Meermädchen

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    • Und hier geht es weiter:


      4. Ritter des Ringes
      Murissa


      In der Nacht konnte ich nicht schlafen. Alles war so aufregend. Turris hatte mich nach unserer Unterhaltung wie ein Kavalier wieder in die Höhle zurückgeführt und dort schliefen wir mit allen Gefährten auf dem harten Fels, nur mit den Fellen als Unterlage, die Turris auf dem Basar verkaufen wollte, und mit unseren Leinendecken zugedeckt. Also, die anderen schliefen, ich nicht. Ich starrte in der Schwärze der Nacht auf die Grottenwände, deren feuchte Kälte sich klamm um meine Glieder legte, und konnte noch immer die Stelle an meiner Schulter fühlen, wo Turris´ Hand gelegen hatte. Eine hübsche Hexe hatte er mich genannt. Bedeutete das etwas? Ja, dachte ich voller Freude, das musste etwas bedeuten. Er fühlte etwas für mich. Und jetzt lag er neben mir, nahe genug, dass ich ihn hätte berühren können. Wenn ich es nur wagte. Sein Gesicht konnte ich leider nicht sehen. Aber er schlief wohl auch nicht. Ab und zu bewegte er sich und er atmete unregelmäßig. Am liebsten hätte ich ihn gefragt, was er fühlte. Warum er wach lag. Doch weil wir nicht alleine waren, brachte ich die Worte nicht heraus. Ich hoffte sehr, wir würden morgen noch Gelegenheit dazu haben.
      Siedendheiß fiel mir dann ein, dass Wisha morgen früh womöglich ihren durchgeschnittenen Taschenhenkel und die fehlenden zwei weichen Murmeln entdecken könnte. Ob ich ihr glaubhaft machen könnte, es seien Ratten gewesen? Aber auch die vier leeren Wasserflaschen könnten ihre Eigentümer misstrauisch machen. Ich klaubte mich also leise wie eine Diebin aus meiner Decke, schlich zum Vorraum und stellte die Wasserbehälter in den Regen. Auch wenn ich nicht viel Flüssigkeit hineinbekam, sahen sie mit etwas Inhalt nicht mehr so verdächtig aus. Wishas Tasche unauffällig zu reparieren gelang mir dagegen nicht. Ich konnte sie ja nicht zunähen, ohne dass die Hexe sich sehr wundern würde. Es waren allerdings wirklich viele kleine Kugeln darin. Vielleicht hatte ich Glück und sie hatte sie nicht gezählt. Und würde morgen meine Rattengeschichte glauben.

      Der neue Tag begrüßte uns regenfrei, aber stürmisch. Ich nutzte die Gelegenheit zu behaupten, noch mehr Regen hielte ich nicht für nötig. Unser Weg führte verschlungene Bergpfade hinauf. Windige Böen fegten uns um die Ohren. Die Bäume waren noch kahl, nur ein paar kleine Blümchen hier und da kündigten den Frühling an. Turris wollte möglichst schnell den Basar erreichen und ritt deshalb in flottem Tempo mit den beiden Wegkundigen vorneweg. Meine Hoffnungen auf weitere anregende Gespräche, oder Berührungen, schrumpften in sich zusammen und mein Magen begann zu schmerzen. Die Hufen unserer Pferde klopften einen gnadenlosen Rhythmus: Er liebt mich, er liebt mich nicht...
      Wisha und Eszella ritten vor mir her.
      „Hast du gehört?“, tönte gerade Eszella. „Der Basar ist nur eine Zwischenstation und wir bleiben nicht lange.“
      „Das hoffe ich aber doch“, protestierte Wisha, „denn abgesehen von dem Krempel, den wir für ihn besorgen sollen, habe ich einiges zu verkaufen und will auch neue Ware erwerben für meinen Laden in Rheskali. Ich habe gehört, sie haben extravagante Neuheiten im Angebot.“
      „So? Was denn zum Beispiel?“
      Wisha ritt näher an ihre Kameradin heran und senkte ihre Stimme, sodass ich nichts mehr verstehen konnte. Das war ein bisschen schade, denn in dem Bereich hatte ich noch einiges dazuzulernen. Die einzigen magischen Mittel, die ich je gesehen hatte, waren Schönheitstränke und Verjüngungssalben, nach denen meine Mutter ganz verrückt war.
      Unerbittlich klopften die Hufe unserer Pferde ihren Rhythmus auf den felsigen Weg.
      Er liebt mich, er liebt mich nicht ...
      Turris ritt weit vorne und sah sich nicht ein einziges Mal nach mir um. Okay, er hatte eine Aufgabe. Vielleicht hatte er Angst, sein Ziel nicht zu erreichen, wenn er es nicht mit allen Kräften verfolgte.
      Vielleicht liebte er mich auch einfach nicht.
      „Na?“
      Ich fuhr herum. Klymera war an mich herangeritten und grinste mich freundschaftlich an. Turris hielt sie tatsächlich für eine Mörderin! Dabei hatte sie doch schon bewiesen, dass sie keine war. Sie folgte meinen Blicken mit den Augen.
      „Den Typen solltest du sofort vergessen“, knurrte sie so leise, dass nur ich es hörte, wobei sie in Turris´ Richtung nickte. „Bildest du dir ein, dass er dich liebt?“ Sie schnaubte. „Das ist keine Liebe. Wenn er was von dir wollte, wäre er gestern mit dir direkt in den hintersten Höhlenwinkel verschwunden, hätte dir die Kleider vom Leib gerissen und ich schwör dir, selbst auf dem härtesten Felsen wäre es dir vorgekommen als ob du fliegst.“ Ihre Augen fingen an zu funkeln und ihre Hand schwebte plötzlich ruckartig auf und ab, während ihr Atem immer schwerer wurde und sie offensichtlich anregenden Erinnerungen nachhing.
      „Oh“, murmelte ich verlegen. „Du hast wohl so einen Geliebten?“
      Sie zuckte zusammen, als wäre sie eben aus einem Traum erwacht, und ihre Züge verfinsterten sich. „Ich hatte so einen Geliebten. Und ich war Vorsteherin in dem mächtigsten Tempel des Landes. Alles Dinge, von denen du nicht mal träumst. Und jetzt stehe ich auf einer Stufe mit zwei dämlichen Waldhexen, die nie einen Tempel von innen gesehen haben und nicht einmal ahnen, was höhere Weihen sind. Und – tja, mit dir.“
      Mit mir, der gröbsten Versagerin von allen, vervollständigte ich die Aufzählung in Gedanken. Laut sagte ich: „Es tut mir leid für dich.“
      „Muss es nicht.“ Sie warf mir ein schiefes Lächeln zu. „Ich hörte, dass man dich aus deiner Heimat herausgeworfen hat. Nun, das hat unsere Priesterin mit mir auch getan. Einfach aus Eifersucht! Diese miese Schlange. Aber ich hole mir alles wieder zurück. Mich verarscht sie nicht.“
      „Das gelingt dir bestimmt“, bekräftigte ich. „Wie ist es, in einem Tempel zu leben?“
      Sie begann zu erzählen. Von Kristallkugeln und einem Magiepool, vonTempelhallen, Glocken, von Aufgabenverteilungen, von ihrer Herrin und so ging es immer fort. Eigentlich interessierte es mich ja, wie so ein Tempel funktionierte, aber ich musste die ganze Zeit an Turris denken und mein Herz war so schwer, dass ich meinte, jederzeit in den Erdboden versinken zu müssen. Stimmte es, was Klymera behauptete? War das keine wahre Liebe?

      Wir waren nicht die einzigen Reisenden auf der Handelsstraße. Immer wieder überholten uns Reiter mit Wagen oder Händler mit voll beladenen Packpferden. Dazwischen ritten waffenklirrende Soldatentrupps und einzelne muskelbepackte Krieger in voller Rüstung, mit Schwertern und Wappenschilden. Ich wurde unruhig. So langsam realisierte ich, dass alle Passanten auf diesem Weg bewaffnet waren, auch die Handelsmänner. Alle außer mir… Was war auf diesem Berg eigentlich los, den wir gerade hinaufritten? Dass wir wirklich Dämonen antreffen würden, glaubte ich eigentlich nicht. Diese Wesen sind derartig tödlich, dass sie wohl kaum so eine Menge Leute anlocken würden. Aber was sonst könnte da oben sein? Ritterturniere? Gewalttätige Händler? Monster? Als ich Klymera von meinen Bedenken erzählte, lachte sie und sagte, ich sollte mir nicht ins Hemd machen und dass ich auf meine siebzehn Scheller aufpassen sollte. Keine Angst, die würde ich schon verteidigen. Notfalls mit den Zähnen. Vielleicht sollte ich mir gleich als erstes ein gutes Versteck suchen und mich irgendwo verkriechen.


