Brain War - Der Krieg der Hirne

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      Die ältere Dame war jetzt beim Kriegerdenkmal angelangt. Der Hund und knurrte und wollte nicht mehr weiter. Mit gespreizten Vorderbeinen stemmte er sich energisch auf dem Kiesweg ab. Er war ein winziges vierbeiniges Etwas mit dem Selbstbewusstsein eines Löwen.
      Die Dame blickte sich um. Schon hundertmal waren sie an dem Kriegerdenkmal vorbeigegangen, und nie hatte es Schwierigkeiten gegeben. Da sah sie es. Auf dem seitlichen Sockel der in Stein gehauenen Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, die auch ihren Familiennamen enthielt, hockte ein kleiner Mann und schlief. Sein kahler Schädel glänzte in der Abendsonne.
      Die Dame schüttelte indigniert den Kopf. Dies ist kein Ort, um sich den Rausch auszuschlafen, dachte sie und näherte sich dem Schläfer. Den Hund, der sich immer noch wütend sträubte, zog sie herrisch hinter sich her.
      Als sie vor dem Mann stand, stutzte sie. Das ist kein Mann, das ist einer dieser dicke Knaben, von denen es jetzt immer mehr gibt. Sie versuchte sich vorzustellen, wie er etwas schlanker und mit lockigen blonden Haaren aussehen würde.
      Erneut schüttelte die Dame den Kopf. Ts... ts... ts... So jung und schon betrunken... Und diese seltsame Kleidung...
      Sie ging näher heran. Der vermeintliche Knabe saß da, mit offenen Augen, völlig bewegungslos, als sei er tot. Sie blickte ihm ins Gesicht.Das Gesicht eines uralten Kindes...
      Jetzt bemerkte sie den dunklen Strich an seinem Hals.
      Das Herz der Dame begann heftig zu klopfen. Das ist doch nicht möglich... Sie hob ihren Fuß mit dem spitzen Schuh und verabreichte dem Gnom einen kräftigen Tritt in die Seite. Der vermeintliche Knabe kippte um, und sein Kopf rollte ihr vor die Füße.
      Die Dame richtete sich auf, vor Schreck wie gelähmt. Dann griff sie sich stöhnend an die Brust und sackte zusammen. Der Hund begann, wie von Sinnen zu kläffen.
      Gerade ging die Gasleuchte auf der anderen Straßenseite an.

      *
      Oberkommissar Heimfried Heiland knallte wütend den Hörer auf die Gabel. ,„Scheiße, Scheiße, Scheiße!“ polterte er „was für eine gottverlassene Gegend ist das hier! Und die Regierung tut nichts!“
      „Sie tut schon, aber zu wenig“, sagte sein Kollege, Kommissar Marwald Modrow. „Was ist denn überhaupt passiert?“
      „Eine ältere Dame bekommt einen Herzanfall und stirbt, weil der Notarzt nicht zu erreichen ist!“ Heiland erhob sich ächzend.
      „Nun beruhige dich doch! Sonst bekommst du auch noch einen“, sagte Modrow . „Wo?“
      „Am Kriegerdenkmal in Klein Klammerow. Jarmatz ist schon da.“

      Als die beiden Beamten vor Ort eintrafen, wurde der Sarg mit der Toten gerade in den Leichenwagen geschoben. „Wieso kommt ihr Heinis so spät?“, schnauzte Heiland den Fahrer des Notfallwagens ungeniert an. Wie immer machte er aus seiner schlechten Laune keinen Hehl.
      „Massenkarambolage auf der A24“, gab der ungerührt zurück.
      Dr. Jarmatz, der Gerichtsmediziner, trat auf die beiden Beamten zu. „Tod durch Herzstillstand“, sagte er schmallippig.
      „Hätte sie noch gerettet werden können?“, fragte Modrow.
