Erbin der Mächtigen

  • @Sora


  • Hey Sora :)


    LG,
    Rainbow

  • Hallo Sora!


  • Hallo ihr Lieben,


    danke fürs lesen und kommentieren. Ich bin wirklich sehr froh, das euch der Abschnitt gefallen hat. er lag mir wirklich sehr am Herzen un dich habe ihn ziemlich oft umgeschrieben, bevor ich ihn hier gepostet habe. Und es freut mich auch das ich euch überraschen konnte. Hier nun meine Antworten zu eurem Feedback:


    @97dragonfly


    @Rainbow



    @Kirisha






    So sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe, schreibe ich den teil nochmal um und schreibe dann auch weiter. Gerade ist es etwas heikel mit der Zeit und auch mit der Kreativität..


    LG Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • Hey Sora



    LG,
    Rainbow

  • So sobald ich wieder etwas mehr Zeit habe, schreibe ich den teil nochmal um und schreibe dann auch weiter. Gerade ist es etwas heikel mit der Zeit und auch mit der Kreativität..

    Lass dich nicht beirren. Ich mag deine Geschichte wirklich sehr und bin neugierig, was da noch so kommt. Und wenn das mal etwas länger dauert, ist es nicht schlimm.

  • Hallo meine lieben Leser.
    Ich weiß, ich poste ziemlich unregelmäßig neue Abschnitte. Leider finde ich nicht so viel Zeit zum schreiben, wie es gerne würde. Aber ich bleibe dran und nutze jede Gelegenheit die sich mir bietet, um in meiner Geschichte voran zu kommen.
    Ich habe aus meiner kleinen Schreibblockade gefunden und ein neuen Abschnitt geschrieben. Ich bin wie immer für jede Kritik offen und hoffe es gefällt euch.
    Also hier kommt der nächste Teil:



