Freakshow: Episode 2

  • „Es muss ihm in letzter Zeit wohl ziemlich schwerfallen, neue Spieler und Sponsoren für die Mannschaft zu finden.“ Derweil Moira erzählte, rückte sie den leeren Stuhl vor ihr zurecht, sodass sie darauf Platz nehmen konnte. „Er will deswegen den Internetauftritt des Teams überarbeiten und hofft, dass seine Altherrenmannschaft dadurch ansprechender wird.“

    Da zuckte etwas in Colins Gesicht zusammen. Ohne Vorwarnung versetzte er Moiras Stuhl plötzlich einen groben Tritt - in exakt der Sekunde, in der die Banshee ihr Gleichgewicht nach hinten verlagerte, um sich auf die Sitzfläche fallen zu lassen. Anstatt sie aufzufangen, schlitterte die Sitzgelegenheit jaulend unter ihr hinweg; rücklings verlor Moira den Halt und ihr erschrockenes, hohes Quieken perforierte Kolja das Trommelfell. Anstelle auf der Polsterung landete sie mit ihren zarten Vier Buchstaben krachend auf dem knallharten Fußboden. Uh. Das musste echt wehgetan haben!

    „Na, so was. Das müssen wohl meine Altherrenticks gewesen sein“, spie Colin zynisch aus und machte keinerlei Anstalten, Moira auf irgendeine Weise aufzuhelfen. Kolja runzelte über die Ironie seines Spotts die Stirn. Eigentlich war Colin ja der jüngere der beiden.

    Seine Schwester verpasste ihm einen strafenden Klaps gegen die Schulter und zu Koljas Überraschung erkundigte sich ausgerechnet Gwen nach Moiras Wohlergehen. „Dir ist nichts passiert, oder Mäuschen?“ 'Mäuschen'. So wie Gwen diesen Kosenamen aussprach, klang es, als hätte sie ihn mit Moiras Namen fusioniert. 'Moischen'. Hehe.

    Unterhalb der Tischkante gab Moira zur Antwort ein schmerzliches Stöhnen von sich. Kolja stapfte daraufhin um den Tisch herum und klaubte die Banshee vom Boden auf. Bei Moiras Fliegengewicht benötigte der Bär nicht einmal beide Arme, um sie zu stemmen, also zog er zeitgleich mit der freien Hand den Stuhl heran und setzte seine Mitbewohnerin auf diesen ab. Gwens Augenmerk wanderte hernach zurück zu Colin. „Wie ungezogen“, tadelte sie ihn für seine Gemeinheit gegenüber Moira, doch ihre säuselnde Stimmlage sowie der kokettierende Blick, mit dem sie ihn bedachte, verlieh ihren Worten eine vollkommen gegensätzliche Bedeutung.

    Zwinkernd meinte Colin: „Ungezogen zu sein macht mir eben am meisten Spaß“ und Gwen pflichtete ihm mit einem anzüglichen Wimpernschlag bei.

    „Mir auch.“

    Junge, junge. Die zwei trödelten echt nicht herum und unweigerlich begann Kolja darüber nachzudenken, ob Hayes' Regel Nummer Vier eigentlich auch für die Gäste seines Pubs galt.

    Weil Scott seine Bestellung abgefertigt hatte, kehrte er zu seinen Freunden zurück. Im selben Moment hielt Abigail Colin vor: „Das war wirklich gemein von dir. Moira hätte sich verletzten können! Entschuldige dich wenigstens bei ihr.“

    Er pfiff auf die Aufforderung seiner Schwester. „Sonst was? Kommst du dann mit so 'ner arschlangweiligen Predigt rüber, wie damals bei Donnelly?“ Ach. Diese Kamelle mal wieder. Prompt sprang Abigail darauf an.

    „Diese 'Predigt' hattet ihr verdient, so respektlos, wie ihr euch gegenüber Donnelly und seinen Angehörigen verhalten habt.“

    „Mach mal halblang. Wir haben rumgescherzt, mehr nicht“, verteidigte Scott sein Verhalten und das seines Bruders. Gut zu wissen, dass er sich zwischenzeitlich einigermaßen abgeregt und den Kopf frei von Ward oder irgendwelchen Hochzeitsplänen bekommen hatte. „Und ist ja nicht so, als ob wir mit Donnelly befreundet gewesen wären.“

    „Ihr habt nicht bloß 'rumgescherzt'. Ihr habt Witze über ihn gerissen.“

    „Leute sterben halt. Das ist nun mal so. Ja, das mit Donnelly ist echt scheiße gelaufen, aber soll man das alles deiner Meinung nach totschweigen?“

    Im Unterschied zu Scott, der belustigt los prustete, fand Abigail Colins Kommentar alles andere als witzig. „Ihr habt gleich am nächsten Tag nach seinem Sturz damit angefangen“, beschuldigte sie ihre Brüder. „Zu dem Zeitpunkt hatte man ihn noch nicht einmal beerdigt.“

    „Dann konnte er sich immerhin nicht wegen unserer Sprüche im Grab umdrehen.“ Colin lachte auf, als Scott grinsend seine Schwester mit den Tatsachen konfrontierte. Tja. Irgendwie hatte er damit sogar Recht.

    Eingeschnappt verzog Abigail ihren Mund. Sie sah wirklich entzückend aus, wenn sie schmollte. „Ihr seid schrecklich“, warf sie den beiden vor.

    Ihr Rüffel tangierte Scott und Colin kein Stück; im Gegenteil. Abigails Empörung stachelte sie erst richtig an. Colin feixte: „Tun wir mal nicht so, als ob Donnelly keine Leichen im Keller gehabt hätte.“

    „Genau Abby“, stieg Scott mit ein. „Du erwähnst mit keinem Sterbenswörtchen, dass Donnelly nicht grade ein Saubermann war.“

    „Ja, Mann. Der Typ konnte uns auf den Tod nicht ausstehen.“

    „Kein Wunder, so viel Zeit wie der mit O'Rourkes Rudel totgeschlagen hat.“

    „Der hat es todernst gemeint, als er uns angegriffen hat.“

    „Aber mit einem Todesfall hat er nicht gerechnet.“

    „Das fand er dann nicht mehr zum totlachen.“

    „Als er über der Brüstung hing, war er ganz leichenblass um die Nase.“

    „Man könnte sagen, er war deswegen am Boden zerstört.“

    „Das reicht!“, bereitete Abigail den Wortwitzen ihrer Brüder ein jähes Ende. Schade. Die zwei schienen echt in Fahrt zu kommen. Das hieß, natürlich waren Abigails vorwurfsvolle Miene sowie ihre Missbilligung berechtigt und Kolja kicherte keineswegs wegen Scotts und Colins Scherzen vor sich hin. Nein, nein! Überhaupt nicht.

    „Was denn, Abby?“ Amüsiert bleckte Colin die Zähne. „Findest du's sterbenslangweilig, über Donnelly zu sprechen?“ Als Abigail infolgedessen fassungslos der Mund offen stehenblieb, brachen ihre Brüder vollends in Gelächter aus. Ihr Lachen schallte durch den halben Pub und auf der Suche nach Unterstützung schaute Abigail hilflos Kolja an.

    „Kolja, sag du doch auch etwas dazu!“

    „Ja, Kolja“, griente Scott. „Hau raus, was dir auf der Zunge liegt.“

    Mit einmal wurde Kolja von allen Seiten erwartungsvoll angesehen. Während Abigail hoffte, er würde die Wolfsrüden zur Vernunft rufen, harrten diese gespannt auf Koljas Beitrag zu ihrer Bonmotsammlung. Nachdenklich wechselten Koljas Blick zwischen den Parteien hin und her. Dann stellte er für alle Anwesenden klar: „Nur über meine Leiche.“

    Vor Begeisterung über Koljas Pointe johlten Scott und Colin lautstark los. Sogar Gwen huschte ein Schmunzeln über die Lippen und Moira gluckste erheitert in ihre vorgehaltene Hand hinein. Einzig Abigails Mundwinkel ließen sich zu keinem Zucken hinreißen. Mit einem Lächeln bat Kolja sie wortlos um Vergebung.

    „Fitzpatrick!“ Aus einer Ecke des Pubs schrie Hayes zu ihnen herüber. Sofort richteten die zwei angesprochenen Männer ihre Aufmerksamkeit auf den Leprechaun und Kolja vermutete, sein Chef würde seine Angestellten barsch zurück an die Arbeit beordern. Falsch gedacht. Umgeben von den anderen Spielern der Mannschaft, befahl er den Brüdern, anzutreten. „Bei Fuß!“ Sie folgten seiner Anweisung; ebenso Moira.

    „Männer, es gibt echt beschissene Nachrichten“, eröffnete der Kobold die heutige Mannschaftsbesprechung. Wie immer schlug er dabei eine Lautstärke an, mit der er den ganzen Pub unterhielt. „O'Maley fällt eine ganze Weile aus.“

    „Was?!“ Ein Chor aus Fußballern brüllte Hayes seine Bestürzung entgegen. O'Maley. Wer war das noch gleich? Ach ja. Der Wildkaterpoly aus Scotts Mannschaft.

    Mittels forscher, eindeutiger Handbewegungen, rief der Trainer seine Spieler zur Disziplin. „Was'n passiert?“, wollte einer der Marder von Hayes wissen, nachdem Ruhe unter den Männern eingekehrte.

    Der Kobold berichtete: „Der Kerl hatte einen Rückfall und hat sich das Hirn mit 'ner Überdosis von irgendeiner Scheiße zugeballert. Jetzt liegt er im Krankenhaus rum und muss erst mal clean werden.“

    „Ich dachte, O'Maley hätte schon seit Jahren nix mehr mit Drogen am Hut“, warf einer der Füchse ein und ein weiterer stimmte ihm zu: „Dachte ich auch!“

    Der Dachs des Teams hakte bei Hayes nach: „Womit hat sich O'Maley denn zu gedröhnt? Speed? Meth? Heroin?“

    „Katzenminze“, schnaubte der Kobold.

    Jeder, der zuhörte, sog sogleich scharf Luft zwischen den Zähnen ein. Katzenminze. Oh Mann. Das war echt übel.

    „Was für eine Scheiße...“

    „O'Maley ist echt ein Idiot.“

    „Echt mal. Was hat den Mann bloß geritten, den Dreck wieder anzufassen?“

    Damit fing das chaotische Gerede von vorn an. Wie eine Busladung alter Tratschweiber überschlugen sich die Kerle mit Mutmaßungen über O'Maleys Zustand und jeder von ihnen meinte, seinen Senf dazu abgeben zu müssen. Kolja verfolgte das Spektakel, bis er unvermittelt Wards Stimme wahrnahm.

    „Bestellung für dich“, murmelte das Gespenst in einem trägen, monotonen Tonfall und hielt Kolja einen Zettel mit dem wirklich lustlos hingeschmierten Essenswunsch eines Gastes unter die Nase. Nickend nahm der Bär ihn an. Gleich danach wandte Ward ihm ohne ein einziges, weiteres Wort den Rücken zu und geisterte ziellos durch den Schankraum. Bei ihrer ersten gemeinsamen Schicht hatte Kolja sich noch bei dem Geist erkundigt, ob alles in Ordnung mit ihm sei, denn oft deutete die Energielosigkeit, wie Ward sie ausstrahlte, auf irgendwelche Probleme hin. Aber es gab keine Probleme. Ward war... na ja. Er war eben tot. Jemand wie er konnte wohl schwerlich wie das blühende Leben durch ebenjenes hüpfen.