      „Bei rechtzeitiger Herzdruckmassage möglicherweise schon. Aber vielleicht auch nicht. Sie war schwer herzkrank.“
      „Woher weißt du denn das schon wieder?“
      „In ihrer Handtasche liegt eine Packung Metropololsuccinat, ein starker Betablocker.“
      „Also können wir Fremdverschulden ausschließen.“
      „Davon gehe ich mal aus. Aber hundertpro sicher bin ich mir nicht.“
      „Kann mal jemand den Hund wegbringen!“, rief Heiland genervt, „das Gekläffe ist ja entsetzlich! Was heißt das? Wieso bist du dir nicht sicher? Kai-Ludwig, rede gefälligst nicht in Rätseln!“
      „Geht zum Denkmal, dann seht ihr es.“
      Heiland drehte den Kopf mit dem Fuß um. „Dacht´ ich mir doch. Hohl. Jetzt treiben sie auch bei uns ihr Unwesen. Als ob wir nicht schon genug mit unseren eigenen Hohlköpfen zu tun hätten!“
      „Dann stimmt das also doch, was die Lunenborger berichten“, meinte Modrow. „Sie klauen sich die Gehirne und werfen den Rest weg. Bisher wollte ich es nicht glauben.“
      „Ist ja auch ziemlich abartig, und bisher weiß auch anscheinend noch niemand, was dahinter steckt. Zumindest nicht die Kollegen in Lulu. Ich vermute mal, der Kopf ist der Frau unvermutet vor die Füße gerollt.“
      „Du meinst, er war abgeschnitten, wie die anderen, die bisher gefunden wurden. Das heißt, die Frau könnte vor Schreck tot umgefallen sein.“
      „Nein.“ Der Doktor war ihnen gefolgt. „Am Schreck als solchem ist noch niemand gestorben. Der Anblick des Kopfes, der ihr vor die Füße rollte, hat sie in Panik versetzt, und ihr Gehirn spielte verrückt. Es wollte sie in den Fluchtmodus versetzten, doch da machte ihr schwaches Herz nicht mehr mit.“
      „Du meinst, indirekt könnte dieser Alien ihren Tod verursacht haben.“
      „Ja. Nur, was soll´s. Es ist müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Es wäre auch nur von theoretischer Bedeutung. Beweisen lässt sich nichts. Und wenn, finde mir einen Staatsanwalt, der sich um die Untaten von Außerirdischen kümmert.“
      „Da magst du wohl Recht haben. Was soll nun mit diesen... Teilen geschehen?“, fragte der Kommissar. „Irgendwo müssen sie ja bleiben.“
      „Irgendwo schon! Aber nicht bei mir in der Gerichtsmedizin!“, rief der Doktor.
      „Das ist nun schon der dritte“, murmelte der Kommissar.

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      Winkelmann war sich so gut wie sicher. Das dunkle, wurstförmige Gebilde war Wolfskot, denn kein anderes heimisches Wildtier scheidet mit der Losung Knochenreste und Zähne aus. Er kniete sich hin und schnupperte. Auch der Geruch stimmte. Mit gesenktem Kopf, den Blick auf den Boden gerichtet, setzte er seinen Weg fort. Da! Die Spuren im Sand – er erkannte sie sofort: Das länglich-ovale Trittsiegel des Wolfes mit den kräftigen Krallenabdrücken! Seine ganze Aufmerksamkeit galt jetzt der Fährte. Sie lief direkt auf das Dorf zu, dessen braunrote Dächer in etwa fünfhundert Metern Entfernung unter der fahlen Morgensonne lagen.
      Er blieb stehen, imitierte ein Wolfsheuler und lauschte. Da! Fenris antwortete! Ein langes, herrliches Heulen, durch die Entfernung gedämpft.
      Dem Wolfsfreund lief es heiß und kalt den Rücken herunter. Diese Töne in ihrer urzeitlichen Kraft ersetzten ihm alle Musik der Welt.
      Ermuntert setzte er seinen Weg fort. Die schnurgerade Spur und führte ihn vor eine langgestreckte Mauer, bog dann scharf ab und war auf einmal verschwunden.
