Der Trollschatz (Clíodhna 7)

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      Diese Geschichte zieht mich wirklich in ihren Bann. Der/die herannahenden Trolle an sich sind schon interessant, weil ja noch nicht ganz klar sind, was genau das für Wesen sind und was von ihnen zu erwarten ist. Da ich aber vermute, dass sie den Ring zurückhaben wollen und die Dorfbewohner wohl länger brauchen werden, bis sie diesen Zusammenhang verstehen, kann da noch einiges Unglück passieren. Nebenbei wird man wohl noch einiges über die Trolle erfahren, was ebenso interessant ist.
      Dieser letzte Abschnitt ist geheimnisvoller als die vorherigen und mit vielen Cuts. Auch das gefällt mir aber gut, die Handlung schreitet dadurch schnell vorwärts und immer wieder kommt ein neuer Aspekt hinzu, der es vielfältiger macht.

      Im ersten Abschnitt bekommen Caill... (diese Namen!) und ihre Tochter Uma nächtlichen Trollbesuch. Gleich danach klopft der Troll auch noch an einem anderen Haus. (Zuerst dachte ich, es wäre dasselbe, weil die Szene ja ähnlich ist). Offenbar traut sich der Troll aber nicht hinein. Aus dem vorher Gesagten denke ich, dass er genauso viel Angst vor den Dorfbewohnern hat wie diese vor ihm. Sucht er nach dem Ring? Weiß er, wo er suchen muss? Kann er ihn riechen oder vermutet er nur, dass der Ring irgendwo dort sein könnte? Bin gespannt wie es sich damit verhält.

      Dann sucht die Hexe nach Runensprüchen. Gefällt mir auch sehr gut.

      Thorsten schrieb:

      Clíodhna lächelte kurz. Obwohl sie die Hütte mehr als einmal durchsucht hatte - von Fionnula hatte sie nie Aufzeichnungen finden können, und die alte Hexe hatte dergleichen auch nie erwähnt. Vermutlich gehörte sie zu den Hexen, die geschriebenem mißtrauten... Dann hielt sie in ihrer Suche inne und kniff die Augen zusammen. Das war vielversprechend - 'Wesenheyten in dem Wylden Norden'.

      Hier begreife ich nicht ganz, wo sie diese Schrift nun gefunden hat, nachdem doch vorher erwähnt wurde, dass es in dem Haus keine Schriften gibt? - Davon abgesehen gefällt mir die Idee mit den Runen und den überlieferten Weisheiten sehr gut.


      Thorsten schrieb:

      Rórdán holte tief Luft, betastete für einen Moment seine schmerzende Wange. Woher konnte Siofra wissen... ? Und vor allem - was störte es sie? Hatte sie ihm nicht jahrelang zu verstehen gegeben daß sie nicht an ihm interessiert war? Und jetzt? Was genau war hier grade passiert?

      Das hat mich auch amüsiert. Ja, die Frauen...
      Dass Rordan solcher Art Probleme bekommen könnte, hatte ich nicht erwartet, es passt aber gut zu den Schilderungen des Dorflebens und auch zu dem, wie ich mir Rordan als Charakter vorstelle.

      Dies ist wirklich eine facettenreiche und sehr schöne Geschichte.

      Bin gespannt wie es weitergeht.



      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Hey Thorsten, hey Katharina :)

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      Thorsten schrieb:

      Normalerweise gehen sie Menschen aus dem Weg, auch wenn es Geschichten über Tauschhandel gibt - Dinge die bewußt an einem bestimmten Ort liegen gelassen werden, um dann im Austausch andere Dinge dafür zu finden.
      Aha!... nicht, dass noch jemand kommt und eine "Gegenleistung" für den Ring einfordert :hmm: ... vielleicht ist er gar nicht "verloren" worden, sodern wurde dort n der Stelle platziert, damit er gefunden wird...(nur so eine Idee, die mir gerade kam. In jedem Fall lässt du viel Platz für Spekulationen-das gefällt mir!)

      Die Szenen zwischen Rórdán und Clíodhna finde ich noch etwas gewöhnungsbedürftig. Ich sehe sie noch vor mir, wie sie immer umeinander herumgeschlichen sind...sie waren immer so... arg kontrolliert und auf Abstand bedacht... und nun sind sie fast auf einen Schlag so dermaßen vertraut und intim miteinder...das bekomme ich noch nicht ganz auf die Kette. Ich frage mich schon die ganze Zeit, ob ich vielleicht ein Kapitel übersprungen und nicht mitbekommen habe...im Grunde haben sie doch während dieser Zeremonie, als sie quasi in einer Art Rausch waren (kann man das so sagen?) das erste Mal ihre Zuneigung füreinander entdeckt und sind auf gut Deutsch in der Kiste gelandet, richtig? Und nun kommen sie mir wie ein verliebtest Pärchen vor... eben wie Teenies... was ich auch ganz süß finde, aber so ganz will mein Gehrin das nicht verarbeiten :pardon: ... Das könnte natürlich auch an meinem Gehirn liegen... :rofl:

      Ansonsten finde ich die Entwicklung aber ziemlich spannend. Dass der Troll nun nachts in das Dorf kommt und da an Türen und Fenstern herumkratzt....uahhh :panik: Und es war ja nur eine Frage der Zeit, bis dass die Beziehung zwischen Rórdán und Clíodhna herauskommt. Es dürfte sich dann jetzt wohl we ein Lauffeuer verbreiten...



      Katharina schrieb:

      Vermutlich muss ich da noch mal in mich gehen, wie ich das am besten rüberbringe. Sie soll ja auch nicht völlig deppert wirken. Ich denke, man muss dann recht gut den Kontrast aufzeigen, wenn sie dann wieder in die Rolle der "Ehrwürdigen Mutter" fällt.
      Ich glaube, das ist der Dreh-und Angelpunkt. Es wird in der Tat schwierig, das so zu transportieren, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Das wird eine harte Nuss, da die Hexe bislang immer sehr beherrscht war, nach außen einen auf unnahbar gemacht hat etc... und nun soll sie quasi das genaue Gegenteil sein...nicht nur, dass sie sich öffnet und sich als "normale Frau" gibt mit allen Bedürfnissen und Gefühlen, die dazugehören... sie zeigt sich auch noch recht neckig und ... ja, fast schon, wie soll ich sagen...sehr herausfordernd in ihrer Flirterei. (vielleicht kommt das aber auch nur mir so vor :hmm: ) ich denke, dass das Verhalten der beiden in der Situation vielschichtiger sein müsste... normalerweise ist man am Anfang einer solchen Beziehung recht unsicher... eigentlich müssten sie beide noch völlig verwirrt sein und man müsste sich fragen, ob der andere es wirklich ernst meint... oder man müsste sich mehr Sorgen machen darüber, wie es weitergehen wird...diese perfekte Idylle zwischen den beiden kommt mir so künstlich vor. (vielleicht sind die aber auch beide einfach total unbescholten, haben noch nie schlechte Erfahrungen gemacht und sind im Moment einfach nur betrunken vor Glück :D )





      LG,
      Rainbow
    • Kirisha schrieb:

      Hier begreife ich nicht ganz, wo sie diese Schrift nun gefunden hat, nachdem doch vorher erwähnt wurde, dass es in dem Haus keine Schriften gibt?
      Guter Punkt...

      Die Idee war dass Cliodhna ein paar Schriften aus dem Sueden mitgebracht hat als sie ins Tal gekommen ist, und natuerlich nach Fionnula's Tod als sie die Huette uebernommen hat nach Aufzeichnungen gesucht hat (die waeren hier ja schon nuetzlich gewesen nachdem Fionnula ihr ganzes Leben im Tal verbracht hat) - es waren nur keine da, Cliodhna ist also auf das angewiesen was sie selbst mitgebracht hat.

