Kadugo - Im Schatten des Wolfes

  • Hallo zusammen :D


    ich bin ja schon seit einiger Zeit dran meine Geschichts-Welt zu erstellen und konnte mich jetzt endlich mal aufraffen auch wirklich anfangen zu schreiben und nicht nur die Welt, Charakteren und die Story zu entwickeln. Der Anfang ist irgendwie immer das Schwierigste :D


    Ich bin mir noch sehr unsicher bezüglich meines Schreibstils und wie das Geschriebene rüberkommt, da hoffe ich das ihr mir weiterhelfen könnt. ^^


    Kritik ist erwünscht, vor allem Grammatik, Rechtschreibung und Satzbau, weil das einfach noch nie mein Ding war. "hoffentlich kein Hoffnungsloser Fall" :whistling:
    Ich weiß das man diese Sachen eig. beherrschen sollte, wenn man schreiben will, aber mir macht es einfach Spaß und ich versuche auch gerne mich da zu bessern :)


    so dann wünsche ich euch viel Spaß beim lesen.


    Cover



    Kapitel 1 (1/2)



    Im Schutz einer starken alten Eiche stehend, blickte sie auf eine Lichtung, die von mächtigen Bäumen umringt wurde. Die Riesen wirkten, wie die Mauern einer Burg die ihr Inneres vor Eindringlingen beschützte.
    Viviens Blick wanderte zu dem Rotschwanzbussard, der auf ihrem rechten Arm saß. „Ich hoffe du kennst noch dein altes Zuhause, kleiner Freund.“
    Das Tier strich mit seinem Kopf über ihren Handrücken, dann richtet es seinen Blick zur Lichtung.
    Sie folgte seiner Aufforderung und trat aus dem Schatten der Eiche in die Morgensonne. Die Strahlen, die die Baumkronen überwinden konnten, schenkten ihrer Haut eine angenehme Wärme, brachen sich in den Tautropfen auf den Gräsern und sorgten dafür, dass die Lichtung wie mit Diamanten bestückt funkelte.
    Das kniehohe Gras streifte an ihre Jeans, als sie hindurchlief und sich auf einen erwärmten Felsen inmitten der Lichtung setzte. Aus ihrer linken Jackentasche nahm sie ihr Handy und blickte auf die Uhrzeit. Seufzend suchte sie den Waldrand ab.
    „Man wo bleibt sie denn nur. Ich habe ihr doch gestern noch gesagt, dass wir uns hier um zehn Uhr treffen.“
    Vivien strich Blue leicht über die weiße Brust, der Raubvogel jedoch nahm ihre Berührung kaum wahr, denn er beobachtete die nervösen Vögel am Waldrand, die von Ast zu Ast flogen, um herauszufinden wer in ihren verborgenen Ort eingedrungen war.


    Sie dachte zurück, wie sie den verletzen Bussard hier unter einem der Fichtenbäume gefunden hatte. Sein Gefieder war durchnässt gewesen und hatte wüst in alle Richtungen abgestanden. Er war bei dem starken Sturm mit einem Baum kollidiert und hatte sich den Flügel gebrochen. Aber jetzt, nach acht Wochen intensiver Pflege, glänzten seine braun-gesprenkelten Schwungfedern wieder und gaben dem Tier sein prachtvolles Aussehen zurück.
    Plötzlich drangen Blues Gedanken in Viviens Kopf und teilten ihr mit, dass jemand die Lichtung betrat. Aus ihren Gedanken gerissen blickte sie um sich und konnte eine vertraute Person sehen, die aus dem Unterholz stieg.
    Zeitgleich sprang der Bussard von Viviens Arm, erhob sich mit kräftigen Flügelschlägen in die Höhe und segelte auf die eintreffende Person zu. Während er über ihrem Kopf Kreise drehte, ertönte sein schriller Ruf.
    Lachend hielt das Mädchen ihre Hände auf den Kopf, um ihr blondes Haar zu verbergen. Jedoch fand Blue eine ungeschützte Strähne und zog an dieser, was dem Mädchen ein Quietschen entlockte.
    Danach flog Blue wieder zurück zu Vivien. Sie streckte ihren rechten Arm in die Höhe, Blues stoppende Flügelschläge ließen ihre Haare herumwirbeln. Geschmeidig landete er auf dem, von einem Lederhandschuh geschützten Arm.
    Als Miranda die Beiden erreichte, zeigte sie mit drohendem Finger auf Blue. „Du frecher Vogel kannst es einfach nicht lassen, oder?“ Vivien musste lachen und antwortete ihr: „Sieh es positiv Mira, das ist ein Zeichen, dass er dich mag. Obwohl wenn ich so nachdenke, vielleicht kann er dich auch einfach nicht ausstehen“, sagte sie und streckte ihrer Freundin die Zunge raus.
    „Das kann nicht sein. Ich habe ihm doch immer was Leckeres zum Fressen mitgebracht. Du weißt doch, Liebe geht durch den Magen.“
    „Du meinst deine Mastattacken.“ Miranda versuchte zu widersprechen. „Es ist ein Wunder, dass er fliegen kann und nicht über den Boden rollt.“ Beide mussten losprusten.
    Vivien unterbrach ihr Gelächter. „Warum hast du eigentlich so lange gebraucht?“
    Miranda seufzte. „Frag bloß nicht. Google Maps und ich sind einfach keine Freunde. Es hat mich durch die Pampas gelotst und dann bin ich irgendwo durch ein Sumpfgebiet gelaufen und habe mir meine Stiefel versaut.“
    Vivien schlug sich die Handfläche vor´s Gesicht und musste schmunzeln. „Das kann auch nur dir passieren.“
    „Es kann ja auch nicht jeder so ein eingebautes Navigationssystem, wie du im Kopf haben“, antwortete Miranda plump.
    „Da hast du auch wieder recht. Ob alle nicht medialen Menschen so sind wie du?“, fragte sie sich.
    „Nein ich bin einzigartig, du Angeberin. Apropos, wo ist eigentlich deine Mutter?“, wechselte Miranda das Thema.
    „Sie musste kurzfristig im Krankenhaus einspringen, da eine Arbeitskollegin krank geworden ist.“
    „Ach so, na dann sind wir wohl alleine.“ Vivien nickte zustimmend.
    Plötzlich merkte sie, dass Blue ein Loch in ihren Pulloverärmel gebissen hatte.
    „Blue... ich hab ja schon verstanden.“ Sie hielt dem ungeduldigen Bussard den Schnabel zu.
    „Miranda, willst du ihm zuerst dein Geschenk geben? Der Herr wird ungeduldig.“
    Sie bejahte lächelnd und kramte in ihrer Handtasche, dann zog sie ein blaues Bändchen heraus. Es hatte die passende Größe, um an Blues Bein gebunden zu werden. Während Miranda es befestigte, zupfte Blue an einer ihrer blonden Strähnen.
    „Du frecher Vogel!“
    Vivien musste lachen. „Ihm gefällt dein Geschenk.“
    Miranda strich ihm leicht mit dem Zeigefinger über den Kopf. „Wusste ichs doch.“
    „Kannst du ihn mal kurz nehmen?“ Ohne auf Mirandas Antwort zu warten, sprang Blue auf ihren Arm. Zum Glück hatte sie eine dicke Jacke an, sodass sie Blues Krallen fast nicht spürte. Zunächst zog Vivien den Lederhandschuh aus und deponierte ihn auf den Felsen. Dann legte sie ihre Hände um Blues Kopf, wie um eine Kugel, anschießend schloss sie ihre Augen. Sie ließ ihre Gedanken in die Vergangenheit wandern, zu dem Zeitpunkt, als sie zum ersten Mal auf Blue traf und folgte diese bis zum heutigen Tag. Vor Blues Augen spiegelten sich Viviens Erinnerungen und Gefühle, die sie nun mit ihm teilte, wider. Ungewollt erreichte ihn Viviens Sehnsucht, nämlich das freie Gefühl zu spüren, wie ein Vogel durch die Lüfte zu gleiten.


