... Wieso sollten Geister schlauer sein?
    „Nur siebzig Bronzetaler, meine Liebe“, säuselte die Verkäuferin, eine füllige Elgo, die mir vertraulich zublinzelte, als wäre sie eine alte Freundin. Ich fluchte innerlich, denn leider überstieg die Summe mein Budget doch deutlich.
    „Habt Ihr keine kleineren Fische im Angebot?“, fragte ich wenig hoffnungsvoll.
    Hatte sie nicht.
    „Wie wäre es mit dieser Trompete?“ Freudig hielt sie mir ein Instrument mit einem aufgeblähten Schalltrichter entgegen. „Erschreckt Wassergeister fast zu Tode.“
    Und zerschmettert ihnen die nicht vorhandenen Trommelfelle, dachte ich unwillkürlich. Laut sagte ich: „Hören sie die denn – ohne Ohren?“
    Während die Dame versuchte mir weiszumachen, dass sowohl Fische als auch Wassergeister vortrefflich hören könnten, mit irgendwelchen unsichtbaren ohrenähnlichen Organen, wanderte mein Blick über Geistergitter, Geisternetze, diverse bunte Pulver bis hin zu einer Schachtel voller kleiner durchsichtiger Kügelchen ganz am Rande des Verkaufstisches. Genau dieselbe Sorte, die ich zuletzt von Wisha geklaut hatte, mit der man Wasser herbeihexen konnte. Sie leuchteten auch, waren demnach magisch aufgeladen. Es war durchaus anzunehmen, dass Turris mich nochmal um Wasser bitten würde, deshalb wäre es vorteilhaft so etwas zu besitzen.
    Mist. Ich würde am liebsten diese ganze Bude aufkaufen. Wenn ich nur das nötige Kleingeld hätte. Leider reichten meine Taler wohl nicht mal für die Kügelchen.
    „... und diese Klebeschuppen kosten auch nur vierzig Bronzehellonen!“, schmetterte die Elgo gerade und da sie dabei bekräftigend nickte, wippte ihre Pferdemähne mir in ihrer ganzen Fülle entgegen. Ich blickte auf. Was für Schuppen? Allerdings bemerkte ich nun ihre Arme. Sie sahen fischartig aus und glänzten. Ich glotzte mir fast die Augen aus. Fischarme? Was war das denn für ein Zauber?
    Sie grinste mich an und wies auf ein Stück Stoff mit Schuppenmuster auf ihrem Ladentisch, das sie mir nun entgegenhielt und das, wie ich mit den Händen fühlen konnte, von einer Seite klebte. Und das auch „nur“ zwanzig Taler kostete. Mein gesamtes Vermögen also.
    Ob ich mir daraus einen Holzfisch für die Geister basteln könnte? Einfach das Teil auf ein Stück Holz kleben?
    Würden sie darauf hineinfallen?
    Aber wie sollte ich Turris erklären, dass ich dann kein Geld mehr für den Hindernisüberwinde hatte?
    Während ich überlegte, kamen neue Kunden an den Tisch und ... irgendwie überwältigten mich meine gewohnten Reflexe ... jedenfalls tauschte ich, da die Verkäuferin abgelenkt war, mit einer geübten Handbewegung einfach mal zwei von meinen Glasmurmeln gegen zwei der interessanten Wasserkügelchen aus, die im Handumdrehen in meiner Hosentasche landeten. Und weil das so gut und vor allem unbemerkt geklappt hatte, beschloss ich, auch noch eine dieser Klebeschuppen mitgehen zu lassen. Ich beugte mich zu der Trompete hin und legte dabei einen Arm über das Klebeteil, das, wie ich zuvor beobachtet hatte, verkehrt herum auf dem Tisch lag, weshalb es sich von ganz allein an meinem Unterarm festkleisterte. Da brauchte ich nur noch in aller Seelenruhe wieder zurückzutreten und wollte schon in der Menschenmenge verschwinden. Doch eine kleine Kinderstimme zerstörte das alles.
    „Du hast ja Fischarme!“, piepste ein Junge hinter mir. Die Verkäuferin blickte auf. Ihre Augen hefteten sich auf mich und wurden eisig. Upps. Zeit abzuhauen. Ich rannte davon, wühlte mich durch die Menge, duckte mich, krabbelte unter einem Stand hindurch, um an einer ganz anderen Verkaufsstraße wieder aufzutauchen und hörte hinter mir die keifende Stimme der Verkäuferin: „Sollen dich doch die Dämonen holen!“


    Ohne mich umzudrehen rannte ich bis zum Ende einer Verkaufsreihe und von dort herunter auf ein Aussichtsplateau, das voller Menschen war. Erst dort wagte ich mich umzudrehen. Niemand folgte mir. Da hatte ich nochmal Glück gehabt.

