Sonnengeboren

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    • Kapitel 2 - Part 2

      „Wie laufen die Geschäfte, Alex? Rob meinte, ich soll mich bei dir blicken lassen.“
      „Alles bestens. Aber du solltest mal meine Buchhaltung sehen. Ein absoluter Graus.“
      Er hat also wirklich einen Job für mich. Die ‚Buchhaltung‘ ist ein Codewort, das jeder, der Ahnung von ‚Geschäften‘ hat, kennt. Eigentlich hat Alex immer gute Angebote für mich, das letzte Mal hat er mich jedoch ganz schön auflaufen lassen. Allerdings wäre ich dumm, wenn ich meine Geschäftsbeziehungen zu ihm so einfach abbrechen würde. Es wäre schwer, neue Arbeit zu finden, wenn man es sich mit Alex verschätzt hat. Mal sehen, was er zu bieten hat.
      „Der Umsatz ist aber sicher seit unserer letzten Unterhaltung gestiegen, hoffe ich doch?“, frage ich nach. Was natürlich eine verschlüsselte Frage ist. Ich will wissen, ob er gedenkt, mich diesmal besser zu entlohnen.
      „Man wird für sämtliche Unannehmlichkeiten, die der Job so mit sich bringt vollsten entschädigt, mein Freund. Man kann sich absolut nicht beklagen.“
      Hmpf, na da bin ich ja mal gespannt. „Hört man gern. Schön, dass wir uns mal wiedergesehen haben, Alex. Bis die Tage.“
      Er reicht mir die Hand und ich nehme sie entgegen. Es ist kein gewöhnlicher Handschlag. Es ist ein Geschäftlicher. Wir umgreifen jeweils den Unterarm des anderen, sodass die Uhren, welche wir tragen, aneinander liegen. Jobangebote werden nur auf diesem Weg übertragen. So ist gewährleistet, dass keine Details abgefangen werden können. Normalerweise folgt ein kurzes Vibrieren, wenn der Datenaustausch zwischen den Kommunikatoren abgeschlossen wurde, doch den spüre ich natürlich nicht. Alex weiß das und lässt zuerst los.
      „Der erste Drink heute geht auf mich. Melde dich mal wieder öfter“, sagt er noch und köpft mir ein kaltes Bier.
      Ich proste ihm zu, gönne mir einen kräftigen Schluck und mische mich dann unter die Leute. Eigentlich ist die ganze Plapperei in Code überhaupt nicht nötig. Zumindest nicht im Panikraum. Alles hier ist darauf ausgelegt, dass der Arm des Gesetzes nichts von dem, was hier drin passiert mitbekommt. Die Lautstärke verhindert sämtliche Abhörversuche und unsere Gemeinschaft ist das beste Sicherheitssystem gegen Spitzel auf der Welt. Dennoch ist Codesprache eine Grundvoraussetzung, wenn man mit den wichtigen Leuten Geschäfte machen will.
      Mein Stammplatz, ein Stehtisch an einem Stützpfeiler, von dem aus man sowohl die Bühnenshow, als auch die Käfigkämpfe gut verfolgen kann, ist von drei Punks besetzt, die sich gerade einen Joint angezündet haben. Als sie mich sehen, grüßen sie kurz und machen dann Platz.
      Schon irgendwie geil, wenn man so bekannt ist.
      Einen Schluck Bier genehmige ich mir noch, bevor ich meine Uhr antippe. Die Anzeige vergrößert sich ein wenig in Form von einem Hologramm-Display. Jede Zahl der Digitalanzeige kann per Berührung wie bei einem Zahlenschloss verdreht werden. Ich stelle 1337 ein und der Bildschirm verschwimmt. Mein Postfach öffnet sich. Von jetzt an kann nur noch ich erkennen, was wirklich dargestellt wird. Für alle anderen Personen sieht es so aus, als würde ich an den Einstellungen der Uhr spielen. Sie ist auf meine DNA eingestellt und niemand sonst bekommt die Daten zu sehen, die nur für mich bestimmt sind. Es ist die ultimative Sicherung. Mir ist keine Bessere bekannt und sollte es irgendwann doch eine geben, sind Alex‘ Geschäftspartner die ersten, welche diese erhalten werden.
      Zwei neue Nachrichten leuchten auf. Eine davon ist mit ‚Entschädigung für die Unannehmlichkeiten‘ betitelt, die zweite mit ‚geschäftlich‘ – Fälligkeit 20 Tage. Zuerst tippe ich die Obere an. Mal sehen, wie Alex gedenkt, seine Schuld zu begleichen.

      >> Hey, Jack! Sorry für das Missgeschick beim letzten Job. Jemand hat Informationen durchsickern lassen und darum ist alles komplizierter geworden. Aber keine Sorge, das Leck ist gestopft worden und es wird nicht noch mal vorkommen! Als Entschuldigung habe ich einen Tipp für dich. Voodoo sitzt seit Wochen in der VIP-Lounge und wartet total sehnsüchtig darauf, dich mal wieder kämpfen zu sehen. Ich glaube, mittlerweile hat er schon einen Dauerständer, dem er nicht mehr Herr wird. Auf jeden Fall habe ich mit ihm eine horrende Geldsumme vereinbart, wenn du in den Ring steigen solltest. Diesmal ziehe ich keine Gebühren ab. Es gehört alles dir, wenn du schlau genug bist, die Chance zu nutzen. Wovon ich bei dir ausgehe. <<

