• Hey Kiddel Fee,


    die letzten beiden Teile haben mir sehr gut gefallen. Anmerkungen packe ich in den Spoiler:



    LG,

    Rainbow

  • Ach Nate ... und du denkst, wenn du einfach losgehst und durch die Pamp wanderst, wird alles besser? Ich möchte dem echt gerne mal gegen die Stirn schnippsen :patsch:


    Du hast das sehr einfühlsam beschreiben Kiddel Fee. Keine Beanstandungen von meiner Seite :)


    LG

  • Ich gehe zu Victoria und dann in die Scheune. Und wenn ich wieder da bin” , seine Augen wurden schmaler, “erzählst du uns alles.”

    Was alles passieren muss um die Neugier dieses Mannes anzufachen :P


    Also der Part hat mir gutgefallen. Der böse Dude scheint das Gegenteil von Astra zu sein, die ja mit lichtartiger Magie auskennt/damit zu tun hat.
    Bei ihm ist halt mehr mit Finsternis und so.


    Eine Sache, die mir nicht so gut gerfallen hat, war wie Rett Astra klar macht, was mit Ivy passiert. Er sagt es so, wie es der "Gauner" wohl zu ihm gesagt hat. Das würde ich nie machen ... also an seiner Stelle. Selbst wenn der Böse gesagt hat, er solle die Nachricht so überbringen. Dann erst recht nicht.


    Aber ich würde es auch schon nicht machen, weil es einfach grausam klingt. Ich würde es nur Sinngemäß wiedergeben.


    Was ich aber intereassant finde ist der wohl angepeilte Ortswechsel. Ich habe gedacht, die Downs werden länger unser Handlungsort bleiben. Mal schauen, wie der Rest deiner Welt aussieht.

  • Huhu, Eti!

    Eine Sache, die mir nicht so gut gerfallen hat, war wie Rett Astra klar macht, was mit Ivy passiert. Er sagt es so, wie es der "Gauner" wohl zu ihm gesagt hat. Das würde ich nie machen ... also an seiner Stelle. Selbst wenn der Böse gesagt hat, er solle die Nachricht so überbringen. Dann erst recht nicht.


    Aber ich würde es auch schon nicht machen, weil es einfach grausam klingt. Ich würde es nur Sinngemäß wiedergeben.

    Das stimmt wohl und ich selber würde es wohl auch nicht so machen. Andererseits macht diese "Botschaft" mit wenigen Worten klar, um was es geht und mit wem sie es zu tun bekommen. Nate und Rett kennen einander schon eine ganze Weile und Rett wird klar gewesen sein, dass es in diesem Moment nicht zu beschönigen gibt. Nate braucht diesen Wortlaut, damit er weiß, worauf er sich einlässt, wenn er der Aufforderung des "Bösen" nachkommt. Dasselbe gilt mMn für Astra.

    Trotzdem wie immer danke für dein kritisches Lesen und deine Anmerkungen!:love:

    Als Mama lernt man beizeiten, eine Tafel Schokolade auf Anhieb zu verstecken.

    Im Mund.

    Quer.

    Und ohne zu sabbern.

    :whistling:


    Meine Geschichte

    Elemental

  • War es besser, einfach zu gehen und ihr nie wieder unter die Augen zu kommen ?

    Kein Leerzeichen nach dem Fragezeichen

    Ich möchte dem echt gerne mal gegen die Stirn schnippsen

    Übers Schnippsen bin ich schon hinaus XD Ich würde ihn wirklich gerne sehr feste schütteln.

    Er wusste nicht, was das Beste war .Doch


    Ein schöner, ganz ruhiger Teil nach dem Kampf von Astra und Artax. Ach, wenn Nate wüsste, dann würde er wutentbrannt alle zusammentrommeln und Artax den Gar aus machen ... (ist mir egal wie, Nate würde es schon hinkriegen gemeinsam mit Astra und den anderen :D )

    Die Atmosphäre hast du noch gut eingefangen, weil die Bitterkeit von Nate und die drohende Gefahr über der eigentlich harmlosen Szene hängen.

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Andererseits macht diese "Botschaft" mit wenigen Worten klar, um was es geht und mit wem sie es zu tun bekommen. Nate und Rett kennen einander schon eine ganze Weile und Rett wird klar gewesen sein, dass es in diesem Moment nicht zu beschönigen gibt.

    Ich glaube das macht die Botschaft schon mit dem Messer in der Hand und der Entführung xD


    Nate war verschwunden.

    ok, dann heißt es jetzt wohl warten. Astra hat in der Zwischenzeit schon Ausrüstung zusammengesammelt und im nächsten Part erfahren wir dann wohl, wie die kleine WG entstanden ist. Mal schauen ob du dich für eine Erzählung oder Rückblende entscheidest