    Meine Geschichte: Meermädchen

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  • Hi @Kirisha


    :panik::panik: Ja! Endlich, endlich sind sie auf dem Basar! Wie du weisst, habe ich mich sehr auf diese Szene gefreut. :D Und ich fand sie echt gut! Der Einstieg, als Turris mit den Wachen zu diskutieren beginnt war sehr unterhaltsam und ich fand ihn toll zu lesen.
    Schön fand ich es auch, dass du hier mehr beschrieben hast, die Ganzen Dinge die es zu kaufen gibt und vieles mehr. Ein farbiges Chaos von einem Basar.


    Ich habe an diesem Teil wirklich nichts auszusetzen und vielleicht ist es sogar der mir liebste von dir bis jetzt geschriebene Absatz :thumbsup::love:


    Liebe Grüsse


    Fly


    Ps; Natürlich bin ich gespannt darauf wie es auf dem Basar weiter geht xD

  • Danke liebe @97dragonfly! Es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat!


    Leider muss ich eure Geduld nochmal etwas strapazieren. Ich habe jetzt den Prolog upgedated und hochgeladen. Und das Penthesilea-Logbuch Tag 16 (den ersten und zweiten Teil) habe ich auch überarbeitet und hochgeladen.
    Die Änderungen bei Penthesilea betreffen vor allem ihre stärkste Kampftruppe, die ich nun umgetauft habe auf "Orkas", und ich habe sie auch neu charakterisiert - etwa wie weibliche Orks, nur freundlicher. Wer Lust hat, kann es gerne nachlesen, ich freue mich über jeden Kommentar!

  • Hey @Kirisha,


    das ist wirklich merkwürdig! Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich bereits einen Kommi für den letzten Teil verfasst hatte... und nun sehe ich, dass er gar nicht hier aufgeführt ist :hmm: Seeehhhr suspekt! Wie habe ich das nun schon wieder geschafft? Vielleicht werde ich ja langsam verrückt, oder sowas :pillepalle: ... man weiß es nicht. Also, ich versuch`s einfach noch mal :)


    Ich wollte dir eigentlich sagen, dass mir der Teil soweit gut gefallen hat. Auch das mit der Einlasskontrolle fand ich soweit gut und nachvollziehbar und dass die da nicht so ohne weiteres reinkommen, macht das Ganze irgendwie so schön authentisch. Eine Sache würde ich aber zu bedenken geben. Ich habe mich gefragt, warum sich Turris nicht vorher über die Gepflogenheiten auf diesem Markt informiert hat. Er wusste doch, dass er dorthin wollte und auch, dass er dort etwas verkaufen möchte. Erkundigt man sich da vorher nicht vielleicht, wie das abläuft? Oder ist das hier ein spezieller Basar, der sich von anderen unterscheidet? Mir erscheint unser Expeditionsleiter hier an der Stelle ein bisschen unvorbereitet und chaotisch-vor allem, als er in Betracht zieht, nun auch die Zelte zum Verkauf anzubieten. :hmm:


    Na ja, das war aber auch schon alles, was ich so zu meckern hatte.Ansonsten bin ich mal gespannt, ob Murissa auch noch etwas kaufen wird...da werden ja jede Menge toller Sachen zum Verkauf angeboten und sie ist so herrlich planlos und hat keinen blassen Schimmer, was sie eventuell gebrauchen könnte :rofl: Ich liebe sowas!


    LG,
    Rainbow

  • Danke liebe @Rainbow!
    Im Grunde will Turris die Felle gar nicht verkaufen, er will nur eingelassen werden, egal wie.
    Ja, Mist, du hast recht. Sieht trotzdem planlos aus und so will ich ihn eigentlich nicht wirken lassen.
    Ich denke nochmal drüber nach.


