Meermädchen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wow, ihr seid wirklich Spitze. Die letzten Anmerkungen haben mir viel zu denken gegeben und ich habe heute die ganze Szene und einen Teil der vorherigen umgeschrieben. Sobald ich Zeit dafür finde, mache ich hier mal ein Update.
      Aber erst kurz zu euren Kommentaren:

      @Katharina

      Spoiler anzeigen


      Katharina schrieb:

      Also wenn du hier diese Abschnitte tauschen
      Hey Katharina, solche Tipps gebe ich sonst immer anderen und denke, dass ich so schlau bin.
      Aber bei meinen eigenen Texten sehe ich sowas nicht.
      Danke! Das werde ich machen.


      @Rainbow

      Spoiler anzeigen
      Zum Thema Dämonenberg: vielleicht sollte ich den noch irgendwie anders ankündigen. Ich hoffe jedoch, er wird dich nicht enttäuschen :D


      @aval.b.bado

      Spoiler anzeigen

      Ja, genau diese Art von Pantheon wollte ich gerne haben, weil mir Götter, die irgendwo fern im Himmel sitzen und nur über mich richten, statt mit mir zu kommunizieren, noch nie gefallen haben.

      Zum Thema Götter: In meiner Welt sind die Frauen bevorteilt, alle Götter sind weiblich und nur unter den Frauen gibt es Hexen. Aber es gibt auch Männer mit besonderen Fàhigkeiten.


      @Kramurx

      Kramurx schrieb:

      Spoiler anzeigen
      Vielleicht habe ich da zu viel auf einmal gebracht. ich versuche das noch etwas zu relativieren.


      Kramurx schrieb:

      Ich finde es ein bisschen schade, dass Murissa quasi bereits entlarvt wurde von Feuragel. Das hat mir so im Ganzen die Spannung versaut xD
      ich persönlich liebe es, wenn sich die Hauptchars in einer Lüge ausversehen verstricken und diese um jeden Preis aufrechthalten müssen,
      Danke dafür. Genau das wollte ich eigentlich mit Murissa machen. Und da hast recht, das habe ich hier etwas vermurkst. Ich habe dieses Kapitel gerade neu geschrieben und werde es demnächst updaten! Danke für den TIPP!



      @Thorsten

      Spoiler anzeigen


      Thorsten schrieb:

      Und dann finde ich es story-intern komisch dass niemand die Mitglieder der Expedition informiert was ihnen jetzt bevorsteht. Die Hexen und Turris kennen den Basar offensichtlich irgendwie - warum sagt keiner vorher was sie da kaufen wollen? Warum diskutert keiner was das mit dem Daemonenberg auf sich hat? Selbst wenn sie davon ausgehen dass jeder andere die Gegend auch kennt - dann sollten sie immer noch Einzelheiten finden die sie sich gegenseitig erzaehlen koennen.

      Ja, stimmt. Du hast absolut recht. Ich weiss auch nicht, wie ich das unterschlagen konnte. Ich verbessere das!

      Meine Geschichte: Meermädchen
    • hi @Kirisha

      Ich habe mir jetzt alles von dir durchgelesen, aber ohne Notizen zu machen. Mich hast du sicher als Leserin gewonnen und ab dem nächsten Teil versuche ich dir auch ein wenig Feedback zu geben.

      Ich mag Murissa und die Idee mit den Wassergeistern, die eigentlich für alle anderen unsichtbar sind, finde ich interessant. :D

      Freue mich auf die nächsten Teile!

      Liebe Grüsse

      Fly
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"
    • Danke schön @97dragonfly! Du hast mir gerade den Tag versüsst!

      Eigentlich wollte ich schon längst die nächste Folge posten, aber da ihr mich so gelöchert habt, stecke ich zur Zeit noch in Korrekturen der vergangenen Abschnitte. Die arbeite ich gerade etwas aus und das dauert doch länger, als ich dachte. Ich bin aber schon weit und hoffe, es bald bringen zu können!
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Ich hoffe, ich irritiere euch jetzt nicht. Ich habe an meinem Text in einem Rundumschlag ziemlich viele Korrekturen eingeführt.
      Also ich habe fast den ganzen Text geändert. Rückwirkend.
      Wer von euch Lust dazu hat, kann es ja mal nachlesen.
      Ich habe alle Texte ab dem 2. Dezember korrigiert. Den ersten nur ein wenig, aber die anderen teilweise sehr stark.

      Zum Beispiel habe ich die Namen der drei Hexen geändert und ihnen mehr Charakter gegeben. (Ja, @Thorsten, nachdem ich mich zuerst gegen deinen Rat gesträubt habe, habe ich nun doch beschlossen das zu machen).
      Dann habe ich Turris' Erklärungen über das Ziel der Reise modifiziert, die Überfallszene etwas geändert und eine zusätzliche Szene unterwegs eingeführt.
      Die letzte Szene hat sich dadurch verdoppelt und ich habe sie deshalb aufgeteilt. Den ersten Teil (er ist fast ganz neu) habe ich an der Stelle gelassen, wo die alte Szene war und den zweiten Teil davon bringe ich nun hier.

      Ich hoffe, es ist jetzt besser als vorher und falls nicht, sagt es mir!




