HEAVEN (Band II)

  • Hey @Rainbow

  • Hallo @Rainbow
    Hat mir gut gefallen. Silas ist tatsächlich zu einem interessanten Charakter geworden. Bin gespannt, ob er noch die Kurve kriegt.


    Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.


    Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

  • Danke, Kirisha und Sensenbach für euer Feedback :)



  • @Alexander2213, @LadyK, @Kirisha, @97dragonfly, @Thorsten, @Sensenbach, @Sabrina, @Sora


    Ich melde mich mit einem kleinen "Zwischenerfolg" zurück und kann euch heute zumindest schon mal einen Teil meiner Überarbeitung des "Prophezeiungs-Kapitels" zeigen. Im Grunde habe ich hauptsächlich den Mittelteil angepasst, ihn etwas ausgeschmückt, Elias`Verhalten nachvollziehbarer gemacht etc. Ich würde mich freuen, wenn ihr es euch noch einmal anschauen könntet, um mir zu sagen, wie ihr es findet.
    An der Prophezeiung selbst habe ich jetzt erst mal nichts geändert. Ich sehe das im Moment wie eine Art Platzhalter...es kann gut sein, dass ich das später noch konkretisieren werde, aber im Moment muss es erst mal so gehen.


    Also, wenn ihr Lust und Zeit habt... :)


    Ich füge euch mal den Link ein:

    Kapitel 2.1

  • Hey @Rainbow



  • Danke, Kirisha , dass du dir die Mühe gemacht hast, den überarbeiteten Teil noch einmal zu lesen.


    LG,

    Rainbow

  • Bevor jetzt hier noch weitere Wochen ins Land ziehen, mache ich mal mit dem nächsten Kapitel weiter. :)



