Charuns ominöse Kurzgeschichten

  • Guten Abend oder eher guten früh morgen @Charun
    Endlich konnte ich den 2ten Teil lesen und hoffe später noch das Ende lesen zu können.
    Tut mir sehr leid das es so lange gedauert hat, bis ich weiter gelesen habe. Ich habe letzten Monat meine zweite tochter bekommen und davor die Zeit hat man dann doch noch viel zu tun gehabt weswegen ich im forum eher selten war.
    Aber genug davon und weiter im Text.


    Was mir sehr positiv auffällt, ist die Tatsache, daß du dich wirklich sehr verbessert und gesteigert hast was das beschreiben und das zeigen von Emotionen angeht. Auch die grammatik und Rechtschreibung ist sehr viel besser geworden als bei deinem ersten Text. Das finde ich wirklich ziemlich gut und es lässt sich ziemlich flüssig lesen. Man kann dem Geschehen wirklich gut folgen.
    Die beschreibung der Dämonin finde ich wirklich sehr gelungen. Dämonen gelten meistens ja als böse und hinterliestig, aber ihr hast du ein gewisses Maß an Schönheit verliehen. Wer weiß vielleicht ist das ja auch nur eine Täuschung und sie versucht so, dem armen Karl was ins Ohr zu setzten, was ihr am Ende hilft, aber jedem anderen nicht. Vielleicht wird genau diese Schönheit die sie ausstrahlt am Ende das sein, was Karl hinters Licht führt.
    Es wird eine schöne Spannung aufgebaut und man will wissen, ob sie recht hat, warum sie Karl das gesagt hat und ob Karl sich tötet, damit auch Moloch stirbt.
    Den Namen der Dämonin, Yuelia, finde ich wirklich schön. Auch wenn ich finde das er ziemlich weich klingt, was vielleicht wiederum nicht ganz so für zu einer Dämonin passt, aber vielleicht ist das auch einfach nur Geschmackssache.
    Was mir nur aufgefallen ist das du ab und zu die Wörter verdreht hast. Also das zwei Wörter die hintereinander stehen, in der falschen Reihenfolge stehen. Kann leider grad nicht zitieren, da ich nur mit Handy drin bin, kann das aber bei Zeiten gerne noch machen wenn du das möchtest, um die stellen im Text zu verbessern.
    Ansonsten muss man kaum mit dem rotstift ansetzen, da es wirklich nur sehr wenige Fehler sind.
    Also weiter so.
    Bin gespannt ob du auch dein Haupt Projekt uns offenbarst :love:


    LG Sora :rolleyes:



    Edit:
    So habe nun auch den letzten Teil gelesen. Das war ein überraschendes Ende, damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe gedacht, das er sich umbringt damit auch moloch stirbt. Es war für mich auch nicht gleich deutlich, warum er nun zu seinem Vater unbedingt wollte um Rache auszuüben. Bisher kam er nicht sehr hasserfüllt ruber.
    leider sind in diesem Teil wieder ein paar Fehler in Grammatik und Rechtschreibung. Ich werde es noch verbessern wenn du willst.
    die Beschreibung der tattoovierung das sich daraus dann Schulen auf den Armen bilden finde du wirklich gut. Das hat mir am besten gefallen.
    Ich fand auch das es aufeinmal sehr schnell ging und man hat dadurch irgendwie gemerkt, das du es eventuell einfach nur fertig haben wolltest.
    ansonsten schöne Geschichte. Freue mich auf mehr.


    LG Sora

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

    Einmal editiert, zuletzt von Sora ()

  • Ebenfalls Hallöchen an dich Liebe @Sora
    Freut mich das du wieder da bist, und herzlichste Glückwünsche fürs zweite kind ^^ .


    Ich danke dir fürs so positive feedback und das du dir allgemein noch die zeit genommen hast den alten haufen buchstaben durchzulesen, welchen ich eh so lieblos-schnell zuende geschrieben habe :D . Also nicht komplett lieblos, aber ja, ich wollte gewissermaen einfach fertig werden wie du`s schon erwähnt hattest.

    Ich fand auch das es aufeinmal sehr schnell ging und man hat dadurch irgendwie gemerkt, das du es eventuell einfach nur fertig haben wolltest

    Freut mich trotzdem das es dir gefallen hat. Ich Wünsch dir und den kids alles gute ^^ Werd bei dir demnächst auch noch aufholen.


    LG Charun :rolleyes:

    Wer denkt er könne nichts, der kann auch nicht's.
    Aber wer es probiert und es nicht hinkriegt, hatt's schon fast geschafft.

  • Danke die für die Glückwünsche.
    Mach dir kein Stress lies wann immer du mal Zeit hast @Charun.
    Schreibst du denn auch derzeit an was neuem?


    LG Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • Uiuiui, seid langem gibt's hier dann auch mal wieder wat von mir zu lesen. Falls es euch gemüht ist, über ein kleines Feedback würde ich mich jederzeit freuen^^. Nun denn, viel Spaß beim lesen.


    Wolfsschwester, Teil 1

    Der Regen prasselte sanft zwischen Ast und Laub, während das junge Mädchen mit ihrem schimmernden Messer, die rötlich grünen Blätter der Großen sich schlängelnden pflanze, Erntete. Viele kleine tropfen sprangen vom Stiel ab, als dieser zurücksprang und glitzerten im Zwielicht des Walds. Die dunklen Schatten verschluckten fast jegliches Sonnenlicht und jedes kleinste Geräusch wurde vom Wald erfasst. Jeder zertretene Ast hallte über Hügel und Teich, und trafen sich in einem harmonischen Orchester der Wildnis.

    Der Frische Geruch von Laub und Moos lag in der Luft, allgemein war der Wald heute überaus feucht, gar etwas nebelig. Vögel gaben nur selten einen Laut von sich. Wenn überhaupt, so waren es meistens krähen, welche sich über die restliche beute der Raubtiere freuten. Spatzen oder Meisen waren hier nämlich genauso rare so wie heiteres Wetter. Doch Marla störte dies nicht im Geringsten. Sie fand es sogar irgendwie angenehm zu wissen, man sei nicht gänzlich allein, egal ob es nun die Krähen oder andere Wald Bewohner waren

    „Die Natur wird jeden segnen und strafen, oftmals ist die Frage nur wann“. Pflegte ihre Großmutter zu sagen, als das Mädchen noch jünger war, natürlich den Kreislauf der Dinge nur bedingt begreifen konnte.

    "Das sollte vorerst reichen" riet sie sich selbst und packte die Blätter in einen Beutel, den sie aus ihrer vielfältigen Kräuter-Tasche hervor zog.