      Ich werde da noch einen Satz zur Erklaerung reintun damit das klar rauskommt.

      Kirisha schrieb:

      Dass Rordan solcher Art Probleme bekommen könnte, hatte ich nicht erwartet, es passt aber gut zu den Schilderungen des Dorflebens und auch zu dem, wie ich mir Rordan als Charakter vorstelle.

      Die nicht ganz einfache Beziehung zwischen Rordan und Siofra ist eines der Themen die sich durch die ganzen Folgen der Serie durchziehen. ich denke ihre heftige Reaktion hier macht schon Sinn wenn man die Situation nachher durchdenkt, aber es ist bewusst hier als ansatzloser Knall beschrieben weil der Leser eben (genau wie Rordan) erst mal aus allen Wolken fallen soll was hier abgeht.

      Ein bisschen mehr zu Siofra's Gefuehlsleben in dem Moment wird dann spaeter auch noch nachgeschoben - aber es freut mich dass Du es passend findest. :)

      @Rainbow

      Zu der Beziehung zwischen Rordan und Cliodhna hier wollte @Katharina noch was schreiben, daher halte ich mich mit einer Antwort zurueck und warte wie sie das formulieren will :)
    • Thorsten schrieb:

      Cliodhna ist also auf das angewiesen was sie selbst mitgebracht hat.
      Und was Fionnula ihr erzählt hat. Es kommt glaube ich in den (geschriebenen) Geschichten gar nicht so vor, aber gerade durch die ersten Folgen der Serie zieht sich ja das Thema, dass es immer wieder ein kurze Rückblende zu Fionnula gibt. Da erinnert sich Clíodhna dann immer an irgendetwas, was Fionnula ihr vor ihrem Tod über das Tal erzählt hat. (Wir haben da damals vorsichtshalber auch noch mehr aufgenommen als wir bisher benutzt haben, denn man kann ja nie wissen, wo man das alles noch braucht :D )

      @Rainbow
      Ich denke, was du beschreibst ist genau das Gefühl, das ich auch erst mal hatte (und z.T. noch habe). Erzähltechnisch ist das eigentlich kein Problem mit der Beziehung der beiden, denn zwischen dem "Beltainekönig" und dieser Geschichte liegt mehr als ein halbes Jahr. Im "Rauhnachtfluch" streiten Clíodhna und Rórdán sich gewaltig - oder genaugenommen, Rórdán wettert mal so richtig drauf los und macht ihr seinen Standpunkt klar. Am Ende der Geschichte schließen sie Freundschaft und Clíodhna offenbart erstmals etwas persönliches, nämlich dass es nicht einfach ist, die Hexe zu sein. An der Stelle wird schon ein leichter Hint gegeben, dass das Hexenleben ein doch eher einsames ist.
      Im Beltainekönig wird Rórdán dazu auserwählt, der Gefährte der Göttin zu sein und Clíodhna beschließt, dass Große Ritual mit ihm nicht symbolisch zu begehen, sondern wirklich mit ihm zu schlafen (sie kann ja entscheiden, wie sie das Ritual durchführen will und mit jedem würde sie das vielleicht auch nicht machen). Die Folge endet damit, dass Rórdán erst mal vor Scham flieht und Clíodhna ihm ein wenig nachdenklich nachblickt, aber mit dem Wissen, dass er schon zurückkommen wird. Im Film habe ich Clíodhna da süffisant lächeln lassen, außerdem haben wir spontan beschlossen, dass Rórdán in der Eile seinen Gürtel samt Dolch bei Clíodhna zurücklässt. Clíodhna in ihrer Eigenschaft als Hexe erfasst die symbolische Bedeutung natürlich. Am Anfang wird von Caoimhe erklärt wie das symbolische Ritual funktioniert, dabei taucht der Mann seinen Dolch in den mit Wein gefüllten Kelch der Frau - alles klar, oder? ;) Für den aufmerksamen und/oder ein wenig mit der Symbolik vertrauten Zuschauer ist hier zumindest klar, dass da noch was folgt.
      Jetzt springen wir allerdings von Beltaine (im Mai) nach Mittwinter und dazwischen ist offenbar einiges passiert. Rórdán ist Junggeselle und er mag Clíodhna und auch Clíodhna hat gelernt, ihm zu vertrauen. Dass sie also in der Hinsicht zusammengekommen sind, ist nicht abwegig. Nur die Art wie sie miteinander umgehen, muss ich vermutlich sehr deutlich spielen. Am Anfang warnt Clíodhna Rórdán, dass man als Hexe eben einsam ist und dass er auf der Hut sein muss, wenn er dieses Schicksal nicht teilen will. Ich denke, hier muss ich Clíodhna zumindest kurzzeitig sehr ernst sein lassen. Rórdán hingegen ist vermutlich noch immer einigermaßen frisch verliebt und die Geheimniskrämerei, das Gefühl, etwas verbotenes zu tun, gibt der Sache vermutlich noch mal einen eigenen Kick. Ich hatte mir das so vorgestellt, dass Rórdán Clíodhnas Bedenken nicht ganz so ernst nimmt. Neben ihren Warnungen ist Clíodhna aber natürlich nicht abgeneigt, dennoch eine schöne Zeit mit Rórdán zu verbringen und die will sie auch genießen. Ein bisschen neckisch war sie ja schon immer (gerade am Anfang) und ein wenig davon würde ich vermutlich auch reinbringen, aber ich will halt auch nicht, dass sie zu sehr wie ein Teenie wirkt :D Ich denke, wenn man klar unterscheidet, wann sie Geliebte und wann Hexe ist, dass sie also schnell ernst werden kann, wenn die Situation es verlangt, dann könnte das klappen...
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • @Rainbow @Kirisha

      Nach Diskussion mit Katharina:

      Wie sie schon gesagt hatte, die Folge spielt mehr als ein halbes Jahr nach Beltaine, und die beiden hatten schon Gelegenheit, miteinander vertraut zu sein (wir hatten uns auch - ohne es aufzuschreiben - die Situation nach Beltaine ausgemalt wenn Cliodhna Rordan zu verstehen gibt dass es okay war was passiert ist - und dass er gerne wieder kommen kann...).

      Cliodhna ist an sich eine recht humorvolle und selbsironische Person - in Folge 1 lacht sie ja Rordan der sie mit 'Ehrwuerdige Mutter' begruesst mehr oder weniger aus und fragt ihn 'Sehe ich aus wie deine Mutter?' Sie kann sich nur selten so zeigen, denn - ihre Art kommt in Gleann an Pheine nicht so an. Im Dorf sind sie gewhnt dass eine Hexe eben wie Fionnula ist. Daher ist viel in den ersten Folgen ihr Versuch, sich als 'Hexe' zu zeigen. Dazu kommt dass Rordan sie am Anfang halt auch eher nervt - indem er ihr in Folge 2 sagt was sie als Hexe eben nicht darf, indem er gegen ihre Anweisung den Kreis auf der Sturmzinne durchbricht,... Mit Rordan als Freund und seit Beltaine als Geliebten kann sie jetzt auch mal sie selbst sein ohne die Hexe sein zu muessen.

      Rordan auf der anderen Seite hatte bisher in seinem Leben noch nicht so viele erfuellte Beziehungen - daher ist das mit Cliodhna fuer ihn schon was besonderes.

      Nach dieser Vorrede - was wir uns ueberlegt hatten - das Konzept in der Geschichte zeigt dieses Element der Vertrautheit und Freundschaft zwischen den beiden nicht so wahnsinnig (zu einem Zeitpunkt hatte ich gehofft eine Folge machen zu koennen in denen die beiden einfach nur befreundet sind, aber das hat von den Jahreszeiten nicht gepasst, Beltaine hatte sich dann als Thema aufgedraengt...). Was, wenn wir das Setting der ersten beiden Szenen (und nicht so sehr die Gespraechsthemen) tauschen wuerden?

