Starrunner [Kurgeschichte(n) aus dem Star Citizen Universum]

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    Schiffe:
    Mercury Starrunner - kleines (Daten)Kurierschiff, extrem wendig, recht schnell und mit viel High-Tech, 3-6 Mann Besatzung
    Vulcan - Tanker für Raum-Jäger und mittlere Raumschiffe

    Idris - militärische Fregatte
    Gladius Valiant- Raumjäger, Einsitzer

    Nautilus - Minenleger


    Rassen:

    Menschen - Menschen eben

    Xi'an - langlebige Alienrasse, seit einiger Zeit loser Frieden mit den Menschen

    Hadesianer - beinahe mythische Alienrasse, vor ca 300000 Jahren ausgestorben/verschwunden


    Personen:

    Rye - Captain und Chefin einer kleiner Schmugglercrew; Mensch, weiblich
    iVetu: Copilot und Bordschütze, Xi'an, männlich

    Ike - Bord-Ingenieur, Mensch, männlich


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    Starrunner


    »Ike, wo zum Teufel bleiben die Jammer?«

    Rye, die junge Frau und Captain des kleinen Mercury Starrunners, der in der Logfiles des örtlichen Systems als ESR Scarlett Johanson aufgelistet war, schaute über ihre Schulter, als könnte sie ihren Partner so sehen, obwohl er zwei Schotts weiter und ein halbes Deck tiefer versuchte, das frisch erworbene Alien-Gerät zu aktivieren.

    »Ich habe Dir gesagt, dass ich mindestens noch zwei Tage brauche, um diese ET-Tech mit den Systemen des Schiffes abzustimmen!« Er klang einigermaßen gelassen angesichts der heiklen Situation. Immerhin kannten er und Rye sich schon eine ganze Weile und das war nicht ihr erstes Ding was drohte, sich von einem ernsten Schlamassel in eine ausgewachsene Katastrophe zu verschlimmern.

    Der Einschlag einer Energiewaffe ließ die Schilde für einen Millisekunde ausfallen und diverse Systeme wurden das Opfer einer Überlastung. Genervt warf Ike den neuen Baustellen einen halben Blick zu, konzentrierte sich aber sofort wieder auf seine Aufgabe.

    »Du hast keine zwei Tage, nicht einmal zwei Minuten. Eigentlich brauchten wir die Jammer schon vor zwei Minuten!«

    Die Rothaarige in ihrem knallbunten Space-Suit ließ ihr Schiff in einer unmöglich scheinenden Flugbahn wegkippen und die beiden NN-14 Neutron Cannons der Gladius Valiant schickten ihre Nächste Salve in die Unendlichkeit des Alls.

    »Der Saftsack lässt nicht locker.« In Ryes Stimme schwang ein respektvoller Unterton mit. Der kleine Jäger war zwar schwer bewaffnet aber hier inmitten des Nirgendwo, war Feuerkraft das Eine, aber kleine Tanks das Andere. Der leistungsfähige Regulus-Generator machte den Jäger zwar ultra-schnell und seine geringe Größe machte ihn sogar noch wendiger als den ebenfalls flinken Starrunner, aber die Gladius war eindeutig ein Sprinter, während der Starrunner seinen Namen nicht umsonst trug. Und das Rennen zwischen beiden lief für den RaumjJäger inzwischen schon sicher in die Overtime.

    Ein weiteres Manöver brachte die Space-Suits der Mercury-Besatzung an ihre Grenzen. Ike grunzte und hielt sich routiniert fest, als die hohen G-Kräfte ihm für einen Moment die Lichter ausknipsten und sogar Ryes Hände rutschten von den Steuerhebeln.

    Automatisch übernahm iVetu, ihr Copilot und Bordschütze die Kontrolle. Als Xi’an konnte er beinahe das Doppelte an Beschleunigungskräften aushalten, wie seine menschlichen Kameraden, aber es wäre dem höflichen Alien niemals in den Sinn gekommen, diese Unzulänglichkeit seines Captains auch nur offensichtlich zu bemerken.

