Des Wanderers Nachtgedanken

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  • Mein Leben


    Wenn die Kälte mich greift

    und die Wärme mich flieht

    wenn die Angst in mir wächst

    daß das Gute nicht siegt.


    Wenn im Dunkel der Nacht

    meine Seele verzagt

    und in des Tages Dämmer

    der Zweifel an mir nagt.


    Wenn der Blick aus dem Fenster

    mir nur Finsternis zeigt,

    ist die Nacht fortgeschritten

    doch das Licht noch so weit.


    Verloren bin ich in der Stille

    des Schlafes, der mich leis umfängt

    verlor'n in meines Traumes Tiefen

    aus dem mein Ich nach oben drängt.


    Erwache ich, bin ich lebendig?

    Eratme ich den neuen Tag?

    Mein Leben, ist's auch unbeständig

    Freut sich auf das, was kommen mag.


    Und sollt' im Dunkeln ich erwachen

    und Finsternis mein Auge seh'n

    so könnt ich trotzdem drüber lachen.

    Denn mein Leben, es war schön.


    (Der Wanderer, 20.12.21)

  • Traumflug


    Tauch in die Nacht und lass Dich treiben

    im Dunkel, glänzend wie das Meer

    schweb mit auf mondbeschien'en Wolken

    leicht weht der Wind rings um Dich her.


    Senk Deinen Blick hinab aufs Land

    das unter Dir im Schlafe liegt

    still ist die Welt in dieser Stunde

    von Morpheus in den Traum gewiegt.


    Ein leichter Hauch durchstreift die Wälder

    Hörst Du die Blätter wispern?

    Nur beinah' kannst Du sie versteh'n

    zu leise ist ihr Flüstern.


    In tiefem Schlummer liegt das Land

    wohin Dein Blick sich wenden mag

    wohl eingehüllt in stillem Frieden

    erwartend einen neuen Tag.


    Steig nun hinauf zum Firmament

    die klare Luft auf deiner Haut.

    Blick weit hinaus zum Horizont.

    Wo jetzt, in diesem Augenblick

    ein neuer Morgen graut.


    Ein schwacher Schein, ein sanfter Schimmer

    unmerklich wird er stärker

    erhebt sich, wandelt Nacht in Dämmer

    trägt Licht in Traumes dunklen Kerker.


    Bald steigt in Wiesen Nebel auf

    Tau glitzert hell im Sonnenschein

    ein erster Hahnenschrei erklingt

    flieg nun zurück und kehre heim.


    Erwachst Du nun im Licht des Tages

    erinn're Dich, was Du geseh'n,

    Nicht nur des Helios' Sonnenwagen

    nein, auch Selenes Licht ist schön.


    Carpe diem et noctem!


    Der Wanderer, 12.06.2022