    Diese schien durchaus alt und ihre Farbe von bleichem Stroh geerbt, abgenutzt und schlichte Handarbeit aus Leinen. Als sie noch um die neun Sommer alt war, hatte sie, sie zufällig auf dem Dachboden der Hütte gefunden, und benutzte sie ausgedehnt seit jenem Tag. Sie packte den gefüllten Beutel zu ein paar anderen und schloss die Tasche an ihren eisernen Riemen.

    Ihre hängenden Haare hatten die Tönung einer dunklen eiche, mit helleren Spitzen und Strähnen, welche an die Farbe von wildem Honig erinnerte. Leicht wellig und schulter kurz. Doch ihre Augen hielten die Farben eines völlig anderen Mischwesen. Saphiren und Smaragden. Wie ein türkis und Moosbewachsener, klarer Teich, wo kleine Axolotl ihr Unwesen trieben. So fröhlich und klar, und doch irgendwie leer und unerfüllt.

    Als sie sich aufrichtete und sich lässig ihre Tasche umwarf, hörte sie ein grummelndes knurren.

    Aus dem Augenwinkel, sah sie zwischen den nahe liegenden Bäumen, eine kleine Wölfin. Rotbrauner, zotteliger Pelz, mit cremig orangen und weißen Nuancen. Wie die wabernden flammen eines Kamins, schien er zu lodern. Ihre scharfen Augen schien wie ein Speer auf sie gerichtet zu seien. Sie setze den Fuß rückwärts an und klatsche einmal schallend mit den Händen. Die Wölfin duckte sich Reflexartig. Einige Spatzen machten sich zwitschernd davon, um dem Schreck zu entkommen, doch die Wölfin lief nicht weg. Sie machte keinen anstand sich zu fürchten, noch zu flüchten zu wollen. Sie kam sputend näher.

    Tamra-!“ Ihre fordernde Stimme brachte die Wölfin abrupt zum Stillstehen. Allerdings hatte sie die Lichtung schon längst erreicht und stand dem jungen Mädchen nun direkt gegenüber. Marla spürte ihre Muskeln sich anspannen. So auch die Wölfin, so auch die zitternde Luft. Ihr Blick wurde augenblicklich noch schärfer und es machte sich sichtbar, sie sei zum direktem Kampf bereit.
    „-Ignis Irlem“ beendete sie ihre Phrase drohend und aus ihrer rechten Handfläche bildete sich ein kleiner blauer, rauchiger Rabe. Winzige blitzte, zuckten wie dünne rapide wachsende wurzeln aus der Mitte ihrer Handfläche, welches die Züge eines runden und glitzernden Vogelnest annahmen. Das Nest hatte den Durchmesser eines Mittelfingers und lag behutsam in der Hand des Mädchens.

    Erst klein, so wuchs der Vogel zu seiner realen Größe an und begrüßte die Wölfin krächzend unfreundlich. Das Nest zersprang wie die Wassertropfen der Großen Schlängel-pflanze.

    „Trau dich Bloß, und du wirst die nächsten Jahre nichts mehr jagen können, kleines!“, murmelte Marla überlegen. Der Geister-Rabe schnappte gierig nach dem jetzt eher verängstigtem Tier, doch zog sie ihn schützend zurück. Er verweilte gierig, doch gehorsam auf der Hand des Mädchens, wobei seiner Zuckungen es nicht gerade berechenbar erschien.

    „Flieh! Dein Augenlicht wird die hiernach nichtsnutzig sein!“ Marla sprach klar und deutlich, als könnte sie wissen das ihre Worte erhört werden würden. Die Wölfin zögerte, und blieb Zwiespalten bestehend.
    Mit einem Ausfallschritt nach vorne und nach hinten gerichtete arm stürzte sich die junge Hexe auf die Wölfin. Mit dem angriffslustigen Raben, welche sie jeden Moment nach vorne geschludert und damit ihren Zauber entladen hätte, stockte sie in halber Bewegung abrupt auf und erstarrte zur Salzsäule.

    Die Wölfin schüttelte plötzlich panisch den Kopf und begann ängstlich zu fiepen. Aus dem nichts begann ihr Pelz wirklich in Flammen aufzugehen und brannte verschwommen runter. Allerdings entstand kein Rauch, sondern weiße Aschen und wabernder Dampf, welcher dem vom Großmutters Kochtopf erstaunlich ähnlich war.

    Zudem war es ein bizarres Schauspiel, wie die einzelnen haare zu Asche umschlugen und wie Sand von einem schwarzen, glattem Stein glitten, und mit der leichten Brise sich ins nichts auflösten. Marla machte sich auf alles gefasst, doch die gestaltet verzerrte sich auch zunehmend menschlicher. Innerhalb eines Augenblicks, welcher sich wie volle fünf Minuten angefühlt hatte, stand dort keine kühne, bedrohliche Wölfin mehr, sondern ein kleines junges Mädchen, gekleidet in weiser Bluse, Lederstiefel und kurzer, eng sitzender Hose aus Leder. Ungefähr zwölf Sommer alt und rotblondes, feuriges Haar, welches ihre Schultern streifte und keineswegs einen unschönen Eindruck machten. Sommersprossen prägten ihre kleine Stupsnase und Wangen, gefolgt von unauffälligen Dreck spuren, höchst wahrscheinlich vom herumtollen in Gruben.

    Sie grinste die junge hexe schelmisch an, welche sichtbar einem Moment brauchte um das zu verdauen, was sie gerade erlebt hatte.

    Marla blickte in dieselben Smaragd blauen Augen wie ihre eigenen und lies stöhnend den Raben in einer trockenen Rauchwolke und schnipsen, verpuffen

    „Na du bist ja ne‘ ganz witzig, was?“ Nuschelte sie verärgert und schnittig, wobei sie sich umwandte und schnurstracks zum Gehen bereit machte.

    „Ich habe dich ganz schön erschreckt, was?“ prahlte das Mädchen, offensichtlich auf eine gereizte Bestätigung wartend, doch Marla sah sie nur schweigend an und biss sich heimlich auf die Lippe.

    „Nun …“ Begann sie mit einem tiefen Atemzug. „Abgesehen davon, dass ich dich fast angegriffen hätte und dich wo möglicherweise nicht erkannt habe, können wir ja mal schauen was Großmutter zu deinen durchaus Beeindruckenden Fähigkeiten sagt, nicht wahr?“ Nun war es Marla welche ein wohl wissendes grinsen aufsetzte und dass, des Mädchens deutlich verblassen ließ. Ihr fielen die Hände in die Taschen und sie wippte mit ihrem Füssen unschuldigen auf und ab. Blick auf die Pflanze gerichtet, die Marla vorher geerntet hatte.

    „I-Ich meine …ich konnte ja nicht ahnen das …“ „Oh doch, junges Fräulein!“ schlug Marla ihr zügig ab und schaute sie mit strengem blick an. "Versuch dich nicht andauernd herauszureden! Du weißt ganz genau, dass ich der Magie mächtig bin und ich mich definitiv nicht davor scheue sie einzusetzen. Weder gegen Fremde noch Tiere!"