  • Er wusste nicht, wieviel Zeit vergangen sein mochte - Minuten? Stunden? Doch plötzlich brach auf dem Gang Betriebsamkeit aus. Stimmen riefen durcheinander, dann näherten sich rasche Schritte und das Bedienfeld der Tür piepste hektisch.
    Noch bevor diese zur Seite gleiten konnte, war Nate bereits reflexartig aufgesprungen und verharrte kampfbereit in der Raummitte, Ivy in seinem Rücken.
    “Nate!?” Rett stand da wie versteinert, dann kam er zwei Schritte ins Zimmer und erlaubte der Tür damit, sich zu schließen. Der Mechaniker war blass und ein alarmierter Ausdruck lag in seinen Augen, doch bevor Nate etwas sagen konnte, hatte der Freund ihn grob an den Schultern gepackt und an sich gezogen.
    Der junge Mann konnte die Umarmung nicht erwidern. Zu groß war der Schock. Er hatte zu lange gewartet, er hätte sofort aufbrechen sollen. Jetzt musste er Rett erklären, was er hier wollte und der Freund würde seine Absichten sofort erkennen und versuchen, ihn aufzuhalten.
    Rett schob ihn eine Armlänge von sich weg und sah ihn prüfend an. “Alter, es ist so gut, dich wiederzusehen. Aber was tust du hier?”
    Nate schüttelte langsam den Kopf und wies auf das immer noch schlafende Kind. “Ich wollte sie sehen”, flüsterte er. “Ich musste sichergehen, dass bei ihr alles in Ordnung ist.”
    “Das ist ein verflixt unguter Zeitpunkt dafür!”, stieß Rett hervor. “Der Rat ist in der Veste eingetroffen und er hat deinen alten Freund Artax im Gepäck!”
    Die Angst schnitt durch Nates Körper. Er erinnerte sich sehr gut an diesen Moment auf dem Schafott, an diese kalten Augen, die Hände auf seinem Kopf und
    die alles schluckende Schwärze …
    “Nate, wieso bist du hier, verdammt? Warum liegst du nicht im Bett? Astra ist auf dem Weg zu dir!” Rett raufte sich die Haare und bemühte sich, seine erregte Stimme zumindest soweit zu dämpfen, dass er Ivy nicht aufweckte.
    “Wieso Astra?” Der Klang ihres Namens ließ erneut Adrenalin durch Nates Venen jagen. Er wollte ihr nicht noch einmal begegnen. Zu lebhaft stand ihm die Szene in seinem Krankenzimmer noch vor Augen. Ihr Streit, der Kummer in ihren Augen … es drängte ihn, sofort zu ihr zu gehen und diesen Konflikt zu bereinigen, schon allein, damit sein Gewissen endlich rein war. Doch es ging nicht. Er konnte nicht.
    “Astra, Nate, ist die Einzige, die gegen Artax bestehen kann. Und weil sie und wir alle der Meinung waren, dass dieser Mistkerl als erstes nach dir sucht, um sein Werk zu beenden, wollte sie dich schützen!”
    “Mich … ?” Ihm fehlten die Worte. Und er schämte sich. Trotz seiner Grausamkeit ihr gegenüber war sie bereit, für ihn mit Artax zu kämpfen.
    Rett blickte grimmig. “ Und jetzt bist du hier, ohne jede Möglichkeit, dich zu verteidigen.” Wütend schüttelte er den Wuschelkopf. “Thyras ist auf dem Weg zum Kommandanten, damit dieser den Rat dazu bewegt, ihren Bluthund in Schwarz zurückzupfeifen. Astra wollte auf dich achtgeben und Su und Atesch suchen Artax, um ihn aufzuhalten, bevor er Schaden anrichtet. Er will zu dir, Nate. Sei es, um das Urteil des Rates auszuführen, oder sei es, weil du Astras Aufmerksamkeit auf dich gezogen hast - jetzt schau doch nicht so.” Der Freund wirkte jetzt, als würde er Nate am liebsten an den Ohren packen und schütteln.
    Nate stand da wie betäubt, während seine Gedanken rasten. Artax war hier. Er wollte ihn töten. Nicht aufgrund des Urteils, sondern aus persönlichen Gründen. Die ganze Veste war in Bewegung, um ihn davor zu schützen. Astra … stand sie dem Elementalen der Dunkelheit jetzt gegenüber? Würden sie miteinander kämpfen? Was, wenn Artax Astra besiegen konnte, wenn er sie ebenso in die Abgründe stürzen ließ - seinetwegen? Das durfte nicht sein ...
    “Ich muss mich ihm stellen.”
    “Einen Teufel musst du!”, knurrte Rett gereizt. “Du bleibst hier. Bleib bei Ivy. Öffne diese Tür nicht! Niemandem! Ich gehe und teile Thyras oder dem Kommandanten mit, wo du bist -”
    Ein schriller Alarmton schnitt ihm das Wort ab.
    “Terrorwarnung Stufe drei”, verkündete eine emotionslose Frauenstimme. “Bitte begeben Sie sich unverzüglich in Ihre ausgewiesenen Schutzeinrichtungen und warten Sie auf weitere Befehle.” Es gab ein misstönendes Quietschen, dann hallte die Stimme eines Mannes durchs Zimmer.
    “Das Lazarett wurde angegriffen. Wir haben mehrere Schwerverletzte. Sofortige Meldung bei den Einheiten. Die Stoßtrupps sammeln sich umgehend im G-Korridor.”
    An der Wand des Zimmers flammte ein Hologramm auf, welches Artax zeigte. Das Gesicht des Elementalen war wütend verzerrt und zerschrammt, eine Blutspur zog sich quer über die Wange und bildete Schmutzkrusten in dessen Bart.
    “Höchste Alarmstufe. Eigenschutz beachten. Der Verdächtige ist bewaffnet und gefährlich.” Es knackte im Mikrofon, dann herrschte Stille.
    Die beiden Männer sahen sich stumm an.
    “Nate?”
    Ivy war aufgewacht und hatte den blonden Kopf gehoben. “Bist du wieder gesund, Nate?”
    Mit einem Kloß im Hals sank er an ihrem Bett nieder. “Ivy!” Am liebsten hätte er sie umarmt und an sich gezogen und nicht mehr losgelassen, doch vielleicht wäre das erschreckend für sie. Tatsächlich hatte er keine Ahnung, was sie hier durchgemacht hatte und wie es ihr ergangen war. So musste er sich damit begnügen, ihr übers Haar zu streichen und die kleine Kinderhand in seine zu nehmen. “Mir gehts gut”, brachte er mühsam hervor.
    Das Mädchen blickte mit bangen Augen zu ihm auf. “Was war das für ein Lärm gerade? Das klang so laut, ich hab Angst.”
    “Ich gehe mal nachsehen, Blümchen”, brummte Rett. Sicher sollte es beruhigend klingen, doch Nate konnte die Anspannung des Freundes spüren. Über Ivys Scheitel hinweg warf er dem Älteren einen beschwörenden Blick zu, doch dieser schüttelte den Kopf, wies mit der Hand auf Nates Brust und fuhr sich mit dem Finger über die Kehle.
    Nate verstand. Rett würde ihn auf keinen Fall aus diesem Zimmer lassen. Artax lief in der Veste herum, auf der Suche nach ihm. Das Lazarett hatte er dabei in Trümmern gelegt. Astra …
    Mit eisernem Willen zwang er die Angst zurück, erhob sich und trat zu Rett.
    Beide Männer legten packten einander stumm an den Unterarmen und Rett nickte entschlossen. Er würde gehen. Der Kommandant musste erfahren, wo der von Artax Gesuchte gerade steckte.
    Nates Kiefermuskeln schmerzten, so sehr biss er die Zähne zusammen, weil er das dumpfe Gefühl nicht loswurde, dass ein noch größeres Unheil im Verzug war. Doch so starrte er stumm auf Retts Hinterkopf, während dieser die Tür öffnete.
    Rett kam nicht weit. Als die Tür aufsurrte, reichte es gerade noch für einen entsetzten Aufschrei. Dann flog der Mechaniker quer durch den Raum, krachte gegen die Wand neben dem Bett und rutschte mit einem Stöhnen an dieser hinab, bevor er regungslos liegen blieb.
    Ivy fuhr hoch, die blinden Augen aufgerissen und ihre Hände zogen die Decke um sie, als könne sie sich damit schützen. Panisch robbte sie bis in die Ecke und kauerte sich dort zusammen.
