Freakshow

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      Skadi schrieb:

      Hexe meinte zu beobachten, dass ihm das meistens dann passierte, sobald er sie direkt ansah.
      hihi, warum nur? :saint:

      Skadi schrieb:

      Erschrocken wirbelten Scott und Hazel herum, denn dieser Kommentar stammte von einen der beiden.
      keinem

      Skadi schrieb:

      Und deine Freundin hier hat große Klappe.
      eine
      Obwohl ich Sulley zutrauen würde, dass er einfach zu dumm zum richtig reden ist XD

      Skadi schrieb:

      „Nein, lass sie!“, hörte Hazel Donnelly rufen. Der Omega sprang vor, wurde jedoch von Klotzkopf zurück- und zu Boden gestoßen.
      Awwww. Ich mag Donelly! Schade, dass er so hoffnungslos unterlegen ist. Eigentlich hätte er auch noch seinen großen Auftritt verdient ...
      Obwohl ich mich frage, was ihn später erwartet. Immerhin hat er sich als Omega gegen den Beta gestellt. Obwohl Sulley so eine hohle Pfeife ist, dass ich nicht verstehe, warum O'Rourke ausgerechnet ihn zum Beta hat werden lassen ... -.-
      Der stiftet nichts als Chaos mit seiner übereifrigen und aggressiven Art.

      Skadi schrieb:

      Entsetzt keuchend schlug sich Hazel beide Hände vor den Mund.
      Oft genug hatte sie ihn heimlich aus der Ferne angehimmelt und kannte deshalb jeden Zentimeter seines Gesichts. Jetzt warfen vorher nie dagewesene, übermäßig ausgeprägte Schädelkonturen düstere Schatten auf die geliebten Züge. Am schlimmsten trafen Hazel Scotts Augen.
      Oh nein!!! Das wäre es ja noch, wenn Hazel sich dadurch vor Scott fürchtet! Nicht nur, dass O'Rourke das Date versaut hat (was sie ENDLICH mal hinbekommen haben), das wäre einfach noch viel schlimmer ...

      Skadi schrieb:

      Täuschte sich Hazel, oder erschienen sie tatsächlich mächtiger zu sonst?
      als
      Ich hab ein ziemlich genaues Bild der Verwandlung und den Wölfen an sich vor Augen.
      So cool! :thumbsup:

      Skadi schrieb:

      „Sicher?“ Demonstrativ hob Hazel ihren Arm und entblößte die blauen Flecken, welche Sulleys Finger darauf hinterlassen hatten. „Dein Betawolf ist vorher handgreiflich geworden. Verrate mir: wie willst du deinen Angriff vor der ganzen Fitzpatrick-Familie rechtfertigen?“
      Ich mag Hazel. Was sie körperlich unterlegen ist, macht sie durch Klugheit wieder wett :D
      Scazel würde sich einfach mächtig gut ergänzen, also hoffe ich, dass die Beiden demnächst ENDLICH dazu kommen eine Nummer zu schieben und sich danach ihre ewigwährende Liebe gestehen! -.-
      Das kann doch nicht so schwer sein!
      Boah, am liebsten würde ich O'Rourke und Sulley auch gleich mal auf die Fresse hauen, dass sie die Stimmung derart versaut haben ...

      Ach, da fällt mir ein: Wo treibt sich eigentlich Scotts Familie rum? Colin und sein Vater und so? Gut, Scott und sein Vater sind jetzt nicht ultradicke, aber einen feindlichen Angriff in seinem revier würde Fergus sicher trotzdem nicht dulden.
      *Kopfkino: Vater und sämtliche Geschwister von Scott verprügeln O'Rourke samt Rudel, während Scotts Mama und Schwestern alle Romatikregister ziehen, damit Scazel endlich auf einen grünen Zweig kommen!*
      Ah, Filmeabend. Da war ja was :( Menno ...
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
      Waschmaschine!

    • Guten Morgen @Skadi
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      Skadi schrieb:

      Letztendlich hafteten aber an Scott dieselben Gerüche, weshalb ihn der Mief von Alkohol und altem Holz schwerlich auffallen dürfte.
      Ach ... *schmach*

      Skadi schrieb:

      Und sollte sich diese Verabredung gestalten, wie Hazel es sich vorstellte, dann würden Scott und sie sich in wenigen Stunden sowieso gegenseitig aus ihren Kleidern schälen.
      Grrrrrr!

      Skadi schrieb:

      Und wenn Hazel dafür splitterfasernackt vor ihm herum hüpfen musste!
      Die Frau hat eine Mission und nichts kann sich ihr in den Weg stellen ...

      Skadi schrieb:

      „Bist du so verknallt, Fitzpatrick, dass du nicht mal mehr deine Umgebung wahrnimmst? Du verweichlichst, ernsthaft.“ Kein Spott klang in O'Rourkes Stimme mit. Er meinte den Tadel ernst.
      .... bis ein weiteres dämliches Wölfchen!
      Oh noooo! Wo ist denn jetzt dieser Typ aufgetaucht?!

      Skadi schrieb:

      Nie musste Hazel im Laufe ihrer Bekanntschaft den Drang spüren, vor ihm zurückzuweichen. Doch nun trieben ihre verängstigten Füße sie fort von ihm. So sollte es nicht sein!
      :panik: wieso?! wieso?! Skadi! Willst du denn beiden nicht endlich ihr Glück schenken?! :D

      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Danke für die Kommentare ^^

      Miri schrieb:

      Obwohl Sulley so eine hohle Pfeife ist, dass ich nicht verstehe, warum O'Rourke ausgerechnet ihn zum Beta hat werden lassen ... -.-
      Es sind eben Wölfe, da steigt derjenige im Rang auf, der am lautesten knurrt und am kräftigsten zubeißt ^^

      Miri schrieb:

      Ach, da fällt mir ein: Wo treibt sich eigentlich Scotts Familie rum? Colin und sein Vater und so?
      Scotts Eltern sind im Urlaub und Kieran auf einem Schulausflug. Das hat Abby gleich am Anfang erzählt ^^ Deswegen steht das Haus gerade ja überhaupt leer. Und Colin und Niall leben ihre eigenen Leben und schlagen sich mit ihrem eigenen Alltag herum.

      97dragonfly schrieb:

      wieso?! wieso?! Skadi! Willst du denn beiden nicht endlich ihr Glück schenken?!
      Ich bin berüchtigt, meine Chars leiden zu lassen :ninja:
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      Es wurde mehrfach im Text angekündigt, ich habe mir nichts vorzuwerfen :ninja:



