Der Rabe (Clíodhna 8)

  • Zunächst mal war ich komplett rausgerissen, als Rórdán plötzlich erwacht und ganz offenbar die Nacht mit der Hexe verbracht hat, als ob überhaupt nichts geschehen wäre.


    Hm, er hat die Nacht bei der Hexe verbracht (da wohnt er ja inzwischen, er ist ja wie man am Anfang der Geschichte merkt aus der Schmiede ausgezogen).

    Was ist zwischenzeitlich passiert? Warum erklärt sie das Ganze erst am nächsten Morgen und erst, nachem Rórdán sich outet?

    Man darf sich den Abend in eher unbehaglichem Schweigen vorstellen... Rordan weiss auch nicht, das Gespraech mit Cliodhna hat eigentlich erst mal nichts geklaert, er hat immer noch das Flaeschchen und vage Plaene es vielleicht zu benutzen...


    Es passiert halt nix dazwischen. Was soll sie denn erklaeren - sie weiss ja nichts genaues ueber den Ursprung von Rordans Visionen, er hat ja noch nichts erzaehlt.


    Die Sache mit dem Rabenkoenig gehoert zu den Mysterien des Jahreskreises - das darf sie nicht einfach so erzaehlen (und sie kann mit Recht annehmen dass Rordan alles was sie sagen wuerde aus der Situation raus falsch verstehen wuerde).

    aber was ist denn nun mit dieser Sache mit dem Rabenkönig? Cliodhna hat zugegeben, dass da was Wahres dran ist und jetzt ist das Thema vom Tisch? Beschäftigt das Rórdán gar nicht mehr?

    Ja, an sich gute Frage... Ehrlich gesagt, ich glaube nicht.


    Rordan ist am Morgen mit der konkreten Frage konfrontiert - schuette ich das Zeug in ihren Tee oder nicht? Mache ich mich schuldig mit so einer Aktion hintenrum um zu bekommen was ich will - oder nicht?


    Draussen am See dann formuliert er die Frage sozusagen um - dann wird es 'Vertraue ich Cliodhna oder nicht?' Wenn er sich fuer Vertrauen entscheidet, dann sind die hexischen Dinge (eben was beim Beltaineritual mit einem anderen Mann passiert, oder was die Rolle des Rabenkoenigs ist) ihres - und er vertraut ihr dass sie sich um das hexische kuemmert.


    Rordan's Dilemma am Anfang ist die Vorstellung 'Ich muss wissen was da passiert, ich muss kontrollieren was Cliodhna da als Hexe macht' - sein Erkenntnisschritt ist - 'ich muss nicht fragen, ich muss ihr nur vertrauen'.


    Dieses Hinterfragen von Cliodhna als Hexe, das ist ja genau das Spiel das die andere Hexe mit ihm spielen will - sie gibt ihm genug um ihn zweifeln zu lassen und msistrauisch zu machen, aber erklaert dann nichts - und will ja genau so Cliodhna treffen.


    Und am Ende verweigert sich Rordan und macht nicht mit - weil er eben beschliesst dass er das nicht-wissen und nicht-fragen aushalten kann. Insofern wuerde es den Sinn der ganzen Entwicklung hintertreiben wenn er der Frage jetzt noch nachgeht.


    aber hinsichtlich der Geschichte mit dem Rabenkönig hat sie ja nicht gelogen, oder?

    Nein, nicht direkt.


    Ich verstehe auch dass Ihr wissen moegt was das auf sich hat - aber das gehoert nunmal zu dem langen Story-Arc der sich ueber alle 12 Folgen spannt. Wir haben 'the other witch' auch in Folge 3 eingefuehrt ohne viel konkretes zu ihr zu geben oder das aufzuloesen was mit ihr ist - und sie dann in Folge 5 das erste Mal gezeigt und was ueber ihre Absichten gesagt.


    Das Thema 'Rabenkoenig' soll jetzt nicht aufgeloest sein, sondern das wollen wir in einer spaeteren Folge zum Hauptplot machen.:) Was in dieser Folge abgeschlossen sein soll ist die Beziehungskrise von Cliodhna und Rordan.

  • Anders herum - sie ist der Meinung dass die Menschen nicht im Tal sein sollten, dass eine Hexe das wissen sollte und das deshalb Cliodhna (und Fionnula) Verraeterinnen an der Idee dessen sind was eine Hexe ausmacht.

    Anders herum macht die Sache allerdings dann wieder einen Sinn. Allerdings bleibt dann der saure Geschmack von Selbstherrlichkeit und Anmaßung bez. dessen, was das Wesen einer Hexe zu sein hat.

    Sehr reizvolle Idee...