    Hier geht es weiter:


    Ritter des Ringes - Teil 3 (neu)


    Ich nahm den Platz genauer ins Visier, wo ich gelandet war. Die Aussicht war hier vortrefflich. Ich konnte weit über alle Ebenen hinunterblicken. Es wimmelte hier beinahe noch mehr von Besuchern als auf dem Basar nebenan. Ein ständiger Strom von Leuten drängte mich zur Seite. Erst jetzt bemerkte ich, dass viele der Schaulustigen auf dem Aussichtsplateau Ferngläser an ihre Augen drückten, wie auch Klymera und Eszella sich gekauft hatten, und damit in weite Ferne blickten. Alle in dieselbe Richtung. Was gab es dort zu sehen? Ich schob und drängelte mich durch die Menge, bis ich das äußere Geländer erreicht hatte.
    Unter uns erstreckte sich eine weite Ebene, die bis zum Horizont reichte. Rechterhand erkannte ich in der Ferne hinter einer schützenden Mauer eine Stadt. Den Reden der anderen Besucher entnahm ich, dass es sich um die Stadt Darghessa handelte. Der Gegenstand des allgemeinen Interesses befand sich jedoch auf der linken Seite und ebenfalls so weit weg, dass ich auf die Entfernung nicht viel davon erkannte. Da standen in einem von Felsen übersäten Gebiet zwei hohe, schwarz verfärbte Klippen, um die herum mehrere Soldatengruppen marschierten. Ohne Zweifel waren dies die berühmten „Schwarzen Felsen“, von denen ich schon gehört hatte. Fürst Silvrin von Aravenna, der Regent meiner Heimatstadt, hatte dort vor langer Zeit mal ein Duell gewonnen. Aus der Entfernung sahen sie recht unspektakulär aus. Fast enttäuschend. So viel Rummel nur wegen zweier Klippen? Eine Gruppe von Leuten, von hier aus winzig wie Ameisen, ging oben auf einem der Felsen herum, eine andere inspizierte den Unterbau der Felsen, zwei Gruppen wanderten ringsherum und eine weitere Soldatentruppe war in respektvoller Entfernung vor den Felsen stehengeblieben.
    Ein Fernrohr wäre jetzt tatsächlich nicht schlecht. Irgendwas Spannendes musste da unten ja ablaufen, sonst würden sich nicht alle diese Besucher die Augen danach ausglotzen. Ich bearbeitete meinen Nachbarn, dass er mir sein Glas leihen sollte. Aber ohne Erfolg. Alle Schaulustigen um mich herum starrten eifrig alle auf denselben Punkt. Turris war noch nicht wieder aufgetaucht und ich ahnte nicht, wie weit er gekommen war.
    Vielleicht konnte ich auf dem Basar irgendein extra billiges Glas bekommen? Oder noch besser: eins klauen? Meine wertvollen Scheller für etwas anderes als Essen und das Gerät für Turris auszugeben, erschien mir als reine Verschwendung. Ich klebte meine frisch geklauten Schuppen vorsichtshalber unter mein Hemd, um nicht damit erwischt zu werden, band meinen Umhang zusammen, damit ich anders aussah als vorher und legte mir noch ein Stück davon als Kapuze über die Haare. Dann bahnte ich mir einen Weg zurück zu den Marktständen – vorsichtshalber diesmal auf der anderen Seite, wo ich noch nicht gewesen war.
    Gleich als erstes fiel mir die Bude eines Malers ins Auge. Sie war über und über mit Gemälden behängt. Auch davor standen noch Staffeleien mit großen und kleinen Zeichnungen. Die meisten zeigten starke Ritter mit den Felsen als Kulisse. Ohne Zweifel waren es jene, die ich schon vom Aussichtspunkt aus gesehen hatte – nur diesemal von ganz nah gezeichnet, im Großformat. Es waren hohe, zerklüftete, pechschwarze Felsen, die tiefe Schatten warfen. Auf manchen Bildern waren kämpfende Ritter vor den Felsen zu sehen. Mir stockte der Atem. Und diese Kreaturen... was war das denn? Mehrere Bilder zeigten abnorme Wesen, die ganz oben auf den Felsen standen oder teilweise in der Mitte der Felsen festhingen. Das waren glitschige, von Blasen aufgequollene Gestalten mit unförmigen Gliedmaßen und zerstörten Gesichtern. Viele sahen menschenähnlich aus, denn sie hatten noch Arme und manchmal auch Beine, auch wenn diese völlig von übergroßen roten oder grünen Blasen überzogen waren. Manchmal konnte ich noch sehen, zu welcher Rasse sie gehörten: Hier ragten spitze Skeffflügel in die Luft, dort wehte eine Elgo-Mähne, darunter baumelte eine völlig von roten Eiterhügeln überkrustete Stirn mit hellblonden Parvahaaren. Einige Gesichter waren erkennbar. Zerborstene Münder, blinde Augen, Nasen in Übergröße und Haare, die am Körper heruntergewandert waren und irgendwo zwischen Schulter und Hüften hingen. Der Ausdruck unbeschreiblicher Schmerzen in den Gesichtern jagte mir einen Schauer über den Rücken. Ihre Körper waren von einer geleeartigen, roten und offensichtlich sehr zerstörerischen Masse überzogen, die sie aneinander klebte. Ich konnte deshalb nicht auseinanderhalten, wie viele Gestalten da oben standen. Auch Tiere hingen an ihnen fest,die auf dieselbe Weise verunstaltet waren. Wölfe, Katzen, Vögel und eine Reihe undefinierbarer anderer Lebewesen. Mehrere hingen an den Felsen und aneinander herunter und fielen trotzdem nicht, weil sie an den übrigen festklebten.
    Fürchterlich. Mir wurde bewusst, dass ich mich am ganzen Körper verspannt hatte.
    Nein, ich würde mir kein Fernglas besorgen. Wenn mir dieser grauenhafte Anblick dadurch erspart blieb, war das nur gut so. Wie konnten alle diese Leute sich daran noch ergötzen. Das war doch schrecklich!
    „Ein Andenken gefällig?“, hörte ich eine Stimme neben mir. Dort stand der Maler, einen Pinsel schwingend und wies auf eine Leinwand, auf der ein halb fertiges Gemälde thronte. Es zeigte die fürchterlichen Gestalten oben auf den Felsen im Großformat. Neben ihnen war das Blatt noch weiß. „Ein Bild von Euch neben den Dämonen? Macht sich gut im Wohnzimmer, meine Dame.“
    In meinem Hinterkopf meinte ich die Stimme der Fischhändlerin noch einmal zu hören: Sollen dich doch die Dämonen holen!
    Ich schrak zurück.
    „Nein danke. Ähm – und was ist das für ein leuchtendes Ding unter ihren Füßen? Stehen sie auf Gold?“
    Tatsächlich war auf diesem Bild nämlich sehr deutlich eine Art kleine Sonne zu sehen, die unter den Füßen der ‚Dämonen‘ leuchtete.
    Der Maler lachte laut.
    „Zum ersten Mal hier, junge Dame? Hat Euch niemand über das Geheimnis der Schwarzen Felsen aufgeklärt? Was da so leuchtet, ist der Königsring. Die Dämonen stehen auf dem Kleinod. Sie bewachen ihn. Der Ring ist der Grund, warum alle diese Leute hier sind. Wer herausfindet, wie man ihn den Dämonen wegnehmen kann, wird unser neuer König. Keine leichte Aufgabe, meine Dame, denn er liegt hier schon lange Zeit.“
    Taumelnd ging ich weiter. Sagte er die Wahrheit? Das Ziel unserer Reise befand sich überhaupt nicht an irgendeinem Nebelmeer, das ich von Geistern zu befreien hätte, sondern hier. Direkt vor unserer Nase. Ich würde kein Meer überqueren und nicht mal beweisen müssen, dass ich mich in eine Nixe verwandeln könnte. Turris würde vielleicht überhaupt nie merken, dass ich ihn jemals belogen hatte.
    He, wieso freute ich mich nicht darüber?