      Also ich ein Stück weiter nach unten scrolle, folgen noch zwei, drei Klugscheißer-Sprüche, ein Gruß und zu guter Letzt der vereinbarte Betrag. Mit rutscht ein beeindrucktes Pfeifen über die Lippen. So viele Nullen hinterm Punkt lassen mein Herz höher schlagen. Mit der Menge hätte ich lange Zeit meine Ruhe und glücklicherweise wird man in meinem Beruf ja nicht zum Arbeiten gezwungen. Man muss nicht eine bestimmte Anzahl an Jobs übernehmen, um im Geschäft bleiben zu können. Für ein bisschen Prügeln im Käfig ist das ein wahnsinniges Gehalt.
      Voodoo ist wahrlich ein schräger Vogel. Ein schräger Vogel mit einem prall gefüllten Geldbeutel. Im wirklichen Leben ist er einer der angesehensten Ärzte von Neu-München, vertreibt sich aber im Gegensatz zu seinen Kollegen lieber die Zeit im Panikraum, als auf Kaffeekränzchen und Bällen. Jeder kennt ihn, doch niemand spricht jemals seinen wahren Namen aus. Hier im Grimoire wird aufeinander Acht gegeben. Wer Anonymität wünscht, dem wird dabei tatkräftig unter die Arme gegriffen. Was im Grimoire passiert, bleibt auch im Grimoire. So einfach ist das.
      Aber gerade Voodoos Beruf hat mir diese heutige Chance beschert. Er kennt mich und weiß von meinem Problem mit den Schmerzempfindungen. Ich war sogar schon einmal bei ihm in Behandlung. Helfen konnte er mir jedoch genauso wenig wie all die anderen. Allerdings ist er so sehr von mir fasziniert gewesen, dass es sich in eine richtige Abhängigkeit verwandelt hat. Er steht darauf, dabei zu zusehen, wie Schläge und Tritte einfach an mir abprallen, ohne dass ich mit der Wimper zucke. Normalerweise mache ich einen großen Bogen um ihn, da ich es nicht so prickelnd finde, als Objekt der Begierde für einen durchgeknallten Doktor im Rampenlicht zu stehen, aber ich denke, heute werde ich meine Prinzipien über den Haufen werfen. Soll er sich doch meinetwegen einen runterholen, während ich mich schlage. Für so viel Geld werde ich gerne mal zur Hure.
      Mit einem Zug leere ich den Rest meiner Bierflasche und stapfe hinüber zum Käfig. Der letzte Kampf ist gerade vorbei und ein Typ mit einer Platzwunde neben dem rechten Auge wird herausgetragen. Als der nächste Herausforderer in den Ring schlüpfen will, um den Gewinner von seinem Thron zu stoßen, dränge ich mich dazwischen. Er ist nicht sonderlich erfreut darüber, erkennt mich aber und tritt zur Seite. Noch während ich mein Tank Top ablege, wird hinter mir die Tür verriegelt. Mein Blick wandert nach oben, wo im ersten Stock hinter verspiegelten Scheiben die VIP Gäste sitzen. Irgendwo da drinnen platzt gerade einem Chefarzt die Hose. Mein Gegner scheint mich nicht zu kennen, denn der hängt weiterhin am Käfig, lässt sich von der tobenden Masse feiern und streckt mir den Mittelfinger entgegen. Der Scheißer wird gleich dermaßen vom Glauben abfallen.
      Als der Gong ertönt, springt er direkt auf mich zu. Kaum Deckung. Keine Haltung.
      Du hast für so viel Leichtsinn definitiv nicht den Körperbau, Kleiner.
      Problemlos fange ich seine Faust ab, packe ihn am Hals und lasse ihn auf die Bretter krachen. Seine Augen verdrehen sich und die erste Runde ist somit Mein. Ein Aufschrei geht durch die Masse. Der Kerl war offenbar beliebt, doch einige Zuschauer haben mitbekommen, wer jetzt im Ring steht. Mein Name schallt durch den Club.
      Gut, dass ein neuer Gegner nicht lange auf sich warten lässt, denn diese Art Kampf ist es nicht, die Voodoo sehen will. Damit er zufrieden ist, muss ich einstecken. Als nächstes kommt ein Kerl in meiner Gewichtsklasse. Einige seiner Schläge wehre ich ab, doch die Mehrzahl lasse ich durch. Wie besessen drischt er auf mich ein. Kopf, Nieren, Magen. Ihm ist es egal, was er trifft. Mir auch. Ich spüre ja schließlich nichts. Die Punk Band schaltet auf der Bühne noch einen Gang nach oben und gibt mit ihrem nächsten Song Vollgas. Der Sänger brüllt ins Mikrofon: Brutaaaaaal!! Und brutal geht es weiter. Mit ein paar gezielten Hieben befördere ich den Kerl ins Land der Träume.
      Sein Nachfolger ist ein Wiesel. Schnell, wendig und außerordentlich lästig. Ich bekomme ihn einfach nicht zu fassen, aber seine Schläge würde bei mir wohl kaum Schaden anrichten, selbst wenn ich Schmerz empfinden würde. Das bemerkt auch er und kommt dummerweise zu dem Entschluss, dass es an der Zeit ist, die Regeln im Panikraum Käfig auszunutzen. Es gibt keine Regeln. Mit aller Kraft drischt er mir zwischen die Beine. Ein erschrockener Aufschrei geht durch die Leute. Spätestens jetzt ist Voodoo einer abgegangen.
      Ich lasse mein Genick knacken. „Das war ein grober Fehler, Freundchen“, knurre ich. „Jetzt hab‘ ich Kopfweh.“
      In seinen Augen leuchten die Fragezeichen auf und gleichzeitig die Erkenntnis, dass er gerade den Fehltritt seines Lebens begangen hat. Ich packe ihn an den langen Haaren, lasse ihn gegen die Käfigwände krachen, werfe mich mit all meinem Gewicht auf ihn und so weiter und so fort. Was man halt mit einem Kerl so macht, der einem in die Eier drischt. Langsam setzt bereits die Migräne bei mir ein.
      Du blöder Scheißkerl! Das hätte ein so angenehmer Abend werden können!
      Es bedarf fünf Männer um mich von ihm zu trennen, oder ich hätte ihn vermutlich noch die ganze Nacht die Knochen gebrochen. Einer der Käfigwärter drückt mir Geld in die Hand, das mir durch die Wetten der Zuschauer zusteht und scheucht mich dann davon.
      Auf meinem Weg durch die Menge erhalte ich viele anerkennende Worte und Schläge auf den Rücken. Welche nicht spüre. Mein Blick bleibt kurz bei Alex hängen, der auf seine Uhr deutet. Schon verstanden. Ich soll meine Nachrichten checken. Wenn einmal ein Angebot übertragen wurde, besteht zwischen den beiden Kommunikatoren eine gesicherte Leitung, bis dieses abgelaufen ist. Zurück an meinem Stammplatz tue ich das auch sofort. Die Nachricht ist von Alex selbst. Der Witzbold hat ihr den Titel ‚Nussknacker‘ gegeben.

      >> Hey, Jack! Alles fit im Schritt? In Voodoos Hose hat’s auf jeden Fall gerockt! Hat prompt bezahlt und sogar noch einen Bonus da gelassen! Hab‘ dir alles auf dein Konto überwiesen. Damit sollten wir quitt sein, denke ich. Ich hoffe auch weiterhin auf gute Zusammenarbeit! <<

      Der nächste, wo in naher Zukunft einen Witz über Eier macht, dem brech‘ ich die Beine!
      Trotzdem war es das wert. Mein Konto platzt zum ersten Mal seit langem aus allen Nähten. Man sollte wirklich nicht über Superreiche meckern. Die wissen, wie man Geld verprasst. Heute werde ich es ihnen allerdings gleich tun. Nicht in diesen rauen Mengen, aber gefeiert wird ausgiebig. An der Bar bestelle ich mir erst einmal zwei doppelte Whiskeys, die ich mir gierig einverleibe.
      „Du hast einen Anruf, Kumpel“, sagt Alex, als er die Gläser wieder füllt.
      Tatsächlich blinkt meine Uhr, welche auch als Telefon fungiert. Seltsam, nicht viele Leute haben meine Kontaktdaten und noch weniger würden direkt anfunken. Ich bin eher der Nachrichten Typ. Umso überraschter bin ich, dass Robs Bild angezeigt wird.
      Haben wir irgendwann mal im Suff Nummern ausgetauscht?
      Mit zweit mal antippen nehme ich den Anruf an. „Rob?“
      „Jack! Bist du noch im Panikraum?“ Seine Stimme schallt durch meinen Kopf. Ein Kommunikationsimplantat ist das einzige, das ich besitze. Ohne, würde man in dieser Welt nicht mehr auskommen. Es gibt allerdings genügend Freaks, die es mit der Technik übertrieben und zu halben Cyborgs mutiert sind.
      „Ja klar, wo würde ich sonst ohne meinen fahrbaren Untersatz hingehen?“
      „Komm schnell raus zu mir, es ist dringend!“
      Ich kenne Rob jetzt lange genug, dass er nicht leichtfertig mit Dringlichkeiten um sich wirft. „Bin gleich da.“
      GESCHRIEBENES VON REBIRZ

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    • Hey Rebirz,

      meine Anmerkungen zu neuen Teil kommen hier: :)

      Spoiler anzeigen


      Der Teil hat mir wieder gut gefallen. Die Art, wie die miteinander ihre Nachrichten tauschen,...über diese Uhren als Kommunikationsmittel, fand ich eine coole Idee. Der Käfigkampf war ja ganz nett....du hättest das natürlich noch ein bisschen ausschmücken können... aber ich schätze, so war das schon in Ordnung ^^ So ist Jack also unverhofft zu einem netten Sümmchen Geld gekommen. Wobei ich nicht ganz verstehe, warum das jetzt ein "Gefallen" von Alex war. Im Grund hätte dieser Voodo-Arzt Jack doch auch direkt ansprechen und mit ihm den Deal abwickeln können...oder läuft die Kommunikation so nicht? Okay, Alex hat dafür gesorgt, dass Jack das komplette Preisgeld bekommen hat, aber das restliche Geld hat dieser Arzt doch aus der eigenen Tasche gezahlt....Na ja, egal. Diese Gedanken kamen mir nur so beim Lesen... vielleicht könnte man aber die Gelegenheit nutzen und noch ein oder zwei kleine Sätzchen dazu mit reinnehmen....damit der Leser schnall, wie die Geschäfte gemacht werden und dass im Prinzip alles über Alex laufen muss, wenn man nicht Gafahr laufen will, die vordere Zahnreihe zu verlieren :D
      Bin mal gespannt, warum Rob ihn am Ende so dringend draußen sehen muss...

      Ach so...hier noch ein bisschen Kleinkram:

      Rebirz schrieb:

      Es wäre schwer, neue Arbeit zu finden, wenn man es sich mit Alex verschätzt hat.
      meintest du verscherzt?