    Kapitel 4
    Ein Micah für alle Fälle


    Der Abend war schon weit fortgeschritten, als Elias endlich den massiven Rundbogen durchquerte und die große Eingangshalle des imposanten Gemäuers betrat, in welchem die Angehörigen der zweiten Sphäre untergebracht waren.
    Neben den Privatgemächern standen hier in einer Art Festungsanlage eine Vielzahl an Gebets-und Meditationsräumen zur Verfügung, ebenso wie eine hauseigene Bibliothek mit einem ähnlich umfangreichen Angebot an Literatur wie in der dritten Sphäre. Die Nutzung der Trainingshallen mit der daran angrenzenden gut bestückten Waffenkammer war in erster Linie den Vertretern des himmlischen Heeres vorbehalten.
    Die Zusammenkunft der Engelsfürsten würde mit Sicherheit in einem der Konferenzsäle stattfinden, die sich im hinteren Teil dieses weitläufigen Areals befanden.
    Elias hatte hier an diesem Ort die meiste Zeit seiner bisherigen Existenz zugebracht, weshalb ihm das alles vertraut war und ihn schlagartig das wohlige Gefühl überkam, nach Hause zu kommen.
    Er durchschritt die Lobby mit den bodentiefen Fenstern und den schweren bronzefarbenen Vorhängen, marschierte an den Sitzgruppen vorbei und wandte sich schließlich in Richtung der breiten Steintreppe am hinteren Ende des Raumes.
    Vereinzelt saßen Grüppchen von Engeln beisammen, waren aber so in ihre Gespräche vertieft, dass sie Elias` Anwesenheit nicht weiter Beachtung schenkten.
    Mit einem Mal überkam Elias eine unerklärliche innere Unruhe. Es war, als habe er eine düstere Vorahnung, dass etwas geschehen würde. Etwas Schreckliches. Das Gefühl breitete sich in ihm aus und verursachte einen stechenden Schmerz in seiner Brust, der ihn zusammenfahren ließ. Seine Sicht verschwamm und der Raum begann sich zu drehen. Mit letzter Kraft hielt er sich an dem Pfosten des unteren Treppenabsatzes fest, um nicht ins Straucheln zu geraten. Um ein Haar wäre er dabei mit jemandem zusammengestoßen, der in diesem Moment die Stufen herunterkam. Da Elias den Blick starr auf den Boden gerichtet hatte, erkannte er den Engel zuerst gar nicht, der sich nun besorgt über ihn beugte.
    „Eli, bist du das? Was ist los mit dir? Und was machst du überhaupt hier?“
    Es war Micah. Seine blonden schulterlangen Locken fielen ihm in sein wunderschönes Gesicht, mit den weichen und dennoch markanten Zügen und den silberblauen Augen, als er versuchte, Elias Halt zu geben.
    „Micah“, stöhnte dieser und klammerte sich an seinem Freund fest. „Irgendetwas stimmt nicht mit Emilia. Du … du musst nach ihr sehen. Sofort.“
    „Hey, ich mache alles was du willst, aber erwürg mich bitte nicht.“ Langsam löste er Elias` viel zu festen Griff um seinen Hals und legte sich seinen Arm um die Schulter, um ihn stützen zu können. „Was hast du jetzt wieder angestellt? Will ich das überhaupt wissen? Und wer ist bitteschön Emilia?“, fragte er und wankte mit Elias die Treppe hinauf, um zu ihren Gemächern zu gelangen.
    Nachdem Elias zu keuchen begann und kaum noch Luft bekam, warf Micah ihm einen sorgenvollen Blick zu. „Meine Güte, was ist denn bloß los mit dir? Du bist ja völlig am Ende. Komm, wir setzen uns einen Moment.“ Auf dem oberen Treppenabsatz schob Micah ihn in eine Ecke und ließ ihn an der Wand auf den Boden gleiten. Dann hockte er sich vor ihn und betrachtete ihn aufmerksam, wie er dort mit schmerzverzerrtem Gesicht und mit vor Schreck geweiteten Augen panisch ins Leere blickte, noch immer darum bemüht, die Fassung wiederzuerlangen. Micah packte ihn und zwang ihn dazu, ihn anzusehen.
    „Hey, beruhig dich, Eli. Sieh mir in die Augen und sag mir, was los ist!“ Jetzt war die Nervosität in seiner Stimme deutlich erkennbar. In dem Moment kam eine Gruppe von Engeln die Treppe herunter, die die beiden neugierig betrachteten. „Kann man euch irgendwie helfen?“, fragte der eine, der vorangegangen war.
    „Ehm, nein danke“, erwiderte Micah. „Alles gut. Das geht gleich wieder vorbei“, schob er hinterher und war sichtlich erleichtert darüber, dass man ihnen nicht mehr als ein irritiertes Kopfschütteln schenkte.
    Langsam spürte Elias, wie er wieder zurück zu sich selbst fand. Das Gesicht seines Freundes nahm deutlichere Konturen an und auch der Schmerz, der ihn gerade eben noch wie eine Heimsuchung überfallen hatte, ebbte ab.
    Unter dem besorgten Blick seines Kameraden stemmte er sich schwerfällig nach oben.
    „Komm mit!“, sagte er und zog Micah hinter sich her die Treppe runter, von wo sie soeben gekommen waren. „Wir müssen uns beeilen. Du musst sofort zur Übergangsdimension und dich in die irdische Welt begeben. Ich erkläre dir alles auf dem Weg.“
    Micah wehrte sich und entzog Elias seinen Arm. „Bitte was?“, fuhr er ihn entgeistert an. „Hast du jetzt völlig den Verstand verloren? Was soll ich denn da? Wir haben im Moment klare Anweisung, die Welt der Menschen zu meiden, bis es zu einem Beschluss gekommen ist, wie wir weiter vorgehen wollen. Hast du eine Ahnung, was da bald los sein wird?“
    Elias warf seinem Freund einen ungläubigen Blick zu und schüttelte fassungslos den Kopf. „Micah, ich weiß sehr wohl, was da bald los sein wird, weil ich nämlich von da komme. Du musst mir jetzt einfach vertrauen. Es ist von besonderer Wichtigkeit, dass ein bestimmtes menschliches Wesen unseren Schutz erfährt. Der Erfolg unserer Mission könnte davon abhängen. Wenn ihr etwas geschehen sollte, dann steht vielleicht alles auf dem Spiel. Nicht nur die Existenz allen Lebens auf der Erde sondern ebenso unser eigenes Dasein.“ Erneut griff er nach Micahs Arm und setzte seinen Weg fort, während er ihn, noch immer protestierend, hinter sich herzog.
    „Ja gut, ich begleite dich. Aber hör auf an mir herumzuzerren. Du reißt mir ja den Arm aus.“ Nachdem Elias ihn losgelassen hatte und sich beide auf der Treppe gegenüberstanden wurde Micahs Miene unerwartet ernst. „Aber ich will alles wissen! Du lässt nichts aus. Nicht die kleinste Kleinigkeit. Wenn ich mich schon auf so eine verrückte Mission einlasse, dann will ich wenigstens wissen worum es geht. Du weißt schon … ist es gefährlich … kann es ruhmreich ausgehen … werde ich danach als Held gefeiert …“