    Weil das mein Todesurteil wäre!
    Ich würde gegen einen waschechten fürchterlichen Dämonen antreten müssen! Da halfen keine Tricksereien. Mich packte eine würgende Angst. Einer der Dämonen würde mich holen. Die Verkäuferin hatte es mir ja gerade an den Hals gewünscht. Ich würde selber an dem Felsen hängen, übersät von Geleebläschen mit aufgerissenem Mund, verdammt zum ewigen Leiden. Vermutlich verdiente ich so ein Schicksal. Das würde mich immerhin zwingen nicht mehr zu lügen oder zu klauen und insofern die Welt ein wenig besser machen. War das oder etwas Ähnliches nicht sowieso Turris´ Ziel gewesen?
    Scheiße ...
    Was sollte ich jetzt bloß machen? Weglaufen? So schnell ich konnte?
    Einen Moment lang hoffte ich, dass der Maler mich vielleicht belogen hatte, aber die folgenden Verkaufsstände belehrten mich eines Besseren. Überall sah ich ähnliche Bilder und Motive. Gleich nebenan wurden Kopien des berühmten Ringes verkauft. Der entsprechende Stand war umlagert von begeisterten Damen.
    So langsam begriff ich den Inhalt unseres Gespräches in der Höhle. Unsere drei Hexen hatten gestern schon gewusst, dass der Ring hier war. Sie hatten sich gestern schon gefragt, wieso Turris seine Zeit am Nebelmeer verschwenden wollte. Wollte er das wirklich?
    Noch immer im Schock taumelte ich von Stand zu Stand. Die meisten Händler hatten passende Hilfsmittel im Angebot, die mutige Krieger bei ihrem Kampf gegen die Dämonen unterstützen sollten, wie Fluchbanne, Dämonenschützer und auch Kraftverstärker. Es gab Stände mit Schwertern, Dolchen und Schilden. Andere boten Schmuck, Schals, Hüte oder Ketten. Amulette mit diversen Schutzfunktionen hatte fast jeder im Angebot.
    Ich landete vor einem Stand mit Illusionszaubern. Der Händler verkaufte einen Hut, der eine Frau wie einen Mann aussehen ließ, wenn sie ihn aufsetzte. Oder einen Bärenpelz, der einen Menschen tatsächlich wie einen Bären aussehen ließ. Mein Herz begann höher zu schlagen. Vielleicht hatte er noch andere? Solche, die ich gerade sehr gut gebrauchen könnte, damit ich nicht wie eine Lügnerin dastand? Vielleicht könnte ich mich retten, wenn ich wenigstens einen von Turris´ Wünschen erfüllen könnte.
    „Welche Illusionen habt Ihr denn noch?“, fragte ich hoffnungsvoll. „Ich würde gern wie ein Meermädchen aussehen.“
    Er lachte dröhnend.
    „Danach hat noch nie jemand gefragt, tut mir leid.“
    Doch ich sah schon, wie es in seinem Kopf arbeitete. Sein Blick flog über die verschiedenen Gegenstände auf seinem Verkaufstisch und er klaubte einen kleinen Spiegel heraus.
    „Damit sollte es gehen.“
    „Wie funktioniert er?“


