Freakshow: Episode 2

  • Hey Skadi :)


    Na toll ... Jetzt, wo ich mich an den Namen Caoimhin gewohnt habe, nennst du ihn Kevin xD


    Aber ich kann deine Entscheidung durchaus verstehen :D

  • „Du hältst dich da raus!“, bellte Scott ihn umgehend an. „Ich will dich nicht mal in der Nähe meiner Schwester riechen, kapiert?!“

    Nein, das kapierte Kolja keineswegs. „Scott, ich lasse mir nicht von dir verbieten meiner Freundin zu helfen.“

    „Halt die Schnauze! Abby ist nicht deine Freundin!“ Wütend bleckte Scott die Zähne. Hielt er es allen Ernstes für den passenden Zeitpunkt um einen Streit anzuzetteln? Ausgerechnet jetzt? Gerade besaß Kolja wirklich keinen noch so kurzen Nerv für Scotts Großer-Bruder-Gehabe, weshalb er dem Wolf unmissverständlich klar machte:

    „Doch, das ist sie. Arrangiere dich damit, denn du hast bei dieser Sache kein Mitspracherecht.“

    Ob Koljas Widerspruch packte Scott den Bären derb am Kragen seines Hemdes, doch zum wievielten Male in den letzten vierundzwanzig Stunden fand sich Colin wie ein Schutzwall zwischen seinem Bruder und einer anderen Person wieder und unterband jegliche Gewalttätigkeiten. „Alter, bist du irre?“, blaffte er Scott an. „Kolja ist dein bester Freund, Mann. Komm mal wieder zu Verstand.“ Schon rechnete Kolja mit einer Repetition von Scotts Litanei über Verrat und Ehrlosigkeit; überraschenderweise wurde allerdings Colin das neue Ziel von Scotts Anfeindungen. „Du verteidigst den Pisser?!“

    Colin stöhnte genervt. „Jetzt krieg dich endlich ein, Scott. Ja, ich find's genauso scheiße wie du, dass die zwei so ein Geheimnis aus allem gemacht haben. Aber Kolja ist ein prima Kerl und mir ist es tausend Mal lieber Abby ist mit ihm zusammen als beispielsweise mit einer Niete wie Donnelly oder diesem Penner Sulley. Davon abgesehen hat Abby nicht mal versucht so zu tun, als würde sie nicht auf ihn abfahren. Jeder Idiot mit zwei Augen im Kopf und 'ner funktionierenden Nase hat früher oder später gecheckt, dass da was läuft.“

    Wenngleich sie bei Scott keinerlei Umdenken bewirkte, dankte Kolja Colin gedanklich für dessen Unterstützung. Da mischte sich Kieran ein: „Du solltest Kol wirklich mitnehmen, Scott. Gegen die Feen ist er als russischer Braunbär echt von Vorteil.“

    Uhrm, war er?

    „Ist er?“

    Mit gehobenen Brauen nickte Kieran und während der Teenager redete, kehrte bei Kolja die Erinnerung an etwas zurück, was die Feen bei ihrem letzten Aufeinandertreffen angedeutet hatten. „Ja, natürlich. Kol ist nicht von hier und deswegen hat Feenstaub auf ihn nicht dieselbe Wirkung wie auf uns. Die Magie der Feen ist auf unser Ökosystem ausgerichtet aber in Irland gibt und gab es nie eine einheimische Bärenpopulation, oder zumindest die eines vergleichbar großen Raubtiers. Kols Anwesenheit sorgt deswegen für ein Ungleichgewicht. Wie die Kaninchen damals, die nach Australien eingeschleppt wurden und fast das ganze Ökosystem dort unten zerstört hätten.“

    Augenblick. Wollte Kieran etwa andeuten, Kolja sei … .

    „Kolja ist also auch gegen Feenmagie immun?“, schlussfolgerte Moira überrascht, womit sie jedoch ebenso wie Kolja allen Anschein nach falsch lag. Na ja. Zumindest erwies sich ihr Rückschluss nicht als hundertprozentig korrekt, denn Kieran räumte ein:

    „Soweit würde ich nicht gehen. Aber die Feen dürften mit Sicherheit eine echt schwere Zeit haben, Kol eins mit ihrer Magie auszuwischen.“

    So was … . Zehn Jahre auf dieser Insel und Kolja lernte solche Dinge erst heute. Wobei er zugeben musste den Provokationen des Schwarms niemals genug nachgegeben zu haben, um derlei Erkenntnisse von selbst treffen zu können.

    „Das würde ja bedeuten, dass diese ganze Fremdenfeindlichkeitsscheiße der Schwarmidioten 'nen legitimen Grund hat. Die fühlen sich von Kolja in ihrer Rangordnung innerhalb unserer Nahrungskette gefährdet.“ Colin blickte den Bären an. „Nichts für Ungut, Großer.“ Gleichmütig hob Kolja die Achseln. Der Rüde traf lediglich die richtigen Herleitungen.

    „Kieran, woher weißt du so was überhaupt?“, fragte Moira fast schon verblüfft, was der Welpe mit einem knappen „Educational TikToks von einer Dryade, die Ökologie in Oxford lehrt“ beantwortete. Aha. Natürlich.

    Für Scott dauerte das Gequatsche bereits zu lang. Er knurrte gereizt „Dann hängt euch doch an den Penner dran, wenn ihr ihn so toll findet! Ich brauch keinen von euch“ und hielt sein Smartphone über Wards Karten. Ein Klicken verriet, dass er sie abfotografierte. Dann stapfte der Wolf übellaunig zum Ausgang des Pubs.