    Das Mädchen schaute beschämt zu Boden und presste ihre Lippen immer stärker aufeinander, bis ein schmaler Strich entstand.

    „Ja … Aber Großmama wird wahrscheinlich wieder fürchterlich schimpfen und wüten, wenn sie es erfährt und …“ das kleine Mädchen wurde mit jedem Wort leiser, bis sie schwieg und schuldig dem Boden entgegensah. Marla schüttelte nur den Kopf. „Das hättest du dir auch ersparen können, wenn du auch nur einmal ‚zuerst‘ an die Konsequenzen deiner Taten denken würdest, bevor du handelst“.

    Unzufrieden schaute das Mädchen in die Baumkronen, und grummelte zickig. „Aber warum darfst du eigentlich Magie nutzen und ich nicht! Magie ist doch für alle da, oder nicht!“ forderte sie Marla erneut heraus und starrte nun schmollend auf ihre Schwester.

    Diese hielt es langsam nicht mehr aus und fühlt wie ihre Nerven langsam anschwollen.
    „Halte dich in Zaum Marla! Iris ist noch ein Kind, sie weiß es nicht besser und unwissende bestrafen wir nicht mit Dummheiten!“ hatte ihre Großmutter oft genug gesagt, gerne nachdem ein kindlicher Streit ausgebrochen war.

    Aber sie weiß es doch! Oder etwa nicht!? In ihren Gedanken immer noch etwas unsicher und verzweifelt, atmete sie einmal tief aus und kniete sich vor dem rothaarigen Mädchen hin.
    „Nun, es liegt daran, dass die Magie im Gleichgewicht lebt. Will jemand zu viel oder fordert zu wenig, gerät es ins Schwanken und würde unglaubliche Konsequenzen hervorrufen. Deshalb sollen nur die, die das Gleichgewicht spüren, Magie erlernen und anwenden, um die Balance weiterzuführen. Daher das weibliche Geschlecht feinfühliger ist, gibt es auch mehr Weibliche als männliche Zauberer, Magier, Hexen und Thaumaturgen.

    “ „Ja, ja! Das weiß ich ja, Großmama hat es mir ja oft genug erzählt … aber warum darf ICH sie nicht benutzen, Aber DU schon! Wir sind doch beide Frauen, also was soll das!?“. Trotzig schaute sie ihrer Schwester entgegen. Und es war ihr klar, dass sie sich nicht auf das konzentrierte, was faktisch ausgeglichen war, sondern auf das ‚ungerechte‘. Einerseits verständlich. Sie war noch jung und sah kein ganzes Bild, aber es muss ihr doch irgendwie klar sein das, es auch so etwas wie Einsicht, geschweige denn Geduld brauchte?
    „Außerdem bin ich vor dir zur Frau geworden!“ Preschte sie mutig nach.“ Großmama meinte, um eine Frau zu werden, muss der Wandel geschehen. Und du wurdest erst zu Frau mit dreizehn Sommern! Ich hatte meinen Wandel schon mit zehn! Also warum darf ich nicht, obwohl ich sogar vor dir Frau wurde, hm!?“

    Eine beklommene stille durchzog den Wald, wie ein abgeschossener, lautloser Pfeil, welcher Marlas nerven völlig ins Schwarze traf, gar durchbohrte und ihre bissigen Zähne darunter leiden durften. Das war endgültig genug!
    Kleine egoistische und besserwisserische Göre!“ Sie schrie noch einige andren: dem Zorn verfallenen Bezeichnungen in ihren Gedanken, bis ihr keine mehr wirklich einfallen wollten.

    Sie stand versteift wieder auf und machte aller anstand . Ihr Blick warf einen scharfen Schatten über ihr Gesicht, und sie begann langsam in Richtung Hütte zu gehen.

    „Wenn ich du wäre, würde ich lieber mitkommen …“ grummelte Marla lautstark.

    Die kleine ließ ihre, etwas vom Klettern verschrammten Arme verärgert gegen die Hüfte fallen und ging nörgelnd hinterher. Dabei verpasste sie keinen Augenblick ihrer großen Schwester mit so vielen albernden Fratzen in den Rücken zu stechen, wie es nur ging.

    Diese drehte sich wohl wissend nicht um, wer wusste, was sie bei so einem Blödsinn noch zurückhalten konnte.

    Plötzlich! Aus dem nichts kam ein edler brauner Falke niedergeschossen.
    Marla spürte ihn sofortig und schritt aufmerksam zurück. Ihre Schwester bekam dies nur Bruchteils mit, wie ihre Schwester sie fast umrempelte. Die Luft war deutlich angespannter, sogar noch angespannter als vorher und sie sah den Falken, welcher nicht nur ungewöhnlich groß war, sondern Marla komplett ignorierte und ganz deutlich versuchte hinter ihr zu spähen.


    Mit einem elegant geschwungenen Salto von einem oberen Ast herab, schien der Falke im Fall zu toten blättern und morscher Rinde zu zerfallen. Aus letztem Schwung herausgesprungen, kam eine kleine, dünne und alte Dame, mit etwas dunklerem Hautton und wahrlich irreführender Präsenz.


    Gekleidet in den verschiedensten dunkeln und hellen Pelzen und fetzen. Mit hölzernem schmuck im Haar, um Hals und Hand. So schien es fast so als wäre sie vom Wald geboren worden. Ihr schwarzes, silbernes, strohiges Haar war zu einem mächtigen Dutt gefesselt. Kurze faserige Strähne hingen dabei über ihrer nachdenkliche und faltige Stirn und in ihrer festen Hand hielt sie einen hölzernen Stab, der größer war als sie selbst.

    Variiert beschmückt mit divers winzigen kristallen und Schnitzereien von Eichhörnchen und vögeln, an unterem Ende war ein verblichenes M.M eingebrannt. Marla spürte wie sich plötzlich ein deutlicher Knoten in ihrem Magen bildete und sie benässte nervös ihre staubtrockenen Lippen. Iris schluckte ebenfalls hart. Sie beide wussten, ab jetzt war so gut wie alles möglich.

    Wer denkt er könne nichts, der kann auch nicht's.
    Aber wer es probiert und es nicht hinkriegt, hatt's schon fast geschafft.

  • Hey Charun,


    hat mir gut gefallen der Einstieg in deine Geschichte. Sehr phantasievoll mit zum Teil sehr schönen Formulierungen. Ich weiß ja um dein Problem mit der deutschen Sprache und habe echt Respekt davor, dass du dich dennoch ans Schreiben wagst, wo du bereits seit deinem vierten Lebensjahr in Norwegen lebst und immer nur Deutsch gesprochen, aber nie geschrieben hast.


