Ein neuer Film entsteht

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ein neuer Film entsteht

      Um den Thread, in dem die eigentlichen Filme diskutiert werden, nicht mit Randnotizen vollzuspammen, werde ich die Fortschritte zur Produktion von „Rauhnachtfluch“ einfach hier in Blogform vorstellen. Selbst diejenigen, denen unsere Filme vielleicht nicht so zusagen, interessieren sich ja vielleicht trotzdem dafür, wie wir sie machen :)
      Also, was ist bisher schon passiert?

      1. Planung der Geschichte

      Die Grundidee für die Geschichte als Teil der Serie besteht schon ziemlich lange. Während der Dreharbeiten zu „Der Feenkreis“, der sich derzeit noch in der Nachbearbeitung befindet, wurde das Ganze dann konkreter und wir haben regelmässig einige Ideen zum Plot ausgetauscht und diskutiert.

      2. Schreiben der Geschichte

      Ende Oktober hat Thorsten dann angefangen, die Ideen in Form einer Geschichte aufzuschreiben. Ihr konntet selbst ein bisschen drüberschauen und eure Gedanken dazu loswerden. Da die Geschichte als Vorlage für einen Film dienen soll, ist viel Fokus auf den Handlungen der Protagonisten, während die Umgebung nicht viel beschrieben wird. Auch ist der Aufbau grob in „Szenen“ eingeteilt, in der Reihenfolge, wie sie am Ende wohl auch gezeigt werden (deshalb wirkt die Geschichte stellenweise etwas zerhackt). Diese Geschichte dient als Grundlage für das Drehbuch. (s. Clíodhna 5 - Rauhnachtfluch)

      3. Schreiben des Drehbuchs

      Da die Geschichte schon die entsprechende Form hat, habe ich das Drehbuch sehr stark daran orientiert und z.B. Dialoge häufig wortwörtlich übernommen. Die einzigen grösseren Abweichungen sind innere Monologe, die in irgendeiner anderen Form zum Ausdruck gebracht werden müssen. Im Falle der alten Hexe am Anfang habe ich das als Off-Stimme gelöst, aber sowas funktioniert natürlich nur in den seltensten Fällen. Normalerweise sollte die Gedankenwelt der Protagonisten in einem Film natürlich entweder aus Gesprächen mit anderen zum Ausdruck kommen (auch indirekt u.a. durch entsprechende Intonation etc.) oder aber durch die Mimik, Gestik und die Handlungen der Person. Da wir keine professionellen Schauspieler sind oder zur Verfügung haben, müssen manche Aktionen daher etwas überbetont werden, um das herauszubringen, was wir wollen. Das hat in der Vergangenheit nicht immer funktioniert, aber daraus lernt man halt.

      Das Drehbuch, das ich schreibe, ist keines im engeren Sinn, d.h. ein Drehbuch wird normalerweise etwas anders geschrieben. Ich versehe meine Drehbücher allerdings in letzter Zeit immer mehr mit Hinweisen zu Perspektive, Kameraführung, einzelne bedeutsame Einstellungen, Ton usw. Normalerweise werden dafür noch weitere Pläne und Regieanweisungen extra angefertigt, doch mein Grund für mein „Drehbuch“ ist, dass unser Team in der Regel aus nur zwei Leuten besteht, die die Arbeit unter sich aufteilen und die in etwa die gleiche Vorstellung davon haben sollen, wie der Film am Ende aussieht. Daher habe ich an Stellen, wo mir bestimmte Perspektiven usw. wichtig sind, eben auch genau das so hineingeschrieben. Auch damit ich selbst im Eifer des Gefechts nicht vergesse, dass ich hier den Fokus noch auf einer bestimmten Sache haben wollte – ist sehr ärgerlich, wenn man erst im Nachhinein merkt, dass man eine bestimmte Aufnahme noch gebraucht hätte :D Das Ganze ist für mich also auch viel Brainstorming und Ideensammeln.

      Etwas, was sowohl Thorsten im Schreiben der Geschichte als auch mich im Schreiben des Drehbuchs natürlich etwas einschränkt, ist, dass wir uns realistischerweise an dem orientieren müssen, was wir zur Verfügung haben. Wir können also z.B. Rórdán vermutlich nie bei einem Ausflug in die Stadt ausserhalb des Tals zeigen, einfach weil uns die Kulisse dieser Stadt fehlt. Aus diesem Grund wird eine solche Folge nie vorkommen, selbst wenn wir schon Ideen in so eine Richtung hätten.

      So, damit haben wir also das Grundgerüst, worauf unsere weitere Arbeit aufbaut. Was hier jetzt alles passiert, könnt ihr regelmässig hier verfolgen :)
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Klingt nach einer Menge Arbeit. ^^
      Aber so ein Film ist natürlich auch etwas mehr Arbeit, das stimmt. Es muss zudem ja auch alles etwas zackiger gehen. Wenn ich eure Folgen noch richtig im Kopf habe, dann belaufen die sich ja "schon" auf 30 - 45 min. :hmm: Das ist dann ein Haufen Schnittarbeit, dass alles irgendwie unterzubringen. Uff ...
      Dass ihr dann nicht mehr so sehr auf die Umgebung eingehen könnt, ist sicherlich verständlich.

      Katharina schrieb:

      Etwas, was sowohl Thorsten im Schreiben der Geschichte als auch mich im Schreiben des Drehbuchs natürlich etwas einschränkt, ist, dass wir uns realistischerweise an dem orientieren müssen, was wir zur Verfügung haben. Wir können also z.B. Rórdán vermutlich nie bei einem Ausflug in die Stadt ausserhalb des Tals zeigen, einfach weil uns die Kulisse dieser Stadt fehlt. Aus diesem Grund wird eine solche Folge nie vorkommen, selbst wenn wir schon Ideen in so eine Richtung hätten.
      Vielleicht besteht eine andere Möglichkeit, es zumindest anzudeuten, falls er einmal in die Stadt muss/soll ... Ihr habt doch das Gebirge in den Hintergrund gestellt, wo eigentlich keines ist. Vielleicht könnt ihr Ähnliches mit einer Stadt machen. :hmm: Und wenn Rórdán dann in der Stadt ist, sich auf eine Innenansicht eines Gebäudes beschränken, wo er eben hin wollte ... Nur als Vorschlag. ^^"

      LG
      Jenna
    • Danke @Jennagon für die Idee :) Wir haben auch mal ein bisschen rumüberlegt (also eher nur theoretisch) und man kann bestimmt das eine oder andere tricksen, um wenigstens den Anschein zu erwecken, jemand sei in einer Stadt, aber wir werden dennoch wohl nie etwas zeigen können, was sich tatsächlich in der Stadt ereignet, also auch Teile der Stadt zeigt. Das ist ein Grund, warum die Folgen so sind wie sie eben sind.

      Also, das Drehbuch ist geschrieben, nun beginnt die erste Planungsphase. Der erste kritische Punkt: Örtlichkeiten checken.

      Orte

      In dieser Folge wollen wir eine grosse Anzahl an Orten zeigen, die bisher nicht aufgetaucht sind, u.a. taucht hier erstmals Rórdáns Arbeitsplatz, die Schmiede, auf. Ausserdem brauchen wir einen Raum, in dem man ein Feuer im Kamin anmachen kann für die Szene mit Ailbhe und Caoihme. Und zu guter Letzt haben wir eine gehörige Anzahl an Innenräumen, in denen kranke Dorfbewohner gepflegt werden.

      Der Schmied Bran und die Schmiede

      Bereits im Herbst habe ich den Schmied Pekka, der auf unserem Herbstmarkt häufig Schmiedekunst vorführt, angesprochen, aber erst letzte Woche hat es sich dann ergeben, dass wir mal bei ihm vorbeigeschaut haben. Seine Schmiede ist vollgestopft mit Werkzeug, das meiste sieht natürlich eher modern aus. Dennoch ist es möglich, einen Teil der modernen Gegenstände aus dem Bild zu räumen, so dass wir auf jeden Fall ein Metallteil im Feuer gut filmen können und wie es dann am Amboss bearbeitet wird (auch der Amboss ist eher modern – sagt zumindest Pekka, ich persönlich würde das wohl nicht erkennen…). Pekka hat ausserdem eine altmodische Holzhütte in seinem Garten, die wunderbar geeignet ist, einen anderen Teil der Schmiede darzustellen. In der Praxis werden wir also die Perspektiven zusammenschneiden, so dass es wirkt, als würde Bran in einem Teil dieser Hütte schmieden.
      Wie sich herausstellt ist Pekka, der fröhlich eingewilligt hat, den Schmied zu spielen, wenn er nur nichts sagen muss, auf angenehme Weise durchgeknallt und passt damit hervorragend zu uns. Ach ja, und dass wir ihm schlecht einen deutschen, und noch dazu recht umfangreichen, Text aufbrummen können, war mir schon klar. Aber ich habe schon eine Synchronstimme für Bran im Auge (oder besser im Ohr).





      Ailbhes und Caoimhes Haus

      Das ist schwieriger als man denken sollte. Bei uns auf dem Land hat praktisch jeder einen Kamin oder Ofen, der mit Holz beheizt wird, einfach wegen der vielen Stromausfälle. Doch erstens sind die meisten Kamine relativ modern und ganz selten sind es überhaupt offene Feuerstellen, und zweitens nützt uns ein alter Kamin leider nichts, wenn der Rest des Raumes einfach komplett ungeeignet ist. Die Szene ist insofern problematisch, da Ailbhe nervös vor dem Kamin auf und ab gehen soll, wir können uns also nicht einfach einen passenden Winkel aussuchen und dann statisch nur ihr Gesicht filmen, sondern brauchen einen relativ grossen Ausschnitt des Raumes, so dass sie uns nicht ständig aus dem Bild rennt…
      Hier sind wir leider noch nicht fündig geworden, aber die Suche geht weiter.

      Verschiedene Innenräume von Familien mit Kranken

      Wir wollen mehrere Szenen zeigen, in denen bettlägerige Kranke versorgt werden. Da die meisten dieser Szenen sonst nicht viel mehr vom Raum zeigen (und es ausserdem in den Räumen eh eher düster sein sollte), reicht uns hier eine gewisse Anzahl von Betten, die ja je nach Bedarf noch ein wenig in ihrer Ausstattung variiert werden können, so dass ein Bett für verschiedene Szenen in verschiedenen Häusern herhalten kann. Glücklicherweise hat eine Nachbarin (als Nachbar gilt bei mir übrigens jeder südlich vom Zentrum von Korpilahti, falls sich jemand fragt, wie wir so viele Nachbarn haben können) ein altes Ferienhaus, das uns auch schon als Schänke gedient hat, in dem drei robuste alte Betten herumstehen. Damit sollte sich doch schon mal was anfangen lassen. Ausserdem hat sie ganz in der Nähe u.a. eine Rauchsauna mit angeschlossenem Ruheraum (noch ein Bett, das haben wir schon für Siofras Hütte verwendet) sowie eine separate winzige Hütte als Ruheraum, in der noch ein weiteres flaches Bett und ein kleiner Tisch steht. Das sollte dann wohl reichen.