    „Scott, jetzt warte doch mal“, versuchte Colin seinen Bruder davon abzuhalten allein loszuziehen aber sein Zureden prallte an Scotts trotzigem Schädel ab wie ein Tischtennisball an einer Betonwand. Weg war er. Im Alleingang auf und davon.

    „Er wird den Zugang nehmen, in den ich damals gefallen bin.“ Die Sorge um ihren Kindheitsfreund trübte Moiras Miene. Augenblick. Hatte Colin nicht eben gemeint, die Zugänge wären blockiert?

    „Ich dachte, die Zugänge ließen sich nicht ohne Weiteres öffnen.“

    „Das kommt drauf an wie viel Talent du darin hast irgendwo einzubrechen“, meinte Colin schulterzuckend. „Und Scott hat ziemlich viel davon.“

    An dieser Stelle schaltete sich Ward wieder ein. „Ich empfehle den Zugang in meinem Garten zu nehmen. Er hat die ideale Lage und verkürzt den Weg untertage um mehrere Minuten.“

    „Von deinem Garten aus kommt man in den Bau der Wechselbälger?“ Zum ersten Mal seit einiger Zeit ließ Gwen ihre Stimme hören. Skeptisch runzelte sie die gleichmäßige Stirn, während Ward ihr ausschweifend entgegnete:

    „Ja.“

    Okay. Es interessierte Kolja wenig, weshalb Wards Grundstück den Zugang zu einem unterirdischem Höhlensystem barg; für ihn zählte einzig und allein die Chance, Abby aus den Fängen der Feen zu befreien. Also forderte der Bär Ward auf: „Zeig mir den Zugang.“

    „Au ja, zeig uns den Weg, Kevin! Wir retten meine Schwester!“ Begeistert hopste Kieran von seinem Hocker, doch abermals musste er sich den Wind aus den Segeln nehmen lassen.

    „Ich denke, du solltest hierbleiben“, erteilte Kolja dem Welpen einen gut gemeinten Ratschlag, weswegen dieser ihn großäugig anglotzte.

    „Wieso denn??“

    Der Bär schaute zu Nialls Welpen, die derzeit gelangweilt an einem der Tische hockten. „Deine Mutter wird sehr wütend sein, wenn sie herausfindet, dass du ihre Enkel alleingelassen hast.“ Und das letzte was Kolja wollte, war den Unmut seiner Schwiegermutter zu erregen indem er Kieran von seinen Pflichten abhielt. Nein. Dieses Risiko ging Kolja lieber nicht ein.

    Stattdessen sah er den verbleibenden Rest der Gruppe an.

    Zwischen Moira und Colin fand eine Art nonverbale Kommunikation statt und was auch immer den beiden vor zwanzig Jahren widerfahren sein musste, Colin sprach sowohl für sich selbst als auch für die Banshee, als er sagte: „Sorry Mann. Uns kriegst du nicht da runter.“

    „Ich denke es ist besser, wenn ich ebenfalls hierbleibe, Papabär“, schloss sich Gwen ihnen an. „Ich wäre nur ein Klotz am Bein und am Ende lockt meine Aura noch diese Wechselbälger an.“

    Kolja nickte. Eventuell war es sowieso klüger allein bis zum Hügel vorzudringen. Der Krach einer Gruppe erweckte mehr Aufsehen, denn das Schweigen einer einzelnen Person und unbemerkt zu bleiben stellte immerhin die Grundvoraussetzung für den Erfolg dieser Aktion dar.

    Nichtsdestotrotz wollten Colin und Moira keineswegs untätig herumsitzen. Der Rüde verkündete: „Wir werden weiter versuchen meinen Vater von seiner Schnapsidee abzubringen. Oder zumindest genug Zeit schinden, bis du Abby nachhause gebracht hast.“

    Abermals reagierte Kolja mit einem verstehenden Nicken und gab Ward alsdann den Befehl zum Aufbruch. „Gehen wir.“

  • Ward pflegte tatsächlich einen Garten.

    Mit Sicherheit verdiente das Stück Hinterhof schwerlich die Bezeichnung eines Englischen Parks und für einen Nutzgarten brauchte es nach Koljas Auffassung etwas mehr, denn ein Karottenbeet sowie eine Rabatte voller Katzenminze. Trotzdem blieb das einzige überwucherte die hohen Mauern zu den angrenzenden Grundstücken, welche hinter einem saftig grünen Vorhang aus Efeu verschwanden. Löwenzahn und Disteln sprenkelten hier und da die Rasenfläche, ohne ein gemütliches Umherschlendern mit blanken Füßen unmöglich zu machen und gleich zwei große Laubbäume spendeten angenehmen Schatten und den zwitschernden Vögeln zugleich ein Obdach. Wer hätte gedacht, dass hinter der ominösen Hintertür dieser verfallenen Ruine ein kleines Idyll wartete. Nur eine Sache trübte das Gesamtbild marginal: eine in die Erde eingelassene Stahlplatte.