    Also Hut ab! ... und ich lese gerne weiter :)


    (Ich werde darauf verzichten, hier Rechtschreib-Grammatikfehler anzumerken. Es sind ein paar verirrte Satzkreationen und Fehlerchen drin, aber da lese ich jetzt einfach drüber weg. Ich hoffe, das ist okay für dich.)

  • Hey Rainbow
    Freut mich das es dir gefällt und weiterlesen magst. Das du auf eine 'Korrektur' verzichtest ist mir völlig recht :DXD
    Wie du schon erwähnst, die Eigenarten und Fehler im schreiben werden wahrscheinlich noch ein Weilchen bleiben und daher werde diese einfach als schreib-Übungen nutzen, um sie mit der zeit auszumerzen.
    Allerdings möchte ich das du bescheid gibt’s Wenns wirklich unleserlich wird, also wenn die Eigenarten zu hinderlich werden.
    Ansonsten, dakeschö fürs feedback.

    Wer denkt er könne nichts, der kann auch nicht's.
    Aber wer es probiert und es nicht hinkriegt, hatt's schon fast geschafft.

  • Heyho Charun


    Ich schließe mich (wie schon des öfteren zuvor an anderer Stelle) Rainbow an.


    Die Schreibfehler pieken mich zwar, sind aber im Gesamtbild der Erzählung erst mal völlig nebensächlich. Mir wurde hier mal in einem Kommentar ein Kompliment gemacht, das ich gerne an Dich weitergeben möchte, weil ich's selbst nicht besser zu sagen wüßte:

    Du malst Bilder - mit Worten. Mensch, diese Szene konnte man quasi fühlen.

    So sehe ich das bei Deinem Text auch. Es ist selten. Ich ziehe meinen Hut.

    Großartig auch die Beschreibung der Magie und derer, die sie nutzen sollten:

    „Nun, es liegt daran, dass die Magie im Gleichgewicht lebt. Will jemand zu viel oder fordert zu wenig, gerät es ins Schwanken und würde unglaubliche Konsequenzen hervorrufen. Deshalb sollen nur die, die das Gleichgewicht spüren, Magie erlernen und anwenden, um die Balance weiterzuführen.

    Sicher keine neue Erkenntnis für alle, die sich im Fantasybereich schreibend tummeln. Aber ganz sicher sehr treffend formuliert.


    Ich danke.

  • So-dele, dann fliegt hier gleich der nächste/letzte teil und ich bin guter dinge. Eine kurze Einleitung/Geschichte zu einem möglich grösserem Abenteuer. Gerne ein kleines Feedback und viel spass! (Kleine Anmerkung, in den vorherigen kurzgesch. habe ich immer mit einer ' suche nach etwas' geendet, und so auch diese. Demnächst will ich allerdings auch mal versuchen etwas mittiger anzusetzen, gar eine anderes Genre (also nicht nur magic-magic im fokus) und halt ein anderen Konflikt auszuprobieren.... so, stay tuned! Auch Regelmäßigkeit nicht meine grösste stärke is^^)


    Wolfsschwester, Teil 2


    „Also du bist heute wirklich sehr angespannt, meine liebe … ist irgendetwas geschehen, was meinen scharfen Augen entgangen ist?“ Ihre Falten verzogen sich zu einem schmierigen lächeln, welches nach einer Antwort verlangte.
    Marla zögerte, zu lange wie sie wusste.
    „Nicht das ich wüsste? Wieso?“, lügen konnte sie, zu welchem Preis sich das gerade auszahlte war ihr allerdings ungewiss?
    Die alte kicherte in sich hinein und kam unbeschwert näher, mit ihrem Stab von links nach rechts schwankend.

    „Also ist dir nicht zufällig eine kleine Wölfin über den Weg gelaufen?“, meinte sie belustigt und der Stab fing an bläulich zu glühen. Iris schluckte, und presste die Lippen aufeinander. Ihre Haltung war die eines Hasen, zu jederzeitigen Flucht bereit und Marla bemerkte sogleich was sie vorhatte. Der Reflexartige Griff zum Oberarm der kleinen spannte die Luft an und sie spürte wie der blick der alten Frau drastisch verschwand.

    Diese hatte sich einem Baum zugewandt und berührte dessen Oberfläche, eingenommen von seiner knusprigen Rinde und Muster, worin sie ihre Spinnen dünnen Finger durch die Einkerbungen kreisen ließ, als wären es die unleserlichen Zeilen eines Folianten. Marla war zu aufgebracht, um den übermäßigen Abstand des Baumes ernst zu nehmen.
    Unsicherheit kroch über ihre Schultern und zog mit kratzenden fingern ihre Aufmerksamkeit erneut zu Iris.
    Wäre es besser sie laufen lassen? Zu Rede stellen? Bestrafen? Vielleicht erklären das Weglaufen keine Lösung war? Nichts davon fühlte sich richtig an!

    Aber Die alte Frau schien ja förmlich darauf zu warten wie sie sich entscheiden würde. Hitze und zittern erwachte in ihren Griff, welcher immer noch am Oberarm der kleinen klammerte. Mit einer bissigen Unterlippe schaute sie auf das kleine Mädchen, welches sich nun jeden Moment losreißen würde, wenn sie nichts weiters unternahm. Die Unsicherheit hatte ihre Augen nun völlig bedeckt, wie die Augenbinden der armen Patienten ihrer Großmutter.

    Sie ließ los und Iris schoss wie ein ängstliches Kätzchen in die Büsche des Walds. Ein letztes Wildes rascheln war zu hören, dann stille, wobei Marla aufstoßende Übelkeit verspürte, gar sich willig dem kotz reiz hinzugeben, doch soweit kam es nicht.


    „Mögen deine Entscheidung Früchte tragen, liebes“, murmelte die alte Frau, welche lautlos neben die zitternde Hexe vortrat. Es war ihr Stab, welche Marlas Aufmerksamkeit gefangen hatte. Die drei bunten, Mond geformten Gläser, hatten die stille mit ihrem hellen klingeln durchbrochen.
    Und die, welche die spanne vom Baum, erneut ohne jeglichen Ton zu überwunden hatte, trotz der Unmengen an trocken äste und Laub, war niemand geringeres als Marlene Manndryd, Großmutter zweier abnormer Geschwister, welche dem Wald gerne mal lebendiger machten, als er selbst pflegte.
    Zudem hatte die berüchtigste Hexe der umliegenden Dörfer, den Ruf der Kräuterkunde und Heilung von Augenlicht eindeutig für sich gewonnen, und genoss dadurch ein mehr oder weniger ’friedliches’ Leben auf einer Lichtung in ihrer Hütte, die krummer war als die meisten Weiden der Umgebung.