      Wenn Rordan und Cliodhna am Anfang eben bei Apfelwein beinander sitzen und reden und sie ihm eben dann auch sagt, dass sie es geniessen kann mit ihm zusammen mal nicht die Hexe sein zu muessen? Und wenn statt dessen die zweite Szene mehr Erotik bekommt, indem die beiden vielleicht unter der Decke sind waehrend Rordan die Sache mit den Trollen einfaellt und er Cliodhna darueber befragt?

      Wuerde das eurer Meinung nach besser wirken? Weniger wie verliebte Teenager und mehr erklaeren dass zwischen den beiden eben schon eine ein bisschen gereiftere Beziehung ist und dass Cliodhna sich in Rordan's Gegenwart einfach wohl fuehlt weil sie mal nicht Hexe sein muss?
    • Ich muss sagen, dass mich der Sprung von dem Beginn der Beziehung an Beltaine und der jetzt schon sehr grossen Vertrautheit eigentlich nicht so gestört hat. Ich hatte gleich den Eindruck, dass ein Zeitsprung dazwischen liegt und sich die Beziehung eben in der Zeit entwickelt hat.
      Es wurde ja am Ende der Beltaine-Szene auch angedeutet, dass höchstwahrscheinlich mehr zwischen den beiden entstehen wird, weshalb ich mit solch einer Entwicklung gerechnet habe.
      Die Idee mit der Apfelwein-Szene am Anfang gefällt mir aber auch, das kannst du gerne so machen.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • "Die Stimmung im Dorf kocht hoch.", berichtete Rórdán. "Ich kann's den Leuten nicht verdenken. Da sind mehrere Spuren um Caoileanns Haus, und man kann sehen wie die Trolle irgendwas gegen ihr Fenster gehämmert haben. Siofra hat anscheinend nachts etwas an ihrer Hütte gesehen. Die Menschen fühlen sich nicht mehr sicher. Das ist kein einzelner Troll der sich mal das Dorf anschaut - das ist mehr."

      Clíodhna seufzte und musterte Rórdán, dann nahm sie noch einen Schluck Tee. Er sah müde aus - wahrscheinlich hatte er den halben Tag mit aufgebrachten Dorfbewohnern geredet und versucht die Wogen zu glätten...

      "Das ist ernst, Rórdán.", sagte sie schließlich. "Trolle würden nicht einfach so aus den Bergen kommen. Nicht in so großer Zahl. Es muß einen Grund dafür geben."

      Rórdán kratzte müde sein unrasiertes Kinn. "Vermutlich - aber was hilft uns das? Selbst wenn irgendwas in den Bergen passiert ist das sie ins Tal treibt - sie gehören nicht ins Dorf. Was ist denn, wenn sie es schaffen in eine Hütte einzudringen? Und eine Familie erwischen? Wir müssen uns zur Wehr setzen!"

      Die Hexe schüttelte den Kopf, Unmut in ihrem Gesicht daß er nicht verstand - oder nicht verstehen wollte. "Trolle sind nicht dumm, Rórdán.", sagte sie schärfer als sie beabsichtigt hatte. "Wenn sie gewollt hätten, dann hätten sie auch in eine Hütte eindringen können. Oder einem Jäger im Wald auflauern. Aber sie haben nichts davon getan. Sie wollen keinen Krieg anfangen - jedenfalls bisher nicht."

      Rórdán schüttelte den Kopf. "Das sehe ich anders. Was für einen Sinn soll das denn sonst haben, nachts gegen Fenster und Türen zu hämmern? Was auch immer die Trolle ins Dorf getrieben hat - wir müssen sie wieder vertreiben. Notfalls mit der Waffe! Es kann nicht angehen, daß jeder Angst hat sich schlafen zu legen!"

      "Hast du irgendwas von dem gehört was ich gesagt habe?", fragte Clíodhna schneidend. Ihre Augen verengten sich als sie in Rórdáns verschlossenes Gesicht blickten, in seine wütend zusammengepreßten Lippen. Sie nahm einen tiefen Atemzug, dann griff sie nach seiner Hand.

      "Es tut mir leid. Ich wollte nicht mehr so mit dir reden.", sagte sie leise und sah, wie der Widerstand in seinem Gesicht dahinschmolz. Er nickte leise, fast unmerklich. "Kannst du mir vertrauen? Wirst du mich ausreden lassen und darüber nachdenken, wenn ich dich bitte, etwas zu tun?" Wieder nickte er. Ein trauriges Lächeln spielte auf ihren Lippen und wurde von ihm erwidert. Sie drückte seine Hand und sah ihn an.

      "Die Trolle sind nicht hier um jemanden zu verletzen. Ich glaube sie suchen etwas - etwas das für sie wichtig ist. Sie sind überzeugt dass es im Dorf ist - und jetzt sind sie unsicher was sie tun sollen. Sie wollen keinen Kampf, aber sie wissen nicht was sie sonst tun sollen. Wenn das Dorf ihnen einfach Gelegenheit gibt, das zu finden was sie suchen... dann kann sich alles von alleine klären, ohne daß Blut fließt."

      "Was genau meinst du suchen sie?", fragte Rórdán. Clíodhna zuckte hilflos mit den Schultern. "Ich weiß es nicht. Vielleicht einen Ort hier im Dorf der ihnen früher heilig war, vielleicht ein Ding das ihnen abhanden gekommen ist - die Runen sind zu vage als daß ich es sicher sagen könnte. Aber ihr dürft sie nicht aufhalten wenn sie ins Dorf kommen - nicht, so lange sie nicht selbst den Kampf beginnen. Kannst du die Dorfältesten davon überzeugen?"

      "Ich kann's versuchen.", seufzte er unglücklich. "Aber ob ich viel damit erreiche kann ich nicht sagen." - "Es ist wichtig, Rórdán. Es gibt viele Trolle im Tal, und wenn einmal Blut vergossen wird... Dann nimmt die Sache kein gutes Ende, das geht weiter und weiter. Der Frieden mit den Trollen muß bewahrt werden - das ist das wichtigste." Sie sah den Zweifel in seinen Augen und setzte hinzu. "Vertrau mir. Bitte."

      "In Ordnung.", sagte er schließlich. "Ich werde tun was ich kann."

      ***

      Gráinne wischte mit einem feuchten Lappen über den Tisch. Es war ein langer Abend gewesen - und die Taverne des Dorfes war voller als sonst gewesen. Anscheinend hatten viele das Bedürfnis verspürt, sich hier bei ein paar Krügen Bier in Rage zu reden, über die Trolle zu spekulieren die das Dorf bedrohten und die Untätigkeit der Dorfältesten zu beklagen.

      Sie schnaubte ärgerlich. Siofra hatte einen Schatten am Fenster gesehen. Einen Schatten! Aber natürlich, wenn man die Geschichte noch ein paar Mal erzählte, dann war der Troll schon so gut wie an ihrem Bett gewesen... Und Caoileann hatte etwas gehört das versucht hatte in die Hütte zu kommen. Einen Troll gesehen hatte keiner - nur Rórdán beharrte darauf daß die Spur im Wald fast sicher eine Trollspur war... Aber was konnte man erwarten - es war Winter, das Dorf war abgeschnitten, was es zu erzählen gab hatte man schon ein halbes Dutzend Mal erzählt - die Leute waren begierig darauf daß irgendwas passierte.

      Müde richtete sie sich auf und streckte ihren schmerzenden Rücken - einen ganzen Abend auf den Beinen sein um Krug über Krug mit Bier zu füllen mochte einträglich sein - aber sie wurde allmählich zu alt dafür. Wenn sich doch nur Damhnait ein bisschen eifriger zeigen würde - statt den jungen Burschen schöne Augen zuzuwerfen.