      Der junge Mann kehrte zu der Mauer zurück und setzte sich auf einen Holzstapel. Die Dorfstraße lag wie ausgestorben im Morgendunst. Für einen Moment hatte er das Gefühl, dass der Wolf und er die einzigen Lebewesen auf der Welt waren. Doch die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass es dort die wachsamsten Augen gibt, wo man sie am wenigsten vermutet.
      Er öffnete seinen Rucksack, nahm den Proviant heraus und begann zu frühstücken. Dabei musterte er unauffällig die Gegend. Genau vor ihm ungepflegte Gemüsegärten in winterlicher Starre, dahinter blankes Ackerland, weiter rechts ein Wohnhaus mit heruntergelassenen und kaputten Jalousien, anscheinend unbewohnt, dann eine verfallene Scheune, die aussah, als könne sie jeden Moment zusammenfallen.
      „Hier also muss er sein, irgendwo hinter dieser Mauer. Wahrscheinlich haben sie ihn in einen Keller eingesperrt“, murmelte er.
      Er horchte. Das Tuckern eines Treckers kam näher und entfernte sich wieder. Hinter der Mauer regte sich nichts.
      Winkelmann trank etwas Tee und packte die Brotbox wieder ein.
      Jetzt merkte er, wie müde er war. Die Nacht war schlecht gewesen, und in den Nächte davor hatten ihn trotz der frühen Jahreszeit die Mücken geplagt.
      Hinter der Mauer wurde ein Automotor angelassen.
      Winkelmann war im Nu wach. Behände sprang er auf den Holzstapel und lugte auf den Hof. Ein weißer Kastenwagen mit Lunenborger Kennzeichen fuhr auf eine Toreinfahrt zu. Der Fahrer verließ den Wagen, öffnete das Tor, stieg wieder ein und fuhr weg. Das Tor ließ er offen.
      Also bleibt er nicht lange weg, überlegte er. Seine Augen tasteten die Rückseite des Wohnhauses ab. Nirgendwo Licht oder Bewegung... Entweder schlafen die noch, oder der Fahrer ist der einzige Bewohner... Die Hintertür da... wahrscheinlich abgeschlossen... Wenn ich nur wüsste, wie lange der Kerl wegbleibt... Es wird das Beste sein, ich suche mir hier ein Zimmer und beobachte erst einmal in aller Ruhe. Bevor ich nicht weiß, mit wie vielen Leuten ich es zu tun habe, ist mir die Sache zu gefährlich... Wahrscheinlich haben sie mich schon gesehen und drücken sich heimlich die Nasen platt... Ein Fremder, noch dazu im Morgendunst...
      Der Impuls kam überraschend, doch er wunderte sich nicht. Die Kraft schoss in ihn ein wie Wasser in ein leeres Staubecken. Es war bisher immer geschehen, wenn er mutlos und unentschlossen gewesen war. Wieder hörte er die Worte des Commanders: Sie werden erst Ruhe finden, wenn Sie Hasetépetés Kopf gefunden haben!
      Der Drang zu handeln wurde übermächtig. Mit einem Satz war er über der Mauer, mit zehn weiteren an der Hintertür.
      Sie war unverschlossen.
      *
      Weinert steuerte den Wagen hinter eines dieser verfallenden LPG-Gebäude, stellte den Motor ab und wartete. Der Verfall war atemberaubend. Leere Fensterrahmen, kaputte Wände, verrostende Landmaschinen urtümlicher Bauart, aufgebrochene Betonplatten, überall Schutt und Geröll. Irgendwo muhte es. Er blickte sich um und stellte zu seiner Überraschung fest, dass eines der Gebäude als Rinderstall benutzt wurde.
      Nach wenigen Minuten erschien Wiegand und stieg ein.
      „Hat dich jemand erkannt?“, fragte Weinert und gab ihm die Hand.