    Die alte gab ein gefälliges Gähnen von sich, und lehnte sich auf ihren Stab, mit dem sie ihren aufrechten Blick zu ihrer Enkelin standhalten konnte. Erneut auf Antwort wartenden.

    „Was hätte ich denn machen sollen? Sie nach vorne ziehen und sie dir vorführen? Vielleicht den Hintern versohlen?“, bemerkte Marla genervt. Sie wären noch stunden herumgestanden hätte sie nicht das Wort ergriffen. Großmutter Marlene war immun gegen jegliche Scham des Stillstand und hätte wahrscheinlich noch bis in die späte Nacht gewartet, nur um eine Entschuldigung oder Geständnis herauszukriegen.

    „Es war überhaupt nicht möglich richtig zu handeln, weil manchmal vergisst du das es gar kein ‚richtige‘ Lösung gibt!
    Nein, jeweils muss man vom falschen, das weniger falsche vom größerem übel abwiegen“.
    Ihre Worte bissen Marla in den Kopf. Ausgerechnet diese, nur Altväter wussten wie oft sie diese eine Phrase schon gehört hatte. Durchaus, sie hätte Iris dazu überreden können dazuleiben, oder zu mindestens versuchen können. Oder vielleicht … sie bemerkte wie ihre Großmutter sie grinsend betrachtete, sich am Grübeln ihrer Enkelin erfreute und wie vom Wind getragen, ja, wie ein Windspiel hin und her schwang.

    Marla machte sich keine Mühe ihre Missgunst entgegen dieser Geste zu verstecken.

    „Und was nun?“, klagend und Kopf nach hinten gelehnt, um das frische und weiche, Grüne Schemen der Blätter zu betrachten. Ein Fetzen Sonne traf ihre Nasenspitze und erwärmte ihren Körper heute erstmalig. Sie fühlte sie sich überraschend entspannt und irgendwie leichter, wie nach einer erfolgreichen Kräutersuche.

    „Nun, wenn wir Glück haben wird sie zum Abend hin wieder durchs Dach Fenster klettern, oder sich für eine Nacht im Wald entscheiden“ Marlene klang immer unbesorgt, als ob es ihr gleich sei, ob ihre jüngste Enkelin im Wald oder mitten im Niemandsland nächtigen würde. Wobei, eine Falte zog sich über die Stirn der alten Frau, eine noch nie dagewesene. Ein gewisses bedenken, schien nur ganz leicht hörbar in ihren Wörtern zu summen. Dieses irgendwas summte Marla an, wie die Bienen der Lichtung, vor ihrer Hütte. Kein Hilferuf, mehr etwas von einer unterschwelligen Bitte.


    „Soll ich ihr nachgehen?“, fragte Marla ihre Großmutter trocken, als hätte sie diese Komposition von Wörter noch nie genutzt, und hatten dadurch etwa die Wirkung eines enorm sinnlosem Reimes entfacht.
    Genau so verwirrt schwieg Marlene, bevor sie zum Satz ansetzte …

    „Du bist alt genug Mädchen, tu' was du für nötig hältst …nur nicht verlaufen oder aufgeben, dann weißt du wofür du meine Erlaubnis hast“ solche plumpen Bemerkungen waren ebenfalls keine Seltenheit im Hause Manndryd.
    Wenn es darum ging direkt zu sein, war diese Greisin eine ungeschlagene Expertin.

    „Dann werde ich mal los … Ich schätze bis vor Sonnenuntergang bin ich wieder da?“ mit ihrem Blick versuchte ihre Großmutter ausfindig zu machen, allerdings war diese schon längst in Richtung Hütte losgegangen. Marla drehte sich rasch um, in Hoffnung, Marlene hätte ihre Ankündigung zu mindestens halbwegs vernommen. Und Innerhalb eines blinzeln war die Greisin, sogleich Stab zwischen Laub und Birken stamm spurlos verschwunden. Die junge Hexe verbleib allein auf der Lichtung.


    ″Hoffentlich ist die Kleine heute nicht achtsam auf ihre Spuren″, dachte sie und schaute in Richtung wo Iris das Weite gesucht hatte. Eine grobe Fährte aufzunehmen war ihr nichts was sie nicht schon im Kindesalter mit Keksen oder andres süß-zeug gelernt hatte. Und mit ihrer Schwester sollte es nicht anders werden, war es ebenfalls keine Premiere. Sie nahm ihre Tasche ab und band sie an einem nahe gelegenen Ast der Büsche, denn waren manche Boden-bewohnende Kreaturen bessere Diebe, als die auf Eigner Augenhöhe. Mit Vorsicht kroch sie in den Busch und atmete tief ein. Mit Händen auf die Brust ruhig, alles ignorierend, Wärme und kribbeln zog sich in ihrem Bauch und bis in den Fingerspitzen und wartend darauf: Der Puls der Magie sich mit ihrem eigenen kreuzen würde. Einen Moment schien alle Farben des Walds in einer Windhose zu verwischen, ineinander zu zerlaufen, ihre Welt drehte sich um ihre eigene Achse.

    „Lussion“ so melodisch gesprochen, wie der Gesang der umherstreifenden Trobairitz, welche sie öfters am rauschenden Wasserfall proben gehört hatte, als sie ebenfalls: einst im jungen Alter von der Hütte weggelaufen war.


    Ihre Sinne schärften sich augenblicklich. Alles konnte alles gehört werden: Vögel und entfernte stimmen, gar Gezanke und rufe. Gerüche auf aller Art fielen auf sie ein: Süße, Verwesung, frische Brisen und salzige Felsen.
    Der Leib der Hexe wandelte sich im lebendig wabernden Schatten des Gewächs, als dieser sich den Regeln der Natur widersetze und sich vom Boden und Blatt löste, und sie ummantelte.
    Einige Sekunden verstrichen bevor Marla wieder Tageslicht wahrnehmen konnte und ein animalisches grummeln von sich gab.
    Aus dem Busch kam keine junge Dame heraus, sondern ein Eich braune Wölfin, mit wilden, bleichen Augen aus Saphiren und Smaragden, welche eilig mit ihrer Schnauze über Waldboden schnüffelte und erst nach einer Weile innehielt.
    Marla richtete ihre Schnauze zielsicher in die Luft und knurrte zufrieden. Die Fährte war schon etwas verwischt und Abhandenkommen, doch genug war geblieben und sie grinste innerlich.
    ″Habe ich dich″. Wie eine energische Stute, stieß sie vom weichem Erdboden ab und jagte gewissenhaft Iris Fährte hinterher, bis sie ebenfalls in die feurige Abenddämmerung des Walds verschwand und mit dem Inferno des gefärbten Laubwerks eins wurde.
    Die Bäume fingen an goldene und braune Tränen zu vergießen und es war jedem unbewusst klar geworden.

