Cayennes Schandtaten (Kurzgeschichtensammlung)

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    • „Sagen wir, ich hatte noch eine alte Rechnung zu begleichen.“ Ohne weitere Erklärungen machte ich kehrt und schwang mich auf Strelkas Rücken. Die Stute war sichtlich froh dem Lärm entkommen zu können. Scheinbar hatte auch sie die Ruhe der letzten zwei Tage genossen. Widerwillig folgten mir meine beiden Gefährten. Gemächlich trabten wir durch die Straßen des Dorfes und ließen es allmählich hinter uns.
      Der Tag war warm gewesen, doch in der Nacht sank die Temperatur schon beträchtlich, sodass wir uns bald in unsere Mäntel hüllen mussten und dem ständigen Genöle von Keks ausgesetzt waren. Seine Worte hallten durch die Dunkelheit.
      „Hättest du mit deiner Aktion nicht bis morgen warten können? Ich friere mir hier noch die Eier ab!“
      „Welche Eier?“, fragte ich, trotz der Kälte immer noch verboten gut gelaunt.
      „Das solltest du doch am besten wissen!“, schoss Keks zurück.
      Jane ruckte in ihrem Sattel zu mir herum: „Du hast mit ihm geschlafen?! Wann?“
      „Ich war voll wie ein Eimer!“, verteidigte ich mich.
      „Das erklärt einiges“, grinste die Piratin.
      „Was soll das denn heißen?!“, wetterte Keks.
      „Das ging eher gegen Cayenne. Anders wird sie scheinbar nicht locker.“
      „Nicht locker? Nicht locker?! Was spricht dagegen, wenn man moralische Grundsätze hat?!“
      Keks und Jane brachen in herzliches Gelächter aus.
      „Moralische Grundsätze!“, kiekse Jane zwischen zwei Lachanfällen.
      Ich verdrehte die Augen. Nun sank meine Laune doch etwas. Wenn ich alleine gewesen wäre, hätte ich meinen Triumph wenigstens genießen können! Ich drückte meiner Stute sachte die Fersen in die Flanke und sie beschleunigte ihre Schritte, sodass wir uns von den anderen Beiden ein wenig absetzten.
      Ich seufzte und starrte vor mir in die Dunkelheit. Es war Neumond, sodass nur die Sterne unseren Weg erhellten. Ihr blasses Licht ließ mich den Weg vor mir gerade so erahnen. Und ich hatte keinen blassen Schimmer, wohin er mich führte. Eigentlich war es mir auch egal. Einfach weiter, immer weiter, so wie es mein ganzes Leben schon gewesen war.
      Melancholie drohte mich zu überwältigen. Mühsam kämpfte ich sie zurück, sonst würde ich sentimental werden. Schließlich konnte ich an meiner Situation nichts ändern.
      Um zu verhindern das alte Wunden erneut aufrissen, lenkte ich Strelka ein wenig abseits und stieg ab. Auf dem freien Feld am Rande eines Weinbergs, würden wir übernachten können.
      Es dauerte nicht lange, da hatte Keks mit geschickten Fingern ein kleines Feuer entfacht. Als Feuerholz hatte ich einfach einige Pfosten des Zaunes, an dem die Weinreben hochgebunden wurden, umfunktioniert. Auf den weitläufigen Feldern und Wiesen war nichts anderes zu finden gewesen.
      Jane und Keks saßen dicht am Feuer und wärmten sich an den Flammen. Ich kümmerte mich umständlich und lange um die Pferde, was unnötig war, denn absatteln lohnte sich zu der Uhrzeit nicht mehr und die Tiere standen auf einer Wiese, hatten also auch genug zu fressen. Flüsternd unterhielt ich mich mit meiner Stute, bis auch ich irgendwann genug fror, um meinen Gefährten am Feuer Gesellschaft zu leisten. Eng in meinen Mantel gehüllt, streckte ich meine klammen Finger nach der Wärmequelle aus.
      Jane versuchte meinen Blick einzufangen. „Willst du uns nicht erzählen, warum du ihn geschlagen hast?“
      Ich musterte sie aus dem Augenwinkel und tastete vorsichtig im Geiste nach ihr. Jane ließ es zu und sofort verband uns jene Vertrautheit, die ich bei unserer ersten Begegnung verspürt hatte und ich genoss dieses Gefühl.
      Als ich weiter schwieg, sah Keks auf. „Das wärst du uns schuldig.“ Er sprach die Worte sanft, um mich nicht zu reizen, aber ich spürte, dass er weiter nerven würde, wenn ich versuchte auszuweichen. Zwar hatte ich in der Bucht, als ich zu sterben drohte, seine und Janes Kräfte in mir kanalisiert und zur Heilung meiner tödlichen Bauchwunde eingesetzt, aber dennoch: Mit Keks hatte ich die innige Verbindung wie ich sie mit Jane hatte nicht. Vermutlich weil wir uns beide dem anderen immer noch ein Stück weit verweigerten. Allerdings wusste ich, dass Keks es sich anders wünschte. Aber er ahnte, dass ich zu große davor Angst hatte, was das für uns bedeuten könnte. Sein Blick traf meinen. Ich hielt stand und versuchte es trotzdem mit Widerworten: „Es ist spät. Wir sollten ein wenig schlafen.“
      „Nee, nee, nee. So einfach kommst du uns nicht davon“, sagte Jane sofort und grinste. Sie witterte eine gute Geschichte.
      Keks deutete auf sein Auge. „Ich will wenigstens dafür eine Erklärung. Außerdem sind wir schon so lange gemeinsam unterwegs und ich weiß fast gar nichts über dich. Ich hab dir mein Geheimnis anvertraut.“
      Ich grunzte unwillig. Schließlich hatte er es lange genug für sich behalten, weil er mir nicht vertraut hatte. Andererseits konnte ich es ihm nicht verübeln. Schließlich hatte ihn ziemlich am Anfang unserer Bekanntschaft niedergeschlagen und war dann mit unserer Beute verschwunden. Was ihn in beträchtliche Schwierigkeiten gebracht hatte.
      Und mittlerweile hatte Keks mehr als einmal ohne zu Zögern seinen Kopf für mich hingehalten, wenn ich seiner Unterstützung bedurfte. Ein kleiner Teil in mir flüsterte mir zu, dass ich nicht nur Jane, sondern auch Keks vertrauen konnte. Wenn nicht ihnen, wem dann? Aber der weitaus größere Teil in mir scheute sich. Zu viel war in meinem Leben schief gegangen. Ich holte tief Luft und versuchte mich zu sammeln. Mit ein wenig Mühe sprang ich über meinen Schatten. Das hier war schließlich eine der harmloseren Anekdoten aus meiner Vergangenheit. Also begann ich zu erzählen.
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
      Waschmaschine!