      Bernsteinfarbene Augen durchbohrten Hazel. Dann kehrte Finn O'Rourke zu seiner menschlichen Gestalt zurück. Ein Glück! Tonlos wandte er sich von Hazel, und damit auch von Scott, ab. „Abmarsch“, rief er seinen verwirrten Männern zu.
      Entgeistert schleuderte Sulley seine Hand in Scotts Richtung und plärrte O'Rourke an: „Was?! Du kannst dich doch jetzt nicht zurückziehen?! Du hast den Penner soweit!“
      Der Alphawolf kam vor ihm zum Stehen. Nun war Sulley es, der sich dem strengen Blick seines Anführers aussetzen musste, welcher sein Kommando gereizt wiederholte: „Abmarsch.“ Er und die anderen Wölfe setzen sich daraufhin in Bewegung. Sulley hingegen glotzte mit anschwellender Nase zwischen seinen Leuten und Scott hin und her, alles andere als mit dem Ausgang dieser Sache einverstanden. Schließlich blieb ihm wenig mehr übrig, denn wütend knurrend hinter seinem Rudel her zu stapfen.
      Weil niemand Donnelly auf die Beine half, kämpfte sich der Omegawolf aus eigenen Kräften hinauf. Seine Mimik bat Hazel stumm um Vergebung, ehe er sich trollte und O'Rourke folgte. Kein einziger seiner Rudelbrüder wartete auf ihn.
      Scott wagte es allen Ernstes, ihnen nachsetzen zu wollen, also pfiff Hazel ihn strickt zurück: „Aus!“ Zum Glück zeigte ihr Befehl Wirkung: abrupt blieb Scott stehen, richtete seine unheimlichen Augen auf Hazel und sprang an ihre Seite. Die Wölfe verzogen sich. Vor lauter Erleichterung stieß Hazel hörbar Luft aus.
      Binnen eines Augenaufschlags beruhigte sich Scott und nahm sein gewohntes Aussehen an. Blinzelnd verdrängte er das Gelb in seinen Iriden und ein warmes Braun fand sich darin heim. Unendlich froh darüber, ihn bei Sinnen vor sich stehen zu sehen, wollte Hazel Scott am liebsten um den Hals fallen. Gleichzeitig ärgerte sie sich so maßlos über ihn! Dieser Idiot! Sie boxte sie ihn gegen den Oberarm.
      „Au!“
      Er jammerte? Dann gleich nochmal!
      „Au! Hey!“, protestierte Scott gegen ihre Schläge. „Was soll das?“
      „Was das soll?! Das frage ich dich! Du warst dabei, dich in einen Wolf zu verwandeln! Was hast du dir gedacht, dich dazu provozieren zu lassen?!“ Perplex gaffte Scott sie an. „Ist dir klar, was du für ein Risiko eingegangen bist? Die Typen waren in der Überzahl, die hätten dich fertiggemacht. Und ich hätte dir nicht mal helfen können!“ Aus lauter Frustration verpasste Hazel ihm einen dritten Boxhieb auf dieselbe Stelle.
      „Aua! Hör auf, verdammt!“
      Hazel dachte mit keiner Silbe daran und setzte ihre Standpauke fort. Diesem Kerl gehörte gründlich der Kopf gewaschen. „Du hast keinen einzigen Gedanken an die Folgen verschwendet, die dein Ausraster mit sich bringt. Wie dumm kannst du dein, deine Gesundheit wegen so eines dahergelaufenen Prolls wie O'Rourke aufs Spiel zu setzen? Und mich hast du dadurch genauso in Gefahr gebracht! Hast du vielleicht auch mal daran gedacht?“ Nein, hatte er natürlich nicht!
      Oder doch? Scotts Augen weiteten sich erschrocken und wanderten sprunghaft hin und her. Da begriff Hazel: „Warte. Das ist der Grund, oder? Es ging hierbei um mich.“ Erst als Sulley ihr gegenüber gewalttätig wurde, hatte Scott sämtliche Selbstkontrolle fahren lassen.
      Er wandte den Blick ab. Damit bestätigte er ihre Vermutung. Eigentlich sollte Hazel sein Einsatz um ihretwillen glücklich machen. Aber das tat es keinesfalls, im Gegenteil. All die etlichen Male versuchte sie, Scott auf sicherer Distanz zu O'Rourke zu halten und dann zog er diese Scheiße ab? Wie konnte er nur!? Vor Hilflosigkeit wusste sie kaum mehr sagen, also diente ihr ein weiterer Hieb als Ventil ihrer Empörung über seine Dummheit.
      „Lass das, scheiße nochmal!“, bellte Scott und entzog sich ihrer Reichweite. Knurrig rieb er sich die schmerzende Stelle unterhalb seiner Schulter. „Mann, ich wollte dich bloß beschützen, kapier das!“
      „Darum habe ich dich nicht gebeten!“
      Scott klappte den Kiefer zu. Ihr aufbrausender Tonfall und die Heftigkeit der Antwort überrumpelte ihn. Verstand er denn nicht, dass sie das auf keinen Fall wollte? Es war niemals ihr Wunsch, dass er ihretwegen seinen Hals riskierte. Was sie wollte war, ihn in Sicherheit zu wissen, fern von O'Rourke und jedem anderen Grobian, der ihm etwas zuleide tat. Wäre sein Versuch, sie zu verteidigen, übel ausgegangen – Hazel hätte sich für den Rest ihres Lebens Vorwürfe gemacht. Dieses dumme Revierverhalten, diese dummen Rangkämpfe und alles, was damit zusammenhing! Wie sehr hasste sie das alles in diesem Augenblick. „Ich habe genug von der ganzen Scheiße von euch Wölfen!“
      Bittere Enttäuschung zeichnete sich auf Scotts Gesicht ab, als er aus seiner Schockstarre erwachte. Viel zu harsch brachte er sie zum Ausdruck: „Ach ja? Dann will ich dir mal was sagen. Ob es dir passt oder nicht, ich bin nun mal ein Wolf. Mit allem, was dazu gehört. Wenn du darauf keinen Bock hast, heißt das automatisch auch, dass…“ Scott stockte. Seine Worte schienen ihm schwer über die Lippen zu kommen. „…dass du mich nicht willst.“
      Ein Tritt gegen den Kopf hätte Hazel schwerlich härter treffen können. Das…das durfte er unmöglich wirklich meinen! „Wie kannst du das nur denken, nach allem, was passiert ist?“, keuchte sie entgeistert. Zu zweit waren sie durch mehr denn Dick und Dünn gegangen - so etwas zu behaupten, wäre eine maßlose Untertreibung -, durch metertiefen Dung sind sie gemeinsam gewatet! Spielte denn alles, was sie miteinander durchgestanden, alles, was sie erlebt und geteilt hatten keine Rolle für ihn? Ihr Kuss! Sollte auch dieser für Scott-… .
      Verletzte Gefühle entwickelten sich zu Schmerz, der Schmerz zu Kummer und dieser zu tiefen Groll. „Weißt du was? Du hast Recht! Jemanden wie dich habe ich nie gewollt“, giftete Hazel ihn an und zählte mit ausladender Geste an ihren Fingern ab: „Du bist stumpfsinnig, laut, überheblich, aggressiv und unbeherrscht. Der exakte Widerspruch zu dem, was ich mir je unter meinem Traummann vorgestellt habe. Ich sollte für dich überhaupt nichts empfinden und trotzdem tue ich es. Und das habe ich nun davon!“
      „Denkst du ich habe mich freiwillig in eine Frau verliebt, die kompliziert ist, rechthaberisch, stur und störrisch wie ein alter Esel? Und dann bist du noch nicht mal eine Wölfin! Eine Hexe, ein quasi-Mensch!“, spie er ihr seine Erwiderung entgegen, wie ekelhaften Belag auf seiner Zunge.
      Hazel entglitten ihre Gesichtszüge. Verliebt. Scott hatte sich in sie verliebt. Monatelang hoffte sie darauf, dieses Geständnis von ihm hören zu dürfen. Angesichts der Umstände blieb der herbeigesehnte Freudenrausch jedoch aus. Keine Endorphine sprudelten in ihr Gehirn, wie die Cola aus einer kräftig geschüttelten Flasche. „Und das ist deine Art, mir deine Gefühle mitzuteilen? Indem du sie mir vor die Füße spuckst, als müsstest du dich für sie schämen?“ Was wurde das hier? Die suburbane Adaption von Jane Austens 'Stolz und Vorurteil'??
      „Das einzige, wofür ich mir schäme ist, dass ich mich von dir für deine Suchaktion ausnutzen lasse.“ Ausnutzen lassen?! Hazels Ohren mussten ihr üble Streiche spielen! Was warf Scott ihr da vor?! „Dich interessiert doch eh nur dein beschissenes Notizbuch,“ unterstellte er ihr angewidert. „Seit zwei Wochen kennst du kein anderes Thema und es hängt mir zum Hals raus!“
      Nein, das… das sah er falsch! Es ging ihr um mehr, als einzig ihr Bullet Journal. Reichte denn Scott sein omnipräsenter Platz in ihren Gedanken nicht aus?
      …Oder sollte genau das das Problem sein? Zeigte sich Hazel wieder derart reserviert, dass sie ihre Empfindungen vor ihrem Umfeld – vor Scott – abschottete? Lief alles bloß in ihrem Kopf ab, ohne nach außen zu dringen? „Scott, bitte lass mich das-….“
      „Nein, halt die Klappe!“
      Ob seines Ausbruchs schreckte sie zusammen. Stinksauer unterband Scott mit einer wirschen Handbewegung jeglichen eventuellen Einspruch ihrerseits. „Ich will keine Belehrungen mehr von der ach so vernünftigen Hazel hören, die immer alles besser weiß und ja so viel schlauer ist, als ich. Du hast deine scheiß Notizen zurück, also nimm sie und hau ab!“
      Hazels Herz kraxelte ihre Kehle hinauf und setzte sich als massiver Kloß in ihrem Hals fest. Das…das schimpfte er nur daher, richtig? „W-Was sagst du da?“, stotterte Hazel. Anstatt Sauerstoff pumpte ihr Herzschlag ekelerregende Übelkeit durch ihren Körper und schnürte ihr auf diese Weise die Luft ab. Die ehrliche Abscheu, die in Scotts Augen aufblitzte, zog den imaginären Strick um ihren Kehlkopf fester und fester und strangulierte ihren Verstand zu Tode. Ein Teil in ihr starb, als Scott seiner Wut freien Lauf ließ: „Du willst nach Deutschland, an deine tolle Uni? Fein! Soll mir Recht sein! Dann muss ich dich und dein Drecksbuch nie wiedersehen!“ Kaum ausgesprochen, stapfte Scott los. Ohne Hazel eines weiteren Blickes zu würdigen, zog er an ihr vorbei auf das Haus seiner Eltern zu.
      Nein, er sollte bleiben! Hazel wollte das klären, sie musste das klären! Verzweifelt rief sie ihm nach: „Scott, warte! Bitte!“
      „Verpiss dich!“
      Der Jähzorn in seiner Stimme ließ Hazel zur Salzsäule erstarren und hielt sie von ihm fern. Was blieb, war die blasse Hoffnung, er würde zurückkommen und ihr die Gelegenheit zugestehen, die Dinge gerade zu rücken. So spielte es sich doch immer zwischen ihnen ab, nicht wahr? Sie stritten und ein paar Minuten später versöhnten sie sich. Unwillig zu begreifen, dass dies tatsächlich das Ende ihrer Beziehung sein sollte, blickte Hazel Scott hinterher und harrte an Ort und Stelle aus.
      Die Haustür knallte, als Scott sie von Innen hinter sich zu warf. Dann erlosch die Außenbeleuchtung, die zuvor durch einen Bewegungsmelder aktiviert wurde.
      Und Hazel stand einsam in der Dunkelheit.
    • Skadi schrieb:

      also pfiff Hazel ihn strickt zurück: „Aus!“
      Thihi

      Skadi schrieb:

      Ich sollte für dich überhaupt nichts empfinden und trotzdem tue ich es.

