Gefangen II Kampf um Licht und Schatten

  • Ein weiteres Mal verschlägt mir ihr Anblick die Sprache. Zwerge und sie sind zu zweit!


    Verdammt Barran, du hast dich einfach überrumpeln lassen. Als wärst du noch grün hinter den Ohren. Zwerge sind hinterhältig und klug noch dazu. Egal was du ihnen jetzt antwortest, sie werden ihren Vorteil daraus ziehen.


    Der Graubärtige beugt sich tiefer zu mir herunter.

    „Wird’s bald, Bürschchen! Oder hat es dir die Sprache verschlagen?“

    An seinem Umhang nehme ich den Geruch von Pfeifentabak war, dennoch bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich der Zwerg aus der Schenke ist. Etwas an seinem Äußeren, lässt mich zögern, dabei kann ich noch nicht einmal sagen was es ist.

    Aber wenn er nicht der Zwerg aus der Schankstube ist, wo ist er dann?


    Die Brauen des Graubärtigen ziehen sich drohend zusammen. Ich muss etwas sagen und wenn es auch nur dazu dient, Zeit zu gewinnen.

    „Ich habe jemanden beobachtet.“ Meine Stimme klingt dünn und ich räuspere mich.


    „Vom Dach aus?“

    „Ja“, antworte ich ihm. Beide Zwerge wechseln einen Blick miteinander.


    „Kann schon sein, Bo. Er ist ein Mensch. Menschen tun die seltsamsten Dinge.“

    Um den Worten mehr Nachdruck zu verleihen zuckt der Rotbärtige mit den Schultern.


    Ich sehe, dass sein Begleiter noch nicht mit meiner Erklärung zufrieden ist. So langsam läuft mir die Zeit davon. Was ist, wenn tatsächlich die Stadtwache bereits auf dem Weg ist? Noch sind wir allein in der Seitengasse neben der Schenke, das kann sich jeden Moment ändern.

    Versuchsweise bewege ich Arme und Beine. Noch immer bin ich benommen vom Sturz, ansonsten scheint nichts gebrochen zu sein. Ich setze mich in eine halbwegs aufrechte Position und werde durch einen Tritt belohnt, der mir die aufgestützten Arme unter dem Körper wegzieht. Abermals finde ich mich am Boden wieder, nur dieses Mal kniet sich der Graubärtige auf meiner Brust.


    „Bürschchen, was soll das werden? Habe ich einen Ton davon gesagt, dass du dich rühren darfst?“ Er hat zur Bekräftigung seiner Worte eine Waffe aus seinem Bund gezogen. Das Licht spiegelt sich in der kunstvoll geschmiedeten Klinge. Die Waffe ist für ein Schwert zu klein und dennoch größer, als ein herkömmlicher Dolch. Ohne Zweifel weiß er damit umzugehen.


    „Wenn hast du vom Dach aus beobachtet? Versuche erst gar nicht mich anzulügen, ich merke so etwas sofort.“ Meine Kehle ist eng, mein Rücken schmerzt von der ungewohnten Haltung. Und dann bereitet der Zwerg mir auch noch Kopfschmerzen mit seinen vielen Fragen.


    Eine Woge heißer Wut vertreibt die Schmerzen und macht meine Gedanken wieder klar. Das Zepter hat sich erwärmt auf meiner Haut. Ich fühle die Hitze unter der Kleidung. Es muss etwas passieren und zwar jetzt!


    Du hast genug Zeit an diesem Ort verschwendet.

    Barran, auf dich warten wichtigere Aufgaben! Dinge, die ganz Eilandis angehen. Hasim, wegen bist du hier. Nicht wegen zwei Zwergen, die lästige Fragen stellen. Also mach, dass du hier weg kommst!

    Mehr aus meiner Feder: Gefangen im High Fantasy Bereich.


