Freakshow: Episode 1



  • Übertrieben dickgedruckte Lettern verrieten in neongrün den Inhalt der sonst magentafarbenen Verpackung, was Moira wohl einen Vortrag über die ästhetische Verwendung von Komplementärfarben entlockt hätte. „Du hast Knallbrause gekauft?“

    „Jap.“

    „Warum?“

    Scott wiederholte sich, auch wenn Hazel keinen Deut schlauer daraus wurde: „Damit kitte ich den Riss. Schon vergessen? Du hast mir einen Jahresvorrat Knallbrause versprochen, wenn ich dir helfe dein Notizbuch zurückzukriegen.“

    Fiel das wieder unter diese Wolfpoly-Logik? Der Zusammenhang zwischen Süßigkeiten und irgendwelchen Rissen machte einen größeren Bogen um Hazel, als ein Golem am Töpferkurs der hiesigen Volkshochschule. Aber ja. Hazel erinnerte sich an das Versprechen, welches sie Scott in Unterschlupf des Wolfsrudels gegeben hatte. Tatsächlich beinhaltete der Karton zahlreiche weitere Tütchen der Knallbrause. Durch den Transport ordentlich durchgeschüttelt, lagen sie wüst aufeinander wie ein Haufen viereckiger Klone in magenta-grünen Overalls. Unweigerlich schmunzelte Hazel. So, so! Solche Dinge merkte sich Scott also. „Habe ich, stimmt“, pflichtete die Hexe ihm bei. „Allerdings wollte ich sie doch dir spendieren.“ Demzufolge ging die Knallbrause eigentlich auf Hazels Kosten, statt auf Scotts.

    Mit einmal lag etwas Intensives in Scotts Blick. Der verheißungsvolle Unterton, den seine rauchige Stimme hernach anschlug, kroch Hazel bis in den Unterbauch und vibrierte dort anregend nach. „Ich habe dein Versprechen nicht darauf bezogen, wer die Knallbrause kauft.“

    Während Scott sie mit hungrigem Ausdruck in den Augen fixierte, floss Hazel Hitze bis in die entlegensten Ecken ihres Körpers. Zweifelsohne galt dieser Hunger keineswegs der Knallbrause in ihrer Hand, denn Scott registrierte kaum, dass sie die Tüte auf dem Tresen ablegte. Allzu bereitwillig ließ sich Hazel von seinem unverhohlenen Verlangen nach ihr anstecken. Sie reizte ihn: „Du meinst, du besorgst die Knallbrause, damit ich es dir besorgen kann.“

    Ihre Direktheit landete einen Volltreffer. Scotts Gesichtsmuskeln zuckten kurz unkontrolliert zusammen. „Komm her“, befahl er ihr rau. Oh Mann. Dieses Dominanzgehabe machte Hazel so was von an. Unter Scotts autoritären Aura spürte sie so einiges weich werden, denn einzig ihre Knie. Hazel stand kurz davor, vor ihm auf eben diese zu gehen und sich an seiner Hose zu schaffen zu machen. Und an dem, was darin auf sie wartete. Vor allem daran. Wieso erzielte Kolja mit seinen Einschätzungen ihres Charakters nur jedes Mal solche Punktlandungen??

    Dass Hazel seiner Anordnung nicht augenblicklich Folge leistete, passte Scott ganz offensichtlich in keiner Weise. Ungeduldig knurrte er sie an: „Jetzt!“

    „Sonst was? Kommst du mich dann holen?“ 'Oh ja, bitte!', lechzte Hazel gedanklich. Seine Entschlossenheit löste Unruhe zwischen ihren Schenkeln aus und es forderte sie sämtliche Willenskraft, sich nicht auf ihn zu werfen und einfach gleich hier zwischen den Barhockern von ihm besteigen zu lassen, als er ihr androhte: „Genau das werde ich.“ Wobei... was hielt sie davon ab, außer dem Spaß an ihrem Katz-und-Maus-Spiel? An ihrem Wolf-und-Hexe-Spiel?

    „Mittlerweile habe ich Erfahrung darin, vor Wölfen zu fliehen…“, gab Hazel zu bedenken. In Kombination mit ihrem bezirzenden Tonfall und dem auffordernden Lächeln konnte Scott diese Einladung schwerlich missverstehen.

    Ein Augenblick verging.

    Die Botschaft erreichte ihn.

    Scott durchfuhr ein Ruck, doch die hastige Bewegung warf ihm den Barhocker vor die Füße und spielte Hazel dadurch einen Augenaufschlag an Vorsprung zu. Aufgekratzt sprang sie aus seiner Reichweite, mitten zwischen den eng beieinanderstehenden Tischen und Stühlen des Schankraums hindurch. Hinter ihr stieß Scott das im Wege stehende Mobiliar grob beiseite und lautstark schlitterten die Tisch- und Stuhlbeine über das Parkett. Sofort riss Hazel vor dem Wolf aus, der ihr ohne Rücksicht auf die Einrichtung rabiat nachjagte. Sie hörte ihre eigenen, sowie Scotts schnelle Schritte auf dem Fußboden trampeln. Der Klang ließ Adrenalin durch ihr Blut rauschen und reizte ihr aufgedrehtes Gemüt noch mehr. Intuitiv warf sie ihm einen Stuhl in den Weg, doch Scott packte ihn an der Lehne und schleuderte ihn von sich fort. Gerade flitzte Hazel hinter den Tresen in Deckung, als er rumpelnd zwischen den anderen Stühlen aufschlug.

    Plötzlich machte Scott einen Satz auf einen Barhocker und schwang sich von dort aus über den Tresen hinweg. Dahin war ihr Zeitvorteil. Hazel entfleuchte ein spitzes, erschrocken-freudiges Quieken, dann floh sie in die Küche, aufregend dicht gefolgt von Scott. Ehe die Tür hinter ihr zufiel, bekam er sie zu packen. Sie wirbelte zu ihm herum und fand sich unversehens rücklings gegen die Arbeitsfläche aus poliertem Edelstahl gedrängt. Scotts starke Arme links und rechts von ihr dagegengestemmt, saß Hazel in der Falle.

    Von dem unerwarteten Sprint ausgelaugt, schnappte sie nach Luft. Auch Scotts Brust hob und senkte sich schwer und die Hexe wusste, dass es in seinem Fall mitnichten der Anstrengung geschuldet blieb. Seinen Unterleib gegen ihren gepresst, hielt Scott Hazel an der Arbeitsfläche geheftet. Jede subtile Regung seines Schritts schickte schubweise ein erregendes Prickeln durch die Muskeln in ihrem Beckenboden. Je länger sie seinen Geruch inhalierte, desto mehr wollte sie ihn. Scheiß auf ein Vorspiel! Als seine Augen schließlich zu ihren Lippen huschten, ging der letzte Rest ihrer Selbstbeherrschung flöten.

    Hazel griff nach vorn, zog stürmisch Scotts Gesicht zu sich heran und küsste ihn. Wenig Zärtlichkeit lag darin, stattdessen forderten ihre Lippen gierig nacheinander. Der Geschmack seines Munds war das einzige, was an den ersten Kuss auf dem Spielplatz erinnerte.

    Voller Ungeduld strichen ihre Hände über Scotts behaarte Wangen, wanderten seine Kieferlinie entlang den Hals hinab, über seine Schultern hinweg nach unten. Sein T-Shirt - Es störte! Eifrig krempelte Hazel den Saum hoch und entblößte Stück um Stück Scotts nackte Haut. Unter ihren Fingerspitzen zuckte sein Bauch angespannt zusammen und seiner Kehle entwich ein genussvolles Keuchen, als Hazels Nägel aufreizend über die Konturen seines Körpers hinwegfuhren. Dieser Laut brachte sie um den Verstand; er glitt ihr widerstandslos in die Nervenbahnen, elektrisierte ihre Synapsen und trieb ihren Herzschlag wie ein Defibrillator zu Hochtouren an. Nur damit Scott sich das Oberteil über den Kopf ziehen konnte, unterbrachen sie ihren Kuss. Achtlos schmiss er es in eine wahllose Ecke und dabei erhaschte Hazel einen Ausblick auf seinen bloßen Rumpf. Als Scott sodann die lüsterne Aufmerksamkeit bemerkte, mit der Hazel ihn taxierte, grinste er sie auf anzügliche Art an. Etwas in Hazel schmolz ob dieses Blicks dahin. Dann presste Scott ihr aufs Neue die Lippen auf den Mund.

    Die warmen Spitzen ihrer Zungen streichelten sich verlangend. Von Hazels Hemd verabschiedete sich einer der Knöpfe, weil Scott diese vor lauter Hektik gar nicht schnell genug auffummeln konnte. Im nächsten Moment riss er ihr den Stoff von den Schultern, nestelte erfolgreich am Verschluss ihres BHs herum und beides landete irgendwo. Wen interessierte das schon?! Jedwede Denkfähigkeit kündigte Hazel den Dienst, denn Scott belegte ihren Hals mit lasziven Küssen. Beim Schlüsselbein angefangen, arbeitete sich sein Mund hinauf bis zu dem sensiblen Punkt hinter ihrem Ohr, bemüht, keinen Zentimeter ihres Körpers zu versäumen, derweil seine Handflächen gleichzeitig ihre Brüste massierten. Das Gefühl, wie seine Barthaare derb über empfindliche Haut kratzten, ließ Hazel genussvoll seufzen. Und als er zusätzlich seine Zähne einsetzte… . Viel Gehirn war in Hazels Kopf nicht mehr übrig, was Scott ihr ausvögeln konnte und das verbleibende bisschen schaffte er ihr auszutreiben, bevor sie überhaupt richtig loslegten. Großer Gott, würde Scott sie jetzt bitte auf der Stelle flachlegen?! Seit Monaten musste sich ohne Ablass ein Reservoir an Lust in Hazel gefüllt haben und nun quoll es über und floss ihr direkt feucht aus dem Schoß.

    Okay. Definitiv war es Zeit, die Dinge selbst in die Hand zunehmen. Wörtlich! Hazel öffnete den Knopf und den Reißverschluss seiner Jeans, woraufhin diese Scott von den Hüften herunterrutschte. Äußerst wirkungsvoll bewegten sich Hazels Finger mit feinfühlen Druck über die Erektion hinweg, die sich so vielversprechend unter dem Stoff seiner Shorts abzeichnete, und schoben sich hernach geschickt unter den Bund. Scott sog scharf Luft zwischen den Zähnen ein, weil Hazel dabei keineswegs unbeabsichtigt mehrmals über seinen erhärteten Penis strich.

    Langsam streifte sie die Shorts herab.

    Damit überschritt sie scheinbar eine Grenze. Scott entzog sich ihrer Berührung, schlang die Arme um ihre Taille und setzte Hazel auf die Arbeitsfläche hinter ihr. Während er sich darum bemühte, sie von ihrer Hose zu befreien, klammerte sich Hazel an seinen Hals.