    Ein breites Grinsen erschien auf seinem Gesicht und steckte Elias an, der seinen Freund erleichtert an sich drückte. Er hatte gewusst, dass er sich auf Micah würde verlassen können und es tat unendlich gut, sich in dieser Situation, die so schwer auf ihm lastete, einer soliden Komponente gewiss sein zu können.

  • Liest sich gut, bis ich ans Ende komme und das da finde:


    Er hatte gewusst, dass er sich auf Micah würde verlassen können und es tat unendlich gut, sich in dieser Situation, die so schwer auf ihm lastete, einer soliden Komponente gewiss sein zu können


    Seinen Freund vergleicht er mit einer 'soliden Komponente'? Das kann ruhig ein bisschen herzlicher oder poetischer sein, das ist mir hier zu kalt...


    (Ansonsten wuerde ich mir mal wieder wuenschen dass Micah anders reagiert als ein menschlicher Kumpel, aber... das Thema hatten wir schon recht oft, also isser jetzt halt so :))


  • Danke euch dreien für euer Feedback :)



    Fly


  • Japp. Gefällt mir ganz gut Rainbow


    Viel zu sagen gibt es nicht, da nicht allzu viel passiert. Aber das ist nicht schlimm, da Elias sich immerhin Micah mit ins Boot holt und das ist schon mal viel wert :)


    Außerdem wissen wir jetzt auch, wie Elias auf den Angriff auf Emilia reagiert. Wirklich gut geschildert :thumbup:


    Jetzt bin ich aber mal auf einen Micah auf der Erde gespannt. Ob der sich genau so schnell wie Elias daran gewöhnen wird? :D

    „Spätestens wenn erneut ein solches Zeichen auftaucht, werden Fragen gestellt. Wir sollten in der Lage sein, sie zu beantworten.“
    - Meister Lukras -


    Meine Geschichte
    Die Kriegerin von Catrellak

  • Hallo liebe Rainbow

    Ich habe es nun auch geschafft hier weiter zu lesen und erwachte so langsam aus meinen kleinen Winterschlaf um den Haufen abzuarbeiten, der sich hier angesammelt hat. Und wie kann man das am besten anfangen? Indem ich hier weiter lese :)

    LG Sora :rolleyes:

    "Niemand weiß, was er kann, wenn er es nicht versucht." Zitat von Publilius Syrus



    Meine Geschichte: Erbin der Mächtigen ;)


    "Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm."
    "Was für ein dummes Lamm."
    "Was für ein kranker, masochistischer Löwe."
    Zitat aus dem Buch "Biss zum Morgengrauen"

  • Ich merke gerade mal wieder, dass mein Konzept den einen oder anderen wahrscheinlich nicht glücklich machen wird, weil meine Intention beim Schreiben darauf abzielte, ein junge Zielgruppe anzusprechen. Ich wollte trotz dieser ganzen Engelskiste und dem ernsten Hintergrund irgendwie junge Charaktere, spritzige Dialoge und na ja ... wahrscheinlich erinnert das ganze deshalb stellenweise wirklich an diese TV-Serien a la "Buffy" oder "Vampire Diaries"


    Hm, ja, nach mal drueber schlafen... Ich fuerchte hier ist das Problem subtiler. Den einen Teil hat LadyK hier angerissen - den anderen hatten wir mal diskutiert.