      Wenig später hockten wir alle um den brodelnden Kessel herum, trockneten unsere durchnässten Kleider, Turris spendierte eine Runde Wein und wir löffelten die warme Suppe dazu. Ich hatte es geschafft, den Platz neben Turris zu ergattern und glühte vor Wärme und vor Glück.
      Immer wieder konzentrierte ich mich, um mich zu vergewissern, ob er wirklich bösartige Strahlung an sich hatte oder diese nur von dem Amulett herrührte, das er trug.
      Aber seltsam: Ich spürte nichts. Keine Strahlung, keine Funken. Turris war sauber. Wie war das möglich? Hatten die miesen Hexen mir nur einen Streich gespielt? Hatte es sie geärgert, das er so offen mit mir flirtete und darum wollten sie meine Zuneigung zu ihm verderben? Ich meine, das hatte er doch getan. Oder hatte ich mir das auch nur eingebildet? Denn gerade jetzt achtete er nicht sehr auf mich. Er diskutierte vielmehr mit unseren Fährtenkundigen sehr aufgeregt darüber, welchen Weg wir morgen reiten sollten.
      „Wie weit ist es noch bis zum Dämonenberg“, fragte Wisha laut und starrte Turris auffordernd an. „Eszella meint, wir würden morgen ankommen.“
      Ich schluckte. Dämonenberg. Davon redeten sie heute schon den ganzen Tag. Ich hoffte, es bedeutete nicht das, wonach es sich anhörte. Turris hatte mir erklärt, das sei lediglich ein großer Basar und ich sollte mich nicht fürchten. Ich weiß auch nicht, warum ich mich trotzdem fürchtete. Vielleicht, weil wir auf dem Weg schon eine Menge Ritter und schwer bewaffnete Kerle getroffen hatten. Brauchte man Schwerter, um einen völlig ungefährlichen Basar zu besuchen?
      „Wir sind schon nah“, bestätigte Turris, „Vielleicht können wir es bis morgen Mittag schaffen.“
      „Und wozu reiten wir an dem Basar vorbei?“, fragte Eszella. „Ich meine, wir wollen doch angeblich zum Nebelmeer. Da sollten wir uns unterwegs nicht durch Zerstreuungen ablenken?“
      „Wir wollen nicht angeblich, sondern tatsächlich zum Nebelmeer“, korrigierte Turris verärgert. „Das habe ich euch doch allen am Anfang genau erklärt! Und zu diesem Basar reiten wir deshalb, damit wir uns noch das notwendige Zubehör besorgen können. An unserem Ziel muss es irgendein magisches Hindernis geben, das das Hinüberkommen erschwert. Vielleicht eine hohe Mauer oder so etwas. Ich möchte, dass sich jede von euch Zauberinnen ein gutes magisches Gerät besorgt, das Hindernisse zerstört oder durchlässig macht. Ich bezahle auch eure Ausgaben.“
      Eszella rollte mit den Augen. „Werter Turris, weißt du, wie viele verschiedene magische Hindernisse es gibt? Wenn du nicht wenigstens ungefähr beschreiben kannst, woraus es besteht und wie es funktioniert, wird das schwierig.“
      Turris sah die Hexen eine nach der anderen eindringlich an.
      „Das wusste weder meine Auftraggeberin noch alle anderen Leute, die ich fragte. Anscheinend ist schon seit Ewigkeiten niemand mehr am Nebelmeer gewesen und es gibt keine Berichte von Leuten, die das Hindernis überwunden hätten. Ich meine aber, wenn jede von euch sich nach ihren Begabungen ausrüstet, haben wir wohl eine Chance, etwas Passendes mitzubringen.“
      Ein Hindernis am Nebelmeer. Noch nie von jemandem überwunden worden. Das hörte sich vortrefflich an! Ich hoffte, es lag vor dem Meer. Dann würde meine kleine Angeberei bezüglich des Meermädchens auch nicht herauskommen.
      „Jetzt sag uns doch die Wahrheit, Turris“, warf Eszella ein. „Was bei allen Dämonen der Unterwelt sollen wir an diesem Nebelmeer, wo nie jemand hinreitet? Willst du da wirklich hin? Weißt du, was wir glauben? Wir reiten deshalb zum Dämonenberg, weil du den Königsring ergattern willst.“
      Ich erschrak. Dass er diesen mysteriösen Ring holen wollte, hatte er den anderen ja anscheinend gar nicht verraten. Wie kamen sie jetzt darauf? Und wie würde er sich herauslügen? Er musste ja einen Grund haben, warum er das für sich behalten wollte.
      Langsam tunkte er sein Brot in die Suppe. Während er von dem dampfenden Happen abbiss, musterte er die Hexen eine nach der anderen.
      „Kann es sein, dass ihr selber scharf auf den Ring seid?“, fragte Turris langsam.
      „Welche Zauberin würde den wohl nicht ergattern wollen, wenn man bedenkt, welche enorme Macht man dadurch erringen würde“, erklärte Wisha lässig.
      „Exakt.“ Eszella nickte. „Das einzige Problem sind die verfluchten Dämonen. Aber du kennst wohl einen Weg daran vorbei, nicht wahr, Turris?“
      „Jetzt hört auf zu fantasieren“, fuhr Turris ihr über den Mund. „Wir werden zum Nebelmeer reiten, genau wie ich euch sagte. Der Basar liegt auf dem Weg, deshalb besuchen wir ihn, außerdem brauchen wir die Hilfsmittel, um die ich euch bat. Aber um den Königsring scheren wir uns nicht. Ich bitte darum, dass ihr eure Kräfte und euer Leben nicht darauf verschwendet, auf eigene Faust nach einem Ring zu spüren, der euch nur verderben würde! Verstehen wir uns?“
      Sofort dämpfte sich die Aufregung etwas. Wisha und Eszella wechselten Blicke.
      „Du hast unsere Frage nicht beantwortet“, brummte Wisha nach einer Weile. „Geht es dir um den Ring oder nicht?“
      Ich stelle hier die Fragen“, erwiderte Turris scharf. „Und dieses Infragestellen meiner Pläne gefällt mir nicht. Werdet ihr weiter meinem Wort folgen? Kann ich mich darauf verlassen, dass ihr mir zum Nebelmeer folgt, auch wenn es euch nicht gefällt?“
      „Selbstverständlich“, erwiderte Klymera sofort, die sich an der Diskussion bisher gar nicht beteiligt hatte. Sie warf Eszella einen auffordernden Blick zu.
      Die Erdhexe kräuselte ein wenig die Lippen. Doch auch sie nickte schließlich. Turris´ Blick glitt weiter zu Wisha, die damit beschäftigt war, Kräuter in ihre Suppe zu streuen. Er wartete, bis sie zu ihm aufsah.
      „Und du, Wisha?“
      „Ja doch!“ Sie rührte heftig in ihrer Schale.
      „Gut!“ Turris´Miene hellte sich auf. „Ich bin froh, dass das geklärt ist. Ihr besorgt also jede morgen ein magisches Gerät, oder so viele wie nötig. Ich hätte auch gern einen Schutz gegen Wassergeister, weil es am Nebelmeer doch so viele davon gibt.“
      „Ich dachte, die wird Murissa erledigen“, warf Eszella trocken ein.
      „Sie kann nicht hunderte von Geistern gleichzeitig bekämpfen“, verteidigte mich Klymera und ich schaute überrascht zu ihr hoch. „Ein zusätzlicher Schutz kann nicht schaden.“
      „Schutz gegen Wassergeister.“ Wisha pfiff durch die Zähne. „Sowas gibts nicht. Sonst hätten sie in den Städten doch nicht so ein Problem mit ihnen. Fräulein Regenmacherin wird sich schon etwas anstrengen müssen, wenn sie uns durch das Geisterheer durchmanövrieren soll.“
      „Der Basar am Dämonenberg ist der größte des Landes!“ Turris lehnte sich an die Grottenwand zurück und berührte dabei meine Schulter. Mich durchfuhr eine angenehme Wärme. „Da finden wir schon etwas.“
      Er holte seinen Weinschlauch und schenkte allen etwas ein. Wir stießen auf den morgigen Tag an, auf den Basar und auf unseren Erfolg. Langsam lockerte sich die Stimmung und die Zimmermänner fingen an, Geschichten von Hindernissen zu erzählen, die sie überwunden hatten. Von einstürzenden Hausmauern, stolpernden Pferden und betrunkenen Händlern.
      Ich beugte mich nah an Turris´ linkes Ohr und flüsterte ihm zu:
      „Pass auf Wisha und Eszella auf. Ich würde ihnen nicht trauen.“