    Der Tag an dem alles begann findet ihr im Urban Fantasy Bereich auf fleißige Leser. ^^

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  • „Was ist denn hier los?“

    Eine tiefe Stimme unterbricht meine Gedanken. Ich drehe den Kopf in die Richtung und muss schlucken. Ein weitere Zwerg und ohne Zweifel derjenige, den ich in der Schenke beobachtet habe, steht am Ende der Gasse. Und sein Gesichtsausdruck ist äußert wütend.
    „Golwin, Borain, verdammt noch mal! Kann man euch nicht ein paar Minuten aus den Augen lassen? Los Golwin, runter von ihm und stecke deine Waffe weg, bevor noch jemand die Stadtwache deswegen holt.“


    Der Neuankömmling ist größer, als seine beiden Begleiter. Auch er trägt den Bart grau und lang, ist genauso gekleidet wie die anderen Zwerge, allerdings sind seine Augen von einem helleren strahlenden Azurblau beinahe schon silbrig. Nachdem der Graubärtige brummend von mir abgelassen hat, kommt der Neuankömmling schnell auf mich zu. Ich bekämpfe den Drang auf dem Boden nach hinten zu rutschen. Er hingegen streckt mir seine Hand helfend entgegen.


    „Ich bin Samnuel. Meine beiden Begleiter habt ihr ja schon kennengelernt, Borian und Golwin. Entschuldigt ihr übereiltes Handeln. Ich hatte ihnen nur aufgetragen auf euch zu achten, nicht euch zu verletzten oder zu bedrohen.


    Zögernd ergreife ich sein ausgestrecktes Handgelenk, an dem er ein geschnürtes breites Lederband trägt. Ich bin überrascht, mit wie viel Kraft er mich auf die Beine zieht. Noch immer ringe ich mit meinem Fluchtinstinkt. Was soll ich von diesem Kerl halten?


    Sei vorsichtig, du weißt nicht, mit wem du es zu tun hast. Das kann alles ein raffinierter Trick sein, um dich in Sicherheit zu wiegen.

    Ich zwinge mich zu einem Lächeln und weiche gleichzeitig von der Zwergengruppe zurück. Im Geiste schätze ich die Distanz ab. Ich muss schnell sein um ihnen zu entkommen, ohne Zweifel.


    „Nun, wenn es ein Irrtum war, dann kann ich ja gehen. Die Zeit drängt und ich habe Termine, die ich einhalten muss. Ehrlich gesagt, bin ich schon spät dran, man erwartet mich.“


    „Einen Moment habt ihr sicherlich noch, junger Freund. Ein gemeinsamer Bekannter lässt euch ausrichten, dass der Treffpunkt jetzt ein anderer ist.“ Mein Herz setzt einen Schlag aus und ich muss mich arg zusammen nehmen, dass man es mir nicht ansieht.

    Das ist todsicher eine Falle! Lass dich ja nicht drauf ein.

    Ich schüttle innerlich den Kopf über meine aufkeimende Panik, die ich niederringe.

    Denk nach! Hier hast du eine Gelegenheit Fragen zu stellen. Heraus zu finden, was der Zwerg namens Samnuel weiß! Frage ihn, nach dem Namen des gemeinsamen Bekannten. Finde heraus was er plant! Sei einfach klüger wie er!


    Ich kann fühlen, wie mich der Anführer der Zwerge beobachtet, jede meiner Bewegungen studiert. Innerlich gehe ich die Fragen durch, die ich ihm stellen kann.


    „Ah ja. Ein gemeinsamer Bekannter? Und wer soll das eure Meinung nach sein?“ Über das bärtige Gesicht huscht ein Grinsen und seine Augen blitzen dabei. „Ihr wisst, dass kaum jemand seinen richtigen Namen kennt. Für seine Freunde heißt er Hasim.“


    Wieder habe ich Mühe meine Überraschung zu überspielen. Allerdings kann er den Namen kann auch irgendwo aufgeschnappt haben! Frage ihn nach dem Treffpunkt, rät mir meine innere Stimme.

    "Hasim ist kein Name der öfters vorkommt dennoch...