    „Scott…“, japste sie atemlos in seine Halsbeuge.

    Scott stöhnte ihr zur Antwort ins Ohr.

    Da gab es noch eine wichtige Sache: „Die Knallbrause liegt noch draußen.“

    Abrupt erstarrte er.

    Dann riss er sich von Hazel los. Notdürftig raffte Scott seine Jeans nach oben, stürzte zur Küche hinaus und kehrte keine Sekunde später genauso übereilt mit einer willkürlichen Anzahl an Knallbrausetüten zu ihr zurück. Hazel blieb keine Gelegenheit, seine Nähe zu vermissen, da Scott sie sofort aufs Neue an sich zerrte. Aber das genügte beiden nicht mehr. Mit einer kraftvollen Bewegung hob Scott Hazel auf sein Becken. Triebgesteuert drängte sie sich ihm entgegen, flocht ihre Beine um ihn, küsste ihn. Ihre Impulsivität brachte Scotts Füße aus dem Gleichgewicht.

    Und gemeinsam fielen sie als engumschlungenes, sich küssendes Knäuel aus vier Armen und vier Beinen auf den Küchenfußboden.



    nächster Teil

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    A reasonably fucked up individual

    4 Mal editiert, zuletzt von Skadi ()

  • In Kombination mit ihrem bezirzenden Tonfall und dem auffordernden Lächeln konnte Scott diese Einladung schwerlich missverstehen.
    Ein Augenblick verging.
    Die Botschaft erreichte ihn.

    Immer wieder herrlich, wie Scott einen Augenblick braucht XD
    Aber hier passt es trotz allem in die Situation :D



    dann floh sie in die Küche, aufregend dicht gefolgt von Scott.

    KEINEN SEX IN DER KÜCHE!!!


    Ich bin gespannt, ob Hayes (hab ich ihn richtig geschrieben, oder darf ich mich an die Pinnwand heften?) reinplatzt.
    ich hoffe ja nicht XD Auch wenn es sicher lustig wäre. Aber wenn, dann bitte erst danach!
    Noch eine Unterbrechung verkrafte ich nicht XD

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Skadi

    Vielleicht bin ich ja zu sehr Mann. Aber was ich jetzt gerade gelesen habe: Völliger Bruch in der Erzählung.:(:(:(


    Daß Scott und Hazel sich haben müssen und sollen, war für mich klar und völlig okay. Nur, wann und wo sie das machen wollte ich zu keiner Sekunde wissen. Und das "wie" geht mich schon mal gar nichts an. Zumindest nicht so explizit.

    Nö...diesmal hat's mich nicht gepackt. Zum ersten Mal nicht. Und die Knallbrause zum Ende kann an diesem Eindruck leider auch nichts ändern.:/

  • Vielleicht bin ich ja zu sehr Mann.

    Ich bezweifle, dass dein Geschlecht eine Rolle spielt.

    Das Genre ist Urban Romantasy, Hazel und Scott lechzen die ganze Zeit einander an und es werden anzügliche Witze und Gedanken geäußert. Vielleicht hast du Miris Kommentar gelesen, sie hat den Rückschluss nämlich ziehen können: Es wurde von Anfang an "verraten", wo die beiden ihre Nummer schieben. Also auch DASS, es beschrieben werden wird. Ich frage mich also ernsthaft, was du nach mehr als 200 Buchseite erwartest. Du willst die anzüglichen Witze, aber wenn es zur Sache geht, ist dir zu explizit? Das ist echt... eh! Zudem wir im letzten Post gerade einmal das vorrangehende Rumknutschen lesen, keinen Sex.

    Nicht darauf einzugehen, dass die beiden es JETZT und HIER mit einenander treiben, das wäre ein Bruch gewesen, weil a) einfach die ganze Romantiklinie auf diesen Punkt hinarbeitet, b) Sex ein klassisches Element im Romantasy ist und nunmal zur Liebe hinzugehört und c) ich mich als Autorin absolut unglaubwürdig machen würde, wenn ich die ganze Zeit entsprechende Anspielungen mache und eine gewisse sexuelle Spannung zwischen den Figuren aufbaue, mich dann aber nicht traue, das ganze konkret einzubauen. Es ist definitiv kein Bruch, weil ein Text dein persönliches Wohlfühlbefinden ankratzt ;) Du hättest ja auch einfach aufhören können zu lesen, als du gemerkt hast, dass dir die Beschreibungen jetzt unangehm werden. Man weint ja auch nicht bei einer Horrorgeschichte herum, weil man sich vor einer Folterszene ekelt.

    Ich nehme an, dass meine Geschichte für dich die erste aus dem Genre Romantasy/Romantik ist, sonst würde dich der letzte Teil nicht so rauswerfen. Wie auch immer, wenn dein Post deine Erwartungshaltung an die Freakshow darstellt, lege ich dir ans Herz, sie und ihre Fortsetzungen nicht weiterzulesen. Es wird nämlich auf diese Weise weitergehen, weil ich das will, für angebracht und richtig halte und mir persönliche Befindsamkeiten herzlichst egal sind ;)

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  • Liebe Skadi ,


    gut erkannt: Das ist das erste Mal, daß ich eine solche Story lese. Und ja, dieser letzte Teil hat mich völlig aus dem Leseflow rausgehauen. Sex gehört für mich genau wie für Dich zur Liebe dazu, das steht ganz außer Frage. Und wenn daß als Thema auch später immer wieder in der Geschichte auftauchen sollte, habe ich (ab jetzt) kein Problem mehr damit. Dafür finde ich die ganze Erzählung einfach zu gut.


    Wenn Du meinen Einwurf so verstanden hast, daß ich verlange, die Geschichte solle so weitergehen, wie ich mir das vorstelle: Nada,niemals,never ever. Ist schließlich Deine.

    Ich habe nur die Wirkung des letzten Kapitels auf mich beschrieben. Und die war für mich eben, nun ja...eher unbefriedigend.

    Trotzdem freue ich mich darauf, wie es weitergeht.


    Burk

  • „Mittlerweile habe ich Erfahrung darin, vor Wölfen zu fliehen…“, gab Hazel zu bedenken.

    :rofl:


    Mhm, mir hat der Teil gefallen :D die beiden hatten beinah ja auch endlich .... :grinstare:

    Ich bin so froh, dass ich damals angefangen habe deine Geschichte zu lesen. Sie ist so leicht und bringt mich einfach immer zum Grinsen! Und immerhin begleite ich Hazel und Scott nun doch schon einige Monate!



  • Scott



    „Hayes bringt uns um, wenn er uns so sieht“, meinte Hazel mit einem tiefen, zufriedenen Seufzen. Tiefenentspannt lag sie auf Scotts Brust, ihre Beine mit seinen verfädelt, und schmiegte sich zutraulich wie ein kleines Kätzchen an ihn.

    Seine Finger strichen über ihre Locken hinweg. „Wir bleiben einfach still liegen, dann sieht er uns vielleicht nicht.“ Eventuell übersah Scotts Chef ein nacktes, miteinander verschlungenes Pärchen ja. Auf den Fußböden des Tír na nÓg fanden sich schließlich ständig schräge Sachen, ohne dass Hayes sich einen Dreck darum scherte. Einmal hatte eine Ghul einen halb aufgefressenen, verwesenden Menschenarm auf dem Parkett liegen lassen und anstatt Fragen zu stellen, pflaumte Hayes den Ghul bloß an, dass in seinem Pub der Verzehr mitgebrachter Speisen untersagt sei. Aber vermutlich fiel die Wahrscheinlichkeit dafür, von dem Kobold ignoriert zu werden, schwindend gering aus. Hier unten auf den Küchenboden befanden sich Hazel und Scott praktisch fast auf seiner Augenhöhe. Trotzdem: Hazel fühlte sich auf ihm so gut an; liebend gern würde Scott sich noch weiter mit ihr über den Küchenfußboden wälzen.

    Hazel kicherte amüsiert über seinen Vorschlag, drückte Scott einen Kuss auf die Lippen und zu seinem Leidwesen erhob sie sich von ihm. „Wir lassen es ein anderes Mal darauf ankommen“, versprach sie mit einem Augenzwinkern.

    Ihrer Nähe beraubt, schob Scott den Oberkörper hoch. Er scherzte: „Du springst einfach so auf und lässt mich zurück? Wie unromantisch.“

    „Scott, wir hatten Sex auf dem Fußboden einer gewerblich genutzten Gastronomieküche. Kommst du mir jetzt ernsthaft mit Romantik?“ Da war was dran. „Obwohl ich gestehen muss, es hat schon etwas Pittoreskes, dich mit runtergelassenen Hosen vor mir liegen zu sehen.“ Ihr Blick tastete sich an Scotts Körper entlang. Scheinbar schwelgte Hazel gerade in eben erst gesammelten Erinnerungen. 'Vorsichtig, Frau!', schoss es Scott nicht nur durch den Kopf. Sie sollte bloß damit aufhören, ihn auf diese Weise mit den Augen zu verschlingen. Anderenfalls wäre Scott schnell für eine nächste Runde einsatzbereit. Leider griff Hazel in diesem Moment nach einem Stück Kleidung und nachdem Scott noch ein letztes Mal ihre Konturen intensiv in Augenschein genommen hatte, stand auch er endlich auf. Seine Knochen und Muskeln dankten ihm, vom harten, kühlen Untergrund erlöst worden zu sein. Unweigerlich hatten ihm die Fliesen die Kälte in den Rücken getrieben. Ein bisschen kam sich Scott zwischenzeitlich als die Sandwichfüllung zwischen dem eisigen Fußboden und Hazels erhitztem Leib vor. Eine befriedigte Sandwichfüllung, konkretisierte er stumm für sich.

    Wie Hazel es angedeutet hatte, hatten es Scotts Hose und die Shorts nie über seine Knöchel hinweg geschafft. Zugleich zog er beides in einer Handbewegung rauf und sah sich nach seinem Shirt um. In welcher Ecke war das gleich nochmal gelandet? Vorhin war er zu sehr abgelenkt gewesen, um darauf zu achten. Automatisch zog es Scotts Aufmerksamkeit wieder zu Hazel, die niedlich mit den Hüften hin und her wackelte, um in ihre Hose hineinzurutschen. Seine Ablenkung. Scott grinste bei ihrem Anblick in sich hinein.

    Ein kleines Weilchen ergötzte er sich daran, wie Hazels Locken über ihre Schultern, zwischen den unbekleideten Schulterblättern hinab auf ihren Rücken fielen. Jap, er schätzte sich verdammt glücklich. Als sich Hazel zu ihm umwandte, bemerkte sie seine Faszination. „Suchst du dein Shirt?“, fragte sie und lächelte ihn an. Hm, welches Shirt? Abgelenkt reagierte Scott mit einem bedeutungslosen „Mh-mh“ und musterte interessiert ihr Schlüsselbein und ihre Brüste.