      Unerwartet stand er auf und zog mich mit sich.
      „Komm.“
      Er nahm mich tatsächlich beiseite! Während ich ihm folgte, spürte ich das Blut in meinen Wangen pochen und meine Beine merkwürdig weich werden. Wir stapften an den anderen vorbei bis zum Vorraum, der noch immer voller Pfützen war. Der magische Vorhang warf ein phosphoreszierendes lila Licht auf Turris´ Gesicht, wodurch er wie ein geheimnisvoller Fürst der Nacht aussah. Auch seine buschige Pferdemähne leuchtete in der Dunkelheit und in seinen Augen blinkte ein milder Schein.
      „Du ahnst nicht, wie froh ich bin, dich dabei zu haben. Wenigstens eine, auf die ich mich verlassen kann“, flüsterte er mir leise zu.
      „Warum hast du diese Hexen angeheuert?“, fragte ich. „Wisha und Eszella sind gefährlich und du kannst sie nicht kontrollieren.“
      „Das stimmt“, bestätigte er nachdenklich. „Leider bin ich auf sie angewiesen. Das magische Hindernis am Nebelmeer kann nur eine extrem mächtige Hexe knacken.“
      Er strich mir eine vorwitzige Haarsträhne aus der Stirn.
      „Übrigens solltest du dir klar machen, dass auch Klymera gefährlich ist. Mach nicht den Fehler, sie als deine Freundin zu betrachten, egal wie nett sie sich gibt. Sei vor ihr auf der Hut, Murissa.“
      „Oh nein! Hast du nicht gemerkt? Sie ist in Ordnung“, erklärte ich. „Obwohl sie eine Skeff ist.“
      „Vorsicht, Murissa. Es gibt keine netten Hexen. Alle wirklich mächtigen Zauberinnen gehorchen nur einer einzigen Macht, nämlich ihrer Göttin. Und wenn diese Macht befiehlt zu töten, dann töten sie.“
      „Warum sollte die Göttin das denn befehlen?“
      Turris verzog die Lippen zu einem überraschten Grinsen.
      „Das weißt du nicht, Zauberin? Hast du wirklich keine Ahnung, woher die mächtigen Magierinnen ihre Kraft bekommen?“
      „Ich hatte bisher nie mit solchen zu tun. Die einzige mächtige Hexe, die ich kenne, ist die Priesterin unseres Tempels. Also, ich kenne sie nicht persönlich, aber natürlich habe ich sie immer gesehen, wenn ich zur Hochmesse ging.“
      „Ah, eure Priesterin“, nahm Turris den Faden auf. „na also, dann solltest du es dir eigentlich schon zusammenreimen können. Schließlich lassen alle Tempelpriesterinnen offiziell und auf Rechnung ihrer Göttin in ihren jeweiligen Städten Menschen hinrichten, um deren Seelen ihrer Göttin zu opfern.“
      Mir blieb fast die Luft weg.
      „Bitte was? Welche Priesterin bringt das denn fertig?“
      „Murissa! Muss ich dir einfachste Regeln erklären? Das ist gängige Praxis in allen Provinzen unseres Landes. Alle Priesterinnen und alle mächtigen Zauberinnen generieren ihre Zauberkraft aus dieser Regel. Darum haben sich auch Eszella und Wisha so gefreut, diese Banditen umbringen zu dürfen. Wie kann es sein, dass du davon nie gehört hast? Bist du im Dschungel aufgewachsen?“
      „Ich komme aus Aravenna und bei uns wurde noch nie jemand hingerichtet!“
      Seine Augen weiteten sich. „Tatsächlich? Ich hörte davon reden, aber ich konnte es nicht glauben. Auch die Priesterin von Aravenna muss doch ihre Göttin gnädig stimmen und ihre Kraft aus irgendeiner Quelle schöpfen. Wie macht sie das, wenn nicht durch Opferungen?“
      Ich zuckte die Achseln.
      „Das weiß ich nicht. Aber wir haben in Aravenna einen sehr berühmten Fürsten, Silvrin, von dem du bestimmt gehört hast, denn es gibt viele Legenden über ihn. Sogar die Hohepriesterin geht vor ihm in die Knie. Er würde nie irgendein Unrecht erlauben und hält die Stadt in Ordnung.“
      Turris schüttelte den Kopf.
      „Jaja, die Legenden aus Aravenna, wer kennt die nicht. Was daran wahr ist, hat sich schon mancher gefragt. Wieso bist du von dort weggelaufen? Wer verlässt freiwillig eine Stadt, in der er nicht fürchten muss, jederzeit Opfer der herrschenden Göttin werden zu können oder Familie oder Freunde an sie zu verlieren?“
      Eine leichte Rötung begann mir den Hals hinauf zu kriechen.
      „Oh, das war nicht so ganz freiwillig – und so viel Familie habe ich nicht zu verlieren. Genaugenommen waren es meine eigenen Leute, die mich herausgeschmissen haben. Weil ihnen das bisschen Zauberei, was ich kann, schon Angst gemacht hat. Turris, ich kann nicht besonders viel. Aber ich bringe keine Leute dafür um, das musst du mir glauben!“
      Er lachte wie über einen guten Witz und legte mir vertraulich einen Arm auf die Schulter.
      „Das weiß ich. Ich habe es dir gleich angesehen. Du hast nicht dieses grenzenlose Selbstvertrauen wie diese Mörderinnen, die wissen, dass sie uns zermalmen könnten, wenn sie wollten. Ich bin sehr froh, dass du dich auf kleine Hexereien beschränkst, für die man keine Verbrechen vollbringen muss.“
      Kleine Hexereien? Welche kleinen Hexereien meinte er denn?
      Wohl nicht die Kieselsteine?
      Seine vertrauliche Geste erwärmte mich und ließ mein Herz Bocksprünge machen. Ich fühlte mich ihm plötzlich sehr nahe und wünschte, er möchte seinen Arm gerne die ganze Nacht auf meiner Schulter liegen lassen. Der Gedanke an die Mordlust der einheimischen Hexen machte mich jedoch mehr als unruhig.
      „Was ist mit deiner geheimnisvollen Auftraggeberin?“, fragte ich angespannt. „Du sagtest, sie sei eine Priesterin – tötet sie keine Menschen?“
      „Doch. Sie muss, sonst könnte sie nicht Priesterin bleiben.“ Er sah mich hoffnungsvoll an. „Aber sie glaubt, sie könnte das ändern, wenn sie den Königsring bekommt.“
      Das war alles ein bisschen viel auf einmal. Mir dröhnte der Kopf.
      „Und du hast keine Angst, unsere Hexen kommen irgendwann auf die Idee, dich zu töten?“
      „Nein. Ich habe Waffen gegen sie in der Hand und locke sie außerdem mit einem guten Lohn.“
      „Warum belügst du sie eigentlich wegen des Königsringes?“, fragte ich leise. „Ich meine, Wisha und Eszella werden bestimmt versuchen, ihn dir zu klauen, sowie wir ihn in die Finger bekommen.“
      „Ich belüge sie nicht“, erklärte er. „Wir reiten zuerst zum Nebelmeer und nur bis dorthin nehme ich die Hexen mit, so wie ich auch mit ihnen abgesprochen habe. Später werden wir beide alleine nach dem Ring suchen.“
      Inzwischen waren wir am Eingang der Höhle angekommen. Turris´Arm ruhte noch immer auf meiner Schulter. Mit seiner freien Hand schob er die magische Schutzgirlande ein wenig auseinander. Draußen klatschte unverändert der Regen in dicken Tropfen auf den Boden.
      „Findest du nicht, wir hatten für heute schon genug Regen?“, fragte er mich lächelnd. Wahrscheinlich ahnte er nicht, wie sehr mich diese Frage unter Druck setzte.
      „Stimmt“, schluckte ich. „Aber ich habe ... ehrlich gesagt ... nicht ganz so viel Einfluss auf das Wetter, wie ich behauptet habe.“
      Er stutzte. „Wie meinst du das? Kannst du Regen herbeizaubern oder nicht?“
      In mir begann es innerlich zu beben. Wieso hatte ich das zugegeben? Vielleicht hätte ich mich noch irgendwie durchmogeln können. Aber – hey, das Wetter zu bestimmen, das war eine zu große Sache. Früher oder später hätte er begriffen, dass das nicht stimmte. Es reichte mir ja schon mit dem Nixenzauber, der mich ständig zu lügen zwang.
      „Nur so ein klein wenig“, wisperte ich zaghaft und zeigte dabei mit den Fingern eine bescheidene Menge an. „Und ich kann auch nicht mehr stoppen als ein wenig.“
      Seine Züge entspannten sich.