      Rebirz schrieb:

      Also ich ein Stück weiter nach unten scrolle,
      Als

      Rebirz schrieb:

      Der Sänger brüllt ins Mikrofon: Brutaaaaaal!! Und brutal geht es weiter. Mit ein paar gezielten Hieben befördere ich den Kerl ins Land der Träume.
      Keine Ahnung, ob hier ein paar zeichen der wörtlichen Rede angebracht wären...ich dachte zuerst, der Sänger spricht nach Brutaaaaal! einfach weiter :hmm:


      Rebirz schrieb:

      aber seine Schläge würde bei mir wohl kaum Schaden anrichten,
      würden


      Rebirz schrieb:

      oder ich hätte ihn vermutlich noch die ganze Nacht die Knochen gebrochen.
      ihm


      Rebirz schrieb:

      Welche ... nicht spüre.
      ich (?)


      Rebirz schrieb:

      Der nächste, wo in naher Zukunft einen Witz über Eier macht, dem brech‘ ich die Beine!
      Sollte es nicht heißen: der nächste, der in naher Zukunft einen Witz über Eier macht.... (?)


      Rebirz schrieb:

      Mit zweit mal antippen nehme ich den Anruf an. „Rob?“
      Ich glaube, hier stimmt was nicht...Mit zweimaligem Antippen nehme ich den Anruf an... (oder so)



      LG,
      Rainbow
    • Lieber @Rebirtz

      Spoiler anzeigen

      Ich mag den Helden. Du erzählst es so richtig schön im Stil der 80 iger. Warum reden, wenn man den nervenden Idioten einfach gegen die Theke kloppen kann. Das finde ich super! Echt jetzt.

      Den Kampf hätte man länger schildern können. Warum kriegt Jack jetzt soviel Geld? Hörte sich so an, als wäre es einer von vielen Kämpfen an dem Abend.

      Grundsätzliches: Jack ist offensichtlich schmerzunempfindlich. Ok. Das schützt ihn aber nicht vor Verletzungen, es ist sogar viel gefährlicher. Er spürt Verletzungen nicht. So wie du es schilderst beeinträchtigen ihn die Schläge nicht. Seine Eier sind noch intakt, denke ich.
      Ähnlich wie Wolferine oder David Dunn (Unbreakable mit Bruce (Gott) Willis)
      Also, wenn jemand Jack die Niere kaputthaut, dann ist die kaputt. Er merkt es nur nicht! Oder…

      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Hey there,

      hab mir mal die zwei neuesten Teile durchgelesen. Mir gefällt der düstere Stil insgesamt schon sehr gut und es gibt der Geschichte nochmal einen Twist, der sie interessanter macht.
      Kritik

      Das Gespräch zwischen Red Hand und Jack war mir dann aber doch ein bisschen zu grungy... ich fand, das klang sehr gewollt hart und nicht unbedingt natürlich, wie die miteinander reden. Prinzipiell gefällt mir der raue Schreibstil gut, weil eben auch irgendwie authentisch, aber hier würde ich doch ein bisschen vom Gas gehen. Die Gespräche mit Alex funktionieren da schon besser.
      Insgesamt hat mir das Zusammentreffen von Rob und Jack eh nicht so gefallen... musste mir da irgendwie Dwayne Johnson und Terry Crews vorstellen, die sich gegenseitig abchecken. Wie gesagt, die harte Art der beiden ist mir ein bisschen zu überstilisiert. Im Endeffekt ist es natürlich völlig dir überlassen, wie du deine Charaktere zeichnen möchtest, aber harte Leute, die im Untergrund mitmischen, sind meistens nicht hart, weil sie coole Sprüche klopfen und gut kämpfen können, sondern weil sie absolut rücksichtslos mit anderen umspringen und ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen gehen. Gerade im Zeitalter der modernen Schusswaffen braucht man da keine dicken Muskeln mehr. Die Ambivalenz fehlt mir bei Jack und Rob in der Darstellung irgendwie, daher wirken sie auf mich überzeichnet. Auch bei Alex, der dann ja beinahe schon kuscht vor Jack - wieso ist er ein so einflussreicher Untergrundboss, wenn er dann Jack einfach Kohle hinterher schmeißt, die der eigentlich schon abgeschrieben hatte? Entweder er will ihn kaufen oder aber er hält ihn an der kurzen Leine. Beides schien mir nicht der Fall zu sein.
      Bei Jack wird die bamf Darstellung für mich insofern problematisch, weil er der Hauptcharakter ist und, ich meine, das kann natürlich genau das sein, was du willst, aber mir ist da die Charakterzeichnung etwas zu schlicht.
      Ich würde zum jetzigen Zeitpunkt Jack so zusammenfassen:

      Jack

      Talentierter Mechaniker
      Harley-Fahrer
      hört uralte Heavy Metal Musik
      steht auf Öl und Benzin, völlig gegen den Zeitgeist
      findet abstrakte Kunst scheiße
      Groß, super stark
      Harter Kämpfer
      Harter Typ
      beliebt
      vermutlich gutaussehend (?)
      Schmerzunempfindlich
      Quasi unbreakable

      Mir fehlen da irgendwie Ecken und Kanten in der Charakterzeichnung, irgendetwas, was nicht ins Bild passt, ihn verwundbar macht oder als Protagonisten wirklich interessant. Würde man jetzt feststellen, dass er wirklich ein A* ist und über Leichen geht, wäre all' das vielleicht wieder passend und spannend ihn dabei zu verfolgen, aber die Situation mit Emila lässt eher darauf schließen, dass er darüber hinaus auch noch der moralische Held der Story ist, in einer Welt (Szene), die sonst total abgefuckt wäre.
      Der ist wie Geralt aus "The Witcher", Badass quasi ohne Schwächen, geht immer wieder über Leichen, entscheidet sich in den Keymomenten aber immer moralisch richtig. Die Buchreihe an sich gefällt mir gut, aber Geralt war für mich eher dürftig ausgearbeitet. Momentan sieht es für mich so aus, als würde Jack ein ähnliches Schicksal erleiden.

      Aber wie gesagt, kann ja sein, dass es genau das ist, was du willst und es wird auch immer wieder Leser geben, die sich freuen, wenn sie solche Charaktere verfolgen dürfen.


      Ansonsten hab ich den Eindruck, dass Jack in Gedanken ein bisschen zu viel erklärt. Sicher, du willst dein Setting darstellen, aber dass die Uhr als Telefon funktioniert, würde man bspw auch aus dem Kontext schließen können, ohne, dass er es explizit erwähnt. Ein wenig Erklärung ist sicherlich notwendig, sonst würde man viel nicht verstehen, aber einiges erschließt sich auch von selbst. Gerade in dem Kampf kam er mir irgendwie vor, wie ein unbeteiligter Erklärbar, der mit dem Kopf gerade ganz woanders ist. Selbst wenn er keine Schmerzen empfindet, sind drei Gegner in Folge sicherlich recht anstrengend für ihn und getroffene Muskeln verhärten/erlahmen oder müsste irgendwie aus der Puste kommen. Die Folgen solcher Kämpfe könnten für jemanden, der keine Schmerzen empfindet, auch extrem gefährlich und völlig umkalkulierbar sein. Reale CIPA-Patienten leben glaube ich recht gefährlich, da Schmerz ja durchaus seine Funktion hat.
      Mir persönlich ging das ein wenig zu leicht.

      Die Ausgestaltung des Clubs fand ich insgesamt aber sehr gut gelungen und stimmig, war atmosphärisch und hat mit unverändert gutem Schreibstil Spaß gemacht zu lesen. Das Maß, mit dem du Sci-Fi Settings mit dem rotzigen Untergrund vermischt ist gut abgestimmt und wirkt überzeugend, nicht zu viel oder zu übertrieben, ebenso wenig zu wenig.