    „Wie wäre es mir diesem hier?“ Sie beugte sich herab, sammelte sein Oberteil auf und warf es ihm zu. Ohne weiteres fing Scott es auf, derweil Hazel ihn erinnerte: „Komm, wir müssen noch die Unordnung aufräumen, die wir hinterlassen haben.“

    „Für Unordnung sorgen macht mir aber mehr Spaß…“, raunte Scott und sein Mundwinkel hob sich, verriet den anzüglichen Doppelsinn seiner Worte.

    Selbstverständlich ging Hazel darauf ein. „Also ich finde deinen Umgang mit deinem Besen sehr überzeugend.“

    ...Welcher Besen? Sie sprachen noch über Sex, oder? Verwirrt glotzte Scott sie an, bis Hazel sich erneut von ihm wegdrehte und ihre restliche Kleidung zusammenklaubte. In der Zwischenzeit zog sich Scott nunmehr ebenfalls sein Shirt über. Aufräumen. Na gut. Auf Hayes' Schimpftirade, weil Hazel und er gegen Regel Nummer Vier verstießen, konnte Scott tatsächlich verzichten. Obschon es Scott das definitiv wert gewesen wäre. Und wie… .

    Fast unmittelbar vor seinen Füßen entdecke er die leeren Knallbrausetüten. Normalerweise stand Scott auf keinen Zuckerkram; trotzdem gehörte Knallbrause ab heute Nacht zu seinen ausgesprochenen Lieblingssüßigkeiten. Zudem lag neben den grellen Verpackungsfetzen eine aufgerissene, inhaltslose Kondomhülle. „Zum Glück hat Hayes damals den Kondomautomaten in der Frauentoilette installiert“, stellte Scott fest. Nicht, dass der Leprechaun ihn aus puren Gesundheitsbewusstsein und Verantwortungsgefühl dort aufhängen ließ. Vor ein paar Jahren lebten ein paar Austauschstudenten aus Griechenland in der Stadt und strömten in ihrer reichlichen Freizeit ins Tír na nÓg. Es zeigte sich rasch, wie wenig Selbstbeherrschung Faune und Nymphen aufbrachten - vor allem füreinander - und die Toilettenräume wurden mit schöner Regelmäßigkeit als Schauplatz für spontane Schäferstündchen missbraucht. Anfangs machte sich die Belegschaft noch einen Spaß daraus und führte eine Strichliste darüber, wie oft jemand in flagranti erwischt wurde. Allerdings verlor das Ganze den Spaßfaktor, als diese Strichlisten mehr Platz auf der Pinnwand beanspruchten, denn Hayes' Namenssammlung. Auf die kollektiven Beschwerden seiner Angestellten hin, zog Hayes am Ende die Konsequenzen und beschloss, aus der hyperaktiven Libido der Gäste zu profitieren. Der Mann sah einfach in allem eine Einnahmequelle, sogar in der Geilheit seiner Kundschaft. Zu dieser Zeit machte Scott die Erfahrung, unmöglich pinkeln zu können, wenn aus dem Toilettenstall nebenan orgastisches Ziegengemecker dröhnte. Letztendlich ging das Semester vorbei, die Studenten kehrten in ihre Heimat zurück und seitdem hing der Kondomautomat, wie er hing. Bis heute Nacht. „Der wird nicht schlecht gucken, wenn er zur Abwechslung tatsächlich mal Geld darin findet. Wahrscheinlich bringt Hayes das auf Ideen, wie er den Absatz ankurbeln kann.“ Entsprechend Hazels Wunsch nach Ordnung, sammelte Scott den Abfall auf und brachte es in den Müllsack unter der Spüle, der ihm die Tritte von vor ein paar Tagen keineswegs übel nahm.

    „Du meinst, mit aphrodisierendem Raumspray?“, mutmaßte Hazel ein bisschen mit ihm mit und knöpfte nebenbei ihr Hemd zu.

    „Jap. Oder er baut im Männerklo einen Potenzmittelspender auf oder so.“

    „Das würde auf jeden Fall zu ihm pass-…en.“ Noch während Hazel redete, verschwand das belustigte Lächeln, welches Scotts Kommentar ihr auf die Lippen gezaubert hatte. Mit geweiteten Augen sah sie ihn an. Was? Was hatte er gesagt? Hazel betrachtete Scott, als wäre ihr in einer Erleuchtung der Sinn des Lebens klargeworden. Oder wie man Popcorn aß, ohne dass sich kleine Stücken davon zwischen den Zähnen verfingen. „Potenzmittel“, murmelte sie. „Ein Potenzmittel. Ja, genau.“

    Halt mal! Bitte was?! Auf was für Gedanken kam die Frau? Entrüstet schnappte Scott nach Luft. „Willst du mich verarschen? Ich habe doch eben erst-… .“

    Doch Hazel unterbrach ihn und winkte ab. „Unsinn. Die Rezeptur, Scott! Du hast mir gerade geholfen, mich an die fehlende Rezeptur zu erinnern.“

    Wie? Was? Ihm ging das zu schnell. „Du hast eine Rezeptur für Potenzmittel?“, musste Scott überfordert nachfragen. Wieso? Warum? Und überhaupt und häh??

    „Ach Quatsch. Etwas Ähnliches. Gib mir ein paar Tage Zeit, vielleicht bekomme ich es nochmal zusammengeschrieben.“ Nachdenklich legte Hazel den Finger an ihr Kinn. Scott kapierte immer noch kein einziges Wort. Wollte Hazel nun, dass er irgendwas schluckte, oder wie? Sollte sie mit seiner Leistung unzufrieden sein, dann hatte sich das vorhin aber ganz, ganz anders angehört! „Erstmal beseitigen wir das Chaos da draußen“, legte die Hexe fest. „Und danach will ich nachhause. Wir müssen uns bloß noch über eine Sache einig werden.“ Ratlos blinzelte Scott sie an, woraufhin Hazel ihn vor die Wahl stellte: „Zu dir oder zu mir?“




    nächster Teil

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    4 Mal editiert, zuletzt von Skadi ()

  • Auf den Fußböden des Tír na nÓg fanden sich schließlich ständig schräge Sachen, ohne dass Hayes sich einen Dreck darum scherte

    :rofl:

    Wir müssen uns bloß noch über eine Sache einig werden.“ Ratlos blinzelte Scott sie an, woraufhin Hazel ihn vor die Wahl stellte: „Zu dir oder zu mir?“

    Hrhrhr


    ich hoffe, dass die Zwei rechtzeitig aufgeräumt kriegen. Obwohl Hayes ihnen so angezogen, wie sie nun sind, ja nichts mehr nachweisen könnte XD
    Naja, ich bin jedenfalls gespannt auf Hazel Rezept und wenn sie es aufgeschrieben hat, was nun mit Heidelberg ist :/

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    - F. Scott Fitzgerald

  • Danke für die Kommentare Miri  97dragonfly^^

    ich hoffe, dass die Zwei rechtzeitig aufgeräumt kriegen. Obwohl Hayes ihnen so angezogen, wie sie nun sind, ja nichts mehr nachweisen könnte XD

    Darum brauchst du dich nicht zu sorgen. Die Zwei stört niemand mehr, hihi :D


    Naja, ich bin jedenfalls gespannt auf Hazel Rezept und wenn sie es aufgeschrieben hat, was nun mit Heidelberg ist

    :panik: Wir werden es schon bald erfahren! Die Romanze haben wir mit dem letzten Post soweit abgeschlossen. Das heißt, wir dröseln jetzt nur noch die Sache mit der Rezeptur auf =O


    Das irgendwie echt romatisch auf sonderbare Art und Weise

    *g* Was ist schon "normal" an meinem Idioten-Squad :rofl:

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  • Hazel



    Ohne die geringste Erschöpfungserscheinung zu zeigen, nahm er mit Schwung die Kurve und flitzte abermals an seinem kurzbeinigen Konkurrenten vorbei. Trotz des Umstands, zum wievielten Male umrundet worden zu sein, hielt dieser unbeirrt sein Tempo bei und strebte stetig dem Ziel entgegen. Und Hazels Feierabend war die Ziellinie dieses Wettlaufs. Alle paar Minuten schaute die Hexe zur Wanduhr herüber, um den Endspurt des kleinen Stundenzeigers keinesfalls zu verpassen. In etwa zwanzig Minuten fand der Schichtwechsel statt. So lange musste sich Hazel noch gedulden. Hoffentlich tauchte ihre Kollegin auch pünktlich auf! Genauso wie ihr Freund.

    Scott übernahm an diesem Tag keine Schicht im Pub und wollte Hazel deshalb von der Arbeit abholen. Seit ihrer Versöhnung versuchten sie beide so viel Zeit miteinander zu verbringen, wie es ihre Terminkalender zuließen – abseits des Jobs, verstand sich. Für heute hatten Scott und Hazel daher folgenden Plan gefasst: Eineinhalb Wochen nach ihrem katastrophalen Streit würden sie ihr unfreiwillig unterbrochenes Date fortzusetzen und es erfolgreich zu Ende zu bringen. Wenn sich diese Uhrzeiger doch nur ein bisschen schneller bewegen würden!

    Erneut huschte Hazels Blick zu Uhr. Im Grunde handelte es sich bei der Wanduhr des Tír na nÓgs und um gar keine richtige Wanduhr. Jemand hatte einen stinknormalen Quarz-Wecker auf einen Deckenbalken gestellt, der in etwa einem Meter Neunzig Höhe aus einer Wand herausragte. Technisch gesehen stand die Uhr an einer Wand; sie hing nicht daran. Außer Hazel störte sich allerdings keiner der Angestellten an diesem feinen Unterschied und die Wanduhr wurde als Wanduhr bezeichnet, obgleich sie ein Wecker auf einem Podest blieb. Kolja hatte Hazel einmal erzählt, dass sich zu seinen Anfangszeiten im Pub an derselben Stelle eine echte Wanduhr befand, letztlich jedoch das zeitliche segnete. Optisch, meinte er, glich sie einer Dartscheibe, was sich am Ende als ihr Verhängens herausstellte. Im besoffenen Zustand mussten die Gäste wohl echte Dartpfeile darauf geworfen haben, wobei der größte Schaden durch gelangweilte Kellner entstand, die sich die Zeit mit dummen Ideen vertrieben. Zweifelsohne hatte Kolja dabei keineswegs zufällig Scott angesehen, als er die Anekdote zum Besten gab.

    Die Eingangstür des Pubs öffnete sich und Hazel wandte sich ihr ungeduldig zu. Kam bereits ihre Ablöse? Oder vielleicht sogar Scott?

