Freakshow

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    • Man kann nur ein SubGenre vergeben :ninja: Das vollständige Genre ist Humoristic Urban Romantasy.

      Ehrm, ja... Dank einigen zärtlichen Tritten in den Hintern von Chaos, gibt es jetzt diese Geschichte.
      Die ursprüngliche Idee stammt aus einem RPG. Inzwischen ist es eingeschlafen, aber mein Charakter Scott hat sich die Jahre über in meinem Kopf festgebissen (haha) und sich mitsamt seiner schrägen Familie selbstständig gemacht.

      Das Ganze ist für mich ein just-for-fun-Projekt, also persönliches Entertainment des Schreibens Willen, um mich an überzeichneten Figuren und doofen Witzen auszutoben. Deswegen werde ich die Geschichte auch nicht wirklich überarbeiten oder so. Dafür hält sich mein schriftstellerischer Ehrgeiz zu stark in Grenzen. Korrekturen sind daher leider Energieverschwendung, befürchte ich ^^°

      Kleine Warnung: Mein Humor kann manchmal...etwas derb werden :whistling:
      Vielleicht fühlt sich ja jemand trotzdem davon unterhalten.


      _________________________________________________________

      Freakshow


      Nur, weil ihr uns nicht sehen könnt, nur weil ihr uns nicht sehen wollt,
      heißt das nicht, dass wir nicht existieren.
      Das tun wir.
      Ihr habt uns nur vergessen,
      weil wir euch erlaubt haben, euch in der Realität zu verstecken.
      Trotzdem: Wir sind da.





      Episode 1 – Wolf im Schafspelz


      Scott

      „Aufwachen. Auuuufwachen. Zeit zum Aufstehen, du Schlafmütze!“ Jemand rüttelte ihn an der Schulter. Es war keine grobe Berührung, sondern diese Mischung aus Fürsorglichkeit und dezenter Kraft, die ausreichte, um einen Mann aus dem Tiefschlaf zu wecken. Schlaftrunken bestand seine erste Reaktion daraus, mit einem tiefen aber kraftlosen Knurren auf die sanfte Störung und das liebevolle Säuseln zu antworten. „Mann, Scott. Jetzt steh endlich auf. Musst du nicht auf Arbeit? Scott!“
      Seine Augenlider fühlten sich an, als hätte ihm jemand im Schlaf heimlich Bleigewichte hinein implantiert. Normalerweise war er stark genug, seinen jüngsten Bruder anzuheben. Im Vergleich zu seinen Augenlidern kam ihm der Teenager wie ein verdammtes Fliegengewicht vor.
      „Wenn du wieder einschläfst, kneif ich dich!“, hörte er durch den trüben Schleier, der sich über seine Wahrnehmung gelegt hatte und seinem halbschlafenden Gehirn den Unsinn einredete, die Geräusche hätten ihre Farben verloren. Er hörte die Stimme, realisierte jedoch nicht was sie ihm sagte. Sein Verstand glitt gerade wieder in das Reich der Träume ab und war viel zu sehr damit beschäftigt festzustellen, dass man nach Mitternacht keine Pizza in den Briefkasten einwerfen sollte, weil das den Igel verärgert, der unter der Ha´Penny Brücke wohnte. Dann spürte er auf einmal einen zwickenden Schmerz in der Seite und fuhr hoch. Weg waren die schweren Augenlider und weg war der Igel mit seiner Pizza. Stattdessen war da Abigail.
      Sie stand vor ihm und lächelte amüsiert. Was auch immer sie daran komisch fand, ihren Bruder schlafend auf der Couch ihrer Eltern vorzufinden. Irgendwas musste sie wirklich daran erheitern, denn sie biss sich selbst sacht auf die Unterlippe. Ein verräterisches Zeichen. „Na endlich. Ich dachte schon du willst den ganzen Vormittag verschlafen.“ Mit einem kurzen Blick auf ihr Smartphone checkte sie die Uhrzeit und richtete ihre Aufmerksamkeit im Anschluss wieder auf ihren Bruder. „Was machst du überhaupt hier?“
      Scott brauchte einen Moment, um richtig wach zu werden. Er setzte sich auf und rieb sich die Augen. Effektiv brachte diese Geste gar nichts. Trotzdem fühlte es sich an, als würde er die Müdigkeit dadurch wegwischen. Für einen Augenblick jedenfalls.
      „Schlafen“, grummelte Scott seine Antwort. Abigail legte den Kopf schief.
      „Das meine ich nicht. Wieso schläfst du nicht in deiner eigenen Wohnung?“
      Eine Strähne baumelte wie eine nervige Fliege vor seiner Nase herum, also strich sich Scott mit beiden Händen sein schwarzes Haar zurück. Unaufgefordert hielt Abigail ihm einen ihrer Haargummis entgegen. Das war wohl so ein Frauending, diese Teile ständig griffbereit zu haben. Während sich Scott den Haargummi einfädelte und ihn bis zum Nacken schob, rasselte er resigniert den Grund seines Hierseins runter: „Ach, meine Mitbewohnerin ist wieder wegen irgendeinem Kerl am rumheulen. Tag und Nacht dieses Gejammer und Rumgeschluchze. Der Lärm kommt sogar durch die Wände. Ich kriege Ohrenbluten davon. Und an Schlaf brauche ich dank dieser verdammten Banshee gar nicht denken. Aua!“
      Abigail hatte Scott einen Klaps auf den Kopf versetzt. Das fröhliche Lächeln war aus ihrem Gesicht verschwunden und wurde dafür durch einen tadelnden Blick ersetzt, mit dem Abigail genau wie ihre Mutter aussah. Genetik war unheimlich.
      „Rede nicht so abfällig über Moira. 'Diese verdammte Banshee', so was sagt man nicht über einen Freund.“
      „Aber genau das ist sie doch. Eine Banshee.“ Scott verstand nicht, was daran bitte abfällig war. Schließlich fühlte er sich auch nicht davon beleidigt, wenn ihn jemand als Wolf bezeichnete. Korrekt wäre natürlich die Kategorisierung Wolfpolymorph, eine Wechselgestalt zwischen Wolf und Mensch, aber Scott war nicht der Typ, der Wert auf Details legte. „Muss ich dir wirklich erklären, wie schrecklich Moiras Gewimmer für meine Ohren ist? Die Frau erreicht Frequenzen, gegen die jeder Bellstopp ein Witz ist.“
      „Das hättest du dir überlegen sollen, bevor du deine Wohngemeinschaft mit ihr gegründet hast. Außerdem habe ich die gleichen Ohren wie du und ich hatte noch nie Probleme mit Moira.“
      Du musstest sie auch noch nicht weinen hören, dachte sich Scott. Seine kleine Schwester war die empathischste Frau die er kannte. Wenn es um die Gefühle anderer Leute ging, waren Diskussionen mit ihr reine Zeitverschwendung. Zum Glück lagen die Zeiten, in denen man sein Essen noch selbst jagen musste, ein paar Generationen zurück. Anderenfalls wäre Abigail vor lauter Mitgefühl schon lange verhungert. Oder sie wäre aus Versehen bei dem Versuch, sich schützend vor ein Reh zu werfen, von ihrem eigenen Rudel zerfleischt worden. Kurz gesagt: Scott war besser dran, einfach die Klappe zu halten und abzuwarten bis Abigail mit ihrer Standpauke fertig war.
      „Weißt du, wie schlimm Herzschmerz für uns Frauen ist? Arme Moira… Oh Mann, sie tut mir so leid. Ist wenigstens Kolja bei ihr?“ Das dritte Mitglied der Wohngemeinschaft.
      Nebenbei hatte Scott sein Smartphone vom Beistelltischchen neben der Couch gefischt und sah vom Display auf. „Weiß nicht. Ich denke nicht. Wenn er nicht arbeitet, dann schläft er tief und fest wie ein… “
      „Wie ein Bär?“
      Scott zuckte zustimmend mit den Schultern. „Er ist schon im Winterschlafmodus, glaube ich.“
      „Wir haben April.“
      Wieder zuckte Scott nur mit den Schultern und Abigail schüttelte missbilligend den Kopf, während sie etwas Unverständliches vor sich hinmurmelte. Wahrscheinlich so etwas wie Urgh, Männer!, weil das seiner Erfahrung nach das war, was Frauen in solchen Momenten meisten sagen.
      Erst jetzt fiel Scott auf, wie schick seine Schwester angezogen war. Zumindest für einen Sonntag, den man üblicherweise in Jogginghose und viel zu weiten Kapuzenpullis verbringt. Anstelle davon trug sie schwarze Leggins, ein dunkelblaues Longshirt und diese extrem flachen Frauenschuhe, die im Grunde nicht mehr als die Zehen und die Ferse bedeckten. Scott hatte keine Ahnung, wie man diese Dinger nannte. Zudem hing eine silberne Kette um Abigails Hals und die gehörte nun ganz bestimmt nicht zum klassischen Ich-gammel-heute-vor-dem-Fernseher-rum-und-stinke-vor-mich-hin-wochenend-Outfit. Bevor er danach fragen konnte, was Abigail vorhatte, erzählte sie es bereits von selbst: „Ich muss jetzt los. Es ist schon fast elf Uhr und ich bin mit meinen Freundinnen verabredet.“
      „So zeitig?“
      „Es gibt viel zu bereden.“
      Das glaubte Scott auf Anhieb. Abigail war nicht nur sehr weichherzig, sie liebte auch die Gesellschaft anderer. In der Hinsicht war sie tatsächlich eine echte Wölfin. Ohne ihr Rudel würde sie vor Einsamkeit sterben. Deswegen konnte sie stundenlang dasitzen, zuhören und reden. Und reden. Und reden.
      Er beobachtete Abigail dabei, wie sie sich eine Jacke anzog und ihre Tasche von der Anrichte nahm. Etwas an ihr kam ihm seltsam vor. Wenn er bloß wüsste was es war. Plötzlich fiel es ihm ein: „Abby? Ist das Mamas Silberkette, die du da umhast?“
      Sie musste nicht einmal an sich herabsehen, um zu wissen, was Scott meinte. Grinsend sagte sie: „Steht mir gut, was?“
      Darauf konnte er keine Antwort geben. Das letzte worüber er sich Gedanken machte, war die optische Erscheinung seiner kleinen Schwester. Nein, es hatte einen anderen Grund, aus dem Scott ungläubig blinzelte. „Du weißt wo sie ihren Schmuck versteckt?“
      Jeder in der Familie wusste, wie sehr Scotts Mutter ihren Schmuck liebte und ihn wie ihren Augapfel hütete. Zwar trug sie ihn selten, aber es ging ihr eher um den sentimentalen Wert. Immer wieder mussten sich die Geschwister Geschichten darüber anhören, von welcher Ur-ur-ur-Großmutter jener Ring stammte oder welche Groß-großtante ihr jenen Armreif vermacht hatte. Natürlich befand sich die Schmuckschatulle seiner Mutter irgendwo im Haus. Das genaue Versteck kannte hingegen niemand. Na ja. Bis auf Abigail, wie sich gerade herausstellte.
      Inzwischen war diese bereits an der Tür. „Klar. Mama hat mir schon vor Jahren erlaubt ihren Schmuck zu tragen.“
      Nun war Scott endgültig baff „Vor Jahren?“, wiederholte er ungläubig. Eigentlich interessierte ihn gar nicht, wo seine Mutter ihre Schatulle versteckt hielt. Bloß hatte er es bisher für ein grundsätzliches Geheimnis zwischen ihr und ihren Kindern gehalten. „Wieso darfst du das wissen, wir anderen nicht?“
      „Wahrscheinlich weil sie bei mir keine Angst haben muss, dass ich ihren Schmuck beim nächsten Hehler verticke.“ Autsch. Begründet. Trotzdem: Autsch. „War’s das jetzt? Ich muss den Bus erwischen. Übrigens stört es mich nicht, wenn du nachts hier rumgeisterst. Aber du weißt, Papa will dich und Colin hier nicht haben. Schon gar nicht gleichzeitig. Sei deshalb vorsichtig.“
      „Wann kommen die beiden wieder?“ Seine Eltern waren vor ungefähr einer Woche verreist und klapperten den Süden Irlands ab, um Scotts Onkel und Tanten zu besuchen.
      Abigail hob ratlos die Hände. „Wer weiß. Sie haben sich vorgenommen, bei jedem von Mamas Geschwistern mindestens eine Woche zu bleiben. Ich erwarte sie vor Mitte Juni nicht zurück. Tut mir leid, Scott. Ich muss wirklich los. Kieran ist auf einem Schulausflug, also schließ bitte die Tür ab, wenn du gehst. Bye!“ Dann hörte Scott die Tür hinter seiner Schwester zufallen.
    • So, werte Frau @Skadi, dann wollen wir mal :sarcastic:

      Ich finds gut :D
      Man kann es schön flüssig lesen, ohne groß über sperrige Formulierungen zu stolpern oder seitenweise Details aufgetischt zu kriegen :D
      Ein paar mehr hier und da würden nicht schaden, aber da die Geschichte ja noch länger wird, muss man ja ned alles in die erste Seite ballern xD
      Man merkt schon schön die Richtung, in die das ganze läuft (stilmäßig), das finde ich gut :) Ich erwarte jetzt: Viele dumme Sprüche, absurde Vergleiche, seltsame Metaphern und so weiter :D
      Der Plot ist ja noch recht übersichtlich xD Aber das is nach dem ersten Post ja ganz normal :D

      Und der Vollständigkeit halber: Ein paar Fehlerchen und Wiederholungen sind drin, aber die findest du selbst, wenn du es irgendwann doch mal überarbeiten solltest :D
      Aber nichts, was die Lesbarkeit (oder Verständlichkeit) beeinträchtigt :)

      Paar Zitate

      Skadi schrieb:

      dass man nach Mitternacht keine Pizza in den Briefkasten einwerfen sollte, weil das den Igel verärgert, der unter der Ha´Penny Brücke wohnte.
      Öhm ... okay :rofl:
      Meinst du, eine Pizza kommt an, wenn man ne Briefmarke und ne Adresse draufpappt? :hmm:

      Skadi schrieb:

      „Was machst du überhaupt hier?“
      [...].
      „Schlafen“, grummelte Scott seine Antwort.
      sehr pragmatisch, die Antwort :D Gefällt mir :rofl:

      Skadi schrieb:

      Während sich Scott den Haargummi einfädelte und ihn bis zum Nacken schob,
      Aus irgendwelchen Gründen habe ich erst "Rachen" statt "Nacken" gelesen. Das war ein seltsames Bild, wie er sich den Haargummi in den Mund stopft :D

      Skadi schrieb:

      Anstelle davon trug sie schwarze Leggins, ein dunkelblaues Longshirt und diese extrem flachen Frauenschuhe, die im Grunde nicht mehr als die Zehen und die Ferse
      DIE Leggins? :grinstare:

      Skadi schrieb:

      „Wer weiß. Sie haben sich vorgenommen, bei jedem von Mamas Geschwistern mindestens eine Woche zu bleiben. Ich erwarte sie vor Mitte Juni nicht zurück.
      Moment, wir haben April ... das heisst ... 0o
      Alter.
      Scotts Großeltern hatten wohl nicht viele Hobbys :D


      Tja, Scott ... sich eine Banshee als Mitnewohnerin zu nehmen und sich dann über ihr Geheule zu beschweren ist ein bisschen wie sich einen Schoko-Banane-Eisbecher zu bestellen und sich dann über das Schokoladeneis zu beschweren (So geschehen Sonntag bei der Freundin meines Bruders :rofl: )
      Vielleicht hat er noch einen Troll als besten Kumpel und wundert sich dann, dass der ned unter seiner Brücke rauskommt :D (Wobei, da wohnt ja schon der Igel)
      Naja :D

      So, ich bin gespannt wie es weitergeht und hoffe, dass ich dranbleiben kann :/

      LG Chaos
      "Fürchte nicht die Finsternis. Akzeptiere sie und sei, was in ihr auf deine Feinde lauert. Angst ist eine Waffe, Halvar. Nutze sie zu deinem Vorteil."


    • Hei @Skadi

      Also ich find es klasse! :rofl:
      Ein grummliger Wolfsmensch, der vor seiner heulenden Mitbewohnerin flieht und dann von seiner kleinen Schwester geweckt wird xD Spitze!

      Chaos Rising schrieb:

      Tja, Scott ... sich eine Banshee als Mitnewohnerin zu nehmen und sich dann über ihr Geheule zu beschweren ist ein bisschen wie sich einen Schoko-Banane-Eisbecher zu bestellen und sich dann über das Schokoladeneis zu beschweren
      Haha, da gebe ich Chaos total Recht, was hat der Typ sich denn dabei nur gedacht? :stick:

      Man liest deine Geschichte flüssig, sie ist witzig und unterhaltsam und hat durchaus interessante Charaktere. Scott ist mir auf Anhieb total sypathisch, auch wenn er ziemlich angepisst ist.
      Naja, das Leben als moderner Werwolf oder eben halb Wolf ist halt kein Zuckerschlecken. Am besten hat mir dein Vergleich von der achso empathischen kleinen Schwester gefallen, die ein paar Generationen früher, wahrscheinlich gestorben wäre, weil sie alles und jeden retten will, selbst ihr Essen xD :dwarf: Diese Stelle war wirklich klasse!
      Ansonsten hat Chaos eigentlich alles gesagt, was mir auf der Zunge lag :D

      Liebe Grüsse
      Fly
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Hallo @Skadi,

      finde ich gut das du mit einer neuen Geschichte durchstartest und dann auch noch mit den besonderen Labels.