      Skadi schrieb:

      „Denkst du ich habe mich freiwillig in eine Frau verliebt, die kompliziert ist, rechthaberisch, stur und störrisch wie ein alter Esel?
      ENDLCIH!

      Skadi schrieb:

      Und Hazel stand einsam in der Dunkelheit.
      Naahahahahahaaaiiiin!
      *Fällt mit den Händen gen Himmel gereckt auf die Knie und hält ihr Gesicht resigniert und verzweifelt in den Regen*

      Die Beiden schaffen mich ... extrem ...
      Ich hoffe echt, die Beiden reißen sich endlich mal zusammen :dash:
      Der Kuss, dann gestehen sie sich ihre Liebe und man liest den Ende des Teils und denkt: "Wow, This escalated quickly." :patsch:
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
      Waschmaschine!

    • Wann war Hazel zuletzt so unglücklich gewesen?
      Hatte sie sich überhaupt jemals zuvor derart miserabel fühlen müssen? Sie fand keine Erinnerung daran, oder ihr Gehirn hatte den Schmerz erfolgreich aus ihrem Gedächtnis verdrängt.
      Wie sehr wünschte sich das Gefühl von emotionaler Taubheit zurück, mit dem sie nach Scotts Abgang nach Hause gefahren war und das den anderen, niederschmetternden Empfindungen keinen Raum ließ, bis hinter den schutzbietenden Wänden von Hazels Wohnung Herzschmerz und tiefe Enttäuschung aufstiegen und wie ekelerregendes Abwasser in einem Verstopften Rohr hervorblubberten.
      Anfangs verspürte sie nichts als Wut. Sie sollte verschwinden? Na gut, das durfte er haben! In einem Anfall von Trotz wollte Hazel Scotts Wunsch nur zu gern erfüllen, schnappte sich ihren Koffer und stopfte wütend und schimpfend wahllose Kleidung aus ihrem Kleiderschrank hinein. Scott würde schon sehen, was ihn seine Worte brachten! So mit ihr zu reden – was dachte sich dieser Mann eigentlich?! Ihr fiel jedoch ein, dass ihre Abreise erst Mitte des Sommers anstand und sie am nächsten Tag auf Arbeit erscheinen musste. Also leerte sie den Koffer wieder. Und die Tränen rollten bitterlich.
      Am darauffolgenden Morgen erwachte Hazel im wunderbaren Irrglauben, den Bruch mit Scott bloß in einem Alptraum erlebt zu haben. Doch die Realität holte sie gnadenlos ein. Es war kein schlaftrunkenes Phantasiegespinst gewesen. Die Gewissheit über die qualvolle Wirklichkeit zwang Hazel das Wasser in die Augen.
      Scott hatte sie zum Teufel gejagt.
      Vom vielen Weinen waren Hazels Augen völlig verquollen, als sie ihre Schicht im Tír na nÓg antrat. Ursprünglich hatte es sie gestört, dass sich kein Kollege fand, der an ihrer Stelle die Mittagsschicht übernahm und ihr im Austausch die gemeinsame Abendschicht mit Scott überließ. Jetzt war sie froh darum. Hazel fühlte sich unfähig, Scott in ihrer Verfassung unter die Augen zu treten. Seinen abweisenden Blick würde sie auf keinen Fall ein zweites Mal ertragen können. Es würde sie innerlich vernichten.
      Mehrmals fragte Kelly, ihre Kollegin, mit der sie sich die heutige Schicht teilte, ob ihr etwas fehlte. Oh Gott, sie musste wohl auffallend unkonzentriert arbeiten. Hazel setzte bei jeder Nachfrage ein schrecklich erzwungenes Lächeln auf und verneinte abwinkend. Aber nach dem nunmehr vierten Glas, welches Hazel an diesem Tag zu Bruch ging, schlug Kelly vor, sich zur Abwechslung allein um die Tische zu kümmern. Dadurch fühlte sich Hazel gleich noch grässlicher. Ihr blieb somit nicht einmal die Ablenkung durch die Arbeit. Sie fühlte sich wie die Gläser, die ihr aus den Händen geglitten waren: am Boden zerstört und zu Scherben zerschmettert.
      Eine neuerliche Welle des Kummers stieg in ihr auf. Um vor den Gästen und ihrer Kollegin die Haltung zu wahren, ergriff Hazel die Flucht in die Küche. Die Schichten der Köche begannen etwas später als die der Kellner, deshalb ruhte der Raum verlassen. Hazel schloss die Tür hinter sich und versuchte den Heulkrampf hinab zu schlucken. Ihr Versuch resultierte in einem jämmerlichen, gequälten Schluchzen, das zwischen den hellen, gefliesten Wänden hallte.
      Aus ihrer Hosentasche zog Hazel ihr Smartphone hervor. Sie musste sich die tränenverhangenen Augen wischen, damit sie das Display entziffern konnte. 'Es tut mir leid. Bitte lass uns reden', tippte sie in das Nachrichtenfenster an Scotts Nummer ein und betätigte den Sendebutton. Ihre Nachricht wurde als abgeschickt angezeigt, doch der kleine Haken neben dem Text wies darauf hin, dass sie nie bei Scott ankam – keine der drei Nachrichten tat das, die ihm Hazel in der Hoffnung, er hätte sich mittlerweile abgeregt und wäre bereit, ihr zuzuhören, geschrieben hatte. Die App verweigerte ihr zudem den Zeitstempel seines Onlinestatuses sowie das Profilbild: einen von Moiras Schnappschüssen, der Scott während eines Fußballspiels zeigte.
      Hazel verzweifelte. Sie schloss die App, rief stattdessen ihr Telefonbuch auf und wählte Scotts Nummer. Der Wählton schallte im Gleichklang ihres nervösen Herzschlages. „Bitte…“, schniefte Hazel. Dann wechselte der Ton.
      Aufgelegt.
      Scott hatte ihren Anruf abgewiesen.
      Das brach Hazel endgültig das Herz. Wie ein Rinnsal aus Lava brannten die Tränen auf ihrer Haut, denen Hazel schluchzend freien Lauf gewährte.
      Plötzlich öffnete sich die Küchentür. Kolja trat ein und hastig rieb sich Hazel die Wangen trocken. Ausgerechnet Scotts bester Freund ertappte sie dabei, wie ein Schlosshund zu flennen. Im ersten Moment schien der Bär ahnungslos. Ihre rotunterlaufenen Augen mussten letztlich aber wohl doch zu verräterisch gewesen sein: „Hey Ha-… Du weinst.“ Eine konsternierte Feststellung. Kolja zog die Küchentür zu und trat näher an Hazel heran. „Was ist los?“, fragte er besorgt.
      Wiederholt schluckte Hazel Luft, versuchte kein klägliches Wimmern von sich zu geben. Ihr tat bereits der Kehlkopf davon weh. „Scott hat… Er hat…“
      „Was hat er?“, hakte Kolja nach.
      Daraufhin beschrieb Hazel ihm, was zwischen ihr und Scott vorgefallen war. Kein noch so kleines Detail ließ sie aus: O'Rourkes Auftauchen, der Streit, Scotts Wutausbruch. Kolja hörte sich alles aufmerksam an und zeigte sich sogar geduldig, als Hazel abermals zu weinen begann. Sie kam sich ja so dumm vor, schon wieder losheulen zu müssen.
      „Ich habe versucht mit ihm zu reden aber meine Nachrichten werden nicht zugestellt. Ich glaube, er hat meine Nummer blockiert“, berichtete Hazel abschließend und ihre Stimme klang erbärmlich heiser.
      Die Stirn gerunzelt, meinte Kolja: „Ja, das klingt nach etwas, was Scott tun würde“ und langte nach einer Rolle Küchenpapier. Er trennte ein Blatt davon ab und reichte es Hazel als Taschentuchersatz. Dankend nahm sie es an und schnäuzte sich die Nase.
      „Ich bin selbst schuld“, gab sie zu. „Ich habe mir eingebildet, mit ihm und seinem Charakter zurechtzukommen. Und jetzt habe ich alles ruiniert. Was konnte ich mir nur überhaupt dabei denken?“
      „Du hast dein perfektes Gegenstück gefunden. Du brauchtest nicht denken.“
      'Perfektes Gegenstück' – Hazel hätte über Koljas Behauptung gelacht, wenn ihre Stimmung es zugelassen hätte. Bewies ihr Streit etwa nicht hinreichend das Gegenteil?
      Entweder las Kolja ihre Gedanken oder Hazels Miene verriet sie. Er sprach: „Sich zu verlieben ist wie Klamotten zu kaufen. Du gehst in den Laden und findest etwas in deiner Größe. Es mag gut sitzen, hat genug Luft am Bauch. Pflegeleicht zu waschen ist es auch. Nur es haut dich nicht um, es an dir zu sehen. Du kommst dir langweilig darin vor, unspektakulär, alltäglich banal. Nach ein paar Mal tragen vermottet es in der hintersten Ecke deines Schranks. Irgendwann fällt dir ein anderes Teil in die Hand, furchtbar grell und schon auf dem Kleiderbügel erkennt man, dass es schief geschnitten ist. Eigentlich passt es überhaupt nicht zu deinem Stil. Du probierst es trotzdem an. Dann stehst du vor dem Spiegel und du denkst einfach nur 'wow'. Es zu tragen gibt dir das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Du fühlst dich darin aufregend, interessant, attraktiv. Dir ist sogar der fehlende Knopf egal oder dass dich eine der Nieten kratzt, sobald du den Arm hebst. Mit dir und Scott ist es genauso. Ihr mögt auf den ersten Blick kein ideales Paar sein. Füreinander seid ihr jedoch genau das, was ihr braucht, um euch besonders zu fühlen.“
      Niemals zuvor hatte Hazel Kolja so viel an einem Stück reden hören. „Scott ist so…dumm“, presste die Hexe schniefend hervor.
      Der Bärenpoly nickte verstehend. „Ja, ich weiß. Und das nervt dich. Das tut es mich hin und wieder auch. Aber es stört dich nicht. Wenn es dich stören würde, würdest du kaum so sehr an ihm hängen. Scotts…“ Er überlegte, wie er es formulieren sollte, „geistigen Defizite sind die fehlenden Knöpfe.“ Erneut griff Kolja nach der Küchenrolle und spendierte Hazel noch ein Blatt. Das erste war durchgeweicht und geistesabwesend hatte Hazel es in dutzende Schnipsel gezupft. „Du wirst mit Scott nie intellektuelle, tiefgründige Gespräche führen können. Allerdings glaube ich, dass du darauf auch gar keinen Wert legst. Du bist kein graues Mäuschen. Du wirst deinen Doktortitel machen und durch deine Arbeit genug schlaues Gerede erleben. Zuhause willst du deinen Spaß haben. Und du und Scott habt euren Spaß miteinander. Man merkt es an der Dynamik zwischen euch. Außerdem stehst du auf sein Dominanzgehabe, gib es zu“, forderte Kolja mit einem Augenzwinkern.
      Tat sie. Ja. Dennoch: „Seinetwegen habe ich das Gesetz gebrochen.“ Wie sollte man es sonst nennen, in fremde Gebäude einzusteigen oder eine Massenschlägerei anzuzetteln?
      Nachdenklich betrachtete Kolja sie. „Hazel, bitte nimm es mir nicht krumm“, bat er sie. „Ich sehe Scotts leichtfertigen Umgang mit dem Gesetz kritisch. Aber du zwängst dein ganzes Leben in Vorschriften und Regeln hinein. Du löst sogar ein extra Busticket, obwohl du deine Dauerkarte bloß zuhause vergessen hast. Selbst deiner Auszeit vom Studium hast du Regeln auferlegt. Das ist grundsätzlich keine schlechte Angewohnheit. Vor lauter Regeln sperrst du dich nur selbst ein. Scott zwingt dich, diese Regeln zu brechen und ich denke, dass dir diese Freiheit, die er dir auf seine Weise bietet, Spaß macht. Es tut dir gut, ab und an auszubrechen. Und Scott profitiert genauso davon, mit dir zusammen zu sein. Du bremst ihn aus, wenn er es zu weit treibt.“
      „Meinst du?“
      „Ich weiß es. Scott wird sich nie ändern, Hazel. Er wird mit dem Alter ruhiger, seine Unarten wird er allerdings niemals ablegen. Das macht ihn zu einer Herausforderung. Und du liebst Herausforderungen. Anderenfalls hättest du dir nach dem Bachelorabschluss eine gut bezahlte Laboranstellung gesucht und es dabei belassen. Eine Dissertation zu schreiben ist anspruchsvoll genug und du willst dazu auch noch in ein fremdes Land gehen, dessen Sprache du bruchstückhaft beherrscht. Oder dieser Job hier. Ginge es dir einzig um deinen Lebensunterhalt, hättest du eine Stelle in einem Copyshop angenommen, anstatt in einer Kneipe voller eigenwilliger Freaks.“
      Hm, damit lag Kolja wohl richtig. Mit Sicherheit liefe Hazels Leben in einem anderen Job maßgeblich ruhiger ab. Und maßgeblich langweiliger.
      Dank Koljas Monolog fühlte sich Hazel ein kleines bisschen besser. Keinesfalls gut, aber zumindest hatte sie aufgehört zu weinen. Womöglich war auch bloß sämtliche Tränenflüssigkeit versiegt. Dehydriert spürte sie, wie sich schon die hämmernden Kopfschmerzen anbahnten. „Du kannst das verdammt gut.“ Hazels Mundwinkel zuckten schwach nach oben. „Hast du in deiner Heimat Psychologie studiert?“
      „Mathematik“, klärte Kolja sie auf. Ja, das passte zu ihm. Er schenkte Hazel ein aufmunterndes Lächeln und brachte sein Soliloquium zum Abschluss: „Was ich dir damit sagen will: Das zwischen dir und Scott mag unorthodox sein, doch es ist echt und nur das zählt. Ich bin mir sicher, ihm geht es auch so schlecht wie dir. Er wird sich eines Besseren besinnen. Gib ihm Zeit. Du weißt, er begreift langsam.“
      Hazel atmete tief durch. Sie war Kolja dankbar dafür, ihr gut zugesprochen zu haben. Jetzt kam sie sich weniger wie die schäbige Idiotin vor, die sie trotz allem blieb. Wie schön wäre es, würde schließlich noch seine Voraussagung eintreffen und Scott änderte seine Meinung. Doch solchen naiven Wunschvorstellungen konnte sich Hazel schwerlich hingeben. „Nein“, sagte sie daher mit deprimierter Überzeugung. „Du hättest seinen Blick sehen sollen, als er mich fortgeschickt hat. Er hat es ernst gemeint. Scott will nichts mehr mit mir zu tun haben.“ Ihrem eigenen Seelenfrieden zuliebe musste Hazel die Realität akzeptieren. „Es ist vorbei.“
    • rofl