    Logischerweise bestand Koljas Aufgabe als Koch darin, den Herd anzuwerfen und für die kulinarische Verpflegung der Gäste zu sorgen. Doch das musste warten, da er vorher erfahren wollte, was aus O'Maley wurde. Nicht, weil ihn etwas an ihm lag – so schlimm es dem Kater in seiner derzeitigen Situation auch bestimmt erging -, sondern weil Abigail auffällig neugierig ihre Ohren spitzte. Kritisch beobachtete Kolja, wie sich die Wölfin zu Gwen herüberlehnte und ihr sensationshungrig zu munkelte: „Hast du das gehört? Jetzt haben sie noch einen Spieler verloren.“

    „Sehr dubios, wenn du mich fragst“, tratschte der Sukkubus mit ihr mit und Kolja wusste nicht zweifelsfrei einschätzen, ob Gwen ihr Urteil tatsächlich erst meinte oder ob lediglich ihr Sarkasmus aus ihr sprach. Jedenfalls heizte sie Abigails Einbildungskraft damit gehörig an – sehr zu Koljas Missfallen. Spann Abigail denn nicht schon genug Verschwörungstheorien zusammen?

    „Ja, nicht wahr? Dieser O'Maley war weg von den Drogen und mir nichts, dir nichts, soll er wieder welche nehmen? Da ist doch etwas faul!“

    „Abigail...“, raunte Kolja ihren Namen und als sie infolgedessen mit geweiteten, braunen Augen zu ihm aufblickte, schüttelte er mahnend den Kopf. Sie sollte erst gar nicht damit anfangen, irgendwelche Kriminalfälle zu erfinden, wo keine existierten.

    Offenbar gingen Hayes die wilden Spekulationen ebenso zu weit. Er plärrte über den Stimmenwirrwarr seiner Leute wüste Flüche hinweg und lenkte somit die Konzentration der Spieler zurück auf seine eigene Person. „Jetzt haltet alle eure Schnauzen. Was O'Maley in seiner Freizeit für Scheiße baut, ist völlig schnurz! Viel wichtiger ist: Fällt er weg, hat unser Team nur noch neun Spieler! Das sind zwei zu wenig.“

    „Is' doch kein Ding“, sagte Colin gelassen. „Wir haben schon mal unterbesetzt auf dem Platz gestanden und gewonnen.“

    „Ja und es hat mich ein verficktes Vermögen gekostet, die richtigen Leute dafür zu schmieren. Und die Loser vom Finanzamt haben mich die Kohle nicht mal von der Steuer absetzen lassen. Wie soll ich mir das ohne Geldgeber leisten, heh?! Bei zehn Spielern drückt jeder Schiri die Augen zu, aber mit neun lässt uns keiner dieser Pfeifen aufs Spielfeld.“

    Scott schlug also vor: „Holen wir uns eben schnell noch einen zehnten Mann ran. Dann hat sich das Problem erledigt.“

    „Genau, du Schlaumeier“, wurde er von Hayes dafür angepflaumt. „Weil ich mir ja nicht schon seit Monaten den Arsch aufreiße, um neue Leute zu rekrutieren. Wenn es so einfach wäre ohne Weiteres ein paar Freaks ran zuwinken, die mit euch hyperaktiven Polys mithalten können, würden wir gar nicht erst in diesem behinderten Haufen Scheiße stecken!“

    Noch in derselben Sekunde, in der der Kobold den Begriff 'Poly' in den Mund nahm, spürte Kolja, wie Abigail ihn begeistert musterte. „Kolja, dukannst für O'Maley einspringen!“



    nächster Teil

  • Scott und Colin :rofl:-> obwohl ich Abby beipflichten muss. So spricht man nicht über Tote. Armer Donnelly xD


    Und jetzt schlägt Abby allen Ernstes vor, dass Kolja den ausgefallenen Fussballspieler vertreten soll? Na, da bin ich ja gespannt :crazy:

  • Wie immer, vielen lieben Dank für deinen Kommentar, Lady ^^

    ___



    Mit einem energischen Kopfschütteln hielt Kolja abwehrend beide Hände vor die Brust, als müsse er befürchten, von Abigails Idee angefallen zu werden. Zu seinem Glück hatten weder Hayes, noch die Spieler etwas von ihrem Vorschlag mitbekommen. Bedröppelt schwiegen sie einander an und ironischerweise war der einzige, der etwas Leben in die Reihen der ratlosen Fußballer brachte, Ward. Der Geist drängelte sich zwischen den Polymorphen hindurch, als wäre er gerade transluzid und bräuchte deshalb keine Rücksicht darauf nehmen, ob ihm irgendjemand im Wege stand. Unmotiviert schlenkerte er eine neu befüllte Snackschale auf den Tisch der Mannschaft, wobei durch den Schwung ein paar der Knabbereien herausfielen und-... Kolja seufzte. Natürlich mussten es ausgerechnet Scotts Schuhe sein, auf denen der fettige Inhalt der Schale landete. „Ey du Penner, kannst du nicht aufpassen?!“, ranzte Scott seinen Kollegen unnötig harsch an und kickte die Ladung Chips und Erdnussflips in dessen Richtung. Da die Snacks allerdings kaum etwas wogen, flogen sie bloß wenige Zentimeter weit und krümelten eine gute Manneslänge vor Wards Füßen auf das Parkett.

    „Mh“, bewertete das Gespenst indifferent Scotts kläglich gescheiterten Versuch, ihn zu treffen. Davon fühlte sich der Wolf gleich noch mehr provoziert. Er bellte:

    „Hast du 'n Problem?!?“

    „Ich? Nein.“ Oh, gut. Hoffentlich würde es Ward dabei belassen und abziehen, bevor sich Kolja zum zweiten Mal im Laufe dieser Schicht als Abstandshalter zwischen den beiden Männern wiederfand. Leider verwehrte er dem Bären diesen Gefallen. Desinteressiert erklärte der Kellner mit einem Wink zu dem am Boden liegenden Knabberkram: „Ich halte es bloß für ein Wunder, dass deine Mannschaft mit dir als Stürmer Spiele gewinnt, so lasch wie deine Pässe sind.“

    Da durchfuhr ein Ruck Scotts Körper und hätte sein Bruder ihn nicht rechtzeitig daran gehindert, wäre er Ward mit Sicherheit an die Gurgel gesprungen. „Lass den reden“, versuchte Colin den knurrenden, zähnefletschenden Scott zu beschwichtigen, während er ihn mit einem beherzten Griff an der Schulter zurückhielt. „Der gehört ja nicht mal zu uns. Was versteht der von Pässen?“

    „Ich kann einen Querpass von einem Rückpass unterscheiden“, setzte Ward Colin darüber in Kenntnis, weit weniger unwissend zu sein, als dieser ihm unterstellte und zeigte damit schon mal bei mehr Fachwissen über Fußball, denn Kolja insgesamt aus den entlegensten Ecken seines Hirns zusammenzukratzen vermochte. Das Gespenst wies auf Scott. „Im Gegensatz zu ihm, wie mir scheint.“

    „Du Wichser!“, beschimpfte ihn Scott. „Deine ganze Existenz ist ein einziger Fehlpass!“, was Ward emotionslos mit „Du bist der Experte für Fehlpässe, du wirst schon recht haben“ konterte.

    „Du findest die Ecke ja nicht mal, wenn du dich an ihr stößt, Arschloch!“, knurrte Scott.

    Ward entgegnete: „Harte Worte von jemanden, der einen Fallrückzieher wörtlich nimmt.“

    „Pass auf, was du sagst! Sonst nehme ich tatsächlich mal was wörtlich, und zwar Kopfbälle!“

    „Deine Einwürfe im Spiel sind hoffentlich nicht so schlapp, wie deine Drohungen.“

    „Schlapp?! Deine Schwalben sind schlapp! So schlapp, dass sie vor Scham in den Süden fliegen!“

    „Dann bringen sie dir vielleicht eine Banane mit, wenn sie von dort zurückkommen. Als Anschauungsobjekt damit du lernst, wie gekonnte Bananenflanken auszusehen haben.“

    „Ach, halt's Maul! Außer dem Obst im Supermarkt hast du doch noch nie was ins Netz bekommen!“

    „Wenn du das sagst. Mit Eigentoren kennt sich ein Vollpfosten wie du sicher aus.“

    „Vollpfosten?! Du bist doch so bescheuert, du hältst den Strafraum für einen Sadomaso-Dungeon!“

    „Zumindest halte ich überhaupt etwas, nicht so wie du, dessen Freundin ins Abseits auf dem Festland flüchtet.“

    Uh, böses Foul! Indem Ward Hazel in den Streit hineinzog, überschritt er nicht nur für Koljas Empfinden eine klare Grenze. Vor lauter Zorn darüber, dass der Geist es wagte, Scotts Beziehung zu verunglimpfen, verschlug es dem Wolf glatt die Sprache. Mehrmalig klappte sein Kiefer auf und ab, ohne einen Laut anzuschlagen. Wie ein Stopfen schien ihm der Ärger die Kehle zu blockieren. Sogar Colin trat von seinem Bruder weg, um sich aus der Detonationszone der tickenden Zeitbombe namens Scott zu retten, die jeden Augenblick in die Luft gehen würde, wie eine vergessene Tretmine unter der Bühne einer Stepptanzschule.

    Behutsam flüsterte Abigail über die unheilverkündende Stille im Pub hinweg, als zerspringe sie bei einer falschen Tonnote wie dünnes Glas in tausend klirrende Scherben. „Hat einer von euch irgendein Wort davon verstanden?“ Keine Silbe. Und das lag in Koljas Fall keineswegs an irgendwelchen Sprachbarrieren zwischen seiner Muttersprache und Englisch oder an einem unzureichenden Vokabular.

    „Grob zusammengefasst“, übersetzte Gwen spontan den Fußballjargon, den Scott und Ward einander zukläfften, „Scott spielt scheiße.“

    Daraufhin sahen Abigail und Kolja den Sukkubus erstaunt an. Schuldlos hob dieser die Hände und gelobte: „Wards Meinung, nicht meine.“

    „Du kennst dich mit Fußball aus?“, fragte Abigail wissbegierig und Gwen nickte subtil.

    „So kann man das sagen.“

    Aha. Was Kolja viel befremdlicher fand, denn Gwens heimlichen Wissensfundus, war das Schweigen seines Chefs. Eigentlich hätte Hayes längst die Hutschnur platzen müssen, aber anstatt seine Kellner in der üblichen Manier anzugeifern, observierte er die Lage und kräuselte dabei grüblerisch den sommersprossigen Nasenrücken. „Hey, Ward!“, rief er das Gespenst endlich auf. „Was hast du mit Fußball zu schaffen?“

    „Ich hab' lange Zeit in einer Mannschaft gespielt.“ Gelangweilt ergänzte er: „Als ich noch am Leben war.“

    Diese Aussage genügte Hayes. Er klatschte bestimmend die dicklichen Hände zusammen und beschloss: „Du bist drin. Damit haben wir unseren zehnten Spieler.“

    „Häh?!“ Scott wirbelte fassungslos zu seinem Trainer herum und glotzte ihn an, als hätte er ihm gerade für das ganze nächste Jahr die Mülltrennung aufgebrummt. „Das ist nicht dein Ernst! Du willst den Typen aufnehmen?!“

    „Das will ich nicht nur, Fiffi. Ich habe es eben getan.“

    „Du kannst ihn nicht mitspielen lassen“, protestierte Scott. „Der passt überhaupt nicht zu uns! Er ist ja nicht mal ein Poly.“

    „Aber ein verdammtes Gespenst und das heißt, er wird niemals müde und er wird uns auch nie vor Erschöpfung die Lunge vor die Füße kotzen. Außerdem...“ Genervt verschränkte Hayes die haarigen Wurstärmchen auf seiner Bierwampe. „Außerdem sind wir ein verfickter Möchtegernclub. Solange man funktionierende Beine hat, ein Freak und in den Dreißigern ist, passt hier jeder rein. Etwas Anderes können wir uns nicht leisten, du Niete.“

    „Woher willst du wissen, wie alt er ist?? Du hast ihn nie gefragt“, suchte Scott nach Argumenten, weshalb Ward unter keinen Umständen in die Mannschaft aufgenommen werden sollte. Anscheinend verdrängte er dabei, dass das Gespenst für Hayes arbeitete und dieser somit seine Personalien kannte. Obwohl... so was durfte man wohl nur von Vorgesetzten erwarten, denen tatsächlich etwas an ihren Arbeitskräften lag.