      Feedback^^



      Skadi schrieb:

      „Mann, Scott. Jetzt steh endlich auf. Musst du nicht auf Arbeit? Scott!“
      Erinnert mich an einen Montagmorgen eines Schülers^^

      Skadi schrieb:

      Seine Augenlider fühlten sich an, als hätte ihm jemand im Schlaf heimlich Bleigewichte hinein implantiert.
      Wie das Gefühlt wohl sein muss :hmm:

      Skadi schrieb:

      „Wenn du wieder einschläfst, kneif ich dich!“
      Bei so einer Androhung würde ich ja sofort aufstehen xd :D



      Skadi schrieb:

      „Schlafen“, grummelte Scott seine Antwort. Abigail legte den Kopf schief.
      Weitreichende Antwort, finde ich gut sowie @Chaos Rising.^^


      Scott wirkt sehr sympathisch auf mich, denn er klingt für mich nach einen "sehr motivierten" hüstel Mann, dem es super mit seiner Mitbewohnerin geht.

      Zum Text: Ich konnte den Text in einen Rutsch lesen ohne wegen Kommafehlern, oder Rechtschreibfehlern hängen zu bleiben, da ich keine gefunden habe. Keine zu langen Sätze sondern eine recht gute Mischung finde ich. :thumbsup:

      Das Label "Humor" ist auf jeden Fall gerechtfertigt, da ich mehrere Male lachen, oder schmunzeln musste, während ich es gelesen habe.

      97dragonfly schrieb:

      Ansonsten hat Chaos eigentlich alles gesagt, was mir auf der Zunge lag
      Geht mir auch so^^

      Weiter so :thumbsup:

      LG; Liki



      Gedichte von mir: Geburtstagsgedicht , Erfolgreicher Sommertag, Das unglaubliche Mädchen :)

      Man muss seine Ideen verwirklichen, ansonsten wuchert Unkraut darüber. ~ Jean Paul

    • Danke für das extrem schnelle Feedback @Chaos Rising @97dragonfly @Kleiner Liki ^^ Freut mich, dass euch der erste Teil soweit gefallen hat.

      Chaos Rising schrieb:

      Ich erwarte jetzt: Viele dumme Sprüche, absurde Vergleiche, seltsame Metaphern und so weiter
      Das ist zumindest der Plan :rofl: Das heißt, solange ihr darunter dasselbe versteht, wie ich.


      Chaos Rising schrieb:

      DIE Leggins?
      :grinstare: Vielleicht. Wenn du es dir so vorstellen möchtest.



      97dragonfly schrieb:

      Also ich find es klasse!

      Kleiner Liki schrieb:

      Das Label "Humor" ist auf jeden Fall gerechtfertigt, da ich mehrere Male lachen, oder schmunzeln musste, während ich es gelesen habe.
      Das freut mich sehr :D Dann kann ich mit meinem Humor ja nicht arg weit daneben geschlagen haben :rofl: Ich gebe mir Mühe, dass das auch so bleibt ^^
    • rofl

      Skadi schrieb:

      dass man nach Mitternacht keine Pizza in den Briefkasten einwerfen sollte, weil das den Igel verärgert, der unter der Ha´Penny Brücke wohnte.

      Skadi schrieb:

      Genetik war unheimlich

      Skadi schrieb:

      „Wer weiß. Sie haben sich vorgenommen, bei jedem von Mamas Geschwistern mindestens eine Woche zu bleiben. Ich erwarte sie vor Mitte Juni nicht zurück.


      Soooooo :D
      Ich finde es total cool, dass du dich auch mal ans Schreiben wagst :D
      Hat ja nur ein paar Jahre in einem Schreibforum gedauert hihi :D
      Ich mag deinen Stil sehr gern ^^ Kenne den ja schon von deinen Highlander-Rezensionen und RPGs ^^
      Deswegen freue ich mich, dass du doch mal damit angefangen hast ^^

      Scott und Colin sind also die schwarzen Schafe der Familie :hmm:
      Ich hab leider vergessen, wie viele Geschwister Scott hatte, ich weiß nur, dass es viele waren ^^
      Ich hab keinen blassen Schimmer, wohin das Ganze laufen soll (wie auch nach dem ersten Teil) deshalb lasse ich mich einfach mal überraschen, wie es weiter geht :D
      Hat die Blume einen Knick,
      war der Schmetterling zu dick.




    • Huhu @Miriiii :D

      Miri schrieb:

      Hat ja nur ein paar Jahre in einem Schreibforum gedauert hihi
      Ja nicht? Und zusätzlich die 3 oder 4 Jahre, die ich davor noch in diesem anderen Kunst- und Schreibforum war :rofl: Ich bin richtig fix in sowas, was?

      Miri schrieb:

      Ich mag deinen Stil sehr gern
      Danke schön :>

      Miri schrieb:

      Ich hab leider vergessen, wie viele Geschwister Scott hatte, ich weiß nur, dass es viele waren
      Dann verpassen Sie nicht die nächste Folge von "Freakshow", in dem genau dieser Punkt zur Sprache kommt *Mini-Spoiler der gar keiner ist* :rofl:
    • Dienstag ist Update-Tag :>