      Caoileanns Haus

      Das bereitet uns noch etwas Kopfzerbrechen. In Caoileanns Haus müssen mehrere Menschen gleichzeitig gezeigt werden und wir haben zwei Betten an zwei gegenüberliegenden Wänden, in dem einen liegt Caoileanns Mann und in dem anderen ihre Tochter Úna. Möglicherweise können wir das Sommerhaus entsprechend umgestalten, aber hier steht auch noch eine Menge modernes Zeug herum. Uns bleibt wohl nichts übrig, als der Location demnächst noch einen Besuch abzustatten.
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Schauspieler anwerben

      Auch das sieht wieder leichter aus als es ist. Man sollte meinen, dass das Projekt ja eigentlich interessant ist und Leute anziehen sollte, aber wie sich herausstellt, ist es eine Sache, das Projekt gut zu finden (das tun sehr viele) und eine andere, sich tatsächlich zu trauen, sich daran zu beteiligen (das tun nicht so viele)...

      Der fünfte Teil der Serie ist erstmals so angelegt, dass wir eine grössere Menge an Statisten benötigen: wir haben eine Reihe an Szenen, in denen unspezifische Kranke von unspezifischen Angehörigen versorgt werden. Allein um zwei derartige Szenen zu drehen, benötigen wir vier „Aussenstehende“, die also noch nie anderweitig im Film aufgetaucht sind, also jeweils einen Kranken und einen, der ihn pflegt. Ausserdem ist geplant, dass wir dieses Mal auch ein bis zwei gut besuchte Totenrituale zeigen. In Teil 2 kommt eines vor, in dem zusätzlich zu Clíodhna lediglich zwei Zeugen (Rórdán und Siofra) dabei sind, um die Seele Caradocs zu begleiten. Normalerweise sollten es aber mehr Menschen sein, die einem geliebten Angehörigen die letzte Ehre erweisen, daher war geplant, dass im fünften Teil mal ein „normales“ Totenritual gezeigt wird.

      Alles in allem bedeutet das, dass wir viele neue Gesichter brauchen, um das Dorf zu beleben. Ich habe mir darüber eine ganze Weile Gedanken gemacht und bin zu dem Schluss gekommen: wir müssen die Sache gross aufziehen, sonst wird da nichts draus. :thumbdown:

      Bereits im November habe ich also bei einigen Nachbarn, die sich für das Projekt begeistern, angekündigt, dass wir im Winter einen grossen Drehtermin brauchen, zu dem ich viele Leute einladen will. Wir machen das Ganze vielleicht eher als gemütliches Beisammensein auf, so mit Würstchen grillen (das kommt hier im Winter auch sehr gut) und Kaffee und Kuchen. Nebenbei halt ein paar Filmaufnahmen. Mehr Spass als Arbeit, so muss man es verkaufen!

      Vorsichtig bei einer Nachbarin (die, die das Ferienhaus, die Strandsauna usw. hat) angefragt: hei, dürften wir das einfach in deiner Strandhütte machen? Die kann man beheizen und sich also dahin zurückziehen, zwischendurch schwärmt man aus für ein paar Dreharbeiten... Und während der Rest Würstchen grillt, kann man sich einzelne Leute rauspicken, mit denen man dann noch ins Sommerhäuschen verschwindet, um ein paar Angehöriger-pflegt-Kranken-Szenen zu drehen. Unsere Nachbarin ist hellauf begeistert und sichert uns jede Hilfe zu. ;)

      Das wäre also geschafft. Die nächste Frage: wann soll das stattfinden? Sicher, für Dreharbeiten mit Statisten wäre es super, wenn man einfach eine Liste an Leuten hätte, denen man einfach sagt: nächste Woche Tag x Zeit y, wer kann, der kann – wer nicht, der nicht. Leider haben wir noch keine so grosse Auswahl an Statisten und um Leute ranzuholen ist es immer gut, wenn man ihnen einen Termin nennen kann. Ob der Termin dann tatsächlich eingehalten wird, ist zweitranging, aber Leute melden sich nun mal eher für etwas an, wenn sie wissen, wann es stattfinden soll. Nach einigem hin und her setze ich mich also mit unserer Nachbarin auseinander und wir einigen uns auf den 9.2., ein Samstag, irgendwann am späten Vormittag. Der Termis ist natürlich unter Vorbehalt, denn die meisten Aufnahmen werden draussen gemacht, bzw. ein Teil der Innenaufnahmen in unbeheizten Hütten. Wenn es so kalt ist wie heute (-20 Grad C) fällt das einfach mal flach! Wir können zwar Leute bei diesen Temperaturen draussen halten, aber nicht, wenn sie nur leichte Mittelalterklamotten übergeworfen haben… Da man so lange im Vorfeld nicht wissen kann wie das Wetter wird, werden alle entsprechend vorgewarnt. Ich sage den Leuten Bescheid, die wir eh schon mal angequatscht hatten und alle sagen: na endlich steht mal ein Termin, ich sass schon auf heissen Kohlen. :D

      Meine nächste Aktion: die Herausgeberin der Lokalzeitung kontaktieren und das Schauspielergesuch gleichzeitig mit der Pressemitteilung auf Facebook stellen. Immerhin haben wir uns damit eine gute Menge an Likes eingehandelt, aber ansonsten lediglich drei Interessenten. Einer von denen ist allerdings eine alte Frau über 70, die sich wahnsinnig für unser Projekt interessiert. Wir verbringen zwei Stunden in ihrem Esszimmer und kennen jetzt ihre halbe Lebensgeschichte (sie ist die Mutter eines weiteren Nachbarn, der mir beim Bauen des Kaninchenstalls geholfen hat – Korpilahti ist eben doch eher klein...). Die alte Frau halten wir uns jedenfalls warm, denn sie kann vielleicht als unsere zweite Hexe herhalten. Auf die vorsichtige Frage, ob sie sich eine solche Rolle zutrauen würde, antwortet sie noch etwas zurückhaltend – ruhig, Katharina, geh die Sache langsam an! Erst mal lassen wir sie zum Drehtermin kommen und sich alles ansehen, der Rest ergibt sich schon irgendwie. :)

      Gestern schreib ich dann noch an meine Kontaktperson beim Theater von Korpilahti, die mir mitteilt, sie sieht zu, dass das Gesuch auch auf die Facebook-Seite des Theaters kommen kann. Noch an selben Abend erscheint unsere Anzeige dort und heute habe ich schon fünf Anmeldungen im Postfach gehabt – die Kontakte machen‘s halt... ^^
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Katharina ()

    • Kostüme und Requisiten

      Da wir zum ersten Mal mit so einer Menge Menschen drehen (bisher habe ich ungefähr 20 Anmeldungen!) brauchen wir natürlich auch eine ganze Menge an Kostümen. Glücklicherweise habe ich letzte Woche im Buchladen einen Schatz gefunden: ein Buch über Mode vom frühen bis zum Spätmittelalter inklusive Schnittmustern! <3 (und zwar die Mode der ganz normalen Bevölkerung, also keine Burgfräulein-Kleidchen oder sowas) Da ich noch gaaanz viel Stoff zu Hause rumliegen hatte, ging es also sofort fröhlich ans Schneidern und innerhalb weniger Tage hatte ich bereits eine robuste Hose, eine Gugel und einen schönen Kaftan (für einen reicheren Dorfbewohner) fertig. Als Umhänge und Überwürfe in verschiedenen Farbvarianten halten ein paar wollene Decken her (damit lässt sich auch viel kaschieren), die man mit Nadeln und Fibeln über der Schulter befestigen muss. Fibeln haben wir leider nicht so viele, aber hey! ich werd mal Pekka drauf ansetzen, vielleicht hat er ja Zeit noch welche zu schmieden. ^^

      Nachdem ich also den einzigen grösseren Laden für Stoffe aller Art um einige Kilo Wollstoffe erleichtert habe, geht‘s weiter zu Mari, einer Nachbarin (ca. 10 km von hier), die extra für uns bei Eiseskälte in ihrem Schuppen gewühlt hat, weil sie sich zu erinnern glaubte, dort u.a. ein altes zerfressenes Rentierfell zu haben. Als wir zu ihr kommen, stellt sich heraus, dass es sich um ein zwar etwas haarlässiges, aber durchaus intaktes irreschweres Elchfell handelt! Geil!!! 8o So richtig weiss ich noch nicht, was wir damit machen sollen… das Rentierfell hätte ich irgendjemandem umlegen können, unter dem Elch brechen die meisten aber vermutlich zusammen. Um als eine Deko oder Abdeckung von unschönen modernen Wänden irgendwo aufgehängt zu werden, braucht man eine stabile Befestigung. Na ja, aber es wäre doch gelacht, wenn wir das nicht irgendwo unterbringen können. Ausserdem hat Mari neben ein paar anderen alten Sachen ein paar Schlittschuhe, die sie uns leiht – also solche Holzklötze mit eisernen Kufen unten dran, die man sich unter die Schuhe binden kann. Eine Kufe ist schon gebrochen, aber es muss ja auch niemand tatsächlich damit fahren. Vielleicht reicht es, im Intro ein paar Kinder zu zeigen, die zum See unterwegs sind...

      Heute hat uns dann der derzeitige Vorsitzende des Theaters von Korpilahti (der letztes Jahr in „Pinocchio“ Jiminy Grille gespielt hat ;) ) noch den Theaterfundus plündern lassen. Da das Laientheater schlecht beheizt werden kann, wird es erst ab Mitte März wieder benutzt und so lange braucht keiner die Klamotten. So allmählich haben wir zumindest unsere Garderobe doch beisammen! Ach ja, und besonders schön ist es natürlich, wenn sich die Statisten selbst auch noch so für die Sache begeistern, dass sie sich selber Kostüme schneidern – seit zwei Tagen bekomme ich immer wieder Mails von einem Ehepaar, das mich fragt, ob ich mit ihren bisherigen Bemühungen zufrieden bin.

      Einiges an Kleinkram ist immer noch zu erledigen. So muss ich z.B. noch eine Bare tischlern, auf der ein Toter aus einer Hütte getragen werden kann, aber das sollte für Papas Tochter ja kein Problem sein (mein Papa ist Tischler). 8)

      Mal sehen, vielleicht stell ich demnächst noch ein paar Bilder von meinen selbstgeschneiderten Klamotten hier rein, auf die bin ich einigermassen stolz (hab vorher noch nie genäht, also nicht mehr als einen Umhang oder sowas).
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Letzte Vorbereitungen

      So, allmählich wird es spannend. Nach fast zwei Wochen, in denen die Temperaturen zwischen -30 und -20 Grad schwankten, wird es jetzt allmählich wärmer und zum nächsten Wochenende soll es knapp unter Null Grad haben - wir können also unsere Dreharbeiten durchziehen. Alle, die sich als Statisten und Helfer gemeldet haben, sassen bereits auf heissen Kohlen, aber heute habe ich endlich eine Rundmail verschicken können, in der die wichtigsten Anweisungen für den kommenden Samstag aufgeführt sind. Hier eine ganz kurze Zusammenfassung auf Deutsch:

      Massenszenen "Raunachtfluch", Leustu 9.2.

      Ort: Sirkkus Strandsauna ;) Sirkku lässt extra den Volleyballplatz räumen (von den Schneemassen, die hier runtergekommen sind - insgesamt wohl inzwischen 1 Meter), damit man die Autos dort parken kann

      Zeit: 10 Uhr. Alle die sich als Helfer gemeldet haben, eine halbe Stunde früher für die Einweisung

      Zeitplan: Drei grössere Szenen sollen gedreht werden.
      1. Totenrituale
      2. Männer, die Gräber hacken/schaufeln
      3. Angehörige, die Kranke pflegen
      Zusätzlich ein paar Nahaufnahmen von trauernden/weinenden Menschen sowie eine Szene, in der ein Toter auf einer Bahre aus einer Hütte getragen wird.
      Einzuplanen sind etwa 2 Stunden für die wichtigsten Szenen.