    Der Herbst kam heute viel zu früh.

    Wer denkt er könne nichts, der kann auch nicht's.
    Aber wer es probiert und es nicht hinkriegt, hatt's schon fast geschafft.

  • Sehr cool, Charun :thumbsup: Gefällt mir richtig gut!

    Manche Formulierungen sind wirklich genial. Nur so als Beispiel:


    Zudem hatte die berüchtigste Hexe der umliegenden Dörfer, den Ruf der Kräuterkunde und Heilung von Augenlicht eindeutig für sich gewonnen, und genoss dadurch ein mehr oder weniger ’friedliches’ Leben auf einer Lichtung in ihrer Hütte, die krummer war als die meisten Weiden der Umgebung.

    Obwohl ziemlich lang, finde ich den Satz irgendwie cool...auch der Vergleich am Ende mit der Hütte und den schiefen Weiden fand ich sehr gelungen!


    Ein Fetzen Sonne traf ihre Nasenspitze und erwärmte ihren Körper heute erstmalig. Sie fühlte sie sich überraschend entspannt und irgendwie leichter, wie nach einer erfolgreichen Kräutersuche.

    Auch das hier gefällt mir...obwohl ich jetzt vielleicht nicht das Wort "Fetzen" in Zusammenhang mit Sonne benutzt hätte...aber das ist vielleicht auch ein bisschen Geschmacksache. ^^


    „Nun, wenn wir Glück haben wird sie zum Abend hin wieder durchs Dach Fenster klettern, oder sich für eine Nacht im Wald entscheiden“ Marlene klang immer unbesorgt, als ob es ihr gleich sei, ob ihre jüngste Enkelin im Wald oder mitten im Niemandsland nächtigen würde.

    Das finde ich auch gut! Man merkt, dass es dir manchmal leichter fällt, bestimmte Sätze zu formulieren und wenn dann auch noch die Grammatik stimmt, dann kommen da richtig gute Sachen bei raus.


    Es gab noch viele andere solcher Sätze, die ich jetzt nicht alle zitieren möchte. An manch anderer Stelle hast du natürlich noch die gewohnten Rechtschreibfehler drin, welche die stellenweise eigentlich schön von dir durchdachten Sätze etwas verzerren...aber das ist vermutlich einzig und allein der mangelnden Übung im Schreiben deutscher Texte geschuldet. Wenn du das noch mal in den Griff bekommen würdest, könnte das richtig gut werden!


    Mach auf jeden Fall weiter! Man merkt, dass du ein Talent zum Schreiben hast und du mit Worten umzugehen weißt.


    LG,

    Rainbow

  • Ab zur nächsten Geschichte. Etwas 'Kürzer' (wer hät's gedacht, bei ner kurzgesch. :D). Und Joar, ist nicht zwingend Fantasy, hat ehr einen 'fantastischen' hauch und wirkt ewt. etwas Abstrakt? (Weiß nicht so recht). Hoffe es ist flüssiger als zuvor, viel spass beim lesen und würde mich über ein kleines Feedback freuen. Lg Charun


    Mond Mädchen, Teil 1

    Süßer Sonnenschein lag in den Gesichtern, fröhlicher Kinder, während sie schreiend und lachend über die weiche Wiese, tollten.

    Umgeben von einem Zaun, welcher dem, was Silbernen Haaren, sehr ähnlich kam, war elegant und kunstvoll ineinandergelochten worden. Ein Gürtel aus Blumen-kränzen, welcher mehr als nur etwas fragil erschien.

    Und mehr als einmal haben die kleinen sich daran die Finger aufgeschnitten, obwohl dieser weder spitzen noch schneiden hatte. Winzige Kringel und detailreiche Blumen waren auf dieser umfänglichen Leinwand, ein Augenschmaus für jedes der kleinen Wesen, deren goldene Strähnchen an buschigen Küken erinnerten. Wahrlich hatte es den vermeintlichen eindruck von Einzäunung.

    Auch wenn sie völlig ahnungslos über seinen Ursprung und Zwecks, geschweige denn, es ja nur ein Zaun war. „Hübscher Zaun“, wie viele der schrillen stimmen zu wiederholen pflegten.


    In seiner großflächigen Mitte: Kinder mit klaren Augen und reine herzen, trafen sich in Wonne und Freude, wobei eine Energie erschaffen wurde, die jedem ein Lächeln entlocken konnte.

    Selbst die Tiere des Walds wurden förmlich angelockt, dieser Oasis der Positivität zu beobachteten und beizuwohnen. Alles von hüpfenden Singvögeln bis buschigen Wildhunden, sogar Rehböcke hatten sich der Gruppe angeschlossen und ließen sich von den kleinen, Großäugig bestaunen und Bespaßen. Fröhlichkeit war hier so etwas wie Natur.

    Doch eine konnte nicht lachen, nicht lächeln, nicht aufhören zu seufzten und sich an dieser wahrlich utopischen Wiese nicht erfreuen. Etwa zwanzig schritt vom Zaun aus, wuchs der sogenannte Wald. So kannte sie ihn alle, und ihm einen Namen zu geben war nie in Betracht gezogen worden. Grau und grün, dunkel und tief.

    Das dreckige, grüne Pinsel Wassers eines unzufriedenen Künstlers. Eine Mischung aus Sehnsucht und Abscheu schwamm im kühlen blau, ihrer Augen. Ein grauer und stummer Fjord, nicht zu vergleichen mit dem Bach-klaren Augen der Kinder.
    Ihre Tinten-dunklen Haare hingen über ihren zerfetzen Kleider, wenn man diese überhaupt noch als Kleider bezeichnen konnte.


    Viel war damit nicht zu verdecken, andererseits war es ihr schon lange gleichgültig geworden. Ob nun nackt oder nicht, wer würde auch nur eine Sekunde daran denken, dass da mehr als nur ein Körper war: Neid? Charakter? Bedürfnisse? Unbehagen? Angst? Freude? Die silbernen Muster schmückten ihren Körper mit kreisen und geschwungenen Linien, welche sich filigran um ihre glatte, krähen-ähnliche Haut, schlängelte. Das Licht der Sonne hauchten ihre Zehenspitzen an und sie vernahm ein schwaches Gefühl von Wohlsein. Es erinnerte, die Zeit bevor sie verschwand.

    "Du wirkst mit jedem Tag immer sentimentaler als am vorherigem! Ironisch, nicht? Luna?" Seine Stimme hatte ein vertrautes, und doch war sie keinesfalls aufrichtig, gar etwas schmierig und übertrieben. Als würde man den kriechenden Ärger raushören können, genau wie man die salzige Brise des kommenden Sturms schmecken konnte.