    Kapitel 7.1


    Nun war es also passiert. Ihre Tochter hatte die Prüfung nicht bestanden, so sehr sich Claire auch gewünscht hatte, dass die Göttin ihrem Mädchen wohlgesinnt sein würde. Niedergeschlagen blickte Kalia während des gesamten Weges, den sie zu ihrem Haus zurücklegten, auf den Boden. Immer wieder versuchte Claire Worte zu finden, die Trost spenden könnten, aber in dieser Situation wäre wohl nichts hilfreich.
    Die beiden wurden begleitet von Hauptmann Nohlan und seinen Männern, insgesamt sieben, die die beiden Frauen in ihre Mitte genommen hatten. Kalia schleppte sich immer weiter und ihre Mutter konnte förmlich spüren, wie die Lebensenergie aus ihrer Tochter wich. Claire fühlte sich so hilflos, wollte ihrer Tochter helfen, aber nichts schien ihr in dieser Situation das richtige zu sein. Während sie so langsam vor sich hin gingen, musste Claire wieder an das Gefühl denken, dass sie gestern Nacht, nach ihrem Gebet an die Göttin, beschlichen hatte.
    „Oh Göttin, ich flehe dich an, schenke meiner Tochter die Gabe, sich mit einem Element zu verbinden. Ich könnte es nicht ertragen, wenn man sie in die Menschenwelt verbannen würde. Sie ist die Einzige Person die ich immer mehr geliebt habe, als mein eigenes Leben. Sie ist ein Geschenk, mit dem ich nie gerechnet habe und das eigentlich unmöglich hätte sein sollen. Eine Nadár die sich mit einem Menschen vereinigt hat“, hörte man das Flüstern von Claire, die sich vor ihr Bett gekniet hatte, die Hände ineinander gefaltet.
    „Auch wenn ich selbst langsam daran zweifle, dass Er wirklich existiert hat… Aber das ist jetzt nebensächlich. Wichtig ist nur das Kalia die Chance bekommt, eine vollwertige Nadár zu werden. Das ist alles was zählt. Ich kann nicht auf die Gnade des Fürsten hoffen, wenn er selbst es am liebsten sehen würde, Kalia in die Menschenwelt verbannen zu können. Ich bitte dich, oh Göttin, hilf ihr.“ Claire flehte unter Tränen zu ihrer Göttin, das alles gut werden würde und sie nicht ihre Tochter verlieren würde. Tiefe Verzweiflung machte sich in ihrem Herzen breit, die sie so noch nie gespürt hatte. Alles was ihr nach dem Gebet blieb, war ein Gefühl von Traurigkeit und eine dunkle Vorahnung, die sich in ihrem Geist breit machte. Irgendetwas sagte ihr, dass sie für den Fall der Fälle einen Notfallplan haben musste, denn wenn es schief gehen sollte, würden sie nicht die Chance bekommen, alleine zu sein. Dennoch hielt sie etwas davon ab, aufzustehen um zu tun was getan werden musste. Es würde einem Verrat an ihrer Tochter gleichen, befürchtete Claire. Aber dieses mulmige Gefühl, dass es morgen passieren könnte, dass sie ihre geliebte Tochter verlieren würde, ging einfach nicht weg. Kurzerhand entschloss sich Claire aufzustehen und nach unten zu gehen. Ohne Umschweife wusste sie genau, wo sie hin musste und was zu tun war. Unter der Treppe fand sie, was sie gesucht hatte und nahm den dunklen Koffer, legte ihn auf den Esstisch in der Küche und öffnete ihn. Sie ging schnellen Schrittes durch den Raum, auf ein Bücherregal zu und schob im untersten Regalbrett die dort stehenden Büchern beiseite. Zum Vorschein kam eine Art Griff, an dem Claire zog. Mit einem Ruck bewegte sich das Regal und sie konnte es zur Seite schieben. Das Möbelstück machte eine Tür frei, durch die sie ging, eine Treppe hinunter und in eine Keller. Die Wände waren vollgestellt mit verschiedenen Regalen, die voller Bücher und Kisten waren.
    Claire wusste genau, wo sie hin musste und ihre Griffe waren gezielt. In ihre Hand vielen verschieden Bücher, mit alten und mit Runen versehenen Einbänden, die allesamt in dem Koffer landeten. Außerdem suchte Claire noch nach verschiedenen Kräutern, die sie für nützlich hielt. Ihr Blick viel auf ein altes gezeichnetes Bild, auf dem sie sich selbst sehen konnte und eine sechsjährige Kalia, die auf ihrem Schoß saß und vor sich hin strahlte. Nach kurzem innehalten nahm sie das Bild und steckte es in ein Seitenfach des Koffers. Diese Dinge sollten Kalia später daran erinnern, wer sie war und wer sie wieder sein könnte, wenn ihr Wille stark genug wäre. Zuletzt entschied sich Claire noch dafür, sich ein Blatt Papier und einen Stift zu suchen, um einen Brief an ihr Mädchen zu schreiben.
    „Kalia, geliebte Tochter.