      Natürlich war es nett, an Klymeras Seite diesen Berg hinauf zu reiten. Dabei wäre ich viel lieber an jemandes anderen Seite geritten – von dem ich aber schon zweifelte, ob er mich überhaupt noch wahrnahm.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Liebe @Kirisha

      Also xD Murissa ist ja regelrecht besseren von Turris. Oder einfach blind vor Liebe? Ich werde aus dem Typen einfach noch nicht wirklich schlau aber denke mal, dass das auch dein Ziel ist :D

      Ihre Gedanken kreisen die ganze Zeit um Turris und das hast du ziemlich gut hinbekommen! Ihre Er liebt mich, er liebt mich nicht Sequenzen haben mir gut gefallen. Momentan kann ich Murissa selbst auch noch nicht wirklich einschätzen und wie sie sich entwickeln wird aber das ist ja der Sinn von Geschichten. :saint:

      Mir hat der Teil gut gefallen auch wie die anderen Hexen hier dargestellt werden fand ich gut gemeistert.

      Ich freue mich noch immer sehr auf den Basar und bin gespannt was dort alles geschehen wird :love:

      Liebe Grüsse

      Fly

      Ps: Ich weiss nich warum aber ich finde Klymera eine unglaublich spannende Figur :essen: und freue mich mehr von ihr zu erfahren.
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      la storia di Fly
      Schatten unter London
    • Hey Kirisha,

      also zunächst muss ich sagen, dass ich den Teil richtig gut geschrieben fand. Ich bin nirgends hängengeblieben oder hätte sonst was zu beanstanden. Also- alles super soweit :)

      Was mich allerdings ein bisschen grübeln lässt ist, warum Murissa von LIEBE spricht. Ja, sie ist verliebt...das Gefühl kennen wir wohl alle. genau, wie den nervtötenden Zustand, dass die Gedanken permanent nur um den anderen kreisen und man sich ständig fragt, was der andere denkt, was er von einem hält, ob er vielleicht insgeheim auch verliebt ist...Aber diese beiden Sätze hier fand ich etwas strange:

      Kirisha schrieb:

      Stimmte es, was Klymera behauptete? War das keine wahre Liebe?
      Denn das klingt in meinen Ohren so dermaßen naiv, dass es schon unglaubwürdig ist. Na gut, vielleicht weiß Murissa noch nicht viel über die Liebe und hält die erste Schwärmerei direkt für das große Los...dann würde ich das aber vielleicht irgendwo mal einfließen lassen...oder die Stelle einfach etwas entkräften :hmm: (Ist nur so ein Gefühl von mir)

      Ansonsten hat mir der Teil, wie gesagt, gut gefallen. Kann weitergehen :D

      LG,
      Rainbow
    • Zu Penthesilea:

      Ich beginne mich zu wiederholen, aber ich kann mir diese ganzen verschiedenen Rassen die sie da hat nicht so recht vorstellen. Wie sieht so eine Kletterin aus? Und wie sollen Soldaten die grade mal schwimmen koennen im Wasser kaempfen ?( Das muss nicht alles beim ersten Mal aufgeloest werden, aber so nach und nach faende ich schon schoen, ein besseres Bild in den Kopf zu kriegen was da bei Penthesilea so passiert.

      Ist das wirklich so geplant dass die in er Welt ein so... ungezwungenes Verhaeltnis zu ihrer Goettin haben? Das klingt jetzt wie eine Geschaeftsbeziehung 'Ich investiere jetzt Energie in euch, ihr liefert nachher Beute ab.', und Penthesilea und vor allem Goplea reden ueber die Goettin und ihre Wuensche eher wie ueber eine Geschaeftspartnerin als ueber jemand den sie verehren.


      Kirisha schrieb:

      Ihr Gesicht, wechselhaft wie das Wetter, ähnelt heute dem Antlitz irgendeiner antiken amazonischen Feldherrin, die ich wohl kennen sollte, aber bereits wieder vergessen habe.

      Hm, das wirkt an der Stelle ein bisschen wie Faulheit des Autors sich einen Namen auszudenken und laesst Penthesilea ein bisschen unprofessionell erscheinen. Sollte sie sowas nicht wissen?


      Zu Murissa:

      Kirisha schrieb:

      Von Kristallkugeln und einem Magiepool, vonTempelhallen, Glocken, von Aufgabenverteilungen, von ihrer Herrin und so ging es immer fort. Eigentlich interessierte es mich ja, wie so ein Tempel funktionierte,

      Ja, mich interessiert das eigentlich auch, und deshalb finde ich es schade dass es abgebrochen wird, grade wo man mal Hintergrund bekommen wuerde.

      Ansonsten... wenn Turris wirklich ihre erste Schwaermerei ist, dann finde ich geht das schon so in Ordnung. Aber das waere ein guter Aufhaenger noch ein, zwei Abschnitte ueber Murissa's Vorgeschichte zu erzaehlen um das klar zu machen.

      Wenn sie aber schon einschlaegige Erfahrungen hat, dann ist sie hier geradezu erschreckend naiv...
    • Oha, ich komm scheinbar nicht umhin, mich nochmal durch die überarbeiteten Teile durchzuwursten, da scheint jetzt ja einiges anders zu sein jetzt :0 Aber super, dass du die ganze Kritik annimmst und soweit es dir sinnvoll erscheint auch umsetzt :) Da gehört schon echt was dazu.
      Ich hoffe nur du behältst auch den Fortschritt deiner Geschichte im Blick, denn irgendwer wird immer irgendwas auszusetzen haben ;) Eine "perfekte" Geschichte gibt es nicht und viel ist im Endeffekt auch subjektiv und muss gar nicht von dir adaptiert werden, aber ich denke ja, das ist dir sicher klar.

      Ich verlier jetzt aber auch mal ohne das nötige Vorwissen ein paar Zeilen zum aktuellen Teil. Das Murissa jetzt in einer der Hexen so etwas wie eine Freundin hat (oder wenigstens jemanden, der sie nicht komplett ablehnt bzw. andersrum) finde ich super und macht das soziale Gefüge innerhalb der Gruppe wesentlich interessanter.
      Im Großen und Ganzen wirkt das auch vom Schreibstil und Ansatz her wesentlich solider und lässt sich gut lesen.
      Ein bisschen angestoßen hab ich mich nur an einem der ersten Sätze

      Kirisha schrieb:

      Turris hatte mich nach unserer Unterhaltung wie ein Kavalier wieder in die Höhle zurückgeführt und dort schliefen wir mit allen Gefährten auf dem harten Fels, nur mit den Fellen als Unterlage, die Turris auf dem Basar verkaufen wollte, und mit unseren Leinendecken zugedeckt.
      (1) Wie führt man jemanden wie ein Kavalier zurück in eine Höhle? ?( Zumal er ja selber in die gleiche Höhle geht, also war es jetzt für ihn nichtmal ein Umweg.
      (2) Das ist ja schon ne recht wichtige und halbwegs aufwendig ausgestattete Expedition? Oder hat sich da in den vorherigen Teilen was geändert? Da sollte doch ein bisschen mehr Camping-Ausrüstung dabei sein, als ein paar Felle, die er eigentlich gleich wieder verkaufen will. Also wenigstens ein Zelt, Matten und ein paar vernünftige Decken? Ich mein, sicherlich sind die Hexen ja auch irgendwo ein wenig Luxus gewöhnt, als hohe Dienerinnen ihrer Göttin? Wenn das alles umgearbeitet wurde, will ich nichts gesagt haben, ansonsten kam mir das ein wenig spärlich vor :)

      Werde nach Möglichkeit mal die überarbeiteten Teile querlesen, dann bin ich wieder ein bisschen besser drin und kann vermutlich auch mehr zum aktuellen Handlungsverlauf sagen!
    • Hey, ihr seid ja heute richtig schnell, das hatte ich gar nicht erwartet. Danke!

      @97dragonfly

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      Stichwort Klymera, dann habe ich ja vielleicht schon mal was richtig gemacht. Danke!
      Der Basar beginnt gleich im nächsten Teil - bin schon etwas gespannt, wie er dir gefallen wird.


