TiKas Gedichte - Der Sammelthread

  • Frei


    Regen prasselt stetig auf das Verdeck
    Die Welt verschwimmt im Scheinwerferlicht
    Alles andre dort draußen, scheint so weit weg
    Die Sorgen und Nöte sind völlig verschwunden


    Er atmet tief ein und langsam aus
    Die Angst, die er hat, er spürt sie nicht
    Der Schrei in seiner Kehle kann nicht heraus
    Er weiß es erst seit Stunden


    Und doch fühlt er sich frei
    Seltsam frei und beschwingt
    Seine Brust zuvor so schwer wie Blei
    Hebt sich leicht wie eine Feder


    So viel hat an Bedeutung verloren
    Die Zweifel und die Angst, dass alles misslingt
    Er fühlt sich beinahe neugeboren
    Drückt sich erleichtert ins Autositzleder


    Wen kümmern jetzt noch seine Ziele
    Wer soll ihn noch fragen, wie sein Leben so läuft
    Ja Wünsche, davon hat er viele
    Doch er kann damit Leben, dass sich nicht jeder erfüllt


    Niemand wird ihm mehr raten auf Gluten zu verzichten
    Keiner blickt mehr empört, wenn er sich besäuft
    Ist er wirklich glücklich? Mitnichten
    Aber erleichtert und in Frieden gehüllt


    Er weiß, man wird laut um ihn weinen
    Das ist das einzige, mit dem er nicht leben kann
    Denn auch wenn alle es einzig gut mit ihm meinen
    Hilft ihm das nicht


    Die Sonne wird scheinen, jetzt ist's schon fast Mai
    Musik wird spielen, sie hält alle im Bann
    Der Sarg senkt sich nieder, er ist endlich frei
    Und fliegt allein unbeschwert ins glänzende Licht

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.


    Aldous Huxley

  • Alleine im Regen


    Wenn du willst, dann tanze im Regen
    Dreh dich im Sturm und lausch seinem Lied
    Der Sturm wird verebben, der Regen sich legen
    Doch die Erinnerung bleibt, und das ist es was zählt


    Du kannst die Wolken verspottet oder die Sonne auslachen
    Die Sterne verschmähen und die Welt verhehlen
    Hinter jedem Traum lauert auch ein Erwachen
    Ein ehrliches Wort, das sich in dir verbirgt


    Es ist gut, dass du nicht wie die anderen bist
    Du siehst die Welt, wie sie sie fürchten
    Achte einzig darauf, dass du niemals vergisst
    Dass ihre Worte nichts bedeuten


    Es ist egal, dass niemand deine Nähe sucht
    Alles was du brauchst, bist du
    Du bist nicht schuld und auch nicht verflucht
    Sie sind es, denen etwas entgeht


    Du tanzt alleine im Regen, der dich durchweicht
    Du lachst in den Sturm, der dich umhaut
    Vielleicht ist Dein Leben nicht immer leicht
    Doch glaube mir, dass es sich lohnt

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.


    Aldous Huxley

  • In den Sonnenaufgang


    Eine Flöte spielt allein

    Ihr traurig helles Lied

    Wieso muss es so sein

    Klagt trist der hohe Klang


    Sie ziehen endlich in die Welt

    Während Nebel still aufzieht

    Schritt für Schritt und Schritt fällt

    In die Einsamkeit der Ferne


    Tränen in den Augen

    Den Blick stur geradeaus

    Keine Gedanken, die was taugen

    Im verblassten Licht der Sterne


    Der Horizont prangt auf

    Verschluckt sie fern von zuhaus

    In ihrem tristen starren Lauf

    In den Sonnenaufgang

    Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.


    Aldous Huxley