      „Ich gehe mal nicht davon aus. Jedenfalls habe ich meinerseits kein bekanntes Gesicht gesehen. Wo brennt´s denn? Was wolltest du mir über Handy nicht sagen?“
      Weinert startete und fuhr los. „Hauschild mauert. Der Idiot bildet sich immer noch ein, er könne die Welt retten und dabei auch noch Geld verdienen. 'Die Wissenschaft muss zum Wohle der Menschheit beitragen, nicht zu ihrer Vernichtung!', faselt er. Pa! Wenn ich das schon höre! Der reinste Schwachsinn! So reden sie seit hundert Jahren, und was ist dabei herausgekommen? Der Overkill! Aber davon will er nichts hören. Nötigenfalls werde er die Formeln mit einem Sicherheits-Algorithmus versehen, der sie bei Missbrauch unbrauchbar mache. Er droht damit, das Projekt Riemann scheitern zu lassen, wenn ich noch einmal das Wort P-Bombe in den Mund nehme.“
      „Hmm... das hört sich nicht gut an... Nur, was habe ich damit zu tun?“
      „Ich denke, du könntest ihn auf eine... äh... robuste Art überzeugen, dass mein Projekt das bessere ist. Du hast doch einschlägige Erfahrungen auf diesem Gebiet.“
      „Robuste Art ist gut! Könntest du denn ohne ihn überhaupt weitermachen?“
      „Was das Apparative betrifft, durchaus. Schließlich habe ich genau zugesehen, wie er´s gemacht hat, und ein klein wenig Ahnung von diesen Dingen hab ich auch. Ich denke, technisch wird es keine Probleme geben. Allerdings, von dem Formelkram verstehe ich so gut wie nichts. Aber ich kenne Leute, die etwas davon verstehen und brennend interessiert sind.“
      „Musst du nicht ein Programm eingeben? Wenn du vorne nichts reinsteckst, kommt hinten nichts ´raus!“
      Weinert lachte. „Gut gesagt! Auch das dürfte nicht allzu schwierig sein. Von den drei Hirnen denken nur das von Hasi und das zweite, Hirn Nummero drei hat Hauschild zu einem Programmier-Modul umgearbeitet. Du tippst eine Fragestellung in den Computer ein, Hirn drei entwirft die entsprechenden Rechenmodelle, die beiden anderen durchdenken sie und werfen einen Lösungsvorschlag aus. Im konkreten Fall würden meine Leute das Programm entwickeln und die Interpretation des Outputs übernehmen. Für die Realisierung des Projekts müssten noch Interessenten gefunden werden. Dürfte nicht allzu schwierig sein, bei dem Potential, das dahinter steckt.“
      „Ist solch ein Fall schon erprobt? Ich meine, das mit dem Programmier-Gehirn?“
      „Ein ähnlicher. Wir haben ein kürzlich gelöstes mathematisches Problem programmiert, die beiden Denk-Hirne haben es bearbeitet und sind zu demselben Ergebnis bekommen wie der Nobelpreisträger, allerdings, so behauptet Hauschild, mittels einer viel eleganteren Methode.“
      „Was ist denn mit dem Wiechmann? Gibt es da Fortschritte?“
      „Du meinst den Riemann. Ja, ein erstes Ergebnis liegt mittlerweile vor. Wir lassen es gerade noch einmal durchrechnen. So, da wären wir.“
      „Sag mal, Jewgenij, diese Leute, von denen du eben sprachst, wer ist das eigentlich?“
      Weinert sah den Hausmeister belustigt von der Seite an. „Kannst du schweigen?“
      „Aber sicher doch!“
      „Ich auch. Eins noch, Klaus. Wenn du keinen Ärger haben willst, stelle am besten keine unnötigen Fragen.“
      Weinert stieg aus und verriegelte die Hoftür, Wiegand, auf seinen krummen Beinen, hinter ihm her. „Und was springt für mich dabei heraus?“, fragte er.