    Weder noch. Tatsächlich trat ein Wolfypoly ein, allerdings nicht der Wolfpoly, auf den Hazel seit dem Vormittag sehnsüchtig wartete. Donnelly? Was suchte er denn hier? Der Omegawolf zog den blondgelockten Schopf ein und seine grünen Augen sahen sich vorsichtig im Pub um. Dadurch wirkte er kein Stück wie das Raubtier, das er war. Viel eher konnte man denken, er sei die Beute, die sich an das falsche Wasserloch wagte. Auch wenn Hazel keinen Groll gegen Donnelly hegte – seine Anwesenheit passte ihr kein bisschen in den Kram. Scott würde durchdrehen, sollte er den fremden Wolf hier erwischen! Trotz allem gehörte er immer noch zu O'Rourkes Rudel. Eilig fing die Hexe ihn ab. Donnelly zuckte zusammen, als Hazel ihn unverhofft von der Seite ansprach: „Hallo Donnelly. Was machst du denn hier?“ Sie versuchte sich so diplomatisch auszudrücken, wie möglich. Zwar wollte sie, dass er ging, deswegen musste sie ihn ja trotzdem nicht vor den Kopf stoßen.

    Als Donnelly Hazel erkannte, entspannte er sich bloß marginal. „H-hey“, begrüßte er sie und musterte die anwesenden Gäste achtsam. Befürchtete er etwa, jemand könnte ihn beobachten? Wie schrecklich musste O'Rourke ihn behandeln, dass der arme Kerl eine solche Paranoia entwickelte! „Entschuldige, dass ich einfach so hier auftauche. Ich bin gleich wieder weg, versprochen. Ich wollte nur sichergehen, ob alles in Ordnung ist. Nach neulich Abend, meine ich.“

    „Donnelly, das ist über eine Woche her.“ Scheinbar ließ sich seine Fürsorge reichlich Zeit.

    Betroffen senkte der Omega den Blick zum Fußboden. „Ich-ich weiß. Ich wäre eher gekommen, aber seit ihr O'Rourke das Notizbuch unter der Nase weggeschnappt habt, kontrollieren er und Sulley mich wie Wachhunde.“

    Derweil Donnelly sprach, blitzte in den Reihen seines Gebisses eine dunkle Lücke hervor. Unweigerlich ließ sich Hazel davon ablenken; seit wann fehlte ihm ein Stück eines Schneidezahns? „Was ist mit deinem Zahn passiert? Waren das wieder die anderen Wölfe?“, sprach Hazel Donnelly direkt darauf an. Sogleich schloss er ertappt den Mund.

    Sein anfängliches Schweigen bestätigte Hazels Befürchtung und schlussendlich gab er es zu: „Sulley missfällt es, dass ich dir helfen wollte. Also hat er mich an meinen Rang erinnert.“

    Sulley, natürlich! Dieser Dreckskerl! „Das tut mir leid, Donnelly.“

    „Nein, das brauch es nicht“, wehrte der Omega ab. Geknickt sackten seine Schultern zusammen. „Weißt du, du gehörst zu den wenigen Leuten, die mich wie ein fühlendes Wesen behandeln. Wie sollte ich zusehen, wie Sulley dir wehtut? Das hätte ich mir nie verziehen. Hätte ich nur effektiv etwas ausgerichtet... .“

    Bevor Donnelly sich noch die Schuld der Welt aufbürdete, versuchte Hazel ihn zu beschwichtigen. „Es gibt keinen Grund, aus dem du dir Vorwürfe machen müsstest. Scott und ich haben den Abend gut überstanden.“ Vom anschließenden Beziehungsdrama einmal abgesehen. Doch das ging Donnelly nun beileibe nichts an.

    „Ich tue es trotzdem“, meinte er und seufzte hörbar. Dann fragte er: „Und dein Notizbuch? Ist alles okay damit? Hat O'Rourke deine Aufzeichnungen in Ruhe gelassen?“

    Es war nicht so, dass Hazel Donnelly misstraute. Allerdings stand er weiterhin unter O'Rourkes Fuchtel und dieser hatte bewiesen, wie gut er den Omegawolf auszunutzen wusste. Konnte es also klug sein, ihm von der fehlenden Rezeptur zu erzählen? Welchen Vorteil sollte der Alpha schon aus dieser Information ziehen? Dennoch! Besser, Hazel ging kein Risiko ein. „Ja, es ist alles vollständig“, log sie Donnelly somit aus reiner Vorsicht an. Damit auch genug des Smalltalks. „Hör mal. Ich denke, es ist besser, du gehst jetzt. Scott wird jeden Moment hier auftauchen und wenn er dich sieht, bekommst du Ärger.“

    Donnelly zeigte sich einsichtig. „Du hast Recht. Seid ihr verabredet? Fitzpatrick und du, meine ich.“ Zur Antwort nickte Hazel. In der Folge lehnte sich der Omegawolf ihr auf einmal entgegen und... schnüffelte an ihr?! Was ging denn jetzt ab? Seine Nasenflügel weiteten sich, während er in kurzen Zügen ihren Geruch analysierte. „Hey!“, protestierte Hazel und zog sich zurück. Das ging definitiv zu weit! Außer Scott durfte ihr niemand die Nase in den Kragen stecken!

    Erschrocken hob Donnelly abwehrend die Hände und brachte einen Schritt Abstand zwischen sie. „Tut mir leid, tut mir leid! Ich war nur verwirrt, weil du nach Wolf riechst und habe mich gefragt, ob ihr zwei...“

    „Das ist unsere Privatsache“, wies Hazel ihn zurecht. Also wirklich! Und was sollte das eigentlich heißen, sie roch nach Wolf? Sie war eine Hexe!

    „Entschuldige! Ich mache mir bloß Sorgen, weißt du? Zwischen O'Rourke und Sulley brodelt es gewaltig. Etwas ist im Gang, befürchte ich und Scott ist kein guter Umgang für dich. Du solltest dich von ihm fernhalten. In seiner Nähe bist du nicht sicher.“

    Bitte?! Das gab dieser Typ gerade unmöglich ernsthaft von sich! Um das mal klarzustellen: „Ich kenne keinen Mann, der besser auf mich aufpasst, als Scott. Das hat er mehrfach unter Beweis gestellt. Ich weiß deine Sorge um mich zu schätzen, Donnelly, aber wessen Gesellschaft ich genieße, braucht dich nicht zu kümmern.“ Womöglich hätte sich Hazel um einen etwas freundlicheren Tonfall bemühen sollen, allerdings redete dieser Kerl gerade ihren Freund schlecht! Auf keinen Fall ließ sie ihm das einfach so durchgehen.

    Der Omega duckte sich vor ihrer Strafpredigt weg. „So habe ich das nicht gemeint, ehrlich. Ich möchte nur verhindern, dass du mitten in seine Rangkämpfe gerätst, sobald die Situation eskaliert. Das war dumm formuliert, bitte sag Fitzpatrick nichts davon“, bat er Hazel.

    Seine Reue besänftigte ihren Unmut ein wenig. Zudem lasteten genug Probleme auf Donnellys Schultern, da sollte nicht auch noch wegen Scott ängstliche Blicke er über diese werfen müssen. Hazel beruhigte ihn: „Ist schon okay. Ich verrate Scott nicht, dass du hier warst. Dafür musst du jetzt abhauen, okay?“

    „Auf der Stelle, natürlich. Danke. Und... pass auf dich auf, ja?“ Mit dieser Bitte verzog sich Donnelly aus dem Tír na nÓg. Zum Glück! Auf die Schnelle wäre Hazel nämlich schwerlich eine gute Ausrede eingefallen, die Scott davon abhielt, auf O'Rourkes Mann loszugehen. Erleichtert ging sie zurück an die Arbeit.

    „Was wollte die Pfeife denn hier?“ Gemeinsam mit Moira saß Colin an einem der Tische. Scotts Bruder schien der Besuch des verfeindeten Rudelwolfs kaum zu tangieren, obgleich er sich doch darüber wunderte. Hazel überging seine Frage und brachte stattdessen ihre Verwirrung über das vergangene Gespräch zum Ausdruck: „Donnelly hat behauptet, ich würde nach Wolf riechen.“

    „Oh Mann“, stimmte Colin dem zu, „und wie.“




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    A reasonably fucked up individual

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  • Augenblick, was? Er roch es auch? „Wie bitte?“

    Beiläufig nahm Colin ein Stück Brot aus dem Korb, der vor seiner und Moiras Nase stand, und schob es sich in den Mund. Weil die zwei mit einem etwas längeren Aufenthalt im Pub rechneten, hatten sie etwas zu essen und zu trinken bestellt: verschiedene Brothappen für ihn und ein großes Glas Ginger Ale für die Banshee. Mit halbvollem Mund erklärte Colin: „Ich kann meinen Bruder vom entgegengesetzten Ende des Raums an dir wittern. Jeder Poly mit einem halbwegs funktionierenden Geruchssinn tut das. Du steigst mit Scott in die Kiste. Is' normal, dass sein Geruch jetzt an dir klebt.“

    Sollte das etwa bedeuten, Scott hatte ihre seine Duftmarke aufgedrückt?? Wegen Hazel durfte liebend gern jeder Freak in Irland wissen, zu welchem Mann sie ein Exklusivverhältnis pflegte. Aber nicht hinter ihrem Rücken! Reflexartig hob sie eine Achsel und machte an sich selbst die Geruchsprobe. Drängte sich Scotts Duft wirklich so auf? „Heute Morgen habe ich geduscht...“

    Colin langte nach einem weiteren Stück Brot. „Das bringt nichts. Da kannst du dich auch in 'ner Wanne Parfum einweichen. Solange Scott dich besteigt, riechst du nach ihm. So läuft das mit uns Polys. Falls dich das tröstet: Man weiß nur, dass du es mit ihm treibst, wenn man seinen Geruch kennt. Sonst riecht man nur irgendeinen x-beliebigen Wolf an dir.“

    „Für mich riechst du wie immer, Hazel“, versuchte Moira Hazel zu beruhigen und nippte gleich darauf nochmal am Trinkhalm ihres Getränks. Aktuell zählte die Banshee als einzige in Hazels Freundeskreis nicht zu einer Polymorphengattung. „Das bedeutet, dass auch Kolja und Abby Scott an mir riechen?“, schlussfolgerte Hazel daraus. Als Scotts bester Freund kannte der Braunbär mit Sicherheit bereits sämtliche Details und dass er es tat, störte Hazel keineswegs. Ebenso, was Colin anbelangte. Doch Abigail? Scotts kleine Schwester? Hazel fühlte sich bei dem Gedanken peinlich berührt, etwas an ihr könnte Abby 'Ich wälze mich keuchend und stöhnend mit deinem Bruder von einer Bettkante zur anderen!' ins Gesicht reiben, wie ein Clown Sahnetorte im Laufe einer schlechten Zirkusnummer.