      Skadi schrieb:

      Scotts…“ Er überlegte, wie er es formulieren sollte, „geistigen Defizite

      Skadi schrieb:

      Gib ihm Zeit. Du weißt, er begreift langsam.“

      Selbst in einem ernsthafteren Teil streust du witzige Dinge ein XD

      Skadi schrieb:

      Ihrem eigenen Seelenfrieden zuliebe musste Hazel die Realität akzeptieren. „Es ist vorbei.“
      ICH gebe die Hoffnung niemals auf! und wenn ich wie bei "Vom Winde verweht" als Ghorstwriter einen Nachfolgeband schreiben muss, in dem alles gut wird! :rofl:
      Auch wenn ich Hazel verstehen kann. Sie will sich keine Hoffnungen mehr machen. Aber ich bin voll bei Kolja. Bei Scott dauert's halt mal wieder länger. Hazel muss einfach ein Snickers essen. Außerdem redet Kolja vielleicht auch nochmal mit Scott :D

      btw: Meine Vermutung, dass stille Wasser tief sind, hat sich in dem Teil bestätigt. Kolja redet zwar wenig, beobachtet seine Umgebung aber haargenau ^^
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
      Waschmaschine!

    • Hi @Skadi

      Spoiler anzeigen


      Soooo :D jetzt habe ich die beiden letzten Teile auch aufgeholt :grinstare:

      Skadi schrieb:

      Hazel dachte mit keiner Silbe daran und setzte ihre Standpauke fort. Diesem Kerl gehörte gründlich der Kopf gewaschen. „Du hast keinen einzigen Gedanken an die Folgen verschwendet, die dein Ausraster mit sich bringt. Wie dumm kannst du dein, deine Gesundheit wegen so eines dahergelaufenen Prolls wie O'Rourke aufs Spiel zu setzen? Und mich hast du dadurch genauso in Gefahr gebracht! Hast du vielleicht auch mal daran gedacht?“ Nein, hatte er natürlich nicht!
      Gut so Giiiirl!

      Skadi schrieb:

      „Lass das, scheiße nochmal!“, bellte Scott und entzog sich ihrer Reichweite. Knurrig rieb er sich die schmerzende Stelle unterhalb seiner Schulter. „Mann, ich wollte dich bloß beschützen, kapier das!“
      „Darum habe ich dich nicht gebeten!“
      Eigentlich ist das ja voll süss von ihm ... aber ja, Scottie!!!

      Skadi schrieb:

      „Du bist stumpfsinnig, laut, überheblich, aggressiv und unbeherrscht. Der exakte Widerspruch zu dem, was ich mir je unter meinem Traummann vorgestellt habe. Ich sollte für dich überhaupt nichts empfinden und trotzdem tue ich es. Und das habe ich nun davon!“
      Aha ... es beginnt!