    Nate wollte zu ihr, doch seine Beine gehorchten ihm nicht. Wie gelähmt blieb er in der Raumesmitte stehen und nur mit eiserner Anstrengung konnte er den Blick von dem bewusstlosen Freund und dem Kind abwenden, um zur Tür zu sehen.
    Artax stand da und die Schwärze loderte um ihn herum wie eine dunkle Flamme. Seine Linke hatte er ausgestreckt und damit Rett angegriffen, dunkel tänzelten die Schatten schlangengleich um die blutbefleckte Hand. In seinen Augen spiegelte sich der purer Hass, trotzdem lächelte er, was seinem Gesicht einen Ausdruck blanken Irrsinns verlieh.
    “Sieh an, hier bist du, Kendall.” Sein Ton mochte überrascht klingen, doch die boshafte Miene dazu ließ keinen Zweifel an seiner wahren Gesinnung aufkommen.
    Artax machte zwei Schritte ins Zimmer, die Tür schloß sich. Ohne den Blick von Nate abzuwenden, streckte er eine Hand nach hinten aus und vor dem rettenden Ausgang formte sich eine Wand aus undurchdringlicher Finsternis. “Nur für den Fall, dass uns jemand stören möchte”, lächelte er mit gebleckten Zähnen. “Aber was für ein Glückstag! Stell dir vor, ich wollte lediglich einen Krankenbesuch machen und durch einen Laune des Schicksals treffe ich gleich vier alte Freunde wieder.” Er neigte den Kopf ein wenig zur Seite und erlaubte sich einen ungenierten Blick auf Rett und das kleine Mädchen, das wie eine reglose Puppe auf dem Bett saß.
    Nate trat ihm demonstrativ ins Sichtfeld. Es mochte nach außen gleichgültig erscheinen, doch in seinem Inneren herrschte Aufruhr. Vier, hatte Artax gesagt. Vier alte Freunde. Hier im Zimmer waren nur drei.
    Astra … Schwerverletzte …
    Artax schien zu merken, was in seinem Gegenüber tobte. Wieder grinste er genüsslich, dann hob er aufreizend langsam die Hand und strich damit über die blutige Wange. “Ein Abschiedsgeschenk deiner Liebsten. Bei ihr war ich bereits.” Seufzend rieb er die Fingerspitzen aneinander und Reste getrockneten Blutes rieselten auf den Boden. “Ich fürchte, ihr geht es im Moment schlechter als mir. Sie hätte sich nicht so wehren dürfen.”
    Das Adrenalin rauschte durch Nates Körper wie Strom und er spürte, wie sich rasende Wut seiner bemächtigte. Was hatte dieser Scheißkerl angestellt? Er erstickte beinahe an der Fülle der Emotionen, die die Kontrolle über ihn ergreifen wollten. Nein, er durfte nicht nachgeben. Sobald er sich provozieren ließ, war er angreifbar.
    Seine Chancen standen so schon denkbar schlecht. Er war unbewaffnet, der Ausgang blockiert und hinter ihm war Ivy.
    Fast automatisch trat er noch einen Schritt zurück, als könnte er die Kleine so schützen.
    Die dunkle Augenbraue seines Gegners zuckte. “Oh, ja. Die kleine Maus mit dem außergewöhnlichen Talent. Hallo, Ivy. Möchtest du mir nicht guten Tag sagen?”
    Trotz der freundlichen Worte klang es, als würde eine Schlange zischen.
    Ivy schrumpfte in sich zusammen und zog mit einem ängstlichen Laut die Decke über den Kopf.
    In diesem Moment war es mit Nates Beherrschung vorbei.
    “Wie kannst du es wagen, das Wort an Ivy zu richten!”, brüllte er voller Wut und sprang auf Artax zu.
    Dessen nettes Gesicht verschwand wie weggewischt und machte einer Maske puren Triumphes Platz. Seine ausgestreckte Hand schlug einen flachen Bogen, gleich einer Peitsche. Dunkelheit flammte auf und bevor Nate seinen Gegner erreicht hatte, traf ihn etwas Hartes mit voller Kraft auf die Brust.
    Keuchend krachte er ebenfalls gegen die Wand, landete halb auf dem Bett, halb auf Rett. Sein Oberkörper schmerzte, als hätte ihm dieser Angriff alle Rippen gebrochen, in seinem Kopf klingelte es. Von Ferne hörte er Ivy schluchzen und erneut konnte er sie nicht vor diesem grausamen Mann beschützen ...
    Stöhnend kam er auf die Füße. Er durfte Artax nicht an Ivy heran lassen. Bis Hilfe kam, musste er durchhalten, egal wie.
    “Wie kannst du es wagen, mich anzugreifen?” Jetzt klang der Elementale der Dunkelheit eiskalt. “Du bist ein Nichts. Eine Ratte aus den Slums. Du gehörst nicht hierher und ich werde dir nicht gestatten, dass mich deine dreckigen Hände auch nur berühren. Ich selbst hingegen -” , er hob die Rechte und auf der Handfläche formte sich eine Art Pfeil, ein scharfkantiges spitzes Prisma, “kann mit dir tun, was ich will.”
    Das Gebilde aus Dunkelheit schoss auf Nate zu. Mit einem Hechtsprung nach vorn wich er aus, Artax’ Geschoss traf die Wand mit einem schwarzen Blitz und ließ Schutt und Scherben aus Finsternis auf den reglosen Rett herabregnen. Er kam nicht dazu, aufzustehen. Etwas legte sich um seinen Hals, drückte ihm die Kehle zu und zog ihn nach oben. Nach Luft ringend schleiften seine Fußspitzen über den Fußboden, während Artax ihn mit sanfter Hand vor sich dirigierte.
    Sein Gegner lächelte wieder. “Sieh an, die Ähnlichkeit ist wirklich verblüffend. Astra sah genauso aus, bevor sie gefallen ist. Diese Mischung aus Angst und Wut in deinen Augen, dein starker Wunsch, mir irgendetwas entgegensetzen zu können. Aber das kannst du nicht, oder?” Er hob Daumen und Zeigefinger und ließ die Fingerspitzen einander berühren, wie eine Zange.
    Der Druck auf Nates Hals wurde unermesslich groß und Sterne explodierten vor seinen Augen. Verzweifelt suchte er nach festem Stand, fand aber keinen. Kurz bevor er von der Dunkelheit übermannt wurde, ließ Artax wieder locker.
    “Ein Jammer. Der große Kommandant Kendall … er ist kein Gegner für mich. Da war Astra wesentlich interessanter.” Er brachte sein Gesicht noch näher vor Nates. “Astra war ein spannendes Spiel. Und ich habe es gewonnen, Kendall. Ich habe meinen Preis bekommen, auch wenn er bittersüß geschmeckt hat. Sie wartet auf dich, mein Freund. Deine Einzelteile habe ich ihr versprochen, zusammen mit der guten Geschichte, wie ich das Leben aus dir rausgequetscht habe. Das wird sie hören. Vielleicht lege ich ihr dazu deinen Kopf auf den Schoß, damit sie es sich leibhaftig vorstellen kann? Sie wird sich wohl kaum dagegen wehren können.”
    Elend überrollte Nate und ihm wurde übel. Astra, dachte er, ich wünschte, du könntest mich hören. Es tut mir so leid …
    Mit einer wischenden Bewegung ließ Artax Nate erneut gegen eine Wand prallen. Diesmal wartete er wortlos, bis sein Gegner zumindest wieder auf die Knie gekommen war. Dann trat er einen Schritt vor ihn.
    “Ich fürchte, ich habe dich das letzte Mal nicht tief genug in die Verdammnis geschickt.” Beiläufig griff er nach der Bettdecke, unter der das bebende Kind hockte.
    Ivy schrie, als der Mann ihr Handgelenk packte und sie aus dem Bett zerrte. “Nein! Nate!”
    Ihre Stimme gellte in Nates Ohren, doch sein Körper gehorchte ihm nicht. Er konnte nicht aufstehen. “Ivy!”
    Mitleidlos sah Artax auf ihn herab und streckte die Linke aus, während er Ivy noch fester packte. “Geh zurück, Nate. Versinke in der Finsternis. Ich bin überzeugt, du wirst alle deine Freunde dort wiedersehen!”