      Kleidung: steht weitgehend zur Verfügung, doch aufgrund der Menge an Leuten ist jeder dazu angehalten, selbst auch noch zu gucken, ob er eventuell Pelze, Wolldecken (als Überwurf) oder kleine Accessoirs mitbringen kann. Männer mögen z.B. wenn möglich einen eigenen Gürtel mitbringen, Frauen sollten nicht auffällig geschminkt zum Drehen erscheinen. Ferner sollte jeder lange Unterwäsche anziehen, denn selbst wenn es wärmer wird, kann es bei den Dreharbeiten draussen in Kostüm trotzdem schnell kalt werden.

      Schuhe: Da uns Schuhe nicht in grosser Menge zur Verfügung stehen, wir also nicht sicher sagen können, ob wir passende für jeden haben, soll sich doch jeder, der kann, auch ein paar einfache, einfarbige Stiefel mitbringen - im besten Fall sind Schuhe eh nicht gut zu sehen auf den Aufnahmen.

      Verpflegung: Sirkku kümmert sich um Kaffee und Kuchen. Es gibt Suppe und wir werden Würstchen im offenen Kamin grillen.

      So, die Mail ist also raus und jetzt warte ich noch auf die letzten Rückmeldungen, dass sie auch angekommen ist. Inzwischen sind wir hier weiter am Planen, denn einiges fehlt noch immer. Ich habe mir unterdessen Material zusammengesucht, um eine provisorische Bahre zu bauen. Jetzt muss ich sie nur noch zusammenschrauben. Desweiteren müssen die Szenen, die ich mit den Statisten drehen will noch etwas genauer aufgeschlüsselt und auf Finnisch niedergeschrieben werden, damit es klarer ist, was wir von den Leuten wollen (da es recht übersichtliche Szenen sind, sollte das nicht viel Arbeit werden). Ach ja, und dann wollte ich noch ein Hinweisschild basteln, damit die Leute überhaupt zu der Sauna finden, die nämlich keine eigene Adresse hat :whistling:
      Eine Einkaufsliste steht auch schon, u.a. noch Zubehör zum Schminken, damit wir die Kranken schön krank aussehen lassen können. Die mittlere Tochter hat sich ausserdem bereiterklärt, dass ich sie mal probeschminken darf, da die Kranken, die vom Reiffieber befallen sind ja auffällige Hautveränderungen haben. Das werde ich dann wohl morgen gleich machen.

      Jobs für Helfer

      Auch über die Arbeitsaufteilung vor Ort haben wir uns bereits Gedanken gemacht. Wir sind uns einig, dass von denen, die sich als Helfer freiwillig gemeldet haben 1-2 Personen das Schminken übernehmen müssen, 1 Person die Frisuren übernimmt und 1 Person "Brillen- und Uhrenbeauftragter" ist - also einer, der darauf achtet, dass alle Brillen, Uhren und sonstiger unpassender Schmuck sowie moderne Gegenstände nicht zu sehen sind; derjenige sammelt auch Brillen etc. zu Drehbeginn ein und achtet darauf, dass alles wieder zurück zu seinem Besitzer findet - ein wichtiger Job ;) Licht- und Kamera-Assistenten nehmen wir uns dann einfach aus den gerade nicht spielenden Schauspielern.

      Ton

      Das meiste, was wir am 9.2. filmen, ist Material, zu dem wir keinen Ton benötigen, weil es mit Hintergrundmusik unterlegt wird. Eine Szene jedoch ist anders, nämlich das erste Totenritual. Uns ist der Gedanke gekommen, dass es schwierig werden könnte, passenden Ton unterzulegen, wenn viele Leute auf einmal durch den Schnee laufen (am Ende der Szene, wo alle den Ort verlassen). Daher habe ich unseren Tontechniker Jani noch Bescheid gegeben, dass er das Aufnahme-Equipment mitbringt, so dass wir zumindest in dieser Szene, anders als wir es sonst getan haben, Bild und Ton synchron aufnehmen können (dann kann ich auch endlich mal die Klappe ausprobieren, die mir die Älteste zu Weihnachten geschenkt hat :love: ).

      Ihr seht, es ist viel zu beachten und noch einiges zu tun. Mir jedenfalls schwirrt jetzt schon der Kopf und ich werde wohl noch ein paar Panikattacken vor dem grossen Showdown zu überstehen haben ^^ Wenigstens hab ich in der Woche danach Urlaub und kann mich ein wenig erholen (falls Thorsten mich lässt - aber da stehen dann ja auch schon die "ganz normalen" Szenen an...)
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Danke @Rainbow :love:
      Die Bedingungen sind insofern ok, dass es jetzt tatsächlich wärmer ist, ich mich also auch traue, die Leute draussen rumstehen zu lassen... andererseits ist es jetzt schon fast wieder ZU WARM (knapp um 0 Grad), so dass im schlimmsten Fall Schnee von den Bäumen fällt/tropft, so dass es wirklich nicht mehr so kalt aussieht :D
      Ach ja btw: Schnee. Davon hatten wir jetzt reichlich!!! Sirkku und ich haben gerade gewaltig geschippt, damit man wenigstens an die Örtlichenkeiten hinkommt. Sirkkus Sohn hat noch mit dem Traktor die grösseren Flächen freigelegt, damit man die ganzen Autos da parken kann. Sirkku hat das Plumpsklo vom Eise befreit - da hat die Schneefräse Schnee gegengeworfen und der ist dann immer sehr fest. Sie musste die Tür buchstäblich frei hacken, dann ging die Tür zwar auf, aber jetzt geht sie nicht mehr ordentlich zu - ich hab schon gesagt, ich häng ein Schild dran, dass man halt laut singen soll, wenn man auf dem Klo ist, dann wissen alle, dass besetzt ist ;)
      Vielleicht denk ich ja dran noch ein Foto zu machen: auf dem Weg zu einem der Drehorte stand mir der Schnee teilweise bis zur Hüfte.

      Jetzt muss hauptsächlich noch alles rübertransporiert werden...
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Nach dem grossen Drehtermin in Leustu

      Puh, der erste grosse Dreh ist vorrüber und wir sind echt geschafft :)
      Einige haben kurz vorher leider absagen müssen, aber damit rechne ich irgendwie bei so grossen Zusammenkünften, deshalb war ich ganz froh, dass sich doch recht viele angemeldet haben, da kann man sowas dann immer noch gut verkraften. Insgesamt hatten wir neben Clíodhna noch 15 Trauernde beim Totenritual (wenn man Caoimhe und Ailbhe als zwei Personen zählt - die werden ja von der gleichen Schauspielerin gespielt ;) ) und noch einen, der ein wenig später kam und krank spielen durfte. Leider gibt es in Gleann an Phéine immer noch einen gewissen Mangel an Jungen, da Janis Jungs sich nicht getraut haben mitzumachen (aber die bearbeiten wir noch) und ein anderer Junge, der eigentlich dabei sein wollte, kurz vor dem Termin tatsächlich krank geworden ist. Mit ihm und seiner Mutter (die auch mitmachen will) habe ich ausgemacht, dass wir später noch einen Termin mit ihnen machen, wo wir danndrehen, wie Clíodhna und Rórdán sich um den kranken Jungen kümmern (die Mutter muss natürlich auch dabei sein).

      Das Wetter war, wie gesagt, insofern gut, dass es keinesfalls zu kalt war, aber auf den Bäumen liegt nicht mehr so viel Schnee, wie wir gehofft haben. Andererseits war es bedeckt und hat während der Aussenszenen geschneit, so dass durchaus ein Eindruck von ungemütlichem Wetter entsteht und die Stimmung etwas trübe ist (bei strahlendem Sonnenschein wäre das wohl anders). Ein paar Kleinigkeiten haben wir in der Aufregung vergessen zu drehen, aber das ist alles verkraftbar und kann z.T. mit einzelnen Personen nachgeholt werden.

      Dass ich total aufgeregt war, hat man spätestens dann bemerkt, als mir, nachdem das Totenritual schon abgedreht war, erst eingefallen ist, dass ich alle Schauspieler vorab eine Einwilligung unterschreiben lassen wollte, dass wir das Zeug aufnehmen und in unseren Filmen verwenden dürfen :D Na ja, aber das haben wir dann eben hinterher gemacht (ich muss doch glatt mal gucken, ob die tatsächlich alle unterschrieben haben...).

      Thorsten war die meiste Zeit damit beschäftigt, den jeweils nächsten Drehort bereitzumachen, während ich mich um die Schauspieler gekümmert habe. Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass es allen viel Spass gemacht hat und wir haben auch immer sofort Helfer gefunden, wenn es ums Tragen, Schneeschippen, Assistieren usw. ging.

      Anwesend war u.a. die Presse (Lokalzeitung von Korpilahti - das kommt dann wohl am Mittwoch in die Zeitung). Ausserdem hat unser Schmied Pekka uns tatsächlich noch drei schöne Fibeln zurechgeschmiedet und die hat er uns sogar geschenkt (ich hätte sie sonst auch bezahlt) :) Der allergrösste Dank gebührt aber immer noch Sirkku, die uns nicht nur die Orte zur Verfügung gestellt hat, sondern auch schon seit Tagen daran war, alles herzurichten und ihre Söhne dazu zu prügeln den Schnee zu räumen usw. Und auch heute war Sirkku schon vor 9 Uhr da, um sowohl den Kamin als auch die Strandsauna zu beheizen (die Sauna nur ein bisschen, damit man sich im Vorraum umziehen kann) und hat sich dann die ganze Zeit über um alle gekümmert. Sie war auch Fahrdienst, um Requisiten hoch zum Ferienhäuschen zu fahren, weil der Weg durch den Schnee doch ein wenig beschwerlicher war. Alles in allem ein gelungener Tag, der nur durch die Hilfe anderer und gute Zusammenarbeit so reibungslos verlaufen ist. :) Nach drei Stunden waren dann die letzten auch wieder weg und wir haben mit dem Zusammenpacken von Kostümen und Requisiten angefangen. Ein Teil ist noch beim trocknen und ein paar andere Sachen liegen noch am Boden rum, weil ich mich noch nicht aufraffen konnte, sie wegzuräumen. Bei mir hat sich schon vor ein paar Tagen eine Erkältung angekündigt, aber offenbar hat meine Stimme noch genau für diesen Vormittag gereicht - jetzt ist sie praktisch völlig weg...

      Hier noch das Facebook-Album mit Filmausschnitten vom heutigen Tag.

      EDIT
      Hier noch zwei Bilder:



      EDIT 2, 13.2.:
      Und heute gab's dann auch den 1/3-seitigen Artikel in der Regionalzeitung ^^ Hat Tiina total nett geschrieben (wer eine grobe Übersetzung will, fragt doch einfach mal hier im Thread - ich hab ja keine Ahnung, ob das überhaupt so viele lesen, dass es sich lohnt, das zu übersetzen :P )

      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Katharina ()

    • Drehtagebuch, Woche 7

      Nach dem erfolgreichem, aber sehr anstrengenden Massendrehtag am Samstag, 9.2. haben wir uns erst mal eine Pause verdient. Ich habe ausserdem vor lauter Regieanweisungen geben meine Stimme irgendwo an Sirkkus Strand verloren und brauche mal eine Auszeit. Den Sonntag nehmen wir uns also frei und machen einfach absolut nichts, was irgendwie mit dem Film zu tun hat.

      Montag, 11.2.