      Sie musterte die junge Schankmaid, die grade damit beschäftigt war die letzten Becher einzusammeln ohne sich dabei besonders zu beeilen. Innerlich seufzte sie. Bei so einer Hilfe würde es wohl noch dauern bevor sie ins Bett kam. Ihr Blick wanderte weiter und blieb auf dem letzten Gast liegen der in einer Lache Bier mit dem Gesicht auf dem Tisch lag und schnarchte. Abermals seufzte sie innerlich. Er hatte es auch nicht leicht - so scharfzüngig wie Ailbhe war, konnte es kein Zuckerschlecken sein für sie zu arbeiten...

      "Mädchen - es ist Zeit. Bring' ihn raus.", sagte sie zu Damhnait und deutete mit einem Kopfnicken in Richtung des Schlafenden.

      Damhnait stellte die Becher auf die Theke und legte dem Mann dann die Hand auf die Schulter, schüttelte ihn sanft und sprach auf ihn ein. Er nuschelte irgendetwas unverständliches, und Damhnait wurde hartnäckiger. Gráinne griff wieder nach ihrem Lappen und begann erneut zu wischen - sie hatte solche Szenen schon zu oft gesehen um sie noch interessant zu finden.

      "Wenn du draußen bist, schau' auch noch nach neuem Feuerholz!", knurrte sie während sie einen hartnäckigen Brandfleck auf dem Tisch attackierte. Warum verlernten Menschen, wie man sich anständig benahm sobald sie nicht mehr zu Hause waren? Zu Hause kam ja auch keiner Auf die Idee, mit einer Kerze seinen Tisch anzuzünden!

      Entnervt hielt sie wieder inne und bewegte ihre steifen Schultern. Die Tür schlug hinter Damhnait zu - offensichtlich hatte sie es geschafft den Mann wach zu bekommen - gut für sie!

      Gráinne marschierte zu ihrem Zuber und wusch den schmutzigen Lappen aus.

      Auf einmal schnitt ein marerschütternder Schrei durch die Nacht, und im nächsten Moment flog die Tür auf und Damhnait rannte herein, ihr Gesicht weiß wie der Schnee draußen, die Augen weit aufgerissen, am ganzen Körper zitternd.

      "Trolle!", konnte das Mädchen nur stammeln. "Draußen... Trolle!"
    • Wow, das bleibt ja hübsch spannend.
      Nun kommen also die Trolle schon in grösserer Zahl und das könnte auch noch sehr gefährlich werden.

      Cliodnas Rat, ruhig zu bleiben und die Trolle ins Dorf zu lassen - sie gewähren lassen, egal was sie tun werden - na, ich weiss nicht. Damit wird sie sich wohl noch sehr unbeliebt machen.
      Zwar vermute ich aus dem Kontext, dass sie Recht hat - weil ich ja weiss, dass da irgendwo ein Trollring liegt, nach dem sie suchen. Wenn ich das aber nicht wüsste, wenn ich in dem Dorf wohnen würde und die Trolle würden da aus Gründen, die keiner begreift, nachts ihr Unwesen treiben, dann würde ich wohl so wie Rordan argumentieren und sagen, wir müssen sie vertreiben, so kann es nicht bleiben, das ist sehr gefährlich oder könnte es noch werden, da könnten auch Leute zu Tode kommen.
      Ich vermute deshalb, es wird noch im Dorf einen riesigen Krach unter den Einwohnern geben, die sich vermutlich nicht alle an Cliodnas Rat halten wollen. Möglicherweise sogar zwischen Cliodna und Rordan, falls die Lage sich zuspitzen sollte.

      Ich weiss ja nicht, was für Wesen diese Trolle sind. Mit ihnen kommunizieren kann man offenbar nicht? Einen Unterhändler hinschicken? Oder sind sie eher tierähnlich?
      Es ist auf jeden Fall weiterhin sehr interessant und ich bin neugierig, wie es weiter geht.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • @Kirisha

      Ich denke man koennte schon mit den Trollen kommunizieren - wenn man denn prinzipiell eine Ahnung haette wie man sowas angeht. So sind sie einfach zu fremd, ihre Sprache funktioniert ganz anders als die der Menschen - da muesste ein ausgebildeter Linguist ran. Aber an einigen Stellen hat man ja geschafft sich auf die Idee von Handel zu einigen.

      So, dann kommen wir jetzt zum krach im Dorf :) Immerhin ist das eine Geschichte ueber die Menschen dort...



      Die Stimmung im Dorf war gekippt - soviel war Rórdán klar. Schon den ganzen Tag über hatte er gesehen wie die wenigen Waffen des Dorfes die die Veteranen der Erbfolgekriege aus dem Süden mitgebracht hatten frisch geschliffen worden waren, wie man Sensen und Heugabeln hervorgeholt hatte, ebenso wie Äxte und Handbeile. Bei Meister Bran war mehr als nur ein Dorfbewohner aufgetaucht der nach einer frisch geschmiedeten Klinge gefragt hatte...

      Er seufzte als die Taverne vor ihm auftauchte, die Fenster von hellem, einladendem Kerzenschein erleuchtet während Stimmengewirr gedämpft zu ihm klang. Am liebsten wäre er umgekehrt - aber er hatte Clíodhna ein Versprechen gegeben. Auch wenn er keine Ahnung hatte, wie er es halten sollte.

      Aufgeregtes Stimmengewirr schlug ihm entgegen als er die Tür öffnete und den Schankraum betrat. Wie nicht anders zu erwarten - es war voll, und das Bier hatte schon begonnen seine Wirkung zu tun.

      "Am besten scheint mir, wir lassen sie ins Dorf kommen wo sie ein Trupp überrascht - und wenn sie dann die Flucht ergreifen schneidet ihnen ein zweiter Trupp den Rückweg ab.", hörte er Ailbhes Stimme. Die Dorfälteste hielt kurz inne um zu sehen wer hereingekommen war, aber als sie Rórdán erkannte verschwand die Irritation aus ihrem Gesicht. "Ah - gut daß du kommst, Rórdán. Ich brauche jemanden, der den Trupp am Waldrand anführt."

      Erwartungsvolle Blicke richteten sich von allen Seiten an ihn während er langsam an den Tisch trat, unsicher wie er beginnen sollte. Göttin, wer hätte damit rechnen sollen daß sie schon so entschlossen waren? Als Clíodhna ihn gebeten hatte die Dorfältesten zu überzeugen hatte er gehofft alleine mit Ailbhe sprechen zu können - aber doch nicht das!

      "Sollten wir nicht etwas vorsichtiger sein und abwarten, bevor wir mit Blutvergießen beginnen?", fragte er unglücklich. Mit einem Mal herrschte fast Stille in der Taverne. Ungläubige Blicke von allen Seiten. Ailbhe kniff die Augen zusammen: "Was genau meinst du sollte noch passieren bevor wir merken daß es Zeit ist etwas zu tun?", fragte sie irritiert, und zustimmendes Gemurmel folgte ihren Worten von allen Seiten. Gráinne knallte zwei Bierkrüge auf einen Tisch und fügte dann hinzu: "Gestern ist ein ganzer Trupp direkt vor der Taverne gewesen - sollen wir warten bis sie hier reinkommen? Bis sie das erste Kind in den Wald geschleppt haben? Oder was genau stellst du dir vor?"

      "Ich denke...", begann er vorsichtig, doch dann unterbrach ihn Siofras schneidende Stimme: "Gibt's in diesem Dorf eigentlich auch Männer? Oder leben hier nur Waschlappen die nichts anderes können als sich hier vollaufen zu lassen um nachher in das warme Bett einer willigen Frau zu kriechen? Zieht hier jeder den Schwanz ein wenn es mal nach Gefahr riecht?"