    Für Hayes stellte die Informationslücke kein pauschales Ausschlusskriterium dar und so verlangte er direkt von Ward zu erfahren: „Wie alt bist du?“

    „Alter ist ein Konstrukt der Lebenden, die sich von der Zeit und der immerwährenden Furcht beherrschen lassen, sie könnten nicht genug von ihr haben“, rasselte er lethargisch herunter, was Hayes mit einem Würgen quittierte.

    „Beantworte die verdammte Frage!“

    Also überlegte Ward und schätzte schließlich: „Irgendwas über siebzig Jahre.“

    „Siehst du, Hayes?“

    Mit einem an Scott adressierten diktatorischen Schnippen der Finger, ermahnte Hayes den Wolf, gefälligst seine Klappe zu halten. Dafür schalt er Ward:

    „Mich interessiert nicht, wie lang die Welt schon deine hässliche Fresse ertragen muss. Ich will das physische Alter wissen, bei dem dein Körper durch deinen Tod stehen geblieben ist.“

    Das Gespenst blinzelte. „Vierunddreißig.“

    „Na bitte.“ Für Hayes war die Sache damit zufriedenstellend geklärt. Scott hingegen kam mit der endgültigen Entscheidung seines Trainers alles andere als klar.

    „Aber er-... sein-... ich meine, Ward hat kein-...!“, stammelte er hilflos zurecht. Hm. Es hätte Kolja auch sehr verblüfft, wenn sich sein Freund ad hoc eine schlüssige Argumentation aus den Fingern gesogen hätte.

    Scotts Gestotter entlockte Ward einen weiteren, ungerührten Seitenhieb. „Solltest du beim Dribbeln ebenso tollpatschig herumstolpern, wie du es beim Reden tust, sehe ich schwarz für das nächste Spiel.“

    „Fick dich, du Pisser!“, schnauzte Scott ihn dafür an und zum Glück versperrten ihm die anderen Spieler den Weg, bevor er einen Satz auf das Gespenst zu machen und seinen Zorn an ihm auslassen konnte. Wutschnaubend starrte Scott Ward in Grund und Boden, dass einem angst und bange wurde, da verschaffte sich Hayes nochmals Gehör:

    „Sehr gut! Genau solche Aggressionen brauchen wir auf dem Spielfeld! Unsere Gegner werden sich vor Angst in die Trikots scheißen. Ward, du spielst mit Scott im Angriff!“

    „Aber ich spiele schon auf dieser Position!“, erhob nunmehr Colin vehement Einspruch gegen die Entscheidung des Kobolds. Dieser wiegelte ihn ab:

    „Nicht mehr. Du übernimmst O'Maleys Platz in der Abwehr.“

    „Was?!“ Colin entgleisten sämtliche Gesichtszüge, als Hayes ihn ohne mit der Wimper zu zucken zu Wards Gunsten strafversetzte. Prima. Jetzt hatten gleich beide Fitzpatrickbrüder Anlass, einen Groll gegen den Geist zu hegen.

    „Keine Angst, du wirst in der Abwehr genug zu tun haben“, versuchte Ward den jüngeren der zwei darüber hinwegzutrösten, seiner Position beraubt worden zu sein – mit unterirdischem Erfolg, denn die schläfrige Betonung des Gespenstes stahl seinen Absichten ihre Glaubhaftigkeit. „Fitzpatricks laue Spielweise werde ich nicht kompensieren können, sodass sich der Großteil des Matches eh in unserer Hälfte des Feldes abspielen wird.“

    Und mit diesem Spruch schleuderte Ward Scotts Selbstbeherrschung im Steilpass von der sinnbildlichen Klippe, an deren bröckligem Rand sie die ganze Zeit über um das Gleichgewicht gekämpft hatte. Niemand vermochte den Wolf stoppen, als er in einer abrupten Bewegung auf das Gespenst zustürzte und es gewaltbereit am Kragen seines T-Shirts packte. Doch kaum bekam Scott den unifarbenen Baumwollstoff zugreifen, verschwand Ward schlagartig.

    Weg.

    Einfach so. Als hätte er die kurze, temporäre Blindheit eines Augenaufschlags ausgenutzt, sich davonzustehlen. Ward hatte sich wortwörtlich in Luft aufgelöst und einzig ein zusammengefallenes Häufchen Kleider auf dem Fußboden erinnerte an seine Existenz, sowie ein zähflüssiger Schleim auf Scotts Händen, der ihm wie feuchte, klebrige Bindfäden von den Fingern tropfte. Das musste wohl Ektoplasma sein, schlussfolgerte Kolja. Soweit der Bär wusste, sonderten Gespenster es bei Bedarf ab, um ihre stoffliche Hülle aufzugeben. Zutiefst angewidert stierte Scott das milchige Sekret an. „Urgh!“, würgte er. „Der Typ hat mir auf die Hände gewichst!“

    „Piss' dir nicht ins Röckchen, Fitzpatrick. Solange Missy Burns außer Landes ist, klebt dir der Schnodder doch eh jede Nacht an den Pfoten.“ Hayes wies auf die Tür zu den Toilettenräumen. „Jetzt geh dir den Scheiß abwaschen, bevor du mein Parkett volltropfst. Das Zeug hinterlässt Flecken. Und sollte noch irgendjemand meinen, wegen der Aufstellung rumzuheulen, schiebe ich demjenigen meine Krücke bis zum Anschlag in den Arsch und hol sie erst am Sonntag nach dem Spiel wieder heraus. Schwing die Hufen, Fitzpatrick! Wir müssen unsere Taktik durchgehen.“



    nächster Teil

  • Herrlich :rofl:

    Ich glaube, dass hat dir richtig Spaß gemacht xD


    Mehr bleibt mir eigentlich nicht zu sagen ...


    Kolja ist bestimmt richtig erleichtert, dass er nicht der 10. Mann sein muss. Obwohl es für das Klima in der Gruppe wohl besser gewesen wäre :crazy:

    Naja. Jetzt muss halt Ward ran ... bin gespannt, wie das wird :D


    Und jetzt bitte Kobby :love:


    LG

  • Ich glaube, dass hat dir richtig Spaß gemacht xD

    Nachdem ich in der Thematik drin war, schon, ja xD

    Ich habe ja keine Ahnung von Fußball und musste mich deshalb erstmal mit den Begrifflichkeiten auseinandersetzen. Aber als der Fachjargon dann einmal saß, lief der Schlagabtausch zwischen Scott und Ward mehr oder weniger von selbst ^^

    Bei dem Sadomasodungeon musste ich sogar selbst schmunzeln :pflaster:


    Und jetzt bitte Kobby

    Morgen :D


    Danke für deinen Kommentar :>

  • Zitat von Skadi

    Bei dem Sadomasodungeon musste ich sogar selbst schmunzeln :pflaster:

    Der ganze Wortwechsel war genial :D


    Obwohl ich das ja besser fand:

    Zitat von Skadi

    „Urgh!“, würgte er. „Der Typ hat mir auf die Hände gewichst!“

    „Piss' dir nicht ins Röckchen, Fitzpatrick. Solange Missy Burns außer Landes ist, klebt dir der Schnodder doch eh jede Nacht an den Pfoten.“

    :rofl:- ich feier Hayes ohnehin xD

  • Einmal Kobby zum Mitnehmen.

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    Wenn es an Irland eine Sache gab, die Koljas niemals verstehen würde, dann war es dieses launische Inselwetter. Wechselhafte Witterungen kannte er von zuhause; Sankt Petersburg lag schließlich unmittelbar an der Ostsee und ob des Meeresklimas durfte man nie erwarten, dass der Wind am Nachmittag genauso gemächlich blies, wie er es am Vormittag desselben Tages tat. Aber verglich man die Wetterbedingungen seiner Heimat mit denen auf der Insel, litten die hiesigen Wettergötter, an die Kolja nicht glaubte, an schlimmeren Stimmungsschwankungen, denn eine ganze Frauenarztpraxis voller Schwangere im ersten Trimester. Noch vor wenigen Minuten hatte heiterer Sonnenschein geherrscht, doch nun prasselten Kolja aus grauen Regenwolken dicke, schwere Tropfen vor die Schuhe, die binnen der nächsten halben Stunde schon wieder von der zurückkehrenden Sonne weggetrocknet werden würden.

    Das Inselklima würfelte Koljas Vertrauen an das Wetter ordentlich durcheinander. Für ihn bedeutete der Sommer Wärme und der Winter bitterlichen Frost. Die unvorhersehbaren Wolkenbrüche einmal ausgeklammert, entsprachen die Sommermonate in Irland sogar denen in Koljas Geburtsstadt. Bloß sanken die Temperaturen hier selbst im tiefsten Winter höchst selten unter die Frostgrenze und in der ganzen letzten Dekade hatte Kolja erst zu ein oder zwei Begebenheiten Schnee erlebt, wobei die Puderzuckerschicht auf den Prjaniki, die er gern backte, mehr einer Winterlandschaft ähnelte, als … nun ja. Als die irische Winterlandschaft. Immerhin erlaubte das stetige milde Klima Kolja, seine sperrigen Winterjacken auszumisten und Platz in seinem Kleiderschrank zu schaffen.

    Kolja spürte, wie Abigail sacht ihre Finger bewegte. Als der Regen einsetzte, hatte sie ihm in ihrer Fürsorglichkeit angeboten, den Regenschirm mit ihm zu teilen und wie sollte Kolja ihre Einladung ausschlagen können? Weil es die Höflichkeit gebot, hielt er den Schirm für sie und um gemeinsam darunter Platz zu finden, verringerte Abigail den Abstand zwischen ihnen, indem sie ihren Arm bei Kolja unterhakte. Der Körperkontakt verursachte Herzklopfen in Koljas Brust. Es kostete ihn all seine Disziplin, seine Hand nicht einfach auf ihre zu legen und liebevoll über Abigails weichen Handrücken zu streicheln. Bestimmte fühlte sich ihre Haut unglaublich seidig unter seinen Fingerspitzen an. Würde sie ihm doch nur aus Zuneigung derart nahekommen, anstatt aus Pragmatismus.

    Abigails hübsche Augen sondierten aufmerksam den Fußballplatz, auf dem nachher Scotts Mannschaft gegen ein Team aus dem Nachbarort antrat. Gegenwärtig hingen die Netze der Tore unbewegt herunter und der Rasen auf dem Spielfeld sog die niederfallende Nässe auf. Mit seinem feinem Bärengehör vernahm Kolja das Rauschen der Regenrinnen, welche den Niederschlag vom Dach der Umkleide- und Duschräume ableiteten, sowie das Trommeln der Regentropfen auf den Spielerkabinen jenseits der Platzbarrieren. Die Wetterlage ließ den Schluss zu, das Fußballmatch fiel – wörtlich gesprochen – ins Wasser, allerdings bewies der Himmel entsprechend Koljas Voraussicht jäh seinen Wankelmut. Einige Sonnenstrahlen spießten Löcher in die Wolkendecke und zertrennten sie in viele kleine Fetzen. Von einer Minute auf die andere versiegte der Regen und es wirkte, als wäre nie ein Schauer herabgekommen. Nun zeigte sich auch wieder etwas Leben um Kolja und Abigail herum. Die Leute trauten sich aus ihren Unterständen hervor und bevölkerten das Gelände und die Zuschauertribünen, indes die Spieler beider Mannschaften auf den Platz liefen und ihre unterbrochenen Aufwärmübungen fortsetzen. Das Duell zweier Kleinstadtvereine zählte wohl kaum zu den Highlights des Veranstaltungsangebots in dieser Gegend, aber wenn jeder Spieler Familie und Freunde mitbrachte, kam rasch eine beachtliche Anzahl an Zuschauern zustande. Allein Scott und Colin wurden bei so gut wie jedem Match von Moira und Abigail begleitet, sollten die beiden Frauen keine anderen Verpflichtungen bedienen müssen, manchmal auch von Niall samt Anhang, und ab und an raffte sich sogar Kolja trotz seines Desinteresses an der Sportart auf, besonders wichtigen Spielen beizuwohnen. Obwohl Kolja gestehen musste: Zu wissen, dabei in Abigails Gesellschaft zu sein, hatte seine Motivation mit der Schubkraft eines Raketenantriebs steil in die Höhe schießen lassen. In diesem Sommer war er deswegen bereits bei weit mehr Spielen dabei gewesen, denn in den vergangenen Jahren.