    Welchen Treffpunkt hat euch unser gemeinsamer Freund genannt?“


    Dieses Mal sehe ich deutlich den zunehmenden Ärger des Zwergs. Anscheinend hat er sich das einfacher vorgestellt mich zu Überzeugen. Falsch gedacht, Herr Zwerg!


    „Entschuldigt junger Freund“, er nickt mir wieder mit ausdrucksloser Miene zu.

    „Hasim hat zwar erwähnt, das ihr ein gesundes Misstrauen an den Tag legen werdet. Aber das es so schwierig wird, euch zu überzeugen, Barran, hat er sicher nicht geahnt!“


    Er weiß wie ich heiße! Ich fühl wie die Erkenntnis mich erbleichen lässt. Kaum jemand kennt mich unter meinem richtigen Namen. Nur eine Handvoll Leute kennen ihn. Hasim gehört dazu.


    „Hasim erwartet uns, im Haus eines Freundes, zwei Straßen weiter und nicht am Wehrturm, so wie der Treffpunkt mit euch ausgemacht war. Wenn ihr mir folgen wollt? Ich bringe euch zu ihm. Dann kann er euch erklären warum wir uns dort treffen.“


    Sein abwartender ruhiger Blick gibt den Ausschlag.

    Ich muss ihm trauen, wenn auch nur auf Zeit ...


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  • Er hat die Führung übernommen, ich folge dem Zwerg namens Samnuel dicht auf. Die Nachhut bilden seine anderen Begleiter. Ich kann hören, wie sie sich in meinem Rücken murmelnd unterhalten. Mehr als einmal hat ihr Anführer den Kopf gedreht und finster zurück geblickt. Doch die Stimmen verstummten nur für kurze Zeit.


    Obwohl ich die Worte nicht verstehe, ist mir klar, dass der Graubärtige noch immer einen Groll gegen mich hegt. Und die Entscheidung, mich zu Hasim zu führen, nur widerwillig von ihrem Anführer akzeptiert.

    Ich fühle seine feindseligen Blicke im Rücken und es bereitet mir eine Gänsehaut. Nehme dich vor ihm in Acht, Barran. Wispert mir die wohlbekannte Stimme in meinem Kopf zu. So unauffällig wie möglich taste ich nach dem Zepter und es gibt mir Zuversicht und Stärke.


    Ich konzentriere mich wieder auf Samnuel und muss mein Tempo steigern, um den Anschluss nicht zu verlieren. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass ich Mühe habe mit einem Zwerg Schritt zu halten. Aber in dem Labyrinth aus kleinen Gassen verliert man leicht die Orientierung. Ohne meinen Führer würde ich mich sicher verirren, besonders da hier alle Gässchen irgendwie gleich aussehen.

    Zunehmend wird es dunkler. Es erinnert mich daran, wie spät es bereits ist. Und wie lange ich mich schon hier in Vern aufhalte. Eigentlich sollte ich schon längst auf dem Rückweg zur Höhle sein. Meine Gedanken schweifen zu Daria … Was sie wohl gerade tut?



    Die tiefe Stimme des Zwergs reißt mich wieder ins Hier und Jetzt. Mein Führer ist stehengeblieben und deutet auf ein Gebäude inmitten der kleinen Gasse. „Hier ist es!“ Es ähnelt den anderen Häusern. Zweistöckig, mit weißgetünchter Front, die in dem einfallenden Licht eher grau als weiß wirken. Das Dach ist mit denselben roten Ziegeln gedeckt, charakteristisch für diese Region. An einer hölzernen Tür wartet Samnuel, bis niemand mehr, außer uns, in der Gasse zu sehen ist.

    Meine innere Anspannung ist kaum noch zu ertragen. Mit jedem Schritt in diese Richtung hat sie zugenommen. Ich bin hin und her gerissen, was mich hier erwartet. Nun endlich stehen wir vor unserem Ziel und ich höre das Klopfzeichen des Zwergs.