      Das Wetter hat uns ein wenig einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Samstag war es fast schon wieder zu warm, aber wenigstens hat es geschneit, so dass es trotzdem kalt und irgendwie traurig aussieht. Am Sonntag war es dann eindeutig zu warm mit Schneeregen (zum Glück war der Drehtermin am Samstag!) und auch am Montag haben wir Temperaturen um die Null Grad. Da wir am Samstag den Teil des Totenrituals gedreht haben, bei dem die umstehenden Trauernden zu sehen sind, die eigentliche Handlung der Szene (Rórdán berichtet Clíodhna, dass das Rauhreiffieber ausgebrochen ist) aber noch nicht, müssen wir das so bald wie möglich nachholen, damit die Wetterbedingungen ähnlich sind. Der erste Drehtermin diese Woche führt uns also nochmal zum Strand, wo die Stelle im Wald ja noch immer frei liegt. Wir arrangieren Räucherschale und Wolfskopf (haben wir von Pekka – sieht cool aus ;) ) so, wie sie schon einmal in der Massenszene von Weitem zu sehen sind, und spielen den Teil der Szene durch, in dem Rórdán und Clíodhna miteinander reden. Die entsprechende Stelle im Drehbuch ist folgende:

      Szene 7

      SZENE 7 Totenritual

      Erste Einstellung. Close-up Profil Clíodhna, ihre Lippen, die den Totenspruch sagen.

      Clíodhna: (schleppend, leise) Is bitheadh Ban-dia gheal caomh, àrd-bhainrìgh nan spioradan naomh. An cinnseal an anama ghaoil, ga dhion dh'an Triu barra-chaon. O! dh'an Triu barra-chaon.

      Während der Spruch gesprochen wird, Totale auf die Szene: Draussen, Wald. Ein Kreis aus Dorfbewohnern um eine etwas erhöhte Schale, aus der Rauch aufsteigt. Clíodhna mit erhobenen Armen, die die Göttin anruft auf einer Seite des Kreises. Auf der anderen Rórdán mit dem Trinkhorn. Alle ausser Clíodhna haben die Blicke gesenkt und sehen traurig aus. Clíodhna endet und senkt die Arme. Die Versammlung löst sich still auf. Nur Rórdán bleibt noch stehen und wartet, bis alle gegangen sind, während Clíodhna noch mit geschlossenen Augen in stillem Gebet verharrt. Als alle fort sind, öffnet sie die Augen wieder und blickt Rórdán an.

      Rórdán: (holt tief Luft) Auf ein Wort, Clíodhna.

      Clíodhna: (kühl) Rórdán.

      Rórdán: (ringt kurz mit sich, dann entschlossen) Das Dorf braucht Eure Hilfe, ehrwürdige Mutter. Das Rauhreiffieber geht um. Und das ist jenseits von Caoimhes Heilkunst.

      Clíodhna: (mustert ihn eine Weile schweigend und ungerührt) Bist du sicher?

      Rórdán: (unterdrückt Ärger, nickt) Ich habe meine Familie vor Jahren beim Reiffieber verloren. Und ich erinnere mich noch sehr gut. (kneift die Lippen zusammen) Besser, als ich es mir wünsche.

      Clíodhna: (blickt ihn eindringlich an, nickt dann knapp) Richte Caoimhe aus, dass ich mich darum kümmern werde.

      Rórdán nickt kurz und geht. Clíodhna sieht ihm noch nachdenklich hinterher.



      Wie das immer so ist, ist nicht alles ganz so geworden, wie ursprünglich geplant. Dass Clíodhna erst mal nach dem Ritual die Augen geschlossen hält, hab ich nämlich voll verplant, weil ich am Drehtag am Samstag so aufgeregt war und so viel anderes im Kopf hatte. Damit wir später nicht irgendwelche Continuity-Probleme bekommen, mach ich also, was ich am Samstag auch gemacht habe, und blicke den (imaginierten) Dorfbewohnern hinterher, als sie den Ort des Geschehens verlassen, dann nehme ich Rórdán zur Kenntnis, der das Gespräch beginnt.

      Auch die Close-ups sind nicht ganz so geworden, wie ich es gewollt hätte – das ist ein wenig das Problem, wenn man selbst schauspielert, und nicht direkt sieht, was aufgenommen wird. Selbst, wenn Thorsten mir das gleich danach zeigt, kann ich nicht immer gleich sagen, was mich stört oder was ich anders machen würde (das fällt mir leichter, wenn ich es einfach selbst mache, was aber eben nicht geht, wenn ich vor der Kamera stehe!). Vielleicht können wir das Close-up auf Clíodhnas Lippen ja auch einfach noch mal irgendwann/-wo anders machen, denn dafür ist der Hintergrund ja ziemlich wurscht…

      Das Close-up auf die Räucherschale (da wir ja auch ein bisschen Rauch zeigen wollen) scheitert ein wenig daran, dass der Zweig, den wir drauflegen, erst mal nur kaum sichtbaren Rauch produziert… Mit etwas Geduld und einer sehr nahen Einstellung geht's dann - damit werden wir schon leben können. Thorsten macht jedenfalls noch am selben Abend einen Rohschnitt von der Szene und bearbeitet die Bilder, so dass wir eine Abendstimmung bekommen. Mir gefällt das schon ganz gut, nur dass mir jetzt mit Schrecken auffällt, dass wir keine einzige Nahaufnahme von Caoimhe haben =O

      Caoimhe wird bereits in Teil 2 der Serie erwähnt und es wird gesagt, dass sie als Stellvertreterin der alten Hexe Fionnula ein Totenritual durchgeführt hat, storyintern ist sie eine der Frauen, die sehr eng mit der Hexe arbeiten, sie besucht immer die Rituale (das deutet auch Clíodhna in Teil 3 an) und ist sehr spirituell (im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester). Es ist also ein Muss, Caoihme hier dabei zu haben und das haben wir während der Massenszene insofern auch bedacht, dass wir eine Nahaufnahme ihrer Zwillingsschwester im Kreis der Trauernden haben und Doris (die beide Schwestern spielt) dann schnell zu Caoimhe gemacht haben, die in der Totalen in Clíodhnas Nähe zu sehen ist. Aber wir haben keine Nahaufnahme von ihr gemacht! (einfach vergessen :( ) Und es wäre schon durchaus wichtig, hier zu sehen, dass sie auch dabei ist… Na ja, aber Doris können wir ja schnell mal für eine kurze Aufnahme beiseite nehmen. Holen wir also noch nach!

      Hier ein kleiner Eindruck der Szene. Das Bild ist schon nachbearbeitet, damit wir eine Abendstimmung haben (Tage im Norden sind eher kurz zur Zeit der Rauhnächte). Caoihme neben Clíodhna, Rórdán mit Trinkhorn Clíodhna gegenüber. Gegen Schneeflecken auf der Linse konnten wir an dem Tag nichts machen, es schneite teilweise ordentlich (ist hier nicht so zu sehen) und Schnee kam aus verschiedenen Richtungen.


      Dienstag, 12.2.

      Da das Wetter offen gesagt ziemlich kacke ist und es noch immer keine Aussicht auf Besserung gibt, beschliessen wir, alle Aussenszenen möglichst zeitnah abzudrehen und die Innenszenen erst mal zu verschieben (die können notfalls ja sogar noch im Sommer gedreht werden). Ich suche also in meinem Drehplan erst mal alles heraus, was irgendeiner Aussenaufnahme bedarf und markiere es. Darunter fallen auch so Kleinigkeiten wie „jemand geht in eine Hütte“ – selbst wenn die restliche Szene in der Hütte spielen sollte. Unter anderem brauchen wir einige Aufnahmen von Rórdán, der durch den Schnee stapft (bzw. mit Schneeschuhen über den Schnee geht – zu diesem Zweck hat Pekka uns ein paar alte rustikale Schneeschuhe aus Holz und Lederriemen geliehen). Einmal geht Rórdán nämlich zu seinem alten Elternhaus, als er (in der Szene nach dem Totenritual) einem Anfall von Melancholie erliegt. Und ein anderes Mal geht er auf Clíodhnas Bitte hin los, um nach Blutmoos zu suchen.

      Heute wollen wir ein paar der Schneeschuh-Szenen drehen und ausserdem die Szene, in der Clíodhna Rórdán um Hilfe bittet:

      Szene 14

      SZENE 14 Clíodhna bittet Rórdán um Hilfe

      Aussen, Tag, Holzlager, der Klang von Holzscheiten, die aufeinander geworfen werden. Holzlager, innen. Rórdán schichtet Holz auf eine Kiepe. Clíodhna tritt ins Lager.

      Clíodhna: Rórdán.

      Rórdán hört mit seiner Arbeit auf, dreht sich zu ihr um.

      Rórdán: (förmlich, emotionslos) Clíodhna. (nickt knapp)

      Eine Weile schweigen beide, Rórdán abwartend, Clíodhna nachdenklich, vielleicht leicht nervös, aber nicht unsicher.

      Clíodhna: (leise, vorsichtig) Du hast gesagt, dass du oft für Fionnula oder Caoimhe Kräuter gesucht hast.

      Rórdán: (nickt) Ja, das stimmt.

      Clíodhna: (beisst sich auf die Lippen, atmet tief durch)Weißt du, wo man hier noch mehr Blutmoos finden kann? Ich habe alle Vorräte von Fionnula aufgebraucht, und auch die Stellen die mir im Sommer aufgefallen sind schon abgegrast. Aber ich brauche noch mehr.

      Rórdán: (erst kurz verwirrt, fängt sich schnell wieder) Ja, ich denke ich kann noch welches finden. Soll ich gleich gehen und es
      nachher zu deiner Hütte bringen?

      Clíodhna: (vorsichtig) Das würde mir sehr helfen.



      Rórdán und Clíodhna haben sich kurz vorher gestritten und Clíodhna hatte ein paar stille Einsichten, daher gehen sie hier sehr vorsichtig miteinander um. Ich wollte das alles recht ruhig halten. Es fängt etwas förmlich an, ist aber eigentlich schon eine leise Entschuldigung Clíodhnas, die Rórdán vorsichtig annimmt. Und am Ende wollte ich Clíodhna fast ein wenig erleichtert wirken lassen. Alles in allem müssen hier sehr subtile Empfindungen transportiert werden und ich hoffe wir haben das, trotz mangelhafter schauspielerischer Erfahrung, irgendwie vermitteln können. Am Ende wollte ich eine etwas längere Einstellung auf Clíodhnas Gesicht und will auch ganz bewusst ihren Abgang nicht zeigen – vorher haben die meisten Szenen, die Gespräche der beiden gezeigt haben, so geendet, dass Clíodhna was will und dann wieder geht. Falls jemand noch einen filmtechnischen Trick weiss, den wir zur Verdeutlichung der heiklen Situation anwenden können oder was wir beachten sollten, immer her damit :D

      Die Szene ist in unserem Holzlager gedreht: eine Blockhütte mit grossen (Lüftungs-)Lücken zwischen den Stämmen, aus denen sie gefertigt ist. Es ist also recht düster, durch die Ritzen fällt aber Licht rein. Ist an sich nicht so gut zum filmen, von wegen Gegenlicht, aber mir gefällt die Stimmung ganz gut. Es gibt im Endprodukt der Szene auch eigentlich nur eine kurze Einstellung, wo das Gegenlicht etwas stört (aber vielleicht kann man es auch einfach als künstlerisch bezeichnen ;) ), nämlich wo man beide mal sieht (das war nötig, um die räumlichen Verhältnisse für den Zuschauer zu klären). Ansonsten stört das Licht eigentlich gar nicht so.