    • Hey meine lieben Leser :)

      Rainbow

      Rainbow schrieb:

      Der Käfigkampf war ja ganz nett....du hättest das natürlich noch ein bisschen ausschmücken können... aber ich schätze, so war das schon in Ordnung So ist Jack also unverhofft zu einem netten Sümmchen Geld gekommen. Wobei ich nicht ganz verstehe, warum das jetzt ein "Gefallen" von Alex war. Im Grund hätte dieser Voodo-Arzt Jack doch auch direkt ansprechen und mit ihm den Deal abwickeln können...oder läuft die Kommunikation so nicht? Okay, Alex hat dafür gesorgt, dass Jack das komplette Preisgeld bekommen hat, aber das restliche Geld hat dieser Arzt doch aus der eigenen Tasche gezahlt....Na ja, egal. Diese Gedanken kamen mir nur so beim Lesen... vielleicht könnte man aber die Gelegenheit nutzen und noch ein oder zwei kleine Sätzchen dazu mit reinnehmen....damit der Leser schnall, wie die Geschäfte gemacht werden und dass im Prinzip alles über Alex laufen muss, wenn man nicht Gafahr laufen will, die vordere Zahnreihe zu verlieren
      Ich bin mir nicht sicher wie viel interessanter der Käfigkampf wirklich werden würde, wenn ich da noch groß Details einbaue. Ich meine, was sind da Details? Ein Hieb links und Rechts, mal ein Tritt, ein wenig ausweichen und blocken. Für meinen Geschmack ist das dann immer fast etwas überladen und schränkt die Fantasie des Leser eins. Zumindest geht es mir so, wenn ich extrem technische Kämpfe lese. In meinem Kopf läuft der Kampf einfach so nebenbei ab beim lesen. Ich könnte mir höchsten vorstellen, hier noch ein wenig mehr Reaktionen von Jacks Gegnern zu bringen, wenn sie langsam begreifen, was sie für ein Problem mit ihm haben. :hmm:
      Bezüglich Alex und den Geschäften könnte hier eigentlich fast ein ergänzender Satz reichen, das klar wird, dass sämtliche Transaktionen hier über ihn laufen und er eine "Bearbeitungsgebühr" abzieht.

      Danke auch für die ganzen Kleinkram-Arbeiten :)


      Sensenbach

      Sensenbach schrieb:

      Ich mag den Helden. Du erzählst es so richtig schön im Stil der 80 iger. Warum reden, wenn man den nervenden Idioten einfach gegen die Theke kloppen kann. Das finde ich super! Echt jetzt.
      Ich hab auch einen Mords Spaß mit dem Charakter :D

      Sensenbach schrieb:

      Den Kampf hätte man länger schildern können. Warum kriegt Jack jetzt soviel Geld? Hörte sich so an, als wäre es einer von vielen Kämpfen an dem Abend.
      Hat Rainbow auch angemerkt mit dem Kampf, daher hier der Verweis nach oben im Kommi :)
      Voodoo hat halt einen besonderen Narren an Jack bzw. seinem Zustand gefressen. Da er sich aber nicht gerne deswegen verkloppen lässt, hat Voodoo halt einen Anreiz geliefert.
      Das ist der Unterschied zwischen Jack und den restlichen Kämpfern und auch nicht üblich.

      Sensenbach schrieb:

      Also, wenn jemand Jack die Niere kaputthaut, dann ist die kaputt. Er merkt es nur nicht! Oder…
      Yep, er ist nicht unzerstörbar. Er spürt nur keinen Schmerz bzw. in seinem besonderen Fall ja auch kaum etwas anderes. Also auch gewöhnliche Berührungen aller Art.


      Aval.b.bado

      aval.b.bado schrieb:

      Das Gespräch zwischen Red Hand und Jack war mir dann aber doch ein bisschen zu grungy... ich fand, das klang sehr gewollt hart und nicht unbedingt natürlich, wie die miteinander reden. Prinzipiell gefällt mir der raue Schreibstil gut, weil eben auch irgendwie authentisch, aber hier würde ich doch ein bisschen vom Gas gehen.
      Ich gebe zu, das ich da deiner Meinung bin. Allerdings wollte ich mit Rob einen extremen Charakter haben, habe den bisher aber noch nicht 100% vor Augen. Evtl. kristallisiert sich bei den nächsten Szenen dann von selbst heraus, was Rob für ein Typ sein soll und ich kann dann hier nachbessern. Die Geschichte ist noch nicht komplett durchgeplottet, ergo sind nicht alle Kleinigkeiten in Stein gemeißelt.

      aval.b.bado schrieb:

      Auch bei Alex, der dann ja beinahe schon kuscht vor Jack - wieso ist er ein so einflussreicher Untergrundboss, wenn er dann Jack einfach Kohle hinterher schmeißt, die der eigentlich schon abgeschrieben hatte? Entweder er will ihn kaufen oder aber er hält ihn an der kurzen Leine. Beides schien mir nicht der Fall zu sein.
      Jack hat für Alex schon mal einen Nutzen, den ich im nächsten Teil anschneiden werde. Ob darüber hinaus noch mehr dahintersteckt weiß natürlich niemand :whistling:

      aval.b.bado schrieb:

      Bei Jack wird die bamf Darstellung für mich insofern problematisch, weil er der Hauptcharakter ist und, ich meine, das kann natürlich genau das sein, was du willst, aber mir ist da die Charakterzeichnung etwas zu schlicht.
      Ich finde ja, dass es nach einem Kapitel noch etwas zu früh ist, einen Prota zu beurteilen, aber ich glaube, mit dem nächsten Kapitel könnte sich dein Eindruck von Jack etwas verändern. Ob es dann positiv oder negativ ist wird sich zeigen :) Generell versuche ich meine Charaktere stets einen gewissen Wandel durchlaufen zu lassen. Das habe ich bei meinem "Der Gott der nicht sein sollte" schon geplant, dort jedoch über einen viel längeren Zeitraum hinweg. Da ist es etwas leichter. Bei dieser Geschichte hier habe ich mir in dieser Hinsicht etwas spezielles vorgenommen. Ist auch eine Übung für mich :)

      abal.b.bado schrieb:

      Ansonsten hab ich den Eindruck, dass Jack in Gedanken ein bisschen zu viel erklärt. Sicher, du willst dein Setting darstellen, aber dass die Uhr als Telefon funktioniert, würde man bspw auch aus dem Kontext schließen können, ohne, dass er es explizit erwähnt. Ein wenig Erklärung ist sicherlich notwendig, sonst würde man viel nicht verstehen, aber einiges erschließt sich auch von selbst. Gerade in dem Kampf kam er mir irgendwie vor, wie ein unbeteiligter Erklärbar, der mit dem Kopf gerade ganz woanders ist.
      Das ist aber "ein Problem" der Ich-Perspektive. Da kann man nicht wirklich aus. Irgendwie muss man ja ein wenig erklären und Hintergründe einbringen, ansonsten wird das eine recht trockene Geschichte. Im Prinzip ist es aber dasselbe was ein Erzähler in der üblicheren Erzählperspektive von sich gibt. Bezüglich dem Kampf habe ich oben bei Rainbow schon was dazu gesagt. Ich wäge halt immer etwas ab, worauf ich in einer Szene den Fokus legen möchte bzw. was mir als wichtiger / unterhaltsamer erscheint. Ist natürlich immer Geschmackssache.