    Es dauert nur wenige Augenblicke, ehe sich die Tür nach innen öffnet und Samnuel dort eintritt. Eine gemurmelte Begrüßung und dann erscheint Hasims vertrautes Gesicht im Türrahmen. Ein Gesteinsbrocken scheint von meinem Herzen zu fallen, so erleichtert bin ich.


    Ein Strahlen geht über seine Gesichtszüge, als er mich ins Auge fasst. Ein warmer Schauder rollt mir über das Rückgrat und ich folge ihm ins Innere des Hauses. Wenige Minuten später, sitzen wir uns an einem grob gezimmerten Tisch gegenüber.

    Das Licht, was durch die Fenster ins Innere der Stube fällt, reicht gerade aus um die ärmliche Ausstattung der Wohnküche zu erkennen. Bis zur Decke reichende Regale aus Brettern notdürftig zusammen gezimmert. In ihnen steht alles, was man fürs Kochen braucht. Über einer offenen Feuerstelle hängt ein großer Kessel an einem eisernen Harken, unter ihm knistert ein Feuer. Eine Frau mittleren Alters schöpft mit einer Kelle den Inhalt in fünf Holzschüsseln, die sie, ohne ein Wort zu sagen, auf den Tisch stellt und geht.

    Mein Magen zieht sich schmerzhaft zusammen, bei dem köstlichen Geruch, der mir in die Nase steigt. Er gibt ein knurrendes Geräusch von sich und schon fallen wir alle über die Schüsseln her. Genüsslich schiebe ich mir Löffel um Löffel in den Mund, dabei betrachte ich Hasim.

    Wie viele Jahre ist es her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben? Drei, oder sind es doch schon vier Jahre? Wie auch immer, die Zeit hat ihn ebenso gezeichnet, wie mich. Ich stelle mir die Frage, ob es eine gute Idee war, hierher zu kommen. Ihn in die Sache mit hinein zu ziehen. Keiner weiß, wie die Dinge enden werden …



    „Dieser Kampf geht uns alle an!“, höre ich Mareks Worte aus meiner Erinnerung. „Barran, willst du für immer in Angst leben? Immer auf der Flucht sein, vor seinen Häschern? Dass man dich entdeckt und dein Leben von Neuem zerstört? Du kannst mir helfen, dass sich etwas bewegt, sich etwas ändert. Nicht nur für dich, sondern für ganz Eilandis!“, das hat er mir gesagt, und ich bin es Hasim schuldig, ihm dieselben Worte zu sagen.


    Wie sollte ich es ihm denn beibringen?

    Es ist Zeit zu kämpfen, nicht mehr klein beizugeben, sich zu verstecken, sondern aufzustehen, Hasim. Ins Licht zu treten, gegen den dunklen Lord und seine Übermacht. Bist du dabei?“


    Nein! Er wird dich für verrückt erklären, Barran! Oder etwa nicht?

    Die spöttische Stimme lacht mich hämisch aus, erklärte mich für verrückt.


    Aber was habe ich für eine andere Wahl? Ohne Hasim würde ich nicht hier stehen, hätte es auch niemals aus Messanac geschafft. Dank ihm, habe ich die Hölle überlebt. Er ist ein Überlebenskünstler, er hat mir alles beigebracht. Wie man überlebt auf der Straßen von Said. Er hat mich unter seine Fittiche genommen, mir alles beigebracht, was ich zum Überleben brauchte. Er ist der Bruder, den ich niemals hatte. Und wenn es einen Menschen gibt, der das Unmögliche schaffen kann, dann ist er es! Und ich will ihn an meiner Seite haben, das ist mir in den letzten beiden Tagen klar geworden. Ich brauche jemanden, dem ich bedingungslos vertrauen kann. Davon gibt es nicht viele in meinem Leben…


    Marek ist einer von ihnen. Leider hat sich an seinem Gesundheitszustand nichts geändert. Er dämmert dank des Fiebers zwischen den Welten und ist keine große Hilfe.