    • Na das fängt ja gut an @Miri :D

      Deine Beschreibungen sind durchweg gelungen und es gelingt dir, eine gesunde Mischung aus Ernsthaftigkeit, Humor und Biss zu erzeugen.

      Da laufen die gerade mal ein paar Tage durch die Gegend und schon schlägt Cayenne dem nächstbesten Kerl auf die Schnauze xD
      Das ist die Cayenne, die wir kennen und lieben :D
      Ich bin schon gespannt, was für eine Geschichte sie dazu zu bieten hat. Etwas komisches sicherlich :D

      Und Cayenne scheint doch zu wissen, dass sie sich Keks mehr als gedacht hingezogen fühlt :rolleyes:

      LG
      „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
      - Meister Lukras -

      Meine Geschichte
      Die Kriegerin von Catrellak
    • Hi @Miri

      Ich habe jetzt auch wieder aufgeholt xD und ich merke, dass wenn ich etwas witziges zum lesen brauche, dann lese ich einfach Cayenne :rofl: und sehe zu, wie sie nicht sonderlich nett zu ihren Mitmenschen ist xD würde es gar schon als kratzbürstig bezeichen!
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Kalt brauste mir der Wind um die Ohren. Es war bereits der zweite Winter, den ich ohne meine Eltern verbrachte. Mit steifen Fingern fuhr ich fort die Wäsche meiner Herrin in den Bach zu tauchen und zu waschen. An den Rändern war er bereits zugefroren, doch in seiner Mitte rauschte das Wasser noch schnell und glitzernd vor sich hin. Wie das Dorf hieß, in dem ich gerade arbeitete, wusste ich schon nicht mehr. In den zwei Jahren, die ich bereits von zu Hause fort war, waren mehr gewesen, als ich zählen konnte. Die Wanderschaft war anfangs aufregend gewesen. Ich hatte genug Geld für Zimmer mit gemütlichen Betten und warmes Essen. Eigentlich hatte ich von Stadt zu Stadt ziehen wollen, um etwas von der Welt zu sehen. Aber das Geld war schneller zur Neige gegangen, als ich gedacht hatte und so musste ich in den Dörfern Arbeit annehmen, um im Stall schlafen und eine dünne Suppe essen zu dürfen. Ich ahnte, dass ich viel zu naiv gewesen war, als ich von heute auf morgen von zu Hause fortgegangen war.
      „Ich bin stolz auf dich, Cayenne“, hatte mein Papa mir zum Abschied ins Ohr geflüstert. Meine Mama hatte Tränen in den Augen, doch sie lachte, als sie mir winkte. Ich war die Erste seit Jahrzehnten, die das Dorf verließ, um in der weiten Welt ihr Glück zu versuchen. Ich konnte nicht zurück. Ich konnte sie einfach nicht enttäuschen.
      Also nahm ich jede Arbeit an, die ich kriegen konnte und war mir für nichts zu schade.
      Im Winter war das allerdings leichter gesagt als getan. Es gab nichts zu säen, nichts zu ernten. Zum Glück hatte mich die Frau eines niederen Grafen dennoch aufgenommen. Sie suchte kein Personal, aber sie hatte Mitleid mit mir. Man sah mir wohl an, dass ich erfrieren würde, wenn ich nicht bald ein warmes Bett und was Anständiges zu Essen bekam.
      Meine Herrin war gut zu mir und ich wurde schnell wieder kräftiger. Für sie arbeitete ich besonders hart.
      Die Gräfin hatte einen Sohn. Er sah umwerfend gut aus. Volles blondes Haar, attraktive Figur und ein narrisches Glitzern in den tiefblauen Augen. Dementsprechend wurde er von Frauen umschwärmt. Von allen, außer mir. Warum auch? Ich hatte nicht den Plan sesshaft und Mutter zu werden. Ich wollte mehr. Mehr von der Welt sehen, mehr Abendteuer erleben und doch noch mein Glück finden. Das war es schließlich, weswegen ich von zu Hause weggegangen war. Scheinbar schien ihn aber genau dieses Desinteresse zu reizen. Anfangs umgarnte er mich noch. Versuchte mein Wohlwollen zu gewinnen. Zwirbelte meine Haare zwischen seinen Fingern und sagte mir die schönsten Sachen. Mehrmals erklärte ich ihm, dass ich sein Interesse durchaus zu schätzen wüsste, aber einfach auf der Suche nach etwas anderem sei. Trotzdem glaubte ich ihm seine Komplimente und fühlte mich von seiner Aufmerksamkeit geschmeichelt. Heute würde ich ihm sagen, dass ich auf keinen Fall eine weitere Kerbe im Bettpfosten eines Möchtegern-Adeligen sein wollte. Heute. Aber damals war ich noch naiv und glaubte an das Gute im Menschen. Also nahm ich stillschweigend seine Aufmerksamkeit und kleinen Geschenke, die er mir machte, an. Jedoch stets unter der ehrlichen Prämisse, dass nichts meine Meinung zu ändern vermochte. Er wusste das, aber trotzdem ließ er nicht locker.