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    Im Mund.

    Quer.

    Und ohne zu sabbern.

    :whistling:


    Meine Geschichte

    Elemental

  • Bumm!
    Ein dumpfer Schlag in der Ferne.
    Astra blinzelte mühsam. Bis eben war sie körperlos durch Schleier geschwebt, frei von Schmerz, Angst und Trauer, frei von allem, was ihre Sinne aufnehmen konnten. Doch dieses merkwürdige Geräusch hatte sie vernommen. Es klang wie ein Faustschlag, eine gedämpfte Explosion.
    Bumm!
    Da war es wieder.
    Gefühl schoss in ihre Glieder zurück und mit einem Mal spürte sie, dass sie einen Körper hatte, dass sie zwar noch immer schwebte, doch dieses Schweben in der warmen dunkelroten Sphäre steuern konnte.
    Etwas rief in ihr, drängte tief in ihrem Herzen danach, dass sie den Kopf drehte und in eine bestimmte Richtung sah. Zögernd blickte sie erst nach links, dann nach rechts.
    Weit in der Ferne, wie Sterne in einer anderen Galaxie, erblickte sie zwei schillernde Punkte, einen größeren, einen kleineren. Der Größere war etwas blasser, er flackerte unstet.
    Bumm!
    Dieses Mal dröhnte es wie ein Donnerschlag, der große Stern blinkte und für einen Moment sah es aus, als würde er erlöschen. Astra, schien er zu seufzen, es tut mir so leid.
    Angst kroch in ihr herauf, drängende Panik erfüllte ihren Körper mit Zittern. Der Stern durfte nicht verglimmen. Sein Licht musste bestehen bleiben. Licht …
    Sie atmete aus, streckte ihre bloßen Hände dem fernen Leuchten entgegen, sandte ihr Licht durch die Tiefen dieses unbekannten Raumes, dem sterbenden Stern entgegen.
    Geh nicht, dachte sie, bevor der Schmerz in ihren Körper zurückschoss. Geh nicht, ich komme zu dir.