      „Weil du nur eine kleine Hexe bist, natürlich. Eine sehr hübsche Hexe. Und das netteste Mädchen, das ich je getroffen habe.“
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • @Kirisha

      Hier meine Anmerkungen :)

      Spoiler anzeigen


      Ich finde, die Überarbeitung hat deiner Geschichte sehr gut getan. Habe mir die vorherigen Teile stellenweise auch noch einmal angeschaut und das, was ich gelesen habe, hat mir gut gefallen.

      Vor allem die Aktion, wie Murissa versucht, den Topf mit Wasser zu befüllen :rofl: Und auch der aktuelle Teil ist dir gelungen. Ich habe das Gefühl, alle bekommen jetzt mehr Raum, um sich zu entfalten. Die Hexen haben ein bisschen mehr Persönlichkeit bekommen und auch Turis wirkt nicht mehr nur wie ein Statist. Er scheint ja doch zu wissen, was er will und hat nicht vor, sich von den Hexen zum Narren halten zu lassen.

      Warum aber Murissa für ihn so einen besonderen Stellenwert hat bzw. warum er sie nach so kurzer Zeit als seine Verbündete/Vertraute ansieht, ist für mich noch nicht ganz klar geworden. Mag sein, dass er sie süß findet, aber andererseits sollte doch der Erfolg der Mission für ihn an erster Stelle stehen....oder glaubt er wirklich, dass sie für ihn noch einen Nutzen haben wird? Warum will er ausgerechnet sie mitnehmen, um nach dem Ring zu suchen??? Fragen über Fragen....