    Kolja senkte den Regenschirm, schüttelte die Feuchtigkeit davon ab und gab anschließend Abigail ihr Eigentum zurück. „Danke schön, Kolja. Hoffentlich hat es Moira rechtzeitig ins Trockne geschafft“, füllte die Wölfin das Schweigen mit regem Geplauder, auf das Kolja liebend gern etwas erwidert hätte, aber wie gewohnt fiel ihm partout kein einziges Wort dazu ein. Also setzte Abigail ihren Redefluss selbstständig fort: „Ich glaube, Scott hat sie mit in die Umkleide genomm-… huch.“ Verwundert sah Abigail zum Boden. Ein bunter Gummiball kullerte ihr vor die Füße, prallte sacht an diesen ab und sogleich kamen seine Besitzer angeflitzt: Drei Jungen im Grundschulalter jagten fröhlich hinter dem Ball her und vertrieben sich die Zeit bis zum Anpfiff damit, ihren Vätern und Onkel auf dem Spielfeld nachzueifern. Die Knirpse sollten aufpassen, nicht versehentlich das Auto zu treffen, das ein paar Meter von Abigail und Kolja entfernt den halben Gehweg blockierte. Kolja würde niemals nachvollziehen können, weshalb manche Fahrer ihre Fahrzeuge an den unmöglichsten Orten abstellten, obwohl der Parkplatz vor dem Sportgelände genug Fläche dafür bot. Als würde einem der Fuß abfaulen, wenn man ein paar Schritte mehr täte.

    Übermütig trat einer der Nachwuchsfußballer für einen Pass gegen den Ball und beförderte ihn schwungvoll in Richtung Pkw. Zum Glück der Kinder kollidierte er nicht direkt mit dem Kleinwagen – das hätte sicher reichlich Ärger mit dem lauffaulen Eigentümer gegeben -, jedoch rollte er zwischen den Rädern hindurch und unter die Karosserie. Und dort verschwand er.

    Auf der Suche nach ihrem Ball umkreisten die Jungen das Auto. Sie knieten sich ins nasse Gras und renkten ihre kurzen Ärmchen bei dem Versuch aus, ihr Spielzeug unter dem Fahrzeug hervorzufischen. Abigail beobachtete die fruchtlosen Bemühungen und es war bloß eine Frage der Zeit, bis sie zu ihnen herüberlief. „Braucht ihr Hilfe?“

    Treudoof wie ein Schoßhündchen tapste Kolja ihr nach. Er blieb abrupt stehen, als ihn die eingeschüchterten Blicke der Jungen trafen. Ihre tellergroßen Augen hangelten sich ängstlich an seiner hünenhaften Statur hinauf und der kleinste des Trios schien am liebsten schutzsuchend zu seinem Ball unter dem Wagen kriechen zu wollen. Kolja seufzte geknickt und trat zurück. Sie fürchteten sich vor seiner Größe und als Poly-Sprösslinge wurden sie zusätzlich auch noch von seinem Geruch verschreckt. Was hatte Kolja geglaubt? Dass die Welpen schwanzwedelnd um einen Braunbären herumspringen würden, wenn doch O'Rourkes Rudel ausgewachsener Wölfe vor ihm die Häupter einzog?

    Etwas stutzig verfolgte Abigail die Blickrichtung der Kinder nach. Danach wollte sie von ihnen wissen: „Kommt ihr nicht an euren Ball heran?“

    Einer von ihnen riskierte es, das Augenmerk von Kolja ab- und stattdessen der Wölfin zuzuwenden. Mit einem Kopfschüttelnd bestätigte der Kleine Abigails Annahme, also lächelte sie sanft. „Vielleicht habe ich ja mehr Glück als ihr. Hältst du bitte meinen Schirm für mich?“ Alsdann reichte sie dem Jungen ihren Regenschirm, den dieser entgegennahm, und ging ihrerseits vor dem Auto auf die Knie. „Ah, ich sehe ihn. Ich denke, den erreiche ich.“ Um mehr Spielraum zwischen ihre Schultern und den Fahrzeugboden zu bringen, beugte Abigail ihren Oberkörper ein gutes Stück tiefer herab und streckte ihren Arm nach dem Ball aus. Das Schauspiel überforderte Kolja, denn er wusste nicht, weswegen ihm zuerst wie einem Volltrottel der Sabber aus den Mundwinkeln rinnen sollte: ob ihrer vielversprechende Gelenkigkeit oder wegen ihres Hinterns, der durch die Bewegung anregend hin- und her wackelte. Auf einmal waren die Knirpse nicht mehr allein mit ihrem Verlangen, eiligst diverse runde Dinge in die Finger zukriegen.

    Schließlich fädelte sich Abigail unter dem Auto hervor – ohne Ball. „Er klemmt irgendwie fest“, musste sie die Jungen enttäuschen. „Ich kann ihn berühren, aber er bewegt sich um keinen Zentimeter. Tut mir wirklich leid, Kinder.“ Verständlicher Weise zogen die Kleinen auf diese Nachricht hin geknickt lange Gesichter.

    Kolja hütete ein Geheimnis vor seinen Freunden. Das hieß, eigentlich handelte es sich dabei weniger um ein Geheimnis, denn um einen irrelevanten Fakt. Er mochte Kinder. Gern tobte er mit ihnen herum und in seiner Zukunft bestand durchaus Platz für eigenen Nachwuchs. Die traurigen Dackelblicke der drei Stifte gingen ihm dementsprechend nahe. Daher schritt er ein: „Ich kann helfen.“

    Natürlich wichen die Jungen vor ihm zurück, als er auf sie zukam und lediglich Abigails gelassene Ausstrahlung hielt sie davon ab, gänzlich zu türmen.

    „Was hast du denn vor?“, fragte Abigail überrascht. Nun, das würde sie gleich sehen.

    Der Bär positionierte sich neben ihr. Mit beiden Händen packte er die Unterkante der Karosserie, sammelte seine Kräfte und dann hob er den Kleinwagen langsam an. Die Radachsen schimpften knarrend über die unfaire Verlagerung des Gewichts, derweil Kolja das Fahrzeug unter beträchtlichen Kraftaufwand weit genug nach hinten neigte, damit Abigail bequem darunter passte. Ihr wacher Geist erkannte den Zweck dahinter und so schnappte sie flugs den nun freiliegenden Ball. Im Anschluss ließ Kolja den ächzenden Pkw zurück auf seine vier Räder fallen. Puh! Das wäre erledigt. Zur Entspannung seiner beanspruchten Muskeln schüttelte er die Arme aus. Früher hatte sein Körper solche Aktionen echt besser weggesteckt.

    Mehrere Augenpaare schauten ihn staunend an. Stünden die Münder der Jungen noch weiter auf, könnte Kolja einiges mehr zählen, denn die klaffenden Lücken zwischen ihren Milchzähnen. Beinahe verpassten sie sogar, wie Abigail ihnen im Austausch für ihren Regenschirm den Ball übergab. „Da habt ihr ihn. Sucht euch ein anderes Eckchen zum Spielen, damit euer Ball nicht nochmal verloren geht, ja?“ Scheu nickten die drei und stotterten ein ehrfürchtiges „Danke“ zurecht, ehe sie schlussendlich mit ihrem Spielzeug die Flucht antraten.

    Abigail stand hoch. Auf ihrer Hose hatte das Gras feuchte Flecken hinterlassen. „Kolja, das war atemberaubend! Wie du das Auto angehoben hast, um uns zu helfen - Man könnte denken, es bestünde bloß aus Pappe, so mühelos hast du es gestemmt. Einfach fantastisch!“ 'Mühelos'? Das Ziehen in Koljas Oberarmen erzählte da eine andere Geschichte. Begeistert strahlte Abigail ihn an und vor lauter Verlegenheit wusste Kolja nicht, wohin mit seinen Händen, weshalb er sie betreten am eigenen Hosenboden abwischte. „So was habe ich noch nie erlebt. Gib's zu! Du versteckst Stahl in deinen Ärmeln“, spaßte sie und tätschelte scherzhaft Koljas Bizeps, als würde sie darin tatsächlich etwas Anderes denn Fleisch und Knochen wähnen.

    Dann veränderte sich die Berührung.

    Die verspielte Leichtigkeit verebbte; stattdessen streichelten Abigails Fingerspitzen zärtlich über die Konturen seines Armes hinweg. Ein Lächeln teilte ihren schönen Mund und ihre Augen wurden von einem verträumten Glanz erfüllt, gleich einem Paar herrlicher Rauchquarze, die im Sonnenlicht funkelten. Abigails Blick versetzte Koljas Innenwelt in schiere Aufregung. In seinem Magen flatterten keine Schmetterlinge umher - es vibrierte darin, wie in einem überbevölkerten Bienenstock!

    Perplex gaffte Kolja sie an. Er musste eingenickt sein und durchlebte nun einen dieser Träume, in denen er mit Abigail zusammen sein durfte, und nach denen er sich jedes Mal enttäuschend leer vorkam, sobald er aus ihnen erwachte. Wann hatte Abigail ihre andere Hand ebenfalls auf Koljas Körper abgelegt? Und wann waren ihre Handflächen weit genug an seinen Armen hinauf gewandert, um nun sinnlich die Definition seiner Schultern nachzufahren? Die seines Halses, seiner Wangen... . Koljas Herzschlag trommelte wie besessen von Innen gegen seine Brust, an deren Außenseite sich Abigail voller Zutraulichkeit an Kolja schmiegte. Ihre Umarmung fühlte sich überwältigend richtig an und Kolja zeigte keine Gegenwehr, als sie sein Gesicht ihren gespitzten Lippen näher brachte, entschlossen, ihn zukü-... .

    „Ey, Abby!“, brüllte jemand und Abigail und Kolja stoben ertappt auseinander. Das gute Gefühl ihrer Berührung verpuffte und zurück blieb einzig ein vager Eindruck von Abigails warmen Atem auf Koljas Lippen, sowie das Hämmern seines Herzens.

    Gleichzeitig wandten sie ihre Köpfe dem Ursprung des Rufes zu.



    nächster Teil

  • Guten Tag Miss Hyde :hi1:


    Ich habe den letzten Teil ja schon vor einigen Tagen gelesen, aber noch nicht geschafft zu kommentieren :/

    So ist das manchmal ...


    Jetzt zu Kobby: wie Kolja einfach am Anfang über das komische Wetter dort nachdenkt und dann die Stelle, so sich Abby vor das Auto hockt xD

    Ich könnte Koljas Gesichtsausdruck deutlich sehen :D

    Zitat von Skadi

    Ey, Abby!“, brüllte jemand und Abigail und Kolja stoben ertappt auseinander.

    Es hätte ja auch mal einfach sein können ... Ich könnte wetten, dass es Scott ist, der da jetzt stört :patsch:


    War wieder ein sehr schöner Teil ^^

  • Ich habe den letzten Teil ja schon vor einigen Tagen gelesen, aber noch nicht geschafft zu kommentieren :/

    So ist das manchmal ...