    Ein mächtiges Brausen, untermalt von kreischenden Lauten. Wind kam auf und zerrte an seinen Haaren. Verstört riss Nate die Augen auf, die er in Erwartung der erneuten Finsternis um ihn fest zusammengepresst hatte.
    Nur Zentimeter von ihm entfernt hatte sich eine Lichtwand aufgebaut, hauchdünn, laut summend und undurchdringlich. Er konnte den Strahl aus Schwärze sehen, der auf diese leuchte Grenze traf und sich rasch in Rauch aufzulösen schien, bevor dieser brüllend von dem hellen Schein verschluckt wurde.
    Verblüfft sah er an sich herab und stellte erstaunt fest, dass das Licht aus seiner Brust strahlte. Immer wärmer wurde es in ihm, bis schließlich eine kleine, schimmernde Kugel aus ihm heraus glitt und sanft vor ihm auf und ab schwebte.
    “Astra”, flüsterte er tonlos.
    Die kleine Kugel beschrieb einen sanften Bogen, dann schossen zahlreiche silberne Fäden aus ihr heraus, durchdrangen die Wand aus Licht. Nate hörte einen wütenden Schrei, dann ein Zischen, als hätte jemand Wasser in ein Feuer gegossen.
    Langsam schrumpfte die Lichtwand und gab Nate einen ungehinderten Blick auf das Geschehen vor ihm.
    Die Silberfäden waren an der von Artax ausgesandten Dunkelheit entlanggekrochen und schlangen sich um dessen Handgelenk, formten ein immer dichter werdendes Netz, welches die Finsternis zurückhielt.
    “Das wird nicht gelingen.” Die Frauenstimme klang grimmig. “Ich erlaube dir nicht, diese beiden zu verletzen. Sie sind Träger des Lichtes und du hast keine Macht über sie.” Für einen Augenblick erschien auf der schwindenden Lichtwand ein vertrautes Gesicht, so nahe, dass Nate am liebsten die Hand ausgestreckt und es berührt hätte. Doch dann verschwand das Bild, die Silberfäden strahlten hell auf, bevor sie sich in Artax’ Hand bohrten und seinen ganzen Körper erleuchten ließen. Ein letztes Schimmern, dann erlosch das Licht.
    Wortlos starrten die beiden Männer auf die Stelle, an der Astras Ebenbild verschwunden war. Dann stieß Artax ein Grollen aus, dass Nate die Nackenhaare aufstellen ließ. Laut brüllend riss der Elementale die Faust nach vorn - doch nichts geschah. Er versuchte es erneut, doch die Schattententakel erschienen nicht.
    Langsam stand Nate auf, seinen Gegner nicht aus den Augen lassend. Was immer gerade geschehen war - Artax konnte seine Kraft nicht einsetzen. Ob dieser Zustand von Dauer sein mochte oder nicht, spielte keine Rolle, denn Nate würde diesen Moment nutzen. “Lass Ivy los!” Er legte all die Autorität seiner Militärkarriere in diese drei Worte, sah Artax direkt in die Augen.
    Ivy wimmerte.
    Und Artax brach in Gelächter aus. Es war kein amüsiertes Lachen, wie damals im Hort, es war purer Wahnsinn, der aus ihm herausquoll. Mit einem Ruck schleifte er das Mädchen ein paar Schritte in Richtung Tür, während die freie Hand hinter seinen Rücken wanderte und dort einen langen, schwarzen Dolch herauszog.
    “Erkennst du ihn wieder, Kendall?” Artax’ Stimme schnappte über, als er Nate die Klinge entgegenstreckte. “Einen davon habe ich in eurer Wohnung zurückgelassen, in den Handflächen deines treuen Freundes!” Mit einem Kopfnicken wies er auf Rett am Boden. “Vielleicht war ich zu gutmütig. Ich hätte ihn gleich töten sollen.”
    Die Dolchspitze wanderte an Ivys Kinn und das Kind erstarrte entsetzt.
    Nate ebenfalls. Er besaß keine Waffe. Nichts, was Artax beeindrucken konnte. Sie waren dessen Launen hilflos ausgeliefert. Gänsehaut kroch an ihm herauf und Angst schien sein Denken lähmen wollen. “Artax, lass sie”, brachte er heraus. “Ich … bitte dich. Sie hat nichts damit zu tun. Stell mit mir an, was du willst, aber lass Ivy gehen.” Es war ihm ernst. Er würde alles von Artax’ Hand erdulden, wenn Ivy dafür in Sicherheit sein konnte.
    Ohne die Kleine loszulassen, ging Artax neben ihr in die Hocke. “Hörst du das, Ivy? Nate möchte nicht, dass ich dir etwas tue. Soll ich ihm lieber wehtun? Was denkst du?” Jetzt strich die Klinge an dem bloßen Kinderarm entlang. Ivy stieß einen schmerzvollen Laut aus und Blut quoll aus dem Schnitt in der hellen Haut.
    Nate machte einen Satz nach vorn, prallte dann aber zurück, als Artax die Waffe wieder hob. “Eine Bewegung und ich schneide sie vor deinen Augen in handliche kleine Stücke, Kendall!”
    Bebend vor Zorn und Angst blieb Nate notgedrungen, wo er war. Ivy hatte den Kopf gehoben, ihr Blick ein einziges Flehen. Hilf mir, schrien ihre blinden Augen, doch er konnte nichts tun.
    Artax weidete sich offen an der Hilflosigkeit seiner Opfer. “Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich diesen Augenblick herbeigesehnt habe, mein Freund. Seit du mir im Hort durch die Finger geschlüpft bist, warte ich darauf.”
    Er leckte sich über die Lippen und glich in diesem Moment noch mehr als sonst einem Raubtier vor seiner Beute.
    Nates Gedanken rasten. Er musste auf Zeit spielen. Irgendwann würde Hilfe kommen, so lange galt es, durchzuhalten. “Wieso?”, flüsterte er. “Ich habe dir nichts getan. Wieso dieser Hass auf mich?”
    Artax ließ die Klinge in seiner Hand wirbeln, dann packte er sie wieder fester. “Du hast etwas genommen, das mir gehört, Kendall. Mir allein.” Er blickte Nate direkt an.
    Und dieser wusste sofort, worauf sein Gegner hinaus wollte. Die junge Frau mit den weißen Haaren, die ihren eigenen Preis bezahlt hatte …
    “Für diesen Frevel werde ich dich zerschmettern, Kendall. Ich werde alles vernichten, was dir lieb und teuer ist, bis nichts mehr übrig sein wird, an das dein Herz sich klammern kann! Und wenn deine Seele dann zerbrochen vor mir liegt und du mich um den Tod anflehst - dann werde ich noch tausend Möglichkeiten haben, dein Leben wieder und wieder zu verlängern, damit der Wahnsinn dich packt und du in die Verdammnis stürzt!”
    Ruckartig riss er Ivy nach oben.
    “Keiner deiner Lieben wird mir entkommen können!” Mit einem irren Lachen rammte er dem Mädchen die Klinge in die Brust.