    Gemeinsam begutachteten Ward und Kolja den Zustand der Abdeckung, die den Bärenpoly ob ihrer Ausmaße an einen Gullydeckel erinnerte. Ein Betonsockel umsäumte zudem das Loch im Boden. „Sie ist zugeschweißt.“

    „Das ist korrekt“, bestätigte Ward die Feststellung des Bären. „Zu jener Zeit hatte ich kein Verständnis dafür, dass die Stadtverwaltung ohne meine Einwilligung ein unansehnliches Stück Schrott in meinem Garten montieren lässt. Um sicherzugehen, dass niemand bei eventuellen Bauarbeiten den Zugang freilegt, wurde der Straßenzug allerdings zusätzlich unter Denkmalschutz gestellt, was mein Leben dahingehend vereinfacht hat, mich nie wieder mit lästigen Lebendmietern herumplagen zu müssen.“ Das Gespenst neigte teilnahmslos den Kopf. „Wenn mich der Anblick besonders stört, stelle ich eine Topfpflanze darauf ab.“

    Mh. Da hatte Abby Kolja aber eine etwas andere Geschichte erzählt. „Abby meinte, die Gebäude stünden wegen ihrer Kulturgeschichte unter Denkmalschutz.“

    „Die Architektur hat den bürokratischen Prozess zweifellos beschleunigt.“

    Vergeblich suchte Kolja die Platte nach einem Ansatzpunkt ab, dank dem es ihm gelingen würde die Konstruktion anzuheben. Weder gab es einen Griff, noch einen Spalt in den Koljas Finger genug Platz fanden. Metall und Beton schlossen nahtlos aufeinander ab; die Schlosser damals hatten wirklich hervorragende Arbeit geleistet. „Wie gelange ich hinein?“

    Auf diese Frage hin runzelte Ward die Stirn. Hernach wanderte sein Blick von Kolja zu der Stahlplatte und wieder zurück und schließlich gelangten die Überlegungen des Gespenstes zu folgendem Ergebnis: „Offenbar gar nicht.“

    „Ward … .“

    „Mea culpa“, brachte dieser hervor. „Ich erkunde diese Gänge als paranormale Präsenz. Ein physisches Hindernis in Form von Metall war für mich zu keiner Zeit von Relevanz, weshalb ich dieses Detail schlichtweg nicht bedacht habe.“ Kolja stöhnte lautlos, als Ward auf einmal mit dem Finger auf die Hintertür des Hauses wies und sagte: „Vielleicht fällt deinem Freund eine Lösung ein.“

    Hm? Koljas Freund? Die Augen des Bären folgten Wards Fingerzeig und tatsächlich huschte im selben Moment ein schwarzhaariger Schopf vor ihm in Deckung. War das etwa … „Kieran?“

    Ertappt schob besagter Wolfspoly den Kopf hinter dem Türrahmen hervor. „Hi Kol.“

    Jede Frage danach was er hier trieb oder wieso er Kolja folgte durfte man mit Fug und Recht als überflüssig bezeichnen. Also wollte Kolja stattdessen erfahren: „Wer passt auf Nialls Kinder auf?“

    „Gwen wirft ein Auge auf sie.“

    Ob das gut ging? Soweit Kolja wusste, konnte der Sukkubus nur sehr wenig mit Kindern anfangen. „Du denkst, die vier kommen miteinander zu recht?“

    Kieran reagierte auf Koljas Bedenken mit einem Schulterzucken. „Ich denke schon. Als ich gegangen bin hat Gwen den Mädels gerade beigebracht, wie man in High Heels läuft.“

    „Ist die jüngere nicht gerade mal zehn?“

    „Hauptsache sie ist beschäftigt, oder nicht?“

    Okay. Aus dieser Art von Familienangelegenheit hielt sich Kolja heraus. Kieran wegzuschicken würde vermutlich sowieso dasselbe Maß an Erfolg zeigen, wie die wiederholten Anweisungen seine Nichten und Neffen zu hüten. Und wenn er schon mal hier war, lieferte sein aufgeweckter Verstand vielleicht wirklich eine zündende Idee, wie sie den Zugang offenlegen konnten.

    Daher winkte Kolja den Teenager heran. „Fällt dir eine Möglichkeit ein diese Platte zu bewegen?“

    Die Bezeichnung 'zündend' passte hierbei wie die Faust aufs Auge, da Kieran vorschlug: „Wir könnten sie in die Luft sprengen.“

    Das wertete Kolja folglich als ein Nein.

    Ward dagegen schien diesen Gedanken ernsthaft in Erwägung zu ziehen – das, oder seine Frage zielte auf die Sicherheit der Nachtbarschaft ab. „Führst du Sprengstoff bei dir?“

    Verdutzt gaffte Kieran ihn daraufhin an. „Nein?“

    „Dann müssen wir es mit anderen Mitteln tun.“

    Was? Kolja meinte sich zu verhören. Oder war Ward es, der sich verhörte? Kieran sprach davon in seinem Garten eine Explosion herbeizuführen und nicht davon den Rasen zu sprengen. Sein Unglaube stand Kolja wohl ins Gesicht geschrieben, denn Ward begann ohne extra Aufforderung zu erklären: „Meine paranormale Präsenz wird von einem von mir kontrollierbaren Energiefeld umgeben. Üblicherweise erlaube ich diesem Feld eine freie Entfaltung, was in der Nähe von Elektrogeräten hin und wieder zu gewissen Störungen führt. Ich könnte diese Energie jedoch bündeln und gezielt auf die Abdeckung freisetzen. Die Krafteinwirkung sollte ausreichen, sie von Fundament zu lösen.“

    „So was kannst du?“, fragte Kieran mit offenstehendem Mund und Ward antwortete mit einer Gegenfrage.