    Langsam öffnet sie ihre Lider wieder und nahm die Hände von Blues Augen.
    Miranda blickte sie fragend an.
    „Ich habe ihm alle meine Erinnerungen an ihn gezeigt.“
    „Wow, wie cool, kannst du das auch bei mir machen?“
    „Nein leider nicht. Das kann ich nur bei Tieren“, antwortete sie.
    Plötzlich wird Vivien von einem abrupten Schmerz aus dem Gespräch gerissen. Blue war wieder auf ihren Arm gesprungen und biss ihr so stark in den Arm, dass sie blutete.
    „Was zum Teufel sollte das?“ Doch bevor sie richtig reagieren konnte, biss sich Blue in sein Bein. Der Blutstropfen, der an seinem Schnabel hinuntertropfte, fiel in Viviens Wunde. Dann erhob sich der Bussard in die Lüfte.
    „Was war denn das jetzt?“, fragte Miranda überrascht.
    Vivien schob ihren Pulloverärmel nach oben und konnte eine tiefe Wunde auf ihrem Handgelenk sehen. „Er hat mich gebissen! Das hat er noch nie gemacht.“ Miranda wühlte in ihrem Rucksack und hielt ihrer Freundin ein Taschentuch hin. „Seltsam.“
    Dankend nahm sie es an und tupfte sich damit das Blut weg. Zeitgleich versuchte sie den mentalen Kontakt zu Blue aufzubauen. Jedoch wurde sie von einem plötzlichen Schmerz in ihrer linken Brust unterbrochen. Sie griff krampfhaft an ihre Brust. Ihr Herz.
    Es donnerte in ihr. Der Schmerz wuchs weiter und wie eine brennende Kugel bohrte er sich einen Weg durch ihre Venen. Ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Sie konnte ihren Aufprall auf dem Boden nicht abfangen und schlug mit den Knien auf. Miranda beugte sich über sie und versuchte sie hochzuziehen. Mit keuchender Stimme reagierte Vivien. „Ne...nein...ich kann ni... arhhhh.“ Abrupt bohrte sie ihre Fingernägel in die Kopfhaut, denn ihr Kopf pulsierte vor Schmerzen. Ihr Blick verschwamm. Ihre Sinne verdrängten die Umgebung.
    Warum … warum hört es nicht auf?
    Der quälende Schmerz hatte sein Ziel erreicht, wie eine brennende Pfeilspitze drang er in ihre Augäpfel ein. Ein schriller Schrei drang aus Viviens Kehle.


    Langsam versiegte der Schmerz und Vivien öffnete vorsichtig ihre Lider. War es vorbei?
    Mirandas Stimme erreichte sie wieder.
    „Vivien … Vivien kannst du mich hören... was hast du?“
    Vivien blickte ihre Freundin an, ihre Stimme zitterte:
    „Ich weiß nicht, aber ich glaub es ist vorbei.“ Sie versuchte sich wieder aufzurichten, doch plötzlich hatte ihr Herz einen kurzen Aussetzer und dann raste ihr Blut, wie ein Tsunami durch ihre Adern. Ihr Blick schwärzte sich und die Spannung verließ ihren Körper. Sie kippte ins feuchte Gras.


    Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
    Mahatma Gandhi

    3 Mal editiert, zuletzt von Remoni ()

  • Hallo @Remoni,


    Dein Titel hat mich hierher gelockt und hoffe, er ist keine Finte :D


    Da du dir auch Hilfe bei Rechtschreib-und Grammatik wünschst, habe ich da mal den Rotstift schwingen lassen xD


    Inhaltlich:
    Abgesehen davon, dass es ein echt langes Kapitel war ( :P ), werden wir direkt in eine Situation geworfen und erfahren dabei nicht nur, dass Vivien nah mit Tieren verbunden ist (bzw. ein Medium ist), sondern auch, wie Blue zu ihr gekommen ist und das Band der beiden entstanden ist.
    Charakterlich lässt sich bei beiden Mädchen natürlich noch nicht sehr viel sagen, außer dass sie wohl enge/beste Freundinnen sind.


    Die Beschreibung von Blue gefällt mir dabei besonders gut. Sein Aussehen, sein Flug und Flügelschlag, sein Verhalten.
    Insbesondere die Sache mit dem Blut, um Vivien in sich zu lassen, um ihr zu zeigen, wie es ist, fliegen zu können.


    Ein wenig hat mich der Herzstillstand gestört. Wenn das Herz stillsteht, ist sie tot und nicht bewusstlos^^ Da vielleicht nochmal drüber sehen und dich für eins entscheiden (wobei da die Bewusstlosigkeit besser ist, da sie ja auch von Blue erklärt wird).


    Wohin du uns mit der Geschichte führen willst, ist noch nicht ganz ersichtlich, aber ich bin gespannt ^^

  • Hallo @Ruka


    es freut mich das du zu meiner Geschichte gefunden hast :)


    Was hoffst du denn aus dem Titel zu erwarten? Ich hoffe ich zerstöre deine Erwartungen nicht als zu sehr :saint:


    Erstmal VIELEN VIELEN LIEBEN DANK, dass du dir die riesige Mühe gegeben hast alles so ausführlich zu korrigieren :golly::hail:


    Es hat mir wirklich sehr geholfen :) und ich weiß jetzt, auf was ich besonders achten muss, wenn ich meine Geschichte Korrektur lese.


    Bei Korrigieren habe ich dann gemerkt, was ich euch hier Zumute, mit dem großen Kapitel und hätte mich erstmal gerne selbst geohrfeigt.
    Daher habe ich das Kapitel an einem geeigneten Abschnitt geteilt.


    Ich hoffe es ist nun besser :)


    Es freut mich das dir Blue gefällt und wie ich ihn dargestellt habe, beim ersten Entwurf des Kapitels habe ich die ganzen Details nicht drinnen gehabt und war unzufrieden damit, als ich dann ein Romanwerkstatt Buch gelesen habe wusste ich auch warum, weil ich nie versucht habe was zu zeigen. "show dont´tell" ich hoffe ich konnte es etwas umsetzten.


    Bezüglich des stoppenden Herzens habe ich etwas anderes verwendet, weil ich diese Verwirrung eig. nicht haben wollte XD So beim intensiverem Nachdenken war es wirklich total unlogisch.


    So nun habe ich neue Motivation, um weiterzuschreiben :)


    Anbei noch der Zweite Teil.



    Kapitel 1 (2/2)