    Als Mama lernt man beizeiten, eine Tafel Schokolade auf Anhieb zu verstecken.

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    :whistling:


    Meine Geschichte

    Elemental

    Einmal editiert, zuletzt von Kiddel Fee ()

  • Artax ist schon ein ... naja. Ihr wisst schon.



    Ansonsten hattest du zwei oder drei Tippfehlerchen, die du aber bestimmt alleine findest ;)


    LG

  • Zu spät


    Die Welt kippte.
    Ivy fiel und Nate fiel mit ihr, es schien ihn aus seinem Körper herauszuschleudern.
    Fassungslos sah er zu, wie Artax hysterisch brüllend das kleine Kind zur Seite warf und in einem Moment absoluten Triumphes die Arme hob. Wie in Zeitlupe flog Ivy, sank aufs Retts Rücken und legte sich dort zur Ruhe, das helle Haar mischte sich mit den dunklen Locken.
    Irgendjemand neben ihm schrie laut und als er den Kopf wandte, sah er sich selbst auf den Knien und sein eigenes Gesicht hatte nichts Menschliches mehr. Der Kerl da war völlig außer sich, doch als er in sich hineinhorchte, fühlte er - gar nichts. Es war, als hätte sein Verstand abgeschaltet, weil er die Grausamkeit nicht länger erfassen konnte.
    Wieder füllte Lachen den Raum, bildete eine grausige Dissonanz mit dem Klagen seines Körpers. Artax lachte, während er Nate auf dem Boden sah, er feierte seinen Sieg und Häme und Irrsinn zerrissen seine Miene zu einer hässlichen Fratze.
    “Es ist einfach, einen Menschen zu töten. Du musst lediglich wissen, wo du ansetzen musst - und du musst es wirklich wollen.”
    Die Worte hatten sich in sein Gedächtnis gebrannt. Damals, als er seinem Vater gegenübergestanden hatte und entsetzt von sich selbst war, weil er das erste Mal einen Menschen umbringen sollte ...
    “Es ist einfach … zu töten …”
    Kreischend schraubte sich das misstönende Gelächter in seine Ohren und löschte jeden anderen Gedanken aus. Sein Körper erhob sich in einer einzigen fließenden Bewegung. Jahrelang antrainierte Bewegungsabläufe, die er nie zu nutzen gewagt hatte, wurden durch Artax’ Hohn aktiviert, im Nu war er auf den Beinen und sprang den Elementalen der Dunkelheit an.
    Artax schnappte erschrocken nach Luft, er hatte die Attacke nicht kommen sehen und landete hart auf dem Rücken.
    Mit einem Satz war Nate über ihm, presste den Gegner mit seinem eigenen Gewicht auf den Boden. Ein kräftiger Schlag auf das Handgelenk ließ dieses hörbar knacken und die Finger des Elementalen gaben das Messer frei -
    Reglos sah Nate zu, wie er selbst zum Schlag ausholte und die Faust mit aller Kraft in Artax’ Gesicht schmetterte. Es knirschte übelkeitserregend, dann spritzte Blut und der Getroffene stieß einen Laut aus, halb heulend, halb rasend vor Zorn. Die Hände, die eben noch die Finsternis koordiniert hatten, fuhren bebend zu dem verletzten Gesicht, betasteten die Wunde, als könnte die bloße Berührung Linderung verschaffen …
    “Du musst wissen, wo du ansetzen musst …”
    Der zweite Schlag traf Artax an der Schläfe, sein Kopf flog herum und Nate sah, wie sich der Blick aus den blauen Augen merkwürdig verschleierte. Hustend und Blut spuckend rang Artax nach Luft, blinzelte gegen den Schmerz in seinem Gesicht an und hätte sich wohl zusammengekrümmt, wäre der Körper des jungen Mannes nicht über ihm gewesen.
    “Du musst es wirklich wollen.”
    Nate sah die Verachtung in seinem eigenen Gesicht, für einen Moment verharrte sein Selbst und blickte auf Artax herab. Dann packte er das verletzte Handgelenk seines Gegners. Artax brüllte schmerzerfüllt und riss den Kopf hoch, als könnte er der Pein so entkommen.
    Jetzt, dachte Nate, und sein Körper holte aus und traf Artax mit dem Ellenbogen direkt auf den Kehlkopf.