      Bin gespannt, wie es weitergeht :)



      LG,
      Rainbow
    • Hey @Kirisha,

      ich habe mal weitergelesen.^^ Ich war irgendwie abgeschreckt von den gar nicht mal so kurzen Teilen, aber soo lang sind die auch wieder nicht.^^


      Feedback;)

      Kirisha schrieb:

      Ja, sie würde wohl auch alle ihre Freundinnen, ihre Bekannten, ihre Kusinen, Nachbarn – sie würde Dutzendweise, womöglich zu Hunderten, alle die verlieren, an denen ihr Herz hing!
      :hmm: Ich stimme @Rainbow hier zu, dass es für mich "besser/flüssiger" klingen würde, wenn du nicht alle einzeln namentlich erwähnst.^^
      Habe schon deine Antwort darauf gelesen, wollte es aber trotzdem anmerken.


      Kirisha schrieb:

      Keuchend hastete sie vorwärts, wurde von der verzweifelten Menschenmenge regelrecht fortgerissen.
      Der Satz klingt für mich komisch, bzw. abgehakt. Lösungsvorschlag: "vorwärts ; sie wurde..."



      Kirisha schrieb:

      Feinde waren bereits in der Stadt und niemand könnte sie aufhalten
      "konnte", weil du ja in der Vergangenheit bist.


      Kirisha schrieb:

      Lysander war plötzlich neben ihr. Seine Seele war ebenso leicht wie ihre, sie flog wie eine Feder, aber als er sich nun mit ihrer verband, hatten sie gemeinsam genug Schwere, um sich in den Ring einhaken zu können. Und erst jetzt bekam Lysa auch wieder Zugriff auf ihren armen, misshandelten Körper. Bewegen konnte sie ihn nicht mehr, aber konnte sie ihn nicht in Stein verwandeln? In eine dichte, undurchdringbare Mauer? Langsam, unerbittlich, veränderte sie seine Struktur, bis zuerst ihre Füße, dann die Knie und die Hüfte zu hartem Material wurden...
      =O =O Ich bereue es nicht früher weitergelesen zu haben. Bis dorthin hat es mir schon mal sehr gut gefallen. Was für einen Mut die Frau hatte... :whistling: Krass :) Ebenso das sie noch in Verbindung mit ihrem verstorbenen Ehemann stand/steht, fand ich gut. Nun ist sie ja eine "Mauer" !?

      Kirisha schrieb:

      Lejangar verfolgte sie und jagte das gesamte Heer zu den Stadttoren hinaus.
      Mooomentchen mal^^ Es wurde doch mal gesagt, dass die Angreifer in vielen verschieden Gassen und so unterwegs waren. Auch kann ich mir nicht vorstellen so richtig, dass alle Flüchtlinge/Stadtbewohner in eine Richtung rennen.



      Kirisha schrieb:

      Waren das nicht die gütigen Augen der Großmutter, die dort aus einer Wolke heraus lächelnd auf ihn herunterblickten, gemeinsam mit denen des Großvaters?
      „Lysa? Bist du es?“, rief er ungläubig.

      „Nicht mehr“, bekam er zur Antwort, „denn jetzt bin ich Lystrella, eure Göttin, die euch, meinen Kindern und meinem geliebten Volk ein glückliches und gesegnetes Leben bereiten möchte.“
      Schönes, ein bisschen märchenhaftes Ende. Allerdings könnte man ja machen, dass seine Großmutter in seinem Kopf zu ihm spricht, weil sonst klingt´s für mich ein bisschen komisch.

      Ansonsten ein schöner Teil. Nun ist wohl ein 14-jähriger der neue König. Sehr nice. Gefällt mir... Ich werde demnächst weiterlesen :)
      Insgesamt sehr gute Arbeit. So gut wie keine Fehler und teilweise gute Beschreibungen. :thumbsup:

      LG; Liki


      Gedichte von mir: Geburtstagsgedicht , Erfolgreicher Sommertag, Das unglaubliche Mädchen :)

      Gute Freunde machen gute Zeiten besser und schlechte Zeiten leichter. ;) ^^

    • HI @Kirisha

      Habe deinen aktuellsten Teil jetzt auch fertig. :D
      Mir gefällt er sehr gut und auch wie Murissa und Turis miteinander reden, finde ich sehr schön von dir formuliert. Ihre verschiedenen Persönlichkeiten kommen wirklich gut zur Geltung.

      Kirisha schrieb:

      „Der Basar am Dämonenberg ist der größte des Landes!“
      Aww! Auf diesen Basar freue ich mich sehr. Ich liebe es, wenn in Geschichten grosse farbige Basare auftauchen auf denen man alles findet, was das Herz begehrt!

      LG

      Fly
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"
    • Neu

      Vielen Dank für eure Anmerkungen!
      Es tut mir leid, dass ich nun angefangen habe, in den alten Teilen herumzukorrigieren. Ich kann verstehen, dass es etwas lästig ist, alles nochmal zu lesen und bei allen Veränderungen nicht durcheinanderzukommen. Deshalb bin ich euch allen wirklich dankbar, die es versuchen. Und wenn ihr gerade keine Lust dazu habt, verstehe ich das natürlich auch! Ich freue mich über jeden, der liest, auch wenn er nicht viel sagt!
      Im Rahmen meiner Korrektur-Orgie habe ich nun auch die ersten beiden Penthesilea-Teile geändert. Die sind jetzt tatsächlich viel gehaltvoller und wie ich finde auch spannender. Ich habe es tatsächlich geschafft, einiges aus ihrer Vorgeschichte zu erzählen ohne mich zu verplappern mit den Dingen, die noch nicht erzählt werden dürfen.
      Ich habe sie hier noch nicht eingefügt, weil sie auf dem Rechner ohne Internet sind, aber ich hole das demnächst nach. Also noch NICHT lesen.

      @Rainbow
      Spoiler anzeigen

      Zu deiner Frage, warum Turris ausgerechnet Murissa haben will.
      Okay, ich kann jetzt nicht behaupten, sie wären miteinander verschmolzen :rolleyes: , ist eine coole Idee, aber würde in den Rahmen dieser Story gar nicht passen. Es kommt später noch eine Erkärung. Ich hoffe, du kannst so lange darauf warten.