    Dein Konzept ist ja, dass Elias anders ist als die meisten Engel und deshalb dazu taugt, der Auserwaehlte zu sein der Menschen und Engel anfuehren kann. Jetzt ist aber Micah auch so ein menschlicher Engel - und Jesajah eigentlich auch,... was ist es jetzt noch, das Elias besonders macht? Die anderen Engel sind ja nicht steif und weltfremd, die sind 'jung' und 'spritzig' und ganz schnell mal bereit Regeln zu brechen wenn sie ihrem Kumpel helfen koennen :schiefguck:


    Ja, und die Lady freut sich drauf wie es Micah auf der Erde ergeht - aber nachdem er jetzt genau wie Elias geschildert wird, wuerden irgendwelche Anpassungsschwierigkeiten ein bisschen gekuenstelt wirken.


    Will sagen, es ist nicht so sehr meine Erwartung an Engel mit denen Micah ueber Kreuz ist, sondern ich denke das geht auch mit Deinem Konzept nicht so wahnsinnig gut zusammen - zumindest so wie ich es verstehe. Irgendwie ist der Twist ja dass die Engel irgendwie weltfremd sind und so ihren Sinn verloren haben - aber da muessten wir ja irgendwann mal solche Engel kennenlernen...

  • Rainbow


  • Thorsten

    Zum Engelskonzept

    Naja, vielleicht bin ich etwas simpler gestrickt als du :D, aber ich erinnere mich noch an Micahs Auftritt auf der Erde, den Rainbow wahrscheinlich hier demnächst postet, und ich meine mich zu entsinnen, dass Micah sich da schon reichlich "ausserirdisch" benimmt... ich könnte mir denken, dass dir das sicher gefallen wird.


    Rainbow

    Deine Idee, Elias' besondere Menschennähe nicht mehr so zu betonen und ihn darin auch nicht mehr von den anderen Engeln abzuheben, finde ich gut. Es würde ja weiterhin passen, wenn du einfach sagst, die von der zweiten Sphäre sind halt den Menschen generell nicht so arg nah - das war ja Elias am Anfang auch nicht, weshalb er auf die Erde geschickt werden musste, um das Manko auszubügeln.

  • Liebe Rainbow

    Der letzte Abschnitt hat mir gut gefallen. In sich konsistent geschrieben.

    Zur Engelsdiskussion: Ich hatte ja schon ganz am Anfang angedeutet, dass die Engel in deiner Geschichte nicht meinen Vorstellungen von Engeln entsprechen. Mir erscheinen sie eher wie weiter- oder anders-entwickelte Lebewesen. Ausserirdische, die über die Geschicke der Menschen wachen. Oder elbenartige Lebewesen, die in einer Parallelwelt leben (den himmlischen Sphären). Oft schilderst du ja die Gefühle der Engel und die sind in weiten Strecken garnicht so unterschiedlich wie bei den Menschen.

    Möglicherweise sind die Chefengel abgehobener und weiter von den Menschen entfernt, aber Elias und seine Freunde nicht so sehr (das wurde ja schon angesprochen).

    Ich denke all dies ist auch garnicht so schlimm, aber du musst dir klar sein, wie die Ähnlichkeiten und Unterschiede sind, damit sich keine Widersprüche auftuen. Wenn einige Engel sich kumpelhaft benehmen und Witze machen und sich Sorgen machen, dann kann dies ja durchaus gut für die Geschichte sein! Wenn du also möchtest, das die Engel so sind dann "go for it!". Aber innerhalb der Geschichte sollte es dann stimmig bleiben. Ich finde zum Beispiel die Idee gut, dass Elias zuerst eine gewisse Abneigung und Arroganz den Menschen gegenüber zeigte. Dies könnte man noch ausbauen. Vielleicht muss er seine Freunde auch jetzt erst überreden, dass die Menschen nicht so schlimm sind…

    Ein Vergleich mit "Buffy" ist ja nichts ehrenrühriges, ich muss zugeben, dass ich da die eine oder andere Folge gekuckt habe:blush:


    Es ist das Eine, aus dem wir kommen und in das wir wieder eingehen. Vor dem Einen war nichts und danach wird nichts sein. Das Eine ist nichts, und indem das Eine nichts ist, wird das Eine offenbar.


    Meister Muoti von Aramea. Im Jahre 102 nach der Divergenz

  • Danke, Thorsten, Lady, Sora, Kirisha und Sensenbach für eure Rückmeldungen :)