      Nach einer Weile akzeptierte er, dass er bei mir auf Granit biss. Da schwang sein Bemühen in Abneigung um. Er machte mir das Leben schwer. Verschüttete mit Absicht seine Getränke, sodass ich zu seinen Füßen den Boden wischen musste, versalzte mir meine Essen (rückblickend wirklich albern für einen erwachsenen Mann) und seinetwegen war ich auch hier draußen und musste mit vor Kälte brennenden Fingern seine Wäsche waschen, die er zuvor mit Absicht schmutzig gemacht hatte. Kaum zu glauben, dass er zwei Jahre älter war als ich.
      Energischer als notwendig klatschte ich seine Wäsche ins Wasser. Ich brauchte die Arbeit. Anders würde ich nicht über den Winter kommen. Dieser war besonders hart und daran das Dorf vor Anbruch des Frühlings zu verlassen, durfte ich gar nicht erst denken.
      Gerade versuchte ich einen besonders hartnäckigen Fleck aus seiner Hose zu reiben, als ich Schritte hinter mir vernahm. Ehe ich mit meinem vor Kälte steifen Gliedern reagieren konnte, spürte ich wie grobe Hände mich packten und hochhoben.
      Ich begann zu schreien und versuchte mich zu befreien, aber es gelang mir nicht. Im nächsten Augenblick war ich umringt von Sam, dem Sohn der Gräfin und seinen dämlichen Freunden. Einer hielt mir die Hände auf dem Rücken fest. Ich konnte mich nicht aus seinem Griff befreien. Entsetzt blickte ich Sam an. Aber er lachte nur und drehte sich zu seinen Freunden um: „Habt ihr jemals schon mal so ein hässliches Mädchen gesehen?“
      Die Jungen lachten. Sam ging auf mich zu, griff nach meiner Haarsträhne, wie er es schon so oft getan hatte, doch statt sie um seinen Finger zu wickeln, riss er sie aus.
      „Was soll das überhaupt für eine Haarfarbe sein? Unnatürlich. Bist du die Brut eines Dämons?“
      Ich schwieg. Fassungslos über das, was hier gerade geschah. Hatte er nicht gesagt, dass meine Haare das Schönste an mir waren?
      „Und diese Augen! Seht sie euch an! Grau wie eines Blinden!“
      „Aber …“, stammelte ich.
      Sam fuhr zu mir herum, brachte sein Gesicht nahe an meins und äffte mich nach: „Aber, aber … Hast du zu sprechen verlernt, du dumme Gans?“
      Er packte mich an den Haaren und stieß mich in den Schnee. Ich wollte aufstehen, doch er stieß mich zurück. Die Jungs lachten. Heiß schossen mir die Tränen in die Augen. Wie konnte er mich so demütigen, nach allem, was er zu mir gesagt hatte?
      „Oh, jetzt weint die Kleine. Willst du zu deiner Mami?“ Höhnisch verzog er die Lippen und gab seinen Kumpanen einen Wink. Zwei von ihnen packten mich, einer an den Füßen, einer an den Armen. Ich zappelte und strampelte und versuchte mich zu befreien, während mir meine Tränen über die Wangen liefen.
      Sie trugen mich zum Ufer des Bachs und begannen mich zu schwingen.
      „Nein!“, rief ich, doch ihr gegrölter Reim übertönte mein Flehen: „Engelchen, Engelchen, fliiieeeg!“ Sie ließen mich los und ich klatsche ungelenk in das eiskalte Wasser, das über mir zusammenschlug und mir den Atem raubte. Hustens tauchte ich wieder auf und sah Sam und seine Bande lachend weggehen.
      Meine vom Wasser schweren Röcke behinderten mich bei dem Versuch aus dem Bach zu klettern. Zweimal rutschte ich ab, doch schließlich schaffte ich es mich auf allen Vieren in den Schnee am Ufer zu ziehen. Tränen der Wurt rannen mir über die Wangen. Schluchzend packte ich die Wäsche ein und machte mich zitternd auf den Rückweg.