      Danke dir für den ausführlichen Kommi und auch die Kritik. Immer raus damit, weil nur so kann man besser werden! :)
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    • Kapitel 3 - Part 1

      Draußen wartet er schon vor seiner Lagerhalle auf mich. Auch mein Motorrad steht bereit. „Da bist du ja. Ich habe einen Anruf gekriegt. Irgendwas ist bei deiner Werkstatt passiert. Du solltest besser mal nachsehen gehen.“
      „Wer ruft den bitte dich an, wenn an meiner Werkstatt etwas faul ist?“
      „Du weißt doch, ich habe viele Freunde, Jack. Besser, wenn du sie nicht alle kennst. Auf meinen Kontakt ist jedenfalls Verlass. Sieh zu, dass du nach Hause kommst. Wäre schade, wenn dein Laden wegen so einem Blödsinn hops geht. Er ist so ein schöner Umschlagplatz.“
      Aha, darum hat er also ein Auge darauf. Über mein Geschäft bringen wir immer wieder Benzin und Öl in den Umlauf. Wenn man zum Beispiel alte Motoren verkauft, ist es gesetzlich erlaubt, eine gewisse Menge Treibstoff mitzugeben. Tatsächlich ist es sogar die Pflicht des Verkäufers. Das Gerät muss in einem einsatzbereiten Zustand übergeben werden. Ich sagte ja, ich kenne mich mit Grauzonen aus.
      „Danke, Rob. Ich kümmere mich darum.“ Mit einem Schwung sitze ich auf dem Motorrad und lasse den Motor an. „Aber wehe dein Kontakt hat Scheiße gebaut! Dann habt ihr mir meinen schönen Abend versaut!“

      Obwohl ich Ideallinie bei maximaler Geschwindigkeit fahre, dauert die Heimfahrt dennoch etwa eine Stunde. Mit quietschenden Reifen komme ich in meiner Einfahrt zum Stehen. Auf den ersten Blick kann ich nichts Ungewöhnliches feststellen. Kein Anzeichen, dass sich jemand Zutritt verschaffen wollte. Ich stelle die Maschine also ab und gehe um das ganze Haus herum. Auch hier nichts zu sehen.
      Rob, ich piss dir in deinen nächsten Drink und finde einen noch beschisseneren Spitznamen, das schwöre ich dir!
      Mittlerweile ist es schon spät geworden und die orangefarbenen Straßenlichter flackern auf. Hier draußen am Land haben wir noch altertümliche Laternen. In den Städten hingegen sind Lichter in die Straße selbst eingelassen, welche nachts ein Hologramm erzeugen und so Licht spenden. Im Laternenschein sehe ich plötzlich etwas auf der Straße liegen. Mein Hals schnürt sich zu, als ich erkenne, was es ist. Mit zittrigen Fingern hebe ich die übergroße Wollmütze auf.
      Nein, sie ist sicher nicht zurückgekommen. Das muss ein dummer Zufall sein. Ich habe ihr doch klipp und klar gesagt, wie gefährlich es hier ... ach du scheiße!
      „Emila!“ Mein Schrei hallt durch die anbrechende Nacht, eine Antwort bleibt aus. Noch einmal laufe ich um mein Haus herum und rufe nach ihr. Vergebens. Es bleibt still. Das flaue Gefühl in meinem Magen wird dafür umso intensiver. Ich weiß einfach, dass etwas nicht stimmt.
      Denk nach, Jack! Was tun? Irgendwer muss was mitbekommen haben!
      „Rolf!“, rutscht es mir heraus und stürme prompt zum Nachbarshaus. Mit einem Satz springe ich über das Gartentor und hämmere mit der Faust gegen die Haustüre. „Rolf! Mach die scheiß Tür auf!“
      Drinnen höre ich Rolle ausflippen und die Treppe herunter poltern. Im folgt lautes Fluchen. Kurz darauf reißt Rolf die Tür auf. „Was soll der Mist, Jack? Weißt du wie spät es ...“
      Ich packe ihn am Kragen und drücke ihn gegen die Wand. Rolle stürmt auf mich zu. „Sitz!“, blaffe ich ihn an und noch aus dem Lauf heraus, sitzt er auf seinem Hintern.
      „Du dummer Köter! Warum hörst du auf ihn, aber nicht auf mich? Fass ihn!“ Rolle bleibt unbeeindruckt sitzen.
      „Was hast du gesehen, Rolf?“, schreie ich ihn an. „Wer war an meinem Haus?“
      „Lass mich los, verdammt!“
      „Rolf! Ich frage nicht noch einmal! Ich weiß, dass du Rob angerufen hast! Das nächste Haus ist drei Straßen weiter! Nur du kannst es gewesen sein! Spuck’s schon aus!“
      „Wer glaubst du, dass du bist, dich in meinem Haus so aufführen zu können? Huh, Jack? Sieh zu, dass du ...“
      „Was. Hast. Du. Gesehen?“ Bei jedem Wort kracht sein Hinterkopf gegen die Wand.
      „OK! Hör auf! Ich geb’s ja zu!“
      Unverständlich gemurmelte Flüche prasseln auf mich ein, als ich ihn loslasse und er sich den Kopf hält. Erst jetzt bemerke ich, dass er in Unterhose durch die Gegend läuft und nur die halbe Gesichtshälfte rasiert ist. Da habe ich ihn offenbar gänzlich unglücklich erwischt. Aber Rolf war ja noch nie für seine Ordnung und Pflege bekannt, von daher wäre es wohl eher pures Glück gewesen, wenn ich einen günstigen Zeitpunkt angetroffen hätte.
      „Vor etwa einer Stunde habe ich jemanden um deine Werkstatt schleichen sehen. Kannte die Kleine nicht. Hat ausgeschaut wie ein Hippie mit ihrem langen Kleid und der komischen Mütze. Bis ich raus gegangen bin, war sie verschwunden. Da hab ich Rob angerufen.“
      „Wegen einem Hippie?“
      „Ja klar! Nur wegen dem bescheuerten Hippie! Nein! Weil es mein verdammter Job ist, jeden Mist zu melden, der mir an deiner Bude seltsam vorkommt! Ich kann das Geld gut gebrauchen, weißt du? Kann nicht jeder einen so tollen Nebenverdienst haben wie du, Jacky.“
      „Über deine Vereinbarung mit Rob unterhalten wir uns später. Was ist danach passiert? Wo ist das Mädchen hin?“
      „Ich weiß es nicht, Jack. Sie war weg und ich hab nicht nach ihr gesucht. Allerdings hat Hans mit seinen Lackaffen vor nicht mehr als zehn Minuten noch einen riesen Radau gemacht. Hat sich ganz schon wild angehört. Viel Geschrei und so. Nimm’s mir nicht übel, aber lieber verzichte ich auf die Kohle für deine Überwachung, bevor ich mich mit denen anlege. Sollen die deine scheiß Bude doch einreißen.“
      Oh nein. Das muss es sein. Sie haben Emila abgepasst und jetzt ... Zehn Minuten. Es ist erst Zehn Minuten her, Jack. In so kurzer Zeit kann nicht viel passiert sein. Übereile hier nichts.
      Ich lasse Rolf stehen, der mir wüste Ausdrücke hinterherschreit und laufe zurück zu meinem Motorrad. Wenn es wirklich so ist, wie ich vermute, dann haben sie Emila sicherlich zu ihrer Hütte verschleppt. Gut, dass ich den Weg dorthin kenne. Auf meinen Spritztouren fahre ich regelmäßig daran vorbei. Die Reifen quietschen und schon bin ich wieder auf der Straße.
      Ich frage mich nur, wie sie es geschafft haben, an sie heranzukommen? Eigentlich hätte doch das Aegis-Schild anschlagen müssen. Allerdings ist Hans zwar dumm wie Stroh, auf den Mund gefallen ist er deswegen aber nicht. Vielleicht hat er Emila so lange bequatscht, dass sie ihm geglaubt hat, dass er keine Gefahr ist. So gutgläubig wie die kleine Sonnenläuferin ist, würde mich das nicht wundern. Wenn sie ihren Ring abgelegt hat, ist sie völlig schutzlos.
      In Gedanken versunken fliege ich fast aus einer engen Kurve, von der ich eigentlich weiß, dass sie durch den vielen Kies, welcher von den Abhängen herunterrollt, gefährlich ist.
      Mach langsam, Jack. Wenn du hier einen Baum küsst, ist niemandem geholfen.
      Die Tachonadel wandert dennoch stetig weiter nach oben.
      Die Berghütte liegt ein Stück im Wald versteckt und ist nur über einen Trampelpfad zu erreichen. Auf der Parkfläche nahe der Straße stehen bereits die vier quietschenden Rostlauben des Nazi Quartetts. Sofort stechen mir die Schleifspuren im Dreck ins Auge. Hier bin ich definitiv richtig und hoffentlich noch nicht zu spät.
      GESCHRIEBENES VON REBIRZ

      Der Gott, der nicht sein sollte (Urban Fantasy)
      Noetik (Sonstige Fantasy)
      Sonnengeboren (Sci-Fi-Fantasy)


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      To do... To do... To do, to do, to do, to do, to doooo, dododododo


    • Hey @Rebirz :)

      Spoiler anzeigen


      Oh je... das hört sich irgendwie nicht gut an. Im Moment frage ich mich folgendes: Welchen Grund hatte Emila, so schnell wieder zu Jack zurückzukehren? ... Und wieso hat sie sich nach Jacks Ansage so einer Gefahr ausgeliefert und ist erneut diesen komischen Nazis in die Arme gelaufen?...also kurz und knapp: Was verdammt noch mal ist da passiert???