      Hier noch ein Bild von Clíodhna, die sich dazu durchringt, ihre Bitte vorzubringen. Ist noch nicht nachbearbeitet, wirkt dadurch etwas kalt (was vielleicht auch gar nicht so schlecht ist). Im Hintergrund sieht man das "Problem" mit dem Licht.


      Nach dieser Szene machen wir dann gleich die Umgebung des Holzlagers mit den Schneeschuhen unsicher. Offensichtlich sind die für grössere Füsse (oder breitere Schuhe) als Rórdáns gemacht, daher schlackern sie ein wenig unkontrolliert herum, aber solange nicht zu viel Unterholz durch die Schneedecke guckt und Thorsten einen einigermassen geraden Weg beschreiben kann, geht es ganz gut. Rórdán wirkt natürlich nicht sonderlich elegant, wie er da breitbeinig (die Schuhe sind wie zwei überdimensionierte Tennisschläger) durch den Wald wandert – aber noch bekloppter sähe es natürlich aus, wenn er bei jedem Schritt bis zum Oberschenkel im Schnee versinken würde ;)

      Bald geht's weiter mit Mittwoch...
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Katharina ()

    • Mittwoch, 13.2.

      Noch immer brauchen wir einiges an Aussenaufnahmen. Heute habe ich jedoch wenig Zeit, daher machen wir nur was kurzes. In Szene 12 streitet sich Rórdán mit Clíodhna darüber, wie die Kranken behandelt werden sollten (genaugenommen rastet Rórdán ein wenig aus und knallt ihr dann alles an den Kopf, was er ihr schon immer mal sagen wollte). Diese Szene spielt zwar hauptsächlich in Clíodhnas Hütte, aber ich wollte ausserdem zeigen wie 1) Rórdán etwas unsicher zu ihrer Hütte geht, da er immerhin ein heikles Thema besprechen will und 2) Rórdán wütend wieder herausstürmt, noch mal laut flucht (ob über sich oder über Clíodhna sei ihm überlassen) und nach Hause stürzt. Diese zwei kurzen Sequenzen können wir heute noch unterbringen.

      Die Fassade von Clíodhnas Hütte ist seit jeher unsere Aussensauna (die Hexe mag‘s halt warm ;) ). Das Problem ist, dass die Sauna seit dem Sommer nicht benutzt wurde und der Pfad dorthin unter fast einem Meter Schnee begraben liegt. Direkt vor der Sauna ist es weniger, vielleicht 30 cm, weil es unter Bäumen ist. Thorsten muss also erst mal den Vormittag mit Schneeschippen zubringen und sowohl den Weg als auch die Stufen vor Clíodhnas Hütte räumen.

      Die Aufnahmen selber gehen recht schnell, u.a. machen wir auch gleich noch eine Aussenaufnahme nur von der Hütte, etwas, was man zum Einleiten von Szenen immer gut benutzen kann. Ach ja, und wir produzieren ein nettes Outtake, als Rórdán wütend aus der Hütte stürmt und auf dem Weg zurück zum Dorf erst mal ausrutscht – die Hexe hat wohl nicht gut gestreut…

      Donnerstag, 14.2.

      Heute haben wir sowohl Doris als auch Risto (der war am Samstag auch dabei) noch mal für ein paar Aufnahmen bekommen. Wir gehen wieder zum Strand, wo wir ein paar kurze Szenen (eher so ein paar Schlaglichter, die ich noch brauche) drehen.

      1. Caoimhe tröstet einen verzweifelten Angehörigen (Doris und Risto)

      2. Rórdán und ein weiterer Dorfbewohner (Risto) sind ebenfalls beim Gräberhacken zu sehen. Sie gehen danach nach Hause und verabschieden sich auf dem Weg, bevor jeder seiner Wege zieht. Diese Einleitung brauche ich, weil ich Rórdán danach in der Schenke des Dorfes zeigen will, wo er sich mit Caoileann unterhält.

      3. Endlich noch die Nahaufnahme von Caoimhe beim Totenritual. Das ist immerhin eine Einstellung von nur wenigen Sekunden im Film, wir brauchen also nur ganz wenig Filmmaterial, auf dem Caoimhe im Prinzip nur dasteht und Clíodhna zuhört. Dennoch produzieren wir Outtakes am laufenden Band, weil Doris immer wieder Lachanfälle bekommt, da wir alle (Thorsten, Risto und ich) um sie herum stehen und zugucken, wie sie als Blinde starr ins Nichts blickt. Letzten Endes nehme ich meine Rolle als Clíodhna (im Schneeanzug :D ) ein und brabbel den keltischen Spruch vor mir her (den kann ich inzwischen auch auswendig), damit sie sich auf meine Worte konzentrieren kann. Endlich klappt es und wir haben alles im Kasten.

      Am späteren Nachmittag folgt Teil 2 des heutigen Programms: Luftaufnahmen! ^^

      In Szene 1 spricht die andere, fremde Hexe den Fluch über das Dorf und hier hätte ich gerne eine Kamerafahrt über die Wälder gehabt, so dass wir zeigen können, wie der Fluch sich ausbreitet. Die Szene habe ich so geschrieben, weil ich wusste, dass Thorsten sich an Weihnachten eine Drohnenkamera zulegen will (bzw. Geld zum Kauf einer solchen schenken lassen will). Nachdem wir das Ding beim ersten Testflug erstmal versehentlich haben abstürzen lassen :whistling: , kriegt Thorsten es inzwischen ganz gut hin, das Gerät zu fliegen – und die Jüngste hat tierischen Spass, der Drohne hinterherzurennen… Jedenfalls produzieren wir am Donnerstag noch ein paar schöne Flugsequenzen, die sich für Szene 1 eignen sollten. Nebenbei ist es auch extrem cool, das ganze Areal mal von oben zu sehen :thumbup:

      Freitag, 15.2.

      Heute ist es recht sonnig und wir haben uns ein paar kleine Szenen und kurze Einstellungen vorgenommen.

      1. Rórdán kommt zu Siofras Hütte (in der Szene, wo er Siofra Suppe bringt)
      Siofras Hütte (Aussenansicht) ist eigentlich ein altes Heulager in der Nähe. Da dort nur Heu über den Winter eingelagert, aber nicht rausgeholt wird, ist zwar die Strasse, in der das Lager liegt, geräumt, nicht aber das kurze Stück zur Tür. Die Tür selbst lässt sich also auch nicht öffnen, da sie von gut 80 cm kompaktem Schnee blockiert wird. Wir müssen also erst mal schaufeln, damit Rórdán überhaupt zur Hütte kommt. In diesem Teil des Films kriegen wir also gleich den Eindruck, dass a) viel Schnee liegt und b) Siofra vermutlich zu krank ist, um mehr vor der Tür zu räumen als das Nötigste ;)

      2. Rórdán bricht auf, um Blutmoos zu suchen
      Da wir schon ein paar Einstellungen haben, wo Rórdán durch den Wald watet, um für Clíodhna Blutmoos zu sammeln, wollte ich allerdings noch kurz zeigen, wie er aufbricht (praktisch gleich nachdem Clíodhna ihn um Hilfe gebeten hat). Da wir den Weg bei Siofras Hütte schon vorher benutzt haben, als z.B. der Händler Caradoc (in Teil 2) aus dem Dorf aufgebrochen ist, erscheint es mir auch hier sinnvoll, diesen Weg zu zeigen, wenn Rórdán das Dorf verlässt. Das einzig schwierige: man darf nicht zu viel vom eigentlichen Weg zeigen, denn der ist sehr breit und eindeutig von einem Traktor geräumt worden :D Dass die Bewohner von Gleann an Phéine selbst ihre Hauptstrasse so gründlich vom Schnee befreien würden, der immerhin kurz nach Mittwinter offenbar schon fast einen Meter hoch liegt, ist sehr unglaubwürdig, daher zeigen wir vom Weg selbst nur gaaaanz wenig.

      3. Rórdán am Haus seiner Eltern
      Nach dem Totenritual und dem Gespräch mit Clíodhna, als er sich sicher ist, dass es sich wieder um das Reiffieber handelt, geht Rórdán zum Haus seiner Kindheit zurück, welches verfallen ein Stück ausserhalb des Dorfes liegt. Als er dort steht, kommen ihm ein paar Erinnerungsfetzen an damals, als er seine Familie an diese Krankheit verloren hat. Hier ahnt der aufmerksame Zuschauer auch, dass er danach von der alten Hexe Fionnula zum Schmied Bran geschickt wurde, weswegen er noch heute als dessen Gehilfe tätig ist:

      Szene 8

      SZENE 8 Rórdán im Haus seiner Eltern

      Draussen, Tag, verschneite Landschaften. Rórdán stapft durch den Schnee (Schneeschuhe) Ein verfallenes, eingeschneites Haus. Close-up Rórdán, der stehen bleibt und bedrückt zum Haus guckt.

      Rórdán steigt über ein paar Balken hinweg in das Haus ein und steht im Innenraum, der voller Schnee ist. Sein Blick schweift von Wand zu Wand, dann blickt er ausdruckslos zu Boden. Langsamer Zoom auf Rórdáns Gesicht, während seine Erinnerung als Off-Stimmen zu hören sind (teils sich überlappend):

      Rórdáns Mutter: (besorgt) Rórdán, komm rein, es ist viel zu kalt draussen…

      Männerstimme: (ernst) Deine Eltern und dein Bruder sind schwer krank…

      Rórdáns Mutter: (schwach) Fionnula sagt, es ist das Rauhreiffieber…

      Fionnula: Du musst jetzt sehr tapfer sein.

      Männerstimme: Der Junge kann hier nicht bleiben, ehrwürdige Mutter.

      Fionnula: Bring ihn zu Bran. Ich werde mit ihm reden.

      Jungenstimme: Warum sterben einige, und manche bleiben am Leben.

      Fionnula: Das weiss nur die Göttin, Rórdán.

      Rórdán blickt wieder auf und dreht sich dann um. Er geht wieder, ohne sich noch mal umzudrehen.



      Für diese Szene hat Thorsten in der Nachbarschaft ein altes Haus gefunden, dessen Dach eingestürzt und das auch sonst sehr verfallen ist. Ein paar kleine Probleme: 1. es ist ein typisch skandinavisch-rot angestrichenes Haus, 2. es hat Glasfenster, 3. direkt darüber verläuft eine Hochspannungsleitung, 4. am Haus selbst ist ein Antennenkabel befestigt, 5. man kann unmöglich reingehen für Innenaufnahmen.

      Das erste Problem lässt sich möglicherweise lösen, dafür ist es gut, dass es so sonnig ist, denn dadurch ist der Kontrast zwischen Licht und Schatten sehr hoch und wir können (da die Frontseite im Schatten liegt) durch Verstärken des Kontrastes vermutlich etwas verschleiern, dass das Haus rot ist. Dadurch verliert sich hoffentlich auch das Antennenkabel an der Vorderseite und fällt nicht so auf. Die Hochspannungsleitung lässt sich durch entsprechende Aufnahmewinkel ausblenden, was dazu führt, dass wir keine optimale Perspektive (so goldener Schnitt und so) von dem Haus bekommen, aber das geht schon. Die Glasfenster lassen sich nicht kaschieren – andererseits haben wir auch sonst schon ab und zu Glas (s. Clíodhnas Tür), ist nicht schön, aber vielleicht verzeihlich?!