    Passt schon ^^ Durch deinen Like habe ich ja mitbekommen, dass du den Teil gelesen hast und bei einer so treuen Leserin wie dir, kann ich mir dann schon denken, dass es gerade am Zeitfaktor liegen könnte :) :love:


    die Stelle, so sich Abby vor das Auto hockt xD

    Ich könnte Koljas Gesichtsausdruck deutlich sehen

    Der Arme weiß gar nicht, wie ihm geschieht! Hihi :D


    Es hätte ja auch mal einfach sein können

    Hätte es, aber dafür macht es zu viel Spaß, die Figuren ein bisschen zu quälen :rofl:


    Ich könnte wetten, dass es Scott ist, der da jetzt stört

    Das löst sich morgen auf :D


    Vielen Dank für deinen Kommentar ^^


  • An der Seitenlinie warteten, gemeinsam mit Moira, Abigails Brüder und winkten die Wölfin hektisch heran. Keiner der drei schien den Beinahe-Kuss als solchen wahrgenommen zu haben. Vor allem Scott hatte das ganz offensichtlich nicht getan. Koljas Freund zupfte auffordernd am Kragen seines Trainingsoutfits herum und rief quer über den halben Platz: „Wird das heute nochmal was?“

    Unzufrieden legte Abigail die Stirn in Falten, eilte letztlich aber trotzdem zu Scott und Colin herüber. Kolja folgte ihr nicht sofort. Zuallererst musste er das Chaos an Gedanken, Emotionen und Hormonen entwirren, dass ihm, wie ein nasses Knäuel Haare den Duschabfluss der WG, die Gehirnwindungen verstopfte. Abigail wollte ihn küssen. Wieso? Sie hatte Monate verstreichen lassen, ohne einen Annäherungsversuch zu unternehmen. Weshalb also gerade jetzt? Was war passiert, dass sich Abigail ihm aus heiterem Himmel an den Hals warf? Gab es überhaupt einen Auslöser oder entsprang ihr Kuss bloß einer spontanen Laune? Als eine Auswirkung ihres sprunghaften Wesens?

    Unweigerlich kehrten Erinnerungen an die Zeiten zurück, in denen Kolja in Abigails Alter war. Damals hielt er seine Zauberin für die Frau seines Lebens, um sie gleich in den ersten Wochen seines Auslandssemesters praktisch zu vergessen. Wahrscheinlich durchlebte Abigail gerade dieselbe Illusion von Liebe. Ihre Zuneigung zu Kolja beschränkte sich auf reine Oberflächlichkeit und geriet ohne die passenden Anlässe in Vergessenheit. Eine Schwärmerei, mehr steckte schwerlich dahinter. Das genügt Kolja nicht. Er wollte keine kurzlebige Affäre sein. Niemals würde er sich mit einer temporären Romanze zufriedengeben können, unter deren vorhersehbarem Ende seine Freundschaft zu Scott litt.

    Somit blieb Kolja nur das übrig, was er seit langer Zeit tunlichst vermieden hatte: Er musste das Thema Gefühle auf den Tisch bringen. Ihm fehlte jedwede Vorstellung, welches Resultat aus dieser Konfrontation hervorgehen sollte; irgendetwas musste er jedoch unternehmen, wollte er rechtzeitig die Kurve kriegen, um nicht direkt in den massiven Berg aus Missverständnissen zu schlittern, der sich zwischen ihm und Scott aufzutürmen drohte.

    Aber nicht jetzt. Heute ging es um Scott und das Fußballspiel. Außerdem hielt Kolja es für klüger, Abigail unter vier Augen zur Rede zu stellen. Also trottete der Bär zu seinen Freunden herüber und schnappte beim Näherkommen den Rest des Gesprächs auf.

    „Na endlich“, nörgelte Scott gerade ungeduldig herum. „Ging das nicht schneller? Wir mussten uns schon von Hayes dumm anmachen lassen, weil wir immer noch nicht umgezogen sind.“ Die anderen Spieler flitzten in ihren farbigen Spielertrikots über das Spielfeld, wohingegen Scott und Colin ihre neutrale Trainingskleidung trugen und somit zwischen ihren Mannschaftskameraden herausstachen.

    „Entschuldigt bitte, ich war abgelenkt.“ Abigail kramte in ihrer Umhängetasche herum und förderte schließlich zwei Ballen fein säuberlich gefaltete Stoffe daraus zu Tage, welche sie den Wolfsrüden aushändigte. Mann… . Für so was herrschte neben dem ganzen anderen Krempel in ihrer Tasche noch Raum?

    Abigails Brüder teilten die Bündel unter sich auf und Kolja identifizierte nunmehr, worum es sich überhaupt dabei handelte: Trikots. Weiße Schrift auf grünem Textil wiesen die Spielernummern aus, sowie den Namen des Vereins, für den Scott und Colin antraten. Dass Abigail die Outfits der beiden wusch und ihnen anziehfertig vor die Nase schleppte, musste wohl eine weitere Eigenart geschwisterlicher Fürsorge sein, die für Kolja wohl auf ewig unbegreiflich bleiben würde.

    Colin fackelte nicht herum. Er entledigte sich an Ort und Stelle des Oberteils, das er am Leibe trug, und schlüpfte kurzerhand in sein Trikot hinein. Gerade streifte er das grüne Polyestershirt über seinen Bauch, als neben ihm unangekündigt der Auslöser einer Digitalkamera eifrig einen piepsenden Jingle anstimmte. Das sich mehrfach wiederholende, künstlich klingende Geräusch provozierte Colin. „Nimm die scheiß Kamera runter, bevor ich mit dem Ding Dribbeln übe“, knurrte er genervt.

    Tatsächlich senkte Moira ihre Kamera. Pikiert verzog sie den Mund. „Wenn du mir freiwillig für dein Porträt Modell stehen würdest, müsste ich dich nicht so überfallen.“

    Wie vorauszusehen, fiel Colins Erwiderung darauf gewohnt unhöflich aus. „Ich hab' dir gesagt, ich hab' keinen Bock auf diese Foto-Scheiße, also lass mich in Ruhe. Schon mal was vom Persönlichkeitsrecht gehört?“

    „Auf das hast du doch verzichtet.“ Verwundert blinzelte Moira ihn an und als Colin verständnislos zurückblinzelte, wollte die Banshee wissen: „Hast du dir die Einverständniserklärung denn nicht durchgelesen, die du abgegeben hast?“

    „Was faselst du da? Was für 'ne Einverständniserklärung?“

    Auf seine Frage hin rief Moira Colin im versöhnlichen Tonfall die Umstände in Erinnerung. „Ich rede von dem Zettel, den du bekommen hast. Mister Hayes hat die ganze Mannschaft dafür unterschreiben lassen, dass ich im Rahmen der Spiele und des Trainings Fotos von euch machen darf.“

    „Du meinst doch nicht etwa den Wisch, den er uns mit den Worten hingeknallt hat 'unterschreibt gefälligst die Scheiße, oder ich schmeiß euch im so hohem Bogen aus der Mannschaft, dass der behinderte Regenbogen, der zu meinem Goldtopf führt, dagegen wie 'ne Erektionsstörung aussieht'?“

    Da nickte Moira. „Doch, den meine ich.“

    „Das ist doch Bullshit!“ Gereizt warf Colin die Hände in die Luft. „Warum sollte ich mir den Mist durchlesen?! Wer hat Zeit für so was?“

    „Tut mir leid, Colin“, erklärte Moira abschließend. „Mister Hayes erwartet Fotos und du hast mir das schriftliche Einverständnis gegeben, diese Fotos zu schießen. Das heißt, dass ich dich jederzeit und überall fotografieren darf.“ In einem Versuch, Colins Gemüt zu besänftigen, scherzte die Banshee: „Wenn ich wollte, dürfte ich dich sogar unter die Dusche verfolgen.“

    „Wag es und die glitschigen Bodenfliesen werden dein geringstes Problem sein.“ Tja, das durfte man dann wohl als Fehlschlag bezeichnen.

    Nach dieser Drohung nahm Kolja nicht an, dass Moira ihren Disput mit Abigails Bruder bis zum Schluss austragen wollte. Sowieso wurde Colin von Scott abgelenkt, wodurch das Gesprächsthema einen anderen Kurs einschlug. „Lass gut sein“, sagte Scott. „Wir müssen uns umziehen gehen.“

    Nickend willigte Colin ein. Ehe er Scotts Aufforderung folgte, blickte er suchend zum Parkplatz.

    „Wartest du auf jemanden?“, fragte Abigail und schaute ihrerseits zu den abgestellten Autos herüber. Mh. Dort drüben hielt sich niemand auf, der Kolja bekannt vorkam.

    „Er wartet auf Gwen.“ Scott grinste vielsagend und verpasste Colin einen leichten Stoß mit dem Ellenbogen. Dieser schlug den Arm seines Bruders beiseite.

    „Ich warte nicht auf sie. Ich hab' mich bloß gefragt, ob sie noch vor dem Anpfiff auftaucht.“

    „Ooh!“ Begeistert renkte nun auch Abigail ihren Hals dabei aus, den Sukkubus unter den Leuten ausfindig zu machen. „Gwen hat angekündigt, vorbeizukommen?“

    „Colin hat sie eingeladen“, verriet Scott seiner Schwester und das Grinsen auf seinem Gesicht wurde sogar noch ein Stück breiter. Damit feuerte er Abigails Neugierde tüchtig an.

    „Ist das wahr?“

    „Sie hat gemeint, sie interessiert sich für Fußball“, rechtfertigte sich Colin. „Es wäre echt mies von mir gewesen, es nicht zu tun.“ Hm-hm. Natürlich wäre es das. Weil Colin ja schon immer als ein Paradebeispiel für Höflichkeit und gutes Benehmen galt. So, so. Demnach stimmte also, was Scott erzählte. Colin entwickelte ein Interesse an der schönen Gwen. Wer sollte es ihm bei so einer Frau verdenken? Kolja schmunzelte vor sich hin, unterdessen Scott seinen kleinen Bruder noch etwas mehr triezte:

    „Ist klar. Und du glotzt sie auch nur an, als wäre sie ein frischgeräuchertes Schweineohr, weil du nett sein willst.“

    „Blödsinn“, wehrte Colin diese Unterstellung ab. „Warum sollte ich Gwen anglotzen? Sie ist gar nicht mein Typ. Immer trägt sie diese Kleider und hohen Schuhe. Ich steh echt nicht auf diese Schickimickischei-… heilige Scheiße.“ Mitten im Satz klappt Colin der Kiefer herab, als wolle er sich das stoppelige Kinn von den Grashalmen des Fußballfeldes kitzeln lassen. Was hatte er denn jetzt entdeckt, dass es ihm abrupt die Sprache verschlug? Automatisch wandte Kolja sein Augenmerk in dieselbe Richtung, in die der Rüde gaffte und… .

    Sapperlot.

    Da war Gwen.

    Und sie sah… anders aus.

    Statt den gewohnten High Heels und einem engen Kleid, trug Gwen schwarze Doc Martens, ziemlich ähnlich den Schnürboots, in denen Colins Füße meistens steckten, eine aus eindeutig modischen Gründen löchrige schwarze Strumpfhose und darüber dunkle Hot Pants. Ihr Bandshirt der Foo Fighters hatte Gwen sehr, sehr knapp unterhalb der Brust zusammengebunden und gewährte somit ungeniert freie Sicht auf ihren flachen Bauch. Immerhin blieb sie sich dahingehend treu: Ihre Kleiderwahl fiel genauso freizügig aus, wie Kolja es von ihr kannte. Freizügig, figurbetont, nur… nun ja. Eben anders.

    Vom Parkplatz aus schlenderte der Sukkubus den Weg zum Spielfeld entlang und der Faszination der umstehenden Männer, sowie den Blicken der Frauen an ihrer Seite nach zu urteilen, würde Gwen heute noch der Auslöser für viele, viele Ehestreits sein. Einer der Kerle ließ sich derart von ihrer Aura einnehmen, dass er geistesabwesend versäumte, wie sein Hund ihm das Eis aus der Hand wegfraß und ein anderer fuhr ungebremst mit dem Fahrrad gegen die Spielfeldbarrieren, woraufhin er im spektakulären Bogen einen Vorwärtssalto mit Bruchlandung auf dem Rasen vollführte. Tja. Der Anziehungskraft eines Sukkubus' konnte Mann einfach nichts entgegensetzen. Colin durfte davon wohl ein Liedchen singen.