    Plötzlich spürte sie, wie eine kalte Windböe über sie hinwegfegte. Zögernd öffnete sie ihre Augen und sah die Wolken vor sich, so nah, als könnte sie sie berühren. Über ihr schien die Sonne und unter ihr bot sich ihren Augen eine kleine Welt die ihr so bekannt war. Vivien blickte nach links, dann rasch nach rechts. Sie sah Flügel.
    Träume ich etwa gerade?
    „Nein du träumst nicht, dein Geist ist in meinem Körper.“
    Wie, in deinem Körper?
    „Ich werde es dir später erklären.“
    Ich bin in Blues Körper, wie kann das nur sein? Das ist unmöglich, oder?
    „Beruhige dich und genieße mein Geschenk an dich.“
    Geschenk?
    „Wolltest du nicht wissen wie es sich anfühlt zu fliegen?“
    Doch das wollte ich, aber ich kann nicht glauben, dass das möglich ist.
    „Du bist zu noch viel mehr imstande, wenn du akzeptierst, wer du bist.“
    Du weißt wer ich bin.
    „Ja, ich habe schon von Wesen, wie dir gehört. Ich bin froh, dass wir einen Pakt eingegangen sind und jetzt genieße deinen ersten Flug.“
    Vivien war sehr überrascht, dass Blue wusste, wer sie war. Sie wollte dringend mehr erfahren. Vor allem da ihre Mutter nie gerne mit ihr über ihr Wesen reden wollte.
    Was war dieser Pakt? Was bedeutete er? Diese und viele weitere Fragen kamen in ihr auf, jedoch wurden diese schnell beiseite geschoben, als Blue von einer starken Windböe erwischt wurde.
    Sie schrie erschrocken und riss die Augen auf. Adrenalin schoss durch ihre Adern. Diese Stöße fühlten sich wie Wellen an, die ihre Macht entfalteten.
    Schnell hatte Blue wieder die Kontrolle über seinen Körper zurückgewonnen. Dann nutze er die Aufwinde, um in einer Spirale den Wolken entgegenzufliegen.
    Als ihr Blick zum Boden ging, breitete sich ein Kribbeln in ihrem Körper aus. Sie konnte nicht mehr aufhören zu grinsen. So gewaltig und berauschend war diese Höhe.
    Keine vorgeschriebenen Wegen, keine Orte die nicht betretet werden dürfen, keine Grenzen. Nein hier gibt es kein Ende, sondern nur die Freiheit.
    Blue flog aus den Aufwinden und glitt über den Wald. Die Bäume, die vom Boden aussahen, als würden sie in gewaltige Höhen ragen, sahen von hier oben nur aus wie kleine Grashalme, die ihnen nicht das Wasser reichen konnten.
    Sie konnte spüren wie der warme Wind, der an seinem Gefieder vorbeizog, sie in die Höhe drückte. Das Gefühl am Boden gehalten zu werden war verloren gegangen.
    Ich fühle mich gerade so stark, da ich gegen die physischen Kräfte mühelos ankommen. Daher kommt wohl das Wort Höhenflug.
    „Aber nicht gleich abheben.“ sprach Blue zu ihr. Scheinbar fand er ihre Bemerkung amüsant.
    Unter ihnen erstreckte sich der Goldstream Lake, als sie den Himmel über dem Wald verließen.
    „Vertraust du mir?“
    Ich glaube schon, warum?
    Sie flogen auf das Zentrum des Sees zu. Plötzlich zog Blue seine Flügel ein und sie stürzten Kopfüber in die Tiefe.
    Sie schrie erschrocken auf. Das Adrenalin schoss abermals durch ihre Adern. Wie ein Pfeil schnitt sich Blues Körper durch die Luft. Alle Achterbahnen die Vivien kannte, waren Nichts, gegen diese Geschwindigkeit. Ohne Widerstand wurden sie nun von der Erde angezogen. Nun schrie sich nicht mehr vor Schreck, sondern weil sie ihre aufgestauten Gefühle freien Lauf ließ.
    Sie gewannen rasch an Geschwindigkeit und preschten auf die Wasseroberfläche zu, die unter ihnen so still ruhte. Sie kamen dem Wasser gefährlich nah.
    Langsam verstummten Viviens Freudenschreie. Ihr Herz schlug schneller. Ein kribbeln breitete sich in ihr aus und kündigte ihre ansteigende Angst an.
    Blue!,rief sie mit schriller Stimme.
    Kurz vor dem drohenden Aufprall entfaltete Blue seine Flügel und bremste ihren Fall. Sie segelten so nah an der Wasseroberfläche entlang,dass deren Haut kleine Falten schlug.
    „Ich dachte du vertraust mir.“
    Habe ich ja. Ich habe nur etwas Angst bekommen. Kann ja mal passieren, wenn man ungebremst vom Himmel stürzt.
    „Wenn dir das schon Angst gemacht hat, dann wird dir der Rückflug nicht gefallen.“
    Vivien kam nicht mehr dazu, zu fragen warum. Aber als sie direkt auf das Innere des Waldes zusteuerten, wurde ihr klar was Blue vorhatte.
    Blue das kann nicht dein Ernst sein.
    Mit den Schwingen nahm er an Geschwindigkeit auf, dann schossen sie in den Wald. Sie preschten an den Baumstämmen vorbei, flogen enge Wendungen, um Ästen auszuweichen. Blues Reflexe waren bemerkenswert, es sah jeden Moment so aus, als würden sie gleich mit einem Baum kollidieren, aber er manövrierte seinen Körper in rasanter Geschwindigkeit um die Hindernisse. Vor ihnen wuchsen zwei Eichen dicht aneinander in die Höhe. Blue hielt auf den Schlitz zwischen den Bäumen zu. Mit den Schwingen nahm er an Geschwindigkeit raus, legte seinen Körper senkrecht in die Luft und ohne die Bäume zu berühren, segelte er durch die Enge
    Vivien war fasziniert, was Blue tun konnte. Dank seiner Sinne war er zu diesen Wagnissen im Stande.
    Als sie aus dem Wald glitten, erreichten sie schon bald wieder die Lichtung. Sie sahen wie Miranda unruhig neben dem leblosen Körper von Vivien auf und ab lief. Sie hatte das Handy am Ohr und telefonierte aufgebracht mit jemanden.
    Was ist mit meinem Körper?
    „Du bist nur wie bewusstlos, dennoch solltest du wieder zurück in deinen Körper. Miranda scheint wirklich besorgt um dich zu sein.“
    Wie mache ich das?
    „Normalerweise könntest du den Blutkreis trennen, aber da du nicht weiß wie das geht, blockiere ich deinen Geist und dann sollte er wieder in deinen Körper überspringen.“
    Sollte? Das hört sich aber nicht so an, als wüsstest du was du tust.
    „Die Verbindung kann nur entstehen, wenn mein Blut in deinem Kreislauf aufgenommen wurde und wenn ich die Verbindung zulasse. Daher, wenn ich dein Eindringen blockiere, solltest du wieder zurückkehren. Das wird klappen, glaube mir.“
    Mir bleibt ja eh nix anderes übrig, oder?
    „ Wenn du es nicht kannst, dann nein.“
    Also gut, mache es, bevor Miranda noch verrückt wird.
    In Blues Kopf entstand langsam eine durchsichtige Wand, die sich ausdehnte und Viviens Bewusstsein immer weiter nach außen drängte, bis ihr Geist wieder zurück in ihren eigenen Körper sprang.


    Ihr Herz begann erneut zu rasen. Die Angst kam wieder hoch, dass sie die selben Schmerzen erneut ertragen musste, jedoch normalisierte sich ihr Puls nach einigen Sekunden.
    Vivien öffnete langsam ihre Augen und sah ihrer besten Freundin in die geschwollenen roten Augen.
    „Du bist endlich wieder wach! Wie geht es dir?“ Vivien rappelte sich auf und stütze ihren geschwächten Körper mit ihren Händen ab, blieb aber sitzen.
    „Mir geht’s ganz gut. Warum weinst du denn?“
    Miranda wischte sich mit ihrem Ärmel die Tränen weg „Vivien, du warst fast eine halbe Stunden bewusstlos. Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht“, schluchzte sie und drückte ihre Freundin fest an sich.
    Vivien lächelte ihre Freundin an. „Mir geht es wirklich gut, aber etwas Luft zum Atmen bräuchte ich dann doch.“ Blitzschnell ließ Miranda sie los.
    „Entschuldigung.“ Sie stand auf und gab ihrer Freundin die Hand, um ihr hoch zu helfen.
    „Warum hast du plötzlich solche Schmerzen bekommen? Hatte das was mit dem Biss von Blue zu tun?“
    Oh, was sag ich ihr denn jetzt? Ich will sie ja wirklich nicht gerne anlügen, aber die Wahrheit kann ich ihr auch nicht erzählen.
    Das ist eine meiner Hexenfähigkeiten, das muss ich erst mit Mom besprechen. Los, Vivien, lass dir schnell was einfallen.
    „Ich glaube, dass es sowas, wie eine allergische Reaktion auf den Biss von Blue war, anders kann ich mir es auch nicht erklären.“
    Miranda blickte sie skeptisch an. „Das hatte doch eher etwas mit deinem Mediums Zeug zu tun, oder? Ich merke es wenn du mich anlügst. Ich weiß zwar nicht warum, aber ich vertraue dir, dass du deine Gründe hast, es mir nicht zu erzählen.“ Sie wendete ihren Blick von Vivien ab und ging auf Abstand. „Dennoch verletzt es mich, dass du mir nicht vertraust.“ Darauf konnte Vivien nichts antworten.
    Plötzlich erklang ein Läuten. Miranda kramte in ihrem Rucksack und zog ihr Handy heraus. Sie sah auf das Display, blickte kurz zu ihrer Freundin, dann ging sie ran. „Hallo Hayden.“
    Viviens Gesicht verfinsterte sich, als sie den Namen hörte.
    Miranda ignorierte ihre Reaktion und beantwortete die hektischen Fragen ihres Bruders.
    „Ja, Vivien ist wieder wach und ihr geht es soweit gut. Wo bist du gerade?“ In Gedanken versuchte sie sich zu orientieren.
    „Ok gut den Parkplatz kenne ich, warte dort auf uns, wir kommen dann dorthin. Bis gleich.“ Dann legte Miranda auf und steckte ihr Handy wieder in die Tasche. Sie versuchte, dabei Vivien nicht in die Augen zu sehen.
    „Miranda, das hast du nicht wirklich gemacht, oder?“
    Miranda spielte mit ihren Fingern. „Mir ist in dem Moment niemand anderes eingefallen, außer ihm, meine Eltern sind ja weg.“
    Vivien rollte nur genervt mit den Augen.
    „Weißt du, was für eine Angst ich um dich hatte? Du bist einfach so umgefallen und warst eine halbe Stunde bewusstlos.“
    Sie schnaubte genervt. „Wäre ich doch einfach bewusstlos liegen geblieben.“
    „Jetzt übertreibe es doch nicht. Könnt ihr nicht einfach miteinander reden? Kannst du ihm denn nicht einfach verzeihen? Er versucht es ja wiedergutzumachen.“
    „Da gib es nichts wiedergutzumachen.“ fauchte sie ihre besorgte Freundin an. Mit geballten Fäusten beendete sie die Diskussion und lief voraus.
    Wie gerne würde ich jetzt meine Fäuste in einem Boxsack versenken, als ob sie ihrem Freund so etwas einfach so verzeihen würde.
    Miranda folgte ihrer Freundin schweigend und traute sich auch kein Wort zu sagen.
    Nach einigen tiefen Atemzügen, lockerte Vivien ihre Hände.