    „Jup. Das heißt, sobald Abby sich aus der Kontaminierungszone von Meister Petz rausbewegt. Der Mann muchtet so penetrant nach Braunbär, der könnte mit seiner Fährte ein ganzes Wolfsrudel vertreiben. Wahrscheinlich ist Abby mittlerweile high oder so.“ Gleichzeitig schauten Colin, Hazel und Moira zum Tresen herüber. Dort stand Abby und führte seit geraumer Zeit eine angeregte, fröhliche Unterhaltung mit Kolja. Beziehungsweise: die junge Wölfin redete ununterbrochen auf ihn ein, ohne Pausen für eventuelle Erwiderungen seitens ihres Gesprächspartners einzulegen. Und dieser hörte ihr geduldig zu; man erkannte seine Aufmerksamkeit an den feinen Zuckungen seiner Brauen und der Mundwinkel. Armer Kolja. Eigentlich endete seine Schicht schon vor vierzig Minuten.

    Plötzlich legten sich zwei Hände um Hazels Taille. Von ihren Freunden abgelenkt, registrierte Hazel Scotts Auftauchen erst, als er sich hinterrücks an sie schmiegte. „Na, Süße?“ Die gute Laune verging ihm jedoch schnell, denn Hazel drehte sich um und pikste ihn zur Begrüßung streng mit dem Zeigefinger gegen die Brust. „Du hast mich markiert?“

    „Häh?“

    Er stellte sich also unwissend. Okay, dann wurde Hazel gern deutlicher: „Colin meint, ich würde nach dir riechen, weil wir miteinander ins Bett gehen.“

    „Ach, das meinst du. Jap, klar.“

    'Jap, klar'?? „Und du findest das okay?“, forderte Hazel zu erfahren.

    Scotts legte kritisch die Stirn in Falten. „Hey, das passiert automatisch, ja? Ich hab' da keinen Einfluss drauf. Ist nicht so, als ob ich warte, bis du eingeschlafen bist und dich dann anpinkle oder mit meinen getragenen Shorts abreibe.“

    Das wäre ja noch schöner! „Du hättest mich wenigstens vorwarnen können.“

    „Was regst du dich auf? Stört dich mein Geruch? Außerdem macht das jedem Poly unmissverständlich klar, dass du zu mir gehörst. Du bist meine Freundin und niemand hat dir zu nahe zu kommen. Vor allem kein anderer Wolf.“

    „Was ist mit meinem Recht auf Selbstbestimmung?“

    „Du hast dein Recht. Nur nicht, wenn es darum geht, dass dich andere Kerle angrabschen. In dem Fall habe ich das sagen, so einfach ist das.“ Entschlossen verschränkte Scott die Arme vor der Brust.

    Zu behaupten, seine Besitzansprüche ihr gegenüber ließen Hazel kalt, wäre eine dicke, fette Lüge. Etwas Romantisches hatte sein Beschützerinstinkt schon an sich und Herr Gott! Wie fuhr Hazel auf seine Alphamännchen-Nummer ab! Bloß wünschte sie, Scott hätte sie auf einem Weg als sein Eigentum gebrandmarkt, auf dem sie sich nicht vorkam, als müsse sie einen Teil ihrer Identität aufgeben. Durch kitschigen Schmuck zum Beispiel oder indem sie beide diese hässlichen Pärchen-T-Shirts trugen, deren Aufdrucke aufeinander verwiesen.

    Um Scott genau das mitzuteilen, holte Hazel Luft. Jedoch wurde sie vom saugenden, schlürfenden Geräusch eines Trinkhalms unterbrochen. Postwendend richteten Scott und sie ihr Augenmerk auf den Ursprung des Krachs und blickten direkt in die neugierigen Gesichter von Moira und Colin. Gespannt verfolgten die zwei die Grundsatzdebatte zwischen Hexe und Wolf. Moira teilte sogar den Rest ihres Ginger Ales mit Colin, zugleich dieser sie von seinem Brot naschen ließ. „Lasst euch nicht stören“, forderte Colin das Pärchen auf, nachdem er die Lippen von Moiras Trinkhalm genommen hatte.

    Scott knurrte genervt: „Ich hoffe, ihr fühlt euch gut unterhalten. Habt ihr nichts Besseres zu tun? Euch zanken oder so?“, woraufhin sein Bruder und die Banshee einen Blick austauschten.

    „Ich bin satt und sie hat den Mund voll. Gibt gerade kein Konfliktpotential“, erklärte Colin und deutete erst auf sich selbst und im Anschluss auf Moira. Diese stimmte ihm, derweil sie auf einem Stück Brot herumkaute, mit einem Nicken zu. Zudem meinte Colin an Scott gerichtet: „Wir hocken doch nur hier herum, weil sich Abby und unser Quoteneinwanderer festgequatscht haben. Von wegen 'nur mal schnell gucken, ob du da bist.' Soll sie ihn halt adoptieren und mit nachhause nehmen, dann kommen wir heute wenigstens noch zu was. Die Supermärkte haben nicht ewig geöffnet.“

    Stimmt, die drei wollten Einkaufen fahren. Oder besser gesagt: Colin chauffierte Abby und diese hatte Moira dazu eingeladen, sich ihnen anzuschließen. Anders kam ausgerechnet diese Konstellation wohl kaum zustande.

    Ungeduldig rief Colin zu seiner Schwester herüber und wies auffordernd auf die Armbanduhr um sein Handgelenk. Die junge Wölfin hörte und begriff, ohne sich in ihrem Redefluss gestört zu fühlen. Kolja im Schlepptau, gesellte sie sich zu ihnen an den Tisch.

    „Hallo Scott, schön dich zu sehen! Oh, und Hazel, wie kommst du eigentlich mit deiner Bewerbung für Heidelberg voran?“ Wie auch immer dieser abrupte Gedankensprung in Abbys Gehirn entstand – aus dem Augenwinkel heraus bemerkte Hazel, dass Scott irritiert den Mund verzog und lenkte deshalb schnell vom Thema ab. Die Diskussion über ihre berufliche Zukunft stand ihr noch bevor und ungern würde sie sie in aller Öffentlichkeit mit Scott austragen. „Das ruht“, schwindelte sie. „In den letzten Tagen habe ich mich mit der Rezeptur beschäftigt. Ich denke, ich konnte sie rekonstruieren.“

    Ihr Ablenkungsmanöver fiel bei Scott auf fruchtbaren Boden. „Du meinst für dein Potenzmittel?“

    „Wow, eure Beziehung dauert keinen ganzen Monat und deine Freundin entwickelt schon ein Potenzmittel? Klasse Leistung, Scott“, zog Colin seinen Bruder grinsend auf und wurde retour von diesem angeknurrt:

    „Willst du dich mir anlegen!?“

    „Wenn du dafür nicht auch erst was einwerfen musst!“

    Drohend baute sich Scott vor seinem Bruder auf. In diesem Moment ging Hazel dazwischen: „Es ist kein Potenzmittel, sondern mehr eine Art Immunisierung.“

    „So was wie eine Impfung?“, fragte Moira neugierig nach. Ehrliches Interesse sprach aus den Zügen der Banshee.

    Puh, wie formulierte Hazel es am besten, sodass man es auch ohne Masterabschluss in Pharmazie verstand? „Von Prinzip ist es das. Meine Rezeptur dient zur Herstellung einer universell einsetzbaren Grundtinktur, mit der man Resistenzen gegen beinahe alles aufbauen kann. Die Basis bildet Ethylalkohol als Trägersubstanz in Verbindung mit Phenylisopropylamin für eine notwendige Noradrenalin- und Dopaminausschüttung des Körpers. Gemeinsam mit einigen anderen Zutaten wird es mit der Substanz verkocht, gegen die man sich schützen will. Dabei ist diese Substanz ein höchst variabler Faktor, weshalb die Immunisierung nicht nur im Hinblick auf Krankheiten angewendet werden kann, sondern auch auf Allergien oder sogar mögliche Verletzungen. Bienenstiche zum Beispiel. Ich habe die Rezeptur während des Grundstudiums entwickelt und eigentlich für den Einsatz in Seuchengebieten vorgesehen, um die Ansteckungsgefahr für Ärzte und das Pflegepersonal auf null zu reduzieren. Und da man die Bestandteile bloß in ihrer einfachsten Form benötigt, kann man die Zutaten zum Großteil sogar durch haushaltsübliche Produkte aus dem Supermarkt ersetzen. Das macht die Herstellung sehr kostengünstig.“

    Sichtlich von Hazels Ausführungen überfordert, gafften Scott und Colin sich erst gegenseitig und danach die Hexe an. „Und das heißt…?“

    „Du mischt Speed mit Wodka und tust Chili dazu, damit dir das nächste Essen beim Mexikaner nicht den Magen umdreht“, übersetzte Kolja für die zwei Männer.

    Ab da übernahm Hazel wieder: „Salopp ausgedrückt, ja. Du kannst Katzenhaar verwenden, um deine Katzenhaarallergie zu lindern oder ein Stück des Materials, aus dem Bälle hergestellt werden, damit es nicht mehr wehtut, wenn man sie abbekommt. Ihr versteht, worauf ich hinauswill.“

    Sie taten es. „Wow, Hazel, das klingt unfassbar wertvoll!“, staunte Moira und Kolja stimmte ihr zu: „Das finde ich auch. Damit ließen sich ganze Epidemien verhindern. Weshalb hast du deine Aufzeichnungen nie veröffentlicht?“

    „Es gibt da ein paar Schwachstellen, was die Wirkungsdauer angeht. Außerdem bleiben Restbestände des Alkohols und der Amphetamine im Körper zurück und sind lange Zeit nach Einnahme des Mittels nachweisbar. Der bürokratische Aufwand bei Polizeikontrollen und sonstigen Substanzuntersuchungen wäre horrend.“ Mit der Zeit hatte Hazel es aufgegeben, eine Lösung für diese Probleme zu finden und sich erfolgversprechenderen Forschungsprojekten gewidmet. „Davon abgesehen kommt Sahne in die Mischung, somit ist der Impfstoff ungeeignet für Veganer und Patienten mit einer Laktoseintoleranz.“

    Bisher hielten sich die Fitzpatrickgeschwister mit Kommentaren zu diesem Thema bedeckt, aber nun schlug Abby voller Begeisterung die Hände ineinander und quasselte rege drauf los: „Wie schade! Dabei wäre so ein Medikament wirklich praktisch. Ich meine, Scott hätte einen Riesenvorteil davon, gegen Bisse abgehärtet zu sein, wo er doch heute Abend seine Rangordnung mit O'Rourke klärt.“

    Die Gäste des Pubs hoben ihre Köpfe und sahen zu dem Tisch herüber, an dem sich unisono vier Stimmen zu voller Lautstärke erhoben: „Er macht was?!“

    Scott hingegen zog ahnungslos die Brauen zusammen. „Häh?“




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  • „Hey, das passiert automatisch, ja? Ich hab' da keinen Einfluss drauf. Ist nicht so, als ob ich warte, bis du eingeschlafen bist und dich dann anpinkle oder mit meinen getragenen Shorts abreibe.“

    :rofl: Kopfkino

    Jedoch wurde sie vom saugenden, schlürfenden Geräusch eines Trinkhalms unterbrochen. Postwendend richteten Scott und sie ihr Augenmerk auf den Ursprung des Krachs und blickten direkt in die neugierigen Gesichter von Moira und Colin. Gespannt verfolgten die zwei die Grundsatzdebatte zwischen Hexe und Wolf. Moira teilte sogar den Rest ihres Ginger Ales mit Colin, zugleich dieser sie von seinem Brot naschen ließ. „Lasst euch nicht stören“, forderte Colin das Pärchen auf, nachdem er die Lippen von Moiras Trinkhalm genommen hatte.