      Das Gemurmel schwoll an, und Männer und Frauen riefen durcheinander. Ailbhe hob die Hand, und gleichzeitig mit Rórdán brüllte sie "Ruhe!" Wütend blickte sie Rórdán an, aber er begann schon zu sprechen: "Ja - die Trolle sind ins Dorf gekommen. Und ja - sie gehören hier nicht hin. das weiß ich so gut wie ihr. Und das macht uns allen Sorgen. Aber sie haben bisher niemanden angegriffen - und sie haben genauso ein Recht im Tal zu sein wie wir! Vermutlich sind sie nur hier weil sie etwas suchen - etwas, was wir ihnen weggenommen haben. Und zu versuchen uns mit ihnen zu verständigen würde uns besser zu Gesicht stehen als sie mit Gewalt zu vertreiben! Sie werden wieder gehen wenn sie finden was ihnen genommen wurde."

      Er hielt inne und blickte in die Runde - zumindest in einigen Gesichtern fand sich Unsicherheit, ganz ins Leere hatte er nicht geredet. "Das ist doch Unfug.", entgegnete Ailill verächtlich. "Als nächstes kommen schöne Worte über das Gleichgewicht und die Göttin - und wir wissen alle in wessen Bett du gelegen bist als dir diese Worte in den Mund gelegt wurden! Aber das Gleichgewicht hilft meiner Tochter nicht wenn ein Troll in meine Hütte eindringt, verdammt noch mal!" - "Ja Rórdán - sei ein Mann und sag mal wieder deine eigene Meinung statt die deiner Geliebten!", setzte Siofra ätzend nach. "Oder verkriech' dich wieder unter ihrer Decke wenn du Schiß hast das Dorf zu verteidigen."

      Rórdán wußte er mußte jetzt etwas sagen, sonst würde er verlieren - aber alles woran er denken konnte waren seine brennenden Wangen. Hatten sie wirklich alle gewußt? Und waren sie bereit das so aufzubringen?

      "Schluß damit.", schnitt Ailbhes Stimme durch den Lärm. "Offensichtlich wird Rórdán den Trupp nicht führen - Bradach?" Sie blickte den Jäger an, aber aus einem unerfindlichen Grund starrte der zu Boden und schüttelte unglücklich den Kopf. "Ich führ' den Trupp.", meldete sich Ailill. "Ich mach' mir nicht in die Hose nur weil es jetzt ernst wird." - "In Ordnung.", antwortete Ailbhe. "Nimm' dir ein Dutzend Freiwillige, und dann legt euch auf die Lauer. Keine Fackeln - wenn die Sache hier im Dorf losgeht, dann hört ihr es schon. Ihr verteilt euch dann und schneidet allen den Weg ab die sich in den Wald flüchten wollen." - "Geht in Ordnung."

      "Ailbhe - tu das nicht!", rief Rórdán ein, aber die Dorfälteste schüttelte nur den Kopf. "Geh zu deiner Hexe.", lachte Ailill während er sich erhob und ein paar Männern zunickte die ebenfalls aufstanden. "Hier bist du nur im Weg."

      Ailill griff nach seiner Axt, warf sich einen Pelz um und ging dann auf die Tür zu, und ehe er genau überlegen konnte was er tat, trat ihm Rórdán in den Weg. Einen endlosen Moment lang blickten sie sich an - Ailill war größer und breitschultriger, aber Rórdán hatte durch die harte Arbeit in der Schmiede mehr Kraft als man ihm auf den ersten Blick ansah.

      "Hier geht niemand Trollblut vergießen.", sagte Rórdán langsam. "Setzt euch wieder hin und denkt erst mal in Ruhe über alles nach - dann reden wir weiter." Ailill schüttelte den Kopf und griff nach Rórdáns Schulter um ihn zur Seite zu schieben, aber plötzlich war er es der zurücktaumelte und hart gegen einen Tisch stieß. Totenstille herrschte in der Taverne.

      "Ich sagte hier geht niemand Trollblut vergießen!", wiederholte Rórdán. Zornig kam Ailill auf ihn zu, und plötzlich hielten sich beide umklammert, versuchten einander niederzuringen. Ailill grunzte vor Anstrangung und trat, Rórdán fühlte den Schmerz kaum. Eisern grub es seine Finger in Ailills Arme bis sich der Griff des anderen Mannes lockerte, dann stieß er ihn abermals zurück.

      "Hast du... ", begann Rórdán während er nach Luft rang, aber Ailill kam schon wieder mit einem Wutschrei auf ihn zu. Instinktiv packte Rórdán die Faust die auf seinen Magen zuschoß und wich halb aus, erst dann blickte er nach unten und erstarrte.

      Ailills Hand war nicht leer gewesen - die Klinge seines gezogenen Dolches blitzte im Kerzenschein.

      Rórdán löste seine Hände und trat zur Seite um die Tür freizugeben. Ailill rührte sich nicht, stand wir erstarrt, blickte auf die Waffe in seiner Hand. Niemand sagte etwas. Niemand bewegte sich.

      "So weit ist es also schon gekommen.". sagte Rórdán schließlich leise. "Wir sind bereit, uns gegenseitig abzuschlachten, nur damit wir schneller damit anfangen können Trolle zu töten." Er blickte in die Runde und spuckte dann auf den Boden. "Denkt von mir was ihr wollt - ich will damit nichts mehr zu tun haben."

      Er wandte sich ohne einen weiteren Blick um, und die Tür fiel hinter ihm zu.

      Für eine lange Zeit wagte niemand, das Schweigen zu durchbrechen oder ihm zu folgen.
    • Hey Thorsten, hey Katahrina :)

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      Thorsten schrieb:

      "Die Trolle sind nicht hier um jemanden zu verletzen. Ich glaube sie suchen etwas - etwas das für sie wichtig ist. Sie sind überzeugt dass es im Dorf ist - und jetzt sind sie unsicher was sie tun sollen. Sie wollen keinen Kampf, aber sie wissen nicht was sie sonst tun sollen. Wenn das Dorf ihnen einfach Gelegenheit gibt, das zu finden was sie suchen... dann kann sich alles von alleine klären, ohne daß Blut fließt."
      Mich würde interessieren, wie sie auf diesen Gedankengang kommt. (Beruft sie sich damit auf Wissen, das sie sich angelesen hat oder sind es alte Geschichten, die man sich erzählt? Wie kommt sie direkt auf die Lösung?) Ich finde es nämlich irgendwie ein bisschen schade, dass ich als Leser/Zuschauer an der Stelle direkt kapiere, dass es der Ring ist, der offenbar von dem Troll gesucht wird. Der Spannungsmoment der Ungewissheit, der die Szenen zuvor so beklemmend gemacht hat, ist somit in diesem Augenblick verpufft...Ich weiß nicht, wie man das noch etwas hinauszögern könnte oder wie man sie zumindest etwas langsamer zu der Erkenntnis kommen lassen könnte...So, dass man als Leser den beiden einen Schritt voraus ist und sich irgendwann denkt:... Maaan....warum kommen die denn nicht drauf....es ist doch der blöde Ring, der gesucht wird!!!....keine Ahnung, ob ich versteht, was ich meine. Aber das waren so meine Gedanken, als ich das gelesen habe ^^ Mir ging das an der Stelle etwas zu schnell...vielleicht könnte man sie auch erst auf eine falsche Fährte schicken...keine Ahnung. das sind nur so Ideen von mir.

      Thorsten schrieb:

      Auf einmal schnitt ein marerschütternder Schrei durch die Nacht, und im nächsten Moment flog die Tür auf und Damhnait rannte herein, ihr Gesicht weiß wie der Schnee draußen, die Augen weit aufgerissen, am ganzen Körper zitternd.