      Ich hatte nicht damit gerechnet, während des Erzählens wieder achtzehn zu sein und dieselbe hilflose Wut zu spüren, die sich wie eine Faust um mein Herz schloss.
      Herausfordernd blickte ich Keks und Jane an, das Kinn stolz gehoben. Aber ich sah nicht, was ich erwartet hatte. Es war kein Mitleid in ihren Augen. Stattdessen wurde ihre Überraschung von Erkenntnis abgelöst und nach einigen Wimpernschlägen grinsten sie über beide Ohren. Sie schienen eine stille Übereinkunft getroffen zu haben.
      „Ich finde, er hat mehr als eine versaute Geburtstagsfeier verdient“, sagte Jane.
      Keks nickte. „Ich hätte da auch schon eine Idee …“
      In diesem Augenblick fühlte ich eine so tiefe Verbundenheit mit den beiden Halbgöttern, wie ich sie noch nie gespürt hatte. Zugleich wohlig und schmerzhaft zog es mir den Magen zusammen.
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    • Hm. Ich hätte Sam durchaus schlimmeres zugetraut.

      Aber unglaublich, wie sich bis hierher entwickelt hat - jetzt hat sie nicht gezögert, Sam herzhaft ins Gesicht zu fassen xD

      Ich bin gespannt, wie die beiden Halbgötter seinen Geburtstag endgültig ruinieren wollen :D