      @Kleiner Liki
      Spoiler anzeigen

      Ich freue mich, dass du mitliest! Und ich muss mich wirklich für die Überlänge entschuldigen. Ursprünglich waren die Texte mal kürzer, aber als ich angefangen habe zu überarbeiten, wurden sie immer länger (ist immer so bei mir). Sorry! Die nächsten Teile mache ich kürzer!
      Den Prolog habe ich bis jetzt noch nicht überarbeitet, aber der kommt auch noch dran.


      @97dragonfly
      Spoiler anzeigen
      Ja, auf dem Basar wird so einiges passieren...
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Neu

      Nun habe ich die ersten beiden Penthesilea-Kapitel verbessert und hochgeladen. Sie stehen auf den Seiten 2 und 3. Wer von euch Lust hat, kann sie ja nochmal durchlesen. Es sind keine inhaltlichen Änderungen, nur ein wenig Interessantes aus Penthesileas Vergangenheit und der Geschichte ihres Landes.

      Ich entschuldige mich nochmal dafür, dass die einzelnen Texte jetzt so lang geworden sind. Sie waren ursprünglich kürzer, aber als ich angefangen habe zu korrigieren, wurden sie immer länger. Ich gelobe mich zu bessern!

      Hier geht es weiter:


      Penthesileas Logbuch, 7. Tag des Feldzuges


      Gerade hat unser Drachenschiff in der Bucht angelegt, die wir als unseren Landeplatz ausgewählt haben. Meine Kriegerinnen sind dabei, die Reitechsen und die Flugpferde zu versorgen und die Zelte aufzubauen. Die Hüterinnen der heiligen Feuer richten die Feuerschalen auf und richten sie auf die Göttin aus. In allen vier Schalen brennt hellgelbes Feuer.
      Ich bringe den hölzernen Drachenkopf am Vorderteil unseres Schiffes zum Kippen und er lehnt sich langsam abwärts, über die Wellen des Meeres hinweg bis auf das felsige Ufer, wo ich leichtfüßig auf einen Stein springe. Während ich die Klippen entlang zu meinen Kameradinnen gehe, spüre ich die Unruhe in mir wieder aufflackern. Bei unserem Aufbruch hatte ich noch eine kleine Zwiesprache mit Kamamé, unserer heiligen Göttin. Sie hat mich gesegnet und mir ihre volle Unterstützung für den diesjährigen Feldzug versprochen, so wie immer. Aber ich meine, in ihrem Blick eine gewisse Angst gesehen zu haben. Ja, wirklich. Als ob sie etwas fürchtet, was auch ich zu fürchten hätte.
      Ach was. Das habe ich mir eingebildet. Sie hat es doch abgestritten, als ich danach fragte. Es ist alles in Ordnung.

      Die Klippen ragen anfangs noch aus dem Meer auf und sind an vielen Stellen von Wasser geflutet. Das weckt in mir einen bestimmten Verdacht und ich spähe aufmerksam auf die Wellen unter mir. Wie ich erwartet habe, erblicke ich nach einiger Zeit einen wuscheligen Schopf, den ein unerfahrener Beobachter für ein Büschel von Algen halten könnte, aber ich weiß es besser. Zumal sich diese gelbgrünen Algen jetzt langsam in die Höhe bewegen.
      „Woxhea!“, rufe ich die Kriegerin an. Als sie erschrocken in ihrer gesamten Länge aus dem Wasser hochschießt, sehen die wirren Schlingen um ihren Kopf schon mehr wie Haare aus und wie immer starre ich fasziniert auf die Kiemenschlitze an ihrem Hals und die festen Schwimmhäute an ihren Fingern. „Ich hoffe, du hast nicht vor, dein Nachtlager außerhalb des offiziellen Lagerplatzes einzurichten!“
      „Natürlich nicht“, protestiert sie sofort, wobei sich ihr rundliches Gesicht mächtig rötet, „ich habe nur meine Harpune geschärft für die Jagd!“ Wie zum Beweis ihrer Worte hebt sie ihre Waffe hoch.
      Das ist keine gültige Entschuldigung. Laut der Lagerregel werden immer zuerst die Zelte befestigt und das Lager gesichert, bevor wir auf die Jagd gehen. Ich mag es außerdem gar nicht, wenn unsere Schwimmerinnen unter Wasser übernachten. Dann habe ich sie nicht im Blick und das gefährdet ihre Sicherheit. Zwar habe ich es ihnen schon zwei- oder dreimal erlaubt, aber nur wenn es uns aus strategischen Gründen Vorteile brachte. Das ist im Augenblick nicht der Fall und Woxhea weiß das ganz genau.
      „Geh zu deiner Truppe“, befehle ich streng. „Arixes sucht bestimmt schon nach dir.“
      Sie nickt und springt eilig aus dem Wasser. Als sie auf den Klippen entlangrennt, muss ich ein Grinsen unterdrücken. Die Schwimmerinnen sind furchtbar ungelenk an Land, denn die Schwimmlappen an ihren Füßen hemmen ihren Schritt. Sie watscheln wie Enten.
      Endlich bin auch ich im Lager angekommen und betrachte zufrieden, wie die Elite-Einheit unsere Zelte exakt plangemäß aufstellt, wie eine wandernde Stadt, die an jedem neuen Ort nach dem gleichen Muster wieder neu entsteht. Offiziell darf ich die Kriegerinnen des Vergesa-Jahrgangs nicht Elite nennen, aber es ist unverkennbar. Die meisten haben eine kräftige Statur und können es aufgrund ihrer beeindruckenden Körperkraft im Kampf auch mit den gefährlichsten Feinden aufnehmen. Da viele von ihnen außerdem aber auch noch Zauberkraft besitzen, sind sie meine effektivsten Kriegerinnen.