  • Ich glaube, wir können das mit dem Rabenkönig vielleicht ein wenig andeuten. Clíodhna kann direkt sagen, dass sie zu dem Thema nichts erzählen kann (wegen altem, geheimem Wissen blabla) und Rórdán wirkt erschöpft genug, dass man ihm abnimmt dass er erst mal nicht weiter nachfragt - oder er kann alternativ resigniert aussehen, so dass der Leser/Zuschauer nicht ganz sicher sein kann, ob diese Nachricht nicht vielleicht seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt.


    Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich Clíodhna hier schon erklären lassen würde, dass die andere Hexe was gegen die Menschen im Tal hat. Meines Gefühls nach kann Clíodhna selbst das noch gar nicht so genau wissen. Sie weiß nur, dass die andere Hexe sie und Fionnula als Verräterinnen bezeichnet hat. Sie hat vielleicht ihre Vermutung, warum, aber so auflösen würde ich das hier vielleicht nicht - und ich gebe zu, die Andeutung hier zu machen, wirft mehr Fragen auf als für das Ende einer Folge vielleicht gut ist :hmm: Vielleicht kann Clíodhna hier nur erzählen, wo sie die Hexe schon mal getroffen hat (das ruft das ganze auch für den geneigten Leser/Zuschauer wieder ins Gedächtnis) und zugeben, dass sie sich selbst noch nicht ganz im Klaren ist, was diese Hexe von ihr will. Sie könnte vielleicht vorsichtig die Vermutung äußern, dass es was mit den Menschen im Tal zu tun hat, aber dann muss sie das wenigstens kurz erklären, sonst lässt man den Leser/Zuschauer mit zu vielen Fragezeichen zurück. Ein rätselhaftes Ende, das Raum für weitere Folgen gibt, ist gut. Ein Ende, das zusätzlich in den letzten Minuten noch viele Fragen schafft, ist unbefriedigend.

  • Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich Clíodhna hier schon erklären lassen würde, dass die andere Hexe was gegen die Menschen im Tal hat. Meines Gefühls nach kann Clíodhna selbst das noch gar nicht so genau wissen.

    Naja, welche Erklaerung sollte sie sich sonst fuer den Fluch auf das Dorf machen? Das war schon recht klar...


    ***


    Mein Gefuehl geht eher dahin, den langen und den kurzen Story-Arc ein bisschen klarer auseinander zu halten und es Rordan dann am Ende expliziter sagen zu lassen dass er nicht mehr den Wunsch hat, alles ueber Cliodhna's hexisches Dasein zu wissen. Und sie vielleicht auch bittet ihn da rauszuhalten (was waere ein Thema das ich spaeter noch gut brauchen kann und das ich schon fuer diese Folge erwogen haette).


    Dann waere zumindest klar warum die Sache mit dem Rabenkoenig nicht jetzt gleich weiter verfolgt wird.


    Was meint ihr?

  • Thorsten , Katharina


    Also ich halte es für eine gute Idee, das noch ein bisschen deutlicher herauszuarbeiten. Ich verstehe ja die Argumente, die dagegen sprechen, dass die Hexe diese ganzen Hintegründe zum Thema Rabenkönig offenlegen kann...und ich finde es auch gut, dass sich Rhordan bewusst dazu entschließt, die Sache erst mal ruhen zu lassen und sich entscheidet, Cliodhna zu vertrauen...aber noch zwei oder drei erklärende Sätzchen würden dem Ganzen dennoch nicht schaden. Das muss auch echt nicht viel sein.


    Eure Überlegungen finde ich insofern gut.

  • Mein Gefuehl geht eher dahin, den langen und den kurzen Story-Arc ein bisschen klarer auseinander zu halten und es Rordan dann am Ende expliziter sagen zu lassen dass er nicht mehr den Wunsch hat, alles ueber Cliodhna's hexisches Dasein zu wissen


    Ich denke, das muss er nicht nochmal betonen, das kam im Text schon gut rüber.

    Für mich hat nur Cliodhnas Bemerkung über die fremde Hexe Fragen aufgeworfen. Aber, wie Katharina sagte, wenn Cliodhna WENIGER über die Hexe sagen würde - also nur andeuten, dass sie glaubt, die Hexe könnte dahinter stecken, hätte man nicht mehr das Gefühl, dass sie etwas weiß, woran sie uns nicht teilhaben will, sondern denkt, ja richtig, die Hexe haben wir ja schon gesehen, und die Argumentation klingt logisch, und Cliodhna weiß da aber auch nicht mehr als wir. Das wäre dann für meinen Geschmack befriedigender.