      LG
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      Meine Geschichte
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    • Als der Tag anbrach, machten wir uns zurück auf den Weg Richtung Rogel.
      Was genau Keks und Jane vorhatten, wusste ich nicht. Die Beiden hatten konsequent geschwiegen und gegrinst. Ich hatte das dumpfe Gefühl, dass sie mein Vertrauen auf die Probe stellten. Mit gemischten Gefühlen packte ich also zusammen und löschte das Feuer.
      Diese Nacht hatten wir alle kein Auge zugetan und dementsprechend hing ich im Sattel. Ich war zwar gerne aktiv und viel unterwegs, aber gegen sieben bis acht Stunden Schlaf hatte ich in der Regel nichts einzuwenden.
      Naja, Augen zu und durch. Oder besser: Augen auf und durch.
      Sobald ich die ersten Häuser von Rogel erkennen konnte, spannten sich meine Muskeln so sehr, dass mein Nacken schmerzte. Bei Tageslicht erinnerte mich Rogel an die ländliche Idylle meines Heimatdorfes. Erneut wurde ich von leichtem Heimweh gepackt. Meine beiden Begleiter ritten vor mir, Seite an Seite und tuschelten. Dabei warfen sie mir immer wieder skeptische Blicke über die Schulter zu.
      „Meinst du wirklich, dass es klappt?“, hörte ich Keks fragen.
      „Und wie!“, bestätigte Jane. Dabei grinste sie mich bis über beide Ohren an. Mir gefiel das nicht. Ich schien die Hauptrolle in ihrem Plan zu sein und hatte keine Ahnung, worum es ging.
      „Leute …“, warf ich deshalb vorsichtig ein.
      „Du wirst doch wohl nicht kneifen!“, unterbrach Jane mich sofort.
      „Vertrau uns“, sagte Keks betont provokant. Er wusste, wie schwer ich mich damit tat.
      Ich schwieg. Die Sonne war gerade über den Horizont geklettert, als wir Rogel erreichten. Das Dorf war noch schlaftrunken, nur wenige Menschen waren unterwegs und die sahen aus, als würde sie ein mächtiger Kater plagen. Einige von ihnen hatten Prellungen und Platzwunden. Aber sie nahmen keine Notiz von uns. Wahrscheinlich konnten sich viele nicht mehr erinnern, was genau gestern Nacht passiert war. Der Alkohol war in Strömen geflossen. Einige hoben zwar die Köpfe und musterten uns, doch wenn sie uns erkannten, dann waren sie zu sehr von ihrem Kater gequält, um sich näher mit uns zu beschäftigen. Wir erreichten den Marktplatz und sprangen ab. Um meine Füße stieb eine dünne Staubwolke auf. Ich folgte Jane und Keks, die zielstrebig auf die Taverne zugingen und eintraten. An den Tischen verteilt saßen nur drei Reisende und Sam.
      Seine Haare waren zerzaust und – wie ich mit Genugtuung feststellte – seine Lippe aufgeplatzt. Er hob den Kopf, um die Neuankömmlinge zu mustern.
      „Ah, der rote Teufel“, sagte er und ein Haifischgrinsen legte sich auf seine Züge. „Willst du dich für meinen versauten Geburtstag entschuldigen?“
      „Ich weiß zwar nicht, was ich hier soll“, ich warf Jane und Keks bohrende Blicke zu, „aber das hatte ich sicher nicht vor.“
      „Solltest du aber. Oder soll ich dich wieder in einen Bach werfen?“
      Ich blickte mich demonstrativ um. „Ohne deine Kumpanen?“
      Unsere Blicke trafen sich, keiner von uns beiden blinzelte. Ich hatte immer noch keine Ahnung, was Jane und Keks vorhatten. Plötzlich trat Jane zwischen uns und unterbrach unser Blickduell. Beschwichtigend hob sie die Hände.
      „Ich schlage eine Wette vor“, sagte sie und blickte erst mich und dann Sam herausfordernd an. „Der Verlierer muss, wie die Götter ihn schufen, durch das Dorf laufen und dabei gackern wie ein Huhn und mit dem Armen wackeln.“
      „Was zum?“, entglitt es mir entgeistert.
      „Das gefällt mir“, sagte Sam und lehnte sich zurück. Dabei ließ er prüfend seinen Blick über meinen Körper gleiten. Angeekelt wandte ich mich wieder Jane zu.
      Diese fuhr fort: „Wer als erstes einhundert Liegestützen geschafft hat gewinnt.“
      „Das ist alles?“, wollte ich wissen.
      „Einverstanden“, kam es sogleich von Sam. Er schien sich seiner Sache sicher. „Mit dir werde ich mit links fertig.“ So arrogant wie er war, kam er gar nicht auf den Gedanken, dass er verlieren könnte.
      Keks stieß mich in die Seite. „Na los!“, flüsterte er und lächelte aufmunternd.
      „Nagut“, sagte ich wiederwillig. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie zum Geier ich hundert Liegestütze schaffen sollte. Zehn waren das höchste der Gefühle. Aber ich hatte Keks unterschwellige Aufforderung ihnen zu vertrauen wahrgenommen, also tat ich das.
      „Du da!“, sprach Jane einen Fremden an, der zwei Plätze weiter saß und Rührei mit Speck aß. Du bist unser Zeuge.“
      Der Mann freute sich sichtlich. „Gern. Ich kann nur gewinnen, entweder sehe ich eine nackte Frau oder einen arroganten Mistkerl, der es nicht anders verdient hätte.“
      Mich überraschte die Aussage. Gestern hatten alle noch einträchtig gefeiert, einige Männer waren sogar für Sam in die Bresche gesprungen. Innerlich zuckte ich mit den Schultern und gab die Schuld dem Alkohol und der Tatsache, dass alle mitfeiern wollten (Essen umsonst, Jippie!) und es sich deshalb niemand mit Sam hatte verscherzen wollen.
      Also zog ich, wenn auch widerwillig, meinen Mantel aus und drückte ihn Keks in die Hand.
      Sam kam um den Tisch herum und gesellte sich neben mich. Nebeneinander gingen wir in Startposition. Keks und Jane setzten sich auf den Tisch, mit den Füßen auf die Bank.
      „Ich zähle für Cayenne, du für Sam“, sagte sie zu Keks. Als er nickte, zählte die Piratin an: „Auf die Plätze, fertig, los!“
      Sam legte los. Ganz schön schnell wie ich fand. Er schaffte zwei Liegestützen, während ich eine schaffte. Plötzlich spürte ich Jane und Keks an meine geistige Tür klopfen. Plötzlich begriff ich und musste ein Grinsen unterdrücken. Ich ließ sie eintreten und bündelte ihre Kräfte in mir. Meine Arme wurden leichter, meine Bewegungen flüssiger. In einem festen Takt, unbeirrbar wie der Marsch von Soldaten, machte ich einen Liegestütz nach der anderen. Sam neben mir kam bald ins Schnaufen, musste ab und zu Pausen einlegen und dann erneut ansetzen. Entsetzt warf er mir Seitenblicke zu.
      Während seine Arme zitterten, machte ich lässig weiter.
      „Zweiundfünfzig, Dreiundfünfzig“, zählte Jane lauter als nötig.
      „Viiiiieeeerziiiig“, sagte Keks und zog die Zahl provokant in die Länge.
      „Miststück!“, presste Sam zwischen zusammengebissen Zähnen als er sich erneut nach oben drückte.
      „Du wirst doch wohl nicht gegen ein Mädchen verlieren?“, stichelte ich.
      Er schnaufte nur und versuchte mich einzuholen. Tatsächlich bündelte er nochmal alle seine Kräfte und ich ließ ihn soweit zu mir aufschließen, dass uns nur noch wenige Liegestützen voneinander trennten. So ging es noch einige Augenblicke. Mittlerweile hatten sich auch die anderen Gäste, der Wirt und seine Bedienungen um uns versammelt.
      „Neunundneunzig“, rief Jane schließlich.
      „Siebenundneunzig“, zählte Keks.
      „Hundert!“, brüllte Jane und riss jubelnd die Arme in die Luft.
      Sam ließ sich auf den Boden fallen und schöpfte Atem. Ich stand lässig auf und klopfte mir den nichtvorhandenen Staub von den Kleidern.
      „Du hast geschummelt!“, keuchte Sam.
      „Wie denn?“, fragte der Fremde, der uns genau beobachtet hatte. Er grinste schadenfroh.
      Ich klatschte Jane und Keks ab und wandte mich dann um. „Ich warte.“
      „Niemals!“, rief Sam und sprang auf die Beine.
      „Wettschulden sind Ehrenschulden.“ Der Wirt zuckte mit den Schultern. „Wenn es dich tröstet: In dieser Taverne wurden schon absurdere Wetteinsätze eingelöst.“
      „Ausziehen, ausziehen, ausziehen“, stimmten Jane und Keks einen Sprechgesang an, in den alle anderen einfielen.