    Daria gibt mir zu viele Rätsel auf, wenn sie auch Gefühle in mir erweckt, die ich nie kannte, kann ich ihr nicht bedingungslos vertrauen.

    Und dann ist da noch der Drache … Nein, auch ihm gegenüber ist mein Misstrauen zu groß.


    Hasim dagegen hat mir nie Anlass gegeben an seiner Gesinnung zu Zweifeln oder an seiner Freundschaft. Mit ihm zusammen ist alles möglich, dass war es schon immer.


    „Barran, was ist mit dir? So schweigsam habe ich dich nicht in Erinnerung. Du hast doch nicht den weiten Weg auf dich genommen und mich gesucht, um dann zu zögern? Was ist los?“

    „Das ist schwer zu erklären … Viel ist passiert und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich anfangen soll…“

    Ich blicke ihm in die Augen und er erwidert ruhig meinen Blick.

    „Wir haben Zeit, fange am besten von vorne an!“


    Ende Teil Eins

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  • Da habe ich wohl irgendwie ein paar Folgen verpasst, aber schoen dass es stetig weitergeht. Da gibt's wenig an dem Text auszusetzen - Barran's Misstrauen ist gut eingefangen, auch wie er immer mit sich ringt was er denn nun tun soll als die Zwerge ihm begegnen, ob er nicht weiss ob es eine Falle ist oder nicht...:thumbup:


    Mir sind eigentlich nur zwei Formulierungen aufgefallen:


    Nun, wenn es eine Fehlinterpretation war, dann kann ich ja gehen.

    'Fehlinterpretation' ist irgendwie eine eher gehobene Stilebene - 'Irrtum' kaeme mir hier passender vor...:)

    Hasim ist kein Name der öfters vorkommt dennoch kann es anhand eines Namens Verwechslungen geben


    Das klang mir auch ein bisschen stilistisch zu gedrechselt - 'anhand eines Namens' - denkt so jemand in seinem inneren Monolog? Ich irgendwie nicht...


    Wie gesagt, ansonsten schoen und solide geschrieben:)

  • Teil Zwei


    Ich runzele konzentriert die Stirn, während ich den heißen Kräutersud ein letztes Mal umrühre und zum Höhleneingang trage, wo er abkühlen soll. Meine Finger haftete der Geruch von zerriebenen Kräutern an, die ich zuvor in der Tonscherbe zerkleinert und dann mit heißem Wasser übergossen habe. Der Trank wird Marek Linderung verschaffen. Allerdings nur für eine kurze Zeit, ehe das Fiebers wieder steigt. Gegen den Brand, wie die Menschen dieses Art von Fieber nennen, gibt es nur eine Hilfe. Und diese wird er in Eilandis finden, vorausgesetzt er erreicht den weißen Turm lebend. Fügt meine dunkle Stimme hinzu. Sie erklingt meistens nur, wenn ich an Dingen zweifle und das tue ich in letzter Zeit unentwegt.


    Und genau dort, Mareks anhaltenden Fieber, liegt mein Problem. In den letzten beiden Tagen habe ich alles versucht, dass es ihm besser geht. Vergeblich! Das Fieber lässt sich nur kurzzeitig mit den Kräutern senken. Seine einzige Chance ist es, so schnell wie möglich den weißen Turm zu erreichen. Und gerade jetzt muss Barran eigene Wege gehen. Wut vertreibt meine Sorge um Marek.


    Was hat Barran sich nur dabei gedacht? Wütend balle ich meine Hände zu Fäusten. Mich in der Nacht in dieser Höhle zurückzulassen, ohne ein Wort der Erklärung? Ist ihm denn nicht klar, was hier auf dem Spiel steht? Was für eine bedeutende Rolle sie beide in dem Ganzen spielen?