      Skadi schrieb:

      „Denkst du ich habe mich freiwillig in eine Frau verliebt, die kompliziert ist, rechthaberisch, stur und störrisch wie ein alter Esel? Und dann bist du noch nicht mal eine Wölfin! Eine Hexe, ein quasi-Mensch!“, spie er ihr seine Erwiderung entgegen, wie ekelhaften Belag auf seiner Zunge.
      Quasi-Mensch! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das eine echte Beleidigung war!

      Skadi schrieb:

      Scott hatte ihren Anruf abgewiesen.
      :panik: Nein! Scott! Du idiotische Dumpfbacke!

      Skadi schrieb:

      „Es ist vorbei.“
      Waaaaaas?!

      Jetzt haben sich die zwei endlich gesagt was sie empfinden und dann sind die beiden einfach zu dämlich um auch nur etwas Zeit miteinander zu verbringen, ohne gleich den kalten Krieg ausbrechen zu lassen!

      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Scott

      Mit einem wütenden Tritt zwang Scott den Müllsack zurück an seinen Platz im Freiraum unterhalb der Küchenspüle. Wie passend. Scott kam sich selbst wie Abfall vor und Hazel war diejenige, die ihn skrupellos wie leere Bierdosen über die Straße kickte. Ihretwegen hatte er sich den Arsch aufgerissen! Und wie dankte sie es ihm? Indem sie Scott all die Dinge ins Gesicht klatschte, die sie an ihm hasste. 'Überheblich', 'unbeherrscht' nannte sie ihn. 'Dumm'! Kein Faustschlag, den Scott jemals abbekommen hatte, landete so quälende Treffer. Und dann ihr Anruf. Hatte sie ihm nicht deutlich genug um die Ohren geschlagen, wie wenig liebenswert sie ihn fand? 'Jemanden wie dich habe ich nie gewollt.' Okay! Dann wollte Scott sie auch nicht!
      Er versetzte dem Müllsack einen weiteren heftigen Tritt, obwohl sich dieser bereits an seinem angestammten Platz befand. Scott tobte innerlich. Wegen Hazel, wegen dem, was sie sagte und weil er seine eigene Lüge nicht fraß. Er wollte Hazel. Er wollte sie so unbedingt und die Vorstellung, sie würde tatsächlich verschwinden, ätzte schlimmer als nüchterne Kotze nach einem Saufgelage.
      Zu Scotts Glück schien Hazel heute keine Schichten geschoben zu haben, sodass ihm ihr Anblick sowie die leibhaftige Erinnerung an ihre Abweisung erspart blieb. Um ihr aus dem Weg zu gehen, war Scott heute sogar absichtlich zu spät im Pub erschienen. Die bittere Enttäuschung darüber, jegliche Chance bei Hazel verloren zu haben, zermahlte ihm mit dem Gewicht von Hinkelsteinen sämtliche lebenswichtigen Eingeweide. So fühlte es sich jedenfalls an: Schlichtweg scheußlich.
      Für Scott gehörte die Arbeit zu den notwendigen Übeln des Alltags, zusammen mit Zahnarztuntersuchungen, roten Ampeln und dass man Orangen die Haut abpulen musste, ehe man sie aß. Dementgegen hoffte Scott an diesem Abend, in seinem Job eine effektive Ablenkung von seinem gebrochenen Herzen zu finden. Doch hochgradig aufgewühlt, verlor er wegen Kleinigkeiten die sowieso stark strapazierte Beherrschung. Mehrmals geriet er mit Gästen aneinander und nachdem seine Kollegen zum wiederholten Mal gröbere Handgreiflichkeiten verhinderten, verknackte Hayes Scott zur Mülltrennung in die Küche. So eine Scheißarbeit! Lautstark knallte Scott die Schranktür zu, hinter der sich der Müllsack verbarg. Die Scharniere schepperten. Nein, das half seinem Frust kein Stück ab. Nichts tat das.
      „Lass das Mobiliar heil.“ Kolja kehrte von woher auch immer in die Küche zurück. Er musterte Scott und sagte: „Wir müssen reden.“
      „Worüber?“ Scott war nicht nach Reden. Dazu ging es ihm zu beschissen. Sogleich spürte er bei Koljas Antwort ein widerliches Gemisch verschiedener Emotionen in sich hochkochen.
      „Über Hazel.“
      „Vergiss es.“ Darauf durfte Scott echt verzichten. Sein Plan sah vor, sich Hazel aus dem Kopf zu schlagen und den Thron, von dem aus sie seine Gedanken regierte, nicht durch Diskussionen über sie zu festigen. Er strebte die Flucht aus der Küche an, jedoch versperrte Kolja ihm mit seiner massiven Gestalt den Durchgang zur Tür. Die Arme verschränkt, stellte der Bär sich stur. „Werde ich nicht. Ich habe dir etwas zu sagen.“
      „Ich denke, du hältst dich aus den Beziehungen von anderen raus?“, rief Scott ihm knurrend ins Gedächtnis. Was war aus Koljas ach so schlauen Gelaber von wegen Soufflés und so geworden?
      Bisher zeigte sich Kolja geduldig. Seinen Worten lag dennoch eine gewisse, schwerlich zu überhörende Strenge inne: „Richtig. Tue ich normalerweise. Aber du bist mein Freund, genauso wie Hazel und wenn ich sie aufgelöst in meiner Küche vorfinde, weil sie sich wegen eines Idioten wie dir die Augen ausheult, überschreitet das meine persönliche Akzeptanzgrenze.“ Warte, Hazel hatte geweint? Eigentlich sollte es Scott stören, dass diese Hexe ausgerechnet zu Kolja rannte. Schließlich war er Scotts bester Freund und sollte gefälligst bei dieser ganzen Scheiße auf seiner Seite stehen. Doch die Vorstellung, Hazel würde seinetwegen… . Bevor ihn das Bedürfnis übermannte, alles stehen und liegen zu lassen und auf der Stelle zu ihr zu rennen, versuchte Scott sich an Kolja vorbei zu drängen. „Ich will das nicht hören.“
      „Du wirst es dir aber anhören“, stoppte Kolja ihn verbal als auch physisch, indem er Scott die Hand gegen die Brust stemmte und ihn zurückhielt. Keinen Zentimeter Fluchtweg ließ er zwischen sich und der Tür. Missbilligend zogen sich seine Brauen zusammen. „Was denkst du dir, wie du mit Hazel sprichst? Ihr solche Dinge an den Kopf zu werfen.“
      Wie er mit ihr sprach?? Seit wann besetze Hazel hierbei die Rolle des unschuldigen Opfers? Sie hatte ihm doch freizügig alle möglichen Gründe aufgezählt, aus denen es für sie ja so schrecklich sei, ihn zu lieben. Und nun sollte Scott der Depp vom Dienst sein?! „Sie hat mich dumm genannt!“, fuhr er Kolja aufgebracht an. Das und noch einige andere Dinge!
      „Ich behaupte nicht, dass Hazel sich richtig verhalten hat. Trotzdem gewährt dir das keinen Freibrief, dich wie ein Arschloch aufzuführen.“
      „Ich habe mich ni-…!“
      „Und ob du das hast!“
      Augenblicklich schlugen Scotts Fluchtinstinkte an. Koljas energische Widerrede drängte seine Beine, vor dem Braunbären zurückzuweichen und bloßer Trotz allein ließ Scott die Oberhand über seine Glieder behalten.
      „Du hast Hazel gesagt, du willst sie nie wiedersehen, Scott!“, schalt Kolja ihn. „Du hast sie aus deinem Leben verbannt. Wie, um alles in der Welt, willst du das je geradebiegen?!"
      Geradebiegen?! Es gab nichts mehr, was sich geradebiegen ließe! Die Sache zwischen ihm und Hazel war gelaufen, seine Chancen dahin! Niemals würde es Hazel und Scott geben. Ärger, gepaart mit Liebeskummer platze aus Scott hervor: „Und was ist mit mir?! Mir geht es beschissen! Mann, du weißt, was ich mir für Hoffnungen wegen Hazel gemacht habe und das ist alles futsch! Was, verdammte Scheiße, denkst du, wie sich so was anfühlt? Wenn vor deiner Nase alles auseinanderfällt, ohne dass du das geringste dagegen tun kannst? Ich will Hazel! Ich würde die Zeit zurückdrehen, um diesen ganzen Bockmist nie durchstehen zu müssen. Aber das kann ich nun mal nicht!“
      Die beiden Freunde starrten aneinander an. Scotts Gefühle hämmerten von innen gegen seinen Brustkorb und forderten, aus dem Gefängnis zwischen seinen Rippen freigelassen zu werden. Ihr Hämmern und Geifern blockierten ihm die Atmung. Schwerfällig hob und senkte sich Scotts Brust.
      „Ungeschehen kannst du die Ereignisse nicht machen, aber du kannst sie heilen“, meinte Kolja überzeugt.
      Scotts Zwerchfell presste ein abschätziges Prusten hervor. „Als ob das was bringen würde.“
      Kurzzeitig war Kolja laut geworden, doch seine Missstimmung flaute schon wieder ab. Wesentlich ruhiger erklärte er: „Scott, Hazel ist deinetwegen in Tränen ausgebrochen. Würde sie so reagieren, wenn ihr alles egal wäre? Ihr tut leid, was passiert ist. Was du wüsstest, hättest du nicht jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen. Dir geht es schrecklich, ihr geht es schrecklich. Finde den Fehler in deiner Gleichung.“
      Scott wandte den Blick von seinem Freund ab, um das Gehörte zu verarbeiten. Allerdings hatte Kolja seinen Wortschwall längst nicht beendet: „Seit wir befreundet sind hast du dich nur mit Frauen eingelassen, die einfach waren, leicht zu händeln für dich. Und von jeder hast du dich nach wenigen Monaten getrennt, weil sie dir angeblich wie ein Klotz am Bein hingen. An Hazel hängst du praktisch seit dem Tag, an dem du sie kennen gelernt hast. Überleg mal, wieso das so ist, Scott. Im Gegensatz zu all deinen bisherigen Freundinnen fixiert Hazel ihr Dasein nicht einzig allein auf dich. Sie ist selbstständig und unabhängig und erwartet wohl kaum von dir, Verantwortung für sie zu übernehmen oder rund um die Uhr für sie parat zustehen. Wir wissen alle, wie sehr du solche Verpflichtungen hasst. Die Frau stirbt auch nicht vor Sehnsucht, solange sie weiß, dass es dir gut geht. Hazel kommt in ihrem Leben hervorragend ohne dich zurecht. Selbst, wenn du von heute auf morgen weg wärst. Was man allerdings im Umkehrschluss keineswegs von dir behaupten kann, weil du einfach unfähig bist, deinen Hintern aus Schwierigkeiten rauszuhalten. Verzeih mir den Vergleich, doch du bist wie ein Hund, der jeden ankläfft, der am Gartenzaun entlangläuft. Bloß bist du es gewohnt, sofort angekettet zu werden, sobald du auch nur den Kopf hebst. Hazel hingegen lässt dich knurren und toben und erst, sowie du zum Sprung über den Zaun ansetzt, pfeift sie dich zurück. Du willst deinen Freiraum und Hazel lässt ihn dir. Und irgendwie schafft sie es gleichzeitig, dich von Problemen fernzuhalten, ohne, dass du dich wie an der Leine gehalten fühlst. Ich habe keine Ahnung, wie sie das anstellt, denn dieser Balanceakt ist bewundernswert. Das beweist ihren Charakter. Ja, manchmal ist sie kompliziert. Aber endlich zeigt eine Frau Gefühle für dich, die keine hirnlose Puppe ist und du willst das einfach so wegwerfen? Das kannst du unmöglich ernst meinen.“
      Scott stöhnte überfordert und ging ein paar Schritte durch die Küche. Viel zu viele Gedanken droschen auf seinen Verstand ein, als dass Scott ihrer Herr wurde. „Was soll ich deiner Meinung nach tun?“, wollte er wissen.
      „Du wirst mit ihr reden. Du wirst ihr zuhören, was immer sie dir zu sagen hat, und ihr gegenüber zugeben, dich wie ein Mistkerl aufgeführt zu haben. Besser du lässt dir etwas einfallen, was dir hilft den Riss zu kitten, den diese Episode definitiv in eurer Beziehung hinterlassen hat.“
      Etwas, das ihm half… Oh, dazu fiel Scott etwas ein! „Hast du noch Moiras Zugangsdaten für ihren Amazon-Account im Kopf?“
      Der abrupte Themenwechsel ließ Kolja stutzen. Verdutzt antwortete er: „Ja, klar.“ Offensichtlich ging der Zusammenhang an ihm vorbei. „Was hast du vor?“
      „Ich will von Hazel ein Versprechen einfordern, das sie nie gehalten hat. Dafür muss ich erst etwas besorgen und das kriegt man heutzutage nicht im Supermarkt.“ Mit diesen Worten zog Scott sein Smartphone hervor und rief im Internetbrowser die Startseite des Onlineshops auf. „Okay, ich bin soweit. Sag an.“
    • Skadi schrieb:

      „Richtig. Tue ich normalerweise. Aber du bist mein Freund, genauso wie Hazel und wenn ich sie aufgelöst in meiner Küche vorfinde, weil sie sich wegen eines Idioten wie dir die Augen ausheult, überschreitet das meine persönliche Akzeptanzgrenze.“
      Und ich kann mir so gut vorstellen, wie nüchtern Kolja dabei bleibt XD

      Skadi schrieb:

      „Ich behaupte nicht, dass Hazel sich richtig verhalten hat. Trotzdem gewährt dir das keinen Freibrief, dich wie ein Arschloch aufzuführen.“
      „Ich habe mich ni-…!“
      „Und ob du das hast!“
      Mihihihi!

      Skadi schrieb:

      „Ich will von Hazel ein Versprechen einfordern, das sie nie gehalten hat. Dafür muss ich erst etwas besorgen und das kriegt man heutzutage nicht im Supermarkt.“
      Na jetzt bin ich aber gespannt :D

      :hail: @Kolja! DANKE!!! XD
      Bleibt nur zu hoffen, dass die Beiden sich wieder zusammenraufen ...
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
      Waschmaschine!

    • Spoiler anzeigen

      Miri schrieb:

      Skadi schrieb:

      „Ich will von Hazel ein Versprechen einfordern, das sie nie gehalten hat. Dafür muss ich erst etwas besorgen und das kriegt man heutzutage nicht im Supermarkt.“
      Na jetzt bin ich aber gespannt :D
      Also aus dem Text heraus könnte man es eigentlich schon wissen :D Aber in der Hinsicht geht durch die Zeitverzögerung zwischen den Abschnitten einfach vieles verloren, leider.


      Miri schrieb:

      :hail: @Kolja! DANKE!!! XD
      Er nickt und meint "пожалуйста" C:
    • Hallo @Skadi

      Skadi schrieb:

      Mit einem wütenden Tritt zwang Scott den Müllsack zurück an seinen Platz im Freiraum unterhalb der Küchenspüle. Wie passend. Scott kam sich selbst wie Abfall vor und Hazel war diejenige, die ihn skrupellos wie leere Bierdosen über die Straße kickte.
      Oh ... das ist ja ... beinah poetisch? :rofl:

      Skadi schrieb:

      Er wollte sie so unbedingt und die Vorstellung, sie würde tatsächlich verschwinden, ätzte schlimmer als nüchterne Kotze nach einem Saufgelage.
      8| ich habe mich geirrt :D er ist defintiv nicht poetisch, aber mit Vergleichen hat er es drauf xD

      Skadi schrieb:

      „Scott, Hazel ist deinetwegen in Tränen ausgebrochen. Würde sie so reagieren, wenn ihr alles egal wäre? Ihr tut leid, was passiert ist. Was du wüsstest, hättest du nicht jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen. Dir geht es schrecklich, ihr geht es schrecklich. Finde den Fehler in deiner Gleichung.“
      Danke Kolja! :hail:

      Was sich Scottie jetzt auf Amazon bestellen will?! Ich bin gespannt ^^
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Neu

      Skadi schrieb:

      Colin kam mit hinauf.
      Großartig!!!

      Ich freu mich gerade mächtig, daß Hayes in diesem Teil so mordsmäßig Asi rüberkommt. Bisher war er ja eher ein "blasser" Charakter. Das er hier jetzt den absoluten Vollproll gibt, macht ihn mir richtig sympathisch! :phatgrin:
      Und was diese Formulierung betrifft:

      Skadi schrieb:

      Dabei hatte er eine so tolle Nase. Hazel mochte seine Nase. Warum bekam er es nur nicht auf die Reihe, sie auch mal in ihre Angelegenheiten zu stecken?
      Da bleibt viel Raum für jede Menge Kopfkino...ich liebe es. :thumbsup:

      Skadi schrieb:

      Hazel spürte, wie ihr schlagartig sämtliche Farbe aus dem Gesicht wich, die sich nunmehr in ihrer Kehle zu einem sperrigen Klumpen ansammelte und dann wie eine Bowlingkugel durch ihre Eingeweide kegelte.
      Sorry, aber dieser Satz macht (zum allerersten Mal in der gesamten Erzählung) keinen Sinn - Die Hazel aus dem Gesicht weichende Fsrbe sammelt sich in ihrer Kehle zu einem sperrigen Klumpen...? ?(

      Skadi schrieb:

      Überall um das Gebäude herum wucherte Unkraut und Gestrüpp hoch genug, damit ein ausgewachsener Mensch Deckung darin fand, und verwuchs mit einem eingebeulten, rostigen Maschendrahtzaun zu einem stachligen Dickicht aus Natur und aufgegebener Moderne vergangener Dekaden.
      Ein "...Dickicht aus Natur und aufgegebener Moderne vergangener Dekaden".

      Das ist nur eine von diesen vielen kleinen Perlen der Formulierungskunst von Dir, die mich dazu bringen, diese Geschichte zu verschlingen. Chapeau!!!