      @Rainbow

      Spoiler anzeigen


      Rainbow schrieb:

      hält die erste Schwärmerei direkt für das große Los...dann würde ich das aber vielleicht irgendwo mal einfließen lassen
      Murissa ist 16 und er ist ihre erste Schwärmerei. Ja, stimmt, das sollte ich wohl mal erwähnen, damit man sich über ihren Überschwang nicht wundert.
      Ansonsten bin ich froh, dass es dir gefallen hat!


      Morgen mehr!
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • @Thorsten

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      Erstmal danke dass du dich noch immer so akribisch durch meine Texte kämpfst!

      Thorsten schrieb:

      aber ich kann mir diese ganzen verschiedenen Rassen die sie da hat nicht vorstellen
      Auch nicht die Schwimmer? Ich dachte, die habe ich doch relativ gut beschrieben? Die anderen Rassen kann ich sicher noch etwas deutlicher machen.


      Thorsten schrieb:

      Und wie sollen Soldaten die grade mal schwimmen koennen im Wasser kaempfen
      habe ich das so undeutlich beschrieben? Es dreht sich ja gerade darum, dass Penthesilea bei diesem Feldzug viele sogenannte "Schwimmerinnen" mitgenommen hat, die unter anderem auch Kiemen und Flossen haben und deshalb im Wasser besser zurecht kommen als an Land. Die anderen Kriegerinnen, die anderen Rassen angehören, wurden bei der Musterung getestet, ob sie wasserkampftauglich sind. Ich dachte, das sollte dann schon ausreichend sein. (Ich erwähne die Musterung später noch im Text)


      Thorsten schrieb:

      faende ich schon schoen, ein besseres Bild in den Kopf zu kriegen was da bei Penthesilea so passiert.
      Da wird ja noch einiges passieren und ich hoffe, dass es dann langsam klarer wird.


      Thorsten schrieb:

      Das klingt jetzt wie eine Geschaeftsbeziehung 'Ich investiere jetzt Energie in euch, ihr liefert nachher Beute ab.', und Penthesilea und vor allem Goplea reden ueber die Goettin und ihre Wuensche eher wie ueber eine Geschaeftspartnerin als ueber jemand den sie verehren.
      Das ist sogar meine zentrale Idee. Ich meine, auch unsere Religionen haben diesen Aspekt, auch wenn er sich so unromantisch anhört. Die evangelische Religion ist vielleicht eine Ausnahme, da heisst es ja explizit, Gott akzeptiert jeden nur durch seine Gnade und verlangt keine Gegenleistungen. Der katholische Gott ist aber keinesfalls so. Wenn man da Sünden erlassen bekommen will, reicht es nicht mit Verehrung, da müssen Rosenkränze gebetet werden und die Idee mit den Ablassbriefen im Mittelalter basiert ja auch genau auf so einem Prinzip (du zahlst, Gott rettet die Seele deiner Vorfahren - Leistung, Gegenleistung).
      Oft verlangen die Religionen die Einhaltung religiöser Gesetze/Moralvorstellungen und wer sich nicht daran hält, wird exkommuniziert. Das ist auch eine klare Ansage. "Verehrung" allein ist nur ein kleiner Teil des Glaubens. Gehört aber natürlich auch dazu und klar sollte die auch bei den Amazonen erkennbar sein.


      Thorsten schrieb:

      Hm, das wirkt an der Stelle ein bisschen wie Faulheit des Autors sich einen Namen auszudenken und laesst Penthesilea ein bisschen unprofessionell erscheinen. Sollte sie sowas nicht wissen?
      Es hat in der amazonischen Geschichte direkt vor Penthesileas Herrschaft zwölf nacheinander folgende Königinnen gegeben, in jedem Jahr wieder eine andere, die alle zwölf mit ihren gesamten Heeren umgekommen sind (das wird später noch Thema). Im späteren Text wird dann deutlich, dass eine von denen gemeint ist. Würde sich Penthesilea die Namen aller dieser unglücklichen/erfolglosen Königinnen merken, die jeweils nur wenige Monate im Amt waren und dann verschwanden (starben)? Und sollte ich wirklich mit noch mehr Namen um mich werfen, von denen dieser nie relevant werden wird?


      Thorsten schrieb:

      Ja, mich interessiert das eigentlich auch, und deshalb finde ich es schade dass es abgebrochen wird, grade wo man mal Hintergrund bekommen wuerde.
      Hintergrund über das Leben am Tempel zu liefern würde jetzt doch etwas weit vom Thema ablenken, zumal wir in diesem Buch keinen Tempel betreten werden. (erst im 2. Band ist das geplant und dann gibt^s auch mehr Infos dazu).


      Thorsten schrieb:

      Ansonsten... wenn Turris wirklich ihre erste Schwaermerei ist, dann finde ich geht das schon so in Ordnung. Aber das waere ein guter Aufhaenger noch ein, zwei Abschnitte ueber Murissa's Vorgeschichte zu erzaehlen um das klar zu machen.
      Das stimmt, gute Idee, das werde ich mal machen.


      @aval.b.bado
      Spoiler anzeigen


      aval.b.bado schrieb:

      Ich hoffe nur du behältst auch den Fortschritt deiner Geschichte im Blick, denn irgendwer wird immer irgendwas auszusetzen haben Eine "perfekte" Geschichte gibt es nicht und viel ist im Endeffekt auch subjektiv
      Danke, das stimmt natürlich. Ganz perfekt wird's nie, aber ich will es auf jeden Fall so lange verbessern, bis ich das Gefühl bekomme: besser schaffe ich es nicht. Und so weit bin ich noch lange nicht. Aber danke für's Aufmuntern! Das kann man zwischendurch wirklich gebrauchen.


      aval.b.bado schrieb:

      (1) Wie führt man jemanden wie ein Kavalier zurück in eine Höhle? Zumal er ja selber in die gleiche Höhle geht, also war es jetzt für ihn nichtmal ein Umweg.
      (2) Das ist ja schon ne recht wichtige und halbwegs aufwendig ausgestattete Expedition? Oder hat sich da in den vorherigen Teilen was geändert? Da sollte doch ein bisschen mehr Camping-Ausrüstung dabei sein, als ein paar Felle, die er eigentlich gleich wieder verkaufen will. Also wenigstens ein Zelt, Matten und ein paar vernünftige Decken? Ich mein, sicherlich sind die Hexen ja auch irgendwo ein wenig Luxus gewöhnt, als hohe Dienerinnen ihrer Göttin? Wenn das alles umgearbeitet wurde, will ich nichts gesagt haben, ansonsten kam mir das ein wenig spärlich vor
      Ups ... Du hast Recht. Das werde ich gleich mal beherzigen.
      Daaanke!
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Kirisha schrieb:

      Auch nicht die Schwimmer? Ich dachte, die habe ich doch relativ gut beschrieben?

      Du hast bestimmt ein Bild im Kopf - was tatsaechlich im Text ist ist:

      * ein wuschliger Schopf, im Wasser wie Algen
      * Kiemen am Hals
      * Schwimmhaeute zwischen den Fingern
      * Schwimmlappen an den Fuessen
      * watschelt an Land

      Was ich mich frage ist zum Beispiel - ist Woxhea humanoid? Stelle ich mir die Fuesse wie bei einer Ente vor? Hat sie Schuppenhaut oder sowas? Ist sie bekleidet, gepanzert, oder ist sie so im Wasser?

      Kirisha schrieb:

      Die anderen Kriegerinnen, die anderen Rassen angehören, wurden bei der Musterung getestet, ob sie wasserkampftauglich sind.

      Auch da hast Du ein Bild im Kopf was das ist - ich stelle mir Penthesilea jetzt als eine eher normale Frau vor. Dann versuche ich mir vorzustellen wie sie im Wasser schwimmend kaempft - geht gar nicht, ist wuerdelos, mit Waffe oder Ruestung sauft sie einfach ab.

      Anscheinend kaempft sie gern magisch - soll ich mir da eine magische Luftblase vorstellen mit der sie unter Wasser einen Kampf dirigiert? Oder heisst 'wasserkampftauglich' dass sie an der Oberflaeche kaaempfen? Ist sie auf einem Boot und kommandiert? Wie will sie den unter Wasser befehle geben - blubbernd? Eher auch nicht.


      Das gleiche Problem in Gruen mit allen ihrer Soldaten die auch keine Kiemen haben.

      Verstehst Du was ich meine? Du hast ein Bild im Kopf was Du mit 'Wasserkampf' meinst, aber ich hab' nicht das gleiche Bild, ich bin hier die ganze Zeit am Raten was das fuer jemand ohne Kiemen sein soll (selbst fuer jemand mit Kiemen ist das nicht so klar...) und mache mir dann abwechselnd absurde Bilder dazu.