    Dein Leben wird jetzt vielleicht viel besser sein, unter Menschen, die dir in deinen Augen mehr ähneln, aber du musst daran denken, wer du tief im Inneren bist. Du wirst nicht mehr wissen wer ich bin, oder wer du warst. Ich weiß nicht genau, wie das ganze ablaufen wird, an was du dich erinnern wirst, aber du darfst nie aufhören nach der Wahrheit zu suchen, die in deinem Herzen schlummert. Du bist eine Nadár, eine der mächtigsten die es seit langer Zeit bei uns geben wird. Du musst nur anfangen an dich zu glauben. Erforsche deine Geschichte, unsere Geschichte. Lies die Bücher, sie werden dir bei deiner Suche helfen, dabei den richtigen Weg zu finden.
    Dein Herz wird dir bei deiner Suche helfen, bei deinem Weg die volle Kraft aus deinen Fähigkeiten zu entwickeln und zu aktivieren.
    Wenn es soweit ist, musst du eine ganz bestimmte Person suchen. Er heiß Derek und ist ein magisches Geschöpf. Mach dir keine Gedanken darüber, wie du ihn finden wirst. Ihr werdet euch finden, komme was wolle, denn es ist deine Bestimmung. Vertraue ihm, egal wie komisch und unvorstellbar du es finden wirst. Er wird dir dabei helfen, wieder zu uns zu gelangen, wird dir den Weg weisen. Es wird ein langer Weg werden, aber ich bin davon überzeugt, dass du es schaffen wirst und wir uns eines Tages wieder sehen werden.
    Ich liebe dich über alles Kalia.
    Deine Mutter Claire.“
    Tränen liefen über Claires Gesicht und tief in ihrem Herzen ahnte sie, dass die morgige Prüfung nicht so laufen wird, wie es sollte. Sie konnte nur noch hoffen, dass die Göttin erbarmen zeigen würde und Kalia ihr Element finden wird. Mit steifen Gliedern und einem Gefühl im Bauch, als würde ihr Mageninhalt gleich wieder den Ausgang suchen, stieg sie wieder die Treppe zu ihrem Schlafzimmer hoch. Einen kurzen Moment verharrte sie vor Kalias Tür, öffnete sie vorsichtig und ging zu dem Bett ihrer Tochter. Eine Strähne hing ihr ins Gesicht, die Claire mit ihrem Finger vorsichtig hinters Ohr schob, beugte sich über Kalia und gab ihr einen leichten Kuss auf die freigelegte Wange. Mit vorsichtigen Schritten ging sie Rückwärts wieder zur Tür, schloss sie hinter sich und ging dann in ihr eigenes Zimmer. Claire setze sich aufs Bett und öffnete die Schublade des Nachtschränkchens. Sie holte eine kleine Drachenfigur hervor, die sie vor Jahren von Ihm bekommen hatte. Sie bedeutet für Claire eine etwas ganz besonderes und auch für Kalia wird sie eine wichtige Bedeutung haben. Wenn sie erst einmal versteht wieso sie so auf die Welt kam und sie zur Hälfte ein Mensch ist, würde sie wissen, wie wichtig diese Figur ist.
    „Wir sind da. Begebt euch bitte ins Innere des Hauses, um dort auf die Ankunft des Fürsten zu warten. Kalia, sie sollten sich ein paar Klamotten zusammen suchen, die werden sie brauchen. Und ihr sollte euch sagen, was es noch zu sagen gibt, bevor die Verbannung stattfinden wird“, durchbrach Nohlans tiefe Stimme die Gedanken von Claire und die Stille die vor der Tür herrschte.
    Ein kurzer Blick zum Hauptmann und Claire sah, dass es selbst Nohlan mitnahm was bald passieren würde. Beide Frauen traten in das Haus ein und sprachen kein Wort miteinander. Kalia sah ihre Mutter an und fing an zu weinen. Still liefen die Tränen herunter und das einzige was Claire tun konnte, war ihre Tochter in den Arm zu nehmen und ihr so gut es ging Trost zu spenden.
    „Kalia, du musst mir jetzt gut zuhören, es ist wichtig. Du wirst gleich hoch gehen und in deinen Rucksack ein paar Klamotten packen. Außerdem wirst du den Koffer unter der Treppen mitnehmen. Stell keine Fragen, sondern nimm ihn einfach mit und lass ihn nicht aus den Augen. Und vergiss weder deine Kette, noch die Figur die ich dir geschenkt habe. Es ist wichtig, dass du sie immer bei dir behältst. Ich weiß das ist alles jetzt ziemlich viel, aber ich weiß nicht wie viel Zeit uns noch bleibt. Ich bitte dich einfach mir zu vertrauen“, redete Claire drauf los, immer wieder den Blick Richtung Eingang gewandt, um zu sehen, was draußen vor sich ging. Kalias folgte ihrem Blick und sah wieder fragend zu ihrer Mutter.
    „Mum, was bedeutet das alles?“
    „Ich kann dir das jetzt nicht alles erklären. Hier nimm diesen Brief und stecke ihn in deine Jacke.“ Mit schnellen Bewegungen holte Claire den Brief aus ihrer Tasche, überreichte ihn Kalia und drückte ihn in die Hand ihrer Tochter.
    „Glaube an dich und deine Fähigkeiten.“
    „Du hast in der Nacht einen Brief geschrieben und einen Koffer gepackt, für den Fall das ich versage? Du hast nicht an mich geglaubt…“, war das einzige was Kalia zustande brachte, bevor sie sich umdrehte und nach oben in ihr Zimmer rannte.
    Was hatte Claire jetzt nur getan…