      Mein Feldfrauenzelt erwartet mich in der Mitte und auf einer kleinen Erhöhung, sodass mich alle sehen und auch ich alle meine Leute im Blick habe. Vor dem Eingang hat sich bereits Goplea postiert, eine meiner vier Hauptfeldführerinnen. Sie ist fünfzehn Sommer älter als ich und ich schätze ihre große Erfahrung sehr. Da von ihrem Jahrgang kaum jemand überlebt hat, ist sie auch meine einzige Kletterin. Sie ist in der Lage, wie eine Fliege jeden beliebigen Berg oder auch Burgwand emporzusteigen. Auch ihre magischen Kräfte sind beeindruckend. Ihre Haare sind lang und silbrig und aus ihren hellblauen Augen in dem hageren Gesicht sieht sie mich forschend an.
      „Ich sehe, du brütest etwas aus.“ Ihr Lächeln schiebt ihre Lippen halbmondförmig nach oben und ihr Blick wird durchdringend. Als ich in das Zelt hineintrete, folgt sie mir. „Was ist es? Werden wir die nahegelegene Stadt besuchen, die unsere Botinnen gemeldet haben?“
      „Bloß nicht! Das würde nur Probleme geben.“ Beschwichtigend hebe ich die Hände, während mein Blick auf den grün strahlenden Pfeiler inmitten des Zeltes fällt. Meinen Leuten habe ich nicht erzählt, dass die in dem Pfeiler hin- und herwirbelnde Strahlung eine Verbindung aufrecht hält ganz bis nach Femiterra in meinen Palast – und dass diese verflixten hellroten Flecke, die gerade in seiner Mitte herumtanzen, die Gefühle meiner Tochter anzeigen. Starke Gefühle. Entweder ist sie traurig oder wütend. Mir wird sofort flau im Magen. Ich sollte bei ihr sein und nicht auf diesen Kriegszügen nach Ruhm und Ehre suchen.
      Oder sie sollte bei mir sein. Vielleicht kann ich ein neues Gesetz erfinden, dass mir das erlaubt. Der Gedanke macht mich sofort froher.
      Allerdings ist sie wirklich noch zu klein. Es ist uns nicht erlaubt, unsere Kinder mit auf Feldzüge zu nehmen. Das würde uns ja auch sehr behindern.
      „Was dann?“ Goplea lässt nicht locker.
      „Sobald die Zelte stehen, werden wir noch ein paar Kampfübungen machen. Ich will sehen, ob ihr auch alle fit seid.“
      Sie lacht und grinst mich an.
      „Dir stellt sich doch nicht solch eine steile Falte auf die Stirn nur wegen ein paar Kampfübungen, Penthesilea! Sag mir schon, worüber du nachdenkst. Ich kenne dich. Eine Lappalie kann es nicht sein.“
      „Seit wann ist ein Kriegszug eine Lappalie?“, erwidere ich in demselben scherzhaften Ton. „Nun mach dir nicht ins Hemd. Ich denke über unsere diesjährige Strategie nach. Scheint ja diesmal etwas extrem zu werden, weil sie uns in dieses Wasserland schicken. Oder hast du etwa Lust, im Wasser zu kämpfen, Goplea?“
      Da habe ich sie erwischt. Ich weiß, dass die Kletterin Wasser in jeder Form verabscheut und lieber einen Umweg reitet, als auch nur einen Bach zu durchqueren und dabei nasse Füße zu bekommen.
      „Vielleicht können wir das vermeiden“, sagte sie und blinzelt mir zu. „Übermäßig viele Übungen im Wasser haben wir ja nicht gemacht – deshalb denke ich, du hast dir schon etwas dabei gedacht.“
      „Nicht ich“, gebe ich zurück. „Die Göttin hat mir dazu geraten. Sie möchte vor allem Schaukämpfe auf dem Trockenen sehen. Also treiben wir diese Frösche an Land! Das ist mir persönlich auch lieber.“
      Goplea atmet erleichtert auf.
      „Sehr gut. Ich hasse es, Wasser in die Nase zu bekommen. – Glaubst du, wir können es mit einem wässrigen Volk aufnehmen?“
      „Natürlich. Ich habe bisher jeden meiner Kriegszüge gewonnen“, sage ich energisch. „Verlass dich drauf, wir werden auch dieses Jahr wieder siegen.“


      .
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Neu

      Hey Kirisha,

      meine Anmerkungen kommen hier :)

      Spoiler anzeigen

      Kirisha schrieb:

      Meine Kriegerinnen sind dabei, die Reitechsen und die Flugpferde zu versorgen und die Zelte aufzubauen. Die Hüterinnen der heiligen Feuer richten die Feuerschalen auf und richten sie auf die Göttin aus. In allen vier Schalen brennt hellgelbes Feuer.
      Das finde ich ganz interessant und frage mich, ob man sowas nicht vielleicht noch etwas detailreicher schildern könnte. Ich will wissen, wie genau diese Reitchsen und Flugpferde aussehen... vielleicht, was sie für Besonderheiten aufweisen usw. Auch das Ritual mit den Feuerschalen finde ich spannend. Vielleicht kannst du das ja noch ein kleines Bisschen ausschmücken?

      Woxhea zum Beispiel hast du schön in die Handlung eingeflochten. Ich habe sie quasi vor mir gesehen und obwohl es nur ein kleiner Dialog war, passte das wunderbar in die Situation. :thumbsup:

      Kirisha schrieb:

      Endlich bin auch ich im Lager angekommen und betrachte zufrieden, wie die Elite-Einheit unsere Zelte exakt plangemäß aufstellt,
      Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ich ein Problem mit dem Wort "Elite-Einheit". Es erinnert mich mehr an ein Sondereinsatzkommando der Polizei, oder sowas. Mir fällt im Moment auch kein anderes Wort ein... :hmm: Müsste ich noch mal drüber nachdenken.


      Kirisha schrieb:

      Mein Feldfrauenzelt erwartet mich in der Mitte und auf einer kleinen Erhöhung
      Wie bist du auf die Bezeichnung "Feldfrauenzelt" gekommen? In Anbetracht der Tatsache, dass es ohnehin nur Frauen sind, kommt mir das etwas komisch vor. Ich würde wahrscheinlich dazu tendieren, es einfach nur Zelt zu nennen...