    „Hast du niemals eine Videoaufnahme gesehen, in der sich Gegenstände von selbst bewegen?“

    „Doch, aber ich dachte immer das wäre das Werk von Poltergeistern.“

    Unbeteiligt meinte das Gespenst darauf: „Poltergeister sind lediglich normale Geister die ihre Hyperaktivitätsstörungen nicht unter Kontrolle haben.“

    Genug des Small Talks. „Versuchen wir es auf deine Weise“, entschied Kolja; eine Sache gab es da seitens Ward allerdings noch zu erwähnen:

    „Da ich bei diesem Vorgang meinen Fundus an Energie vollständig entleere, werde ich mich einige Zeit nicht verstofflichen können. Ihr werdet euch demzufolge ohne meine Hilfe in den Tunneln zurechtfinden müssen.“

    Und dann verpuffte Ward schlagartig. Kolja griff Kieran am Arm und ging mit ihm auf Abstand zur der Stahlplatte, als diese zu vibrieren begann. Aus der Vibration wurde ein Rütteln, dieses schwoll zu einem Beben an und plötzlich schoss die Abdeckung wie ein Korken aus einer kräftig geschüttelten Sektflasche nach oben, über die Mauer hinweg und landete dort scheppernd auf einem der benachbarten Hinterhöfe.

    „Hey, was soll denn das??“, vernahm man eine irritierte Stimme jenseits der Grundstücksgrenze murmeln, während Kolja einen Blick in das nunmehr offenstehende Loch wagte.

    Schwärze und ein kalter Luftzug gähnten den Bären an.

    Und Kolja stieg in den Schlund hinab.



    nächster Teil

  • Eeeeendlich bin ich mal wieder auf dem neusten Stand. :D

    Man ist da viel passiert! Ich warne dich jetzt schon der Post wird laaaaaaaaaaaaang!!! Ö.Ö

    Ich pack alles was ich dazu zu sagen habe lieber in einen Spoiler. he ^^"




    Also wieder mal super, super cool! Ich find deine Geschichte der Wahnsinn! Freu mich auf die nächsten Teile :phatgrin: :thumbsup: und bin mega gespannt wie es mit Kolja, Kieran und der Wolfs Family voran geht und ob es Abby gut geht 8(


    Keksige Grüße :D

  • Hallo KruemelKakao , ich freue mich über deine Rückmeldung!

    Und schreib ruhig weiter so ausführliche Kommentare :sack: :ninja:


    Der Typ hat wirklich eine Frau?

    Meine Intention war eigentlich, dass er mal eine hatte aber geschieden ist ^^ Erst nach deinem Post habe ich gechecked, dass man es auch so deuten könnte als sei die Schwiegermutter tot und Hayes wäre noch verheiratet.

    Aber er ist geschieden, anderefalls wäre es sonst auch richtig krass dass er sich Gwen als seine Stammnutte hält :hmm:


    Ich schick die auch nie weiter.

    Wer tut das schon :D


    Das finde ich so cool mit den Kettennachrichten. Das ist einfach echt mal was erfrischend anderes!!! So cool!

    Das freut mich zu lesen ^^


    Sowas mag ich total! Ich liebe es wenn man sieht das der Char diese Eigenart irgendwo auch her hat.

    Das wird man jetzt noch nicht einschätzen können weil Fergus und Saoirse bisher zu selten aufgetreten sind, aber Ziel ist am Ende, dass man die Persönlichkeiten der beiden in Scott, Colin und Abby wiederfindet, nur bunt durcheinander gemischt. Mal gucken, ob ich das hinkriege.


    Hast du dir das ausgedacht oder selbst erklärt oder irgendwo gelesen?

    Das habe ich mir an dieser Stelle aus den Fingern gesogen, weil mir aufgefallen ist dass ich bisher noch gar keine Erklärung geliefert habe, wieso Elektrogeräte durchdrehen wenn Ward als unsichtbares Wölkchen in der Nähe herumschwebt. Weiter als bis zur Spirit Box reicht mein Geisterwissen nicht :rofl:

    Wenn das irgendwo als ... öh ... "wissenschaftlicher Fakt" beschrieben wurde, dann war es Zufall dass ich dieselben Schlussfolgerungen gezogen habe.

    Mein ursprünglicher Ausgangspunkt bei der Sache war nur dass Lichter flackern wenn Geister in der Nähe sind und dass Poltergeister Dinge durch die Gegend werfen.


    Danke schön :love:

  • Buh! :D

    Und schreib ruhig weiter so ausführliche Kommentare

    Yas :D Mach ich liebend gerne. Ich war mir erst unsicher. :P

    Meine Intention war eigentlich, dass er mal eine hatte aber geschieden ist ^^ Erst nach deinem Post habe ich gechecked, dass man es auch so deuten könnte als sei die Schwiegermutter tot und Hayes wäre noch verheiratet.

    Aber er ist geschieden, anderefalls wäre es sonst auch richtig krass dass er sich Gwen als seine Stammnutte hält

    Achsoooo! Und ich dachte schon. Weil der Kerl ist auf Dauer schon verdammt anstrengend :rofl: Aber okey gut zu wissen. Da fehlt mir wieder mal das Vorwissen, der vorangegangenen Geschichte. (Shame on me :sack: )

    Das wird man jetzt noch nicht einschätzen können weil Fergus und Saoirse bisher zu selten aufgetreten sind, aber Ziel ist am Ende, dass man die Persönlichkeiten der beiden in Scott, Colin und Abby wiederfindet, nur bunt durcheinander gemischt. Mal gucken, ob ich das hinkriege.