    Wenn Marek stirbt, dann ist alles verloren! Dann ist ihre Chance vertan, dem dunklen Lord überhaupt gegenüberzutreten. Mit seinem Tod wird der letzte Hoffnungsfunke erlöschen, der noch alles ändern könnte. Ohne ihn wird der Turm fallen und mit ihm auch die weiße Zauberin…


    Mich überläuft es eiskalt bei dem Gedanken, wenn ich an die Folgen denke. Wir werden alle seine Sklaven sein, seinem Willen unterworfen. Willenlos… Mir wird schlecht, wenn ich an andere Länder denke, wo er schon Erfolg hatte. Als Kind habe ich einmal solche armen Kreaturen gesehen. Ihres Willens beraubt, seelenlos und alles sträubt sich in mir dagegen. Nein! Aus diesem Grund bin ich hier! Ich werde es nicht zulassen, komme was wolle.

    Meine Gedankengänge kehren zum eigentlichen Problem zurück. Warum hat mir Barran nichts gesagt? Nichts von seinen Plänen erzählt? Er vertraut dir nicht! Ist das nicht offensichtlich? Weißt mich meine dunkle Stimme zurecht.


    Und ich dachte, dass er etwas für mich empfindet? Die Enttäuschung tut weh. Das etwas zwischen uns ist … Wahrscheinlich hast du es dir nur eingebildet. Dumm wie du bist! Die Stimme hat Recht und es tut weh, dass ich es glauben wollte, von ganzem Herzen. Wie naiv bist du? Er ist ein Dieb. Jemand, der nichts wert ist …


    Stopp, das ist nicht wahr! Er hat Marek geholfen zu fliehen aus Messanac! In ihm steckt ein wahrhaft guter Kern.

    Und wo ist der Kerl mit den guten Ansichten jetzt? In irgendeiner Stadt, um Dinge zu erledigen? Was sind das für Dinge? Welche Sachen sind wichtiger, als Mareks Überleben zu sichern? Er ist der Auserwählte und du bist seine Mission. Also tue, wozu du her geschickt worden bist, Daria!


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  • Diese Mission ist zum Scheitern verurteilt, das ist dir schon bewusst, Daria? Ich schüttle den Kopf über meine Zweifel, verdränge sie in den hintersten Winkel. Selbst wenn es nur eine geringe Chance gibt, ich werde alles daran setzen sie zu nutzen.

    Welche Chance denn? Entschlossen beende ich das Zwiegespräch. Im gleichen Augenblick höre ich ein lautes Stöhnen.


    Marek! Sofort sind meine Sinne geschärft und ich bin mit wenigen Schritten an seinem Lager. Knie mich neben ihn, während er sich unruhig hin und her wirft.

    „Scht!“ Versuche ich ihn mit beruhigenden Lauten zu beruhigen. Ich streiche ihm mit sanften Bewegungen die schwarzen Strähnen seines Haares aus der fiebrigen Stirn. Das tagelange Fieber hat seine Gesichtszüge ausgemergelt, gezeichnet. Straff spannt sich die Haut über die scharf hervortretenden Wangenknochen.

    Sein Gesichtsausdruck ist schmerzverzerrt, die Augen fest zugepresst, die Hände zur Faust geballt.

    Die Sprache ist mir fremd, doch ich spüre die Panik und Angst dahinter. Wie ein in die Enge getriebenes Tier, ohne Ausweg ...


    Wieder einmal bekomme ich eine Vorstellung von dem Schrecken, den dieser Mann erlebt hat. Und es tut mir in tiefster Seele weh, ihn so leiden zu sehen. Das Fieber lässt ihn die schlimmsten Alpträume erleben und er zerbricht daran. Ich kann es fühlen, fast körperlich. Sein fiebrig glasiger Blick richtet sich auf mich und er stöhnt einen Namen.

    „Eila …“ Sein Gesicht zeigt so viel Erleichterung, dass ich es wieder einmal nicht über mich bringe ihn zu verbessern. Soll er ruhig glauben sie wäre an seiner Seite, wer auch immer diese Frau auch ist. Sie bedeutet ihm viel, ich sehe es an der Wärme seines Blicks.