      Ich schüttete mich aus vor Lachen. „Das werde ich nie vergessen!“, keuchte ich außer Atem.
      Auch Keks und Jane krümmten sich vor Lachen in ihren Sätteln. Wir hatten Rogel schon lange hinter uns gelassen, doch der Anblick, wie Sam nackt durchs Dorf rannte, krähte wie ein Hahn und dabei mit den Armen wackelte, war uns lebhaft im Gedächtnis geblieben.
      Die Dorfbewohner hatten zuerst eher verdutzt geschaut, doch dann hatten die empörten Frauen begonnen Sam mit faulen Tomaten und rohen Eiern zu bewerfen. Die Männer hingegen hatten ihn einfach ausgelacht oder ihm im Vorbeigehen mitleidig auf die Schulter geklopft.

      Spoiler anzeigen

      Naja, nicht unbedingt eine Glanzleistung. Ganz zufrieden bin ich selbst nicht. Aber Keks hat mir seine Idee einfach nicht verraten wollen, also musste ich mir selbst was ausdenken :P
      Immerhin kommt rüber, dass die drei sich nicht scheuen ihre Talente schamlos zu ihrem Vorteil auszunutzen. Wer weiß, was die Drei noch so treiben.

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    • Miri schrieb:

      Innerlich zuckte ich mit den Schultern und gab die Schuld dem Alkohol und der Tatsache, dass alle mitfeiern wollten (Essen umsonst, Jippie!)
      Hahaha :rofl: so genial xD
      Ich fand den Teil ganz witzig, natürlich hast du schon bessere geschrieben, aber ich fand ihn noch lustig :D
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      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Miri schrieb:

      Naja, nicht unbedingt eine Glanzleistung. Ganz zufrieden bin ich selbst nicht.
      Ich weiß nicht, was du hast, ich mochte diese Form der Rache :D
      Es ist nichts zu gemeines, aber für Sam doch so demütigend, dass er sicher eine ganze Zeit lang daran zu knabbern haben wird, seinen Ruf wieder herzustellen. Wenn ihm das überhaupt gelingt. Er hats verdient!

      Auch geil, das sein Kumpel ihm in den Rücken fällt und am Ende bezeugt, dass Cayenne nicht geschummelt haben kann. Ist scheinbar einfach kein netter Typ, der Sam, nichtmal zu seinen Freunden.

      Mal sehen, was die drei noch so anstellen mit ihrer neu gewonnenen "kriminellen" Energie^^
    • Man musste ich hier viel aufholen. :D
      Hat aber sehr viel Spaß gemacht und spannend war es allemal. Und lustig. Schön zu sehen, dass Cayenne und Keks weiterhin nur um einander herumstolpern und es der eine dem anderen schwer macht. Ich kann mir Janes Position dabei ziemlich witzig vorstellen. Wie sie danebenstehen und dem Ganzen zuschauen darf. :D

      Keks ist also ebenfalls ein Halbgott und er und Jane haben Cayenne vor dem sicheren Tod bewahrt? Ich glaube, es gibt schlimmeres für Cayenne als zwei Halbgötter als Freunde zu haben. Mal abgesehen davon, dass sie ihr das Leben retten können, können sie auch wunderbar beim Betrügen helfen. :rofl: Habe mir zwar irgendwas ... anderes vorgestellt, als die beiden so geflüstert haben und dann eine Wette vorschlugen. Aber was solls. :D Gelacht habe ich dennoch kurz und Cayenne auch. Und das ist ja wohl die Hauptsache. :D

      Und ja, irgendwie kann ich Cayenne auch verstehen, dass sie angepisst ist, dass Keks sie hat im Dunkeln tappen lassen, aber wer würde das schon freiwillig breittreten? Immerhin weiß sie es jetzt und er hat ja wohl oft genug bewiesen, dass er ihr nichts Böses und an ihrer Seite bleiben will. Klasse die beiden. :rofl:

      Die erste Schandtat ist nun also abgeschlossen und es folgt die nächste. Die erste fand ich super (gerade als man dann erfahren hatvor was genau Jane schon ganz am Anfang gewarnt hat) und bin gespannt, worum es in der zweiten gehen wird. Ich mag den Witz sehr, der hier irgendwie in jedem Teil mal mehr mal weniger offensichtlich drin steckt. Sogar zu Jane, die soooooooo oft ja nun auch noch nicht vorkam, hat man schon unglaublich viel Zugang gewonnen. Deshalb freue ich mich auch irgendwie das aus dem Duo ein Trio geworden ist. Cayenne hat da echt zwei super Freunde gefunden. :D Auch, wenn ich mich frage, ob ich was überlesen habe: Warum kann Jane jetzt ihr Schiff verlassen und mit ihr mitreisen? 8|

      Miri schrieb:

      Die Männer waren so betrunken, dass sie sich an den Auslöser der Keilerei schon nicht mehr erinnern konnten und einfach wahllos Leute vermöbelten.
      wahllos Leute verprügeln ist doch die beste Art um Leute zu verprügeln ... nope :D

      LG, Kyelia


      Wenn es ein Buch gibt, das du wirklich lesen willst, aber das noch nicht geschrieben wurde, dann musst du es selbst schreiben.
      - Toni Morrison -

    • Miri schrieb:

      Naja, nicht unbedingt eine Glanzleistung. Ganz zufrieden bin ich selbst nicht. Aber Keks hat mir seine Idee einfach nicht verraten wollen, also musste ich mir selbst was ausdenken
      Immerhin kommt rüber, dass die drei sich nicht scheuen ihre Talente schamlos zu ihrem Vorteil auszunutzen. Wer weiß, was die Drei noch so treiben.
      Ich weiß nicht, was du daran auszusetzen hast :)

      Ich fand den Part super. Das war halt unverkennbar Miri! Der Teil war witzig, spritzig, die drei waren super cool!
      Wie Miri eben ^^

      Meiner Meinung nach war das sehr erfrischend und du zeigst eigentlich, dass du super vielseitig schreiben kannst. :thumbup:

      LG
      „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
      - Meister Lukras -

      Meine Geschichte
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    • Kye

      Kyelia schrieb:

      Habe mir zwar irgendwas ... anderes vorgestellt, als die beiden so geflüstert haben und dann eine Wette vorschlugen.
      Ich mir auch :rofl:
      Aber mir ist beim besten Willen nichts eingefallen, ich hab selbst auf dem Schlauch gestanden und Keks geschüttelt. War ja schließlich seine Idee ... Aber so richtig gefunkt hat's nicht :(

      Kyelia schrieb:

      Sogar zu Jane, die soooooooo oft ja nun auch noch nicht vorkam, hat man schon unglaublich viel Zugang gewonnen. Deshalb freue ich mich auch irgendwie das aus dem Duo ein Trio geworden ist.
      Oh, das freut mich, dass auch Jane schon Farbe bekommen hat :D
      Die Arme hängt zwischen den Stühlen. Als Cayennes beste Freundin (sofern Cayenne sowas überhaupt hat XD) und als diejenige, die Keks als Halbgott versteht ... ^^°
      Die Arme XD


      Lady

      LadyK schrieb:

      Ich fand den Part super. Das war halt unverkennbar Miri! Der Teil war witzig, spritzig, die drei waren super cool!
      Wie Miri eben
      Awww! Danke! :blush:

      LadyK schrieb:

      Meiner Meinung nach war das sehr erfrischend und du zeigst eigentlich, dass du super vielseitig schreiben kannst.
      Noch mehr :blush:
      Das Lob freut mich irre!
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    • Cayennes Schandtat #3

      Die Sonne war gerade aufgegangen und tauchte die Landschaft in ihr blassgoldenes Licht. Der Schimmer harmonierte malerisch mit den herbstfarbenen Blättern der Bäume, die rechts neben uns standen.
      Dunstig hingen noch die Reste von Nebel in der Luft, der sich den Hügen hinab ergoss und den Kirchturm des nahen Dorfes umwehte. Seine Glocken schlugen gerade halb acht.
      Unter anderen Umständen hätte ich den Anblick und die tiefe Stille genossen, aber stattdessen konzentrierte ich mich auf meinen Gegner.
      Ich fing seinen Schlag mit dem Unterarm ab und verpasste ihm mit der anderen Hand einen Hieb in die Nierengegend. Er stöhnte auf, ließ sich aber nicht davon abhalten seinerseits seine Faust in meinem Magen zu versenken. Heiß stieg die Galle meinen Hals hinauf. Ich keuchte, dennoch drehte ich mich aus der Bahn seines nächsten Hiebs und holte erneut aus. Diesmal war er es, der meine Faust abfing. Wie ein Schraubstock schloss sich seine Hand um meinen Unterarm. Doch statt zurückzuweichen, machte ich entschlossen einen Schritt auf ihn zu und rammte ihm mein Knie in den Unterleib. Nach Luft schnappend ging er in die Knie.
      Mit erhobenen Händen blieb ich leicht außer Atem stehen. Ein dünner Schweißfilm überzog meine helle Haut. Wachsam behielt ich ihn im Auge. Ich sah seine Reaktion kommen. Nach wenigen Sekunden sprang er wütend wieder auf die Beine und hieb mit zorniger Kraft erneut auf mich ein.
      Diesmal beschränkte ich mich aufs Blocken, Aus- und Zurückweichen. Seine Schläge prasselten auf meine Arme hinab und übersäten sie mit Blutergüssen. Ich hielt mich tapfer und als ich merkte, dass die Geschwindigkeit seiner Hiebe ab- und die seines Atem zunahm, preschte ich nach vorne. Mein Angriff kam unerwartet und weil er völlig außer Atem war, konnte ich seine Deckung durchbrechen. Meine Faust traf seinen Wangenknochen. Sofort flammte Schmerz in meinen Knöcheln auf, doch er wich taumelnd zurück. Kurzentschlossen setze ich ihm nach und beförderte ihn mit einem kräftigen Tritt vor die Brust zu Boden. Hart schlug sein Körper auf. Ich hörte, wie seiner Lunge alle Luft entwich.
      „Meinst du nicht, du übertreibst etwas?“, fragte Jane aus dem Hintergrund. Sie saß auf einem umgestürzten Baumstamm und beobachtete Keks und mich.
      Ich brauchte einen Moment, bis mein Adrenalin sich beruhigte. Meine Brust hob und senkte sich im Rhythmus meines Atems. Ich fixierte Keks, der noch immer auf dem Boden lag und nach Luft rang.
      „Ich weiß nicht. Übertreibe ich?“, gab ich Janes Frage an Keks weiter.
      „Du bist ein richtiges Miststück“, japste Keks zwischen zwei Atemzügen, doch seine Mundwinkel kräuselte ein kleines Lächeln.
      „Deine Konzentration lässt noch zu schnell nach. Dann vernachlässigst du deine Deckung. Außerdem solltest du dich nie von deinen Emotionen überwältigen lassen, sonst offenbarst du deinem Gegner nur allzu leicht deine Schwachstellen.“
      Innerlich verdrehte ich mich über mich selbst die Augen. Ich klang furchtbar lehrerhaft. Ich versuchte Janes Blick aufzufangen, um herauszufinden, ob sie über meine Anwandlung ebenso amüsiert war. Sie grinste.
      Keks rappelte sich mühsam auf die Beine. „Der Kampf ist erst vorbei, wenn …“ Ich schnellte nach vorne, packte seine rechte Hand und verdrehte sie so, dass er sich meiner Bewegung fügen musste, damit sie nicht brach.
      „Au!“, entfuhr es ihm, während er mir hilflos ausgeliefert war.
      „Weniger labbern, mehr kämpfen“, sagte ich, und deutete an, wie leicht ich ihm nun mein Knie mit voller Wucht in sein zu Boden gerichtetes Gesicht rammen könnte.
      „Wo hast du das her?“ Jane saß auf einmal kerzengerade auf ihrem Baumstamm und fixierte mich. Überrascht gab ich Keks frei, der sofort sein Handgelenk rieb. Ich selbst war innerlich sofort in Abwehrhaltung der Halbgöttin gegenüber.
      „Das lernt man eben so, wenn man sich als Frau alleine durchschlagen muss“, antwortete ich reserviert.
      Jane maß mich forschend, schien dann aber zu entscheiden es dabei zu bewenden zu lassen. Fürs Erste zumindest. Sie ließ sich von der feuchten Rinde ihrer Sitzgelegenheit gleiten und stapfte hinüber zu den Pferden.
      „Huch. Was war das denn?“, fragte Keks in die entstandene Stille hinein.
      „Keine Ahnung“, antwortete ich, während ich Jane mit gemischten Gefühlen nachschaute
      .
      Rosen sind rot,
      gelb ist die Biene,
      ich kann nicht dichten,
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    • Hi @Miri