      Scott verließ das Haus kurz nach seiner Schwester. Er überlegte, ob er einen Umweg in seine Wohnung machen sollte. Sich umziehen, duschen, den Bart stutzen und der ganze Kram. Allerdings fiel ihm schnell der Grund ein, aus dem er überhaupt auf einer fremden Couch übernachtete und beschloss, dass frische Klamotten überbewertet wurden. Und hey, schwarze Jeans, ein graues Shirt und Turnschuhe gingen immer, vor allem für die Arbeit. Also machte sich Scott direkt auf den Weg dorthin.
      Über all das dachte er nach, während er die Auffahrt seiner Eltern entlang marschierte. Da diese sich über ungefähr fünfhundert Meter erstreckte, konnte er sich mit dem Denken sehr viel Zeit lassen. Seine Eltern hatten sich damals, nach ihrer Hochzeit, bewusst für das abseitsstehende Haus am äußersten Rand der Stadt entschieden. Hauptausschlaggebend für ihren Einzug war wohl die Tatsache gewesen, dass es praktisch mitten in der Landschaft stand und auf diese Weise genug Platz zum Toben und Spielen für mehrere bewegungswütige, schwer kontrollierbare Welpen zur Verfügung stand. Außerdem lebte der nächste Nachbar weit genug entfernt, um sich nicht vom Lärmpegel einer siebenköpfigen Familie stören lassen zu müssen. Laute Musik, grölende Kinder, Zank und Streit, Wolfsgeheul – Der übliche Krach, den man bei einer Großfamilie erwarten musste. Oh, und sie hatten Ruhe vor den Menschen.
      Die wenigstens Menschen glaubten tatsächlich an die Existenz von dem, was sie als Monster, Geister oder einfach nur Fabelwesen bezeichneten. Sie liebten die Geschichten, erzählten ihren Kindern von der Zahnfee und dem Osterhasen oder hockten stundenlang vor der Glotze, um sich mehrere Folgen von The Walking Dead am Stück anzusehen. Trotzdem kam kaum einer von ihnen auf die Idee, dass der Typ, der ihnen an der Kinokasse das Ticket für den neusten Twilight-Film verkaufte, ein echter Vampir war oder wie sehr sich Geister von ihrer Darstellung in Ghostbusters auf die Füße getreten fühlten. Scott verhielt sich ja ganz sicher alles andere als politisch korrekt, aber selbst er hatte bei den Zwergen in Peter Jacksons Der Hobbit laut nach Luft schnappen müssen. Der Film schlug echt weit unter die Gürtellinie.
      Alles in allem fand Scott das ziemlich schwachsinnig. Nichtsdestotrotz hielt auch er es für besser, die Menschen ahnungslos zu lassen. Die Vergangenheit bewies das zur Genüge. Freaks und Menschen… das passte einfach nicht zusammen. Oft genug war ein Freak auf den Friede-Freude-Eierkuchen-Trip für eine harmonische Koexistenz gekommen und am Ende wurden überall in Europa Scheiterhaufen errichtet. Genau wie damals würden die Menschen heute völlig ausflippen. Besonders wenn sie realisierten, dass auf zehn von ihnen ein Freak kam. Sie waren schlichtweg umgeben von Freaks! Teilweise bewunderten sie sie sogar, ohne es zu ahnen. Zum Beispiel bestand so gut wie jedes erfolgreiche Frauenschwimmteam aus Nereiden. Dieser wahnsinnsschnelle Typ, der bei den letzten olympischen Spielen seine Konkurrenten im Sprint hat Staub fressen lassen? Der gehörte zu den Gepardenpolymorphen. All die ganzen aufgehenden Popsternchen, die aus dem Nichts auftauchten und deren Lieder wie eine Seuche um den Globus wanderten, waren wortwörtlich Sirenen. Abgesehen davon wusste jeder Freak, dass sich hinter mindestens drei US-amerikanischen Präsidenten formwandelnde Reptiloiden verbargen. Und wer ernsthaft denkt, Pompeji wäre wegen eines Vulkanausbruchs untergegangen, weiß offensichtlich nicht, wie anfällig Drachen gegen die Magen-Darm-Grippe sind.
      Man brauchte gar nicht so groß denken, um auf Freaks zu treffen. Das zeigte sich wunderbar, als Scott durch das Wohnviertel seiner Eltern spazierte. So wusste ihr unmittelbarer Nachbar, ein Lehrer der Mittelstufe und daher ein gescheiter Mann, mit einhundertprozentiger Sicherheit nicht, was um ihn herum passierte. Inzwischen wohnte er nun schon seit Jahrzehnten neben den Fitzpatricks. Jeder einzelne von ihnen konnte sich in einen drei bis vier Meter langen Wolf verwandeln. Allein das sollte ausreichen, um in heillose Panik zu verfallen, stattdessen traf er sich regelmäßig mit Scotts Eltern auf ein kleines Gartenfest. Der Mann hatte keinen blassen Schimmer. In den Meisenkästen in seinem Garten nisteten außerdem ohne sein Wissen Pixies. Und bei diesem lächerlich großen Hundehaufen vor seiner Tür, wegen dem er gerade einen überforderten Spaziergänger und dessen Corgi anschrie, handelte es sich in Wirklichkeit um die Rache eines jungen Wolfpolys für die schlechte Note auf die letzte Matheklausur.
      Scott trabte an der Szene vorbei, die beispielhaft für diese Stadt sprach. Er wohnte bloß in einer Kleinstadt aber Scott mochte sie. Hier zu leben war angenehm für einen Wolfpolymorphen wie ihn. Es gab viel Platz, um seinen Bewegungsdrang auszuleben, gleichzeitig konnte man die nächstgrößere Stadt schnell erreichen. Bis nach Dublin fuhr man mit dem Auto gerade einmal knappe dreißig Minuten, bei Sotts Fahrstil lediglich siebzehn. Nur mangelte es ihm an einem eigenen Auto. Denn tragischerweise verlangten die Behörden bei der Registrierung eines Fahrzeugs die Fahrerlaubnis des Fahrzeughalters. Die Scott nicht besaß. Bis vor ein paar Jahren durfte er sich noch bei Bedarf den Zweitwagen seines Vaters ausleihen. Dann waren er und sein Bruder Colin auf die clevere Idee gekommen, ihn zu verscherbeln und von dem Geld auf dem Schwarzmarkt Eintrittskarten für ein wichtiges Spiel der irischen Fußballnationalmannschaft zu kaufen. Das Donnerwetter danach fiel gewaltig aus, doch was wäre ein Mann ohne die Jugendsünden, die man mit Mitte Zwanzig so anstellt? Scott hatte jedenfalls daraus gelernt, beschränkte sich seitdem auf weniger offensichtliches Diebesgut und ließ die Finger vom Eigentum seiner Familie. Die Einsicht hatte ihm sein Vater unmissverständlich eingeprügelt.
      Letztendlich war es für Scott kein großes Problem, ohne Auto zurechtkommen zu müssen. In einer Kleinstadt erreichte man alles fußläufig. So gesehen kam ihm der Fußmarsch geradezu entgegen. Er bediente den Bewegungsdrang, den jeder Polymorph in seinem System trug. Aus diesem Grund befanden sich auch so viele von ihnen unter den Spitzensportlern. Je nach Tierart waren sie stärker, größer, schneller oder geschickter als der nullachtfünfzehn Durchschnittsmensch. Ihre Ausdauer war besser, ihre Muskeln bauten sich schneller auf, sie konnten weiter und höher springen oder unter Wasser atmen. Ihre menschliche Form profitierte von ihren tierischen Eigenarten. Deshalb waren Scotts Gehör und sein Geruchssinn übermenschlich gut ausgeprägt. Sein Freund und Mitbewohner Kolja hingegen hob, ohne mit der Wimper zu zucken und sich zu verwandeln, die vollgeladene Waschmaschine an, um dahinter staubzusaugen. In der Theorie hörte sich das alles gut an, allerdings drehten Polys schnell durch, wenn sie ihren Bewegungsdrang nicht ausleben konnten. Wie die Raubkatzen im Zoo, die in ihren viel zu kleinen Gehegen den ganzen Tag lang mit glasigem Blick Kreise zogen, mal einhundert gerechnet. Kein Polymorph-Teenager der Welt wurde jemals mit Hausarrest bestraft.
      Die Fitzpatricks galten in ihrer Nachbarschaft deswegen als sportliche Familie. Man sah sie regelmäßig joggen oder einer anderen Sportart nachgehen: Kieran spielte in der Basketballmannschaft seiner Schule mit und Abigail im Volleyballteam ihres Colleges. Gemeinsam mit Colin bolzte Scott in der Fußballmannschaft eines lokalen Sportvereins. Nach außen wirkte seine Mannschaft wie jede andere. Tatsächlich bestand sie aber vollständig aus Polymorphen und sie spielten mittlerweile ausschließlich gegen ihresgleichen. Früher waren sie regelmäßig mit und gegen Menschen angetreten, bloß konnten die ihnen nicht das Wasser reichen. Außerdem ging Scotts Mannschaft ihre Spiele mit einer unüblichen Portion Aggressivität und Gewalt an. Auf kurz oder lang wurde deshalb jeder von ihnen mindestens einmal gesperrt. Das Ganze ging so weit, dass sie irgendwann ein wichtiges Match der Regionalliga mit lediglich drei Spielern auf dem Platz und ohne Torwart antreten mussten. Zwar hatte Scotts Mannschaft am Ende gewonnen, danach beschlossen die Männer trotzdem einstimmig, dass es mit Menschen einfach keinen Spaß machte.
      In der Familie gab es nur eine Person, die keinen Sport trieb. Doch Niall, der älteste der Fitzpatricksprösslinge, bekam allein durch seine drei Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren genug Bewegung. Und da seine Frau schon wieder ein Kind erwartete, konnte sich Scott vorstellen, auf welche Art sich sein großer Bruder abreagierte.
      Gerade rechtzeitig zum Beginn seiner Schicht erreichte Scott sein Ziel. Er stieß die Tür auf und betrat den Pub des alten Hayes.
    • Ich hab nicht viel zu sagen, außer ...

      rofl die Zweite

      Skadi schrieb:

      Und da seine Frau schon wieder ein Kind erwartete, konnte sich Scott vorstellen, auf welche Art sich sein großer Bruder abreagierte.

      Skadi schrieb:

      Das Ganze ging so weit, dass sie irgendwann ein wichtiges Match der Regionalliga mit lediglich drei Spielern auf dem Platz und ohne Torwart antreten mussten. Zwar hatte Scotts Mannschaft am Ende gewonnen, danach beschlossen die Männer trotzdem einstimmig, dass es mit Menschen einfach keinen Spaß machte.
      Hat die Blume einen Knick,
      war der Schmetterling zu dick.




    • @Skadi
      Spoiler anzeigen

      Skadi schrieb:

      Zwergen in Peter Jacksons Der Hobbit laut nach Luft schnappen müssen. Der Film schlug echt weit unter die Gürtellinie.
      ok... :rofl: , da musste ich zum ersten mal lachen! xD

      Skadi schrieb:

      Zum Beispiel bestand so gut wie jedes erfolgreiche Frauenschwimmteam aus Nereiden. Dieser wahnsinnsschnelle Typ, der bei den letzten olympischen Spielen seine Konkurrenten im Sprint hat Staub fressen lassen? Der gehörte zu den Gepardenpolymorphen. All die ganzen aufgehenden Popsternchen, die aus dem Nichts auftauchten und deren Lieder wie eine Seuche um den Globus wanderten, waren wortwörtlich Sirenen.
      Die Idee ist zwar nicht neu aber trotzdem witzig :D

      Skadi schrieb:

      bgesehen davon wusste jeder Freak, dass sich hinter mindestens drei US-amerikanischen Präsidenten formwandelnde Reptiloiden verbargen. Und wer ernsthaft denkt, Pompeji wäre wegen eines Vulkanausbruchs untergegangen, weiß offensichtlich nicht, wie anfällig Drachen gegen die Magen-Darm-Grippe sind.
      Formwandeler :panik: und Pompejis Untergang war ein kranker Drache! xD haha so cool.
      Mir hat der Teil gefallen, er ist witzig zu lesen und auch flüssig geschrieben! Mich hast du als Leser gepackt. :golly:

      Liebe Grüsse
      Fly
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Yeah~ Scotti! :panik:
      Auch, wenn ich eigentlich völlig überlastet bin mit Geschichten, meinen Scotti kann ich einfach nicht ignorieren :love:
      Und obwohl man bisher noch nicht so viel gelesen hat, er ist so wunderbar panne wie ich ihn schon im RPG kennenlernen durfte. Ich mag ihn und seine schräge Familie :D Ich bin wirklich mal gespannt, wohin sich diese Geschichte entwickeln wird und in welchen Ärger er sich hineinmanövrieren wird. Auf jeden Fall kann man sich jetzt schon denken, dass, was auch immer passieren wird, meine Bauchmuskeln darunter leiden werden. Allein, weil es Scott ist! :)