    Lg Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • Guten Morgen @Sora


  • Hallo liebe Sora,


  • Hallo ihr lieben.


    Danke fürs lesen, liken und Kommentieren. Hier kommen nun meine Anmerkungen zu eurem Feedback.


    Also los gehts:
    @97dragonfly


    @Kirisha


    LG Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • Hey @Sora



    LG,
    Rainbow

  • Hey @Rainbow,



    Jetzt habe ich nochmal eine Frage an alle meine Leser, da wir bald an einen Punkt kommen, wo einiges passieren könnte.
    Wer sich nicht spoilern lassen möchte, auch wenn es nur sehr gering ist, sollte den kommenden Spoiler nicht lesen. Ich würde auch jeden bitten, der mir bei meiner frage helfen möchte, ihre Antwort in eine spoiler zu packen, auch wenn ihr das sowieso macht, wollte ich nur mal noch bescheid geben.
    Also los gehts zu meiner Frage:


    LG Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • --- Achtung Spoiler ---
    Hey Sora

  • Hallo an alle,
    ich wollte ein kurzes Update für euch dalassen.
    Ich schreibe zwar aktuell an dem nächsten Teil, aber es wird jetzt für einen kleinen Zeitraum eher noch langsamer vorangehen, da ich wie schon mal grob erwähnt, grad ein bisschen Probleme habe, mit dem Umfang der Geschichte. Sie weicht von meinem eigentlichen groben Plot ab und hat sich selbstständig gemacht und wird größer als gedacht.
    Deswegen muss ich so nebenbei beim schreiben, mir nocheinmal ein neuen groben Plot überlegen, damit ich keine Logiklücken einbaue und alle Geheimnisse auflöse am Ende und zwischendurch.
    Ich bedanke mich für euer Verständnis


    Und nun achtung spoiler der wieder um die Frage aus einem andren post zu klären
    @Kirisha


    LG Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • Hallo Sora,


    ich finde es sehr vorteilhaft, dass du versuchst, deinen Plot zu formulieren und dir zu überlegen, wie du dahin kommen sollst. Das sollte man immer so machen - wenn man es schafft.


  • @Kirisha



    So meine Lieben,


    hier geht es nun auch mal weiter. Musste daran etwas mehr pfeilen und hoffe, dass er jetzt annehmbar geworden ist. tat mir damit etwas schwere als sonst...


    Kapitel 7.2

    Mit entschlossenen Schritten nährte sich ein großgewachsener Mann, einer hölzernen Tür mit dunkel gefärbten Runen darauf. Der lange steinerne Flur, den er entlang ging, befand sich weit unter der Erde. So tief, dass man die Hitze der Hölle schon merklich spüren konnte und sich den dunklen Kräften nahe fühlte. Kerzenleuchter waren die einzige Lichtquelle, die die Dunkelheit erhellten, sodass man sehen konnte, wo man seine Füße hinsetzte. Mit schnellen Bewegungen öffnete er die schwere Tür und verschwand wie ein Schatten in den dahinter liegenden Raum. Gelbe Augen starrten auf einen rot glühenden Sarg, der auf einem Altar stand. Einen Augenblick verharrte er vor der geschlossenen Tür. Langsam und bedacht setzte er einen Fuß vor den anderen, nahm dabei eine einzelne Kerze von einem kleinen Tisch, der mitten im Raum stand und stoppte erst, als er direkt vor dem Altar angekommen war. Sein Blick richtete sich auf eine männliche junge Gestalt, mit dunklen langen Haaren, die ein markantes Gesicht umrahmten und deren Körper, eingehüllt in schwarz ledernde Flügel, auf einem Samtenen Tuch lag, welches im gesamten Sarg ausgelegt war.
    „Heute werde ich die letzte, mögliche Bedrohung aus den Weg räumen, die unsere Herrschaft in Frage stellt. Dann steht uns nichts mehr im Wege und du kannst wieder zurück ins Leben kommen, mein Sohn“, durchbrach eine tiefe Stimme die Stille, während seine Worte in dem Raum wiederhallten. Liebe lag in seinen Augen, als er mit einem einzelnen Finger die Wangenknochen im Gesicht seines Sohnes nachzeichnete. Eine Strähne seines schwarzen Haares hatte sich von den übrigen gelöst und verlieh dem jungen Mann ein verwegenes Aussehen, was der Fürst nicht dulden konnte. So strich er die Haarsträhne wieder hinters Ohr zu den anderen, sodass alles seine Ordnung hatte und auch im schlafenden Zustand sein Sohn eine gewisse Autorität ausstrahlte.
    Plötzlich wurde die Tür geöffnet, was Silas dazu veranlasste seine Hand ruckartig wieder hinter seinem Rücken verschwinden zu lassen und wieder Haltung anzunehmen.
    „Fürst, sie sind angekommen“, erklärte einer der Nadár.
    „Hat ihre Mutter ihn gar keinen Respekt beigebracht und auch keine Manieren?“, fauchte Silas den Mann der Wache an, der ohne anzuklopfen den Raum betreten hatte. Die Wache verfiel in eine tiefe Verbeugung und stammelte eifrig vor sich hin.
    „Es tut mir leid, mein Fürst. Das war gedankenlos von mir. Ich… es tut mir leid“, war das einzige was er zustande brachte. Silas konnte Schweißperlen auf der Stirn des Mannes erkennen und auch das leichte Zittern des Körpers vernahm er.
    „Nun denn. Es sollte nicht noch einmal vorkommen, sonst sehe ich mich gezwungen eine Strafe auszusprechen, die mit großer Gewissheit nicht leicht zu ertragen sein wird. Nun schickt eine Botschaft an Nohlan, wir treffen uns bei der Lichtung der Dunkelheit.“ Silas blickte ein letztes Mal zu seinem Sohn hinunter, bevor er den Raum wieder verließ und sich auf den Weg machte zur der Verbannung einer Versagerin.