      Skadi schrieb:

      Aber die Mädels verschwanden bereits durch die Tür, ohne Scott eines letzten Blickes zu würdigen.
      Mach "weiteren" daraus.

      Skadi schrieb:

      Außerdem wusste sie eine Lauge zu brauen, aus der man hervorragend medizinballgroße Seifenblasen pusten konnte, die beim Zerplatzen das hohe C trafen.
      Was für eine megageile Idee war das denn jetzt wieder??? Wenn das so weitergeht hier, wird "Zwerchfellriss" noch mein zweiter Vorname!!! :nummer1:

      Skadi schrieb:

      Du scheinst ganz anders als O’Rourke und Sulley zu sein und ihre Gesellschaft tut dir offensichtlich schaden.
      Wer hat denn das geschrieben...geht ja gar nicht. ?(
      Ich schreibe niemals über Dinge, die ich gesehen habe, nur über die, von denen ich geträumt habe.
      (Lord Dunsany)

      Tod und Phantasie
      Die dritte Ebene
      Wenn die Flut kommt
      Das Buch Casann - der erste Teil: Erweckung der Schwerter
    • Neu

      Hazel

      Es war Montagnacht und Hazel brachte die schlimmste Schicht hinter sich, die sie jemals im Tír na nÓg überstehen musste. Ihr zweiter Kellner fiel aus und ausgerechnet der Freak, den sie am aller wenigsten sehen wollte, sprang für ihn ein: Scott. Großartig. Es wäre zu schön gewesen, wenn einer der anderen die Vertretung gestellt hätte. Glen oder Anne zum Beispiel. Irgendjemand, in dessen Gegenwart sich Hazel nicht unter dem größten Stein weit und breit verkriechen und losheulen wollte. Ein ganzes Wochenende reichte offensichtlich keinesfalls aus, um Liebeskummer zu verarbeiten. Scotts Anblick genügt, um Hazel daran zu erinnern, wie frisch ihre emotionalen Wunden waren.
      Gegenwärtig verließ der letzte Gast den Pub. Der diensthabende Koch hatte sich in den Feierabend verabschiedet und Hayes ging mit seiner Sukkubusstammnutte aus, sodass die Kellner unter sich zurückblieben. Sie mussten nur noch aufräumen, dann durfte Hazel endlich die Flucht nachhause antreten. Weg von Scott, weg von seiner spürbaren Präsenz und weg von seiner Stimme, welche Hazel den ganzen Abend über hören musste, ohne dass sich eine einzige Silbe an sie richtete.
      Die Hexe fegte das Parkett am hinteren Bereich des Schankraums, während sich Scott am Tresen aufhielt. Ihm den Rücken zugekehrt, sah Hazel nicht, womit. Auf diese Weise war ihre ganze Schicht abgelaufen: Hazel gab sich große Mühe, Scott weder anzusehen oder gar Blickkontakt herzustellen. Standen sie aus Zufall nebeneinander an der Kasse, rechnete sie eilig ab und entfernte sich wortlos von ihm. Vermutlich beruhte dieses Verhalten auf Gegenseitigkeit, wenngleich Hazel Scott keine Gelegenheit ließ, es zu zeigen.
      Unter den Borsten des Besens häufte sich ein dunkler Streifen Dreck. Zu gern hätte Hazel das Pulver zur Hand, durch das der Besen ohne ihr Zutun den Boden reinigte und ihr erlaubte, schnellstmöglich den Pub zu verlassen. Sie schwelgte in diesem hoffnungslosen Wunschtraum, als in ihrer Hosentasche ihr Smartphone zu läuten begann. Ihr Klingelton, eine Rockversion von 'The Star Of The County Down', erreichte die Mitte der ersten Strophe, da hatte Hazel es hervor gefischt. Verwirrt runzelte sie ob der Anzeige die Stirn.
      Scott rief an.
      Anstatt seinen Anruf entgegenzunehmen, drehte sie sich mit verdatterten Gesichtsausdruck zum Tresen um. Auf einem der Barhocker hockte Scott, hielt sein Smartphone ans Ohr und beobachtete Hazel mit der aufmerksamen Neugierde eines jungen Hundewelpen.
      „Was soll das?“, wollte Hazel wissen. Es waren die ersten Worte, die sie seit mehreren Tagen an ihn richtete.
      Scott antwortete: „Du hast versucht mich anzurufen, also rufe ich zurück.“
      Unbeirrt begann die Sängerin des Klingeltons den Refrain. Hazel ließ sie trällern. Das war doch doof! „Wir halten uns im selben Raum auf.“ Zwischen ihnen lagen keine zehn Meter Abstand und Hazel brauchte nicht mal die Stimme zu erheben, damit Scott sie am gegenüberliegenden Ende des Raums verstand.
      Eine von Scotts Brauen zuckte. „Willst du nun reden oder was?“
      Ihr Blick wanderte von Scott zurück zum Display ihres Smartphones. Wollte sie? Sollte sie? Dass er mit ihr sprach, schürte Hoffnung in ihr. Hoffnung, die sich von einer Sekunde auf die nächste in niederschmetternden Schmerz transmutieren konnte, sollte sie unerfüllt bleiben. Und das würde Hazel kein zweites Mal ertragen.
      Schließlich zeigten sich ihre Finger ungeduldig und übertölpelten ihren unentschlossenen Verstand. Eigenmächtig fällten sie die Entscheidung an seiner statt und drückten den grünen Annahmebutton. Der Klingelton verstummte, als würde die Sängerin gespannt den Atem anhalten, während die Anzeige die Dauer des Telefonats aufzeichnete: eine Sekunde, zwei Sekunden, drei Sekunden… . Überfordert betrachtete Hazel die aufsteigenden Zahlen.
      Was sollte sie Scott sagen? Was gab es zu sagen? Und wichtiger: Was wollte Scott von ihr hören? Benommen führte sie das Smartphone an ihr Ohr. Einige Augenblicke, die für Hazel schleichend verstrichen, herrschte Schweigen auf beiden Enden der Leitung. Dann hörte Hazel sich mit belegter Stimme sagen: „Ich habe es nicht so gemeint.“ Den ersten Satz ausgesprochen, floss der Rest ungehindert hervor. „Ich hatte Angst um dich und habe mich hilflos gefühlt. Das hat mich wütend gemacht. Deshalb sind mir Sachen über die Lippen gekommen, die ich nie sagen wollte. Diese Dinge, die mich an dir nerven - die sind zweitrangig, weil ich den Rest an dir großartig finde. Du bist kein Traummann. Du bist viel besser, denn du bist real und deinetwegen schlägt alles in mir Purzelbäume. Ich denke ständig nur an dich und selbst wenn ich es wollte, würde ich dich niemals aus meinem Kopf kriegen. Ich habe mir eingebildet, dir das deutlich genug zu zeigen. Dass du wüsstest, was ich für dich fühle. Mir ist jetzt klar, dass das ein Irrtum war und ich will das ändern. Falls du mich also wirklich so gernhast, wie du mir gesagt hast, dann… dann…“
      Ihre Stimme war kläglich dünn geworden. Von Scott abgewandt, entgingen ihm ihre feuchten Augen. Wie konnte es sein, dass ihr Bekenntnis ihr das Herz zugleich leichter wie schwerer machte? Sie holte tief Luft um zu beenden, was sie Scott sagen wollte: „Bitte nimm mich zurück.“
      Seine Antwort folgte nicht sofort. Hazel sehnte Scotts Entscheidung im gleichen Maße herbei, wie sie sich vor ihr fürchtete und als eine Reaktion auf sich warten ließ, drehte sich die Hexe zu ihm herum. Scott saß weiterhin auf dem Hocker und starrte angestrengt nachdenkend in die Luft. Langsam ging Hazel zwischen den Stühlen und Tischen hindurch auf ihn zu. „Scott…?“, sprach sie ihn an.
      Durch das Smartphone vernahm Hazel seine Stimme stereofon. „Ich überlege. Du weißt doch, ich brauche für so was länger.“
      Mittlerweile stand Hazel unmittelbar vor ihm. Rasch blinzelte sie ihre Augen trocken und nahm das Smartphone vom Ohr, um den Anruf zu beenden. „Du musst keine Reden halten“, erklärte sie. „Ich möchte bloß wissen, ob du mich noch willst. Ja oder Nein, das reicht mir aus.“ Hauptsache Klarheit. Mehr verlangte sie nicht von ihm.
      Sein Blick hangelte sich von der Decke herab und richtete sich auf Hazel. Endlich antwortete er und sie begriff erst im zweiten Moment, was er sagte.
      „Ja. Unbedingt.“
      Es klang wahrscheinlich dumm, aber Hazels Brust fühlte sich an, als würde sich darin ein sanftes, angenehmes Licht ausbreiten und die Trübsinnigkeit der vergangenen Tage verdrängen. Mehr Emotionen, als sie namentlich zu benennen vermochte, prasselten auf sie ein. Vor allem Freude und Erleichterung strömte durch sie hindurch. Doch Scott bot den Glückshormonen Einhalt, die sich schon für eine Wildwasserfahrt durch Hazels Blutbahnen startklar machten: „Unter einer Bedingung.“ Erschrocken schluckte Hazel. Was erwartete sie jetzt? „Du verzeihst mir, wie ich mich benommen habe.“
      Darüber musste sie keinen Moment nachzudenken. „Das werde ich! Mir tut es wirklich leid“, ergänzte sie, um ihn auch ganz sicher von ihrer Reue zu überzeugen.
      Daraufhin eroberte ein fröhliches Grinsen Scotts Gesicht und Hazels Magengegend wurde dabei ganz warm. Nach all der Ablehnung tat dieser Beweis seiner Zuneigung ungemein gut. „Ich weiß. Das hast du schon gesagt.“ Er tippte auf seinem Smartphone herum und neigte das Display in Hazels Richtung. Man erkannte ihren gemeinsamen Chatverlauf – mitsamt Hazels letzten Nachrichten, die nun doch zugestellt wurden. „Drei Mal, um genau zu sein.“
      Derweil Scott redete, rutschte er vom Barhocker auf die Füße. „Dann ist jetzt wieder alles in Ordnung?“, wollte er von ihr bestätigt wissen. In seiner Tonlage schwang Unsicherheit mit, welche Hazel höchst selten bei ihm erlebte. Zustimmend nickte sie und spürte sodann, wie sich Scotts Hände um ihre Taille legten. Ganz nah zog er sie zu sich heran und Hazel lächelte glücklich. Wie sehr sie die Nähe zu ihm vermisst hatte! Zwei Paar braune Augen besahen einander, dann lehnte sich Scott für einen Kuss vor und Hazel kam ihm zu gern entgegen.
      Kurz vorher hielt er jedoch inne und stellte bestürzt fest: „Ich habe den Kitt vergessen!“
      Völlig verdutzt blinzelte Hazel. „Kitt? Was für Kitt?“
      „Um den Riss zu kitten.“ Welcher Riss? Wovon sprach Scott da? „Warte kurz“, bat er sie und zu Hazels Enttäuschung löste er seine Umarmung.
      Verwirrt beobachtete die Hexe, wie Scott zur Besenkammer eilte und darin rumorte. Als er wieder aus dem kleinen Räumchen heraustrat, trug er einen Versandkarton bei sich, den er demonstrativ vor Hazel auf dem Tresen abstellte. Die Paketversiegelung wurde bereits zerschnitten, daher brauchte sie den Pappdeckel nur nach Außen drücken, um den Inhalt zu erspähen. Überrascht griff Hazel hinein und zog eine kleine Tüte hervor.
    • Neu