      Dass man nicht reingehen kann ist nur halb so schlimm – lassen wir Rórdán halt sinnend draussen stehen und dann wieder gehen ;)

      Und wo wir schon dabei sind, machen wir noch ein paar Aufnahmen von Rórdán, der mit Schneeschuhen durch den Wald geht – hier kriegen wir dann schliesslich auch das zu erwartende Outtake: Rórdán stolpert über seine Schneeschuhe.

      Samstag, 16.2.

      Für Szene 15, die ein Zusammenschnitt verschiedener Ereignisse mit Hintergrundmusik werden wird, wollte ich noch einen Vater, der mit einem fiebernden Kind auf dem Arm zu Clíodhna kommt und um Hilfe ruft. Hierfür habe ich am Freitagabend noch unseren Nachbar Jani (der Tontechniker, der ab und zu auch schon als Statist mitgewirkt hat) gefragt, ob er nicht einen seiner Söhne überreden kann mitzumachen. Er kann. So einigen wir uns denn darauf, Samstagvormittag noch schnell diese Sequenz zu drehen: Vater kommt mit Sohn (in eine Decke gewickelt) auf dem Arm zur Hexenhütte gestürzt, ruft um Hilfe (hört man ja nicht, da das ganze nur mit Musik untermalt ist), Clíodhna kommt herausgestürzt, sie misst Blutmoosessenz ab und kühl den Jungen mit Schnee. Das Wetter ist noch immer mistig und der Schnee ein wenig getaut, so dass viele Nadeln der umliegenden Bäume zum Vorschein kommen. Das sieht etwas blöd aus, aber die Sequenz ist ja recht kurz und geht schnell vorbei – wahrscheinlich fällt das gar nicht weiter auf.

      Sonntag, 17.2.

      Am Wochenende machen wir Drehpause, dafür kann Thorsten sich ein wenig verkünsteln, Szenen probeweise schneiden und ein Konzept für den Fluch-Effekt basteln, damit der über die Bäume dahinzieht. Aber das erzählt er vielleicht besser selbst. :)
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Nachdem das erste Filmmaterial eintrudelt, bin ich dabei es mal probeweise zusammenzuschneiden. Im Lauf des letzten Jahres habe ich mir da so das eine oder andere zusammengereimt wie man das machen kann - ohne dass das jetzt der Weisheit letzter Schluss waere (man lernt immer noch von Film zu Film dazu...)

      Allgemein haben wir beim Film ein ziemlich grosses Mass an Kontrolle darueber, wie der Zuschauer die Geschichte aufnimmt - im Wesentlichen muss er dahin schauen wo wir die Kamera hinschwenken, wir geben die Geschwindigkeit vor in der wir die Geschichte erzaehlen (man kann nicht einfach zuruecklesen oder sich fuer einen Abschnitt mehr Zeit nehmen wie in einem Buch) - und der Schnitt ist Teil dieser Erzaehlweise.

      (Ein Gespraech mit Katharina darueber wie viel man beim Schnitt eigentlich machen kann und wie wenig man nachher als Zuschauer drueber nachdenkt was da so passiert war so der erste Anstoss fuer die Idee, einen Fantasy-Film zu machen...)

      Man weiss aus der Forschung dass ein bewusster 'Moment' etwa 3 Sekunden ist (das ist z.B. die Zeitspanne die ein doppeldeutiges Bild in einer Bedeutung bleibt bevor es umspringt). Ungefaehr ein bis drei solche Momente braucht man, um eine Szene visuell zu erfassen und einzuordnen, das heisst um den Film ansprechend zu halten, sollte die normale Einstellung aus der gleichen Perspektive etwa 3 bis 10 Sekunden sein, dann kann der Zuschauer die Szene gut erfassen aber bekommt schnell wieder was neues geboten und die Aufmerksamkeit bleibt erhalten.

      (Natuerlich ist da auch viel Gewoehnung dabei - wenn man alte Filme anschaut sind die eher langsam geschnitten, manche neuere Filme sind in einer MTV-Aesthetik geschnitten die ich schon als zu hektisch empfinde,...)

      Wenn ich jetzt schneller schneide als das, zum Beispiel Einstellungen von einer Sekunde Laenge, dann erzeuge ich Stress - die Szenen koennen nicht mehr komplett aufgenommen werden, der Zuschauer wird ueberfordert, es bleiben einzelne Bilder haengen. Das kann (zum Beispiel in einem Kampf) durchaus gewollt sein.

      Wenn ich noch schneller schneide, etwa eine Einstellung nur 0.1 Sekunden lang zeige, dann kann der Zuschauer gar nicht mehr richtig das Bild erkennen das er gesehen hat - es bleibt aber ein unbewuster Eindruck davon - solche Schnitte macht man oft bei Horrorfilmen wenn etwas schreckliches gezeigt werden soll, aber noch nicht so richtig.

      Wenn ich langsamer schneide und sehr lange Einstellungen mache, dann hat die Aufmerksamkeit des Zuschauers Zeit zu wandern - was auch gewollt sein kann. Innere Stillen zum Beispiel werden oft mit einem langen Zoom auf den Protagonisten dargestellt waehrend man die Stimmen aus dem off hoert. Oder der Zuschauer hat Zeit, vom Motiv im FoKus auf den Hintergrund zu schauen. Oft erzeugt eine lange Einstellung auch eine Spannung nach dem Motto 'Jetzt muss gleich was passieren' - die man aufloesen kann.

      An solchen Ueberlegungen orientiere ich mich um zu sehen wie lange ich in einer Kameraperspektive bleibe.

      Welche Einstellung ich dann waehle, haengt viel davon ab welcher Clip nun gut geworden ist. Allgemein taste ich mich normalerweise von aussen nach innen vor - eine Szene beginnt mit einer Einstellung die zeigt wo wir sind und was fuer eine Tageszeit wir haben, dann wechsle ich zu einer Totalen die die Protagonisten und ihre Umgebung zeigt dass dem Zuschauer (hoffentlich) klar wird wo man sich bewegt, und dann, etwa bei Gespraechen, gehe ich naeher ran so dass waehrend eines Dialogs die Gesichter zu erkennen sind.

      Nachdem das aber langweilig wird wenn nur das zu sehen ist, streue ich dann gerne kurze Einstellungen auf Haende oder andere Details ein oder gehe kurz zu einer Totalen zurueck,

      Da gibt's natuerlich auch andere Ideen, in Filmen sehe ich zum Beispiel viel dass eine Szene mit einem Detail eingeleitet wird (etwa ein Gegenstand auf einem Tisch), dann ein Schwenk und ein Zoom raus auf die Protagonisten. Da gibt's nicht die eine Art das zu machen, aber generell mag ich den Zuschauer ungern darueber im Unklaren lassen wo wir grade sind.

      Aber dann gibt's natuerlich auch die Szenen bei denen wir ein kuenstlerisches Konzept haben und die wir dann absichtlich anders schneiden als man normalerweise erwarten wuerde. :D Oder die mit Musik unterlegten Szenen wo die Musik den Takt der Schnitte vorgibt...

      Wenn der Entwurf dann fertig ist, passe ich Helligkeit und Kontrast der einzelnen Clips an dass das Material einigermassen aehnlich aussieht, und dann darf Katharina drueberschauen und mir sagen was sie daran nicht mag - normalerweise guecken wir dann die nicht-verwendeten Clips durch ob es besseres Material gibt - oder wir muessen neu aufnehmen (manchmal schwierig) oder eben mit dem leben was wir haben.

      Und erst wenn wir uns ueber den Schnitt einer Szene einig sind geht das Material in die Post-Produktion wo wir dann aufwaendigere Effekte drueberlaufen lassen.
    • Danke an @Thorsten für den Einblick in die weitere Produktion :)

      Bevor ich jetzt wieder zurück zum Drehtagebuch gehe, welches hier noch fortgesetzt werden muss (es ist inzwischen schon wieder einiges passiert), hier der Trailer für den neuen Film, den wir heute fertigstellen konnten. Uns hatten noch die Aufnahmen der "anderen Hexe" gefehlt, aber die wollte ich unbedingt drin haben ^^

      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Ich weiß, es fehlen noch ein paar Einträge im Blog, aber immer wenn wir gerade zum Drehen kommen, hab ich so viel anderes im Kopf, und immer, wenn es vorbei ist, vergesse ich, hier zu posten :rolleyes:

      Egal, dann wird's halt etwas durcheinander...

      Heute haben wir nach einer Pause endlich mal mit den wichtigeren Szenen weitermachen können. Und zwar die Szene, in der Rórdán seinem Freund, Meister und Ziehvater, dem Schmied Bran sein Leid klagt. Hier kriegt man zum ersten Mal einen Eindruck von der Schmiede und dem Ort, an dem Rórdán lebt. Auch der Schmied selbst tritt zum ersten Mal in Erscheinung. Die entsprechende Szene ist folgende:

      Szene 11

      SZENE 11 Bran spricht mit Rórdán

      Nacht, Mondschein. Schmiede, aussen. Metallklirren, Hammer auf Amboss.
      Schmiede innen. Rotglühendes Metall in der Esse. Bran zieht das Werkstück aus dem Feuer und bearbeitet es.
      Eine andere Ecke der Schmiede. Rórdán sitzt auf einer Bank und schleift eine Klinge (o.ä.). Die Bewegungen sind mechanisch, sein Blick gedankenverloren und abwesend.

      Bran: (in seine Arbeit vertieft) Du wirkst abwesend, Rórdán.

      Rórdán blickt auf und hält inne.

      Rórdán: (atmet durch) Verzeih, Meister Bran. Es ist… eine schwierige Zeit. Für uns alle.

      Bran: (begutachtet sein Werkstück, schiebt es wieder in die Esse)
      Aber das ist nicht alles, oder? Ich kenn’ dich jetzt auch schon eine Weile.

      Rórdán: (seufzt) Nein, das ist nicht alles.

      Rórdán schweigt, während Bran seiner Arbeit nachgeht.

      Rórdán: (zögernd) Was, wenn ich zur Überzeugung gekommen wäre, dass es nicht gut für das Dorf ist, was die Hexe tut?

      Bran hält in seiner Arbeit inne und blickt auf. Er sieht Rórdán prüfend an.

      Bran: Du suchst dir nie die leichten Probleme, oder?

      Rórdán: (lacht kurz auf) Nein, wohl eher nicht. Ich weiß auch nicht, warum sich alle von mir eine Lösung erwarten — erst hat mir Caoileann ihr Leid geklagt, dann Aislinn… Clíodhna ist nicht wie Fionnula, das weiß ich (seufzt) Aber ich glaube, was sie gerade tut, ist ein Fehler. Wer eine kranke Familie im Haus hat, sollte sich keine Sorgen darum machen müssen, ob die Hexe wirklich heilt! Ich weiß, ich sollte sowas nicht sagen…

      Bran hört die ganze Zeit über stirnrunzelnd und konzentriert zu. Schliesslich legt er seine Arbeit beiseite, geht in eine Ecke des Raumes, wühlt kurz dort herum, holt eine Flasche mit Schnaps und zwei kleine Becher und kommt zu Rórdán. Er setzt sich neben ihn.

      Bran: (schenkt ihnen beiden ein) Trink!

      Beide trinken von dem Obstbrand.