      Nebenbei bemerkt finde ich, dass deine Sprache echt klasse zu seiner Gedankenwelt passt. Irgendwie "simple". Das ist nicht negativ gemeint, es spiegelt nur einfach wunderbar seinen Charakter wieder. Komplizierte Worte oder Wortstellungen oder gar Gedanken würden einfach nur nicht zu diesem Pragmatiker passen. :rofl: Und genau das sorgt dafür, dass man sich beim Lesen einfach zurücklehnen und sich berieseln lassen kann. Das gefällt mir sehr! Und ich erwarte jetzt eine Menge dummer Sprüche und blöder Vergleiche - Kaliber: Kranker Drache löscht Pompeji aus - , nur damit das klar ist XD

      Abgesehen davon: Du hattest mich schon bei der Erwähnung der Banshee mit der Scott zusammenwohnt. Ich mag diese Kreaturen ssehr gern und finde es schade, dass sie in so wenigen Geschichten vorkommen/erwähnt werden. Deshalb fetter Pluspunkt von meiner Seite :rofl: Als Wolf mit besonders empfindlichen Ohren musste er sich natürlich ausgerechnet eine Todesfee suchen. Da gebe ich seiner Schwester Recht: Selbst Schuld :D Wobei: Vielleicht auch kalte Berechnung? Um mal wieder Zuhause zu pennen? Aber wird Scott so weit denken? XD

      So dann schauen wir mal, wie es hier weitergeht. ^^

      LG, Kyelia


      Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
      - Toni Morrison -

    • Danke für eure Kommentare @Miri @97dragonfly uhh und @Kyelia :love:

      Es ist schon wieder Dienstag 8|


      Auf den Weg nach drinnen warf Scott einen kurzen Blick in den Briefkasten und fischte die eingeworfenen Briefe heraus. Seinem Chef gehörte das komplette Gebäude. Im Erdgeschoss befanden sich die Räumlichkeiten des Pubs und im Obergeschoss lag Hayes' Wohnung. Somit gab es nur einen einzigen Briefkasten, in dem sowohl geschäftliche Einwürfe, als auch Privatpost landete. Irgendwann hatte Hayes festgelegt, dass seine Leute die Post mit hineinbringen sollten. Wenn sie den Pub betraten, kämen sie ja schließlich sowieso an seinem Briefkasten vorbei und er habe keine Lust, wegen ein paar dummen Briefen auf die Straße zu traben. Dass seinen Angestellten dadurch eventuell auch einmal sehr private Sachen in die Hände fallen könnten, störte Hayes gar nicht. Wenn er Liebesbriefe bekäme, sagte er immer, dann würde er sie ihnen sowieso unter die Nase reiben.
      Heute steckte kein Liebesbrief in der Post. Nur Rechnungen, Werbeanzeigen, eine Mahnung und was sonst noch direkt ins Altpapier wanderte. Scott überflog die Absender flüchtig. Viel interessanter fand er den Empfänger, mit dem die Umschläge beschriftet wurden. Die meisten Verfasser der Briefe strauchelten mit Hayes' vollen Namen, weshalb mitunter sehr kreative und urkomische Kreationen zustande kamen. Manchmal war es ein bisschen beeindruckend, wie falsch man Pádraig Hayes schreiben konnte. An Hayes' Stelle hätte Scott seinen Namen schon längst in die moderne Version, Patrick, umschreiben lassen. Aber manche Iren waren einfach stolzer auf ihre Herkunft, als andere und wieder andere waren eben wie Hayes. Im Laufe der Jahre hatte die Belegschaft daraus ihr eigenes Spiel entwickelt und sammelte an einer Pinnwand hinter der Bar alle möglichen Schreibweisen, die ihnen für den Namen ihres Chefs unterkamen.
      „Ist was Neues dazwischen?“, hörte Scott plötzlich Hazels Stimme neben sich und sah zu ihr. Seine Kollegin trug ein schwerbeladenes Tablett voller Biergläser, glich das Gewicht gekonnt mit ihrer Hüfte aus und sah neugierig auf die Briefe in Scotts Händen.
      Er schüttelte den Kopf und antwortete „Sieht nicht so aus.“ Danach sah er Hazel einen Moment lang nach, während sie mit ihrem Tablett zu den Tischen ging und die Getränke verteilte.
      Der Pub sah von innen so aus, wie man sich eine Kneipe in einer irischen Kleinstadt kurz vor Dublin vorzustellen hatte: dunkel, verraucht, rustikal und ein kleines bisschen schäbig. Die Wände waren größtenteils mit Holz verkleidet und der Fußboden bestand aus dunklem Parkett. Je nach Uhrzeit bekam vor allem letzter hin und wieder einen Drink von einem betrunkenen Gast spendiert. Der Geruch von Bier und Whiskey hing in der Luft und wegen der kleinen Fenster wirkte der Pub auch tagsüber düster, als würden die Gäste Angst vor dem Sonnenlicht haben. Teilweise stimmte das sogar. Einer der Stammgäste war ein Vampir und verbrachte – wörtlich gesprochen – beinahe den ganzen Tag hier.
      Hazel fädelte sich geschickt zwischen den dicht beieinander gestellten Tischen und Stühlen hindurch und schaffte es, dabei kein einziges der alten Möbelstücke zu berühren. Die Zahl der Gäste war bisher noch überschaubar; richtig voll wurde es erst in den Abendstunden. Scott verband eine Hassliebe mit den Abendschichten. Viele Gäste bedeuteten Stress, aber ordentliches Trinkgeld. Andererseits konnte man die ruhigen Mittagsschichten gut nutzen, um in der Besenkammer ein Nickerchen zu halten. So gesehen wurde Scott fürs Schlafen bezahlt.
      Auf einem der Barhocker saß Hayes und ließ die Beine in der Luft schaukeln. In der Vorstellung der Menschen trug ein Leprechaun grüne Kleidung, einen Hut und hockte auf einem Topf voll Gold herum. Keiner von ihnen würde beim Anblick des zu kurz geratenen Mannes mit der glänzenden Halbglatze an einen irischen Kobold denken. Pádraig Hayes entsprach absolut nicht des menschlichen Klischees eines Leprechauns und eigentlich konnte er genauso gut dieser kleine Typ aus Game of Thrones sein, dessen Monologen Scott nie folgen konnte. Nur ohne das Mittelalterkostüm, dafür in ausgebeulten Jogginghosen und Feinrippunterhemd. Den Topf voll Gold hatte Hayes tatsächlich einmal besessen, ihn dann allerdings vermögenswirksam in den Pub investiert. Die Kundschaft und alle Angestellten des Tír na nÓg bestanden zu einhundert Prozent aus Freaks. Niemand musste sich verstecken oder die Aufmerksamkeit eines Menschen befürchten, denn diese hielten sich wiederum wegen der schrägen Klientel fern.
      Der Leprechaun war gerade in die Tageszeitung vertieft, daher legte Scott die Post neben die Kasse hinter dem Tresen. Er schnappte sich eine der schwarzen Vorbinder, die alle Kellner des Pubs trugen, und band sie sich um die Hüften. Genau wie Hazel kellnerte er, wobei sich seine Aufgaben außerdem noch auf die eines Rausschmeißers ausweiteten und manchmal auf die eines Drogenspürhundes. Hayes kratzte es nicht, was Scott in seiner Freizeit veranstaltete. Ihn interessierte weder das Fahren ohne Führerschein, noch, dass Scott nach einem Fußballspiel Bengalos in die Reihen der gegnerischen Fans warf. Die Anzeigen wegen Körperverletzungen gingen ihm am Arsch vorbei, genau wie die wegen Beamtenbeleidigung, Beschädigung fremden Eigentums, Beschädigung öffentlichen Eigentums, Erregung öffentlichen Ärgernisses, Urinieren in der Öffentlichkeit oder die Herbeiführung von Gefahr für Leib und Leben aufgrund vorsätzlicher Provokation eines schlafenden Braunbären durch permanentes Anschreien auf der Hauptstraße und damit zusammenhängender Behinderung des Straßenverkehrs. Solange sich Scott an Hayes' Regeln im Pub hielt, sollte er draußen machen was er wollte. Und Hayes' Regeln waren übersichtlich:
      Erstens: Keine Drogen. Dazu zählten neuerdings ebenso haushaltsübliche Mittel wie Katzenminze, nachdem ein Wildkatzenpolymorph während seines Trips ausgerastet war und am Ende mehrere der Barhocker ausgetauscht werden mussten. Zu diesem Zeitpunkt sah Scott zum ersten Mal mit eigenen Augen, wie gut dieser Trick mit dem Schwarzlicht tatsächlich funktionierte.
      Zweitens: Keine Verwandlungen im Pub. Nicht für Scott, erst Recht nicht für Kolja und schon gar nicht für beide gleichzeitig.
      Drittens: Schlägereien werden durch diplomatische und konstruktive Gewalt gelöst und im Idealfall nach draußen verlagert. Möbelstücke, die dabei zu Bruch gehen, werden vom Gehalt abgezogen. Einmal hatte Scott die Regel vergessen und die Spuren dieses Abends prangten wie eine Trophäe in der Wandvertäfelung neben dem Eingang. Fünf tiefe Kratzspuren hatte er im Holz hinterlassen, zusätzlich zu einer tiefen Delle, weil er den Kopf eines Gastes mehrmals auf ein und dieselbe Stelle geschlagen hatte.
      Viertens: Kein Sex in der Küche. Niemand konnte Scott sagen, weshalb es diese Regel überhaupt gab. Sie bestand schon lange vor seiner Zeit in diesem Job. Doch wenn Hayes seit nunmehr über acht Jahren an ihr festhielt, musste damals etwas echt Abgefahrenes passiert sein. Zudem Hayes es nicht müde wurde, seine Mitarbeiter an Regel Nummer Vier zu erinnern. Hauptsächlich tat er es dann, wenn ausgerechnet Scott und Hazel gemeinsam die Küche betreten wollten. Mit der Zeit hatte sich Hazel deshalb angewöhnt, ihm ironische Antworten zuzurufen. So was wie 'Nah, ich habe meine Tage!', 'Nah, Scott hat seine Tage!', ganz kreativ zum letzten Valentinstag: 'Heute nicht, im Supermarkt sind die Kondome ausverkauft.' oder wenn mal wieder einer der vielen Star Wars-Filme im Fernsehen lief: 'Aber wir haben nachtleuchtende Kondome, die sehen im Dunkeln aus wie Lichtschwerter!' Leider hielt das Hayes nicht wie erhofft davon ab, weiterhin quer durch den halben Pub zu brüllen. Scott hasste es.
      Davon abgesehen bestand zwischen ihm und seinem Chef wenig Konfliktpotential. Zumal Hayes keinen großen Wert auf Höflichkeiten legte. Scott musste nicht jeden einzelnen Gast mit 'Hallo, willkommen im Tír na nÓg! Was darf ich Ihnen bringen?' begrüßen. Stattdessen reichte es vollkommen aus, wenn Scott einem Gast „Oi Pal, Guinness?“ zurief und dieser dann zur Antwort die entsprechende Anzahl an Fingern hob.
      „Hallo Scott.“ Kolja trat durch die Küchentür. Wie immer musste er dabei seinen braunhaarigen Schopf einziehen, um ihn sich nicht am Türrahmen zu stoßen. Das lag weniger an der alten, verwinkelten Bauweise des Gebäudes; Scotts Freund war mit einer Körpergröße von über einen Meter und neunzig und den breiten Schultern schlichtweg ein verdammter Riese. Sogar Scott musste zu ihm aufsehen und er war ganz bestimmt das Gegenteil von klein. Neben Kolja fühlte sich jeder winzig.
      „Hey…“, erwiderte Scott die Begrüßung. „Wie geht’s Moira?“ Ob man die Wohnung wieder betreten konnte?
      „Sie ist traurig. Sehr traurig.“ Punkt. Fertig. Typisch Kolja. Er beschränkte seine Antworten auf das, was tatsächlich gefragt wurde und verschwendete keinen Atem für Rhetorik oder Zusatzinformationen, außer man fragte konkret danach. Wenn er redete, kam er direkt zum Punkt. Keine Umschweife, keine blumigen Umschreibungen. Definitiv gehörte Kolja nicht zu den Männern der großen Worte. An seiner Persönlichkeit lag das jedoch nur zum Teil. Englisch war nicht seine Muttersprache, sondern Russisch. Kolja lebte schon lange in Irland, verstand jedes Wort und sprach - auch wenn es dank seiner Ich-sage-nicht-mehr-als-nötig-Einstellung nicht immer den Eindruck machte – flüssiges Englisch. Gelegentlich brach sein russischer Akzent durch. Besonders wenn Kolja sich aufregte, stolperte seine Zunge über die Betonung der Silben – vermutete Scott. Genau genommen hatte er seinen Freund in all den Jahren kein einziges Mal aufgebracht oder nervös erlebt. Kolja war der entspannteste Braunbärenpolymorph, den Scott kannte. Na ja. Und der einzige.
      Ihm fehlte, zusammengefasst, einfach nur die Selbstverständlichkeit der Sprache, um gedankenlos drauf los zu brabbeln, wie Scott es tat.
      Scott gab ein genervtes Geräusch von sich. „Ich habe gehofft, heute Nacht wieder in meinem eigenen Bett schlafen zu können. Mit der alten Heulboje im Nebenzimmer kann ich das vergessen. Mir klingeln schon die Ohren, wenn ich nur an Moiras Rumgejammer denke.“
      „Wo hast du letzte Nacht geschlafen?“, wollte Kolja wissen, während er verschiedene Knabbereien unter dem Tresen hervorholte. Chips, Erdnussflips, Salzstangen… der übliche Kram, den man nebenbei futtern konnte und der dabei ordentlich Durst machte. Auf den Tischen und an der Bar standen Schalen voll mit solchen Snacks. Sie gingen aufs Haus, die Getränke zum Runterspülen selbstverständlich nicht. Hayes wusste, wie er sein Geschäft führen musste.
      „Bei meinen Eltern.“
      „Das haben sie dir erlaubt?“ Überrascht hob Kolja die Augenbrauen. „Ich dachte, sie wollen dich nicht mehr in ihrem Haus haben.“
      Der exakte Wortlaut seines Vaters war eher folgender gewesen: 'Scott, ich bin dein Vater und ob ich will oder nicht, bin ich verpflichtet dich zu lieben. Aber du bist zwanzig Jahre alt, also mach' verdammt nochmal, dass du aus meinem Haus kommst. Sonst zerre ich dich höchstpersönlich an den Eiern hier raus und ertränke dich wie beschissene Katzenbabys im nächsten See.' Wenige Tage später hatte Scott seine Wohngemeinschaft mit Moira gegründet.
      „Die sind nicht da. Und Abby wird mich nicht verpfeifen.“ Plötzlich gab Scott ein tiefes Knurren von sich. Dieses Mal kam es nicht aus seiner Kehle. Sein Magen erinnerte ihn lautstark daran, heute noch rein gar nichts bekommen zu haben. Er hatte ohne Frühstück das Haus verlassen und darauf spekuliert, Kolja würde etwas für ihn haben. Wozu war man mit dem Koch eines Pubs befreundet? Demonstrativ presste Scott beide Hände gegen den Bauch, als dieser erneut unüberhörbare Geräusche von sich gab. „Du hast nicht zufällig was zu Essen für mich, oder?“
      „Ich habe Brot.“
      „Nur Brot?“
      „Ja.“
      Scott blinzelte enttäuscht.
      „Und Erbsennüsse“, ergänzte Kolja sich selbst und öffnete eine Dose gesalzene Erdnüsse. Scott hatte damals Monate gebraucht, um zu kapieren, was Kolja mit Erbsennüssen meinte. Mindestens genau so viel Zeit war vergangen, ehe ihm außerdem noch klar wurde, wie sein Freund auf dieses Wort kam. Erdnüsse. Peanuts. Pea. Nuts. Sowas konnte echt nur jemand wie Kolja witzig finden.
      Die Auswahl war enttäuschend. „Her mit den Erbsennüssen“, entschied sich Scott schlussendlich und ließ sich von dem schmunzelnden Kolja die Dose reichen.
      „Ich bezahle euch zwei Genies nicht dafür, dass ihr mir die Vorräte auffresst. Wie wäre es, wenn ihr anfangt was für euer Geld zu tun, bevor ich an eure Erbsennüsse Kopfnüsse verteile!“ Hayes legte die Zeitung beiseite. Er rutschte von seinem Barhocker herab und mit einmal mussten sich die beiden Männer vorlehnen, um ihren Chef hinter dem Tresen sehen zu können. „Ich hab' 'nen Termin. Schmeißt den Laden heute ohne mich.“ Der Leprechaun stapfte zur Tür. Bevor er durch sie hindurch nach draußen verschwand, drehte er sich noch einmal um und fixierte Scott mit einem mahnenden Blick. „Und denk dran…“, warnte er, „keinen Sex in der Küche!“ Als er dann die Eingangstür aufstieß, hörte man Hazel aus der anderen Ecke des Pubs rufen:
      „Wir können eh nicht, wenn du uns nicht zuguckst!“
    • Hei @Skadi
      Spoiler anzeigen


      Ich mag deinen Schreibstil! Deine Freakshow ist ein kleines Juwel! Wirklich, ich liiiiiebe sie! :love:

      Skadi schrieb:

      Erstens: Keine Drogen. Dazu zählten neuerdings ebenso haushaltsübliche Mittel wie Katzenminze, nachdem ein Wildkatzenpolymorph während seines Trips ausgerastet war und am Ende mehrere der Barhocker ausgetauscht werden mussten.
      Katzenminze! Jaja, das Zeug kann echt gefährlich werden... :rofl:

      Skadi schrieb:

      Zweitens: Keine Verwandlungen im Pub. Nicht für Scott, erst Recht nicht für Kolja und schon gar nicht für beide gleichzeitig.
      Diese vier Regeln, sind einfach zum schreien gut, du hast wirklich Talent mich zum grinsen zu bringen. Sitze hier am Esstisch und mein Gegenüber so *Fly warum grinst du so?*
      Und ich nur, weil ich was geniaaaales lese. :evil:

      Skadi schrieb:

      Viertens: Kein Sex in der Küche. Diese Regel bestand schon lange vor Scotts Zeit in diesem Job.
      Aha, Scottie hat also viiiiele Bekanntschaften ... :rolleyes: Ist halt ein Wölfchen, nichts anderes zu erwarten. :whistling:

      Skadi schrieb:

      'Scott, ich bin dein Vater und ob ich will oder nicht, bin ich verpflichtet dich zu lieben. Aber du bist zwanzig Jahre alt, also mach' verdammt nochmal, dass du aus meinem Haus kommst. Sonst zerre ich dich höchstpersönlich an den Eiern hier raus und ertränke dich wie beschissene Katzenbabys im nächsten See.'
      Katzenbabys! 8o
      Super Vergleich. Die Ansprache hat gesessen. :thumbsup:

      Skadi schrieb:

      Pádraig Hayes
      Die Idee mit dem Namen des Kobols, mein absolut liebster Teil! Ich würde wirklich gerne ein paar dieser interessanten Schreibweisen sehen! :golly:

      Liebe Grüsse
      Fly
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Danke @97dragonfly ^^

      97dragonfly schrieb:

      Aha, Scottie hat alos viiiiele Bekanntschaften ... Ist halt ein Wölfchen, nichts anderes zu erwarten.
      Okay, das habe ich wohl missverständlich geschrieben :hmm: Gemeint war eigentlich, dass Hayes diese Regel bereits aufgestellt hatte, bevor Scott angefangen hat dort zu arbeiten ^^ Sie geht also nicht auf seine Kappe. Ich dachte, die nachfolgenden Sätze machen das deutlich.
      Ich schreib es mal eben ein bisschen eindeutiger um.
    • @Skadi

      Nein, das hast du schon verständlich geschrieben, hast ja gesagt, dass die Regel nach ihm aufgestellt wurde, daher habe ich gedeutet, dass Scottie auch einige Bekanntschaften hat. Aber wenn er gerne Nickerchen in der Besenkammer macht ist dafür ja keine Zeit. :rofl:
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Skadi schrieb:

      Nur Rechnungen, Werbeanzeigen, eine Mahnung und was sonst noch direkt ins Altpapier wanderte.
      Hihi

      Skadi schrieb:

      Erstens: Keine Drogen. Dazu zählten neuerdings ebenso haushaltsübliche Mittel wie Katzenminze
      XD Das ist so schräg

      Ich mag deine Teile.
      Einfach locker, flockig aus dem Leben geschrieben.
      Man muss nicht groß aufpassen, falls irgendein foreshadowing verpasst hat (zumindest empfinde ich es so, wer weiß, was noch kommt XD)
      Hat die Blume einen Knick,
      war der Schmetterling zu dick.




    • Skadi schrieb:

      Die Anzeigen wegen Körperverletzungen gingen ihm am Arsch vorbei, genau wie die wegen Beamtenbeleidigung, Beschädigung fremden Eigentums, Beschädigung öffentlichen Eigentums, Erregung öffentlichen Ärgernisses, Urinieren in der Öffentlichkeit oder die Herbeiführung von Gefahr für Leib und Leben aufgrund vorsätzlicher Provokation eines schlafenden Braunbären durch permanentes Anschreien auf der Hauptstraße und damit zusammenhängender Behinderung des Straßenverkehrs
      :rofl: Zählt das noch unter Kleinkriminalität? Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass der von der Polizei schon mit Vornamen angesprochen wird. Strafakte länger als Game of Thrones.

      Skadi schrieb:

      Scott hatte damals Monate gebraucht, um zu kapieren, was Kolja mit Erbsennüssen meinte. Mindestens genau so viel Zeit war vergangen, ehe ihm außerdem noch klar wurde, wie sein Freund auf dieses Wort kam. Erdnüsse. Peanuts. Pea. Nuts. Sowas konnte echt nur jemand wie Kolja witzig finden.
      Die Auswahl war enttäuschend. „Her
      Nein nein. Kolja ist nicht der Einzige, der das lustig findet. Das ist schon hart. :D Auch, wenn ich etwas gebraucht habe xD Was es nicht besser macht.

      Skadi schrieb:

      Er rutschte von seinem Barhocker herab und mit einmal mussten sich die beiden Männer vorlehnen, um ihren Chef hinter dem Tresen sehen zu können.
      Diese Vorstellung xD
      Aber schön, wie der Kleine Mann diese beiden Riesen, von dem mindestens einer noch dazu eine große Klappe hat, im Zaun hält xD

      Skadi schrieb:

      „Und denk dran…“, warnte er, „keinen Sex in der Küche!“ Als er dann die Eingangstür aufstieß, hörte man Hazel aus der anderen Ecke des Pubs rufen:
      „Wir können eh nicht, wenn du uns nicht zuguckst!“
      irgendwie habe ich darauf gewartet und fand es super xD


      Was ein Haufen wahnsinniger ... Freaks. Der Titel passt auf mehreren Ebenen. Sowas mag ich ^^
      Ein klasse Teil, der weiteren Einblick in Scotts Leben gibt. Irgendwie glaube ich, dass etwas gaaaaanz furchtbar schief gehen wird. Der Pubbesitzer kann wohl froh sein, wenn er nach seinem Termin noch einen Pub hat xD
      Weiterhin sehr locker und humorvoll :)

      LG, Kyelia


      Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
      - Toni Morrison -

    • Danke @Miri @Kyelia :D

      Kyelia schrieb:

      Aber schön, wie der Kleine Mann diese beiden Riesen, von dem mindestens einer noch dazu eine große Klappe hat, im Zaun hält xD
      Es kommt halt nicht immer auf die Größe an, hihihi!

      Miri schrieb:

      Einfach locker, flockig aus dem Leben geschrieben.
      Man muss nicht groß aufpassen, falls irgendein foreshadowing verpasst hat (zumindest empfinde ich es so, wer weiß, was noch kommt XD)

      Kyelia schrieb:

      Ein klasse Teil, der weiteren Einblick in Scotts Leben gibt. Irgendwie glaube ich, dass etwas gaaaaanz furchtbar schief gehen wird. Der Pubbesitzer kann wohl froh sein, wenn er nach seinem Termin noch einen Pub hat xD
      Gerade bin ich noch dabei, euch Scott und sein Umfeld vorzustellen. Es wird deshalb noch ein paar Teile dauern, bis die Rahmenhandlung so richtig los geht ^^° Ich poste im Schnitt 2 bis 3 seiten, deswegen...tut mir Leid, wenn es noch etwas dauert xD Aber wir tasten uns heran!
    • „Was ist sein verdammtes Problem?“, knurrte Scott zwischen gefletschten Zähnen hindurch, als Hayes gegangen war. „Wenn er seine dummen Sprüche nicht mal stecken lässt, bringe ich ihn dazu! Der will mich provozieren!“
      „Der will, dass du keinen Sex in der Küche hast.“ Kolja füllte den Knabberkram in verschiedene Schalen, die er später auf den Tischen verteilen würde. Sie vibrierten klirrend in dem Moment, in dem Scott wütend die Dose Erdnüsse auf den Tresen knallte. „Ich weiß, Mann! Und es nervt mich! Als ob ich das tatsächlich tun würde.“
      „Mit Hazel schlafen?“, fragte Kolja ruhig und konzentrierte sich weiter darauf, jede Schale mit der gleichen Menge Chips zu versehen.
      „Häh?“
      Jetzt schaute der Koch auf. „Nervt es dich, dass jemand denken könnte, du würdest mit Hazel schlafen? Oder nervt dich in Wirklichkeit, dass du das eben nicht tust?“ Scott sah seinen Freund verständnislos an. Und wiederholte sich dann. „Häh?“
      Die Chipstüte war leer, also knüllte Kolja sie zusammen und warf sie achtlos auf den Tresen. Irgendjemand würde den Müll später schon wegräumen. Als nächstes kamen die Salzstangen dran. Während er mit der Verpackung kämpfte, musterte Kolja Scotts Gesichtsausdruck und kam zu folgender Erkenntnis: „Du merkst das gar nicht.“
      „Was merke ich nicht? Sprich Klartext, Bär!“
      „Du magst sie. Du beobachtest sie.“
      „Das tue ich nicht!“, bellte Scott ihm ohne zu zögern ins Gesicht und versetzte dem armen, schuldlosen Tresen einen harten Schlag mit der flachen Hand. „Wann habe ich sie bitte beobachtet?“
      Kolja legte den Kopf schief. „Vor zehn Minuten. Zwei Mal. Vorhin, nachdem du reingekommen bist und kurz darauf nochmal. Du beobachtest Hazel ständig, seit sie vor eineinhalb Jahren bei uns angefangen hat.“
      Scott war sprachlos. Und ehrlich gesagt auch irritiert. Wieso beobachtete Kolja ihn so genau, um zu bemerken, wie Scott wiederum Hazel beobachtete?? „Und du schnüffelst an ihr. Es ist okay. Manchmal nur etwas gruselig.“ „Das ist nicht gruselig!“, platzte es aus Scott heraus. Aufgebracht schleuderte er die Hände nach oben, als müsse er aus der Luft schnappen, wogegen er zuerst protestieren sollte. „Ich bin ein Wolf, okay?! Wölfe riechen nun mal an Dingen! Wir orientieren uns über unseren Geruchssinn, verdammte Scheiße nochmal. Und Hazel riecht gut. Entschuldige, dass das so ist!“
      An derartige Ausbrüche war Kolja gewöhnt. „Und du knurrst. Nicht ihretwegen. Sondern wenn sich ihr andere Männer nähern“, sagte er und zählte unbeeindruckt ab, ob er noch mehr Salzstangen brauchte. Am liebsten hätte Scott gekläfft, dass das man das Zeug aß und kein verficktes Mikado damit spielte.
      „Weil-...“
      „Und dann gab es da diesen Elfen, den du quer über den vollgestellten Tresen gezerrt hast,…“
      „Das war-…“
      „weil du mit anhören musstest, wie er sie anmachen wollte.“
      „Du meinst wohl eher, er-…“
      „Danach hast du ihn mit einem Arschtritt vor die Tür gesetzt…“
      „Eigentlich habe ich-…“
      „und von ihm Trinkgeld kassiert.“
      Okay, okay! Kolja lag ja richtig und Scott hatte tatsächlich viel für Hazel übrig. Immerhin stand er auf braunes Haar und ihre Locken fand er niedlich. Um nichts in der Welt würde er es Kolja gegenüber jedoch zugeben, jedenfalls nicht in diesem Augenblick. Und außerdem änderte das nichts daran, dass… dass… Worüber ärgerte Scott sich ursprünglich gleich nochmal so sehr?
      „Ihr umkreist euch gegenseitig. Ist unterhaltsam, wenn man gerade nichts zu tun hat“, fügte Kolja beiläufig hinzu.
      „Häh, was?“ Auf der Suche nach dem Auslöser für ihr Gespräch war Scotts Aufmerksamkeit kurzzeitig abhandengekommen. Jetzt meldete sie sich schlagartig zurück. „Wie, gegenseitig? Du machst wohl Witze. Hazel hält mich für bescheuert, das hat sie ziemlich deutlich gemacht. Muss ich dich etwa an diese Sache mit den Büchern erinnern?“ Natürlich musste er das nicht, denn Kolja war damals Zeuge davon geworden, wie sich Scott eine herbe Abfuhr von Hazel abholen musste. Das hinderte Scott allerdings nicht daran, alles bis ins Detail zu rekapitulieren. „Ich wollte ihr nur ein Kompliment machen. Also habe ich gefragt, ob ihre Eltern sie wegen ihrer haselnussbraunen Augen und ihrer Haarfarbe Hazel genannt haben. Und was antwortet die mir?“ An dieser Stelle legte Scott eine theatralische Pause ein. Das tat er immer, wenn er diese Geschichte erzählte. „Sie antwortet, Sie würde mich ja fragen, ob ich zu oft Watership Down gelesen hätte. Aber dafür müsste sie annehmen, ich könnte etwas mit Büchern anfangen. Als wäre ich zu dumm zum Lesen. So ein Bullshit! Und was soll das eigentlich sein, Watership Down, heh?“
      Geduldig hörte Kolja Scott zu, wie er sich Luft machte. Ihm war klar, dass sein Freund seine Frage rhetorisch meinte. Dennoch antwortete er darauf: „Wir haben die Verfilmung gesehen. Der Zeichentrickfilm mit den Kaninchen, bei dem Moira weinen musste.“
      „Moira muss doch bei fast jedem Film weinen! Sie hat beim neuen Jumanji damit angefangen und das ist, verdammt nochmal, eine Komödie. Ist ja egal. Weißt du, was sowieso die Härte ist?“ Keine Reaktion von Kolja. „Hazel hat mir eiskalt ins Gesicht gelogen, ihre Eltern seien tot. Obwohl das gar nicht stimmt! Was soll der Scheiß?“ In seiner Aufregung merkte Scott nicht, dass Kolja die Erdnüsse nahm und sie zu den Salzstangen und Chips kippte. Scott sah ihn dabei an, er sprach zu ihm. Sein Gehirn registrierte trotzdem nicht, was Kolja da mit seinem Frühstück tat. Die Emotionen lasteten Scotts Verstand aus, wie Google Chrome die CPU seines Laptops. „Und sie ist rechthaberisch. Eine richtige Klugscheißerin und Besserwisserin. Immer weiß sie alles und zickt rum, wenn man ihr was erklärt.“
      „Du erklärst ihr ja auch immer Sachen, die jeder Freak weiß“, warf Kolja ein und begutachtete die Schalen mit dem Knabberkram, als müssten sie erst durch den kulinarischen TÜV, ehe man sie den Gästen vorsetzten konnte. Scheinbar war er zufrieden mit seiner Kreation. Zum ersten Mal seit zwei Minuten richtete er seinen Blick wieder auf Scott. Genau in der Sekunde, in der der Wolf erwiderte: „Jeder Freak vielleicht, aber kein Mensch.“
      „Hexen sind keine Menschen, Scott. Das weißt du.“
      Da prustete Scott abschätzig und verschränkte die Arme vor der Brust. „Technisch gesehen sind sie das. Der einzige Unterschied zwischen einem Menschen und einer Hexe ist, dass Hexen sich mit Kräutern auskennen und müffelnde Tränke brauen können.“
      „Und vergiss nicht, dass wir auf Besen reiten, die Ernte vernichten und deinen Samen eintrocknen lassen, wenn du uns auf den Keks gehst.“ Scott zuckte zusammen und dreht sich um, als Hazel plötzlich hinter ihm stand. „Oh. Hören können wir übrigens auch. Nicht so gut wie ein Wolf…“, gab sie zu, „aber wir sind nicht taub.“
      Mit einmal fühlte sich Scott extrem unwohl in seiner Haut. Was er in den letzten Minuten mit Kolja besprochen hatte, war überhaupt nicht für Hazels Ohren bestimmt gewesen. Gar nichts davon! Scotts Fluchtinstinkte schlugen zu. Bloß konnte er nirgends hin. Hinter ihm stand der Tresen und vor ihm versperrte Hazel den Fluchtweg. Dass Kolja auf der anderen Seite vor sich hin kicherte, weil Scott buchstäblich wie ein Tier in der Falle saß, machte die Situation echt nicht besser. „Hey…Hazel“, versuchte er die Wogen zu glätten. „Stehst du schon lange dort? Wieso schleichst du dich denn so heimlich von hinten an, Süße?“ Vom Thema abzulenken erschien ihm wie ein guter Plan, dazu ein paar Komplimente und ein charmantes Lächeln. Hauptsache, Hazel sah ihn nicht mehr so genervt an. Leider wurde aus dem Lächeln mehr ein schiefes Grinsen und Hazel hatte noch nie zu den Frauen gehört, die sich von Kosenamen und netten Worten beeindrucken ließen. Ihr strenger Blick verschwand nicht. „Keine Sorge. Ich habe nicht mitangehört, dass du schon wieder auf der Story über meine Eltern herumgeritten bist“, antwortete sie und Scott war erleichtert. „Ah, sehr gut.“ Warum auch immer Hazel in dem Moment die Augenbraue hochzog, Kolja brach bei ihrer Reaktion endgültig in Gelächter aus. Irritiert wechselte Scotts Blick zwischen den beiden hin und her. Was hatte er verpasst?
      Hazel winkte ab und ließ die Männer stehen. Die Gäste sahen bereits zu ihnen rüber. „Jetzt krieg dich wieder ein, Mann!“, fuhr Scott Kolja an, obwohl dieser sich ernsthaft Mühe gab, sich zu beruhigen. „Hast du da drin kein Essen vorzubereiten oder so?“ Sein energisch ausgestreckter Finger deutete auf die Küche. Dabei merkte er endlich, dass er gar nichts mehr in den Händen hielt. „…Und wo sind eigentlich meine Erdnüsse abgeblieben?“
    • Skadi schrieb:

      „Und du schnüffelst an ihr. Es ist okay. Manchmal nur etwas gruselig.“ „Das ist nicht gruselig!“, platzte es aus Scott heraus.
      Haha armer Scott! Kolja finde ich absolut klasse!
      Der Kerl ist ja genial! Quatscht und quatscht und der arme Scott weiss nicht wo unten und oben ist. :rofl:
      Der Part war wirklich witzig zu lesen und ich mag deinen kleinen Freakshow sehr!

      Liebe Grüsse
      Fly
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

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