    Schweigend liefen sie durch den Wald in Richtung des Parkplatzes, auf dem Hayden auf sie wartete. Vor drei Wochen war ihr Hayden mit Kathrina fremdgegangen. Auf einer Collegeparty hatte Hayden zu tief ins Glas geschaut und dann war es irgendwie geschehen, dass die Beiden im Bett gelandet sind. Hayden war zwar so ehrlich und hatte Vivien seinen Seitensprung gestanden und dass er sich nicht mehr daran erinnern konnte, wie es dazu gekommen war. Dennoch konnte ihm Vivien nicht verzeihen, vor allem nicht, dass es mit Kathrina war.
    Dieses Miststück! Früher, als Hayden noch groß und dürr war, hat sie ihn immer gemobbt und ihn einen Lauch genannt. Aber jetzt sich an ihn ranmachen, seit er der Captain der Football Mannschaft und total durchtrainiert ist. Wie konnte er nur.
    Ahhh mir wird grade schlecht, wenn ich an die Beiden denke.
    Plötzlich ertönte der Ruf Blues in den Baumkrone.
    Aus den Gedanken gerissen, sah sie hinauf und konnte den Vogel auf einem Ast ausfindig machen. Ein Lächeln glitt über ihre Lippen.
    Vor lauter Hass auf Kathrina und Hayden hatte sie Blue fast vergessen und was geschehen war.
    Mirandas Stimme ertönte: „Ist das Blue?“
    Vivien drehte sich zu ihrer Freundin um. „Ja das ist er.“
    Skeptisch beäugte sie das Tier. „Lass uns weiter gehen, nicht das er nochmal angreift.“ drängte sie.
    Vivien folgte ihrer Aufforderung, da sie keinen Verdachte schüren wollte.
    Blue blickte ihnen hinterher.
    „Vivien, wir werden uns bald wiedersehen.“ hallte seine Stimme in ihrem Kopf wieder. Ja das werden wir, und drehte sich nochmal zu ihm um, aber Blue erhob sich schon in die Lüfte und verließ den Wald.
    Dann folgte sie ihrer Freundin langsam, da sie wieder in Gedanken versunken ist.
    Okay, ich muss auf jedenfalls mit Mom reden. Sie wird mir sicher sagen können ,was da zwischen uns passiert ist und wie ich mit dieser Gabe umgehen kann. Es ist sicher möglich, dass ich öfter in Blues Körper springen kann, aber ob das jedes Mal so schmerzhaft ist. Ich hoffe nicht.
    Allmählich spürte Vivien, dass ihr Körper schwächer wurde. Ihr fiel es zunehmend schwerer, die Beine über den unebenen Waldboden zu heben. Ebenso vernahm sie einen leichten Druck in ihrem Kopf, der stetig stärker wurde.
    Komm schon Körper, mache jetzt nicht schlapp, wir sind ja gleich am Auto.
    Die neue Gabe und die Verbindung zu Blue haben ihrem Körper doch sehr zu schaffen gemacht. Er schrie nach Ruhe, aber sie biss die Zähne zusammen.
    „Alles ok bei dir?“ Miranda merkte, dass ihre Freundin noch nicht ganz auf dem Damm war.
    „Ja geht schon, ich habe nur etwas Kopfweh. Aber wir sind ja gleich am Auto.“ Miranda nickte zustimmend und schwieg dann wieder.
    Sie erreichten den Parkplatz und Hayden kam ihnen sofort entgegen. Der Blick in Viviens wütendes Gesicht ließ ihn offensichtlich zu dem Entschluss kommen, dass es besser war, sie nicht direkt anzusprechen, weshalb er sich an seine Schwester wandte.
    „Ich erzähle dir Zuhause alles, lass uns Vivien nun Heim bringen, sie fühlt sich nicht so gut.“ Hayden nickte zustimmend.
    Vivien lehnte sich an der Seite des Pickups an. Nein ...nein Körper, halte bitte noch etwas durch.
    Miranda stieg auf der Beifahrerseite ein und Hayden kam um den Wagen und sah Vivien am Wagen angelehnt.
    „Soll ich dir beim Einsteigen helfen?“
    Fauchend antwortete sie ihm, dass sie das alleine könne. Er schüttelte seinen Kopf und stieg in den Wagen.
    Vivien öffnete die Türe und wollte sich hineinsetzen, jedoch wurde ihr schwarz vor Augen und sie stürzte zu Boden. Ein dumpfer Schlag ertönte. Sofort sprangen die Geschwister aus dem Wagen und eilten zu Vivien, die wieder bewusstlos auf den Boden lag. Hayden überlegte nicht lange, sondern griff Vivien mit einer Hand unter die Beine und mit der anderen hielt er ihren Rücken und hob sie hoch. Es fiel ihm sichtlich schwer, sie festzuhalten, da ihr Körper komplett erschlafft war.
    „Hayden sie blutet.“
    Er sah Vivien besorgt an. „Wo?“
    Miranda nahm die Haare bei Seite und deutete auf ihre Schläfe. „Nicht gut. Miranda steig hinten ein. Ich lege sie auf die Rückbank, dann fahren wir sie ins Krankenhaus.“


    Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
    Mahatma Gandhi

    Einmal editiert, zuletzt von Remoni ()

  • Guten Morgen @Remoni

    Was hoffst du denn aus dem Titel zu erwarten? Ich hoffe ich zerstöre deine Erwartungen nicht als zu sehr

    Naja, da kommt das Wort Wolf drin vor :D
    Und ich hoffe einfach, dass das nicht nur bei dem Wort bleibt xD Aber da dein Prota offensichtlich mit den Tieren verbunden ist, klingt es ja schon vielversprechend :whistling:

    Bezüglich des stoppenden Herzens habe ich etwas anderes verwendet, weil ich diese Verwirrung eig. nicht haben wollte XD So beim intensiverem Nachdenken war es wirklich total unlogisch.

    Ich weiß ja nicht, was genau du dir dahingehend vorgestellt hast. Wenn du da etwas spezielles im Sinn hattest, kannst du es natürlich dabei belassen - es muss dann halt nur nachvollziehbar erklärt werden^^

    So nun habe ich neue Motivation, um weiterzuschreiben

    Hattest du die vorher denn nicht? ^^

    Erstmal VIELEN VIELEN LIEBEN DANK, dass du dir die riesige Mühe gegeben hast alles so ausführlich zu korrigieren

    Na, du hast ja gewünscht, dass man da drüber guckt :P
    Ich habe beim nochmaligen lesen gesehen, dass ich da noch ein paar Stellen übersehen habe, wo noch ein Komma hinmüsste, und eins habe ich, ich glaube ich, auch noch falsch gesetzt :rofl: Aber ich weiß nicht mehr wo. Wenn ich mehr Ruhe habe, guck ich nochmal.