    Ja stimmt schon. Aber ein bisschen wurde es ja schon angedeutet, was oftmals mehr ist, als man sonst so zu Gesicht bekommt ^^"

    Das habe ich mir an dieser Stelle aus den Fingern gesogen, weil mir aufgefallen ist dass ich bisher noch gar keine Erklärung geliefert habe, wieso Elektrogeräte durchdrehen wenn Ward als unsichtbares Wölkchen in der Nähe herumschwebt. Weiter als bis zur Spirit Box reicht mein Geisterwissen nicht

    Oha! Also dann *eine Tüte Lob meinerseits rüber schieb* Denn ich finde diese Erklärung wahnsinnig gelungen und auch, für mich, absolut plausibel. XD :D Zumal wie er einfach verpufft, als er den Kanaldecke aufsprengt. :rofl: Also sollte ich mal Geister haben in meiner Story, würde ich das glaube ich, daran ganz gerne anlehnen wollen :love:


    Und immer wieder gerne :thumbsup: hehe :chaos:

  • Abigail


    Es war schrecklich kalt hier unten. Und staubig. Abby bekam kalte Füße, ihr Po schmerzte ob des harten Bodens und langsam musste sie wirklich dringend für kleine Mädchen! Zudem klebte ein Rest Feenstaub in ihren Augenwinkeln, welcher wie Sandkörner unangenehm unter ihren Lidern rieb. Dieses grässliche Zeug! Oonagh hatte es ihr ganz gemein ins Gesicht geschleudert; danach war Abby so übel geworden, dass sie die Besinnung verloren und erst viel später wiedererlangt hatte, als die Feen sie in diesen alten Keller unterhalb des Feenhügels schafften. Welches Recht nahmen sich diese arroganten Schufte eigentlich heraus, Abby zu entführen?! Das würde definitiv ein Nachspiel haben! Darauf durften sie wetten. Sobald Scott und Kolja hier auftauchten um Abby zu retten, machten sie dem Schwarm die Hölle heiß, jawohl! Und die zwei würden kommen. Sie, Colin, Abbys Papa und ihre Mama, Niall und deren Rudel. Dann sollten die Feen einmal erleben, wer hier über wen lachte.

    Vorher unternahm Abby allerdings besser etwas gegen diesen unsäglichen Feenstaub. Gleich mehrere große, wiederverschließbare Eimer waren vom Schwarm hier herab geschleppt wurden, da die Feen ihren eigenen Aufbewahrungshinweis 'kühl und trocken lagern' offensichtlich überaus ernst nahmen. Abby konnte den lilafarbenen Inhalt dunkel durch das weiße Plastik hindurch schimmern sehen. Aber was sollte sie tun? Um sie am Fliehen zu hindern, hatten die Feen Abby mit Kabelbindern die Handgelenke zusammengebunden. Mit Kabelbindern! Als wäre Abby irgendein alter Teppich! Ebenso ihre Knöchel und ohne die Möglichkeit sich an irgendetwas hinaufzuziehen, glich sich hinzuknien bereits einem kleinen Kraftakt. Nicht einmal ein kräftiger Tritt, der die Eimer samt Feenstaub in den Dreck beförderte kam in Frage, denn die Feen waren schlau genug gewesen ihre Ware außerhalb von Abbys Reichweite aufzustapeln und sobald die Wölfin auch nur dazu ansetzte loszurobben, erregte sie unweigerlich die Aufmerksamkeit ihrer beiden Aufpasserinnen.

    Gelangweilt hockte Oonagh auf einem der Eimer und beschäftigte sich mit einem mobilen Spiel auf ihrem Smartphone, dessen quietschende Musik zwischen den Steinwänden widerhallte. Ihre Freundin Fiadh hingegen wanderte unruhig auf und ab und wedelte auf der Suche nach Empfang mit ihrem Telefon in der Luft, als wolle sie damit die Spinnweben in den Ecken entfernen. „Mann ey, wieso gibt's hier unten kein Internet??“, lamentierte sie herum. „Können wir nicht wieder hoch gehen? Ich kann mein Instagram nicht checken!“

    „Jetzt halt die Backen still. In zehn Minuten lösen uns die anderen eh ab und Ailbhe ist sowieso schon auf dem Weg zum Russenabschaum. Kann nicht mehr lang dauern, ehe der hier auftaucht um sein Fickstück zu holen.“ Das hektische Geflimmer auf ihrem Display strahlte Oonagh mitten ins Gesicht und störte damit das sanfte Ambiente der Pilze.

    Obwohl es in diesem Keller weder Lampen noch Elektrizität gab, erfüllte Helligkeit den Raum. Niedliche Pilze mit großen wie kleinen Hüten, mit spitzen Dächern und manchmal auch mit flachen, sprossen zwischen dem alten Gemäuer hervor und gaben ein unaufdringliches Leuchten ab. Manche glommen in einem zarten Gelb, andere in einem kalten Blau und hier und da schwebten Sporen wie entzückende Glühwürmchen umher. Was für ein wunderschönes Bild! Wie schade, dass es ausgerechnet die Feen sein mussten, die es hervorzuzaubern vermochten.

    In völliger Ignoranz gegenüber der Schönheit ihrer eigenen Magie setzte die Fee im Pelzjäckchen ihr Gejammer fort: „Aber ich komm' nicht ins Internet! Es ist arschlangweilig hier unten.“ Sie wies auf Abby. „Darf ich ihr was mit 'nem Kuli ins Gesicht schmieren?“ Wie bitte? Auf gar keinen Fall! Sollte sich die Fee doch ein Ausmalheft besorgen, wenn sie kreativ werden wollte!