    :rofl: die Zweite

    „Wie schade! Dabei wäre so ein Medikament wirklich praktisch. Ich meine, Scott hätte einen Riesenvorteil davon, gegen Bisse abgehärtet zu sein, wo er doch heute Abend seine Rangordnung mit O'Rourke klärt.“

    ouuuuuuh! Na da bin ich gespannt. Und Hazel wird es hassen ... Ob sie zusehen wird? Sie konnte bim letzten Mal Scotts Anblick als Wolf schon kaum ertragen ... Aber das Zeug klingt gut :phatgrin:

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Hei Skadi

    Genauso wie ihr Freund.

    Ach ja Hazel :D das betonnt sie jetzt natürlich seeeehr gerne xD

    „Tut mir leid, tut mir leid! Ich war nur verwirrt, weil du nach Wolf riechst und habe mich gefragt, ob ihr zwei...“

    :rofl: ich stell mir hier echt gerade Hazels Blick vor!!

    „Donnelly hat behauptet, ich würde nach Wolf riechen.“

    „Oh Mann“, stimmte Colin dem zu, „und wie.“

    :rofl: und hier erst!!

    „Das bringt nichts. Da kannst du dich auch in 'ner Wanne Parfum einweichen. Solange Scott dich besteigt, riechst du nach ihm. So läuft das mit uns Polys. Falls dich das tröstet: Man weiß nur, dass du es mit ihm treibst, wenn man seinen Geruch kennt. Sonst riecht man nur irgendeinen x-beliebigen Wolf an dir.“

    :D ja ... jetzt hat sie den Salat!

    „Du hast mich markiert?“

    „Häh?“

    Scottie!! :D Sein Häh ist ja schon beinah legendär!

    „Ach, das meinst du. Jap, klar.“

    'Jap, klar'?? „Und du findest das okay?“, forderte Hazel zu erfahren.

    Scotts legte kritisch die Stirn in Falten. „Hey, das passiert automatisch, ja? Ich hab' da keinen Einfluss drauf. Ist nicht so, als ob ich warte, bis du eingeschlafen bist und dich dann anpinkle oder mit meinen getragenen Shorts abreibe.“

    :rofl: das hat sie wohl nicht gewusst ...

    „Du mischt Speed mit Wodka und tust Chili dazu, damit dir das nächste Essen beim Mexikaner nicht den Magen umdreht“, übersetzte Kolja für die zwei Männer.

    Ach Kolja!!! :D

    „Wie schade! Dabei wäre so ein Medikament wirklich praktisch. Ich meine, Scott hätte einen Riesenvorteil davon, gegen Bisse abgehärtet zu sein, wo er doch heute Abend seine Rangordnung mit O'Rourke klärt.“

    Die Gäste des Pubs hoben ihre Köpfe und sahen zu dem Tisch herüber, an dem sich unisono vier Stimmen zu voller Lautstärke erhoben: „Er macht was?!“

    Scott hingegen zog ahnungslos die Brauen zusammen. „Häh?“

    Da haben wir das Häh ja wieder :D


    Diese beiden Abschnitte waren echt klasse!! Und mein Kopfkino erst!!

  • Skadi

    Hat den Titel des Themas von „Freakshow - Episode 1“ zu „Freakshow: Episode 1“ geändert.
  • „Was soll das heißen?“, verlangte Hazel auf der Stelle eine Erklärung von ihm. Hatten ihn jetzt endgültig alle guten Geister verlassen? Was wurde aus ihrem Rendezvous? Wenn Scott sie allen Ernstes für diese Zweikampfscheiße mit diesem Mistkerl versetzte, machte sie allen beiden Männern die Hölle heiß!

    „Ich kläre überhaupt nichts im O'Rourke. Warum sollte ich mich mit dem Pisser abgeben? Ich bin mit dir verabredet. Keine Ahnung, wovon Abby da redet.“ Dem Ausdruck auf seinem Gesicht nach zu urteilen, hörte Scott tatsächlich zum ersten Mal von seinem angeblichen Duell mit dem Alphawolf. Doch wie kam seine Schwester dann auf solche Ideen?

    Ertappt verbarg Abby ihren Mund hinter den Fingerspitzen. „Ups, das kannst du ja gar nicht wissen! Wo habe ich nur meinen Kopf? Den hier hat Kieran heute Morgen aus dem Briefkasten geholt. Er ist an dich adressiert. Scheinbar denkt O'Rourke, du würdest noch bei unseren Eltern wohnen.“ Aus ihrer Hosentasche zog sie einen zusammengefalteten Zettel hervor und überreichte ihn Scott.

    „Das ist eine Herausforderung“, gab er überflüssiger Weise bekannt, nachdem er die Nachricht gelesen hatte. Solche Offenbarungen verloren wirklich rapide an Dramatik, wurde einem die Pointe zuvor angekündigt.

    Um selbst einen Blick auf den Inhalt des Briefs zu werfen, drängte sich Hazel an ihren Freund. Nüchterne Anrede, Zeit, Ort. Und oh! O'Rourke differenzierte korrekt den Genitiv vom Dativ, stellte Hazel anerkennend fest. „Er will, dass du zum verlassenen Verwaltungsgebäude im Industrieviertel kommst?“ Das war doch dieser Bau, auf dessen Dach Scott sie vor dem Rudel versteckt hatte.

    „Is' neutrales Gebiet“, begründete Colin die Wahl der Lokalität. „Das Gelände gehört zu keinem relevanten Revier. Weder zu O'Rourkes, zu Scotts, zu meinem oder zu dem unseres Vaters. Dort kann O'Rourke sich nicht die Eier verbrennen.“

    Moira meldete sich argwöhnisch zu Wort: „Das riecht faul“ und lag nach Hazels Einschätzung mit ihrer Befürchtung richtig, unabhängig davon, ob sie sich auf O'Rourkes Aufforderung oder die angesengten Hoden bezog. „Bitte Scott, geh nicht auf die Herausforderung ein! In letzter Zeit will er dir so unbedingt an den Kragen. Bestimmt plant er wieder irgendeine unfaire Gemeinheit.“

    'In letzter Zeit'... Da klingelte etwas in Hazels Ohren. Scott hatte ihr erzählt, dass er und der Leitwolf sich seit dem Schulabschluss gegenseitig aus dem Weg gingen. Was war also passiert, weshalb sich O'Rourke nach all den Jahren so versessen auf eine Auseinandersetzung zeigte? Donnelly zufolge stellte Sulley ihn unter Druck, doch davon dürfte sich ein erfahrener Alpha wie er kaum in Zugzwang bringen lassen, oder? Noch während Moira redete, suchte und fand Hazel den Blickkontakt zu Kolja. Dachte der Bär dasselbe wie sie? Für die Ohren ihrer Freunde hörbar, brachte er Hazels Gedanken auf den Punkt: „Er hat die Garantie, dass er gegen Scott gewinnt.“

    „Von wegen!“, widersprach dieser prompt.

    „O'Rourke hat meine Rezeptur, Scott. Wenn er auf dieselbe Idee kommt wie Abby und es benutzt, um sich vor deinen Bissen zu schützen, bist du ihm ausgeliefert. Ein Stück eines Wolfszahns genügt ihm dafür.“ Immerhin führte er eine Bande gewaltbereiter Schläger an. Ausgeschlagene Zähne gehörten für diese Typen doch zum gewohnten Alltag. Die Beschaffung durfte O'Rourke also keine Schwierigkeit bereiten, davon war Hazel überzeugt. „Kommt dir das denn nicht merkwürdig vor?“, wollte sie von Scott wissen. „Jahrelang hält er sich dir gegenüber zurück, dann fällt ihm mein Bullet Journal mitsamt Rezeptur in die Hände und auf einmal gibt es für ihn nichts Wichtigeres, als eure Rangordnung? Das kann unmöglich ein Zufall sein.“

    Es brauchte seinen Moment, aber Hazels Logik schien in Scotts Hirnwindungen anzukommen. „Tauch' ich eben nicht auf, ganz einfach“, beschloss er zu Hazels Beruhigung und zerknüllte die Nachricht in seinen Händen. Bestimmt hätte er sie auch noch demonstrativ über die Schulter hinweg auf den Fußboden geworfen, gab ihm Colin nicht zu bedenken: „Und dann steht er demnächst vor deiner Wohnung? So schnell wird der Typ nicht lockerlassen. Wenn du nicht willst, dass O'Rourke dir den Rest deines Lebens auf den Sack geht, musst du ihm auf kurz oder lang zeigen, wo sein Arsch hingehört. Sonst lässt der dich doch niemals in Ruhe.“

    Daran hatte Hazel nicht gedacht. Sie verspürte wirklich keine Lust dazu, stets und ständig O'Rourke hinter der nächsten Ecke befürchten zu müssen und um Scotts Gesundheit zu bangen. Schließlich plante sie, mit Scott alt zu werden und ganz sicher würde kein unerwünschter Alphawolf allgegenwärtiger Bestandteil ihrer Beziehung werden! Colin lag also völlig richtig: Etwas musste unternommen werden! Bloß was? „Worum geht es bei euren Rangkämpfen überhaupt?“, richtete Hazel ihre Frage gleichermaßen an Scott, Abby wie Colin.

    „Vorrangig?“ Die Geschwister sahen kurz einander an, dann antwortete Scott: „Um Respekt.“

    „Aber es ist nichts Respektables daran, wenn man unfaire Mittel benutzt, um zu gewinnen. Vielleicht können wir O'Rourke dazu bringen, dich in Frieden zu lassen, wenn wir ihm das klarmachen.“

    „Das ist kein dummer Gedanke“, meinte Colin auf Hazels Vorschlag hin zu seinem Bruder. „Sollte sich rumsprechen, dass sich O'Rourke doped, stellt das seine ganze Rangordnung in Frage. Sulley würde ihm schneller im Nacken sitzen, als Abbys Katze in diesem Baum, als wir sie damals durch den Garten gehetzt haben. Dürfte für ihn so spaßig werden, wie an einen eingeschalteten Elektrozaun zu pissen.“

    Ihr zwei habt Fräulein Flauschig so traumatisiert, dass sie mehrere Tage lang nicht fressen wollte?“

    Die Brüder ignorierten Abby und grinsten sich an. „Also wird's mal wieder Zeit, für ein bisschen Überzeugungsarbeit?“

    „Ohja!“, stimmte Colin begeistert zu und schlug in die flache Hand ein, die Scott ihm darbot. Wieso bekam Hazel nur den Eindruck, die zwei hätten schon ihre Erfahrungen, was Nötigung anging?