      "Trolle!", konnte das Mädchen nur stammeln. "Draußen... Trolle!"
      Yeah... Spannung!!! :dwarf: ... und das nach dem friedvollen Lösungsansatz von Clíodhna. Das passt ausgezeichnet ! :rofl:

      Der Teil in der Schänke war gut. Wie die Stimmung sich hochschaukelt und am Ende kippt ... ich kann zwar Rórdán`s Reaktion am Ende verstehen, aber ob das jetzt so zielführend war :hmm: Oh je... wahrscheinlich wird Clíodhna eingreifen müssen, um die Meute im Zaum zu halten...wenn sie denn auf SIE hören...ich wette, das wird nicht gut enden.


      Bin gespannt, wie es weitergeht :gamer:


      LG,
      Rainbow
    • Rainbow schrieb:

      Mich würde interessieren, wie sie auf diesen Gedankengang kommt.

      Sie hat die Runen geworfen (als Hexe hat man da Moeglichkeiten, wie wir schon in Folge 2 erfahren, normale Menschen muessen Polizeiarbeit machen, die Hexe ruft einfach die Seele des Verstorbenen...) :)

      Die Antwort der Runen ist vage - nur 'Suche nach etwas' - aber immerhin das kann sie sagen.

      Rainbow schrieb:

      ) Ich finde es nämlich irgendwie ein bisschen schade, dass ich als Leser/Zuschauer an der Stelle direkt kapiere, dass es der Ring ist, der offenbar von dem Troll gesucht wird.
      Hm - meinst Du das war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar genug? ?(

      Wie sich noch zeigen wird, brauche ich diese Information bei Rordan vor der Konfrontation in der Taverne... Wir sind ja auch schon fast am Ende der Episode, da kann sich dann schon allmaehlich die Aufloesung zeigen. Ich enttaeusche euch nur ungerne - aber das sind schon recht viele Szenen, so dass das vermutlich wieder eher 45 Minuten Film als 30 werden... fuer noch viele Irrwege ist da wenig Platz. :(

      Rainbow schrieb:

      So, dass man als Leser den beiden einen Schritt voraus ist und sich irgendwann denkt:... Maaan....warum kommen die denn nicht drauf....es ist doch der blöde Ring, der gesucht wird!!!
      Naja, sie kommen nicht drauf weil sie keine Ahnung von dem Ring haben - das weiss ja nur der Finder.

      Und der Leser...
    • Thorsten schrieb:

      Sie hat die Runen geworfen (als Hexe hat man da Moeglichkeiten, wie wir schon in Folge 2 erfahren, normale Menschen muessen Polizeiarbeit machen, die Hexe ruft einfach die Seele des Verstorbenen...)

      Die Antwort der Runen ist vage - nur 'Suche nach etwas' - aber immerhin das kann sie sagen.
      Aber man hat das hier an der Stelle doch nicht gesehen, wie sie das macht und erwähnt wurde es meines Erachtens auch nicht, oder? Ich hätte jetzt darauf getippt, dass sie bei der Durchsicht der alten Schriften einen derartigen Hinweis gefunden hätte...Aber wie auch immer, ich fände es gut, wenn man hier an der Stelle mit noch einem kleinen Sätzchen erklärt bekäme, wie sie darauf kommt. :hmm: (Quasi für so Deppen wie mich :pardon: )

      Thorsten schrieb:

      Die Antwort der Runen ist vage - nur 'Suche nach etwas' - aber immerhin das kann sie sagen.
      Woher weiß der Leser dass dies die Antwort der Rune war? Genau das meine ich...oder habe ich irgendeine Schlüsselszene verpasst?

      Thorsten schrieb:

      Hm - meinst Du das war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar genug?
      Na ja...es gab zumindest verschiedene Ansätze...gut fand ich, als Clíodhna erzählt hat, dass die Trolle manchmal auch Dinge irgendwo liegen lassen, damit sie gefunden werden...warum auch immer....nicht zwangsläufig, um sie nachher zurückzufordern. Der gefundene Gegenstand könnte ja auch mit der Person etwas anstellen...sie verändern oder sie dazu bringen, irgendetwas zu tun... (nur ein Beispiel) Ich hatte bis zu diesem Moment zumindest ein paar Ideen im Kopf, was die Verbindung zwischen dem Troll, dem Ring und dem Dorfbewohner betrifft... nun reduziert es sich auf: Der Dorfbewohner hat den Trollschatz gefunden, nimmt ihn mit und der Troll kommt ins Dorf, um ihn zurückzufordern. Aber okay...ich versteh natürlich, dass ihr nicht so viel Zeit habt, da eine komplexe Story drumzubasteln...aber ich denke, man könnte den Leser an der Erarbeitung der Lösung noch ein bisschen mehr teilhaben lassen...

      Also ihn zusehen lassen, wie die Hexe die Ahnen befragt und die Rune ihr verrät, dass die Trolle etwas zurückfordern, was sie im Dorf zu finden glauben... das dürfte meiner Meinung nach ein bisschen mehr in Szene gesetzt werden, weil DAS der entscheidende Moment ist...wenn die beiden dann anfangen zu spekulieren, was es sein könnte und verschiedene Möglichkeiten durchehene, dann hätte man den Effekt erzielt, dass der Leser mitfiebert...

      Ist aber nur meine unqualifizierte Meinung :pardon:
    • Rainbow schrieb:

      Aber man hat das hier an der Stelle doch nicht gesehen, wie sie das macht und erwähnt wurde es meines Erachtens auch nicht, oder?

      Erwaehnt wurde es, aber sehr subtil...

      Thorsten schrieb:

      Sie holte tief Luft. Die Arbeit für die Nacht war noch nicht vorbei - es war Zeit, die Runen zu werfen..
      Das ist eine Szene (genau wie die Schriften in denen sie vorher blaettert) - das gibt visuell was her. Da haben wir ein schoenes handgeschriebenes Exemplar zu Hause das in verschiedenen Schriften geschrieben ist, da koennen Saetze aus dem Off kommen waehrend sie das liest, die Runen kann man nachher sehen wie sie geworfen werden, wie sie auf die Runensteine starrt...

      Ich weiss nicht - geschrieben kam mir das sehr technisch vor, die sieht Ehwas und ueberlegt sich dann das und das, weil Ehwas symbolisch so und sowas bedeutet... Kann ich schon schreiben, aber ich hatte ehrlich gesagt die Sorge dass das 'Thorsten driftet in irrelevante techische Einzelheiten' ab. :S

      In der geschriebenen Geschichte sieht man dass Cliodhna Nachforschungen anstellt und offensichtlich ueber Trolle liest, es wird erwaehnt dass sie noch Runen wirft - bei der naechsten Begegnung mit Rordan hat sie eine Idee was die Trolle wollen koennten - ist der Gedankensprung wirklich so weit hergeholt dass das Wissen auf ihren Nachforschungen basiert?

      Ich lasse es mal sacken und schau mal was die anderen Leser dazu sagen...


      Rainbow schrieb:

      Ich hatte bis zu diesem Moment zumindest ein paar Ideen im Kopf, was die Verbindung zwischen dem Troll, dem Ring und dem Dorfbewohner betrifft... nun reduziert es sich auf: Der Dorfbewohner hat den Trollschatz gefunden, nimmt ihn mit und der Troll kommt ins Dorf, um ihn zurückzufordern

      Ja - schon. Einmal muessen wir das ja nachher alles zeigen koennen (der Ring verwandelt einen Menschen langsam in einen Troll ginge z.B. gar nicht, so gute Maske haben wir nicht,...) - und dann ist es - tada - eigentlich eine Geschichte ueber die Dorfbewohner, ihre Aengste, die Gruppendynamik, ihre Wut, ihre Verzweiflung,.... Der Ring ist das Ereignis das Dinge ausloest, aber fuer mich hier nicht so sehr die Geschichte - die Geschichte ist wie die Leute drauf reagieren was da passiert.