      Kirisha schrieb:

      Würde sich Penthesilea die Namen aller dieser unglücklichen/erfolglosen Königinnen merken, die jeweils nur wenige Monate im Amt waren und dann verschwanden (starben)?

      Haette ich jetzt erwartet, ja. Wenn sie irgendwie strategisch ausgebildet ist, dann sollte sie die vergangenen Siege und Niederlagen analysiert haben um was daraus zu lernen. Wenn das jetzt 112 gewesen waeren waere das anders, aber 12 sind irgendwie ueberschaubar und von einer Herrscherin haette ich jetzt vermutet dass sie Geschichtskenntnisse hat.

      Kirisha schrieb:

      Das ist sogar meine zentrale Idee.

      Dann ist der Abschnitt gut, das kommt dann schoen rueber (Ich wollte nur sicher gehen dass das die Absicht war).
    • hallo @Kirisha

      Habe nun auch mal angefangen deine Geschichte zu lesen. Bisher bin ich bis Post 29 gekommen.
      Ich finde deine Welt wirklich interessant mit seinen ganzen Geistern und Wesen. Auch wenn ich sie noch nicht ganz verstehe. Dein Schreibstil gefällt mir auch ziemlich gut. Er liest sich wirklich flüssig und man kommt fast gar nicht ins straucheln oder so. Man kann der Handlung sehr gut folgen.
      Bisher hat mir der Prolog am besten gefallen. Das muss ja wirklich ein echt cooler Ring sein, so einen hätte ich auch gern. Was da auch mit der Oma des Jungen passiert ist und wie er selbst dann die ganzen Leute da gerettet hat, ist wirklich cool beschrieben. Das Bild was ich im Kopf hatte war einfach total genial.

      Das einzige was mich ein bisschen stört bisher, ist die Tatsache, das ich mir nicht vorstellen kann, wie Murissa aussieht und was das für eine Rasse ist, der sie angehört. Da hätte ich mir doch noch ein bisschen mehr Beschreibungen gewünscht, was vorallem ihre Rasse angeht. Andere beschreibst du vom Aussehen her wirklich gut, aber Murissa ist meiner Meinung nach irgendwie zu kurz gekommen...

      Ansonsten finde ich es gut, auch wenn mir noch nicht ganz klar ist, was der Titel damit zu tun hat oder aussagen soll. Bisher sehe ich noch keine richtige Verbindung, aber ich bin ja noch am Anfang und dann werde ich bestimmt bald es besser wissen.


      LG Sora
      "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus


      Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)
    • Danke nochmal für eure Anmerkungen!

      @Thorsten
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      Okay, vielleicht hast du recht. Ich habe mich heute nochmal drangesetzt und versucht, alles etwas genauer zu beschreiben. Das Update poste ich demnächst, auch wenn sich dadurch wieder alles etwas verändert und einige vielleicht dann etwas verwirrt sind.
      Zum Thema der Königin, deren Namen Penthesilea nicht kennt: Auch das sehe ich ein und ich habe das Details jetzt geändert.
      Danke dir!!!


      @Sora
      Spoiler anzeigen

      Hey und herzlich willkommen, ich freue mich!
      Nun hast du mich animiert, mir den Prolog nochmal vorzunehmen. Ich war schon dabei gewesen, ihn zu überarbeiten, habe das aber auf der Hälfte aufgegeben und dachte eigentlich zuletzt, ich werfe ihn ganz raus, weil ihn nicht alle gut fanden. Jetzt habe ich ihn also noch etwas verbessert und werde ihn demnächst updaten. Danke!
      Dass du dir Murissa nicht vorstellen kannst, gibt mir zu denken und ich setze mich da nochmal ran.
      Ja, der Titel ... einerseits finde ich, passt er schon recht gut zu der Geschichte, aber eben nicht auf die Weise, wie man wahrscheinlich beim ersten Lesen annimmt.


      @Rainbow
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      Du hast mir die letzten Tage etwas Kopfzerbrechen bereitet. Erst schmetterst du meine "Elite-Truppe" ab, die ich daraufhin in "Boxerinnen" umbenannt habe. Was aber auch keine Gnade unter deinen Augen gefunden hat.
      Ja, und irgendwie muss ich dir auch noch recht geben.
      Nun kam ich auf die Idee, sie "Orkas" zu nennen.
      Also eine Art weibliche Orks. Mit denen haben sie ja auch einiges gemeinsam. Ausserdem regt der Name, wie ich hoffe, sofort auch ohne lange Beschreibung die Fantasie an.
      Oder irre ich mich? Kannst du damit was anfangen?
      P.S. Keine Angst, ich versuche nicht auf diese Weise, mich vor der Beschreibung zu drücken, wie sie nun eigentlich aussehen (obwohl ich in der Versuchung war, das zu tun :rolleyes: ), sondern werde diese noch etwas intensivieren.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Hallo @Kirisha :)
      Entschuldige, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber ich hatte so viel anderes um die Ohren. Ich habe den Text ab dem 8.2. noch nicht gelesen, weil ich erst mal deine überarbeiteten Teile überflogen habe, und ich wollte sagen, dass mir das jetzt um einiges besser gefällt! Die Amazonenkönigin (sorry, ihren Namen krieg ich noch immer nicht aus dem Kopf hin) hat viel mehr Tiefe und man erfährt einiges über ihre Beweggründe. Und auch die Reisegesellschaft um Murissa hat viel dazugewonnen. Mir gefällt das, wie sie anfängt sich mit der Feuerhexe einzulassen und auch wie sie sich den anderen gegenüber behauptet (auch wenn sie das nur mit noch mehr Lügen hinkriegt, aber das macht es ja eben auch spannend ;) ). Ich les den Rest dann bei Gelegenheit, wollte nur mal eine kurze Rückmeldung geben.
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Hey Kirisha :)

      Spoiler anzeigen


      Kirisha schrieb:

      Du hast mir die letzten Tage etwas Kopfzerbrechen bereitet. Erst schmetterst du meine "Elite-Truppe" ab, die ich daraufhin in "Boxerinnen" umbenannt habe. Was aber auch keine Gnade unter deinen Augen gefunden hat.
      Sorry, dass du wegen mir Kopfschmerzen hattest ^^ Das war nicht von mir beabsichtigt und... na ja, ich wollte deine Ideen sicher nicht "abschmettern". Das klingt irgendwie so hart :hmm: Ich habe ja versucht, meine Bedenken zu begründen...oft ist das nur ein persönliches Empfinden. Jemand anders kann das durchaus anders sehen, weshalb du dich davor hüten solltest, meine Meinung über deine eigene zu stellen.

      Kirisha schrieb:

      Nun kam ich auf die Idee, sie "Orkas" zu nennen.
      Also eine Art weibliche Orks. Mit denen haben sie ja auch einiges gemeinsam. Ausserdem regt der Name, wie ich hoffe, sofort auch ohne lange Beschreibung die Fantasie an.
      Oder irre ich mich? Kannst du damit was anfangen?
      Weißt du, was mein erster Gedanke war, als ich gerade "Orkas" gelesen habe? Ich dachte prompt an Wale. :) Und als du dann meintest "weibliche Orks", da fragte ich mich zu einen, ob es sowas überhaupt gibt :hmm: ... (ich muss zugeben, dass ich mich mit Fantasyrassen überhaupt nicht gut auskenne. Aber bislang sind mir, wenn überhaupt, nur männliche Orks begegnet) und zum anderen fragte ich mich, ob und wie diese weiblichen Orks in deine Geschichte passen. Das liegt aber vielleicht daran, dass ich Orks bisher als böse und irgendwie äußerst hässliche und obendrein wenig geistreiche Kreaturen in Erinnerung habe...diese Überlegungen bringen uns jetzt zu dem wunderschönen Thema "Klischees-gut oder schlecht"? Natürlich könntest du deine "Orkas" ja auf eine ganz spezielle Art und Weise beschreiben und dem Ganzen damit deine persönliche Note einhauchen, sodass sie quasi zu deiner eigenen Kreation werden...ich könnte mir nur vorstellen, dass das nicht so leicht wird, wenn Leute schon eine feste Vorstellung im Kopf haben, die mit deiner Beschreibung dann nicht kompatibel ist...da bekommt man dann irgendwie eine "Error-Meldung" vom Gehirn :D ... also, zumindest wäre das bei mir wahrscheinlich so.

