"Wieso sind meine Bilder so häßlich?"

  • Wir alle haben manchmal (oder manchmal auch oft) das Problem, mit unseren eigenen Werken unzufrieden zu sein. Es häßlich, unlesbar, unanguggbar, fehlerüberhäuft... irgendwas negatives halt.


    Ich habe ein Video gefunden, indem dieses Thema "behandelt" wird, hauptsächlich für den zeichnerischen Bereich. Aber wenn man offen dieses Thema auf alle Künste überträgt... und das geht, dann ist dieses Filmchen wirklich hilfreich...? Aufschlußreich? Witzig auf jeden Fall!


    Ich hab jetzt viel Stoffes zum Nachdenken...



    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Ich denke das viele Künstler unzufrieden mit ihrer Zeichenkunst sind liegt auch daran das viele versuchen den Stil von erfahreneren Künstlern zu kopieren und sich selber nicht die Chance zu geben ihren eigenen zu entwickeln.
    Man muss eben auch vermeintlich misslungene Werke zu Ende bringen und mit jedem Mal ein bisschen weniger versagen.

    „Wichtig klingende Zitate unter Signaturen sind blöd.“
    -Feron

  • und mit jedem Mal ein bisschen weniger versagen.

    ... hast Du Dir dieses Video wirklich angesehen?

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Ich glaube auch nicht, dass die Hauptintention "lustig" gewesen ist.

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Wie konnte ich es nur schaffen, meine Anfängerzeiten ohne das Internet und solche YouTube-Videos hinter mir zulassen *g*


    Okay, im Ernst: Die Dinge, die im Video angesprochen werden, sind richtig und ich bin grundsätzlich immer für positive Einstellungen gegenüber den eigenen Bildern und denen von anderen. Ein gesundes Maß als Selbstkritik und Ehrgeiz finde ich förderlich, aber solange man keine berufliche Karriere in diesem Feld einschlagen will, sollte es vorrangig Spaß machen. Was im Video gesagt wird, ist nichts Neues und deshalb finde ich es traurig, dass es diesen Content überhaupt geben muss.


    Mir zeigt das im Umkehrschluss, dass sich das Denken nicht weiterentwickelt hat, seitdem ich den Zeichnercommunities den Rücken gekehrt habe. Man misst immer noch am fertigen Endergebnis und vergisst, welchen Weg der Zeichner eigentlich hinter sich hat. Es wird als selbstverständlich angesehen, dass diese Person zum Beispiel Hände zeichnen kann. Wie sie allerdings erst einmal an diesen Punkt gekommen ist, wird gern und oft außer Acht gelassen. Mit dieser Einstellung erhebt man andere in eine Art Götterstatus, während man sich selbst indirekt runterputzt. Deswegen zeige ich gern meine Anfängerbilder. Um zu beweisen, dass sich jeder erstmal die Knie auf dem Schotterweg aufschürfen muss.
    Meistens sind es auch nur ein oder zwei Sachen, die uns an einem Bild nicht gefallen aber diese Details prägen unsere Einstellung zur Zeichnung. Besonders in diesem Moment wird positives Feedback unerlässlich. Diese Zeichnung lag beispielsweise schon in meinem Altpapierkorb, bis ein Freund angefangen hat, mir vorzuschwärmen was er daran toll findet und mein Hassdetail (das ich ihm nicht verraten habe) nicht mal erwähnt hat: Skadi zeichnet (II) . Jetzt hängt die Zeichnung an meiner Wand :pardon: Und wenn sich niemand greifen lässt – mit diesem Problem hatte ich mein halbes Dasein als Zeichner zu kämpfen -, dann deckt man einfach die doofen Stellen zu und erfreut sich am gelungenen Rest ^^ #PsychologieTricksMitSkadi


    Wobei ich sagen muss, das Video unterstellt mit seinem „Der Weg ist das Ziel“ (was auch völlig richtig ist in meinen Augen), dass hinter diesem „Buhu ich zeichne so scheiße“ die Motivation steckt, an sich arbeiten zu wollen. Aber ganz ehrlich: Wenn mich fünf Leute fragen, ob ich ohne Vorlagen zeichne oder weshalb ich Anatomie so gut beherrsche, wollen zwei davon nicht hören, dass ich dafür viel üben musste. Die möchten von mir nur die Bestätigung, dass ich meine Seele an den Teufel verkauft habe und sie ihren Arsch nicht aufraffen brauchen :rofl:


    Übrigens fängt dieses „sich selbst runtermachen“ schon mit scheinbar unbedeutenden Aussagen an. „Ich zeichne nur Manga…“, „Realistisches Zeichnen ist mehr als nur ein Zeichenstil.“ :pardon: Lernt halt einfach mal wertzuschätzen, woran ihr Freude habt.