      Bran: (blickt kurz nachdenklich ins Leere, bewegt mechanisch des Becher zwischen seinen Fingern) Du kennst Fionnula nur als die unnahbare Alte. Du bist zu jung, um ein anderes Bild von ihr zu haben. Und sie hat sich auch große Mühe gegeben den Anschein aufrecht zu erhalten. (Pause) Dass sie nur ihrem eigenen Rat folgt, meine ich. (nickt gedankenverloren) Aber es gab Leute im Dorf, auf die sie gehört hat. Nicht viele — ein oder zwei vielleicht. Aber es gab sie. Und wenn du recht überlegst, musste es sie auch geben. Niemand kann alles wissen, nicht mal die Hexe. Versteh’ mich nicht falsch — niemand hat das je an die große Glocke gehängt. Wenn jemand damit geprahlt hätte, dann gnade ihm die Göttin! Aber wenn du der Überzeugung bist, dass Clíodhna einen Fehler macht… dann wäre es nicht das erste Mal, dass jemand die Hexe berät.

      Rórdán: (schnaubt)
      Warum ich? Außerdem ist es nicht gerade einfach mit ihr zu reden.

      Bran: (zuckt die Schultern, gleichgültig) Ich kann dir keinen besseren Rat geben. Wenn du meinst, dass du nicht der Richtige bist, dann lass es bleiben.

      Bran schüttet den Rest seines Getränks herunter, steht auf und geht wieder an die Arbeit. Rórdán sitzt noch eine Weile in Gedanken verloren da.


      Problem 1: Pekkas Schmiede ist vollgestopft mit allerlei Gerümpel. Obwohl er schon ein bisschen aufgeräumt hat, haben wir aus den allermeisten Perspektiven im Hintergrund noch immer ganz viel neumodisches Zeug rumstehen/-liegen/-hängen. Die eigentliche Werkstatt eignet sich also kaum, um irgendwas zu drehen. Wir begnügen uns also damit, in der Schmiede lediglich Nahaufnahmen zu machen: Werkstück in der Esse, Bearbeiten des Werkstücks usw.

      Ein kleiner Eindruck, worin das Problem bei der Schmiede besteht:


      Alle anderen Aufnahmen haben wir dann einfach in Pekkas Grillhäuschen gemacht. Das ist ganz aus Holz und hat auch eine Holzdecke, so dass wir sämtliche Gesichter, Gespräche usw. dorthin verlegt haben. Jetzt kommt's also wieder darauf an, das Ganze geschickt zusammenzuschneiden.

      Problem 2: Pekka spricht kein Deutsch, hat aber viel Text :D Weil ich ihn nicht überfordern wollte, haben wir uns darauf geeinigt, dass er einfach irgendwas sagt - immerhin sieht man die Lippenbewegungen unter seinem Bart eh nicht so genau. Das Ganze wird dann später so zusammengeschnitten, dass man halt zwischendrin einfach auch viel Rórdán sieht, der ihm zuhört. Während des Anfangstextes können wir außerdem einfach viel von Brans Arbeit zeigen, das gibt dann die richtige Atmosphäre, man muss ihn also nicht unbedingt reden sehen :) Ansonsten werden wir für Bran einen Synchronsprecher einsprechen lassen (ich hab auch schon jemanden, bin aber noch nicht 100% sicher, dass das so klappt - werde ich demnächst in Erfahrung bringen).

      Hier ein paar Eindrücke

      fantasy-geschichten-forum.de/i…4f826b63de5f0932162a226bb
      Rórdán und Bran

      fantasy-geschichten-forum.de/i…4f826b63de5f0932162a226bb
      Werkstück auf dem Amboss (Zitat Pekka: "Das macht man eigentlich nicht so heiß, dass es Funken schlägt, aber für den Film sieht das so sicher cooler aus.")

      fantasy-geschichten-forum.de/i…4f826b63de5f0932162a226bb
      Bran beim Schmieden

      fantasy-geschichten-forum.de/i…4f826b63de5f0932162a226bb
      Bearbeiten des Werkstückes (ich: "Was wird das eigentlich?" Pekka: "Keine Ahnung. Irgendwas." :D )

      fantasy-geschichten-forum.de/i…4f826b63de5f0932162a226bb
      Werkstück in der Esse
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • Nachdem @Katharina grade wegen Nachtschichten und Organisation gestresst ist mache ich mich hier mal an ein update :)

      Szenen 6 und 9 spielen bei Caoileann zu Hause die ein krankes Kind und einen kranken Ehemann hat - das bedeutet wir haben eine ganze Menge Leute in der Szene - Caoileann, ihr Mann Aedan, ihr Kind Úna und in Szene 6 Rórdán und Caoimhe die zusammen unterwegs sind um nach Kranken zu sehen.

      Ein so grosses Set ist schon mal nicht leicht zu finden - genau genommen kam eigentlich nur eine Ecke in einem alten Sommerhaus in Frage, wo wir dann das Fenster abhaengen mussten (schaut zu modern aus). Das passt aber, nachdem die Fenster im Winter ja wirklich abgehaengt wurden um die Kaelte draussen zu halten - die hatten ja noch keine Dreifachverglasung. Ansonsten haben wir viel Felle und Decken drapiert - am Boden ist auch ein ziemlich geniales Elchfell das wir uns ausleihen konnten.

      Der Platz ist dann ziemlich eingeschraenkt, und wir mussten viel moderneres Zeug aus dem Weg raeumen (sieht man auf dem Bild im Vordergrund) - eine Lampe haengt immer noch von der Decke die dann die Kameraperspektiven weiter einschraenkt.

      Wegen schnell gelangweiltem Kind und Mangel an Platz ist auch einiges getrickst - die Kranken sind nicht zur gleichen Zeit am Set wie die anderen das muss der Schnitt dann richtig hinbekommen.



      Man merkt dass das eben kein Filmstudio ist sondern echt eine Huette - wir koennen praktisch nur von einer Seite beleuchten, die Decke ist sehr dunkel so dass mein erster Plan ueber die Decke indirektes Licht aufs Set zu werfen gescheitert ist,... An Ausruestung sieht man da in der Mitte das grosse Kamerastativ, links davon (ueber den Stuhl drapiert) eine 'normale' Lampe zum Ausleuchten, und auf dem kleineren Stativ rechts unseren akku-betriebenen LED Strahler.

      Und die Schauspieler hatten Spass bei der Sache. :D

      Eine Komplikation ist (mal wieder) Sprache - Emma (Caoileann) ist Finnin und wir koennen sie nicht einfach den deutschen Text sprechen lassen, also sind kuerzere Passagen auf von ihr auf Finnisch gesprochen, aber fuer laengere versuche ich, einen englischen Text mit der gleichen Silbenzahl wie den deutschen den wir nachher druebersynchronisieren zu finden (das macht das Einsprechen dann hoffentlich einfacher) - die Idee ist dass Englisch und Deutsch naeher beisammen sind und dass es hoffentlich leichter ist 'Im Namen der Goettin' und 'In the name of the Goddess' zusammenzubringen als 'Jumalataren nimessä'. Mal sehen... noch haben wir keine Synchrinsprecherin fuer Caoileann, wenn also jemand Interesse hat da mitzumachen... :) gerne.

      Edit: Und nachdem ich grade schneide - hier ist ein Bild wie die Szene im Film aussehen wird:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Thorsten ()

    • Inzwischen ist das letzte Material fuer den Film abgedreht und der Schnitt ist fertig - gestern haben wir uns das fertige Werk in Rohfassung zum ersten Mal angeschaut (ist lustig, denn dank der internationalen Darstellerliste wird eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Finnish gesprochen, man hoert die Regie im Hintergrund,...)

      Soviel kann ich sagen - es wird ein bisschen ein raetselhafter Film - viele Dingen werden gezeigt, aber nicht direkt ausgesprochen, manches wird auch offen gelassen - da kann sich der Zuschauer selbst einen Reim drauf machen. Und es geht um die Personen und ihre Beziehung genauso (oder mehr) wie um das eigentliche Thema der Krankheit.

      Natuerlich ist das Werk damit laengst nicht fertig - fuer viele Szenen ist schon Ton aufgenommen, das geht jetzt in die Ton-Post-Production. Ich sitze waehrenddessen mit der Video-Post-Production am Filmmaterial und lasse mehr und mehr Filter drauflos um den gewuenschten Effekt zu erzielen.

      Wie man oben schon sehen konnte, ist die Schmiede von Pekka ja als Hintergrund nicht so wahnsinnig geeignet da zu modern - also sind viele Szenen mit ihm wo anders gedreht - aber da ist natuerlich keine Esse neben ihm, und wir koennen auch schlecht bei Nacht drehen, da verliert die Kamera irgendwann die Lust wenn es zu dunkel ist.

      Also nehmen wir eine recht gut (mit unserer LED) ausgeleuchetete Szene auf - das sieht dann so aus.



      Eher keine naechtliche Schmiede im Feuerschein.

      Also muss erst mal ein Gammafilter drueber um die Schatten zu verstaerken, dann ein Helligkeitsfilter um die Szene abzudunkeln, dann wird die Farbtemperatur reduziert um Feuerschein zu simulieren, und fuer den kroenenden Abschluss kommt fuer den richtigen Rotstich noch ein Farbfilter drauf.

      Wenn das dann fertig ist, haben wir etwas was schon eher wie eine naechtliche Schmiede aussieht:



      Manche Szenen sind noch komplizierter - es kann sein dass die Ausleuchtung nicht perfekt ist, da bin ich dann beschaeftigt, vorsichtig die Helligkeit in einem Teil der Szene zu korrigieren - das ist schwierig, weil es ja den Bewegungen folgen muss - da sitze ich dann manchmal eine halbe Stunde an 10 Sekunden clip bis das wirklich passt.
    • Inzwischen sind wir (gut gegenueber den urspruenglichen Plaenen verspaetet) mit der kompletten Video-Nachbearbeitung fertig und sind nur noch mit Audio beschaeftigt.

      Bei 'Rauhnachtfluch' haben wir insofern Neuland betreten dass einige Sprechrollen (unter anderem Meister Bran) von Finnen gesprochen werden - das bedeutet, dass wir Synchronsprecher brauchen und deren Stimme passend auf das Bild legen muessen.

      Inzwischen weiss ich jetzt auch recht genau, warum es den Beruf des Synchronsprechers gibt, denn der Schwierigkeistgrad reicht von 'recht einfach' wenn man tatsaechlich einen erfahrenen Sprecher hat (Bran wird von Reinhard Kuhnert gesprochen - den man etwa als deutsche Stimme von Meister Shifu in Kung Fu Panda 3 kennt) bis zu 'ziemlich knifflig'.

      Der einfache Fall ist - Reinhard hat sich das Filmmaterial angeschaut und dann ziemlich genau Tempo und Intonation angepasst, so dass ich das recht schnell montiert hatte.

      Der andere Fall geht so: Fuer die Stimme von Caoileann hatten wir die deutsch Bekannte einer Freundin rekrutiert die in Finnland Urlaub gemacht hat (das war zu viel Text als dass wir das jemanden ohne Betreuung und Feedback vor Ort haetten einsprechen lassen wollen) - die Lady war leider ein bisschen nervoes nachdem sie das das erste Mal gemacht hatte, was ihre Stimme gleich in die Hoehe getrieben hat, da klang sie dann schnell piepsig.

      Um das zu korrigieren hatte ich dann eine Filterkombination bei Audacity gesucht die ihre Stimme tiefer und voller klingen laesst ohne sie kuenstlich wirken zu lassen und dann die einzelnen Saetze in Fragmente geschnitten und moeglichst genau ueber das Bild gelegt. Das geht leider nicht immer auf - aber in diesem Fall kann man mit Audacity den Satz ein paar Prozent laenger oder kuerzer machen indem man das Tempo aendert.