      So :D
      Gestern kam ich nicht zu einem Kommentar.

      Mein Kommentar

      EEEEEEEEENDLICH!
      Da scheiß doch einer die Wand an ... :rofl: Wurde auch langsam Zeit. Ich war ja schon ein nervliches Wrack! XD

      Jetzt bin ich nur noch auf die Überraschung gespannt, weil ich es wirklich nicht mehr weiß (auch nicht aus den vorhergehenden Teilen XD)
      und ich freue mich schon ganz arg auf die nächste Episode. ich hoffe, mit Kolja <3
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
      Waschmaschine!

    • Neu

      Miri schrieb:

      und ich freue mich schon ganz arg auf die nächste Episode.
      Aber erstmal schließen wir die erste ab, ja? :rofl: Ein bisschen haben wir noch vor uns :D

      97dragonfly schrieb:

      Ich war auch ziemlich am Ende ... das konnte ich mir beinah nicht mehr länger antun!
      Aus meiner Perspektive kam mir die Dauer bis zu diesem Punkt gar nicht so lang vor ^^ Allerdings wusste ich ja auch, worauf der Text hinarbeitet :hmm:
      Außerdem haben die beiden es ein Jahr nicht auf die Ketten gekriegt, es wäre doch echt unglaubwürdig gewesen, wenn sie es jetzt auf einmal so mir nichts, dir nichts schaffen :rofl:

      Danke für eure Kommentare @Miri @97dragonfly ^^
    • Neu

      Skadi schrieb:

      Aber erstmal schließen wir die erste ab, ja? Ein bisschen haben wir noch vor uns
      NEIN! Wer Weiß, was Scott und Hazel wieder aneinander vorbeireden und das kriegen meine Nerven nicht mehr hin! :rofl:
      Außer O'Rouke bzw. sein dämlicher Betawolf kriegen noch auf's Maul ... :saint:
      Aber ja, ich lehne mich artig zurück und trinke einen Tee und harre der Dinge, die da kommen :D
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
      Waschmaschine!

    • Neu

      Miri schrieb:

      NEIN! Wer Weiß, was Scott und Hazel wieder aneinander vorbeireden und das kriegen meine Nerven nicht mehr hin!
      In der Hinsicht kann ich dich beruhigen. Mit den nächsten zwei Posts wird der Handlungsstrang der Romanze abgeschlossen ^^
      Und dann gehen wir auf's Finale zu :panik:
    • Neu

      PUUHA!
      Endlich (oder sollte ich besser sagen: leider?) bin ich durch. Was für ein Holterdipolter von Irrungen, Wirrungen und ganz großem Lesekino ind den letzten 2 Stunden. Wollte schon um acht Essen machen und dazu einen Film anschmeissen...drauf gepfiffen!!!
      Ich habe lange Zeit nicht mehr so eine klasse Geschichte vor der Nase gehabt!
      CHAPEAU, Skadi!

      Hier die die für mich absoluten Highlights der letzten Kapitel - auf sowas würde ich auch mal gerne kommen! :sekt:

      Skadi schrieb:

      Zum wiederholten Male zählte er aus Verzweiflung die weißen Längsstreifen auf jedem Hosenbein. Drei Stück jeweils. Unverändert.
      Geil. Was hat er erwartet...?

      Skadi schrieb:

      Das half ihr ganz bestimmt darüber hinweg, dass sie sich wie ein unsportlicher Walfisch vorkam, von dem es sich selbst in den Augen einer Busladung Umweltaktivisten nicht lohnte, ihn ins Meer zurückzuschieben.
      Stell ich mir gerade so vor: Bus kommt an, die gucken raus..."Och Nööö, lasst mal!!!" und brumm, wieder weg. :D

      Skadi schrieb:

      „Eine Suppe, die Muskelkater vertreibt.“
      „Nein.“
      „Synthetischer Feenstaub.“
      „Auch nicht.“
      „Blutersatz für vegane Vampire.“
      „Das dürften meines Wissens nach Blutorangen sein.“
      „Ein Kuchen, der einen auf den Tripp bringt.“
      „Du meinst Haschbrownies?“
      „Okay…. Vielleicht ein Serum, durch das man Farben hören kann?“
      „Das ist eine Form von Synästhesie…“
      „Dann ein Trank, der Kolja fließend Englisch sprechen lässt!“
      „Den hat er doch gar nicht nötig. Und außerdem kenne ich ihn erst seit zwei Jahren.“
      „Wie sieht es damit aus: Ein Gewürz, dass gesalzenen Erdnüssen Haare wachsen lässt!“
      „… jetzt mischst du nur noch wahllos miteinander, was dir gerade ins Auge fällt.“
      Scott stellte die geöffnete Erdnussdose weg.
      Kein weiterer Kommentar. Ein Dialog für die Ewigkeit...

      Skadi schrieb:

      „Liebesbeziehungen von anderen Leuten sind wie ein Soufflés. Man kann von außen durch die Backofenscheibe zusehen. Aber wenn man nicht die Finger vom Temperaturregler lässt, riskiert man, dass alles in sich zusammenfält."l
      Das ist hohe Philosophie... :thumbup:


      Skadi schrieb:

      Sie fühlte sich wie die Gläser, die ihr aus den Händen geglitten waren: am Boden zerstört und zu Scherben zerschmettert.
      Und das ist es, was ich die hohe Kunst der bildhaften sprachlichen Eleganz nenne. Ganz selten. :thumbup: :thumbup: :thumbup:

      Habe ich alles??? Fast:

      Skadi schrieb:

      „Dieses düstere Drecksloch würde auf jeden Fall das richtige Ambiente für die Werke von Poe, Bierce und..."
      Das war - und das ist mein voller Ernst - das erste Mal, daß ich jemanden den Namen von Ambrose Bierce habe nennen hören, der ihn sehr wahrscheinlich nicht nur aus "From Dusk till Dawn 3" kennt, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit auch das "Wörterbuch des Teufels" gelesen hat. Bemerkenswert...

      Und jetzt soll's genug sein. Meinen ausdrücklichen DANK für diese bis jetzt ausgezeichnet Geschichte, Skadi. Ich werde am Ball bleiben. Laß mich bloß nicht hängen... :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      Burk
      Ich schreibe niemals über Dinge, die ich gesehen habe, nur über die, von denen ich geträumt habe.
      (Lord Dunsany)

      Tod und Phantasie
      Die dritte Ebene
      Wenn die Flut kommt
      Das Buch Casann - der erste Teil: Erweckung der Schwerter