      In unserer 'wir probieren Genres aus' ist das jetzt nach Kammerspiel (1), Krimi (2), Road Movie (3), Fairytale (4), Drama (5) und Erotikfilm (6) der Horrorfilm :D
    • Also jetzt habe ich es auch gelesen.
      Es ist wieder eine sehr hübsche Szene, die auch sehr spannend und glaubwürdig ist. Was mir gefallen hat, die Dorfbewohner reagieren genau so, wie ich es mir in meiner Erwartungshaltung vorgestellt habe. Sie sehen die Trolle als eine Gefahr, die das Dorf bedroht, und sie wollen diese Gefahr mit Waffengewalt beseitigen. Ich meine, das ist genau typisches menschliches Verhalten.
      tatsächlich eskaliert die Szene in der Kneipe ja noch viel mehr als ich dachte. Die anderen Gäste werfen Rordan Feigheit vor, als er sich weigert einen Trupp anzuführen und drängen ihn damit ja wirklich in die Ecke. Welcher Mann hält es schon aus, sich als Feigling beschimpfen zu lassen, besonders dann, wenn er gar keiner ist. Außerdem wollten sie ihm ja die Ehre geben ihn zum Anführer zu machen, was noch dazu eine Auszeichnung gewesen wäre.
      Das zeugt von wirklicher Stärke, sich dem in dieser Lage entgegenzustellen, die Beschimpfungen auszuhalten, auch die unter der Gürtellinie, und dadurch wirkt die Szene sehr beeindruckend. Ein wenig hatte ich gehofft, Rordan könnte es schaffen, einige auf seine Seite zu bringen, was aber augenscheinlich nicht geglückt ist. Erstmal hat er sich nur eine Menge Feinde gemacht, aber er ist aufrichtig geblieben und ich denke, im Nachhinein wird er doch einige zum Nachdenken bringen. Für das Dorf ist es jetzt eine schwierige Lage, es könnte sich spalten in die, die angreifen wollen und die anderen, die sich auf Rordans Seite schlagen, und vermutlich werden doch einige die Trolle angreifen.

      Noch zu eurer Diskussion wegen dem Motiv der Trolle. Ich hatte Cliodna am Anfang so verstanden, dass sie nicht ganz sicher ist, ob die Trolle nur einen heiligen Ort suchen oder ob sie eine Sache suchen oder etwas tauschen wollen. Der Heilige Ort kommt hier nicht mehr zur Sprache, jetzt geht es ganz klar um eine Sache. Man könnte durchaus noch beides nebeneinander erwähnen, weil es keinen klaren Grund gibt, warum der Heilige Ort nicht mehr aktuell sein sollte.
      Jedenfalls denke ich, das wäre doch auch filmerisch recht einfach in Szene zu setzen, wenn beim Runenwerfen einfach eine Stimme aus dem Off sprechen und einen Satz sagen würde. Der könnte ruhig etwas nebulös sein und sowohl einen heiligen Ort als auch eine Sache meinen. Ich würde so einen Satz gut finden, denn bisher hat so etwas ja gefehlt und auch wenn da etwas vom Runenwerfen stand, war mir noch nicht ganz klar, woher Cliodna genau die Informationen hat, ich dachte sogar, das wären einfach "nur" ihre Ideen. Es ist ja ein sehr wichtiges Detail, wenn ganz klar wird, dass das magische Informationen sind. Das erklärt dann ja auch, dass Rordan ihr nicht nur deshalb so bedingungslos glaubt, weil er in sie verliebt ist, sondern auch, weil er weiß, dass so ein Zauber eine Wahrheit ist.
      Sollte Rordan das nicht den Dorfbewohnern auch mitteilen? "Leute, wir wissen mehr als ihr, Cliodna hat das in den Runen gelesen, ihr solltet ihr vertrauen? Nicht nur das Leben der Trolle, auch unser Leben hängt davon ab?" (Bei einem Kampf können ja auch Dorfbewohner sterben)
      Ich weiß, in der Situation, als er schon wegen seiner Beziehung zu Ciodna angefeindet und beleidigt wird, würde das vermutlich keinen überzeugen. Aber das wäre ein sehr wichtiges Argument.

      Ich war eigentlich schon recht schnell davon überzeugt, dass die Trolle den Ring suchen, das tut aber der Spannung keinen Abbruch, denn jetzt geht es ja darum, wie die Dorfbewohner mit den Trollen umgehen und wie sich dieser Konflikt zuspitzt - und natürlich auch wie er am Ende gelöst wird.
      Eigentlich denke ich sogar, es ist gut, dass man weiß, wem der Ring gehört. Sonst würde man ja noch daran zweifeln, ob Rordans Benehmen wirklich sinnvoll ist.
      Im Moment sieht es recht fatal für das Dorf aus. Und die Reaktionen der Leute sind sehr realistisch.
      Es ist sehr weiterhin sehr spannend wie ein guter Fantasy-Krimi.
      Ich befürchte, dass in der nächsten Szene ein blutiger Angriff kommen wird.
      Meine Geschichte: Meermädchen
    • Kirisha schrieb:

      Ein wenig hatte ich gehofft, Rordan könnte es schaffen, einige auf seine Seite zu bringen, was aber augenscheinlich nicht geglückt ist.
      So halb hat er, ohne es zu wissen, aber schon was erreicht:

      Thorsten schrieb:

      "Schluß damit.", schnitt Ailbhes Stimme durch den Lärm. "Offensichtlich wird Rórdán den Trupp nicht führen - Bradach?" Sie blickte den Jäger an, aber aus einem unerfindlichen Grund starrte der zu Boden und schüttelte unglücklich den Kopf.
      Kleine Erinnerung: Bradach ist der, der den Ring gefunden hat ;)

      @Rainbow
      Ich denke, ich ahne, was du meinst, wenn du sagst, dass Clíodhna zu schnell darauf kommt. Aber ich glaube, im Film haben wir viele Möglichkeiten, die Wahrheitsfindung visuell auszugestalten und das ganze noch etwas in die Länge zu ziehen :)
      Film-Projekt: Clíodhna - die Hexe von Gleann an Phéine
      Für alle, die sich dafür interessieren, wie wir Filme machen: Ein neuer Film entsteht (Blog)
      Geschichte: Die Schwarze Göttin
    • So, die Loesung zeichnet sich ab - mal sehen wie euch der Twist gefaellt...

      Bradach saß starr, in Gedanken versunken.

      Der Schein einer einsamen Kerze erhellte den Tisch, erschuf eine Insel von flackerndem Licht inmitten der Schatten die den Raum fest im Griff hatten. Und in diesem Schein glänzte der Ring. Seine Hoffnung auf ein besseres Leben.

      Der verfluchte Ring.

      Seine Augen folgten abermals den filigranen Gravuren der beiden Vögel, wie sie es schon Dutzende Male diese Nacht getan hatten, ohne wirklich etwas zu sehen. Vermutlich sind sie nur hier weil sie etwas suchen - etwas, was wir ihnen weggenommen haben. hörte er wieder und wieder Rórdáns Stimme in seinem Kopf. Etwas, was wir ihnen weggenommen haben...

      Diesen Ring. Er war der Ring, der die Trolle ins Dorf gebracht hatte.

      Er starrte ihn an, den Glanz des Goldes, die wunderschöne Handwerksarbeit. Niemand im Dorf wußte davon... Niemand ahnte auch nur davon daß er ihn gefunden hatte. Die Trolle würden irgendwann ihre Suche aufgeben, und dann, im Frühjahr, zurück in die Berge gehen. Und er würde den Ring in den Süden tragen und dort verkaufen, ein paar Ziegen mitbringen, über den Sommer einen Stall bauen.