      Alles in allem eine Menge Fummelarbeit die doch nicht so gut wird wie wenn es ein geuebter Sprecher gleich von Anfang an ordentlich macht. :(

      Und deshalb gibt es wohl diesen Beruf - Emotionen in die Stimme zu legen, dabei noch klar zu sprechen, natuerlich zu wirken und das dann im richtigen Tempo zu bringen, das muss man auch erst mal koennen.

      Jedenfalls sind inzwischen auch alle Stimmen montiert, und das Material ist bei der Sound-Designerin unseres Vertrauens ( @Oriane) die jetzt an Ambience (Hintergrund-Geraeuschpegel), Foley (Geraeusche von bestimmten Aktionen die man sieht, etwa Tuer knarren, Schritt auf Holz oder so) und Effekten (das Geraeusch das die Magie begleitet etc.) arbeitet und die passenden Filter ueber die Stimmen legt so dass sie moeglichst so klingen wie draussen oder drinnen gesprochen (wir versuchen zumindest ohne jeden Nachhall aufzunehmen so dass die original-Aufnahmen sehr klar und nahe klingen - das passt nicht immer in die Szene).

      Das ist jetzt das Stadium, wo ich mich auch dran mache die Untertitel zu uebersetzen (ich mache die Englische Master-Version, die geht an die Uebersetzerin meines Vertrauens um die franzoesische zu erstellen, und die finnische machen wir dann zusammen mit Bekannten hier).

      Und dann wird irgendwann ein DVD-Image draus :)
    • Und nachdem ich jetzt auch den Sound von manchen einfacheren Szenen selber mache - hier ein kleiner Einblick in Ambience und Foley

      Ich hatte oben schon mal erwaehnt dass mehrere Rollen von Finnen gespielt aber von Deutschen gesprochen werden - in diesen Faellen muessen wir natuerlich nachsynchronisieren.

      Der Standardfall ist aber leider, dass wir praktisch den ganzen Sound einer Szene in der Nachbearbeitung machen muessen. Die Gruende dafuer sind viele:

      * modernes Hintergrundgeraeusch - grade draussen hoert man gerne mal Autos oder Flugzeuge oder auch die Kettesaege des Nachbarn
      * unzureichende Technik und Crew - selbst eine gute Videokamera bringt keinen Sound wenn man auf 10 m Entfernung filmt - das geht nur mit Richtmikrophon ordentlich. Schon bei etwas Wind ist ohnehin jedes Mikro ohne eine wollige Huelle verloren - das heisst, sinnvoll am Set Ton aufnehmen kann man nur wenn man einen Tontechniker dabei hat der das macht - im Prinzip haben wir einen, aber der hat nicht immer Zeit wenn wir eine Aufnahme machen koennen...
      * selbst mit Tontechnik am Set kann es sein dass die Szene visuell klasse war, aber jemand den Text vergessen oder falsch gesagt hat
      * manchmal sind die Geraeusche die wir wollen gar nicht am Set - z.B. wenn wir in der Taverne filmen, dann haben wir gar nicht den Platz alles mit leise in Gespraechen vertieften Statisten zu fuellen
      * und zu guter Letzt - manchmal sind die Geraeusche in Filmen 'larger than life' - man ist ein bisschen gewohnt etwas zu hoeren auch wenn man in echt bei der Szene viel weniger hoeren wuerde

      Und das bedeutet - oft wird der Sound im Nachhinein gebastelt. Wir haben einmal die Stimmen die aufgenommen und synchronisiert sind, aber dann kommen noch 2 Elemente dazu - Ambience und Foley. Dazu verwenden wir freie sound-Datenbanken wie etwa das konstenlose zapsplat.com.

      Ambience ist der Hintergrundsound der Szene - im Sommer ist das draussen vergleichsweise einfach, man kann waehlen zwischen Wind in den Baeumen, Vogelgezwitscher, Insekten,... Im Winter beschraenkt es sich haeufig auf Wind, und weil das eher langweilig ist, reichere ich das dann gerne noch an, zum Beispiel im Dorf mit Hundegebell oder Schnauben von Pferden aus dem Stall. Das gibt dann einen Hintergrundklang der Szene.

      Foley (benannt nach Jack Foley der das erfunden hat) sind Geraeusche die separat aufgenommen werden und auf den Film synchronisiert werden - um eben deutlicher und intensiver zu wirken. Wenn etwa ein Bettlaken geschuettelt wird und nach Stoff klingt, oder ein Stuhl gerueckt wird und Holz auf Holz reibt, oder ein Bogen abgeschossen wird und der charakteristische Klang wie im Herrn der Ringe ertoent - das ist Foley.

      Viele von diesen Geraeuschen klingen in echt nicht so - wenn man einen echten Langbogen abfeuert klingt das viel leiser und kaum hoerbar, ebenso Stoff den man bewegt - aber man ist gewohnt, in Filmen diese Geraeusche verstaerkt wahrzunehmen, es wird als unnatuerlich empfunden wenn sie fehlen.

      Will sagen, mit der Datenbank und einer Auswahl von 10 'Becher wird auf Holz gestellt' Sounds, verschiedenen Schritten, Ruecken von Stuehlen, Klingen von Glaesern, dem Geraeusch einer entkorkten Flasche und dem von Fluessigkeit die in einen Becher laeuft kann ich Schritt fuer Schritt den Geraeuschpegel ein einer Taverne in einer Szene in der alle nach wieder einem Begraebnis still dasitzen und trinken nachbilden. Das ist dann eine ziemliche Fummelei - manche Kombinationen klingen nicht gut, Foley fuer das was man sieht muss recht genau passen, fuer jeden Fetzen sound muss die Lautstaerke und die Stereoposition angepasst werden, oft muessen noch Hall-Filter drueber oder die hohen Frequenzen muessen gefiltert werden um das Geraeusch ferner klingen zu lassen, und leider muss haeufig jeder einzelne Schritt den jemand macht unterlegt werden, was dann schnell ueber huntert verschiedene Sounds sind die da an genau die richtige Stelle geschoben werden muessen.

      Und am Ende sagt niemand - Klasse Sound in der Szene - sondern man hat Erfolg wenn keinem was auffaellt und jeder glaube das waere alles 'ganz natuerlich' mit der Kamera aufgenommen :P
    • Heute zu einem der letzten Schritte - Untertitel

      Die Cliodhna-Serie hat Fans ueber die ganze Welt verstreut - wir haben Zuschauer aus USA, aus Indien, aus Italien, aus dem arabischen Raum - und natuerlich viele aus Finnland und Deutschland. Untertitel sind der einfachste Weg, sie auch an allem teilhaben zu lassen.

      In Deutschland werden fremdsprachige Filme gerne synchronisiert - das ist ein bisschen das Paradies fuer Synchronsprecher, es gibt eine sehr faehige Industrie die das ziemlich gut hinbekommt - aber z.B. in Finnland oder im englischsprachigen Raum macht man das praktisch gar nicht - da schaut man einen fremdsprachigen Film halt auch im Kino mit Untertiteln an, das sind die Leute so gewohnt.

      Insofern macht es uns das recht einfach auf Deutsch zu produzieren und dann Untertitel anzubieten.

      Technisch ist das recht einfach - man gibt dem DVD-Projekt oder YouTube einfach ein File im SRT Format mit wo Zeiten und Texte spezifiziert sind, der Text wird dann automatisch fuer die angegebene Zeitspanne eingeblendet - schaut dann so aus:

      1
      00:00:01.910 --> 00:00:03.569
      HakalaFilm presents


      2
      00:00:05.073 --> 00:00:07.812
      In a valley far in the North

      Das fuer einen kompletten Film zu machen ist nervig und zieht sich, aber Katharina verteilt sich das gerne ueber mehrere Tage.

      Das interessantere Problem ist oft, die Untertitel sinnvoll zu uebersetzen. Die doch recht spezifisch keltische Mythologie geht zum Beispiel nicht immer mit dem finnischen Vokabular zusammen - in der Kalevala gibt es schon eine Anderswelt - Tuonela - aber die ist eben sehr spezifisch, nicht das was wir meinen. Manchmal scheitert es auch an ganz banalen Sachen - Fionnula sagt einmal 'Im Tal gibt es... Dinge.'

      Auf Englisch ist das kein Problem - 'There are... things... in this valley' - das hat die richtige sinistre Implikation dass hier auch auf unheimliche Wesen angespielt wird (etwa wie bei Lovecraft 'The Thing on the Doorstep'), laesst aber ein bisschen offen ob es wirklich Wesen sind, oder auch Ereignisse etc.

      Geht auf Finnisch leider nicht - die Worte fuer 'Dinge' bezeichnen entweder tatsaechlich stoffliche Dinge, oder haben die Konnotation von 'Angelegenheiten' - aber ein Wort das genau das tut was Deutsch oder Englisch an der Stelle tun gibt's halt nicht. Daraus entspinnt sich dann schon mal eine halbe Stunde Diskussion mit unseren finnischen Freunden wie man das umformulieren muesste, was uns wichtig ist zu transportieren und was nicht - und sowas haelt das Uebersetzen dann natuerlich sehr auf.

      Man lernt aber auch immer viele neue Vokabeln...

      Dann gibt es so Probleme dass es im Deutschen und Franzoesischen moeglich ist eine Hierarchie zu unterscheiden und jemanden formell anzureden, was auf Englisch und Finnisch oft nicht so ohne weiteres geht - daher bekommt die englische Uebersetzung auch Kommentare in welcher Stilebene die Szene gehalten sein soll.

      Naja, ueblicherweise mache ich die englische Uebersetzung (ich lese und schreibe viel auf Englisch), die finnische Rohuebersetzung macht unsere aelteste Tochter und wir diskutieren die Details mit Freunden durch, und die franzoesische Uebersetzung macht eine Bekannte von mir aus der franzoesischen Schweiz basierend auf der kommentierten englischen Version.

      Es ist nochmal alles ein gutes Stueck Arbeit - aber es ist der Endspurt, danach kann schon die DVD gebaut werden, und daher sind wir normalerweise nochmal motiviert.
    • Der Film ist inzwischen soweit fertig und die zweite Version des DVD-Image erstellt - nur zwei Dinge halten uns jetzt noch von der Veroeffentlichung fern - die Cover-Illustration und ein Ort fuer die Premiere.

      Fuer das erste sind die Tage Entwuerfe und Photos zwischen unserer Illustratorin und HakalaFilm hin- und her gegangen - wir haben Still-Images aus dem Film zur Verfuegung gestellt, waren aber auch heute noch mit einer (Photo-)Kamera draussen um Kandidaten fuer Hintergruende aufzunehmen.

      Idealerweise soll das Cover ja die Stimmung des Films transportieren, auch neugierig machen - aber trotzdem Platz fuer Text und Infos haben. Momentan sind wir an diesem Punkt angekommen (und das wird wohl im Wesentlichen so bleiben) - 'The other witch' (Raija) bekommt das Titelphoto und die ganze Atmosphaere soll kalt und duester wirken:



      Mit dem Ort fuer die Premiere sind wir leider noch nicht so weit - inzwischen liegt hier schon Schnee und wir sind dem erhofften Zeitplan fuer den Film etwas hinterher - die Gallerie die uns beim letzten Mal betreut hatte hat leider nur einen recht zugigen Raum frei den sie im Sommer verwendet - das geht bei diesem Wetter gar nicht - und das gleiche gilt fuer das Theater - das ist ein nur wenig heizbarer Sommerbau :( Irgendwie muessen wir jetzt also was anderes in Korpilahti finden. Aber das wird wohl auch noch irgendwie...