    Und im Wald war er nicht weniger unverkennbar als sie selbst, doch seine Stimme hätte sie jederzeit raushören können. Es war diese, welche sie in den mentalen Ruin und momentanen Zustand gesetzt hatte, auch wenn sie damals Ihren Anlass hatte. Ein äußerst naiver Anlass.


    „Verziehe Dich!“, Ihre Worte hatten die Energie einer halbherzige Welle. Sie gab sich nicht mal die Mühe sich umzudrehen, nur um ein inneres Grummeln, was dem jungen Mann allerdings entging. Ebenso vernahm er Ihre Worte nur dezent und ging lässig auf sie zu, um sich mit etwas Abstand, neben Ihr den Schneidersitz fallen zu lassen. So zurückgelehnt und entspannt, als wäre er eines der sorgenfreien Kinder der Wiese.

    Ihr Wunsch, er würde sie auch nur einen Tag in Ruhe lassen, waren ebenfalls schon lange verblasst. Sie wusste selbst wie albern es war, und doch würde sie in Ihren Gedanken alles dafür tun, er sollte sie für den Moment nicht nerven. Aber sie wusste, es war albern. In Ihrem Leben erschien wirklich gerade alles als albern.

    „Ich meine, wie lange willst Du Dich damit noch quälen? Ganz im Ernst, Du siehst aus wie ein zurückgelassener Welpe, ganz zu schweigen von …“ Ihr blick schnitten ihm die Worte von der Zunge. Er hatte recht … Warum quälte sie sich so sehr?

    Ihre Fäuste ballten sich schmerzhaft.

    „Sirius! Wenn Du nicht besseres zu tun hast, dann schlage ich vor, dass Du Dir sofort was einfallen lässt, bevor ich auf Dich einfalle! “ Ihre Worte schwangen nach ihm mit der schneide einer rostigen Sense, die immer noch für ein schmerzhaftes Erlebnis zu gebrauchen war.

    Er schob sich schnurstracks mit dem Rücken zum nebenstehenden Baum, weiteren Abstand von dem nun verärgerten Welpen und besserer Sicht auf die kleinen Küken zu erlangen. In Ihren Gedanken verfluchte sie ihn für seine Empathie, wenn man das überhaupt so nennen konnte.

    Er sah wie sie sich Tag für Tag mit dem Anblick erschlug, wissentlich, es wurde nie wieder so sein können. Es könnte nicht mehr so sein wie früher mal war.

    Sirius kratze sich an der Stirn, wo ein fünfeckiger, goldener Stern seinen Platz einnahm, und streckte gähnend seine Gelenke in Richtung Himmelskörper, während seine Rabenschwarzen Strähnen-spitzen mit der schwachen Sonne tanzten. Immer mal wieder gab er schwebende Blicke auf das traurig dreinschauende Mädchen. Sie erwiderte seinen Blick widerwillig, nur um beim Kreuzen seines, scheu wegschauen.

    Ein erneutes Seufzten ließ sie ebenfalls gegen den Stamm der dicken Eiche Niedergleiten. Der Sternjunge konnte einen Blick auf Ihre Oberweite nicht entgehen.

    Enttäuschung traf ihn in Form eines Speer-scharfen Blickes und er schaute rasch wieder zur Wiese. Kein Verlegen, kein Angstschweiß. Ob es ihm trotzdem peinlich war?, Beschrieb ebenfalls einer ihrer tausend Fragen, worauf Sie gerne Antwort erhalten würde. Nicht dass er sie und sie ihn, von oben bis unten nicht kannten. Doch waren es die inneren Dinge, welche sie an ihm interessierten?

    Zugegeben, anfangs war es doch genau umgekehrt gewesen, zu mindestens teilweise.

    „Sirius? Warum habe ich Dich noch nicht umgebracht? “. Der junge Mann empfand statische Unsicherheit Aufsprudeln, blieb aber erstmals ruhig und lockerte sich die gespannten schultern. Dann grinste er. Es war dieses schelmische grinsen und

    Sie war schon längst im Begriff der von ihm folgenden Worte, doch sie schaltete zu langsam.


    „Weil Du allein keinen Sex …“, „Fick Dich!“ kam es kalt und bissig. Die Schalter hatten durchgeschlagen bevor er seinen Satz vollenden konnte. Es war klar, er machte es mit Absicht. Bei ihm schaltete es halt schneller: Es war also eine rhetorische Frage gewesen, also nutze die Gelegenheit, um seinen trocknen Humor über sie hoch zu würgen. Er zuckte unwissend die Schultern und sah sie mit eingezogenem Kopf, ratlos an, in der unsichtbaren Panik und Hoffnung, dass sie Ihre Frage jetzt doch nicht wahr machen würde.

    „Dann erleuchte mich?“, seine Stimme klang unschuldig und fragend, als würde es ihn tatsächlich etwas Schären. Aber meinte er es wirklich? Es hörte sich authentisch an … dennoch?
    Sie holt tief Luft, und für einen kurzen Moment hatte sie vergessen, was sie eigentlich sagen wollte. Wie naiv und wie dumm es eigentlich sein würde und wie er sie damit aufziehen und sie in den Wahnsinn treiben könnte, doch es war still in ihrem Kopf. Aus unerfindlichem Grund wollte Sie es ihm sagen.
    Die Worte schmeckten wie schwarzer Rauch, widerlich und irgendwie pelzig, als hätte sich eine kleine Ratte in Ihrem Hals verfangen. Warum jetzt? Und warum … Da war es schon zu spät. Ihr glitten die Worte Rau und Bitter von der Zunge, mit Nachgeschmack der Ratte, welche jetzt gefühlt in Ihrem Magen rumlief und zu flüchten vermochte. Doch sie konnte nicht.

    Wer denkt er könne nichts, der kann auch nicht's.
    Aber wer es probiert und es nicht hinkriegt, hatt's schon fast geschafft.

  • Heyho Charun

    Bin mir immer noch nicht ganz im Klaren darüber, was mich an Deinen Geschichten so fasziniert. Aber das ich sie faszinierend finde...finde ich faszinierend.:thumbup::thumbup::thumbup:

  • Heyho, hier ist dann noch der zweite teil nach geworfen. Nachschub an kurzgesch. ist auch schon längst in Planung, und ansonsten viel spass beim lesen:D

    Mond Mädchen, Teil 2
    „Weil ich Angst habe …allein zu sein“ ihre Stimme war urplötzlich fadendünn und kam viel trocken raus als sie erwartet hatte, sodass sie sich kurz räuspern musste. Sie war nicht einmal sicher, ob sie laut genug gesprochen oder getuschelt hatte. Sie erschien ebenfalls überrascht zu sein, dass sie sich dazu überwunden hatte es auszusprechen.