    Thyras schlitterte beinahe um die Ecke des Gästetraktes und hastete weiter auf Ivys Zimmertür zu. Hinter ihm dröhnte der Laufschritt der Soldaten, die ihm folgten. Kirschner hatte sie zu seinem Schutz abbestellt, doch er hoffte inbrünstig, dass keine Schüsse fallen mussten. Es hatte schon genug Schmerz und Leid gegeben.
    Ganz kurz zuckte Astras Bild durch seine Gedanken. Er selbst hatte ihre klamme Hand ergriffen und leise ihren Namen gerufen, während sein Herz schmerzhaft gegen seinen Brustkorb geklopft hatte. Nicht auch noch sie … vier der Elementalen waren schon tot. Sollte sie noch folgen?
    Auf seine Berührung hin hatte sie ihn unter großer Anstrengung direkt in die Augen gesehen und “Nate ist fort” gemurmelt, bevor die Medikamente anschlugen und ihr gnädige Bewusstlosigkeit erlaubten.
    Doch diese drei Worte waren genug gewesen. Der junge Mann musste noch in der Veste sein, sonst hätte einer der Posten am Tor Meldung gemacht. Er würde nicht gehen, ohne sicher zu sein, dass die Kleine versorgt war - er musste noch einmal zu ihr …
    Thyras hatte Kirschner informiert und war dann, begleitet von Sergeant Benedict und einem halben Dutzend Soldaten, zum Gästetrakt geeilt, getrieben von Sorge und dem unbändigen Wunsch, Artax aufzuhalten.
    Doch als sie den Gang erreichten, spürte er sofort, dass etwas nicht stimmte. Er konnte es nicht benennen, doch es lag eine Spannung in der Luft, die einem das Adrenalin durch den Körper schießen ließ.
    Die Tür zu Retts Unterkunft, in der auch Ivy schlief, war verschlossen. Zwar kannte niemand der Anwesenden den Code, doch Kirschner schien das bei der Wahl des Begleittrupps bedacht zu haben. Einer der Soldaten trat vor, zog ein kleines Kästchen aus der Hosentasche und hatte den Durchgang beim dritten Versuch geöffnet.
    Alle holten zischen Luft, als die Tür summend zur Seite glitt.
    Der Türrahmen war gefüllt mit reinem Schwarz. Blickdicht und alle Laute schluckend, bildete die Finsternis eine dunkle Wand.
    Zögernd streckte Thyras die Hand aus und seine Finger trafen auf Widerstand. Ein Hieb mit der Faust machte diesem Bollwerk nichts aus. Er wechselte einen kurzen Blick mit Sergeant Benedict, dann trat der Militär einen Schritt zurück, zog seine Waffe und feuerte auf die Schwelle. Die Kugel blieb in der Schwärze stecken.
    Sie kamen nicht hindurch.
    “Artax!”, rief Thyras, obwohl er nicht sicher gehen konnte, dass der Gerufene ihn auch hören könnte. Aber es war ihm unmöglich, hier zu stehen und zu warten, bis der Elementale der Finsternis irgendwann wieder herauskam. Und Ivy! Und der junge Nate …
    Er wusste nicht, was er tun sollte und so versuchte er, an Artax zu appellieren.
    “Komm raus. Lass mich mit dir reden. Ich kenne dich, seit du ein kleiner Junge warst.Und ich werde dir zuhören.”
    Für einen Moment herrschte Stille. Dann flackerte die Wand aus Schwarz und löste sich schließlich in kleine Rauchfetzen auf.

    Als Mama lernt man beizeiten, eine Tafel Schokolade auf Anhieb zu verstecken.

    Im Mund.

    Quer.

    Und ohne zu sabbern.

    :whistling:


    Meine Geschichte

    Elemental

  • Hey Kiddel Fee,


    ich bin auch wieder up to date. Wegen Spoilergefahr packe ich meine Anmerkungen mal ein...



    LG,

    Rainbow

  • Hm, Rainbow , das ist jetzt interessant, denn ...


    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


    ___________________


  • LG,

    Rainbow

  • Hey Kiddel Fee


    Aha ...



    LG


  • Nun bin ich mal gespannt, wer überlebt und wer nicht und wie es generell weiter geht

    du glaubst, ich schlachte alle ab oder? Naja, bei Rett isses noch offen, der liegt momentan halt rum. Astra ist verletzt, Kay schon tot - ich bin auf nem guten Weg:evil:

    Als Mama lernt man beizeiten, eine Tafel Schokolade auf Anhieb zu verstecken.

    Im Mund.

    Quer.

    Und ohne zu sabbern.

    :whistling:


    Meine Geschichte

    Elemental

  • Als Mama lernt man beizeiten, eine Tafel Schokolade auf Anhieb zu verstecken.

    Im Mund.

    Quer.

    Und ohne zu sabbern.

    :whistling:


    Meine Geschichte

    Elemental

  • wer Musik dazu möchte : bitte sehr



    Wie auf ein geheimes Kommando legte die Soldaten an. Doch Thyras hob beschwörend die Hand und passierte den Türrahmen.
    Nein!
    Stumm vor Entsetzen blickte er auf das Bild, das sich ihm bot.
    Artax lag am Boden, die Augen aufgerissen und leer. Blut war aus seinem Mund geflossen und seine Zunge hing halb zwischen den blauen Lippen hervor.
    Nate kniete auf dem Brustkorb des Elementalen und sah mit ausdrucksloser Miene auf diesen herab. An seinen Händen klebte ebenfalls Blut, es tropfte aus einer Wunde im Gesicht und auf seiner Brust prangte ein handtellergroßes Loch in seinem Shirt.
    “Nate.” Vorsichtig trat Thyras näher, doch dann erblickte er die beiden anderen Personen am Boden.
    Etwas schien ihn auf die Brust zu treffen, er taumelte und musste Halt an der Wand suchen. Ein dicker Kloß wuchs in seiner Kehle, drückte ihm die Luft ab und ließ seine Augen brennen. Die Kleine … und ihr väterlicher Freund ...