      Kirisha schrieb:

      Oder sie sollte bei mir sein. Vielleicht kann ich ein neues Gesetz erfinden, dass mir das erlaubt. Der Gedanke macht mich sofort froher.
      Allerdings ist sie wirklich noch zu klein. Es ist uns nicht erlaubt, unsere Kinder mit auf Feldzüge zu nehmen. Das würde uns ja auch sehr behindern.
      Ich glaube, ich würde dieses Gedankenspiel rausnehmen. Im Prinzip ist vorher schon alles gesagt....sie wäre gerne bei ihrer Tochter...Punkt. Dass sie sie nicht mit auf den Kriegszug nehmen kann ist eigentlich selbstverständlich und das erklärt sie ja auch noch einmal...insofern ist auch die Idee Quatsch, ein solches Gesetz zu verabschieden...also, ich würde mich von den Sätzen trennen. (nur so ein Gefühl-kannst ja mal drüber nachdenken)


      Kirisha schrieb:

      Scheint ja diesmal etwas extrem zu werden, weil sie uns in dieses Wasserland schicken. Oder hast du etwa Lust, im Wasser zu kämpfen, Goplea?“
      Interessant! Könnte es sein, dass das hier die Verbindung zu Murissa und der Mission von Turis ist? Die müssen schließlich auch ans Wasser :hmm: Na ja,... mal abwarten.

      Ansonsten ein schöner Teil. hat mir gut gefallen!



      LG,
      Rainbow
    • Neu

      Hi @Kirisha

      Mir gefällt der Teil eigentlich relativ gut aber irgendwie kommen mir zu wenig Beschreibungen vor...z.B wie sehen die Flugpferde deiner Welt aus, habe sie Fell oder Schuppen, was für eine Flügelart (durchsichtige Schwingen oder stabile kraftvolle Lederschwingen?)...

      Ein wenig mehr Fabre im Text wäre wirklich klasse! ;)

      Vielleicht könntest du der Elite-Einheit einen Namen geben? Einen klangvollen kraftvollen Namen?

      Ich habe mir gerade @Rainbow `s Anmerkungen durchgelesen und habe gemerkt, dass wir zu einen relativ ähnlichen Schluss gekommen sind xD

      Liebe Grüsse :love:

      Fly
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"
    • Neu

      Hey @Kirisha
      Ich hab mir die zwei neuesten Teile auch durchgelesen, aber noch keine Muße gehabt, mir die Veränderungen in den alten Teilen anzusehen. Aber supercool, dass du die unterschiedlichen Anmerkungen angenommen hast und dir nochmal die Mühe gemacht hast, deine Geschichte in Hinblick darauf zu überarbeiten. Insgesamt wirkt der Schreibstil, vorallem in dem Penthesilia Teil jetzt etwas flüßiger, meine ich zu glauben^^
      Ansonsten schreibe ich nur noch kurz zwei, drei kleine Anmerkungen raus:

      Spoiler anzeigen

      Weshalb hast du die Hexen umbenannt? Aber wie sich dieser Teil jetzt liest, haben sie von dir wesentlich mehr Tiefe erhalten, das ist schonmal gut :)

      Kirisha schrieb:

      ob er wirklich bösartige Strahlung an sich hatte oder diese nur von dem Amulett herrührte, das er trug
      Strahlung klingt für mich nach einem recht technischen Begriff, ich würde "Ausstrahlung" oder "Aura" oder ähnliches bevorzugen, aber im Endeffekt ist das natürlich dir überlassen. Außerdem benutzt du das Wort zwei Sätze später erneut, da könnte man vielleicht ein anderes Wort zur Abwechslung verwenden.

      Kirisha schrieb:

      Hatte es sie geärgert, das er so offen mit mir flirtete
      *dass

      Kirisha schrieb:

      Wie weit ist es noch bis zum Dämonenberg“, fragte Wisha laut
      "Bei einer Frage schreibt man das Fragezeichen doch in den Satz?", fragte Aval, aber alle wussten, dass es nicht als Frage gemeint war.

      Bei dem Penthesilia Teil fällt mir auf, dass du im Präsens schreibst. Vielleicht, weil das ein Tagebuch ist, aber ich fand es seltsam, weil, während sie schreibt, tut sie ja die ganzen Dinge nicht.

      Kirisha schrieb:

      Gerade hat unser Drachenschiff in der Bucht angelegt, die wir als unseren Landeplatz ausgewählt haben. Meine Kriegerinnen sind dabei, die Reitechsen und die Flugpferde zu versorgen und die Zelte aufzubauen. Die Hüterinnen der heiligen Feuer richten die Feuerschalen auf und richten sie auf die Göttin aus. In allen vier Schalen brennt hellgelbes Feuer.
      Also das passt noch, weil das kann alles passieren, während sie schreibt

      Kirisha schrieb:

      Ich bringe den hölzernen Drachenkopf am Vorderteil unseres Schiffes zum Kippen und er lehnt sich langsam abwärts, über die Wellen des Meeres hinweg bis auf das felsige Ufer, wo ich leichtfüßig auf einen Stein springe.
      aber das kann sie ja unmöglich tun, während sie die Feder führt. Daher verstehe ich den Präsens nicht so ganz. Ich kapier schon, dass du einen stilistischen Unterschied zu dem Murissa Teil haben willst (vermute ich), aber während Murissa für den Leser eigentlich alles unmittelbar erlebt, ist bei Penthesilia ja eindeutig kenntlich gemacht, dass das ein Logbuch, also eine Niederschrift dessen ist, was im Vorfeld passiert ist?

      Wie gesagt, ansonsten wirkt der Penthesilia teil deutlich besser, aber du scheinst auch einiges an der Grundsituation geändert zu haben. scheinbar ist sie keine Königin mehr, sondern eine Feldherrin, die jemand anderem dient? da muss ich wohl wirklich die alten Teile nochmal ändern.