    „Hast du 'nen Kuli dabei?“, fragte Oonagh desinteressiert und das wilde Geflacker auf ihren Zügen verriet, dass sie wohl gerade einen neuen Highscore erreichte. Trotz der Ablenkung registrierte sie das Kopfschütteln ihrer Freundin und schlug sodann vor: „Mach halt einfach ein paar Selfies.“

    „Bei dem beschissenen Licht hier unten? Kannst du vielleicht 'nen noch dämlicheren Vorschlag bringen?“, zischte Fiadh sie an, wofür Oonagh zurück giftete:

    „Du versaust doch eh in jedem Foto die Beleuchtung, also was macht's für 'nen Unterschied?“

    Huch, was für einen garstigen Tonfall die beiden anschlugen! Niemals käme Abby auf die Idee gegenüber einem ihrer Freunde eine derart schnippische Ausdrucksweise zu benutzen. Der Streit setzte sich fort:

    „Hackst du etwa immer noch auf unserem letzten Instagramselfie herum? Ich hab' doch gesagt, es war keine Absicht, dass dein Gesicht darauf überbelichtet ist.“

    „Als ob! Das hast du extra so gemacht, damit man darauf nur dich erkennt und mich nicht.“

    „Dafür hattest du mich beim letzten Mal nicht getagged!“

    Alsdann stand Oonagh von ihrer Sitzgelegenheit auf und machte einige Schritte auf Fiadh zu. Große Güte, fingen die zwei Freundinnen etwa ernsthaft wegen eines albernen Fotos in den sozialen Medien einen Streit an? Das war ja furchtbar!

    Oder war es eher eine Chance? Wenn die zwei Frauen davon vereinnahmt wurden sich gegenseitig verbal die Augen auszukratzen, würde Abby vielleicht unbemerkt den Feenstaub erreichen. Oh, was für schlimme Gedanken sie nur entwickelte, einen Keil zwischen Freundinnen treiben zu wollen! Doch erstens hatten diese fiesen Ziegen jeglichen Anspruch auf eine rücksichtsvolle Behandlung verwirkt und zweitens: Kein noch so schlimmer Zank würde es jemals schaffen, wahre Freunde auseinanderzureißen! So kramte Abby in ihrem Gedächtnis herum und warf unschuldig ein: „Was aber überhaupt nicht schlimm ist. Ich meine, welchen Unterschied würde es machen, ob sie auf ihrem Foto auf dich verweist, immerhin besteht der Großteil ihrer Follower auf Instagram aus angekauften Bots. Es hätte sowieso kein echter Mensch gesehen.“

    Simultan wandten die Feen ihre Köpfe zu Abby. Dann hisste Oonagh Fiadh an. „Woher weiß die Schlampe das?! Das habe ich dir im Vertrauen erzählt und du tratscht das rum?!“

    Fiadh setzte zu einer Response an, aber Abby kam ihr zuvor in dem sie sagte: „Ein bisschen kann man es nachvollziehen. Schließlich hast du ja auch jedem verraten, dass ihr die Klamotten auf ihren Fashion-Blog gar nicht gehören. Ich würde sagen, ihr beiden seid quitt.“

    „Das warst DU?!“ Empört konfrontierte Fiadh ihre Freundin, welche zurück fauchte:

    „Jetzt tu mal nicht so als wäre das ein Geheimnis, dass dein Bonzengehabe bloß fake ist. Genauso wie dieses falsche Rumgeschmalze zwischen dir und Odhrán sobald irgendwo 'ne Kamera angeht. Eure Lügenstorys von wegen großer Liebe gehen mir so auf den Pisser.“

    „Ach, willst ausgerechnet DU mir von wegen Lügengeschichten kommen? Madame 'Und dann hat die ganze Straße applaudiert'. Das Einzige was dir in dem Moment applaudiert hat war das Scheißhaus auf dem du gesessen hast, während du diesen Dünnschiss ins Internet gespült hast.“

    „Na dann erzähl mir doch mal wie das so ist, wenn mein Dünnschiss mehr Likes generiert als die Sammlung Putzlappen, die du Mode nennst.“

    „Blöde Kuh!“

    „Miststück!“

    Während sich die Feen gegenseitig wüste Beschimpfungen um die Ohren schlugen, schob sich Abby ganz langsam den Eimern mit den Feenstaub entgegen. Da wurden die Feen auf einmal handgreiflich; Oonagh stieß Fiadh gegen die Schulter, die gleichem mit gleichen vergalt und ihrer Freundin ebenfalls einen derben Schubs versetzte. Huch! Also das hatte Abby nicht bezwecken wollen! Infolge ihrer Gegenwehr kassierte Fiadh eine saftige Ohrfeige, gab diese sogleich an Oonagh zurück und plötzlich gingen die zwei Frauen aufeinander los. Kreischend zerrte Fiadh Oonagh an ihrem kunterbunten Haar, während Oonagh mit ihren manikürten Fingernägeln rabiat Fiadhs Arme zerkratzte. Abby zog schnell die Beine heran, als die rangelnden und ineinander verkeilten Feen lauthals keifend an ihr vorbei stolperten.

    Upsi. Das war jetzt irgendwie außer Kontrolle geraten.

  • Kolja


    Colins Vergleich mit einem Maulwurfsbau traf den Nagel auf den Kopf. Kolja kam sich tatsächlich vor, als kroch er in den Erdgängen irgendeines Tieres herum, bloß dass dieses gigantisch genug war, damit ein ausgewachsener Mann von Koljas Größe in seinen Tunneln Platz fand. An manchen Stellen mussten er und Kieran die Köpfe einziehen; an anderen hingegen bestand so viel Raum nach oben, dass der Bär Abbys Bruder auf den Schultern hätte tragen können. Wie lange stapften sie mittlerweile durch die Dunkelheit? Fern ab vom Tageslicht und den üblichen Geräuschen des Alltags ging Kolja jedes Zeitgefühl abhanden; der Zeitanzeige auf seinem Smartphone zu schließen hatten sie den Zugang vor einer dreiviertel Stunde betreten aber Kolja kam es unendlich länger vor.