    Da kam wieder Leben in Nate, er sprang auf, tat drei Schritte und fiel mit einem erstickten Laut neben Ivy auf die Knie. “Ivy …”
    Der Schmerz fuhr über sein Gesicht wie ein Blitz, er stieß einen unmenschlichen, klagenden Laut aus. Seine großen Hände verharrten bebend nur Zentimeter von dem kleinen Kinderkörper entfernt. Dann beugte er sich langsam vor, schob mit unendlicher Behutsamkeit seine Finger unter ihre Arme und hob sie sanft hoch. Vorsichtig, als wolle er sie auf keinen Fall verletzen, drehte er sie ein wenig, zog sie auf seinen Schoß und hielt sie. “Hey, Kleines …”
    Der flachsblonde Kinderschopf fiel kraftlos nach hinten. Blaue leblose Augen starrten an die Decke. Aus dem linken Mundwinkel lief ein dünner Blutfaden.
    Zärtlich verlagerte er ihr Gewicht, sodass der kleine Kopf in seiner Ellenbeuge ruhte. “Ivy … ich bins, Nate. Du brauchst keine Angst vor dem Mann zu haben. Er tut dir nichts mehr.” Seine Finger strichen blonde, dünne Strähnen aus dem bleichen Gesicht, fuhren über ihre Wange. “Komm, meine Kleine. Ich bringe dich nach Hause - “
    Seine Stimme kippte und mit einem Mal wurde er von wilden Schluchzern geschüttelt. “Ich bringe dich heim. Rett wartet sicher schon auf uns … “
    Stumm kam Thyras an seine Seite.
    Doch der junge Mann nahm keine Notiz von ihm. Tränen tropften auf Ivys blutverschmierte Brust. Nates Worte waren kaum zu verstehen, seine Trauer erstickten sie beinahe. ”Wach auf, Ivy. Komm, wach auf. Komm schon!”
    Er brüllte jetzt, doch die Kleine konnte ihn nicht mehr hören.
    Verzweifelt presste er sie an sich, barg ihren Kopf an seiner Schulter und wiegte sie, als müsse er sie trösten. Dabei schrie er selber immer wieder gequält auf, weil er das, was über ihn gekommen war, nicht fassen konnte.
    Thyras spürte seinen Schmerz beinahe körperlich. Leise ließ er sich neben den beiden nieder und auch sein Herz krampfte sich zusammen, als er Ivys blasses Gesicht sah, starr, wie eine Maske. Auch ihm schossen die Tränen in die Augen.
    “Nate … “
    Der Angesprochene hob den Kopf und sah ihn verzweifelt an.
    “Warum? Wir hatten es doch schon geschafft. Sie war in Sicherheit. Wieso?” Wieder blickte er auf das Mädchen in seinen Armen hinab. “Wieso sie? Sie war - völlig unschuldig. Sie hat niemandem etwas getan.” Erneut brach seine Stimme. “Nur weil sie zu mir gehörte, weil sie mir etwas bedeutet hat …” Ein neuer Schrei drängte aus ihm heraus. “Ich hatte versprochen, sie zu beschützen!” Mit ohnmächtiger Wut hieb er auf den Boden. Dann strich er dem Mädchen erneut über die Wange. “Es tut mir so leid, Ivy. Ich habe versagt. Ich habe versagt.” Seine Stimme verabschiedete sich endgültig, seine Trauer übermannte ihn.
    Thyras blieb nichts übrig, als ihm stummen Beistand zu leisten, während er, Ivy an sich gedrückt, hemmungslos weinend aufgab.

    Die Soldaten hatten mit betretenen Mienen draußen gewartet, bis schließlich Kirschner höchstpersönlich auftauchte. Als er das Zimmer betrat, warf er Artax’ Leiche einen langen Blick zu, dann musterte er schweigend Nates Rücken. Der junge Mann hatte sich noch immer über das Kind gebeugt und hielt es fest. Thyras schüttelte auf Kirschners fragende Miene stumm den Kopf. Er konnte nichts sagen.
    Schließlich nickte Kirschner zwei Männern zu und ruckte mit dem Kinn zu Rett hinüber. Behutsam wurde dieser aufgehoben und aus dem Raum getragen, ohne dass er wieder zu sich kam.
    Dann sah der Militär wieder zu Nate und Thyras erkannte, dass die Trauer des jungen Mannes auch den Kommandanten nicht kalt ließ. Es war die Pflicht des Befehlshabers, Nate in Gewahrsam zu nehmen, bis ermittelt werden konnte, was hier passiert war. Doch keiner schien angesichts dieser Verzweiflung eine Verhaftung durchführen zu können.
    Thyras selbst kniete immer noch neben Nate und obwohl ihm selber furchtbar elend zumute war, legte er dem Jüngeren schließlich die Hand auf den bebenden Arm.
    “Gib sie mir, Nate.” Er war erstaunt, wie ruhig seine Stimme klang und wie er automatisch den Namen wählte, den nur die Familie und die Freunde benutzten. “Gib sie mir. Du kannst nichts tun. Ich kümmere mich um sie.”
    Erst wirkte es, als hätte Nate ihn gar nicht gehört. Keine Reaktion war erkennbar. Doch dann hob er so langsam den Kopf, als würde er aus einem Traum erwachen und schaute Thyras mit entsetztem Gesicht an. Gleichzeitig schien er Ivy noch fester an sich zu drücken.
    Thyras brauchte einen Moment, um zu begreifen. Nate hatte erst ein Familienmitglied sterben sehen. Und dieses war nur wenige Augenblicke später in den Tiefen des Horts verschwunden.
    “Ich verspreche dir, Ivy wird nicht in der Aufwertung landen, Nate.” Er sah direkt in die dunkelbraunen Augen. “Ich schwöre es!” Langsam streckte er die Hände aus.
    Nate blieb stumm. Dann sanken seine Schultern herab, sein Griff um das Kind lockerte sich.
    Behutsam hob Thyras den kleinen Körper aus Nates Armen, barg den Kopf an seiner Schulter und erhob sich. “Ich kümmere mich um sie”, wiederholte er eindringlich.
    Wortlos nickte Nate, den Blick auf den Boden gerichtet. Er machte keine Anstalten aufzustehen.
    Kirschner seufzte tief, als Thyras mit seiner kostbaren Last an ihm vorbeischritt und schloss mit schmerzvollem Gesicht die Augen. “Nehmt ihn fest!”, wies er seine Untergebenen tonlos an, bevor er sich umdrehte und beinahe fluchtartig das Zimmer verließ.

    Als Mama lernt man beizeiten, eine Tafel Schokolade auf Anhieb zu verstecken.

    Im Mund.

    Quer.

    Und ohne zu sabbern.

    :whistling:


    Meine Geschichte

    Elemental

  • Es war die Pflicht des Befehlshabers, Nate in Gewahrsam zu nehmen, bis ermittelt werden konnte, was hier passiert war. Doch keiner schien angesichts dieser Verzweiflung eine Verhaftung durchführen zu können.

    “Nehmt ihn fest!”, wies er seine Untergebenen tonlos an, bevor er sich umdrehte und beinahe fluchtartig das Zimmer verließ.

    Immerhin ist doch etwas Menschlichkeit bei den Leuten übrig geblieben ...


    ich frage mich, was wohl mit Astra und Rett geschieht und ob Nate frei kommt. Immerhin hat er Artax umgebracht und das dürfte dem Rat so gar nicht gefallen. Obwohl selbst die geschnallt haben sollten, dass es besser so ist ...

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Kiddel Fee



    LG