    Lg,
    Ruka ^^

  • Hey Remoni,


    ich habe auch mal reingelesen in dein Geschichtchen und muss sagen, dass ich den Anfang schon gar nicht schlecht finde :)
    Allerdings sind noch einige Fehler drin, obwohl @Ruka dir ja auch schon ein paar aufgezeigt hatte. Ich packe sie mal in den Spoiler. Sollte da irgendwas doppelt sein, bitte ich das zu entschuldigen-Aber ich glaube, du hattest den Text ja schon einmal korrigiert, richtig?



    LG,
    Rainbow

  • Hallo @Remoni,


    cool das du mit deiner Geschichte gestartet hast.

    Kritik ist erwünscht, vor allem Grammatik, Rechtschreibung und Satzbau, weil das einfach noch nie mein Ding war. "hoffentlich kein Hoffnungsloser Fall"
    Ich weiß das man diese Sachen eig. beherrschen sollte, wenn man schreiben will, aber mir macht es einfach Spaß und ich versuche auch gerne mich da zu bessern

    Ach was, "Übung macht den Meister". Ich habe da oft die gleichen Sorgen wie du, nimm das dir nicht zu sehr zu herzen kann ich dir empfehlen^^.

    Der Anfang ist irgendwie immer das Schwierigste

    Da hast du Recht, obwohl es auch am Ende schwer werden kann...


  • Hej, der Anfang ist sehr spannend geschrieben und ich finde die Idee mit dem Blutkreis großartig. Nur kann ich den Titel nicht mit dem bisherigen Inhalt in Zusammenhang bringen. Warum belässt du es nicht einfach bei Kadugo? Und vielleicht schwebt noch eine Feder herab oder liegt neben dem Mädchen. LG

  • Hey Remoni,


    hier kommen meine Anmerkungen zum zweiten Teil :)



    LG,
    Rainbow

  • Hi @Remoni und allen anderen auch Hallo. :hi1:

    Ich bin in Blues Körper, wie kann das nur sein? Das ist unmöglich , oder?

    Hast du mit Absicht ein Leerzeichen bei dem Komma gesetzt, beziehungsweise zwei Leerzeichen, weil ich kenne es so, dass das Komma direkt am Wort ist und dann ein Leerzeichen ist.^^ Oder ist das bei dir so zur Stilsache gewollt ?


  • Hallo ihr Lieben, :)


    Vielen lieben Dank für eure Kommentare und eurer aufwendigen Arbeit :) ich weiß das sehr zu schätzen.


    Leider gibt mein Laptop den Geist auf und ich muss warten bis ich meinen Neuen haben, um eure Verbesserungen umzusetzen.


    Ebenso wird es etwas dauern bis ich den nächsten Teil fertig habe, bin da leider nicht so ganz zielstrebig.


    Eure Fragen usw. beantworte ich dann, wenn ich mit dem 2 Kapitel fertig bin und es poste. Ich wollte nur mal was von mir hören lassen, nicht das ihr denkt ich Wertschätze eure Mühe nicht.



    so ich bin nun endlich dazu gekommen den ersten Teil des 2 Kapitels fertigzustellen und ich hoffe es sind nicht so viele Fehler drinnen, habe ihn gefühlt 100 mal Korrekturgelesen.



    ach die letzten beide Teile habe ich noch ausgebessert, ich hoffe sie sind nun besser. :D

    Kapitel 2 (1/3)


    Hektischer Lärm ließ Vivien wach werden. Sie schlug ihre schweren Lider auf. Jedoch konnte sie ihre Umgebung nur durch einen leichten Schleier wahrnehmen. Sie rieb sich die Augen.
    Mit klarem Blick sah sie um sich.
    Sie lag in einem Zimmer, welches mit zwei Betten und einer sporadischer Bemöbelung auskam. Das Nebenbett war verlassen, jedoch zeugte der zerknitterte Bettbezug, so wie ein Buch und einige privaten Dinge darauf hin, dass sie den Raum nicht für sich alleine hatte. Ihr Blick fuhr weiter durch das Zimmer, vorbei an einem großen Flachbildschirmfernseher der an der Wand vor ihr montiert wurde und weiter hingen einige Landschaftsbilder an den freien Wänden. Kombiniert mit den gelb gestrichenen Wänden, verlieh es dem Krankenhauszimmer eine angenehmen Atmosphäre.
    Vivien schlägt die Decke zur Seite und wollte sich hinsetzen. Ein abruptes Stechen ließ sie innehalten und auf ihre Hand schauen, in dieser eine Infusion steckte.
    „Super, festgekettet“, sagte sie genervt.
    Um den Arm hatte sie einen leichten Verband.
    „Ob die Verletzung von Blue, wie eine Normale, auch schon verheilt ist“, fragte sich Vivien. Ohne lange zu grübeln, wickelte sie sich die Binde ab. Eine gerötete Stelle ließ vermuten, wo der Schnitt war.
    Dieser beschleunigter Heilungsprozess ist echt etwas Tolles.
    Dann sah sie aus dem Fenster, draußen schien die Sonne.
    Ist noch Sonntag oder war ich den ganzen Tag bewusstlos?
    Suchendblickte sie um sich, konnte aber ihr Handy nicht finden.
    Während sie in ihren Gedanken wühlte, erblickte sie ihre Jacke, die an der Türe hing.
    Sie stieg aus dem Bett, schnappte sich den Wagen mit dem Infusionsbeutel und lief zur Türe.
    Dort entsperrte sie ihr Handy, das sie aus der Jacke zog.
    Sie atmete erleichtert auf, denn das Display zeigte Sonntag 15:34 an, sowie eine Whatsapp Nachricht von Miranda. Sie fragte nach, wie es ihr ginge und dass sie anrufen solle, sobald sie wach sei.
    Plötzlicher Lärm hinter der Türe unterbrach Vivien, während sie ihrer Freundin zurückschreiben wollte.
    Sie hielt inne, lauschte den Geräuschen und konnte ein lautstarkes Gespräch ganz nah bei ihr ausmachen. Sie entschied sich rauszugehen, um nachzusehen was los war. Das Handy steckte sie sich in die hintere Hosentasche, dann öffnete sie die Türe. Im Flur herrschte wildes Treiben. Im Nebenzimmer stand ein älterer Mann im Türrahmen und sprach mit einer Krankenschwester.
    Das ist ja eine von Moms Freundinnen, wie hieß sie noch gleich... stimmt Mary. Waren die gerade eben so laut? Worum es bei ihrer Diskussion wohl geht?
    Sie versuchte einige Wortfetzen zu erhaschen, aber vergebens.
    Wird wohl nichts Wichtiges sein. Dann wanderte ihr Blick weiter über den Flur.
    Ein Mädchen mit eingegipsten Bein humpelte, mit ihren Krücken, an ihr vorbei.. Sie schenkte Vivien keine Beachtung, sondern war damit beschäftigt ihr Gleichgewicht zu halten.
    Um die Ecke kam eine Horde Krankenschwestern zackig anmarschiert und so schnell sie gekommen waren, verschwanden sie auch schon wieder hinter der nächsten Gabelung. Weitere Pfleger liefen mit ihren Patienten an ihrer Türe vorbei.
    Kein Wunder, dass Mom heute arbeiten gehen musste, hier ist ja die Hölle los.
    Prompthallten neue wüste Beschimpfungen durch den Flur.
    Der ältere Mann im Nebenzimmer rückte der jungen Krankenschwester beängstigt Nah auf die Pelle und beschimpfte sie.
    „Sie nutzloses Pack. Wollen sie mir etwa weismachen, dass ich spinne oder was? Ich will sofort mit ihrem Chef sprechen, von so jemanden will ich nicht behandelt werden“, brüllte er Mary an.
    „Bitte beruhigen sie sich Herr Smith, wir müssen sie erst genau untersuchen, bevor wir sie wieder entlassen können. Vorerst würde ich empfehlen, dass ich ihnen ein Mittel zur Beruhigung gebe, dann sehen wir weiter.“ antwortet die verschüchterte Krankenschwester und trat ein Schritt zurück.
    Der Alte jedoch wurde noch zorniger und packte Mary an der Schulter.
    Vivien konnte jetzt nicht mehr zusehen und ging dazwischen.
    „Hey, lassen sie die Krankenschwester los“, fauchte sie den Alten an. Die Beiden drehten sich zu Vivien um.
    „Du Göre, was mischt du dich ein?“, grölte er sie an.
    Eine unerklärliche Wut überkam sie, daraufhin ballte sie die Fäuste und wollte auf den Mann zugehen.
    Als plötzlich ein leichtes pulsieren aus ihrer Halskette drang und dafür sorgte, dass sie sich wieder beherrschen konnte.
    „Vielen Dank Vivien, dass du helfen willst, aber ich komme schon klar. Geh bitte wieder in dein Zimmer, du solltest nicht herumlaufen, denn deine Platzwunde an der Stirn ist nicht ohne.“
    Platzwunde?Sie berührte ihren Kopf und spürte einen Verband.
    Die habe ich überhaupt nicht gespürt.
    „Bist du dir sicher?“ fragte Vivien und fixierte den alten Mann.
    Mary nickte ihr mit einem leichten Lächeln zu.
    „Was ist hier los?“ Ein junger Mann grätschte in die Diskussion.
    Die Krankenschwester erklärte dem Arzt die Situation.
    „Herr Smith sagt, dass er von einem Monster angegriffen wurde und dass daher die Wunde am Arm stammt. Ich habe ihm gesagt, dass er unter Schock steht und sich erst mal ausruhen soll “
    „Sie glauben doch nur, dass ich spinne und wollen mich unter Beruhigungsmittel setzen“, brüllte der Mann dazwischen.
    „Ich weiß was ich gesehen haben und das war definitiv kein Mensch oder Tier.“
    Vivien riss ihren Augen auf. Was sagte Mary, ein Monster?
    Plötzlich nahm der Doktor den Patienten am Arm, zog ihn in ins Behandlungszimmer und knallte die Türe hinter sich zu. Verdutzt standen Vivien und Mary vor der geschlossenen Türe.
    „Ein Monster?“ fragte eine verschreckte Stimme. Abrupt drehten sie sich um und sahen in die fragenden Augen einiger Patienten.
    Mary schickte Vivien endgültig in ihr Bett, damit sie die Situation regeln konnte.
    Widerwillig verabschiedete sie sich. Die Schwester rief ihr noch hinterher, dass sie ihre Mutter später zu ihr schicken würde.
    Im Zimmer legte sich Vivien aufs Bett und grübelte über die Bedeutung der Wort des Alten nach.
    Sie wusste, dass es auch andere Wesen außer den Menschen auf der Erde gibt. Ihre Mutter hatte ihr einige Bücher über Hexen gegeben, ebenso wie Lexika über übernatürliche Kreaturen. Sie hatte all diese Bücher in null Koma nichts durchgelesen gehabt.
    Aber selbst hatte sie noch nie ein Schattenwesen gesehen. Ihre Mutter sagte immer, dass sie doch froh sein soll, denn viele von ihnen sind sehr clever und können gefährlich werden.
    Sie seufzte. So gerne würde sie mal einem Schattenwesen begegnen, das Unbekannte und Gefährliche reizte sie sehr.
    Ob er wirklich einem begegnet ist? Dachte sie etwas neidisch.
    Sie drehte sich zur Seite, dabei fiel der Anhänger ihrer Kette auf den Arm. Sie nahm ihn zwischen die Finger und sah sich den schwarzen Opal der filigran in das Metall eingearbeitet wurde an. Grüner und oranger Nebel schienen im inneren des Steines zu schweben, nur das einfallende Licht lies diesen tanzen.
    „Und was es wohl mit dir auf sich hat. Es ist schon seltsam, dass ich dich nicht abnehmen kann.... So viele offene Fragen.“ seufzte sie erneut.


    Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
    Mahatma Gandhi

    4 Mal editiert, zuletzt von Remoni ()

  • Hey @Remoni und Restvolk :hi1:



  • Hey Remoni,


    meine Anmerkungen kommen hier :)



    LG,
    Rainbow

  • Hi @Remoni :)


    Hier meine Anmerkungen:

    Freue mich auf mehr, hoffe es geht weiter.
    LG
    Cely :)

  • Vielen Dank für eure Kommi und Kritik :D
    @Kleiner Liki @Rainbow @Celytha


    Entschuldigung, dass es so lange gegangen ist mit der Korrektur und einem neuen Teil, aber irgendwie hatte mir etwas die Lust gefehlt.
    Ebenso waren neue PC und PS4 Games, Sport und mein Pferden schuld. :gamer4: (kommt davon wenn man zu viele Hobbys hat)


    Dank einem Seminar in Konstanz, hatte ich Zeit und Lust zum weiterschreiben.


    so jetzt erst mal zu euren Bemerkungen
    1. Kleiner Liki
    2. Rainbow
    3. Celytha




    Kapitel (2/3)


    Vivien lag mit angewinkelten Beine auf ihrem Krankenbett und wechselte Nachrichten mit Miranda aus. Ab und an schweifte ihr Blick in das noch immer leere Nebenbett. Wo ihre Zimmerkollegin wohl war? Denn seit etwa zwei Stunden war sie schon alleine.
    Plötzlich klopfte es an der Türe.
    Dass wir dann wohl die Bettnachbarin sein, dachte sich Vivien und gab ihr das okay, das sie reinkommen konnte. Jedoch trat ihre Mutter in den Raum. Sie gab Vivien nicht mal die Zeit zum Aufstehen, sondern umarmte sie noch auf dem Bett sitzend.
    „Es tut mir leid Schatz, dass es so lange gedauert hat, aber heute war die Hölle los. Wie geht es dir denn?“ Sie löste sich von ihrer Tochter und sah sie besorgt an.
    „Kein Problem Mom, ich hatte es gemütlich hier und mir geht es schon wieder super. Aber ich habe einen Bärenhunger.“
    Ihre Mutter lächelte. „Das ist gut, dann werde ich der Krankenschwester sagen, dass sie dir gleich was zu Essen bringen soll und danach kannst du mir erzählen, was passiert ist.“ Jill strich ihrer Tochter übers braune Haar, dann wollte sie das Zimmer verlassen.
    „Stopp Stopp Stopp. Warum soll ich hier etwas essen? Du kannst uns doch Zuhause was Leckeres kochen?“, frage sie kritisch.
    „Der Arzt will dich noch über Nacht zur Kontrolle dabehalten.“
    Vivien sprang aus dem Bett. „Nein, sicher nicht. Mom mir geht es gut, ich muss nicht überwacht werden. Du weist doch, dass meine Verletzungen viel schneller heilen, als die normaler Menschen.“
    Seufzend antwortete ihre Mutter: „ich weiß das, aber es ist nur zu deinem Besten. Stell dich bitte nicht so an, es ist nur für eine Nacht.“
    Vivien intensivierte ihre Forderung.
    „Mir ist heute etwas passiert, über das wir sehr dringen sprechen sollten. Ich weiß nicht was da mit meinem Körper passiert ist und es ist auch besser, wenn es keiner hier aus dem Krankenhaus mitbekommt. Ich glaube nämlich, dass es eine neue Hexenfähigkeit ist.“ Ihrer Mutter fror das Gesicht ein. Es dauerte bedenklich lang bis sie ihre Fassung wieder erlangte.
    „In Ordnung, packe dann bitte deine Sachen, ich kümmere mich darum, dass wir gehen können.“ Jetzt war es Vivien die überrascht dreinblickte.