  • Ich bastel' grade an dem Teaser fuer den Film (was kompliziert ist, denn dieses Jahr haben wir keine Dialogszenen dafuer gemacht sondern nur das Flair, aber der Teaser soll halt auf die DVD vom Trollschatz) und habe ein ziemlich... kuenstlerisches Konzept das viel um die Visionen von Rordan kreist - gefaellt mir ziemlich gut, ich war aber ein bisschen nervoes es der Regie zu zeigen (nee, Katharina mag nicht alles was ich so produziere...) Wurde aber vom Konzept her abgenommen - jetzt freu' ich mich drauf, den irgendwann herzuzeigen:)

  • Thorsten , Katharina


    - Die Musik passt wie immer super.

    - Die Landschaftsaufnahmen sind wieder mal der Hammer.

    - Die Vision finde ich mit tollen Effekten dargestellt. (Vor allem der Rabe im Flug hat es mir angetan ^^)

    - Der Rabenkönig am Ende sieht schaurig genial aus.


    Da ich die Geschichte gelesen habe, versuche ich natürlich auch die Handlung ein Stück weit wiederzufinden. Ist bestimmt nicht leicht, so einen Teaser zu machen, wenn man nur knappe zwei Minuten Zeit hat und keine Dialoge oder ähnliches einspielen kann. So beschränkt sich das Ganze auf Rhordans Reise in den Wald und seine Vision. Die absoluten Basics. Aber was will man auch mehr? Der Rabenkönig am Ende lässt ganz klar darauf schließen, dass Rhordans Reise eine spannende Wendung nimmt und weckt Neugierde.


    Also, in meinen Augen alles richtig gemacht :thumbsup:

    Ich find`s gut!

  • Da ich die Geschichte gelesen habe, versuche ich natürlich auch die Handlung ein Stück weit wiederzufinden. Ist bestimmt nicht leicht, so einen Teaser zu machen, wenn man nur knappe zwei Minuten Zeit hat und keine Dialoge oder ähnliches einspielen kann.

    Der ist - glaube ich - ganz anders entstanden als Du Dir vorstellst...


    Erstmal war ja der Dreh fuer diesen Sommer geplant, aber danke der Schwangerschaft der Hauptdarstellerin ging das nicht - also gar keine handlungstragenden Szenen mit Dialogen und so, statt dessen habe ich viel Zeit fuer Natur und Stimmungsaufnahmen gehabt.


    Also hatte ich vage die Idee den Teaser primaer mit Landschaftsaufnahmen von Rordan's Aufflug zu machen (warum wollen wir ihn ueberhaupt dieses Jahr? Weil er auf die Trollschatz-DVD soll...) und eine kurze Vision am Ende.


    Also angefangen moegliche Musik rauszusuchen - das Stueck braucht ein eher melancholisches Thema, was dann zur Vision ins bisschen mystische geht.


    Gleichzeitig hatte ich die Idee, Visionen und Anderswelt mit 'larger than life' Himmel zu filmen - das ist vergleichsweise einfach, denn den Himmel bekommt man schnell ueberbelichtet, und dann kann man ihn per Bluescreen-Filter rausnehmen und durch einen schoeneren Himmel ersetzen (das hab' ich bisher schon dreimal gemacht, und ich denke nicht dass jemand die Szenen bemerkt hat). Also an einem richtig schoenen Abend Sonnenuntergang gefilmt - und dann ploetzlich die Eingebung gehabt, mit viel Zoom auf die entwickelnde Wolkenkante zu halten und das nachher schneller zu rechnen. Das sah dann wirklich gut aus, also wollte ich das in die Vision mit reinnehmen.


    Die Musik war dann so dass eigentlich das Vision-Thema recht schnell kam, und dass dann viel mehr Raum fuer Vision als fuer Reise oder irgendwas vorher war - das war dann der Punkt wo ich mir unsicher wurde, denn der Bilderbogen daraus ist dann wirklich eher kuenstlerisch als erzaehlerisch - aber gut, Katharina und den Kindern hatte es gefallen, also brauchten wir dann als Kroenung dazu nur noch ein kurzes Bild des Rabenkoenigs - da hatte ich dann erst mal ein Photo vorgeschlagen (das kann man digital naemlich recht sauber bearbeiten...) und dann spaeter Bluescreen-Konzepte dafuer.


    Also - das ganze fand sich eher zusammen als aus einem Guss geplant gewesen zu sein...:)

  • Nachdem ich den Kampf gegen mein Mikro nun endlich siegreich beendet habe, konnte ich den Trailer nun auch mit Ton anschauen. Gefällt mir sehr gut. Die Bilder verraten nicht sehr viel, machen aber neugierig. Insgesamt fällt die etwas schaurige Grundstimmung auf und dieses Kreischen des Raben verstärkt das noch. Das passt ja auch zu dem, was kommt. Dazu als Krönung dieses letzte Bild - finde ich gut! Da bin ich ja gespannt, wie der neue Film dann wird!:)