      Irgendwie würde es mich auch nicht wundern, wenn gar nichts Schlimmes passiert wäre. Vielleicht sitzt sie ja auch ganz einträchtig nun mit den Jungs da... oder vielleicht sie die schon längst fertig gemacht ^^ Mal abwarten... vielleicht hast du auch den Klassiker gewählt und Jack befreit sie nun heldenhaft...aber irgendwie glaube ich daran nicht so ganz ... :hmm:

      Na ja, ich werde mich wohl gedulden müssen, bis es weitergeht. :)

      Hier noch zwei Fehlerchen:

      Rebirz schrieb:

      Im folgt lautes Fluchen
      Ihm

      Rebirz schrieb:

      Hat sich ganz schon wild angehört
      schön



      LG,
      Rainbow
    • Nabend! Ein paar Anmerkungen.

      Stuff

      Rebirz schrieb:

      „Wer ruft den bitte dich an
      denn

      Rebirz schrieb:

      In den Städten hingegen sind Lichter in die Straße selbst eingelassen, welche nachts ein Hologramm erzeugen und so Licht spenden.
      Das verstehe ich nicht ganz? Hologramme sind doch Licht... also wieso erzeugt man ein Hologramm, um Licht zu spenden? Vielleicht bin ich gerade zu blöd, um zu checken wie du das meinst, aber das Licht ist doch zuerst da, wenn also ist das Hologramm ein Gimmick des Lichts, nicht das Licht ein Gimmick des Hologramms?

      Rebirz schrieb:

      und nur die halbe Gesichtshälfte rasiert ist. Da habe ich ihn offenbar gänzlich unglücklich erwischt. Aber Rolf war ja noch nie für seine Ordnung und Pflege bekannt, von daher wäre es wohl eher pures Glück gewesen, wenn ich einen günstigen Zeitpunkt angetroffen hätte.
      Das gänzlich unglücklich erwischt bezieht sich ja nicht darauf, dass er nur zum Teil rasiert ist (und somit abgegammelt), sondern, dass er gerade dabei war sich zu rasieren, oder? Insofern passt der Vergleich im letzten Satz nicht so richtig.

      Rebirz schrieb:

      von der ich eigentlich weiß, dass sie durch den vielen Kies, welcher von den Abhängen herunterrollt, gefährlich ist.
      Der Nebensatz ist doch ein bisschen verzwickt, für das langsam aufheizende Erzähltempo, finde ich^^

      Ansonsten kommt erstmals ein bisschen Spannung auf! Gut so :) Sprachlich auch nix weiter auszusetzen, also schieb mal jetzt nach hier :P n bisschen in Fahrt kommen mit der Harley hier! Wrumm, wrumm! Ne Spaß, kein Druck! (MACH JETZT!)
    • Neu

      Hey @Rainbow und @aval.b.bado! Danke für eure Kommis und das andauernde Interesse an der Geschichte. Ich hab heute tatsächlich wieder ein paar Seiten geschrieben und diesen Teil hier noch mal gecheckt, dass ich ihn posten kann. Der Schreibprozess ist zwar schleppend, aber immerhin wieder mal etwas :)