    Hinter ihm hörte er Kierans Schritte widerhallen. Das gleichmäßige Tapsen war das Einzige, was Koljas geistige Verfassung in irgendeiner Weise besänftigte, denn kein Rauschen oder Piepsen, kein Brummen oder Knirschen verlieh dem kalten Gewölbe eine Stimme. Stattdessen schwieg tiefe Schwärze die beiden Polys aufdringlich an. Mit ausgestrecktem Arm tastete Kolja über die Tunnelwände und unter seinen Fingern spürte er das ungleichmäßige Auf- und Ab von Erde und Stein. Die Taschenlampe an seinem Smartphone leuchtete ihnen den Weg aus, doch das kalte Licht der LED wurde von der Finsternis regelrecht verschluckt. Wenigstens sahen Kieran und er wohin sie traten. Kolja warf einen Blick über die Schulter. Obwohl Kieran direkt hinter ihm lief, konnte Kolja ihn gerade einmal schemenhaft ausmachen; bloß das Gesicht des Welpen erkannte er klar und deutlich, da sich das Leuchten von Kierans Smartphonedisplay auf seine Wangen legte. Ein kalter Schauer lief Koljas Rückgrat hinab. Die Dunkelheit schien sie geradezu einzuzwängen.

    Der Teenager fummelte am Kabel seiner Powerbank herum, die seinem Telefon den nötigen Strom lieferte um keinesfalls auf halber Strecke plötzlich zu versagen. Ohne Wards Karten würden sie niemals wieder an die Erdoberfläche zurückfinden und Kolja verstand nunmehr, weshalb Moira und Colin den Bau der Wechselbälger um jeden Preis mieden. Damit er ihre Lichtquelle am Leben erhielt, hatte Kieran Kolja ebenfalls eine solche Powerbank in die Hände gedrückt. Unfassbar. Kolja nannte nicht einmal ein einziges dieser Dinger sein Eigentum und Kieran schleppte auf einer regulären Basis gleich zwei davon in seinem Rucksack mit. „Laut Wards Karte müssten wir die Einmündung zur Burgruine in ein paar Minuten erreichen“, erwähnte Kieran, die Augen auf die abfotografierte Karte auf seinem Smartphone fixiert. Ob des starken Kontrasts zur omnipräsenten Finsternis mussten ihm die Anzeigen doch die Regenbogenhaut wegschnurzeln! „Die Karte ist hammermäßig gut. Ward hat echt Talent für so was.“ Das hatte das Gespenst in der Tat und Kolja verfasste eine gedankliche Notiz, ihm neben einem neuen Zeichentisch zusätzlich einen Monatsvorrat an Energydrinks zu spendieren, sobald diese Episode überstanden sein sollte. „Hoffentlich kann Colin Papa ein bisschen hinhalten.“

    Da Kieran von selbst darauf zu sprechen kam, nutze Kolja die Gelegenheit und fragte: „Wieso beharrt dein Vater so sehr auf seinem Plan?“ Weder Colins und Moiras Überredungsversuche, noch die Tatsache, dass sich ihm keiner seiner zwei Haudegen von Söhnen anschließen wollte, vermochten den alten Wolf vom Wahnwitz seines Unterfangens zu überzeugen. In Koljas Augen zeugte das von einer ganz besonderen Form von Starrköpfigkeit.

    „Papa ist wie Scott: Stur und ein Mann der Tat. Ihm ist wahrscheinlich völlig klar welches Risiko er eingeht aber das ist ihm tausend Mal lieber als rumzusitzen. Vor allem wenn es um unsere Familie geht.“ Mh. Ja. Das klang wirklich nach Scott.

    Im darauffolgenden Moment merkte Kolja, wie der Untergrund unter seinen Schuhsohlen die Substanz veränderte. Stein löste Erde ab und die Wand unter Koljas Fingern endete im Nichts. Offenbar betraten sie eine Kammer; keineswegs die erste, die Kieran und er auf ihrem bisherigen Weg passiert hatten. Bei vielen davon handelte es sich bloß um besonders weiträumig gegrabene Kreuzungen, mancher Orts schienen die Wechselbälger dagegen vergessene Gelasse und Schächte erschlossen zu haben und unweigerlich rätselte Kolja drüber, welches Labyrinth wohl in den tieferen Ebenen auf unglückselige Verirrte wartete.

    Wie bei den meisten anderen trafen hier mehrere Gänge aufeinander; trotzdem unterschied sich dieser Raum von all den bisherigen. „Sind das Pilze?“, stellte Kieran eher fest, denn dass er tatsächlich eine Auskunft von Kolja erwartete. In allen möglichen Formen und Größen wuchsen sie aus den Wänden sowie dem Boden und glühten wie hunderte Leuchtstäbe in Gelb und Blau. Ihr Licht genügte um die Kammer zu erhellen, sodass Kolja seinem Smartphone eine Verschnaufpause gönnte. Eigentlich hätte er glücklich sein sollen der ewigen Finsternis endlich zu entkommen aber dieses wirklichkeitsfremde Glühen behagte ihm in keiner Weise. Zudem leuchtende Pilze folgendes bedeuteten: „Das ist Feenmagie. Der Schwarm ist in der Nähe.“ Demzufolge trennte Kolja nur noch ein kurzes Stück Weg von seiner Abby! Jetzt bloß keine Zeit vergeuden. Der Bär wedelte einige glimmende Sporen aus seinem Gesicht und setzte seinen Marsch fort – und stoppte sogleich abrupt.