    „Man reibt einmal an seiner Rückseite. Allerdings ist er nur zum einmaligen Gebrauch und er erzeugt eine recht simple Illusion. Deswegen ist er auch günstig. Nur zwanzig Bronzehellonen, meine Dame. Ein Sonderpreis!“

    Meine Geschichte: Meermädchen

    2 Mal editiert, zuletzt von Kirisha ()

  • Hi @Kirisha


    Wow, das ging ga schnell xD und schon geht es weiter. :D
    Haha, sie steht da auf dem riesigen Basar und spürt ihre urinstinkte. Fand ich sehr lustig, wie sie abwägte für was sie ihr weniges Geld ausgeben soll oder eben doch noch besser was zu klauen. Endlich habe ich wieder etwas von Murissas Charakter gesehen und nicht nur das Mädchen, das Turris anhimmelt.
    Der ganze Abschnitt hat mir gut gefallen.

    „Ein Bild von Euch neben den Dämonen? Macht sich gut im Wohnzimmer, meine Dame.“

    :rofl: Ich schmeiss mich weg. Der war ja klasse! :hail:


    Allgemein gefiel mir, wie Murissa sich fühlte, als sie die ganzen düsteren Bilder gesehen hat und wie ihre ganze Stimmung kippte.


    „Zum ersten Mal hier, junge Dame? Hat Euch niemand über das Geheimnis der Schwarzen Felsen aufgeklärt? Was da so leuchtet, ist der Königsring. Die Dämonen stehen auf dem Ring. Sie bewachen ihn. Der Ring ist der Grund, warum alle diese Leute hier sind. Wer herausfindet, wie man ihn den Dämonen wegnehmen kann, wird unser neuer König. Keine leichte Aufgabe, meine Dame, denn der Ring liegt hier schon lange Zeit.“

    Na Hallo! Endlich begegen wir dem Ring wieder. :grinstare:


    Bleibt spannend xD und noch ist sie ja auf dem Basar und wie du weisst, feiere ich den sowas von. :panik:
    Liebe Grüsse
    Fly

  • Hey Kirisha,


    sorry, es hat etwas länger gedauert, bis ich mal die Ruhe gefunden habe, mich deinem Text zuzuwenden. Im Moment bekomme ich die Krise, weil mir alles über den Kopf wächst, aber nun bin ich ja hier ^^


    Meine Anmerkungen packe ich dir wie immer in den Spoiler:


    LG,
    Rainbow