      Ich mag diese kleinen Cayenne Häppchen, die du uns verfütterst! :grinstare:

      Miri schrieb:

      Die Sonne war gerade aufgegangen und tauchte die Landschaft in ihr blassgoldenes Licht. Der Schimmer harmonierte malerisch mit den herbstfarbenen Blättern der Bäume, die rechts neben uns standen.
      Ach :love: ist der Herbst nicht toll?

      Miri schrieb:

      Ich fing seinen Schlag mit dem Unterarm ab und verpasste ihm einen Hieb in die Nierengegend.
      Mit ihr will man sich einfach nicht anlegen!

      Miri schrieb:

      „Du bist ein richtiges Miststück“, japste Keks zwischen zwei Atemzügen, doch eine Mundwinkel kräuselte ein kleines Lächeln.
      :rofl: ach Keksie! Hast du das erst jetzt gemerkt?! :D
      "Ein Schloss ohne Gruft, das wäre wie, wie ein Einhorn ohne Horn!"

      Eigenes von Fly
      Schatten unter London
    • Liebe @Miri
      Ein tolles Stückchen Text :)

      Da scheinen wieder einige Geheimnisse in der Luft zu hängen, wenn ich so über Janes Verhalten nachdenke :huh:

      Der Kampf war super geschildert und irgendwie war mir sofort klar, dass Keks den kürzerer ziehen wird xD
      Cayenne ist halt... Cayenne :D

      LG :)
      „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
      - Meister Lukras -

      Meine Geschichte
      Die Kriegerin von Catrellak
    • Schon eine sehr unterhaltsame Geschichte. Liest sich gut weg und ist wirklich witzig. Ich lese immer gerne ein zwei Abschnitte zu Aufheiterung, macht viel Freude. Keks hat es echt nicht leicht mit ihr. Sind schon ein lustiges Paar die Beiden. Ich bin noch nicht ganz am Ende und viel Kritik gibt es nicht. Eine Sache ist mir gerade aufgefallen.
      In Post 45 ist dieser Satz etwas seltsam: "Er war ein ehemaliger Soldat und mich auch den Umgang mit dem Messer lehrte." Müsste wohl heißen, "Er war ein ehemaliger Soldat und lehrte mich den Umgang mit dem Messer."

      Für mehr blümchenpflückende Orks, blutrünstige Elfen und vegetarische Drachen!
    • Alexander2213 schrieb:

      In Post 45 ist dieser Satz etwas seltsam: "Er war ein ehemaliger Soldat und mich auch den Umgang mit dem Messer lehrte." Müsste wohl heißen, "Er war ein ehemaliger Soldat und lehrte mich den Umgang mit dem Messer."
      Da hast du Recht :)
      Hab's ausgebessert :D
      Ich freue mich, dass du mit an Bord bist und dich die Geschichte unterhält ^^ So soll es ja auch sein :thumbsup:
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