      Hastig griff er nach dem Ring, verbarg ihn in seiner Hand, stand auf um ihn tief in die Truhe zu packen.

      Sollten wir nicht etwas vorsichtiger sein und abwarten, bevor wir mit Blutvergießen beginnen? hallten Rórdáns Worte ungebeten durch seinen Kopf. Er hielt inne. Vor seinem inneren Auge sah er Fackelschein und Blut im Schnee, er hörte das häßliche Knirschen von Äxten die sich in Fleisch gruben, das nasse Geräusch eines Speers der sein Ziel fand, die Schreie und das Stöhnen der Verletzten, das Jammern von Kindern... Er hatte gesehen wie es sein konnte, damals, im Süden, als er als Soldat im Krieg gewesen war.

      Hastig schüttelte er den Kopf um die Bilder wieder loszuwerden. Die Trolle waren vorsichtig, sie würden es nicht auf einen offenen Kampf ankommen lassen. Trolle waren von Natur aus Scheu. Und wenn doch?, fragte eine hartnäckige Stimme in seinem Inneren. Wieder schüttelte er den Kopf. Entschlossen öffnete er die Truhe, nahm ein Stoffstück heraus, schlug den Ring ein und verbarg ihn tief unter dem restlichen Inhalt, dann schloß er den Deckel. Niemand wußte davon. Niemand durfte davon wissen. Aber er würde dem Schicksal nicht erlauben, ihm den einzigen Glücksfall der ihm diesen Winter geschehen war wieder wegzunehmen!

      Er griff nach der Kerze um sie zu löschen - Zeit, mit der Grübelei aufzuhören und ins Bett zu gehen!

      Als nächstes kommen schöne Worte über das Gleichgewicht und die Göttin - und wir wissen alle in wessen Bett du gelegen bist als dir diese Worte in den Mund gelegt wurden! konnte er Ailills boshafte Stimme wieder hören. Er hatte sich geschämt in diesem Moment, daß er nicht aufgestanden war und Ailill diese Worte zurück in seinen Rachen geschoben hatte - und es statt dessen Rórdán alleine gestanden war. Und es war nicht nur ihm so gegangen - niemand mehr hatte den Rest des Abends davon geredet die Trolle mit Gewalt zu vertreiben, sie waren in unbehaglischem Schweigen gesessen und bald auseinandergegangen.

      Rórdán und die Hexe... Konnte es wahr sein? Aber wenn Rórdán wirklich gesagt hatte was die Hexe dachte... dann würden die Trolle nicht aufgeben. Blut im Schnee, Schreie und Stöhnen von Verletzten, das Jammern eines Kindes...

      Branach stellte die Kerze zurück, sank wieder auf den Stuhl und vergrub das Gesicht in seinen Händen. Was nur sollte er tun?

      Die Truhe lockte. Durch das eisenbeschlagene Holz und den Stoff konnte er das Gold spüren, er wußte genau wo es war, es war unmöglich seine Gegenwart zu verdrängen! Der verfluchte Ring!

      Er hob seinen Kopf und fixierte die Truhe. Es gab nur einen Ausweg. Er hatte schon zu lange geschwiegen. Er mußte mit Rórdán reden. So bald es ging.
    • Da hatte ich glatt noch was vergessen...

      Kirisha schrieb:

      Der Heilige Ort kommt hier nicht mehr zur Sprache, jetzt geht es ganz klar um eine Sache. Man könnte durchaus noch beides nebeneinander erwähnen, weil es keinen klaren Grund gibt, warum der Heilige Ort nicht mehr aktuell sein sollte.
      Die Idee war, dass das durch Rordan gefiltert ist - er kann sich die Sache mit dem Ort mitten im Dorf in dem er aufgewachsen ist einfach nicht vorstellen, und deshalb sagt er nur den Teil der ihm plausibler vorkommt.


      Kirisha schrieb:

      Jedenfalls denke ich, das wäre doch auch filmerisch recht einfach in Szene zu setzen, wenn beim Runenwerfen einfach eine Stimme aus dem Off sprechen und einen Satz sagen würde.
      Ich denke wenn ich hier fertig bin schreibe ich einfach mal eine Runenszene, und dann koennt ihr ueberlegen ob das zu technisch ist oder nicht...

      Kirisha schrieb:

      Sollte Rordan das nicht den Dorfbewohnern auch mitteilen? "Leute, wir wissen mehr als ihr, Cliodna hat das in den Runen gelesen, ihr solltet ihr vertrauen? Nicht nur das Leben der Trolle, auch unser Leben hängt davon ab?"
      Wuerde der Sache keinen Gefallen tun. Cliodhna tritt ja recht bewusst nicht in Erscheinung sondern schickt Rordan - die Dorfbewohner tun nichts was das magische Gleichgewicht des Tals aus dem Ruder laufen laesst - die Hexe ist nicht dafuer da einen Mord aufzuklaeren (siehe Folge 2) und sie hat auch nicht das Recht zu verhindern dass das Dorf gegen die Trolle die Waffen ergreift - so lange die Dorfbewohner die Konsequenzen tragen. Es mag Cliodhna's Verantwortung sein die Trolle zu schuetzen - aber der Rest des Dorfes muss das bei weitem nicht so sehen.

      (Das Argument das Ailill vorbringt ist uebrigens voellig korrekt - vom Standpunkt des Gleichgewichts kann es fuer die Hexe akzeptabel sein wenn die Trolle seine Tochter entfuehren - das macht es aber von seinem Standpunkt nicht okay).

      Das erklaert auch warum Rordan so giftig angegangen wird - vielen ist nicht klar auf wessen Seite er hier eigentlich steht.
    • Aha, das ist jetzt eine interessante Wendung.
      Klar, dass sich der Finder des Ringes jetzt einiges zusammenreimen kann und es mit seinem Gewissen vereinbaren muss, was er mit dieser Information anfängt.
      Insofern war es tatsächlich taktisch geschickt von Cliodna, die Information unter das Volk zu streuen und somit dem Finder die Gelegenheit zu geben, die Angelegenheit zu lösen, ohne grosses Aufsehen und ohne dass er sich öffentlich als "der Schuldige" zeigen muss.

      Aus dem Text geht nicht hervor, wie er sich nun entscheidet. Einerseits hat er für sich beschlossen, den Ring für sich zu behalten und das Geheimnis auch. Andererseits will er mit Rordan reden. Da bin ich ja neugierig, was er ihm wohl sagen wird.


      Thorsten schrieb:

      Es mag Cliodhna's Verantwortung sein die Trolle zu schuetzen - aber der Rest des Dorfes muss das bei weitem nicht so sehen.

      (Das Argument das Ailill vorbringt ist uebrigens voellig korrekt - vom Standpunkt des Gleichgewichts kann es fuer die Hexe akzeptabel sein wenn die Trolle seine Tochter entfuehren - das macht es aber von seinem Standpunkt nicht okay).

      Das erklaert auch warum Rordan so giftig angegangen wird - vielen ist nicht klar auf wessen Seite er hier eigentlich steht.

      So wie ich das vorher verstanden hatte, ist Cliodna - obwohl sie gelegentlich so genannt wird - also nicht wirklich die "Dorfhexe", sondern eher die "Talhexe". Also zuständig für alle Lebewesen im Tal, von denen die Dorfbewohner nur ein Teil sind.
      Das gibt ihr natürlich aus Sicht der Menschen tatsächlich eine etwas zwiespältige Rolle, weil sie nicht sicher sein können, was für sie Priorität haben wird oder wie sie Situationen beurteilt.
      ist es dann wirklich Clodnas Verantwortung, die Trolle zu schützen - oder nicht eher die Trolle und die Menschen gleichermassen? (was zugegeben in dieser Situation schwierig ist?)
      Meine Geschichte: Meermädchen