      „Du wirst schon nicht zu kurz kommen“, war die knappe Antwort. Vor der Hintertür drehte sich Weinert um. „Wir versuchen es erst einmal im Guten“, flüsterte er. „Wenn er dann immer noch nicht will – sein Problem.“

      ***
      Klaus Wiegand, Hausmeister

      Wenn man ihn braucht, hat es keinen Zweck, nach ihm zu suchen, er ist dann gerade nicht 'im Hause'. Wo er sich sich herumtreibt, bleibt sein Geheimnis, noch nicht einmal der Schulleiter weiß Bescheid. Doch pünktlich zu Beginn der großen Pause ist er wieder da, und er hat sogar seine Frau mitgebracht! Denn jetzt beginnt der Verkauf von Getränken und allerlei süßem Zeug unten in der Mensa, und sein und seiner Frau Eifer ist grenzenlos. Er behauptet, er brauche den Erlös für ihre Altersversorgung, bei seinem Gehalt könne er sich nicht... und der Verdienst seiner Frau... Na ja, Schwamm drüber. Trotzdem fährt er einen großen PS-Boliden mit horrendem CO2-Ausstoß, wenn ihn jemand darauf anspricht, sagt er: Wieso, ist doch gut, dann müssen wir im Winter weniger heizen – Na ja, Schwamm drüber.
      Wiegand, 42, konfessionslos, verheiratet, eine Tochter und der rechten Szene nicht abgeneigt, behauptet aber von sich, es sei ein strammer Demokrat, wobei er Demo stark betont. Wenn man ihn so sieht, wie er in seinem Kiosk herumtobt, wie er mit sicherem Griff das Gewünschte zum Vorschein bringt und mit hastigem Griff das Geld einstreicht, während seine unscheinbare Frau keuchend weitere Getränkekästen anschleppt: In der Tat, er ist ein ziemlich gut aussehender Mann. Das Gesicht, groß und voll unter der Bürste seiner braunen Haare, zeigt die etwas grobe Sinnlichkeit eines Mannes in mittleren Jahren und kraftstrotzender Gesundheit. Die Augen sind von einem starken Zementgrau, ihr Blick forsch und herausfordernd, zuweilen etwas brutal. Kinn und Wangen schimmern trotz scharfer Rasur immer etwas bläulich, was das Männliche seiner Erscheinung weiter betont. Sein Körperbau ist muskulös, gut genährt doch nicht feist, sein mächtiger Brustkorb wölbt sich wie der Himmel eines eigenen Universums.
      Die Pause ist beendet, die Schüler zerstreuen sich, Herr Wiegand schließt den Verkaufsstand ab und begibt sich in seine Hausmeister-Loge. Und jetzt beginnt ein optisches Drama, das Seinesgleichen sucht: Wiegands Beine – o, o, O! Wir sehen sie und sind erschüttert. Sie sind von einer Krümmung, die wir nicht für möglich gehalten hätten. Einst drückte es eine Schülerin frech so aus: Auch in Hab-Acht-Stellung könne man ein Schwein zwischen seinen Beinen hindurchjagen. Nein, das war nicht frech, es ist die Wahrheit! Eine grausamen Natur hatte ihm unten genommen, was sie ihm oben an harmonischer Gestaltung gegeben hatte. Wiegand selbst behauptet zuweilen in beißender Selbstironie, seine Mutter habe ihn nach der Geburt zum Trocknen auf eine Tonne gesetzt.
      Ja, diese Beine sind der Grund, warum sich auf der ansonsten glatten Stirn dieses Mannes eine senkrechte Kummerfalte eingenistet hat. Er versucht den Makel zu kaschieren, indem er weite Hosen trägt oder in einem Overall mit Übergröße herumläuft – es nützt nichts, krumm bleibt eben krumm. Ein Witzbold hat ihm geraten, nach Schottland auszuwandern, da könne er einen knöchellangen Rock anziehen...


      Forts. folgt