    @Feron Den Thread, um Anfängerzeichnungen zu zeigen, findest du hier: Aller Anfang ist schwer - Eure Anfängerbilder

  • Eigentlich vergleichen wir doch immer, oder? Und zwar mit dem, wo wir hinwollen. Unser Ziel halt...


    Ich glaube, dieses Vergleichen hat schon immer stattgefunden, seit Anbeginn der Zeiten. Heutzutage sind die Referenzen nur ungleich vielfältiger aufgrund des Internets. Wenn früher einer ein Bild gemalt hatte, der Rembrantd oder der Cranach (welcher auch immer), sah es zuerst einmal nur der Auftraggeber... und erst sehr lange Zeit später dieser oder jener oder der oder die.
    Heutzutage ist ein Bild manchmal noch gar nicht trocken, da wirds schon hochgeladem, geteilt und ge-gefälltmir-t. Es ist einfacher, sich zur Schau zu stellen. Und es ist einfacher für die Künstler und die Konsumenten, Vergleiche zu ziehen.
    Ich weiß nicht, ob das mehr "gut" oder mehr "schlecht" ist. Lernprozesse könnten beschleunigt werden, bei so vielen "Lehrern". Aber auch die Ernüchterung über das eigene Level könnte etwas größer sein...


    Das Problem mit der Jammerei um eigenes Unvermögen ist, so glaub ich, wirklich erst mit den schier erschlagenden Möglichkeiten des Netzes so explodiert.


    ... und das betrifft wirklich jeden, irgendwann. Manche werfen ihre Zeichnungen halt einfach weg, wenn Bäh. Andere erhoffen sich Tipps aus dem www. Und wieder andre hoffen insgeheim auf ein "Ach, is doch gut geworden!"


    Aber Bäh hat jeder Künstler... wie man damit umgeht, ist wichtig.

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Ha. Jetzt schaffe ich auch mal einen Kommentar zu diesem Thema!
    Danke erstmal @Cory Thain für das Video. Ich habe es mir gestern Abend schon angesehen, aber dann war ich zu müde, um etwas dazu zu schreiben. Das hole ich jetzt nach.


    Erstmal: Schade eigentlich, dass das Denken der Menschen so festgefahren ist, dass sie nur noch zwischen gut und schlecht unterscheiden können. Dabei gibt es so viel dazwischen, was von vielen unentdeckt bleibt oder nicht ausgesprochen wird. Sowieso: Ab wann unterscheiden wir überhaupt zwischen gut und schlecht? Wer entscheidet das überhaupt? Und wann ist etwas gut oder schlecht?
    Die Antworten darauf sind eigentlich ziemlich leicht: Gar nicht. Niemand. Keine Ahnung.


    Also ich bewerte doch kein Bild nach "Das ist gut" oder "Das ist schlecht" sondern eher nach "Das gefällt mir/ gefällt mir nicht, (weil) …"
    Das ist so eine Sache, die mich immer so ein bisschen nervt, wenn mir das selber mal passiert oder ich es von anderen höre ...


    Außerdem kann ich gar nicht verstehen, warum einige sich so fertig machen, wenn ihnen etwas nicht so gut gelingt. Sicher, man ärgert sich im ersten Moment tierisch darüber. Erfahrungsgemäß steckt man auch erstmal den Kopf in den Sand und denkt sich "Dreck, ey!"
    Aber grundsätzlich sind es doch "nur" Zeichnungen. Ich finde es sogar gut, wenn man etwas macht, was nicht beim ersten Mal klappt. Dann ist doch der Lerneffekt viel höher, als wenn uns alles beim ersten Mal gelingt. Außerdem ist noch kein Meister vom Himmel gefallen ...


    Okay, ich schweife ab.


    Die möchten von mir nur die Bestätigung, dass ich meine Seele an den Teufel verkauft habe und sie ihren Arsch nicht aufraffen brauchen

    xD ist so.


    Keine Ahnung, warum das alle denken. Aber zeichnen ist wie jedes andere Hobbie auch: Man muss es Erlernen. Ja, es gibt die ganz harten Socken, die es von der Geburt an können *Ironie aus* … Grundsätzlich ist das aber wie Fahrrad fahren. Man lernt es, wird besser, schließlich verlernt man es auch nicht. Ich musste gezwungenermaßen mal eine fast zweijährige Pause vom Zeichnen machen, aber verlernt habe ich dadurch nichts (oder nicht viel). Man muss sich erstmal wieder angewöhnen, aber dann klappt es wieder.


    Darum: Übung macht den Meister *klugscheiß*

    Lernt halt einfach mal wertzuschätzen, woran ihr Freude habt.

    Oh ja!