      Kapitel 3 - Part 2

      Leise, aber zügig bewege ich mich im Schutze der Bäume hinauf zur Hütte. Ein Schrei schneidet sich durch die Nacht und ich sprinte zu einem der Fenster. Vorsichtig spähe ich ins Innere und sehe gerade noch, wie Hans Emila an den Haaren gepackt über den Boden schleift. Unsanft befördert er sie gegen die Wand, wo sie zusammensackt. Ihr Körper ist übersät von Schürf- und Schnittwunden. Über ihrem rechten Auge ist die Haut aufgeplatzt und auch ihre Unterlippe ist schwer mitgenommen.
      „Was ist los, Glühwürmchen? Wo ist dein tolles Schild?“, höre ich Hans spotten.
      Das ist in der Tat eine gute Frage. Emila trägt ihren Ring noch, also warum aktiviert sich die Barriere nicht? Sobald ihr Gefahr droht, schlägt das Ding an. Es hat ja sogar mich durch die Luft befördert und ich habe sie nur etwas scharf angegangen. Irgendwas ist hier faul.
      Zitternd rappelt sich Emila an der Wand abstützend hoch und plötzlich baut sich ihr Schild auf. Die vier Nazis brechen in schallendes Gelächter aus, während sie humpelnd versucht in Richtung Tür zu entkommen. Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf, als Hans‘ Faust einfach durch das Aegis-Schild hindurch gleitet und gegen Emilas Schläfe kracht. Triumphierend reißt er die Hände in die Luft. Seine Kumpels feiern ihn überschwänglich.
      Wie in aller Welt ist das möglich? Diese Schilde halten die Noctijukoo - eine hochentwickelte Rasse wie die Sonneläufer selbst – auf Distanz, wie also kann eine kleine, unbedeutende Made wie Hans scheinbar problemlos hindurchgreifen? Das ist unmöglich!
      „Na kommt schon, Leute. Helft der Dame auf!“, tönt Hans mit sarkastischen Unterton.
      Einer seiner Kumpels wuchtet Emila lachend zurück auf die Beine und hält sie aufrecht. Alleine wäre sie wohl wieder zusammengesackt.
      „Ok, Glühwürmchen. Spielen wir ein Spiel. Die Regeln sind simpel und wenn du gewinnst, darfst du gehen.“ Er baut sich direkt vor ihr auf. „Verpass mir eine. Hau mir einfach eine rein. Wenn du das schaffst, hast du gewonnen.“
      Dieser Wichser! Er weiß ganz genau, dass Emila das niemals tun wird. Sie kann es nicht. Seit dem Angriff der Noctijukoo weiß jeder Mensch, dass die Sonnenläufer nicht gewalttätig werden können. Ihnen fehlt quasi das entscheidende Zahnrad, welches diese Gehirnaktivität antreibt. Nicht einmal eine lästige Schmeißfliege könnten sie erschlagen. Als die Menschen nach einer Erklärung für das passive Verhalten der Sonnenläufer verlangten, offenbarten sie uns, dass sie einst den Noctijukoo überlegen waren. Bis zu dem Tag, als diese mit einer biotechnischen Waffe angriffen. Diese veränderte das Erbgut der Sonnenläufer und zwei Generationen später konnte kein einziger von ihnen mehr einen Schlag ausführen. Sie haben ihnen quasi die Gewalt aus der DNA gelöscht.
      Emila laufen die Tränen über die Wangen, doch Hans hört nicht auf. Er hält ihr die Backe hin und tippt dagegen. „Komm schon. Nur ein kleiner Klaps. Wir nennen das hier auf der Erde eine Backpfeife. Ist gar nicht schlimm.“
      Ich muss endlich was tun, aber auch wenn ich schmerzunempfindlich bin, weiß ich es dennoch besser, da einfach hineinzustürmen. Diese Kerle sind schnell darin ein Klappmesser zu zücken und weiß Gott, was sie in ihrer Hütte noch alles griffbereit haben. Nur weil ich nichts spüre, bin ich noch lange nicht unverwundbar. In der Dunkelheit finde ich nur einen Pflasterstein, der auf einem Schutthaufen liegt. Nicht wirklich die beste Verteidigung, aber besser als nichts. Gerade, als ich hinüberschleiche und ihn aufheben will, höre ich Emila panisch Kreischen.
      Ok, jetzt reicht’s! Scheiß drauf!
      Mit aller Kraft schleudere ich den Stein durch die Fensterscheibe, sprinte jedoch um die Hausecke und trete die Türe ein. Drei Dinge gilt es auf einmal zu verarbeiten. Erstens: Die Finte mit dem Stein hat funktioniert. Zwei Typen strecken ihren Hälse zum Fenster hinaus und haben mich noch nicht bemerkt. Zweitens: Hans‘ Hose ist offen und Emilas Kleid zerrissen. Drittens: Der vierte im Bunde hat das Pech, als Erster in meiner Reichweite zu stehen.
      Er reagiert zwar schnell und will zuschlagen, doch ich fange seinen Arm ab, verdrehe und breche ihn zweimal. Erst den Ellenbogen, dann das Schultergelenk. Sein Schrei erstickt in meinen Schlägen und ich höre erst auf, als sich seine zwei Brüder auf mich stürzen. Einer nimmt mich von hinten in einen Würgegriff und der zweite zückt ein Klappmesser. Mit meinem ganzen Gewicht lasse ich mich mit dem Rücken gegen die Wand krachen und mein lästiges Anhängsel fällt ab wie eine Schuppe.
      Am Boden vor mir liegt der Stein, den ich durch die Scheibe geworfen habe. Der kommt mir gerade gelegen. Ich hechte nach vorne, greife zu und ramme ihn noch aus der Rolle heraus dem Messerstecher in die Fresse. Die Gesichtsknochen brechen mehr als hörbar. Hinter mir rappelt sich das Klammeräffchen wieder stöhnend auf, nur um ebenfalls den Stein zu küssen.
      „Jack!“
      Ich wirble herum. Hans hat die zierliche Emila am Genick gepackt und hält ihr ein Messer an die Kehle. Die Klinge schneidet sich bereits in die Haut und etwas Blut läuft ihr den Hals hinunter. Das Kleid hängt in Fetzen. Panisch versucht sie es irgendwie zusammenzuhalten.
      „Dumm, Hans. Absolut dumm. Selbst für dich.“
      „Halt’s Maul, Jack! Ich bring die Kleine um! Wirf den Stein weg!“
      „Hättest du das nicht sowieso? Warum sollte ich mich jetzt ergeben, wenn du da weitermachst, wo du aufgehört hast, nachdem du mich aus dem Verkehr gezogen hast?“ Ein provokanter Schritt meinerseits in seine Richtung lässt ihn einen zurückweichen.
      „Bleib, wo du bist! Den Stein weg!“
      Ich bin gänzlich abgeneigt, seiner Forderung Folge zu leisten. Stattdessen jongliere ich mit meiner altertümlichen Waffe. Mit immer mehr Schweißperlen auf der Stirn verfolgt Hans jede meiner Bewegungen. Einen Plan habe ich, wie Emila und ich heil aus dieser Sache herauskommen. Ob er gut ist, wird sich zeigen.
      „Also gut.“ Ich lasse den Stein fallen. „Und jetzt? Wie machen wir weiter, Hans?“
      „Du verpisst dich! Und zwar alleine!“ Er verleiht seinen Worten Nachdruck, indem er das Messer noch fester in Emilas Haut drückt. Sie wimmert und zittert am ganzen Leib. Glänzende Tränen rollen über ihre Wangen.
      „Ich soll gehen? Dir ist aber schon klar, dass ich Zuhause direkt die Polizei anrufen und sie dir auf den Hals hetzen werde, oder?“
      In Hans‘ Kopf müssen seine wenigen grauen Zellen auf Hochtouren arbeiten. Langsam sickert es in seine Birne ein, dass er ein gewaltiges Problem hat. Gut, dass ich eine vermeintliche Lösung für ihn parat habe.
      „Eigentlich bleibt dir nur eine Option. Soll ich sie dir verraten?“
      „Du bist ein verdammter Klugscheißer, Jack!“, blafft er mich an. „Das habe ich schon immer an dir gehasst! Glaubst‘ wohl ich bin blöd, huh? Ich weiß genau, was zu tun ist! Dreh dich um! Gesicht gegen die Wand und Hände über den Kopf! Los!“
      Langsam tue ich, was er will. Er hat tatsächlich selbst herausgefunden, was er tun muss. So lange ich lebe, kommt er aus dieser Nummer nicht heil heraus. Gut. Es läuft alles wie geplant. Jetzt heißt es nur noch gut hinhören. Emila schreit kurz auf und Hans sagt irgendwas von nicht weglaufen. Ein Schritt, dann noch einer. Gebannt starre ich die Holzwand direkt vor mir an und lausche. Wieder ein Schritt. Spürt Hans, dass ich etwas vorhabe? Er geht so langsam und vorsichtig, dass seine Bewegungen schwer einzuschätzen sind. Wo ist er gerade? Wie weit ist er noch entfernt?
      In der Theorie ist dein Plan glatter abgelaufen, Jack.
      Die Bewegung sehe ich nur durch reinen Zufall. Ein Glassplitter liegt am Boden und aus dem Augenwinkel heraus, bemerke ich es. So schnell wie möglich reiße ich die Arme nach unten und lasse mich nach hinten fallen, doch es ist zu spät, den Angriff wie geplant gänzlich abzufangen. Die Klinge bohrt sich in meinen rechten Oberarm, knapp über den Ellbogen. Dann geht alles sehr schnell. Ich verliere das Gleichgewicht und reiße Hans mit zu Boden. Er verliert seine Waffe, welche in meinem Arm stecken bleibt. Tatsächlich ist Hans nicht ganz so dumm, wie ich üblicherweise behaupte, denn er begreift, dass er verloren hat und will die Flucht ergreifen. Weit kommt er jedoch nicht. Kurz vor der Tür rutscht ihm seine noch immer geöffnete Hose runter und er landet mit der Fresse voraus im Dreck.
      Oh du süße Gerechtigkeit! Auf eine schönere Weise hätte er mir gar nicht in die Finger geraten können!
      Bevor er sich wieder aufrappeln kann, packe ich sein Genick und schleife ihn ins Freie. Er strampelt und sträubt sich, doch mir wird er nicht mehr entkommen. Ich werfe ihn auf den Boden, drehe ihn auf den Rücken und presse mein Knie in seinen Magen.
      „Weißt du, Hans ...“ Er schlägt nach mir, doch ich fange seine Hand problemlos ein. Eigentlich wollte ich das Gelenk nicht brechen, aber meine Kraft kann ich schon schwer einschätzen, wenn ich mich konzentriere. Heute ist mir das allerdings auch egal. Hans‘ Schrei verwandelt sich in ein leises Wimmern, als ich mit der rechten Hand sein Gesicht packe und mit der linken, das Messer aus meinem Arm befreie.
      Ein bisschen Migräne macht sich schon bemerkbar.
      „Ihr hättet so viel saufen und anschließend die Passanten anpöbeln können wie ihr wollt, nach Herzenslust Fremde bestehlen und meinetwegen sogar euren beschissenen Hass auf die Sonnenläufer am Sektoren-Gründungsfest predigen, es wäre mir ehrlich gesagt völlig egal gewesen. Aber nein, ihr müsst eine kleine Sonnenläuferin entführen.“
      Langsam wandert die Messerspitze in Richtung seines Auges. Er windet sich, doch mir hat er nichts entgegenzusetzen. „Ich kann über viele Dinge hinwegsehen und den ein, oder anderen Fehler auch mal vergeben, aber für das, was du vorhattest, gibt es keine Gnade, Hansilein.“
      Am linken Wangenknochen setze ich an und ziehe die Klinge schön langsam knapp unter dem Auge vorbei. Ich glaube, Hans beißt mir gerade in die Hand, um sich zu befreien. Vergebens. Über die Nase hinweg geht es Richtung rechtes Auge. Der Nazi mit den sonst so dicken Eiern schreit wie ein Mädchen.
      Gut so! Ich sollte ihm die Dinger samt Schwanz abschneiden!
      „Hör auf! Hör bitte auf, Jack!“, wimmert er.
      „Hättest du aufgehört, wenn Emila dich unter Tränen angefleht hätte? Warum solltest du Gnade verdienen, wenn du selbst keine gewährst, huh?“
      „Sie ist doch nur eine scheiß Sonnenläuferin! Sie hat nicht ... ARGH!“
      Mit zwei ruckartigen Drehungen, einmal nach links und wieder zurück, entfalte ich eine noch größere Wirkung mit dem Messer in seiner Schulter. Ich bin erschreckend gut darin Schmerzen zufügen, dafür das ich selbst keine spüre. Schon Wahnsinn, was man sich von Rob alles abschauen kann.
      „Was hat Emila nicht? Ich würde sagen, dass du nicht das Recht besitzt, in irgendeiner Weise über sie zu urteilen. Und weißt du was? Ich finde, dass du lange genug die Menschheit mit deinem absurden Hass in Verruf gebracht hast.“ Ich hole weit aus. „Mein Arm ist etwas in Mitleidenschaft gezogen worden. Vielleicht hast du ja Glück und ich rutsche ab, Hans. Dann geht nur dein Ohr oder was anderes, unwichtiges drauf.“
      „Nein, nein, nein! JAAACK!“
      GESCHRIEBENES VON REBIRZ