    Kalia saß auf ihrem Bett und ließ ihren Tränen freien Lauf. Die einzige Person die ihr immer gut zureden versuchte und Mut in ihr zu pflanzen, hatte am Ende auch nur damit gerechnte, dass sie es nicht schaffen würde. Ihre eigene Mutter hatte alles für die nahende Verbannung vorbereitet und ihr kein einziges Wort darüber verraten, was auf sie zukommen könnte. Kalia konnte ihre Gefühle kaum noch unterdrücken, wusste gar nicht wohin mit ihrer Wut und der Enttäuschung darüber, dass sie anscheinend von niemanden wirklich geliebt wurde
    Sie würde in wenigen Stunden den Weg in die Menschenwelt antreten, in eine Zukunft die im Dunklen lag, ohne dass sie genau wusste, was sie dort erwartete. Ihre Verzweiflung stieg ins unermessliche und alle Wärme entwich ihrem Körper, als würde jemand daran ziehen. Sie wusste nicht wie viel Zeit ihr noch blieb, also versuchte Kalia mit aller Kraft sich zu konzentrieren. Sie durfte jetzt nicht die Nerven verlieren. Es war geschehen, sie hatte versagt und war nun so tief am Boden, dass es nur noch Bergauf gehen konnte. Vielleicht war ihr Platz tatsächlich bei den Menschen und sie würde ihren Vater dort finden. Dennoch würde sie hier auch einiges zurück lassen müssen. Sie liebte ihre Mutter, selbst wenn sie Kalia auch für eine Versagerin hielt, was ihr einen großen Stich ins Herz versetzte. Aber es war ihre Mutter und sie liebte sie so sehr, wie man nur lieben konnte. Aber dann ist da auch noch ihre tierische Seelenverwandte, ihre Greifin Cattalia. Wie würde sie es vermissen mit ihr durch die Lüfte zu fliegen, um alles aus einem anderen Blickwinkel sehen zu können. Ein erneuter Schwall von Tränen rann über ihre Wangen, als sie an all die Momente mit ihrer Begleiterin dachte, an das Gefühl die Muskeln unter ihren Beinen zu spüren. Während sie so an die schönen Zeiten dachte, machte sie sich auf dem Weg zu ihrem Kleiderschrank.
    Ohne zu sehen, was sie aus ihrem Schrank nahm, warf sie ein paar Klamotten aufs Bett. Als der Stapel immer größer zu werden schien, machte sie sich daran und packte die Dinge in ihre Tasche. Nicht mehr lange und sie würde alles, was sie bisher kannte und liebte verlassen müssen. Nie wieder würde sie hier in diesem Zimmer stehen können und die schöne Aussicht nach draußen sehen. Während sie Gedankenverloren weiter ihre Tasche packte, fiel ihr der Brief von Claire in die Hände, was sie inne halten ließ. Wie konnte sie das Kalia nur antun? Wie lange hatte sie diesen Brief schon bei sich, in dem Wissen, dass ihre Tochter es nicht packen würde? Wie hätte Kalia an sich glauben sollen, wenn es kein anderer getan hatte? Die Tränen versiegten ihr langsam, auch wenn sie jeden Grund dazu gehabt hätte, weiter zu weinen. Ohne es wirklich kontrollieren zu können, griff sie nach der Kette, die sie um ihre Hals trug und schloss ihre Hand darum. Eine tröstende Wärme breitet sich auf ihrer Haut aus und versicherte ihr, dass es besser werden würde. Der Tiefpunkt ihres Lebens war erreicht, da war sie sich sicher. Von nun an würde sie ein neues Leben beginnen, ein Leben, in welches sie besser hinein passen würde. Indem sie von vorne beginnen konnte.
    Stimmen drangen von unten in ihr Zimmer ein. Nach wenigen Minuten vernahm sie Schritte einer einzelnen Person auf der Treppe. Nun war es also so weit, sie musste ihr Zimmer, ihr zu Hause verlassen und würde nie wieder hier her kommen. Nie wieder den Geruch von Blumen und frisch gefallenen Regen wahrnehmen.
    „Liebling?“, fragte Claire durch die geschlossene Tür und klopfte leise an. „Es ist soweit. Nohlan hat die Nachricht mit dem Treffpunkt erhalten.“