    Aber Sirius’ Reaktion gab ihr noch eine Information preis, welche sie weitaus mehr überraschte. Er lachte sie nicht aus, er machte keine dummen Witze, was durchaus positiv war. Aber er schaute auch keinesfalls überrascht oder schockiert. Gar irgendwie traurig oder mitleidend? Es war schwer zu deuten, was in seinem Kopf vor sich ging. Ein Schmunzeln entfloh seinen Mundwinkeln

    „Und du glaubst, dass ich für immer da sein werde? Oder die da?“ er zeigte mit seinem goldenen Finger, auf die Kinder, welche von den zwei jugendlichen keine Notiz nahmen. Sie überkam ein Gefühl, als würde etwas im Busch lauern. Eine flüstern von Panik, eine Brise vom Sturm, der den Fjord in ihren Augen zu keuchen brachte, und bald siedend ausbrechen würde. Sirius sah wie sie sich versteifte, mit sich selbst kämpfte und ihre gespannten Lippen Farbe verloren.

    „Noch sind wir ja da, aber ich denke dein Problem ist“, “NEIN!“. Brach sie aus.

    Sie hielt sich mit krallenden Händen die Ohren zu, sie drehte sich von ihm weg und zog die Knie gegen ihr kaltes Leib.


    Sie hörte den lauten Sturm näherkommen, ein unerträglicher Krawall und Lärm, der sie von ihrem kleinen, einsamen Ruderboot zerren wollte. Plötzlich wurde das scharfe Pfeifen immer lauter und sie bekam spärlich Luft, mit stockendem Atem und wattigem Kopf.

    Die umgebenden Berge waren graue Giganten und scharfe, glänzende Klippen.

    Der verschlingende Fjord war so blau und bodenlos, so leer und doch so zerdrückend.

    Die nasse Kälte war hautnah zu spüren und fing an, an ihren Fingern zu knabbern. Eine brennende Hand riss sie vom Boot und sie schrie. Sie schrie bis Gläser zersprangen, sie kreischte bis ihr der Hals kratzte und sie brüllte aus allen Mitteln, nur um Bloß nicht ins Wasser zu fallen.

    „Luna? Luna! Beruhige dich! LUNA!“ Er riss sie vom Boot und zurück in den Frühlings-warmen, grünen Wald und ihr war schlagartig schwindelig. Ihre Welt drehte sich auf den Kopf, immer und immer wieder.

    „Mensch, Ich sage dir nur, dass du nicht weglaufen sollst, sondern ein bisschen“,

    “Lass mich“, sie wollte seine Hand abschütteln, obwohl ihr Zustand dies keinesfalls gebot. Tausend reize überfluteten sie und die siedenden tränen halfen nicht unbedingt dabei einen ruhigen Fokus zu finden. Alles war verschwommen und Sirius gab sein Bestes sie nicht aufstehen zu lassen.

    „Jetzt hör mir mal zu!“, fing er an, obwohl ihm bewusst war, dass wenn gut Glück, nur die Hälfte seiner Worte durchdringen würde. „Ich will nicht …ich!“, schlunzte sie vergeblich, aber Sirius ergriff das Wort. „Du hast etwas gemacht, was du jetzt bereust, und doch hast es gemacht und hattest Freude dabei. Heute verabscheust du dich dafür, aber schlussendlich solltest du es akzeptieren und dir weiterhin Freude machen, wenn auch es nicht die ist, welche dir anfänglich im Sinne stand“. Seine Worte waren einfühlsam und ehrlich zugleich. Sie hatte sich in den Arm nehmen lassen, und war still geworden.
    Es war angenehm und wohlig, aber trotzdem fühlte sie Scham hochkommen, oder irgendein Unwohlsein was ihr verriet, dass ihr empfinden für ihn nicht richtig sei. Und doch zweifelte sie jetzt an ihrem Verstand, der sie sonst immer vor ihm beschützen wollte. Sie drückte sich näher an ihn und schnaubte aus tiefer Nase. Ihr Puls hatte sich beruhigt und sie rieb sich die etwas gereizten Augen.

    „Weißt du, ich würde ja auch gerne zurück, aber gewisse Entscheidungen sind halt endlich. Seine Stimme war wie eine wärmende decke, in der sie sich vergraben und ihren Sturm abwarten konnte, ohne auf irgendwas Rücksicht zu nehmen. Auf seine Aussage hin nickte sie stumm und legte ihren Kopf gegen seine Schulter. „Aber hast du denn gar kein Sturm in dir, der dich verfolgt, der dich die ganze Zeit nach Entscheidung fragt?“

    Darauf lächelte er und kicherte in einem noch nie, von Luna wahrgenommen klang


    „Der Unterschied ist, wenn man sich auch mal vom Boot ablässt und eine Runde schwimmen geht, und vor allem seine Entscheidung auch trifft und nicht davor wegläut.“

    Sie lächelte dünn. „Kannst du mir dabei Gar nicht helfen?“, fragte sie den Sternjungen mit zweifelnder Note. Er schaute in die beruhigten Gewässer ihrer Augen, gewiss es war eine kleine Erkenntnis, die wie ein Fisch zufrieden herumschwamm.

    „Ich denke das kannst du am besten beantworten“, meinte er und lächelte sie vorahnend an, denn sie hatte die Antwort auf ihre Fragen schon längst gefunden. Ihre Stirn runzelte kurz, bevor sie wieder flach fiel

    „Verstehe“ ihr Tonfall war in etwa enttäuscht, doch dann lächelte sie spielerisch.

    „Dann … gehen wir jetzt baden!“ verriet sie ihm bestimmt und der Sirius lächelte ebenfalls, wenn auch überrascht.
    „Wenn das mal keine Entscheidung ist?“, sein sarkastischer Ton ging an Luna für den Moment vorbei, und beide standen etwas steif auf, um sich in die Tiefen des Waldes zu begeben.

    Was keine von ihnen bemerkt hatte war die alte Frau mit silbernen Haaren, welche am Zaun stand und den zwei traurig hinterherschaute, nur um von eines der kleinen am Rock gezupft zu werden. „Los Oma, noch ein Runde versteck spielen!“,

    „Ja, Verstecken!“ fielen die anderen mit ins Wort und gaben Einklang.
    Die alte Frau grinste und gab einen kurzen Blick über Schulter, doch die zwei jugendlichen waren schon längst verschwunden.

    „Gut, aber nur noch eine Runde, dann ist Mittagsschlaf-zeit!“ verkündete sie lautstark und die Augen der Kinder erhellten sich, während sie losliefen. Genau wie Luna sich damals dazu entschied, ein extravagantes versteck zu suchen, wo sich der Wald als sehr geeignet schien und nach einer kurzen Begegnung mit einem Sternjungen, nicht mehr verlassen wollte … Geschweige denn noch irgendwie konnte.

    Wer denkt er könne nichts, der kann auch nicht's.
    Aber wer es probiert und es nicht hinkriegt, hatt's schon fast geschafft.