    Zum ersten Mal im Laufe ihrer Bekanntschaft erlebte Kolja Gwen mit zusammengebunden Haaren und durch den seitlich gefassten Zopf trat ihr Sidecut besonders deutlich hervor. Mit einer grazilen Handbewegung warf sie die gebündelten Haarsträhnen über ihre Schulter, als sie schließlich bei ihren neuen Freunden ankam. „Ich grüße euch.“

    „Du siehst großartig aus, Gwen!“, sprach Abigail sie direkt auf ihr unübliches Outfit an. Wozu auch Zeit mit Begrüßungsfloskeln verschwenden? Jedenfalls freute sich Gwen über das Kompliment.

    „Danke. Heute ist mein freier Tag, also muss ich mich zur Abwechslung nicht für andere verkleiden.“

    „Bist du geschrumpft?“ Verwirrt betrachtete Scott den Sukkubus, weil ihr Gesicht unterhalb seiner gewohnten Augenhöhe hing.

    Sie klärte ihn auf: „Nein, Schätzchen. Ich trage keine Absätze.“ In der Tat wirkten sich die flachen Sohlen merklicher auf Gwens Körperhöhe aus, als Kolja vermutet hätte. Ohne High Heels überragte Gwen die zarte Moira gerade mal um eine Handbreite.

    Anschließend wanderte Gwens Aufmerksamkeit zu Colin. „Hi“, grüßte sie den staunenden Wolf und setzte für ihn ein besonders anziehendes Lächeln auf.

    Er tat es ihr gleich. „Hi.“ Hernach verbrachten die zwei einige Sekunden damit, sich wortlos gegenseitig anzuschmachten. Ohne jeden Zweifel fand Colin großen Gefallen an Gwens Freizeitgarderobe. Der Mann war schlichtweg von ihrem Anblick überwältigt.

    Nach einem Moment fand Colin seine Sprache wieder. „Freut mich, dass du es einrichten konntest.“

    „Wie sollte ich nicht?“, meinte Gwen. „Hätte ich gewusst, dass ihr regelmäßig spielt, hätte ich schon viel öfter vorbeigeschaut.“

    „Colin hat erzählt, du interessierst dich für Fußball?“ Zwar antwortete Gwen auf Abigails Frage, ließ ihre Liebäugelei mit Colin allerdings für keine Millisekunde abreißen.

    „Das kann man so sagen. Ich habe jahrelang selbst regelmäßig auf dem Platz gestanden.“

    „Du hast in einer Fußballmannschaft gespielt?“ Abigail staunte und auch Kolja musste zugeben, Gwen gedanklich nie in Kompressionsstrümpfen und mit Grasflecken auf den Knien gesehen zu haben. Das hieß… zumindest nicht in Bezug auf Sport.

    Colin teilte die Überraschung seiner Schwester. „Das hast du gar nicht erzählt“, worauf ihm der Sukkubus einen vielsagenden Augenaufschlag schenkte.

    „Mein Mund wollte eben andere Dinge tun, als Small Talk zu halten.“

    Puh. Das nannte Kolja zielorientiert. Dann hörte er jemanden unbehaglich nach Luft schnappen und stellte Blickkontakt zu Moira her. Die Banshee hatte das Pech, von den beiden Turteltäubchen eingepfercht zu werden, während diese über ihren hellhaarigen Schopf hinweg einander angurrten. Wäre es nicht ausgerechnet Moira gewesen, die zwischen Gwen und Colin stand, hätte Kolja eine gewisse Symbolträchtigkeit in die Szene hineininterpretiert, aber so tat seine Mitbewohnerin ihm einfach nur leid. Arme Moira. Sie war der ökologisch abbaubare Papiertrinkhalm in einem überquellenden Hormoncocktail.

    Entweder blendete die sprichwörtliche rosarote Brille auf Colins Nase Moira komplett aus, oder – und das kam Koljas Meinung nach gleichermaßen in Frage – ihre unangenehme Situation ging ihm grundsätzlich am Allerwertesten vorbei. Er grinste Gwen breit an und hätte es vermutlich auch noch für den Rest des Tages getan, doch sie wollte von ihm wissen: „Auf welcher Position spielst du?“

    Auf einmal schien Colin die Erinnerung an seine Versetzung kein bisschen mehr die Laune zu verderben. „Ich übernehme die Abwehr. Ab heute sogar wieder ohne Maulkorb.“

    „Wozu musstest du denn einen Maulkorb tragen?“, wunderte sich Gwen und bekam die Antwort von Scott geliefert.

    „Das war seine Strafe, weil er mitten im Spiel den Torwart gebissen hat.”

    „Du hast allen Ernstes den gegnerischen Torwart angegriffen?”

    „So'n Quatsch. Ich hab' nicht den gegnerischen Torwart gebissen”, wies Colin alle Behauptungen umgehend von sich. „sondern unseren eigenen.” Und wie er sprach, deutete er über seine Schulter hinweg auf einen der Marderpolymorphen des Teams, welcher Colin kurz anfauchte und folglich das Weite suchte. So viel zum Zusammenhalt unter Mannschaftskameraden.

    Gwen spielte Missbilligung vor, indem sie ein paar Mal mit der Zunge schnalzte, den Kopf schüttelte und Colin rügte: „Man beißt doch nicht seine Mitspieler. So was tut man nicht. Beiß' lieber mich. Ich beiße auch zurück.“ Uhrm, wie bitte? Sodann schlug Gwen den Bogen zurück zu dem, was sie eigentlich von Colin wissen wollte: „Hm, die Abwehr also. Nicht meine Lieblingsposition. Ich fand sie immer langweilig“, gab sie zu. Nachfolgend taxierte sie Colin intensiv. „Aber gerade gewinnt sie extrem an Attraktivität.“

    „Fitzpatrick!“ Hayes unverkennbares Grölen schalte vom Spielfeld herüber. Mit seinen kurzen Koboldfingern gab er Scott und Colin unmissverständliche Signale, endlich mit ihren Aufwärmübungen zu beginnen und ebenso unmissverständlich fielen die Gesten aus, die den Wölfen die Konsequenzen vermittelten, sollten sie noch weiter herumbummeln.



    nächster Teil

  • in denen er mit Abigail zusammen sein durfte, und nach denen er sich jedes Mal enttäuschend leer vorkam, sobald er aus ihnen erwachte

    ... Hach XD

    „Ey, Abby!“, brüllte jemand und Abigail und Kolja stoben ertappt auseinander. Das gute Gefühl ihrer Berührung verpuffte und zurück blieb einzig ein vager Eindruck von Abigails warmen Atem auf Koljas Lippen, sowie das Hämmern seines Herzens.

    Gleichzeitig wandten sie ihre Köpfe dem Ursprung des Rufes zu.

    :patsch: Der Klassiker.
    SCHNAUZE DAHINTEN!!! :dwarf:
    Schade, dass die mein Gebrüll nicht hören können ... Naja, ich bin überzeugt, Kobby kriegt das hin!!! XD


    Ihre Zuneigung zu Kolja beschränkte sich auf reine Oberflächlichkeit und geriet ohne die passenden Anlässe in Vergessenheit.

    ... ARGH! Kolja ist so ein Pfosten :dash: ... Ich verstehe ja, dass ihm seine Freundschaft zu Scott wichtig ist, aber er könnte ja auch einfach mal mit Abby REDEN und herausfinden, was sie wirklich will und von ihm erwartet/sich erhofft


    :rofl: - ich feier Hayes ohnehin xD

    Ich auch :P

    Writers aren't exactly people ... they're a whole bunch of people trying to be one person.
    - F. Scott Fitzgerald

  • Huhu Miri ^^ Danke für deinen Kommentar.

    :rofl: - ich feier Hayes ohnehin xD

    Ich auch :P

    :hmm: Vielleicht muss ich doch eine Hayes-Puppe einplanen, wenn ihr ihn so toll findet :D (Tu ich nämlich auch, hihi!)


    Ich verstehe ja, dass ihm seine Freundschaft zu Scott wichtig ist, aber er könnte ja auch einfach mal mit Abby REDEN und herausfinden, was sie wirklich will und von ihm erwartet/sich erhofft


    Das ist ja jetzt der Plan, hihi :D

  • Kolja ist so ....naja... Kolja eben :D


    Ich bin gespannt, wie lange die beiden noch brauchen, um sich auszusprechen.


    Und Moira tut mir ja so ein bisschen leid, wie sie da zwischen Colin und Gwen stand und sich mitansehen musste, wie die beiden sich anschmachten xD

    Ich könnte mir vorstellen, dass das echt unangenehm für sie war (hätte auch verstanden, wenn sie spontane Brechreize bekommen hätte xD)


    LG :)

  • „Wir sehen uns nach dem Spiel“, verabschiedete sich Scott von seinen Freunden. Gleich zwei Klapse gegen den Arm seines Bruders waren nötig, ehe dieser sich von Gwen losriss und ihm in die Umkleide folgte. So blieb Kolja mit den drei Mädels zurück. Aus dreien wurde ein einziges, als Abigail ihre neugewonnene Freundin auf einen Rundgang über das Gelände einlud: „Komm mit, Gwen. Ich führe dich herum.“ ...Was auch immer an einem Sportplatz dermaßen interessant sein sollte, um jemanden alle Ecken zu zeigen. Arm in Arm und in eine angeregte Unterhaltung über Gwens Schuhe vertieft, spazierten die beiden Grazien davon. Schnell befanden sie sich außerhalb jeglicher Hörweite, falls ihre Ohren überhaupt für etwas Anderes offenstanden, denn ihr reges Geschnatter.

    „Bitte nimm es dir nicht zu Herzen.“

    Hm? Was?

    Fragend schaute Kolja zu Moira herab, weil die Banshee ihn unvermittelt ansprach. Besorgnis dominierte ihr Minenspiel, derweil sie Koljas Züge musterte. Was meinte sie? Was sollte Kolja sich nicht zu Herzen nehmen? Zur Erklärung deutete Moira auf die drei Jungen von vorhin, die nun am anderen Ende des Platzes, weit entfernt von irgendwelchen Fahrzeugen oder Bärenpolymorphen, bolzten. „Das Verhalten der Kinder. So wie sie dich angeguckt haben, hätte man denken können, du würdest ihnen ernsthaft Gewalt androhen.“

    Moment…das… das hatte Moira mitbekommen? „Du hast uns beobachtet?“ Kolja spürte, wie ihm die Farbe aus den Wangen wich und sich dafür feige in seinen Ohren verkroch, sodass diese rotglühend wie eine Herdplatte auf voller Leistung strahlten. Wenn ihr seine Wirkung auf die Jungen aufgefallen war, dann womöglich auch Abigails Annäherungsversuch.