      Grundsätzlich könntest du ja auch eine komplett neue Rasse erschaffen und dir einen Fantasie-Namen ausdenken. Was weiß ich...Irgendwas Cooles eben ;) Die Zesarinen... die Menatasien ... die Aramenen ... Kylophenen... Zen ... Tsunaum... (da könnte ich den ganzen Abend mit verbringen :rofl: )

      Kirisha schrieb:

      P.S. Keine Angst, ich versuche nicht auf diese Weise, mich vor der Beschreibung zu drücken, wie sie nun eigentlich aussehen (obwohl ich in der Versuchung war, das zu tun ), sondern werde diese noch etwas intensivieren
      Sowas würden wir dir niemals unterstellen. Außerdem weißt du ja inzwischen, dass du damit eh nicht durchkommen würdest :D

      Lass dich von mir nicht verunsichern, ja? An so einem Namen wird ja nicht die Geschichte scheitern...die ist und bleibt cool und macht Spaß zu lesen :thumbsup:



      LG,
      Rainbow
    • @Rainbow
      Spoiler anzeigen

      Danke für deine Rückmeldung!!! Ich weiss, dass du es lieb meinst. Und werde bestimmt nie sauer über irgendwas, auch wenn es mir mal Kopfschmerzen machen sollte. Gerade die problematischen Sachen sind oft besonders wichtig. So auch, wie ich finde, die Sache mit dem Namen für diese Kampftruppe.
      Also, deine Assoziation für "Orkas" wären entweder Wale :S oder, wenn man an Orks denken soll,

      Rainbow schrieb:

      dass ich Orks bisher als böse und irgendwie äußerst hässliche und obendrein wenig geistreiche Kreaturen in Erinnerung habe.
      Ja und genau diese war die Assoziation, die ich wecken wollte!
      Ich dachte mir: ein paar wenig geistreiche Gestalten in Penthesileas Armee könnten recht witzig sein und etwas humoristisch und selbstironisch möchte ich die Geschichte auch gerne haben.
      Warum sollten die dann unbedingt einen geklauten Namen bekommen? Weil ich in meiner Geschichte sehr viele Rassen habe, die alle verschiedene Namen haben und ich wette, dass einige Leser Probleme bekommen werden, sich alle diese Namen zu merken. Und ich kann doch nicht jedesmal wieder erklären, um wen es sich handelt. Deswegen wäre es recht geschickt, wenn ich diese Truppe als Orkas einführe, und wenn sie dann etwa dem Klischee entsprechen (nur weiblich), wird man sie sich sehr gut merken können.
      Oder irre ich mich und du denkst doch eher an Wale?
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Und hier geht es weiter:

      4. Ritter des Ringes - Teil 2

      Wir waren schon weit bergauf geritten, als sich der Weg verbreiterte und eine erste Bude auftauchte. In dem kleinen aus abgestorbenen Ästen zusammengezimmerten Stand stapelten sich Glasgeräte aller Art. Kleine durchsichtige Kugeln, Sichtgläser, Augengläser, Fernrohre und richtig große Kaleidoskope. Eszella blieb fasziniert vor der Bude stehen und wollte absteigen, aber Wisha winkte ihr zu, dass sie weiterreiten sollte.
      „Nicht hier! Es kommen noch bessere.“
      Der Weg wurde immer breiter, vergrößerte sich zu einem Platz. Dieser war so vollgestopft mit Menschen, Kutschen, Wagen und Pferden, dass wir überhaupt nicht mehr richtig vorwärts kamen. Uniformierte Wächter hielten uns an und wiesen uns eine Stelle an einem langgestreckten Wassertrog zu, wo wir unsere Pferde abstellen sollten. Dann musterten sie unsere Gruppe argwöhnisch und fragten, was wir auf dem Basar wollten.
      „Felle verkaufen“, erklärte Turris und zeigte auf eines unserer Packpferde, auf dem er unsere Felle bereits vorher so ausgebreitet und zurechtgelegt hatte, dass sie verlockend in der Sonne glänzten. „Wir sind Händler.“
      Die Wachtposten warfen einen oberflächlichen Blick auf die Felle und schüttelten dann ihre Köpfe.
      „Mehr als zwanzig Felle habt ihr nicht dabei? Dann seid ihr kein Händler, sondern Ritter mit Gefolge und habt infolgedessen die Auflagen für Ritter zu erfüllen.“
      Turris verdrehte die Augen.
      „Keinesfalls! Ihr seht doch, dass ich keine Waffen trage. Übrigens...“ Er zögerte ein wenig, bevor er ergänzte, was er freiwillig sicher nicht gesagt hätte: „... die Zelte auf diesen Pferden verkaufe ich auch.“
      Weitere Wächter kamen hinzu und sie diskutierten miteinander mit wichtigen Mienen.
      „Als Händler gelten nur Personen mit mindestens zwei Wagen voller Warengüter. Ihr habt nicht mal einen einzigen. Folglich seid Ihr ein Ritter. Da wird die Ritterpauschale fällig und die Turniergebühr.“
      Turris fuhr sich erregt mit der Hand durch die Haare.
      „Götter im Himmel! Ich bin kein Ritter und meinetwegen auch kein Händler. Dann lasst mich als gewöhnlichen Marktbesucher eintreten!“
      „Gewöhnliche Marktbesucher haben keine Felle dabei, die sie verkaufen wollen. – Aber wir diskutieren hier herum und Eure Leute blockieren den Weg. Wie groß ist Euer Gefolge? Zehn Personen, wie ich sehe. Tretet ein, tretet ein! Erfreut euch schon an dem Basar, bis euer Herr die Eintrittsformalitäten geregelt hat!“
      Wisha und Eszella, denen Turris´ Probleme sichtlich gleichgültig waren, klatschten in die Hände und stürmten durch das hohe, von Efeu überrankte Tor am Eingang, als gäbe es drinnen etwas umsonst. Turris nickte auch uns anderen zu.
      „Ich regele das hier schon. Geht ihr schon auf den Basar und haltet Ausschau nach unseren Geräten, so wie besprochen.“
      Mit diesen Worten drückte er jedem von uns Münzen in die Hand. Zwei ganze Bronzehellonen landeten in meiner. Ich konnte mich gar nicht erinnern, wann ich zuletzt solch einen Reichtum besessen hatte.
      Ehe ich es mich versah, hatte Klymera mich schon mit demselben Enthusiasmus wie ihre Kolleginnen durch das Eingangstor gezerrt und da schlenderten wir auch schon mitten durch das Getümmel. Ich sah mich nach Turris um, der aber bald aus meinem Blickfeld verschwand. Hoffentlich konnte er seinen Eintritt tatsächlich „regeln“ und saß da vorne nicht fest. Klymera zerredete meine Bedenken. Das dumme Geschwätz der Wächter diente ihrer Meinung nach nur dem Zweck, unseren Eintrittspreis maximal zu erhöhen.
      So einen Markt hatte ich noch nie gesehen. Hier konnte man kein Gemüse und auch keine Küken kaufen, aber dafür Dinge, die es in keinem städtischen Laden gab. In einem hohen, mit einem Bärenfell überzogenen Zelt bot eine Seherin ihre Dienste an, welche die nahe und ferne Zukunft vorhersagen konnte. Drei ganze Silberhellonen wollte sie dafür haben. In anderen Zelten konnte man die Gegenwart beobachten, mittels Kristallkugeln, die entfernte Gegenden oder Personen anzeigten. Zwei Silberhellonen und fünfzig Scheller. Eine Zaubertrankmischerin bot Liebes- und Kampftränke an. Auch Amulette oder verhexte Schwerter standen zum Verkauf. Die Preise waren gigantisch. Eszella und Klymera blieben vor einem Stand mit diversen Ferngläsern und ausziehbaren Teleskopen stehen und begutachteten die guten Stücke eingehend. Dafür hatten wir ja wohl keine Verwendung, oder? Aber ich hatte schon gemerkt, dass jede hier oben auch noch ihre privaten Angelegenheiten verfolgte. Wisha hatte sämtliche Beutel und Taschen mitgenommen, die sie vorher auf ihrem Pferd transportierte. Diese präsentierte sie nun in einem Bauchladen in Form eines aufklappbaren Tabletts. Sie verkaufte in erster Linie dutzende Kräuter, kleine magische Kügelchen und Salben – alles für die Gesundheit. Bald war sie umlagert von Interessenten.
      Ich selber war ziemlich überfordert mit der Überlegung, was für einen Apparat ich denn eigentlich für die Überwindung unseres Hindernisses am Nebelmeer besorgen sollte. Wie hieß so ein Teil und wie sollte ich erkennen, ob es auch funktionierte? Vor meinem geistigen Auge stellte ich mir eine Leiter vor, die bis ins Unendliche hochfahren könnte. Leider konnte ich so eine nicht entdecken. Unsere Hexen verlor ich in dem Gewimmel schnell aus den Augen.