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    • Neu

      Hey Rebirz :)

      Spoiler anzeigen


      na schön, du hast dich für die Bruce Willis Befreiungsnummer entschieden :D Soweit fand ich das okay, wobei es mich jetzt auch nicht sonderlich überrascht hat. Aber es war für mich gut und nachvollziehbar beschrieben-dass er den Stein findet und damit dieses Ablenkungsmanöver startet, woraufhin er den Überraschungseffekt auf seiner Seite hat etc. Was ich hingegen nicht wirklich kapiert habe ist, was seine eigentliche Idee war, als er sich zur Wand dreht und Hans von hinten auf sich zukommen lässt....was war denn sein Plan? Offensichtlich ist er ja schiefgelaufen, denn er bekommt blöderweise das Messer in den Arm gerammt. Bestand sein Plan wirklich darin, sich früh genug wegzudrehen, was letztlich daran gescheitert ist, dass er Hans nicht hat kommen hören, weshalb ihn dann die Glasschwerbe am Boden gerettet hat, weil er darin den Schatten hat kommen sehen...oder irgendwie so? Ich weiß nicht, ob ich das wirklich als Plan bezeichnen würde ... klingt eher nach "ich versuch`s mal, weil ich habe gerade auch keine bessere Idee.... :rofl:

      Ach so.. hier noch was:

      Rebirz schrieb:

      Am linken Wangenknochen setze ich an und ziehe die Klinge schön langsam knapp unter dem Auge vorbei. Ich glaube, Hans beißt mir gerade in die Hand, um sich zu befreien. Vergebens. Über die Nase hinweg geht es Richtung rechtes Auge. Der Nazi mit den sonst so dicken Eiern schreit wie ein Mädchen.
      Gut so! Ich sollte ihm die Dinger samt Schwanz abschneiden!
      „Hör auf! Hör bitte auf, Jack!“, wimmert er.
      „Hättest du aufgehört, wenn Emila dich unter Tränen angefleht hätte? Warum solltest du Gnade verdienen, wenn du selbst keine gewährst, huh?“
      „Sie ist doch nur eine scheiß Sonnenläuferin! Sie hat nicht ... ARGH!“
      Mit zwei ruckartigen Drehungen, einmal nach links und wieder zurück, entfalte ich eine noch größere Wirkung mit dem Messer in seiner Schulter. Ic
      Ich habe mich gefragt, wie er so schnell vom Auge zur Schulter kommt... gerade war er noch dabei, Hans` Gesicht zu massakrieren...und plötzlich ist er schon an der Schulter...vielleicht fehlt mir da jetzt das Vorstellungsvermögen :hmm: Keine Ahnung...

      Bin mal gespannt, ob Hans die Sache überleben wird...und wenn ja, in wie vielen Teilen :D ...


      LG,
      Rainbow
    • Neu

      Ich mag die Bruce Willis Nummer. Die Nazis sind definitiv zu weit gegangen. Ich frage mich, ob die gar keine Angst haben erwischt zu werden. Die Sonnenläufer müssen Emila doch Orten können, oder so etwas.

      Spoiler anzeigen

      Rebirz schrieb:

      Wie in aller Welt ist das möglich? Diese Schilde halten die Noctijukoo - eine hochentwickelte Rasse wie die Sonneläufer selbst – auf Distanz, wie also kann eine kleine, unbedeutende Made wie Hans scheinbar problemlos hindurchgreifen?
      Das ist die große Frage. So ein paar unbedeutende Nazis kriegen doch nicht so ein Waffe in die Hand. Sehr seltsam. Bin gespannt was die Lösung des Rätsels ist.
      Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.

      Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz
    • Neu

      Hallo @Rebirz :) Ich klink mich hier auch mal wieder ein. Den letzten Teil hab ich noch nicht gelesen, will aber erst mal zu den zwei anderen noch was sagen:

      Spoiler anzeigen

      Kapitel 2.2
      Ich geb zu, das hab ich schon vor ein paar Tagen gelesen und war da etwas angetrunken, daher ist es vielleicht nicht so zuverlässiges Feedback, wenn ich dir sage, dass das alles für mich total Sinn gemacht hat :rofl:

      Rebirz schrieb:

      Der nächste, wo in naher Zukunft einen Witz über Eier macht, dem brech‘ ich die Beine!
      Passt mal wieder hervorragend in den Stil, gerade wenn Jack so umgangssprachlich denkt! :D

      Kapitel 3.1
      Spannend geschrieben, gefällt mir so im Gesamteindruck. Das einzige, was mich sehr gewundert hat (und Rolf offenbar auch), dass der Hund auf Jack hört, anstatt seinem Herrchen zu helfen. Vielleicht gibt's da ja noch eine Seite an Jack, die wir nicht kennen, aber ein Hund würde so nicht reagieren. Selbst unser Hund, der ansonsten als Wachhund eine Fehlbesetzung und ein Feigling vor dem Herren ist, knurrt Leute und Tiere an, wenn er sie für eine Bedrohung für sein "Rudel" hält. Letztens hat eine Nachbarin ihren jungen Hund (von der Größe eines Kalbs) mitgebracht und der hat nur etwas aufgekratzt mit den Kindern spielen wollen und hat schon Schelte geerntet. Selbst wenn der Hund Jack nicht anknurrt, würde er vielleicht eher mit eingezogenem Schwanz davonlaufen, als brav daneben zu sitzen, während sein Herrchen verprügelt wird. Auch Hunde, die Probleme mit Gehorsam haben, kennen ihr Herrchen und erkennen auf jeden Fall gefährliche Situationen.

      Ich les den letzten Teil dann später noch - bin jedenfalls gespannt :)
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Neu

      Sorry, leicht verspätet, aber immerhin noch vor dem nächsten Teil :P


      Ich finde die Action in dem Teil gelingt dir wesentlich besser. Schon klar, der Boxkampf sollte keine wirkliche Actionszene sein, aber da war er mir wirklich zu lasch abgehandelt. Hier setzt du die Ich-Erzähler-Perspektive wirklich optimal ein:

      Rebirz schrieb:

      Erstens: Die Finte mit dem Stein hat funktioniert. Zwei Typen strecken ihren Hälse zum Fenster hinaus und haben mich noch nicht bemerkt. Zweitens: Hans‘ Hose ist offen und Emilas Kleid zerrissen. Drittens: Der vierte im Bunde hat das Pech, als Erster in meiner Reichweite zu stehen.
      Das wirkt schön dynamisch und lässt die Gedanken abgehackter und schneller wirken. Fast ein bisschen wie bei den Sherlock Holmes Filmen mit Robert Downey Jr. :) (falls du die kennst). Gefällt mir jedenfalls ganz gut der Stil in der Szene und ich freu mich auf mehr dergleichen.
      Ab und zu waren ein paar unsaubere Formulierungen drin, à la "Sein Schrei erstickte in meinen Schlägen" (eher unter) oder "doch ich fange seine Hand problemlos ein" (eher ab) und ähnliches.

      Ansonsten bin ich mal gespannt, was er mit Hans macht. Ich weiß, ich hab den harten Charakter gepredigt, aber ich bin immer so schnell dabei, Mitgefühl auch mit den Bösewichten zu haben xD Insofern hoffe ich, er lässt ihn leben und verstümmelt ihn nicht allzu brutal. Aber wer weiß, vielleicht braucht der Charakter ja genau das?