    Zu Koljas Beruhigung schüttelte Moira den Kopf. „Nein. Nicht wirklich“, antwortete sie auf seine Frage und, ohne es zu ahnen, zugleich auf seine unausgesprochene Befürchtung, aufgeflogen zu sein. „Mister Hayes hat angefangen, Colin und Scott wegen der Trikots zusammenzustauchen und… na ja. Du weißt ja wie schwer es ist, ihm nicht zuzuhören.“ Nach einer kurzen Gedankenpause redete sie weiter. „Aber ich denke, ich habe genug gesehen. Kolja, bitte glaub nicht, man müsste Angst vor dir haben. Jeder, der dich kennt weiß, dass du niemanden etwas zu leide tust. Die Reaktion der Kinder war echt daneben.“

    Hm. Abigails Nähe musste Kolja derart aus der Fassung gebracht haben, dass er den Vorfall mit den Jungen tatsächlich verdrängt hatte. Doch Moira demonstrierte ihren richtigen Riecher. Kein Wunder, schließlich bestand Koljas Freundschaft zu ihr fast so lange, wie die zu Scott. Mit der Wucht eines saftigen Boxhiebes mitten in die Leber, sorgten die bangen Mienen der Welpen für Krämpfe in Koljas Eingeweiden. Er nahm die Knirpse in Schutz. „Sie hatten keine bösen Absichten.“

    „Die hattest du auch nicht.“ Bekümmert zuckten Moiras Brauen zusammen. „Die Leute tun so, als wärst du eine Gefahr für sie, nur wegen deiner Statur. Das ist Unsinn. Du bist so friedfertig und duldsam und es gibt keinen Grund, dich vor den Kopf zu stoßen. Ich weiß ja, wie es dich jedes Mal mitnimmt, wenn jemand Furcht vor dir zeigt und ich möchte nicht, dass du denkst, diese Vorurteile über dich wären berechtigt.“

    Vorurteile. Wer kannte sich besser damit aus, denn Moira? Nur weil sie von kleinem Wuchs war, zart und zurückhaltend, hielten sie viele automatisch für einen Angsthasen, der niemals allein zu Recht kam oder man versuchte sie herum zuschubsen wie einen modrigen Kartoffelsack. In Wahrheit steckte die Banshee aber voller Wagemut, was gewissermaßen zu den Grundvoraussetzungen gehörte, um gemeinsam mit Scott aufzuwachsen, und nur ihr Harmoniebedürfnis hielt sie davon ab, Typen wie Colin ihre Meinung ins Gesicht zu klatschen. So gesehen kämpften sie und Kolja mit umgekehrten Problemen: Ihm traute man aufgrund seiner Erscheinung zu viel und ihr zu wenig zu.

    „Es ist zermürbend“, beichtete Kolja ihr.

    „Ist es. Lass dir aber bitte Nichts einreden, ja?“ Da schenkte Moira ihm ein aufmunterndes Lächeln. „Du bist doch unser Fels in der Brandung.“

    Ihr Fels in der Brandung? Überfragt kräuselte er die Stirn. „Wie meinst du das?“ Also klärte Moira ihn auf:

    „Mir ist klar, dass Scott und ich nicht gerade einfach sind. Wir sind Opfer unserer Launen. Wir lassen uns von unseren Gefühlen lenken, wenn wir eigentlich unsere Köpfe benutzten sollten und seit Hazel weg ist, dreht Scotts Stimmungs-Hoch-und-Runter komplett am Rad. Aber selbst, wenn für uns die Welt völlig verrückt zu spielen scheint, bewahrst du deine Ruhe und entschleunigst uns. Unsere Emotionen prallen an dir ab. Du störst dich nicht an ihnen und du nimmst es uns nicht übel, sollten wir über die Stränge schlagen. Deswegen funktioniert es zwischen dir und Scott so hervorragend. Deine Ausgeglichenheit kompensiert seinen unbeherrschten Charakter. Wir sind die aufgewühlte See und du der langmütige Felsen, um den wir herumtoben dürfen, bis uns die Energie ausgeht.“

    Kolja fehlten die Worte und dieses Mal lag es keineswegs an seiner einsilbigen Art oder eventuellen interlingualen Kommunikationsschwierigkeiten, zudem Moira ihr Soliloquium längst nicht beendet zu haben schien: „Scott und du, ihr habt euch gesucht und gefunden. Ihr kennt beide das miese Gefühl, in irgendwelche Schubladen gesteckt zu werden. Sei es nun wegen deiner körperlichen Erscheinung oder seiner Hitzköpfigkeit.“ Ertappt biss sich Moira auf die Unterlippe. „Jetzt bin ich irgendwie abgeschweift aber ich dachte, es ist angebracht, dir das alles mal zu sagen. In letzter Zeit bist du immer so oft in deinen Gedanken versunken und noch grüblerischer, als sonst. Das bereitet mir Sorgen.“

    Wieder trat Koljas Unfähigkeit hervor, zu Begebenheiten wie diesen die passenden Formulierungen zu finden. Anstelle von Anerkennung, quoll klangloser Atem aus seinem leicht offenstehenden Mund hervor. Vielleicht… vielleicht sollte Kolja Moira ins Vertrauen ziehen? Ihr offenbaren, dass der Grund für seine Grübeleien in Gestalt von Abigail tagtäglich um ihn herum hüpfte und seine, laut Moira, perfekte Freundschaft zu Scott gefährdete? 'Nein', entschied sich Kolja dagegen. Besser nicht. Ihr eigenes, holpriges Liebesleben hielt Moira genug auf Trapp, obwohl sie seit der Abweisung von diesem Ken keinen neuen Schwarm erwähnt hatte. Vermutlich wurde sie einfach zu sehr davon eingenommen, Colin wegen seines Porträtfotos nachzurennen. Daher versuchte Kolja, Moira zu beschwichtigen. „Es ist alles Ordnung. Danke für deine Fürsorge“. Ob dahinter die Wahrheit oder eine Lüge steckte, war ihm selbst unklar.

    „Ist gut. Sollte doch etwas sein… du weißt ja. Unsere Türen liegen direkt nebeneinander“, bot sie ihm ihre Hilfe an, die Mundwinkel nach wie vor zu einem sanften Lächeln angehoben.

    „Das ist lieb, Moira.“

    „Keine Ursache. Wir kümmern uns umeinander, so simpel ist das. Du und Scott seid eben meine Familie.“

    Ja.

    Ja, das waren sie wirklich. Gelegentlich verdrängte Kolja, wie viele, viele Jahre Moira mittlerweile als Vollwaise lebte. Um ihre Unterhaltung in eine heitere Richtung zu befördern, witzelte die Banshee herum: „Weißt du, Kolja? Manchmal versuche ich mir auszumalen, wie du wohl bist, sobald dir endgültig der Geduldsfaden reißt. Aber dafür reicht meine Phantasie nicht aus.“ Sie schmunzelte. „Und ich bin mir sicher, es niemals live erleben zu wollen.“

    „So?“

    „Hm-hm!“, bestätigte Moira munter nickend. „Ich glaube, man muss etwas echt Schlimmes anstellen, damit du deine Ruhe verlierst. Man steckt dann vermutlich richtig in der Patsche und das mag ich mir gar nicht erst vorstellen. Genauso geht es mir mit Abby. Früher hat Scotts Papa mich immer gewarnt, es gäbe nichts angsteinflößenderes, als eine zornige Wölfin. Ihr zwei seid euch in der Hinsicht sehr ähnlich.“

    Abigail. Die Wölfin fand ihren Weg in wahrlich jeden Aspekt seines Lebens. Kolja bemühte sich, möglichst gelassen auf die Gleichsetzung mit seiner heimlichen Liebe zu reagieren. „Findest du?“

    „Ja, irgendwie schon. Ihr geht auf unterschiedliche Weise sehr tolerant mit Anderen um und ich stelle es mir beängstigend vor, euch tatsächlich wütend zu erleben. Ich mein, ist dir aufgefallen, wie oft sich Colin gegenüber Abby im Ton vergreift? An ihrer Stelle hätte ich ihm längst eine Pfanne oder so hinterhergeworfen.“

    „Moira“, erinnerte Kolja die Banshee an ihren letzten gemeinsamen Fernsehabend, „du hast Colin eine Pfanne hinterhergeworfen.“ Konkret gesagt, sogar Koljas Lieblingspfanne. Die, in der weder Fleisch noch Teig je ansetzte.

    Selbstsicher stemmte Moira ihre Hände in die Seiten. „Und ich hätte ihn auch fast damit getroffen! Verdient hätte er es zumindest.“ Im Anschluss begann sie zu kichern und Kolja schloss sich ihr an.

    „Ja. Das hätte er auf jeden Fall.“

    Moira. Die tapfere, schlaue Moira. Was für ein Glück für Kolja, sie zu seinem Freundeskreis zählen zu dürfen. Die Banshee gehörte zu den wenigen Personen, welche in ihm entgegen seines Körperbaus zu keinem Zeitpunkt eine Bedrohung sahen. Sie, ebenso wie Scott, Abigail und… na ja, zu Koljas Leidwesen die Fee-… .

    Huh? Was war denn nun los? Schlagartig wurde Moira blass um ihre Stupsnase; noch blasser, als ihr heller Teint sowieso schon anmutete. „Oh nein“, hauchte sie, die Augen entgeistert auf einen Punkt hinter Koljas Rücken fixiert. Zeitgleich hörte Kolja die Stimmen.

    „Was ist das für 'ne Schrottkarre, Mann? Räumt mal jemand den Abfallhaufen hier aus dem Weg!“

    Und im Geiste wiederholte er Moiras Ausruf.

    Oh Nein… .

    Die Feen.



    nächster Teil

  • Hey Skadi :)


    Dieser Part war ja mal echt tiefsinnig - das war echt schön zu lesen und mal was anderes :D


    Trotzdem hast du ganz gewohnt deine kleinen Neckereien im Text, die das Ganze einfach nur amüsant machen! Sehr schön ^^


    Und Moira ist ja mal eine herzensgute Person - Colin hat echt keine Ahnung X( Er soll sie mal ein bisschen besser behandeln!


    Aber hier geht's um Kobby - Kolja tut mir echt leid, dass er er denkt, mit niemanden sprechen zu können. Dabei könnte das alle Probleme auf einem Mal lösen ...


    Ich bin gespannt, wie es weiter geht :)


    LG :)

  • Zitat von Skadi

    Manchmal kann ich auch mehr, als nur stumpfsinnig sein, ja :rofl:

    Dein Text ist alles - aber stumpfsinnig ganz bestimmt nicht ^^

    Zitat von Skadi

    Mich beschleicht eine Vorahnung, du wirst Colin am Ende dieser Episode hassen :D

    Mich beschleicht eine Vorahnung, dass du recht haben könntest :D

  • Widerwillig drehte sich Kolja zu ihnen um. Man musste zu einem ganz besonderen Schlag Persönlichkeit gehören, um seine Respektlosigkeit gegenüber fremdem Eigentum derart stolz zur Schau zu tragen, wie der Schwarm es tat. Mitten auf der Motorhaube desselben Fahrzeugs, unter dem die Kinder zuvor ihren Ball verloren hatten, stand eine der weiblichen Feen, breitbeinig, die Nase arrogant gen Himmel gehoben und mit Sicherheit hinterließen die Absätze ihrer High Heels in Zebrafelloptik unübersehbare Schrammen im Lack. Außer ihren Schuhen gab es wenig Kleidung an ihr, die einem auffallen konnte. Ihr Minirock verdiente mit Fug und Recht mindestens ein zusätzliches 'mini' vorangestellt und ihr Oberteil bestand im Grunde aus lediglich einer knappen Bauchbinde mit im Nacken verknoteten Riemen. Neben ihr posierten zwei weitere Frauen für ein Selfie. Ebenfalls freizügig bekleidet, suhlten sich auf der Motorhaube und warfen dem Smartphone vor ihren Nasen amüsiert Kussmünder zu. Eine von ihnen trug eine sehr kurze Pelzjacke und Pentagrammohrringe und die Haarfärbung der anderen durchlief den kompletten Regenbogen. Keine der drei Feen störte sich am ständigen Schaukeln des Autos, ausgelöst von den zwei Kerlen, die mit allergrößtem Spaß johlend auf dem Fahrzeugdach auf- und abhopsten und somit die ganze Karosserie ins Wippen versetzten. Der größere der beiden steckte in Cargo-Shorts und einer Lederjacke, unter der seine unbekleidete Brust hervorblitzte, und sein Haar hatte er mit so viel Gel zurechtfrisiert, als wolle er für die Hauptrolle in einer Neuverfilmung von Grease vorsprechen. Typ Nummer zwei begnügte sich dagegen mit einer radikalen Vollglatze, kombiniert mit einem Achselshirt und einem rot-schwarz-karierten Kilt. Imposanter Weise schaffte er es bei seiner Herumturnerei, keinen Tropfen des Dosenbiers in seiner Hand zu verschütten. Außerdem stand am Heck des Wagens eine sechste Fee. Obgleich der sommerlichen Temperaturen hielt sie es für angemessen, mit Beanie und ärmellosen Kapuzenpulli in der prallen Sonne zu stehen und geistesabwesend auf ihr Smartphone zu stieren. Kolja wusste nicht zweifelsfrei zusagen, ob die dicke Kleidung den Körper einer Frau oder den eines Manns verhüllte. In Frage kam, von außen betrachtet, sehr gut beides.