      Vier Herbergen und zwei Gasthäuser gab es hier oben auf dem Berg, die alle gerammelt voller Menschen waren, sodass sie zu den Türen schon wieder herausquollen. Diese standen auf einer kleinen Anhöhe und darunter erstreckte sich eine Plattform, die zu einem Aussichtspunkt führte, von wo man weit über die Ebenen herunterblicken konnte. Die Stelle sah interessant aus. Ein ständiger Strom von Besuchern steuerte darauf zu. Erst jetzt bemerkte ich, dass viele der Schaulustigen auf dem Aussichtsplateau Ferngläser an ihre Augen drückten, wie auch Klymera und Eszella sich gekauft hatten, und damit in weite Ferne blickten. Alle in dieselbe Richtung. Was gab es dort zu sehen? Ich schob und drängelte mich durch die Menge, bis ich das äußere Geländer erreicht hatte.
      Unter uns erstreckte sich eine weite Ebene, die bis zum Horizont reichte. Rechterhand erkannte ich in der Ferne hinter einer schützenden Mauer eine Stadt. Den Reden der anderen Besucher entnahm ich, dass es sich um die Stadt Darghessa handelte. Der Gegenstand des allgemeinen Interesses befand sich jedoch auf der linken Seite und ebenfalls so weit weg, dass ich auf die Entfernung nicht viel davon erkannte. Da standen in einem von Felsen übersäten Gebiet zwei hohe, schwarz verfärbte Klippen, um die herum mehrere Soldatengruppen marschierten. Ohne Zweifel waren dies die berühmten „Schwarzen Felsen“, von denen ich schon gehört hatte. Fürst Silvrin von Aravenna, der Regent meiner Heimatstadt, hatte dort vor langer Zeit mal ein spektakuläres Duell gewonnen. Aus der Entfernung sahen sie recht unspektakulär aus. Fast enttäuschend. So viel Rummel nur wegen zweier Klippen? Eine Gruppe von Leuten, von hier aus winzig wie Ameisen, ging oben auf einem der Felsen herum, eine andere inspizierte den Unterbau der Felsen, zwei Gruppen wanderten ringsherum und eine weitere Soldatentruppe war in respektvoller Entfernung vor den Felsen stehengeblieben.


      Ein Fernrohr wäre jetzt tatsächlich nicht schlecht. Irgendwas Spannendes musste da unten ja ablaufen, sonst würden sich nicht alle diese Besucher die Augen danach ausglotzen. Ich bearbeitete meinen Nachbarn, dass er mir sein Glas leihen sollte. Aber ohne Erfolg. Alle hingen an ihren Teleskopen wie gebannt. Auch die zahlreichen anderen Schaulustigen um mich herum starrten eifrig alle auf denselben Punkt. Turris war noch nicht wieder aufgetaucht und ich ahnte nicht, wie weit er gekommen war.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Hi @Kirisha

      :panik: :panik: Ja! Endlich, endlich sind sie auf dem Basar! Wie du weisst, habe ich mich sehr auf diese Szene gefreut. :D Und ich fand sie echt gut! Der Einstieg, als Turris mit den Wachen zu diskutieren beginnt war sehr unterhaltsam und ich fand ihn toll zu lesen.
      Schön fand ich es auch, dass du hier mehr beschrieben hast, die Ganzen Dinge die es zu kaufen gibt und vieles mehr. Ein farbiges Chaos von einem Basar.

      Ich habe an diesem Teil wirklich nichts auszusetzen und vielleicht ist es sogar der mir liebste von dir bis jetzt geschriebene Absatz :thumbsup: :love:

      Liebe Grüsse

      Fly

      Ps; Natürlich bin ich gespannt darauf wie es auf dem Basar weiter geht xD
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      la storia di Fly
      Schatten unter London
    • Neu

      Danke liebe @97dragonfly! Es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat!

      Leider muss ich eure Geduld nochmal etwas strapazieren. Ich habe jetzt den Prolog upgedated und hochgeladen. Und das Penthesilea-Logbuch Tag 16 (den ersten und zweiten Teil) habe ich auch überarbeitet und hochgeladen.
      Die Änderungen bei Penthesilea betreffen vor allem ihre stärkste Kampftruppe, die ich nun umgetauft habe auf "Orkas", und ich habe sie auch neu charakterisiert - etwa wie weibliche Orks, nur freundlicher. Wer Lust hat, kann es gerne nachlesen, ich freue mich über jeden Kommentar!
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    • Neu

      Hey @Kirisha,

      das ist wirklich merkwürdig! Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich bereits einen Kommi für den letzten Teil verfasst hatte... und nun sehe ich, dass er gar nicht hier aufgeführt ist :hmm: Seeehhhr suspekt! Wie habe ich das nun schon wieder geschafft? Vielleicht werde ich ja langsam verrückt, oder sowas :pillepalle: ... man weiß es nicht. Also, ich versuch`s einfach noch mal :)

      Ich wollte dir eigentlich sagen, dass mir der Teil soweit gut gefallen hat. Auch das mit der Einlasskontrolle fand ich soweit gut und nachvollziehbar und dass die da nicht so ohne weiteres reinkommen, macht das Ganze irgendwie so schön authentisch. Eine Sache würde ich aber zu bedenken geben. Ich habe mich gefragt, warum sich Turris nicht vorher über die Gepflogenheiten auf diesem Markt informiert hat. Er wusste doch, dass er dorthin wollte und auch, dass er dort etwas verkaufen möchte. Erkundigt man sich da vorher nicht vielleicht, wie das abläuft? Oder ist das hier ein spezieller Basar, der sich von anderen unterscheidet? Mir erscheint unser Expeditionsleiter hier an der Stelle ein bisschen unvorbereitet und chaotisch-vor allem, als er in Betracht zieht, nun auch die Zelte zum Verkauf anzubieten. :hmm:

      Na ja, das war aber auch schon alles, was ich so zu meckern hatte.Ansonsten bin ich mal gespannt, ob Murissa auch noch etwas kaufen wird...da werden ja jede Menge toller Sachen zum Verkauf angeboten und sie ist so herrlich planlos und hat keinen blassen Schimmer, was sie eventuell gebrauchen könnte :rofl: Ich liebe sowas!

      LG,
      Rainbow
    • Neu

      Danke liebe @Rainbow!
      Im Grunde will Turris die Felle gar nicht verkaufen, er will nur eingelassen werden, egal wie.
      Ja, Mist, du hast recht. Sieht trotzdem planlos aus und so will ich ihn eigentlich nicht wirken lassen.
      Ich denke nochmal drüber nach.

      Hier geht es weiter:

      Ritter des Ringes - Teil 2

      Alle hingen an ihren Teleskopen wie gebannt. Auch die zahlreichen anderen Schaulustigen um mich herum starrten eifrig alle auf denselben Punkt. Turris war noch nicht wieder aufgetaucht und ich ahnte nicht, wie weit er gekommen war.