    Nach wenigen Minuten kam sie zurück und gemeinsam verließen sie das Krankenhaus.
    Als sie aus dem Haupteingang traten, hing die Sonne schon tief am Horizont und tauchte die gesamte Umgebung in einen feurigen Rotton. An jedem anderen Tag hätte ihre Mutter wieder einmal geschwärmt, wie wunderschön dieser Anblick vom Tag zur Nacht sei. Heute aber schien sie dies gar nicht zu bemerken, sondern lief schweigend zu ihrem Auto.
    Nachdem beide ins Auto eingestiegen waren und Vivien ihre Tasche auf die Rückbank geworfen hatte, ergriff sie das Wort.
    „Stimmt irgendwas nicht?“, fragte sie verunsichert. Sie merkte, dass irgendetwas mit ihr Mutter nicht stimmte. So still und in sich gekehrt, kannte sie sie nicht. Ob etwas auf der Arbeit vorgefallen war oder ob es damit zu tun hatte, was sie heute erlebt hatte. Aber Vivien hatte ihr ja noch gar nichts Konkretes erzählt.
    Jill drehte sich zu ihr um und lächelte sie an.
    „Nein es ist alles in Ordnung“, bestätigte sie und startete das Auto. „Dann erzähl mal, was heute Vormittag passiert ist.“ Währenddessen fuhren sie vom Parkplatz und bog auf die Watkiss Straße Richtung des Trans Kanada Hyw ab.
    Vivien beschrieb ihrer Mutter den gesamten Vorfall mit Blue und schwärmte von dem Flug in seinem Körper. Jills Griff um das Lenkrad verkrampfte sich und sie murmelte etwas vor sich hin.
    Überrascht wendete sich Vivien komplett zu ihr. „Was hast du gerade gesagt?“
    „Ich habe gesagt, dass das nicht möglich sein kann“, dabei erhob sie ihre Stimme. Währenddessen bog sie auf eine ruhige Landstraße ab.
    „Ja ich war auch sehr verblüfft, als es passierte. Aber es war einfach nur gigantisch. Ich werden Blue suchen um mehr herausfinden und möchte schauen, ob ich die Verbindung vielleicht wieder herstellen kann.“
    Plötzlich wurde Viviens Körper nach vorne geworfen. Ihre Mutter ist voll in die Bremsen getreten. „Nein, du wirst dich von Blue fernhalten und diese Fähigkeit vergessen“, sagte Jill energisch.
    „Mom du kannst doch nicht mitten auf der Straße eine Vollbremsung hinlegen!“, sie blickte ihre Mutter entsetzt an und versuchte ihr seltsames Handeln zu ergründen.
    Erschrocken über ihr Bremsmanöver, fing sie sich wieder und fuhr weiter. „Ich möchte einfach nicht das dir etwas passiert. Daher verbiete ich dir mehr über diese Fähigkeit herauszufinden.“
    Vivien antwortete verständnislos: „Aber warum denn nicht? Sonst willst du immer, das ich mich mit meinen Fähigkeiten auseinandersetze und lerne mich zu kontrollieren. Warum verbietest du mir solch eine Wahnsinns Möglichkeit?“
    Ihr Blick ruhte auf ihrer Mutter, die verzweifelt nach den richtigen Worten suchte.
    „Reicht es dir nicht aus, wenn ich sage, dass es zu gefährlich ist?“
    Vivien belächelte ihrer Mutter: „Du hast schon sehr vieles für gefährlich gehalten, obwohl nichts dabei war. Ich denke, das ich diese Entscheidung selbst treffen kann, ohne auf deinen Rat zu hören.“
    Ein Knall unterbrach Vivien. Ihre Mutter sah sie wütend an, nachdem sie ihr eine Ohrfeige verpasst hatte. „Ich will nicht das du dich damit beschäftigst, da es hier um schwarze Magie geht. Sei nicht so überheblich, du bist gerade einmal 17 Jahre alt. Du hast keine Ahnung, wie gefährlich diese Kraft sein kann.“
    Sie sah ihre Mutter verdutzt an, das war das erste Mal, dass sie handgreiflich wurde. Vivien fühlte sich unverstanden. Mit verschränkte Armen saß sie, zur Autotüre gedreht und sah aus dem Fenster.
    „Warum hast du es nicht gleich gesagt? Wieso muss ich dich immer provozieren, damit du mir etwas verrätst“, prangte sie an.
    „Und die Ohrfeige war unnötig.“
    Jill legte ihre Hand auf Viviens Bein.
    „Es tut mir leid, dass ich überreagiert habe, aber du machst es mir auch nicht leicht. Verstehe bitte, dass es besser, ist nicht überall seine Nase reinzustecken.“
    Abrupt schob Vivien die Hand von ihrem Bein und blickt sie immer noch nicht an. „Nein ich verstehe es nicht. Du hast kein Vertrauen zu mir, wenn du mir wichtige Sachen verheimlichst“, antwortet sie mit brüchiger Stimme.
    Ihren Blick richtete sie wieder auf die Ferne außerhalb des Fensters, während sie sich mit der rechten Hand eine Träne aus dem Auge wischte.
    „Du wirst es noch verstehen.“ Dann konzentrierte sich Jill wieder auf das Auto.
    Sie erreichten ihr Zuhause, ohne ein weiteres Wort gewechselt zu haben. Mittlerweile war die Sonne schon im Horizont versunken und machte Platz für die kommende Dunkelheit.
    Während Jill das Auto parkte, schnappte sich Vivien ihren Rucksack von der Rückbank und sprang aus dem Auto.
    Ihre Mutter rief ihr noch nach, was sie zum Essen machen sollte, jedoch ignorierte ihre Tochter sie und lief ohne zu warten ins Haus.
    Ohne zu überlegen, stapfte sie die große Holztreppe hinauf. Am Ende des Ganges ging sie in ihr Zimmer und schloss die Türe hinter sich.


    Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
    Mahatma Gandhi

    3 Mal editiert, zuletzt von Remoni () aus folgendem Grund: Korrektur 1

  • Hey Remoni,


    schön, dass du Zeit gefunden hast weiterzuschreiben :)



    LG,
    Rainbow

  • Hi Rainbow :)


    Vielen Dank für dein, wie immer ausführliches Kommentar.


    Im Spoiler gehe ich auf deine Anmerkungen ein :) der nächste Teil ist in Arbeit.



    Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
    Mahatma Gandhi

  • Hey @Remoni


    Schöner Teil jedenfalls! LG
    Cely

  • Hallo @Remoni,


    Ich habe nun doch mal angefangen deine Geschichte zu lesen. Ich habe hin Un dher überlegt weil ich eigentlich schon viele lese und ich beim selber schreiben und der Betreuung meiner Tochter kaum Zeit habe ins forum zu gehen. Bzw. Ich muss meine geringe Zeit hier einteilen. Aber der Titel hat mich immer mal wieder angelächelt. Also hier bin ich



    LG Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • Hi @Sora , schön das du zu meiner Geschichte gefunden hast :) fühle mich geehrt das du dir Zeit nimmst, grad weil du so viel sonst noch machst. :blush:


    und Danke dir und @Celytha für eure Kommentare.



    So nun zum nächsten Teil


    Kapitel 2 (3/3)