    „Ja Marek. Ich bin hier. Du hast nur geträumt. Alles ist gut, du bist in Sicherheit!“ Seine Züge entspannen sich bei meinen Worten und dem Streicheln meiner Finger. Langsam weicht alle Anspannung daraus und seine Lider werden wieder schwer. Dennoch fahre ich mit meinen federleichten Berührungen fort, bis ich seine regelmäßigen Atemzüge höre. Er ist eingeschlafen und ich atme erleichtert auf. Beim nächsten Mal, wenn er erwacht, kann ich ihm von dem Kräutersud zu trinken geben und zeitweilig das Fieber senken.


    „Gut gemacht!“ Mein Kopf fährt erschrocken herum, als ich die tiefe grollende Stimme in meinem Kopf höre.

    „Das wird ihn zwar nicht retten aber du hast ihm für den Moment die Angst genommen!“


    Mein Kopf schmerzt vom Wiederhall. So als würde ich in einer riesigen Höhle stehen und das Echo würde tausendfach zu mir zurückgeworfen werden. Mein Blick sucht in dem Halbdunkel der Höhle den Sprecher und findet ihn.

    Der Drache hat den Kopf mir zugewendet und gelbe Facettenaugen werfen den flackernden Schein des Feuers zurück. Unergründlich, Jahrhunderte alt, Unklows.

    Sein Schuppenpanzer glänzt, schimmert und für einen Moment habe ich das Gefühl, nicht atmen zu können. Nie hätte ich gedacht, dass ich je so einem Wesen gegenüber stehen würde, doch das tue ich. Wahrhaftig!

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  • Hallo

    @Sabrina

    So habe mal alles auf einen Rutsch gelesen. Sehr schön wie du die Stimmungen und Gedanken der handelnden Personen einfängst. Geschmeidig zu lesen. Auch wie du die Beschreibungen der Umgebung und der Orte mit einbindest, finde ich richtig gut. Mir will das leider nicht so gelingen.

    Allerdings hat das Ganze auch einen kleinen Nachteil. Für ein Wiesel, wirkt Barran auf mich sehr zögerlich, denkt einfach zu viel, handelt zu wenig. Der Instinkt fehlt mir, die Reflexe, die Spontanität, dort wo er reagieren müsste, überlegt er. Dadurch wirkt er auf mich träge, zögerlich.


    Mit einem leisen Fluch krieche ich rückwärts zur Kante des Dachs.

    Du musst dich selbst überzeugen, es gibt sicher eine logische Erklärung, versuche ich mich zu beruhigen.


    Zwerg hin oder her, noch nie habe ich davon gehört, dass sie sich in Luft auflösen können. Es gibt immer ein erstes Mal! Denke ich noch, zeitgleich trifft mich etwas Hartes am Hinterkopf, verliere den Halt und falle ..

    Und können Zwerge auch Häuserwände hochklettern?:D


    Ansonsten, weiter so. wir warten auf mehr.

  • Unergründlich, Jahrhunderte alt, Unklows.

    Was ist "unklows"?


    „Scht!“ Versuche ich ihn mit beruhigenden Lauten zu beruhigen. Ich streiche ihm mit sanften Bewegungen die schwarzen Strähnen seines Haares aus der fiebrigen Stirn. Das tagelange Fieber hat seine Gesichtszüge ausgemergelt, gezeichnet. Straff spannt sich die Haut über die scharf hervortretenden Wangenknochen.

    Sein Gesichtsausdruck ist schmerzverzerrt, die Augen fest zugepresst, die Hände zur Faust geballt.
    Die Sprache ist mir fremd, doch ich spüre die Panik und Angst dahinter. Wie ein in die Enge getriebenes Tier, ohne Ausweg ...

    ... welche Sprache? Du schreibst nur, er sei unruhig, nicht, dass er spricht.

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Also steht da im Klartext: Der Drache guggt mich an. Unergründlich, alt, Drachen.