      Vielleicht konnte ich auf dem Basar irgendein extra billiges Glas bekommen? Oder noch besser: eins klauen? Meine wertvollen Scheller für etwas anderes als Essen und das Gerät für Turris auszugeben, erschien mir als reine Verschwendung. Ich bahnte mir einen Weg zurück zu den Marktständen. Hinter der Plattform gab es noch eine Menge weitere Verkaufstische, die ich mir bisher nicht angesehen hatte. Gleich als erstes fiel mir die Bude eines Malers ins Auge. Sie war über und über mit Gemälden behängt. Auch davor standen noch Staffeleien mit großen und kleinen Zeichnungen. Die meisten zeigten starke Ritter mit den Felsen als Kulisse. Hohe, zerklüftete, pechschwarze Felsen, die tiefe Schatten warfen. Auf manchen Bildern waren kämpfende Ritter vor den Felsen zu sehen. Mir stockte der Atem. Und diese Kreaturen... was war das denn? Mehrere Bilder zeigten abnorme Wesen, die ganz oben auf den Felsen standen oder teilweise in der Mitte der Felsen festhingen. Das waren glitschige, von Blasen aufgequollene Gestalten mit unförmigen Gliedmaßen und zerstörten Gesichtern. Viele sahen menschenähnlich aus, denn sie hatten noch Arme und manchmal auch Beine, auch wenn diese völlig von übergroßen roten oder grünen Blasen überzogen waren. Manchmal konnte ich noch sehen, zu welcher Rasse sie gehörten: Hier ragten spitze Skeffflügel in die Luft, dort wehte eine Elgo-Mähne, darunter baumelte eine völlig von roten Eiterhügeln überkrustete Stirn mit hellblonden Parvahaaren. Einige Gesichter waren erkennbar. Zerborstene Münder, blinde Augen, Nasen in Übergröße und Haare, die am Körper heruntergewandert waren und irgendwo zwischen Schulter und Hüften hingen. Der Ausdruck unbeschreiblicher Schmerzen in den Gesichtern jagte mir einen Schauer über den Rücken. Ihre Körper waren von einer geleeartigen, roten und offensichtlich sehr zerstörerischen Masse überzogen, die sie aneinander klebte. Ich konnte deshalb nicht auseinanderhalten, wie viele Gestalten da oben standen. Auch Tiere hingen an ihnen fest,die auf dieselbe Weise verunstaltet waren. Wölfe, Katzen, Vögel und eine Reihe undefinierbarer anderer Lebewesen. Mehrere hingen an den Felsen und aneinander herunter und fielen trotzdem nicht, weil sie an den übrigen festklebten.

      Fürchterlich. Mir wurde bewusst, dass ich mich am ganzen Körper verspannt hatte.

      Nein, ich würde mir kein Fernglas besorgen. Wenn mir dieser grauenhafte Anblick dadurch erspart blieb, war das nur gut so. Wie konnten alle diese Leute sich daran noch ergötzen. Das war doch grauenhaft!

      „Ein Andenken gefällig?“, hörte ich eine Stimme neben mir. Dort stand der Maler, einen Pinsel schwingend und wies auf eine Leinwand, auf der ein halb fertiges Gemälde thronte. Es zeigte die schrecklichen Gestalten oben auf den Felsen im Großformat. Neben ihnen war das Blatt noch weiß. „Ein Bild von Euch neben den Dämonen? Macht sich gut im Wohnzimmer, meine Dame.“

      Ich schrak zurück.

      „Nein danke. Ähm – und was ist das für ein leuchtendes Ding unter ihren Füßen? Stehen sie auf Gold?“

      Tatsächlich war auf diesem Bild nämlich sehr deutlich eine Art kleine Sonne zu sehen, die unter den Füßen der ‚Dämonen‘ leuchtete.

      Der Maler lachte laut.

      „Zum ersten Mal hier, junge Dame? Hat Euch niemand über das Geheimnis der Schwarzen Felsen aufgeklärt? Was da so leuchtet, ist der Königsring. Die Dämonen stehen auf dem Ring. Sie bewachen ihn. Der Ring ist der Grund, warum alle diese Leute hier sind. Wer herausfindet, wie man ihn den Dämonen wegnehmen kann, wird unser neuer König. Keine leichte Aufgabe, meine Dame, denn der Ring liegt hier schon lange Zeit.“

      Taumelnd ging ich weiter. Sagte er die Wahrheit? Das Ziel unserer Reise befand sich überhaupt nicht an irgendeinem Nebelmeer, das ich von Geistern zu befreien hätte, sondern hier. Direkt vor unserer Nase. Ich würde kein Meer überqueren und nicht mal beweisen müssen, dass ich mich in eine Nixe verwandeln könnte. (Was ich NICHT konnte). Turris würde vielleicht überhaupt nie merken, dass ich ihn jemals belogen hatte.

      Allerdings hatte ich nicht das Gefühl, als hätten wir eine Chance den Ring zu ergattern. Denn das wollten ja anscheinend alle diese Leute, die gerade um mich herumwimmelten. Wenn keiner der vielen Ritter ihn befreien konnte, dann wir ebenfalls nicht. Wusste Turris das nicht? Wer hatte ihm den Quatsch von dem Nebelmeer erzählt und wozu wollte er dorthin? Einen Moment lang hoffte ich, dass der Maler mich vielleicht belogen hatte, aber die folgenden Verkaufsstände belehrten mich eines Besseren. Überall sah ich ähnliche Bilder und Motive. Gleich nebenan wurden Kopien des berühmten Ringes verkauft. Der entsprechende Stand war umlagert von begeisterten Damen.

      So langsam begriff ich den Inhalt unseres Gespräches in der Höhle. Unsere drei Hexen hatten gestern schon gewusst, dass der Ring hier war. Sie hatten sich gestern schon gefragt, wieso Turris seine Zeit am Nebelmeer verschwenden wollte. Und ich fragte mich das jetzt.

      Trotzdem ging ich weiter. Ich meine, Turris war doch kein Idiot. Irgendwas musste er sich gedacht haben, was wir nicht wussten.

      Die meisten Händler hatten passende Hilfsmittel im Angebot, die mutige Krieger bei ihrem Kampf gegen die Dämonen unterstützen sollten. Fluchbanne, Dämonenschützer und auch Kraftverstärker. Es gab Stände mit Schwertern, Dolchen und Schilden. Andere boten Schmuck, Schals, Hüte oder Ketten. Amulette mit diversen Schutzfunktionen hatte fast jeder im Angebot.

      Ein Stand weckte meine Aufmerksamkeit. Der Händler führte Illusionszauber vor. Ein Hut, der eine Frau wie einen Mann aussehen ließ, wenn sie ihn aufsetzte. Oder ein Bärenpelz, der einen Menschen tatsächlich wie einen Bären aussehen ließ. Mein Herz begann höher zu schlagen. Vielleicht hatte er noch andere? Solche, die ich gerade sehr gut gebrauchen könnte, damit ich nicht wie eine Lügnerin dastand?

      „Welche Illusionen habt Ihr denn noch?“, fragte ich eifrig. „Ich würde gern wie ein Meermädchen aussehen.“
      Er lachte dröhnend.


      „Danach hat noch nie jemand gefragt, tut mir leid.“

      Doch ich sah schon, wie es in seinem Kopf arbeitete. Sein Blick flog über die verschiedenen Gegenstände auf seinem Verkaufstisch und er klaubte einen kleinen Spiegel heraus.

      „Damit sollte es gehen.“

      „Wie funktioniert er?“

      „Man reibt einmal an seiner Rückseite. Allerdings ist er nur zum einmaligen Gebrauch und er erzeugt eine recht simple Illusion. Deswegen ist er auch günstig. Nur zwei Bronzehellonen, meine Dame. Ein Sonderpreis!“

      Na klar. Ich hätte es mir denken sollen.

      „Ich habe nur siebzehn Scheller. Ach... bitte, Herr!“

      Es stimmte nicht ganz. Turris hatte mir ja genau die Summe zugesteckt, die er verlangte. Aber die musste ich für den Hindernisüberwinder aufsparen.

      Der Händler zog den Spiegel zurück und funkelte mich unzufrieden an.

      „Ihr seid hier nicht auf einem Bettlermarkt.“

      Da seine Ware von Hunden bewacht wurde, war klauen leider keine Option. Mir blieb nichts anderes übrig als auf den Wunderspiegel zu verzichten. Amulette oder anderes Zeug zu kaufen erschien mir sinnlos. Turris würde sicherlich nicht versuchen, gegen diese gruseligen Dämonen anzutreten... oder? Vermutlich war unsere Reise hier zu Ende, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Machte es überhaupt Sinn, noch nach einem Hindernis-Überwinder zu suchen? Ich beschloss, nach ihm zu suchen und ihn danach zu fragen.
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      Hi @Kirisha

      Wow, das ging ga schnell xD und schon geht es weiter. :D
      Haha, sie steht da auf dem riesigen Basar und spürt ihre urinstinkte. Fand ich sehr lustig, wie sie abwägte für was sie ihr weniges Geld ausgeben soll oder eben doch noch besser was zu klauen. Endlich habe ich wieder etwas von Murissas Charakter gesehen und nicht nur das Mädchen, das Turris anhimmelt.
      Der ganze Abschnitt hat mir gut gefallen.

      Kirisha schrieb:

      „Ein Bild von Euch neben den Dämonen? Macht sich gut im Wohnzimmer, meine Dame.“
      :rofl: Ich schmeiss mich weg. Der war ja klasse! :hail:

      Allgemein gefiel mir, wie Murissa sich fühlte, als sie die ganzen düsteren Bilder gesehen hat und wie ihre ganze Stimmung kippte.