    „Hörst du das auch?“, fragte Kieran alarmiert. Ja. Tat Kolja. Jemand – oder etwas – kroch in einem der Tunnel herum und was auch immer es war, es schlich in ihre Richtung. Womöglich eines der Wechselbälger? Kolja legte den Zeigefinger auf die Lippen und deutete Kieran zu schweigen, ehe er mit dem Jungen direkt neben besagten Gang Position bezog.

    Die Schritte kamen näher.

    Dann witterte Kolja einen bekannten Geruch.

    „Das ist Scott.“ Kierans Nasenflügel blähten sich auf, als er seinen großen Bruder roch und ehe Kolja den Welpen vor seiner Dummheit bewahren konnte, machte dieser einen Satz nach vorn und rief freudig aus: „Hey Scott!“

    „WOW!!“ Plötzlich sah Kolja Scotts Faust durch die Luft sausen und in der nächsten Sekunde jaulte Kieran auf, stolperte rückwärts und presste beide Hände auf seine Nase.

    „Bist du bescheuert, Kleiner??“, blaffte Scott ihn an. „Wieso springst du mich aus der Dunkelheit heraus an?! Du hast mich zu Tode erschreckt!“

    Kieran zeigte sich viel zu sehr damit beschäftigt wehleidig „Meine Nase, meine Nase!“ zu winseln um Scott eine Rechtfertigung zu liefern, weshalb der Wolf grummelig den Kopf schüttelte und ohne Kolja einen kleinen Fetzen Beachtung zuzugestehen weiter voran stapfte. Der Bär tat es ihm gleich, aber schon nach wenigen Metern pflaumte Scott ihn an: „Hör auf mir nachzulaufen!“

    Bitte? Kolja lief ihm keineswegs nach. Er wollte Abby retten und dieser Weg führte nun einmal zu ihr. „Ich laufe zu Abby, nicht zu dir.“

    „Halt' dich von ihr fern!“

    Fing Scott wirklich schon wieder damit an? Sogar Kieran fiel sein ewiges Rumgezicke mittlerweile auf den Geist und so rief er seinen Bruder zur Ordnung. „Mann Scott, jetzt führ dich doch nicht so auf. Kol will Abby helfen, genau wie du und ich. Wir haben dasselbe Ziel und sollten deshalb zusammenarbeiten.“

    Alsdann schnaubte Scott abfällig. Was er Kieran darauf aber auch plante zu entgegnen, es verließ niemals seinen Mund, da jäh ein entferntes Kreischen den drei Polys die Ohren malträtierte. „Ist das Abby?“ Kierans Frage blieb unbeantwortet, denn Scott und Kolja stürmten los und durch den von Pilzen beleuchteten Tunnel dem Ursprung des Krachs entgegen. Plötzlich rannte Kolja nicht länger durch einen Maulwurfsbau; er rannte durch das Kellergewölbe eines Gebäudes, bog um zwei Ecken, immer weiter und weiter Scott und den lauter werdenden Frauenstimmen hinterher und schließlich durch das Ende des Ganges bis-... .

    Schlagartig stoppten die Männer. Was im Himmel … ? Hatte Kolja zu viele Leuchtsporen eingeatmet und fiel nun auf irgendwelche Halluzinationen herein? Vor ihnen bot sich das bizarre Bild von Oonagh und Fiadh, die sich zeternd und fauchend gegenseitig und ohne jede Zurückhaltung die Augen auskratzten. Sie stießen und zerrten einander umher und als Kolja realisierte, keinem Hirngespinst zum Opfer zu fallen, bemerkte er die dritte Person in diesem Keller. Abby! Und es schien ihr gut zugehen! Gott sei Dank; der Schwarm hatte seine Finger von ihr gelassen. Freudig überrascht schaute die Wölfin Kolja und ihren Bruder an, da polterte es lautstark und die zwei Feen krachten in einen Stapel Eimer hinein, rissen bei ihrem Sturz die weißen Kunststoffbehältnisse mit sich hinab und ob des Aufschlags sprangen die Deckel von den Öffnungen. Feenstaub in rauen Mengen ergoss sich auf dem Boden und wurde von Schmutz kontaminiert. Im Kampf um die Oberhand rollten sich Fiadh und Oonagh durch die lilafarbene Pfütze als beide zeitgleich eine Faust voll Feenstaub raubten, um das Gemisch aus Glitzer und Dreck einander ins Gesicht zu schleudern. Eine funkelnde Wolke hüllte die Köpfe der beiden ein; sie quäkten, weil der Staub in ihren Augen brannte, doch mit einmal verstummten die zankenden Feen und sackten regungslos zusammen.

    Ihr leises Schnarchen drang an Koljas Ohren.

    So hatte sich dieses Problem also von selbst erledigt.

    „Woher seid ihr denn auf einmal gekommen?“ Abby strahlte beim Anblick von Kolja und ihren Brüdern und sogleich lief Kieran auf seine Schwester zu und half ihr auf die Füße. Die Feen hatten sie allen Ernstes mit Kabelbindern gefesselt! Aber keine Zeit zum Reden. Vom Lärm der zankenden Frauen angelockt, strömten aus dem Gang, der in den oberen Teil der Burgruine führte, plötzlich Oonaghs und Fiadhs Freunde herbei.