    „Komme gleich“, war das einzige was Kalia zustande brachte. Im gleichen Atemzug hatte Kalia das Gefühl, als würde ihr Herz aus der Brust springen wollen. Ihre Lungen fingen an zu vibrieren und ihr Atem ging immer schneller, bis sie glaubte keine Luft mehr zu bekommen. Panik bahnte sich einen Weg durch ihren Körper an die Oberfläche und leichter Schwindel nahm ihr die klare Sicht. Die Zeit war gekommen Abschied von ihrem Zuhause zu nehmen und alles zurückzulassen, was ihr an schönen Erinnerung geblieben wäre. Sie versuchte ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen. Jetzt die Nerven zu verlieren brachte ihr rein gar nichts, außer den Spott der Wachen. Außerdem wollte sie es ihrer Mutter, die sie mit Sicherheit tief im Inneren liebte, nicht noch schwerer machen, indem sie sich wie ein kleines Kind auf den Boden schmiss und jammerte.
    Sie ließ einen letzten Blick durch ihr vertrautes Zimmer wandern, ehe sie ihren Rucksack schnappte, sich ihn auf den Rücken schnallte und einen tiefen Atemzug nahm. Eine letzte Träne lief ihre Wange hinunter und tropfte auf den Boden. Langsam stieg Kalia die Stufen der hölzernen Treppe hinunter, in dem Wissen, das sie dies zum letzten Mal tat. Ihre Hand lag auf dem Geländer und zog jede noch so kleine Unebenheit auf, um ein genaues Bild ihres Zuhauses einzuspeichern.
    Unten angekommen blickte Kalia in die Augen ihrer Mutter, die geschwollen und rot aussahen. Auch Claire nahm diese ganze Situation sehr mit, aber Kalia konnte kein Mitleid aufbringen. Nicht mit einer Person, die selbst nicht an ihre einzige Tochter geglaubt hatte. Für Kalia war klar, dass ihre Mutter ihr hätte helfen sollen und sie auf das was kommt vorbereiten sollen. Sie hätten zusammen weglaufen können, damit sie weiterhin beieinander sein konnten. Aber jetzt würden sie sich trennen müssen, ohne sich jemals wieder sehen zu können.
    Neben Claire stand Hauptmann Nohlan, mit seinen breiten Schultern, auf denen eine eiserne Rüstung lag. Kalia konnte auch in seinen Augen ein gewisses Maß an Mitleid erkennen und das, obwohl er sie kaum kannte. Claire hatte ihr mal etwas erzählt, das sie und Nohlan eine Zeitlang ein Paar waren, aber das war schon lange vorbei. Zumindest für ihre Mutter war es das, denn nachdem sie meinen Vater getroffen hatte, war ihre Sicht auf die Liebe anders geworden. Aber so wie es aussah, war die ganze Geschichte für den Hauptmann nicht zu ende.
    „Wir müssen gehen. Hast du alles?“, wollte er von der jungen Frau wissen, die gerade dabei war eine weitere Jacke von der Garderobe zu nehmen. Während ihre Mutter Kalia den Koffer in die Hand drückte, welcher vor kurzem noch unter der Treppe stand, konnte sie nur Nicken. Sie konnte nicht sagen warum, aber irgendetwas vermittelte ihr, das sie Nohlan vertrauen konnte und das er ihr nichts tun würde. Es gab andere Nadár, viel mächtigere, die ihr langsam aber sicher Angst einjagten. Ihr Körper fing an zu zittern, bei dem Gedanken an die nahende Verbannung und der Tatsache, dass sie alle verlassen musste. Auch wenn es die ganze Zeit schon in ihrem Kopf rumspuckte, was nun passieren würde, wurde es ihr jetzt erst so richtig bewusst. Claire ergriff die andere Hand ihrer Tochter und drückte sie sanft. Nohlan trat durch die offene Tür und führte die beiden Frauen zusammen mit den übrigen Soldaten der Wache zu einer Kutsche.