      Kirisha schrieb:

      „Zum ersten Mal hier, junge Dame? Hat Euch niemand über das Geheimnis der Schwarzen Felsen aufgeklärt? Was da so leuchtet, ist der Königsring. Die Dämonen stehen auf dem Ring. Sie bewachen ihn. Der Ring ist der Grund, warum alle diese Leute hier sind. Wer herausfindet, wie man ihn den Dämonen wegnehmen kann, wird unser neuer König. Keine leichte Aufgabe, meine Dame, denn der Ring liegt hier schon lange Zeit.“
      Na Hallo! Endlich begegen wir dem Ring wieder. :grinstare:

      Bleibt spannend xD und noch ist sie ja auf dem Basar und wie du weisst, feiere ich den sowas von. :panik:
      Liebe Grüsse
      Fly
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      Hey Kirisha,

      sorry, es hat etwas länger gedauert, bis ich mal die Ruhe gefunden habe, mich deinem Text zuzuwenden. Im Moment bekomme ich die Krise, weil mir alles über den Kopf wächst, aber nun bin ich ja hier ^^

      Meine Anmerkungen packe ich dir wie immer in den Spoiler:
      Spoiler anzeigen


      Ein interessanter Teil mit einer unerwarteten Wendung :) Bin gespannt, auf Turris Erklärung....

      Kirisha schrieb:

      Und diese Kreaturen... was war das denn? Mehrere Bilder zeigten abnorme Wesen, die ganz oben auf den Felsen standen oder teilweise in der Mitte der Felsen festhingen. Das waren glitschige, von Blasen aufgequollene Gestalten mit unförmigen Gliedmaßen und zerstörten Gesichtern. Viele sahen menschenähnlich aus, denn sie hatten noch Arme und manchmal auch Beine, auch wenn diese völlig von übergroßen roten oder grünen Blasen überzogen waren. Manchmal konnte ich noch sehen, zu welcher Rasse sie gehörten: Hier ragten spitze Skeffflügel in die Luft, dort wehte eine Elgo-Mähne, darunter baumelte eine völlig von roten Eiterhügeln überkrustete Stirn mit hellblonden Parvahaaren.
      Einige Gesichter waren erkennbar. Zerborstene Münder, blinde Augen, Nasen in Übergröße und Haare, die am Körper heruntergewandert waren und irgendwo zwischen Schulter und Hüften hingen. Der Ausdruck unbeschreiblicher Schmerzen in den Gesichtern jagte mir einen Schauer über den Rücken. Ihre Körper waren von einer geleeartigen, roten und offensichtlich sehr zerstörerischen Masse überzogen, die sie aneinander klebte. Ich konnte deshalb nicht auseinanderhalten, wie viele Gestalten da oben standen. Auch Tiere hingen an ihnen fest,die auf dieselbe Weise verunstaltet waren. Wölfe, Katzen, Vögel und eine Reihe undefinierbarer anderer Lebewesen. Mehrere hingen an den Felsen und aneinander herunter und fielen trotzdem nicht, weil sie an den übrigen festklebten.
      Irgendwie komme ich mit diesen Beschreibungen nicht so ganz klar... ich weiß nicht genau, was mich stört, vielleicht ist es mir ganz einfach zu viel Info :hmm: Dein Versuch, das so detailliert zu erklären verwirrt mich als Leser mehr und nimmt mir die Möglichkeit, mir eine eigene Vorstellung davon zu machen und meine Fantsie spielen zu lassen. Mal abgesehn davon, dass ich anzweifele, dass man das auf einem Gemälde so genau würde erkennen können...im Grunde ist das doch eine Gesamtaufnahme von den Kriegern und die Felsen sind nur die Kulisse...oder gibt es auch Gemälde, die ausschließlich diese Dämonen fokussieren?

      Also, mein Vorschlag wäre, diesen Teil zu kürzen und mehr auf den Puknkt zu bringen. Ich muss jetzt nicht so genau wissen, wo da welche Eiterblase sitzt und wo welche Haare heruntergewandert sind - wenn du verstehst, was ich meine. (Ist aber nur mein persönliches Empfinden und jemand anders sieht das vielleicht wieder ganz anders ^^ )

      Kirisha schrieb:

      Nein, ich würde mir kein Fernglas besorgen. Wenn mir dieser grauenhafte Anblick dadurch erspart blieb, war das nur gut so. Wie konnten alle diese Leute sich daran noch ergötzen. Das war doch grauenhaft!
      Für mich war zuerst nicht klar, dass diese Szenerie sich da gerade tatsächlich abspielt...ich meine, das ist natürlich cool! Aber vielleicht könnte man vorher schon einen kleinen Hinweis streuen. Schließlich scheint Murissa ja mit dem bloßen Auge zuvor schon erkennen zu können, dass da Soldaten patroullieren...eventuell könnte sie hier bereits an der Felswand etwas erspähen, das ihr merkwürdig vorkommt....und als sie dann die Gemälde sieht, macht es "Klick" und sie kapiert, was sie da gerade gesehen hat... (irgendwe so)


      Kirisha schrieb:

      „Ein Andenken gefällig?“, hörte ich eine Stimme neben mir. Dort stand der Maler, einen Pinsel schwingend und wies auf eine Leinwand, auf der ein halb fertiges Gemälde thronte. Es zeigte die schrecklichen Gestalten oben auf den Felsen im Großformat. Neben ihnen war das Blatt noch weiß. „Ein Bild von Euch neben den Dämonen? Macht sich gut im Wohnzimmer, meine Dame.“

      Ich schrak zurück.
      Sehr geil! :thumbsup:


      Kirisha schrieb:

      „Nein danke. Ähm – und was ist das für ein leuchtendes Ding unter ihren Füßen? Stehen sie auf Gold?“

      Tatsächlich war auf diesem Bild nämlich sehr deutlich eine Art kleine Sonne zu sehen, die unter den Füßen der ‚Dämonen‘ leuchtete.
      Achtung-Jetzt kommt wieder so ein Rainbow-Brett-vorm-Kopf-Szene :D Als ich das las, dachte ich zuerst, der Künstler steht auf etwas goldenem und es klang für mich so, als würde Murissa IHN fragen, auf was er da stehe .... ist vielleicht ein bisschen missverständlich formuliert. Kannst du dir ja nochmal anschauen :)


      Kirisha schrieb:

      Ich würde kein Meer überqueren und nicht mal beweisen müssen, dass ich mich in eine Nixe verwandeln könnte. (Was ich NICHT konnte). Turris würde vielleicht überhaupt nie merken, dass ich ihn jemals belogen hatte.
      Ich würde den Hinweis in den Klammern wahrscheinlich eher streichen. Nicht nur, dass es im Fließtext nicht so schön aussieht (ist aber sicher Geschmackache) und zum anderen ist das dem Leser in dem Moment ziemlich klar, denke ich :hmm:


      Kirisha schrieb:

      Wenn keiner der vielen Ritter ihn befreien konnte, dann wir ebenfalls nicht.Wusste Turris das nicht?
      Ich würde das eventuell anders formulieren: Wenn keiner der vielen Ritter ihn befreien konnte, dann würde es uns ebensowenig gelingen. Wusste Turris das nicht? (nur so ein Vorschlag...sonst enden beide Sätze auf "nicht".)


      Kirisha schrieb:

      Gleich nebenan wurden Kopien des berühmten Ringes verkauft.

      Ich habe mich gefargt, ob man hier nicht vielleicht das Wort "Duplikat" verwenden könnte...bei Kopien denke ich immer an Blätter ^^


      Kirisha schrieb:

      Unsere drei Hexen hatten gestern schon gewusst, dass der Ring hier war. Sie hatten sich gestern schon gefragt, wieso Turris seine Zeit am Nebelmeer verschwenden wollte. Und ich fragte mich das jetzt..... (ebenfalls) ?
      Das Ende von dem satz klingt für mich unvollständig...da würde ich noch ein "ebenfalls" dranhängen


      Kirisha schrieb:

      Ein Hut, der eine Frau wie einen Mann aussehen ließ, wenn sie ihn aufsetzte. Oder ein Bärenpelz, der einen Menschen tatsächlich wie einen Bären aussehen ließ.
      kann man vielleicht noch etwas variieren



      Kirisha schrieb:

      Machte es überhaupt Sinn, noch nach einem Hindernis-Überwinder zu suchen? Ich beschloss, nach ihm zu suchen und ihn danach zu fragen.


      LG,
      Rainbow