    :huh:

    Der Unterschied zwischen dem, was Du bist und dem, was Du sein möchtest, liegt in dem, was Du tust.
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    Was würdest Du tun, wenn Du keine Angst hättest?

  • Hallo Kamar. Schön das du weiter am Ball bleibst was meine Geschichten angeht. Zum besseren Verständnis für dich:

    Wiesel war sein Spitzname unter dem er früher (vor ein paar Jahren) bekannt war. Seither ist viel passiert. Unter anderem war er in Messanac gefangen und hat dort schreckliche Dinge erlebt. Früher war er unerschrocken und flink wie ein Wiesel heute ist er misstrauisch vorsichtig und pessimistisch in allem was er tut.


    Zum zweiten haben ihn die Zwerge vom Boden aus aufs Korn genommen. Egal was sie geworfen haben es hat ihn aus dem Tritt gebracht deswegen der Sturz in die Tiefe.


    Viel Spass weiterhin Kamar und halt mich auf dem laufenden wie es dir gefällt.:D

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  • Hallo Cory Thain.

    Schön das auch du bei mir mit liest. Tja da habe ich wirklich beim korrigieren was weg gelöscht, was wichtig für das Verständnis ist. Unklow so werden die Drachen in Eilandis genannt. Viele von den Bewohnern kennen sie nur noch aus Fabeln und alten Geschichten. Sie haben sich einst zurückgezogen in die Gebirge und viele Menschen sind davon ausgegangen das es keine mehr von ihnen gibt.


    Zum zweiten habe ich versäumt zu erwähnen das Marek im Delirium vor sich hin murmelt. Daria kann es jedenfalls nicht verstehen. Deswegen ist ihr die Sprache fremd.


    Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen Cory Thain :D

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  • Ich atme tief durch. Bin unfähig, dem forschenden Blick des Drachens, der auf mir ruht, auszuweichen. Seine Augen glitzern und ich habe das Gefühl magisch angezogen zu werden.

    Seine Stimme in meinem Kopf stellt mir Fragen, die ich aber nicht beantworten kann.

    Wo komme ich her? Wer hat mich geschickt?

    Je länger ich schweige, umso mehr zieht sich mein Hals zusammen. Die Luft zwischen uns flimmert, scheint sich magisch aufzuladen. Es ist, als wenn eine eisige Hand meine Kehle zudrückt. Mich zwingt ihm zu antworten, doch ich kann nicht …

    Mich bindet mehr als Magie, zu viel hängt davon ab. Zu sehr hängt Mareks Schicksal von meiner Mission ab! Ich muss schweigen, doch meine Kehle schnürt sich immer weiter zu. Ich merke, wie meine Gegenwehr schwindet und meine Überlebensinstinkte die Kontrolle übernehmen.

    Luft! Ich muss atmen!


    Wieder höre ich seine bohrenden Fragen in meinem Gehirn. Die Worte sind scharfe Klingen, dringen in meinen Geist ein und Galle steigt in mir auf, übelkeitserregend. Das Wimmern, welches ich ausstoße, ähnelt eher einem Tier als einem Mensch. Ich kann nicht mehr!


    Mit einem Mal lässt die eiserne Hand los und ich hole tief Luft. Mein Brustkorb schmerzt und alles dreht sich vor meinen Augen. Keuchend und hustend wird mir bewusst, dass ich am Boden knie vornüber gebeugt, mit den Händen abgestützt. Mein Haarknoten im Nacken hat sich gelöst und mein langes Haar fällt zu beiden Seiten ab.


    Die anfängliche Erleichterung verfliegt und wird durch Angst ersetzt. Ich muss etwas tun, mit ihm reden, bevor er mich wieder in seinem Würgegriff hält. „Halt, bitte …“ Kratzig und heiser hört sich meine Stimme an. Mit tränenden Augen schaue ich hoch, suche den Blick des Drachens und erstarre bei dem Bild was sich mir bietet.

    Mehr aus meiner Feder: Gefangen im High Fantasy Bereich.


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