    Plötzlich sprang Cattalia aus einem Gebüsch ins Freie und rannte auf Kalia zu. Die Schülerin umarmte ihre tierische Freundin und sog den Duft des Gefieders in sich ein. Der vertraute Geruch versetzte ihr einen weiteren Stich in ihrem Herzen und ein Schluchzen drang aus ihrer Kehle. Selbst ihre gefiederte Freundin ließ ihren Schwanz hängen, genauso wie ihren Kopf.
    „Sie darf zum Treffpunkt noch mitkommen. Bitte steigt jetzt in die Kutsche, der Fürst wartet.“, legte Nohlan den beiden Frauen nahe, während er mit sanfter Bestimmtheit Kalia von ihrer Freundin zog.
    Schwermütig folgten Kalia und ihre Mutter der Aufforderung des Hauptmannes. Sie setzten sich nebeneinander hin und auch wenn Kalia sauer auf ihre Mutter war, lehnte sie sich an ihre Schulter und konnte gar nicht mehr aufhören zu schluchzen. Auf dem ganzen Weg zum Treffpunkt, nahm Kalia die Umgebung kein bisschen wahr. Selbst die Dunkelheit die sich in der Kutsche und am Himmel breit machte, ließ sie nicht aufblicken. Kalia horchte nur auf den Herzschlag ihrer Mutter, der beruhigend auf sie wirkte und versuchte den Duft von Claire in ihrem Inneren zu speichern. Wie immer roch ihre Mutter nach Rosen und frisch gefallenen Regen, einen Duft den sie so sehr liebte und den sie vermissen würde. Kalia konnte nicht auf Barmherzigkeit des Fürsten zählen, denn inzwischen war sie sich sicher, dass die Verbannung unwiderruflich war. Dass selbst Silas es genossen hatte, sie fallen zu sehen.
    Mit einem Ruck stoppte die Kutsche am Rande eines Waldstückes. Der Weg, den sie nun nehmen mussten, war sehr schmal, sodass immer nur zwei Personen nebeneinander passten. Während sie den dunklen Pfad entlang gingen, machte sich zum ersten Mal das Gewicht des Koffers bemerkbar, den Kalia hinter sich herzog. Sie fragte sich kurz, was ihre Mutter dort wohl eingepackt hatte, als eine Stimme sie aus ihren Gedanken riss.
    „Der Ehrengast ist nun eingetroffen. Dann können wir ja beginnen.“ Der Fürst stand am Ende einer Gabelung. Sein einer Mundwinkel zuckte leicht nach oben und um die Augen herum, bildeten sich kleine Fältchen. Belustigung lag in seinem Blick. Hinter ihm sah Kalia vier Personen, in dunkle Umhänge gehüllt, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Jede von ihnen strahlte eine unheimliche und angstmachende Aura aus. Eine Aura so voller Düsternis und der Verheizung eines elenden Schmerzes, die Kalia zittern ließen. In wenigen Minuten würde sie in eine, ihr fremde Welt geschickt werden und die vier Personen würden sie dann wohl begleiten.


    lg Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

    Einmal editiert, zuletzt von Sora () aus folgendem Grund: Verbesserung durch Kommentare der Leser

  • Hey Sora :)



    LG,
    Rainbow

  • Guten Abend @Rainbow


    da ich grad total im Schreibflow war und noch Zeit hatte, nachdem ich den letzten Abschnitt des 7ten Kapitels auch fertig gestellt hatte, dachte ich mir, ich nutze die Gunst der Stunde und arbeite deine Kommentare gleich mal mit ein.



    Noch einen schönen Abend


    LG Sora :rolleyes:



    @Rainbow, die Überarbeitungen hatte ich gestern auch schon hochgeladen, vielleicht hast du ja zwischendurch Lust und Zeit noch einmal rüber zu schauen.


    Lg Sora

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

    Einmal editiert, zuletzt von Sora ()

  • Hey @Sora


    nun habe ich den neuen Text auch gelesen und finde ihn sehr spannend.


  • Hey @Kirisha,


    schön das dir der neue Teil gefällt



    LG sora :rolleyes: und danke fürs lesen und kommentieren.

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



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    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"