    Oder auch gut: Lachen! Wir lachen ja eh alle zu wenig und lachen ist bekanntlich gut und die beste Medizin und überhaupt super wichtig (sieht unter anderem auch immer sehr sympathisch aus). Deswegen sollten wir viel mehr lachen. Vorranging über unsere eigenen Bilder natürlich. Denn wenn man es schafft, sich selber nicht allzu ernst zu nehmen, dann fällt es einem auch viel leichter Kritik von anderen hinzunehmen. Und wenn man dann ganz geschickt und gekonnt an die Sache herangeht, kann man auch über andere Bilder lachen, ohne den Zeichner dahinter zu verletzen. Wirklich wahr - machen meine Schwester und ich ganz oft. Wir mussten den Umgang mit unserer gegenseitigen Kritik auch erst lernen.


    Klappt aber auch nicht bei jedem und passt auch nicht für jeden. Deshalb auf jeden Fall vorsichtig, nicht das man jemanden versehentlich auf die Füße tritt, obwohl man das nicht beabsichtig hat.

    ... und das betrifft wirklich jeden, irgendwann. Manche werfen ihre Zeichnungen halt einfach weg, wenn Bäh. Andere erhoffen sich Tipps aus dem www. Und wieder andre hoffen insgeheim auf ein "Ach, is doch gut geworden!"

    Das finde ich gar nicht so verwerflich, ehrlich gesagt. Immerhin tun wir das im täglichen Leben auch immer. Auf der Arbeit, im Privatleben bei Familie und Freunde … Warum sollte das nicht im Internet auch so sein? So etwas wie ein flächendeckendes Kopftäscheln und Ratgeben :P


    So, ich hoffe, dass war nicht zu sehr OT :schiefguck:

    „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
    - Meister Lukras -


    Meine Geschichte
    Die Kriegerin von Catrellak

  • Sich mit anderen zu vergleichen ist meiner Meinung nach wichtig für die eigene Weiterentwicklung, allerdings nur wenn es nicht unter dem Gesichtspunkt "Ist Z mir über-/unterlegen" passiert, sondern "Was macht Z anders als ich": Wieso wirken die Farben auf Zs Bildern so toll? Weshalb sehen die Figuren so lebendig aus? Warum wirkt die Atmosphäre so super? - Und was kann ich daraus für mich mitnehmen? Und ja, das Internet macht es uns unglaublich einfach, an solches Vergleichsmaterial heranzukommen. Allerdings benötigt es dafür ein Grundinteresse an anderen Zeichnern und deren Werke. Wenn ich natürlich nur mich selbst wahrnehme, dann brauch ich mich nicht wundern, wenn ich in meiner eigenen Suppe versauer :pardon: Ich schweife ab.


    Außerdem kann ich gar nicht verstehen, warum einige sich so fertig machen, wenn ihnen etwas nicht so gut gelingt.

    Leistungsdruck :/ Vielleicht nicht durch andere, aber durch einen selbst. Man sieht tolle Bilder und die Zeichner dahinter gelobt und umschwärmt werden*, hat eigene Ansprüche und dann gerät man in eine Spirale aus Frustration und Ungeduld. Dann erhebt man eventuell andere noch in diesen Götterstatus, von dem ich oben geredet habe, also dass außer Acht gelassen wird, dass auch die Vorbilder anfangs straucheln mussten und du hast den Nudelsalat.
    *Allerdings bekommt man nicht mit, wie viele tolle Zeichner eben nicht diese Aufmerksamkeit bekommen. Das vezerrt die Realität total.


    Zitat von LadyK

    Deswegen sollten wir viel mehr lachen. Vorranging über unsere eigenen Bilder natürlich.

    Dafür empfehle ich diesen Thread :D lustige und ärgerliche Missgeschicke


    Zitat von LadyK

    Das finde ich gar nicht so verwerflich, ehrlich gesagt. Immerhin tun wir das im täglichen Leben auch immer. Auf der Arbeit, im Privatleben bei Familie und Freunde … Warum sollte das nicht im Internet auch so sein? So etwas wie ein flächendeckendes Kopftäscheln und Ratgeben

    Ich auch nicht. Jeder braucht aufbauende Zuwendung. Solange das kein nerviger Dauerzustand ist, sondern mal eine Phase, ist alles schick. Und in diesem Moment kommen Gemeinschaften wie diese ins Spiel, die gleich mehrere Zeichner beherbergen, die dieselben Probleme und Denkprozesse durchmachen, wie man selbst. Deswegen finde ich es so ätzend, wie viele hier nur sich selbst sehen und sich nicht einmal eine Fussel um die anderen Zeichnungen scheren. Das ist so viel verschenktes Potential, den eigenen Horizont zu erweitern, Bekanntschaften zu schließen und über das eigene Hobby reden zu können. Okay, ich schweife schon wieder ab. Reicht an dieser Stelle :D