    Wie dem auch sei: „Ich komme mit“, verkündete Hazel und unterband im selben Atemzug jedweden Einspruch seitens Scott. „Es ist meine Rezeptur und du bist mein Freund. Also ist es gleich in doppelter Hinsicht meine Angelegenheit, wenn jemand Unsinn damit anstellt. Und versuch gar nicht erst, mich zuhause lassen zu wollen, Scott! Du hast mir versprochen, heute Abend etwas mit mir zu unternehmen und daran halte ich fest.“ Er ließ es bleiben und aus dem Lächeln, mit dem er Hazel daraufhin bedachte, sprach der Stolz auf seine Hexe.

    Moira klinkte sich ebenfalls ein. „Ich bin auch dabei.“ Sie erntete dafür unweigerlich Colins Spott.

    „So? Und was willst du ausrichten? O'Rourke solange die Ohren über deine Ex-Freunde voll jammern, bis er freiwillig die Stadt verlässt?“

    In Folge seines Kommentars machte sich Hazel bereit, für die Banshee einzutreten. Doch wie sich bewies, konnte diese das ziemlich gut selbst übernehmen. „Als uns O'Rourke das letzte Mal in eine Falle gelockt hat, habe ich das ganze Wolfsrudel außer Gefecht gesetzt und uns Gelegenheit zur Flucht verschafft. Was hast du an diesem Abend getan, außer einen Wagen zu lenken, Colin Fitzpatrick?“ Provokativ starrte Moira ihm direkt in die Augen und lauerte auf seine Antwort. Diese ließ auf sich warten und als Colin endlich den Mund öffnete, quoll einzig verblüfftes Schweigen daraus hervor. Tja, somit stand die Siegerin des Wortwechsels zweifelsfrei fest. Hazel schmunzelte, als Moira zur Geste ihrer Überlegenheit das Haar zurückwarf.

    „Ich begleite euch natürlich auch!“ Aufgeregt wippte Abby von einem Fuß auf den anderen, bekam jedoch von ihrem großen Bruder einen Dämpfer verpasst. Da Colin aktuell beschäftigt war, Moiras Widerrede zu verkraften, entschied Scott stellvertretend für ihn mit: „Wirst du nicht.“

    „Werde ich doch!“

    „Nein!“

    „Wieso denn nicht??“ Die Wölfin blies beleidigt die Wangen auf.

    „Weil Papa durchdreht, wenn er zurückkommt und auch nur einen einzigen Kratzer an dir entdeckt. Und du weißt, dass er Colin und mir die Schuld in die Schuhe schieben wird.“

    „Aber...!“

    „Kein Aber. Du gehst jetzt nachhause. Sollte heute Abend irgendwas schiefgehen, bist du dort in Sicherheit“, bestimmte Scott. Die Rolle des autoritären Familienoberhaupts stand ihm so was von gut, schwärmte Hazel gedanklich vor sich hin. Sie schmachtete ihn noch ein wenig mehr an, während er sich an Kolja wandte: „Kannst du auf sie aufpassen, während ich beschäftigt bin?“

    Gemächlich blickte der Bär zwischen den Wölfen hin und her und zuckte sodann zustimmend mit den Schultern. „Mache ich.“

    „Ich brauche kein Kindermädchen! Ich kann sehr gut auf mich selbst aufpassen!“, schimpfte Abby und Hazel brachte Verständnis für sie auf. An ihrer Stelle würde sie sich auch dagegen wehren, über ihren Kopf hinweg über sich bestimmen lassen zu müssen. Nichtsdestotrotz hielt Hazel es genau wie Scott für besser, seine Schwester aus dieser Sache herauszuhalten. Niemand konnte vorhersagen, wie sich die Begegnung mit O'Rourke entwickelte. Zuvor musste Abby allerdings erst einmal die Luft ausgehen. Und das schien sich hinziehen zu können: „Ganz bestimmt werde ich niemals tatenlos zusehen, wie meine Brüder ihren Hals riskieren. Wer sich mit euch anlegt, der legt sich auch mit mir an. Du bekommst mich nur unter einer Voraussetzung aus diesem Pub und zwar, dass ich dich zu O'Rourke begleite. Diese Füße bewegen sich nur dort hin, wohin du auch gehst, Scott!“

    Unbeeindruckt winkte er ab. „Kolja?“

    „Schon klar“, gab dieser von sich und ging auf Abby zu.

    Ihre Augen weiteten sich ungläubig, als sich der Bär ihr frontal näherte. „Denk ja nicht daran!“, warnte sie ihn und wich einen Schritt zurück. „Wenn du mich auch nur anfasst, schreie ich die Nachbarschaft zusammen! Hast du das verstanden, Kolja?“ Das hatte er ohne jeden Zweifel, bloß kümmerte sich der fast zwei Meter große Hüne kein bisschen um Abbys Drohungen. Sie versuchte vor Kolja davonzuspringen, doch er schlang bereits seine Arme um ihre Taille und wuchtete Abby wie einen Sack Mehl über seine Schulter. „Das ist-...! Lass mich auf der Stelle runter! Sofort!“, setzte sie das Gezeter fort, strampelte hektisch mit den Beinen und rang darum, sich aus dem Schraubstock eines Griffes freizukämpfen – vergeblich. „Du beraubst mich meiner Grundrechte! Das ist Entführung! Freakraub! Du setzt mich unverzüglich ab, oder ich schreie wirklich. Das werde ich tun! Jetzt lass mich los! Kolja!“ Aber Kolja ließ sich von der zappelnden Frau nicht aus der Ruhe bringen und tapste seelenruhig mit ihr zum Ausgang. Man hörte Abby noch kläffen, da fiel die Tür bereits ins Schloss.

    „Sollte O'Rourke irgendwelche Tricks versuchen, hält Kolja ihn und seine Leute von ihr fern. Vor ihm kuschen sie“, erklärte Scott, obwohl jedem von ihnen diese Tatsache bewusst war.

    Somit stand ihr Plan fest: Sie stellten Finn O'Rourke zur Rede und bereiteten seinem Irrsinn ein für alle Mal ein Ende. Mittlerweile hatte Colin auch seine Fassung wiedererlangt und ließ ein Feuerzeug zwischen den Fingern kreisen. „Übrigens“, sagte er. „Ich fahre.“




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  • Hallo Skadi^^

    „Ich kläre überhaupt nichts im O'Rourke. Warum sollte ich mich mit dem Pisser abgeben? Ich bin mit dir verabredet. Keine Ahnung, wovon Abby da redet.“ Dem Ausdruck auf seinem Gesicht nach zu urteilen, hörte Scott tatsächlich zum ersten Mal von seinem angeblichen Duell mit dem Alphawolf.

    Scottie!! Wirst du herausgefordert und weisst es nicht einmal! So eine Schande xD

    Um selbst einen Blick auf den Inhalt des Briefs zu werfen, drängte sich Hazel an ihren Freund. Nüchterne Anrede, Zeit, Ort. Und oh! O'Rourke differenzierte korrekt den Genitiv vom Dativ, stellte Hazel anerkennend fest.

    So etwas kommt echt nur Hazel in den Sinn :rofl:

    „Sollte sich rumsprechen, dass sich O'Rourke doped, stellt das seine ganze Rangordnung in Frage.

    Und das habe ich bis jetzt echt noch nie aus dem Mund eines Werwolfes gehört! :D

    „Ihr zwei habt Fräulein Flauschig so traumatisiert, dass sie mehrere Tage lange nicht fressen wollte?“

    ... 8|

    „Es ist meine Rezeptur und du bist mein Freund.

    Ja, Hazel!!!!

    Die Rolle des autoritären Familienoberhaupts stand ihm so was von gut, schwärmte Hazel gedanklich vor sich hin.

    Grrrrrrr :grinstare:

  • Ich bin dann erstmal durch Skadi :D


    Nachdem ich vor einigen Wochen immer mal hier reingelinst habe, konnte ich nun endlich alles bis zum aktuellen Stand aufholen!


    Mir gefällt deine Art zu schreiben, wunderbar direkt und mit tollen Beschreibungen und Metaphern gespickt. Witzig, spritzig und mit Doppeldeutigkeiten beladen, konnte deine Geschichte mich von Anfang an begeistern. Deine Charaktere sind durchweg smyphatisch, wobei ich mit Abby nicht so richtig warm werde. Aber das ist mein Problem xD


    Manche Textstellen haben auch echt dazu geführt, dass ich während des Kaffee kochens laut aufgelacht habe und dabei komische Blicke von meinen Eltern zugeworfen bekam :D

    -> Kolja mit dem Ei oder die beiden Brüder mit der Frisbee :D

    Oh! Und dieses Hin und Her mit Hazel und Scott, was mich beinahe in den Wahnsinn getrieben hat ... Gott Lob hat Kolja die Situation gerettet ... und ein Hoch auf die Knallbrause ;)


    Jetzt muss ich mich wohl oder übel gedulden, bis du weiterpostest. Ich will wissen, wie sie die Sache mit O'Rourke klären :D


    Tja. Was soll ich sagen. Du hast mich jetzt als Leserin an der Backe :P


    LG

    „Sobald wir ihn finden, wird er seine gerechte Strafe bekommen" - Meister Karak

    "Dann... werde ich ihn töten" - Meister Rüstan


    Meine Geschichte
    Die Kriegerin von Catrellak

  • Danke für den Kommentar 97dragonfly und Hallo LadyK ^^ Dann begrüße ich dich an Board, oder wie man so schön sagt xD

    Freut mich, dass dir meine Geschichte soweit gefällt und dich zum lachen bringen konnte. Ich geb mir Mühe, das beizubehalten :pump:

    Deine Charaktere sind durchweg smyphatisch, wobei ich mit Abby nicht so richtig warm werde. Aber das ist mein Problem xD

    Vielleicht schafft Abigail es ja, dich in den zwei verbleibenden Episoden von sich zu überzeugen :D


    und ein Hoch auf die Knallbrause

    Ein Hoch auf die Knallbrause 👌

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    A reasonably fucked up individual

  • Scott


    „Ich hatte mir geschworen, keinen Fuß mehr in dieses Viertel zu setzen…“, meinte Hazel beim Anblick des Verwaltungsgebäudes, das vor ihnen als schwarzer, teilnahmsloser Kasten in der Nacht seiner Lethargie frönte. Ob der Dunkelheit erkannte Scott die Gesichtszüge seiner Hexe bloß andeutungsweise, allerdings konnte er sich lebhaft vorstellen, wie sie kritisch die Lippen schürzte. Immerhin hatte er diese Reaktion schon oft genug selbst bei ihr ausgelöst. Und wie auch Hazel, jubelte Scott kein Stück darüber, wieder hier stehen zu müssen. 'Tausche Date gegen Drecksack'. Mann, dieser Bastard O'Rourke verdarb ihnen echt jede Verabredung.