    Eine Zeitlang lag Vivien auf ihrem Bett und hörte Musik. Die kräftigen Töne der Band Beyond the Black sorgten dafür, dass ihre Frustration langsam abklang.
    Es ging ihr einfach nicht in den Kopf, warum ihre Mutter jedes Mal aus Kleinigkeiten, eine so großes Geheimnis machen musste. Es kam ihr so vor, als würde es immer schlimmer werden, umso älter sie selbst wurde.
    „Es gibt sicher kein Lehrbuch für junge Hexen, `Was machen ich, wenn meine Mutter am Rad dreht?“, schmunzelte sie.
    Dieses Buch wäre ein mega Erfolg, obwohl ich glaube so viele Hexen gibt es gar nicht mehr.
    „Apropos Buch, ich habe sicher eins über schwarze Magie“, sagte sie plötzlich.
    Sie nahm die Kopfhörer ab und tigerte zum Bücherregal, welches neben ihrem Schreibtisch stand. Buchrücken für Buchrücken lass sie die Titel, auf der Suche nach dem richtigen Wälzer.
    Die bekanntesten Hexen aller Zeiten, nein, Hexen – früher und heute nein auch nicht.
    „Ah, da ist es ja, `Wie setze ich meine Kräfte ein? Die weiße und schwarze Magie`.“
    Sie nahm das Buch aus dem Regal, lief zurück zum Bett und schlug das Inhaltsverzeichnis auf. Mit dem Finger lass sie die Auflistung durch, bis sie die Seite gefunden hatte, die sie suchte.
    ´Welche Arten von Magie gibt es und was bewirken sie?` stand in der Überschrift.
    Dann folgte ein gezeichnetes Bild einer Frau, die ein grünes Kleid trug, welches sah aus, als bestünde es aus abertausenden Blätter und Ranken. Ihr langes blondes Haar, das mit bunten Wildblumen geschmückt war, fiel über einen Kragen aus rotem Fell. Vivien fand, das sie eine sehr magische Ausstrahlung besaß, dieses Gefühl wurde untermauert, als sie das Bild weiter analysierte.
    Die Frau hielt mit ihren Händen einen weiß schimmernden Stein mit vielen Löchern an ihre Lippen.
    Neben ihr liefen einige Tiere, wie ein Reh und ein Fuchs her. Über ihrem Kopf flogen kleine Meisen hinweg und die Wolken drängten sich vor die Sonne. Aus dem erdigen Boden drangen Blütenknospen hervor. Unter dem Bild stand, die Naturgöttin Aschanti mit ihrer magischen Flöte.
    Auf den darauffolgenden Seiten stand, dass es zwei Arten von Magie gab und das sich diese dabei nur unterscheiden, nach welcher Motivation die Hexe ihre Magie anwandte.
    Magie ist eine Fähigkeit, die Naturgesetze zu kontrollieren und zu beeinflussen, die nur wenigen Wesen in die Wiege gelegt wurde.
    Denn sie wurde nur von der Naturgöttin Aschanti an ihre Kinder weitervererbt.
    „So dann mal schauen, was denn genau schwarze Magie ist.“
    Vivien las weiter und fand eine Erklärung mit einigen Beispielen.
    Unter schwarzer Magie verstand man, dass die Kräfte für Zwecke verwendet werden, die andere Lebewesen und der Natur schaden würden. Darunter könnte man als Beispiel verstehen: Eine Hexe übernimmt die Kontrolle über ein Lebewesen und tötet, aus persönlichen Gründen, durch deren Körper jemanden. Ebenso würde unter dunkle Magie fallen, wenn die Hexe ein Gewitter aufkommen lassen würde, denn dadurch könnte ein Waldbrand entstehen. Sehr starke Hexen können in der Verstand anderer Lebewesen eindringen und deren Gedanken und Handeln manipulieren.
    Vivien klappte das Buch zu und warf es neben sich auf das Bett.
    Sie sah an ihre Holzverkleidete Decke. „Das was hier im Buch geschrieben wird, trifft doch überhaupt nicht auf mich zu. Ich bin zwar in seinem Körper, aber weder kontrolliere oder manipuliere ich ihn. Ich weiß nicht, wie Mom darauf kommt, dass ich schwarze Magie ausübe, ich sehe mich eher als Mitfahrer.“
    Ihr Blick fiel auf die Narbe, die von Blues Biss stammte. Mit ihren Fingerkuppen fuhr sie über die Stelle. Schleichend kamen ihr wieder die starken Schmerzen in den Kopf. Innerlich zögerte sie sich, zu glauben, dass diese Fähigkeit böse ist, aber wenn sie daran dachte, wie es passiert ist, muss sie unwiderruflich an die Hexen aus Filme denken, die durch einen Blutpakt ein Handel mit dem Teufel eingingen. Jedoch versuchte sie schnell diese Gedanken zu vertreiben, denn sie wollte mehr erfahren, herausfinden was noch alles möglich sein könnte. Sie will ihrer Mutter erklären, dass es sich hier um keine schwarze Magie handelte. Mit zögernden Schritten verließ sie ihr Zimmer und schlich dann die Treppe hinab. Aus einem für sie unerklärlichen Grund, wollte sie nicht, dass ihre Mutter sie hörte.


    Im ersten Stock angekommen erreichte sie auch sogleich die Küche und linste um die Ecke. Ihre Mutter stand am Herd und schmeckte das Essen ab. Es roch nach fruchtigem Curry. Ihr Magen knurrte. Seit wie viel Stunden hatte sie nichts mehr gegessen?
    Sie betrat die Küche, setzte sich auf einer der Barhocker und beobachtete ihre Mutter einige Sekunden weiter, während sie nach den richtigen Worten suchte.
    „Was gibt es denn zum Essen?“, fragte Vivien. Etwas Besseres fiel ihr nicht ein, sie wollte ja nicht mit der Türe ins Haus fallen.
    Jill zuckte zusammen und drehte sich rasch zu ihrer Tochter um.
    „Ich habe dich gar nicht gehört. Es gibt Gemüsecurry mit Reis.“
    Vivien trat näher heran und spickte in die Pfanne. Grüne Zuckerschoten, rote Paprika und Karotten schwammen in der gelblichen Soße, die nach Kokosnuss und asiatische Gewürzen roch.
    „Mhh das sieht lecker aus. Ich richte schon mal den Tisch.“
    Über Smalltalk versuchte sie herauszufinden, wie die Stimmung ihrer Mutter war und scheinbar hatte sie gute Karten, denn sie wirkte wieder gefasst.
    Mit Teller und dem Besteck bewaffnet, deckte sie den Tisch.
    Wie gehe ich das Thema denn am besten an, direkt drauf losreden oder doch lieber zaghaft fragen?
    Aus der Schublade, die sie gerade öffnete, holte sie Servietten heraus.
    Was mache ich mir hier überhaupt solche Gedanken, es ist meine Mutter, was soll schon passieren. Sie ist in der Pflicht mich aufzuklären und nicht das ich nach Informationen betteln muss.
    Sie lief mit den Servietten in der Hand zurück und legte sie neben das Besteck, dann wand sie sich wieder ihrer Mutter zu.
    „Ich muss mit dir nochmal über das Thema mit Blue reden.“
    Ihre Mutter drehte sich um und ihr Gesicht sprach keine Begeisterung aus. Jedoch ließ Vivien ihr keine Möglichkeit, das Wort zu ergreifen. „Jetzt warte, bevor du was sagst. Ich habe mir mal durch den Kopf gehen lassen was du gesagt hast und habe in den Büchern nachgelesen was schwarze Magie ist. Dort steht zwar drinnen, dass es dunkle Magie sein kann, wenn man in den Körper eines anderen Lebewesen eindringt, aber nur wenn man diese negativ beeinflusst oder kontrolliert um böse Dinge zu tun. Aber das ist ja bei mir nicht der Fall. Ich will nur herausfinden, wie diese Fähigkeit funktioniert und was ich damit alles machen kann“, erklärt sie.
    „Genau das ist der springende Punkt, du möchtest mehr herausfinden, schauen was mit dieser Fähigkeit alles möglich ist. So schnell bist du an einem Punkt, wo diese gefährliche Fähigkeit ausarten kann.“
    Vivien sieht ihre Mutter skeptisch an. „Was ist denn bitte daran gefährlich?“
    Seufzend antwortet Jill ihr. „Setz dich bitte hin, ich werde versuchen es dir zu erklären.“
    „Aber alles ganz genau!“, verdeutliche sie ihr.
    Mit einem Kopfnicken erhielt sie die Bestätigung. Nachdem Beide ihre Essen in den Teller gefüllt hatten, ergriff Jill das Wort.
    „Also die Fähigkeit ist gefährlich, weil wenn du sie nicht beherrschst, kann es immer und egal wo passieren, das dein Geist aus dem Körper springt. Stell dir vor, was passieren könnte.“
    Sie machte eine kleine Pause, um das Gesagte wirken zu lassen.
    „Ich kannte einen Mann der diese Fähigkeit auch besaß und er erzählte mir, dass er in einem Wutanfall ebenfalls den Körper verlassen hat und die Wut auf das Tier übertragen hat. Da Tiere keine Wut empfinden, sondern nur Instinkten folgen oder auf Situationen reagieren, konnte es mit dieser Emotion nicht umgehen. Es nahm die Person, auf die der Mann wütend war, als Bedrohung war. Die Reaktion des Tieres drauf war, das diese Person bekämpft werden musste und jetzt stell dir mal vor, wenn diese Tier ein Wolf ist.“
    Viviens Blick weitete sich. Im Inneren hatte sie diese Situation weitergesponnen. Nun konnte sie den Standpunkt ihrer Mutter nachvollziehen, sie wusste selbst, wie sprunghaft ihre Launen zurzeit waren.
    „Ok jetzt habe ich es auch verstanden.“ seufzte sie.
    Ihre Mutter antwortet ihr nicht, sondern stricht ihr über das Haar.
    Sie wusste, wie wichtig Vivien ihre Hexengaben waren, jedoch musste sie sie ab und an zügeln.


    Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.
    Mahatma Gandhi

  • Hallo @Remoni


    ich bin jetzt soweit durch. also habe alle bisher geposteten teile gelesen. Die einzelnen Teile haben alle eine sehr angenehme Länge und lassen sich gut lesen



    Lg Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"