    Von ihrem exzentrischen Kleidungsstil abgesehen, besaßen die Feen eine große, optische Gemeinsamkeit. Jeder einzelne von ihnen war von oben bis unten hin mit Tätowierungen bedeckt. Eines musste man ihnen lassen: Sie legten offensichtlich viel Wert auf Qualität, denn Kolja vermochte die Bilder selbst aus einigen Metern Entfernung klar und deutlich zu lesen. Ihm fielen die klassischen Motive ins Auge – Rosen, Totenschädel, von Dolchen durchstoßene Herzen und irgendwelche Vögel -, aber auch Porträts realer Personen, Kalligraphie, Figuren der gegenwärtigen Pop-Kultur, asiatisch angehauchte Tiger, Frösche und Drachen, sowie abstrakte Formen. Dazwischen stachen keltische Symbole und Runen hervor, deren Bedeutung im Gesamtkontext der Körperkunst Kolja verborgen blieb. Sie prangten auf den Armen, den Beinen, den Händen auf den Brustkörben, und in Schottenrocks Fall sogar auf ihren Schädeln.

    Kolja wollte ehrlich sein: Sein Wahrnehmungsvermögen wurde vom vielfältigen Erscheinungsbild der Feen restlos überfordert, sodass sie für ihn vor lauter Individualität zu einer einzigen, wuselnden Masse verschwommen, aus der jeder und irgendwie doch niemand besonders hervortrat. Mh. Keine unpassende Beschreibung für einen Schwarm.

    Man sollte annehmen, das Aufsehen eines halben Fußballplatzes besäße eine abschreckende Wirkung und würde die Feen dazu bringen, einen Gang zurückzuschalten. Falsch gedacht. Im Rampenlicht zu stehen kurbelte ihr Ego erst richtig an. „Was für ein Billo-Geschoss“, krakeelte der Aushilfs-John-Travolta vom Fahrzeugdach aus großkotzig herum. „Würd' ich mich schämen, in sowas rumfahren zu müssen.“

    „Du bist gemein.“ Die zwei Selfie-Feen hatten ihr Fotoshooting unterbrochen und inspizierten feixend die Ergebnisse. Es war Pelzjäckchen, die ihrem Kumpel zu bedenken gab: „Nicht jeder kann einen guten Geschmack haben. Der Typ, dem die Karre gehört, hat bestimmt 'ne geistige Behinderung oder so was.“

    „Genau,“ stimmte ihr ihre Freundin mit dem Regenbogenhaar zu und schlug dabei eine Lautstärke an, die ihren Worten spotte. „So ein Auto ist schon blamabel genug. Das musst du echt nicht in der Gegend rumgrölen. Die Leute sind ja nicht blind.“

    Von ihrer Position auf der Motorhaube aus warf die Fee in Zebra ein: „Wahrscheinlich hat der Kerl 'nen Tritt gegen den Kopf bekommen.“

    „Mehrmals!“, ergänzte Schottenrock hüpfend. Es fehlte bloß noch ein Kommentar der androgynen Fee, aber die wurde zu sehr von ihrem Smartphone vereinnahmt, um ihre Umwelt wahrzunehmen.

    Auf einmal schrie jemand ungehalten über den Platz: „Macht sofort, dass ihr von meinem Auto runterkommt!“ und ein Mann wetzte aufgebracht an Kolja vorbei und direkt auf die Feen zu. Der gepflegte, prächtige Vollbart ließ auf einen Schrat schließen und seiner Reaktion zu folge, gehörte ihm das Fahrzeug, welches von dem Schwarm gerade als Spielplatz zweckentfremdet wurde. Völlig mit sich selbst beschäftigt, ignorierten die Feen den heranflitzenden Freak. Alle, bis auf das Zebra. Etwas passierte, als sie ihn registrierte.

    Knall auf Fall stoppten die anderen in ihren Tätigkeiten und drehten kollektiv die Köpfe dem Schrat entgegen. Sogar die androgyne Fee riss ihr Augenmerk vom Smartphonedisplay los und nahm Teil an der absolut synchronen Neuausrichtung ihrer Aufmerksamkeit. Unweigerlich erinnerte das Bild Kolja an eine Herde Erdmännchen, deren Späher angesichts eines Fressfeindes Alarm schlug. An Stelle einer Flucht in das sichere Höhlensystem untertage, traten sie jedoch den Gegenangriff an. Wie in einer einstudierten Tanzeinlage, sprangen sie in ausladenden Bewegungen vom Wagen herab und kamen simultan mit den Füßen auf dem Erdboden auf. Eigentlich fehlte nur noch, der Möchtegern-Danny würde damit anfangen, zu schnipsen. 'Halt, nein', korrigierte sich Kolja in Gedanken. Das tat ja der Protagonist in West Side Story.

    Unerwartet sah sich der Schrat vom Schwarm umzingelt. Obwohl das Zebra in der dritten Person redete, zischte sie ihm mitten ins Gesicht: „Spricht der etwa mit uns?“

    „Natürlich spreche ich mit euch“, pflaumte der Schrat sie an. „Ihr seid hier die einzigen Primanten, die sich wie im Affenhaus aufführen! Verschwindet von meinem Wagen, oder ihr erlebt euer blaues Wunder!“

    „Was denkt der sich, wie der mit uns spricht?“ Regenbogenhaar fand Unterstützung durch Schottenrock:

    „Ist der so grenzdebil, dass er keine Fee erkennt, wenn sie vor ihm steht?“

    „Der sollte froh sein, auf demselben Gelände sein zu dürfen, wie wir“, stellte Pelzjäckchen fest. „Durch uns hat seine Karre mal Klasse erlebt. So was Undankbares!“

    Der Schrat zeigte sich unbeeindruckt. „Den Zirkus könnt ihr euch sparen, ihr Clowns. Zieht endlich ab! Und wenn ich an meinem Wagen auch nur einen Kratzer finde, hetze ich euch die Bullen auf den Hals.“

    „Hat er uns gerade allen Ernstes gedroht?“, wollte das Haargelopfer seinen Ohren misstrauen.

    Das Zebra murmelte: „Armer Irrer“ und Regenbogenhaar erklärte:

    „Das ist das Problem, mit diesen niederen Wesen.“

    „Sie wissen einfach…“

    „nicht wo ihr…“

    „Platz…“

    „ist.“

    Verwirrt wechselte der Blick des Schrats von Fee zu Fee, welche dazu übergingen, die Sätze ihrer jeweiligen Vorredner zu beenden. Kolja suchte vergeblich nach einem System oder einer erkennbaren Reihenfolge, in der sie dabei vorgingen, allerdings fielen sie trotz der augenscheinlichen Willkür zu keiner Gelegenheit einander ins Wort. Sie bedrängten den Schrat:

    „Vielleicht muss man…“

    „ihn daran…“

    „erinnern, weshalb Feen…“

    „die überlegenen Freaks sind und er…“

    „nur ein…“

    „erbärmlicher, …“

    „lächerlicher…“

    „Witz.“

    Für ihn musste das Maß damit voll sein, denn er spie den Feen einige wüste Schimpfworte zu. Obendrein beging er den Fehler, einen unüberlegten Schritt auf die Zebra-Fee zuzugehen. Der Rest war Sekundensache.

    Mit einem Satz nach vorn löste sich Pelzjäckchen aus dem Feenreigen und versetzte dem Schrat aus dem Hinterhalt einen groben Stoß. Überrumpelt stolperte er nach vorn, indessen Regenbogenhaar gickelnd mit den Fingern ein Symbol in die Luft zeichnete. Kolja befürchte, seine Sinne würden ihm einen Strich spielen, doch aus dem perfekten Fußballrasen sprossen tatsächlich toxischbunte Pilze hervor, bildeten einen nahezu idealen Kreis um den Schrat herum und als er endgültig den Halt verlor, schien ihn eine unsichtbare Barriere zurück in das Zentrum des Pilzringes zu schleudern. 'Ein Bannkreis…', wurde Kolja klar. In dem Moment bemerkte er das Leuchten.

    Die keltischen Runen auf der Haut der Feen glommen in einem kalten Gelb; dasselbe Gelb, welches sich in Form von Tupfen und Äderchen auf den Hüten der Pilze abbildete. Als Kolja zurück zu den Feen sah, entdeckte er in der Hand des Zebras eine kleine, bauchige Glasflasche – unter welcher inexistenten Falte ihrer knappen Kleidung sie die auch immer versteckt gehalten hatte. Darin schimmerte es abwechselnd in Lila, Grün und Gold. Kolja erkannte den Flakon wieder; ein gleichartiges Fabrikat wollte Abigail aus Hayes' Büro entwenden. Die Fee warf dem Schrat eine Ladung des Feenstaubs entgegen. Dieser schrie, weil ihm das Zeug wie die Hölle auf den Schleimhäuten brannte. Sein Schmerzensschrei verstummte abrupt und das Gesicht des Schrates nahmen eine ungesunde, grünliche Färbung an. Alsdann fiel er auf alle Viere und erbrach den kompletten Inhalt seines Magens, bis er schlussendlich, nervlich und körperlich am Ende, als ein zitterndes Häufchen Elend zwischen Pilzen, Gras und Erbrochenem kauerte. Armer Kerl. So was wünschte man echt niemanden.

    „Was für 'ne...“

    „lahme Nummer“, diffamierten die Feen den Schrat. Hatten sie ihn denn nicht schon genug gedemütigt? „Da mussten wir...“

    „uns ja nicht mal...“

    „Mühe...“

    „geben.“ Wie über einen krummen, im Wege liegenden Stock stieg der Schwarm gelangweilt über ihr Opfer hinweg. Das Glimmen ihrer Tätowierungen erlosch und die Feen handelten wieder als eigenständige Individuen. Schottenrock trank einen Schluck seines Biers, während die androgyne Fee abermals am Smartphone hing und der Rest nach dem nächsten bemitleidenswerten Teufel Ausschau hielt, dem sie das Leben schwermachen konnten. Ein paar andere Freaks eilten dem Schrat zur Hilfe. Kolja hätte sich ihnen angeschlossen, doch in seinem Fall war es klüger, unter dem Radar der Feen zu bleiben – insofern dazu die Möglichkeit bestand, wenn man die umstehenden Personen um mindestens einen ganzen Kopf überragte. Ehe er also in den Fokus des Schwarms geriet, kehrte Kolja ihm in der Hoffnung, die Feen würden ihn ohne den Wiedererkennungswert seines Gesichts übersehen, den Rücken zu.

    Vergeblich.

    „Guckt mal, wer da ist! Unser slawischer Schmarotzer aus Kommunismustan!“



    nächster Teil

  • Huhu Skadi :)


    Du hast ja eine interessante Vorstellung von Feen xD

    Aber so, wie du sie vorher immer schon beschrieben hast, ahnte ich schon nichts Gutes :sarcastic:


    Ich find´s cool, dass du sie als so einen richtigen pöbelnden Haufen darstellst, der sich für etwas Besseres halten. Hm. Vielleicht bezahlen Mama und Papa ja auch noch die Rechnungen :whistling:


    Und der arme Schrat :| - wie kann man als Fee nur so ekelhaft sein!


    Zurück zur Storyline - Abby scheint wohl recht zu behalten und die Feen sabotieren die Mannschaft? Ich könnte mir noch vorstellen, dass jemand den Flakon absichtlich in Hayes Büro gelegt hat, um den Verdacht auf die Feen zu lenken - aber es scheint nicht so, als würde jemand auch nur in ihre Nähe gelangen :schiefguck:

    Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht und hoffentlich hat Abby den Flakon nicht gesehen - sonst kommt sie nur wieder auf dumme Gedanken und Kolja muss es dann bestimmt richten :D


    LG