    Colin spielte mit seinem Feuerzeug herum. Er spottete: „Weiß gar nicht, was du hast. Keine Menschenseele weit und breit und es ist so scheiße düster, man kann sogar den Sternenhimmel sehen. Ihr Frauen steht doch auf so'nen Romantikkram.“

    „Wenn das deine Definition von Romantik ist, stelle ich mir ein Rendezvous mit dir sehr gewöhnungsbedürftig vor“, kommentierte Moira skeptisch und wurde umgehend von Colin mit der passenden Antwort bedacht. „Das wirst du niemals rausfinden, keine Sorge.“

    „Ist O'Rourke überhaupt hier?“ Anhand der Bewegungen ihres Schopfes erahnte Scott, dass Hazel die Umgebung auskundschaftete. Eigentlich konnte sie sich diese Mühe sparen. Mit ihren menschlichen Augen sah sie, genau wie Moira, im Dunkeln ohnehin nicht das Geringste. Was das anging, waren Colin und er als Wolfpolys klar im Vorteil. Trotz der unzureichenden Beleuchtung registrierte ihr Sehvermögen weiterhin Bewegungen und sobald sie ihre Gestalt wechselten, stellten die beschissenen Lichtverhältnisse sowieso keinerlei Beeinträchtigung mehr für sie dar.

    „Vielleicht wartet er auf dem Gelände“, mutmaßte Moira.

    „Schauen wir nach.“ Um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig auf die Füße latschten, holte Scott seine Taschenlampe aus dem Rucksack und leuchtete den Untergrund vor ihnen aus.

    „Bist du gerade wieder vorbereitet oder schleppst du dieses Ding tatsächlich ständig mit dir herum?“ Aus ihrer Tonlage konnte Scott Hazels prüfend angehobene Augenbraue förmlich heraushören.

    „Ehrlich gesagt, mir war es bisher zu anstrengend, sie auszupacken.“

    „Das wäre meine nächste Vermutung gewesen.“

    Da das geklärt war, marschierte Scott los und ohne weitere Aufforderungen folgte der Rest ihm. Zwischenzeitlich musste sich definitiv jemand Zutritt zum Grundstück verschafft haben, denn das Schiebetor, mit dem Hazel und er sich vor dem Wolfsrudel abgeschottet hatten, stand nunmehr ein Stück offen. Die große Beule prangte nach wie vor als leibhaftige Erinnerung an jene Jagd im Metall und gähnte Scott an, als er den Strahl seiner Lampe auf sie lenkte.

    Zu viert durchschritten sie das Tor. „Irgendwelche Anzeichen von ihm?“, wollte Hazel wissen und richtete ihre Frage direkt an Scott.

    „Es riecht ganz frisch nach Wolf, also treibt er sich hier zumindest einer herum… .“ Allein der Geruch genügte, damit sich Scott provoziert fühlte.

    In den Schatten rührte sich etwas. Zugleich schnellten die Köpfe von Scott uns seinem Bruder herum und erst dadurch wurden die Frauen alarmiert. An sie heran drang eine bekannte Männerstimme: „Was soll die Scheiße, Fitzpatrick?“ Im nächsten Moment löste sich O'Rourkes Gestalt aus der Finsternis. „Ich habe geschrieben, dass es hier nur um dich und mich geht und du schleppst deinen Bruder an? Brauchst du so dringend deinen Cheerleaderverein hinter dir oder bist du ernsthaft zu feige, dich mir allein zu stellen?“

    Dieser Penner. Wenn hier jemand feige war, dann ja wohl er! „Du bist ein beschissener Heuchler!“, bellte Scott ihn gereizt an. „Reißt dein Maul auf aber traust dich nur an mich ran, wenn du vorher was schluckst.“

    Auffordernd breitete O'Rourke die Arme aus. Hatte der Typ Nerven! „Ist das dein erbärmlicher Versuch, dich rauszureden? Ich brauche keine Hilfsmittel, um dir deinen Platz zu zeigen.“

    An dieser Stelle mischte Hazel sich ein und als der Alphawolf deswegen seine Aufmerksamkeit auf sie richtete, wäre Scott ihm am liebsten an die Kehle gesprungen. „Wir wissen von der Rezeptur.“

    „Welche Rezeptur?“

    „Die, mit der dir unsere Bisse nichts ausmachen“, warf Colin ein, doch O'Rourke mimte konsequent den Ahnungslosen. Also wurde Hazel unmissverständlich: „Wir haben mein Notizbuch zwischen deinen Sachen gefunden. Jemand hat daraus die Seiten für eine Rezeptur gerissen, die dich praktisch unverwundbar macht. Und jetzt stehen wir uns hier gegenüber. Willst du das als Zufall bezeichnen?“

    O'Rourkes Antwort zögerte sich hinaus. Die sich ändernde Neigung seines Gesichts verriet Scott, dass sein Blick zwischen ihnen hin und her wechselte. Schließlich fragte er ungläubig: „Ihr wart bei mir zuhause?“

    Häh? Nein! Was sollten sie in seiner Wohnung suchen? „Im Bahnhof!“, knurrte Scott und verlor langsam echt die Geduld mit ihm. Stellte sich O'Rourke absichtlich dumm, oder wie? Diese Nummer konnte er sich klemmen!

    Aber der Leitwolf knurrte zurück: „Ich lasse meinen persönlichen Kram wohl kaum in dieser alten Bruchbude liegen. Jetzt mal Klartext: Ich habe kein Notizbuch und hatte nie eins. Also weiß ich auch nichts von irgendeiner Rezeptur. Selbst wenn, brauche ich so einen Quatsch nicht, um mit dir fertig zu werden, Fitzpatrick.“

    „Du redest dich raus.“ Hazel blieb hartnäckig. „Sulley hat das Buch während des Einbruchs aus der Kasse des Tír na nÓgs gestohlen und es an dich weitergereicht. Wieso sollten wir es sonst in deinem Unterschlupf finden?“

    „Mir hat Sulley überhaupt nichts weitergereicht, erst recht kein Notizbuch. Ich bin nicht seine Wertstoffannahmestelle.“ Bei der Bezeichnung 'Wertstoffannahmestelle' hörte Scott neben sich Hazel erbost nach Luft schnappen. „Und genauso wenig die Putze vom Dienst, also woher soll ich wissen, welchen Müll Sulley-… .“

    O'Rourke verstummte schlagartig. Zeitgleich hob Colin die Nase in den Wind und der Gestank nach fremdem Wolf traf Scott, wie die frontale Kollision mit einer Backsteinmauer. Eine Bewegung flackerte in seinen Augenwinkeln auf und… .

    „Weg!“, brüllte Scott einen kurzen, dennoch lautstarken Befehl, ließ die Taschenlampe fallen und zwang Hazel und Moira aus der Gefahrenzone. Plastik splitterte; wütendes Knurren dröhnte durch die Nacht. Im künstlichen Licht blitzten ungeheuerliche Reißzähne auf, dann stürzte sich urplötzlich ein gewaltiger Leib auf den überrumpelten O'Rourke und riss ihn mit sich in die Finsternis. Heilige Scheiße! Ungläubig weiteten sich Scotts Augen. Was zum Teufel lief jetzt ab?!

    Hinter dem undurchdringlichen Vorhang aus Schwärze verdoppelten sich die aggressiven Raubtierlaute zu einem streitsüchtigen Duett und in der nächsten Sekunde fielen aus der düsteren Unkenntlichkeit zwei monströse, graue Wölfe in den Lichtkegel der Taschenlampe ein. Der regungslose Strahl prallte gegen ihre fellbedeckten Körper und setzte sie wie Suchscheinwerfer in einen fragwürdigen Fokus. Einer größer als der andere, gingen die Wölfe mit entblößten Fängen erbarmungslos aufeinander los. Scott identifizierte O'Rourke an der Farbe seiner Iriden. Der Alphawolf fiel seinem Angreifer direkt in die Flanke und biss mit gnadenloser Härte zu. Im Licht der Taschenlampe sah Scott seine Zähne tief ins Fleisch eindringen, doch der zweite Wolf schüttelte ihn einfach von sich ab. Das war doch…! Nach dieser Attacke müsste er eigentlich lahmen!

    Schließlich fiel Scott endgültig vom Glauben ab.

    Unter Einsatz seines Körpergewichts unterwarf O'Rourke seinen Gegner, aber dieser trat mit den Hinterbeinen aus. Er erwischte den Alpha mit dermaßen viel Kraft, dass es seinen massiven Wolfskörper meterweit durch die Luft schleuderte! In der Dunkelheit krachte es laut; O'Rourke musste irgendwo aufgeschlagen sein.

    Damit wurden Scott und Colin zum Ziel.

    Hasserfüllte, hellgelb glühende Augen fixierten die Brüder, die sich Schulter an Schulter als schützende Barriere zwischen den Frauen und dem Wolf aufgebaut hatten. Seine Drohgebärden würden sie ihm sonst wohin schieben! Zur überdeutlichen Warnung fletschten Scott und Colin vor ihm die Zähne. Wer auch immer dieses Arschloch war – Er sollte es auch nur wagen, sich der Hexe oder der Banshee um einen einzigen Zentimeter zu nähern!

    Die Gelegenheit dazu gab Colin ihm allerdings gar nicht erst. Präventiv machte Scotts Bruder einen abrupten Satz auf den fremden Wolf zu und knurrte ihn an, als würden sie keine mehrere hundert Kilogramm Kampfgewicht voneinander trennen. Ohne es zu beabsichtigten, offenbarte ihm Colin dadurch freie Sicht auf Moira.

    Da klappte der Wolf die Ohren an, winselte und floh unverhofft zurück ins Dunkel.

    Mit einmal herrschte wieder Stille.

    Und heillose Verwirrung.

    Colin erlangte als erster von ihnen seine Fassung zurück und fluchte drauf los: „Gottverdammte Drecksscheiße, was, zum verschissenen Fick, ist hier eben passiert??“




    nächster Teil

    I've got a toxic attitude and lack self control
    A reasonably fucked up individual

    5 Mal editiert, zuletzt von Skadi ()

  • „Es riecht ganz frisch nach Wolf, also treibt er sich hier zumindest einer herum… .“ Allein der Geruch genügte, damit sich Scott provoziert fühlte.

    :rofl: ich stelle mir Scotts Gesicht vor ... und muss einfach lachen!

    „Gottverdammte Drecksscheiße, was, zum verschissenen Fick, ist hier eben passiert??“

    Das ist aber mal ein anständiger Fluch! xD