    Als er sah, dass Rye wieder Herrin ihre Sinne war, übertrug er ungerührt die Flugkontrollen zurück und kümmerte sich um die Steuerung der Geschütztürme. Noch feuerte er nicht zurück, denn wie die ganze Besatzung versuchte er, den Schaden an Material und Leben bei Geschäftsgegnern stets in Grenzen zu halten. Der Feind von heute war mit Sicherheit der Auftraggeber von Morgen oder im nächsten Jahr, seinetwegen auch im nächsten Jahrzehnt. Als langlebiger Xi’an dachte er eben auch längerfristig.

    Rye schenkte iVetu ein knappes dankbares Lächeln, aber das Alien gab mit keiner Regung seiner echsenartigen Gesichtszüge zu erkennen, dass er es überhaupt registriert hatte.

    Sie ließ ihr Schiff so viel Gegenschub erzeugen, wie es auch für die menschliche Besatzung noch zu ertragen war und die schlanke Gladius schoss an ihnen vorbei und war schon zwei Sekunden später nicht mehr für das menschliche Auge zu erkennen.

    »Ike, wie lange noch?«

    »Hetzt mich nicht. Das ist Hadesianer-Technologie. Gemacht für viele Tentakel und so. Also hetzt mich nicht!«

    Rye schüttelte ihren Kopf, überlegte sich gerade eine trockene und passende Antwort, als iVetu sie unterbrach, etwas, was er wirklich nur sehr selten tat und beinahe als schmerzhaft unhöflich empfand.

    »Captain, darf ich Dein Augenmerk auf die Langreichweitenscanner lenken? Ich zähle mindestens zwölf Bogeys.«

    Er durfte und Rye fluchte ausgiebig in einer Sprache, die schon fast vergessen war, als die Menschheit ihre ersten Schritte ins All unternommen hatte. »Sicíní cac mallach! Der Drecksack hat uns nur vor sich her getrieben und beinahe in einen Hinterhalt gejagt. Kein Wunder, dass er seinen Treibstoff so verballert hat, als gäbe es kein Morgen!«

    Überall auf dem Display wechselten die neutralen blauen Zeichen in rote.

    »Korrektur. Es sind definitiv Bandits. Sie schalten alles auf uns auf, was sie haben. Eines davon ist eine Vulcan, die von einer Idris flankiert wird.« iVetu würde nie sagen, dass er von Anfang an der Seriosität ihres neusten Auftraggebers Zweifel angemeldet hatte. Er war auch viel zu höflich, Rye daran zu erinnern, dass er geraten hatte zu warten, bis dieses angeblich Wunder bewirkende Hadesianergerät installiert und getestet war, bevor man neue, hochriskante Aufträge annahm. Doch seine Augen zuckten als Äquivalent zu einem menschlichen Besserwisserlächeln.

    »Sie haben eine verdammte Fregatte auf uns angesetzt? Ich weiß, ein Deal ist ein Deal und niemals das Paket öffnen, aber was, beim Abyss, für Daten haben wir uns da nur andrehen lassen?«

    »Sie hätten vielleicht das Doppelte fordern sollen, Captain?« , iVetu war zwar beunruhigt, aber noch nicht nahe genug an einer Panik, um sich diese kleine Spitze entgehen zu lassen.

    »Nicht hilfreich, iVy, nicht hilfreich.« Doch dann stahl sich ein Grinsen auf ihre Lippen und sie rieb sich über das millimeterkurz geschnittene Haar.

    »iVetu, Waffen deaktivieren. Alle. Fahr sie ganz runter.«

    »Ike, lass die Jammer mal und lade die Booty Betties aus ihren Kisten und platziere sie an der Laderampe.«

    Der Bordingenieur kniff ein Auge zusammen. »Du meinst die Minen von dem Nautilus, das wir neulich … gerettet haben?«

    »Ja, genau. Es waren doch drei, oder?«

    »Schon. Drei. Aber mit drei Minen werden wir keinen Teppich legen können, der einer Fregatte auch nur einen winzigen Kurswechsel abringen wird.«

    Rye lachte. Wenn Ike nicht darauf kam, würden es diese eindimensional denken Systemsicherheitsidioten erst recht nicht.

    »Keine Sorge. Wir greifen damit nicht die SysSecs an. Wir werden uns damit selbst hochjagen.«

    »Ah, gut. Ich hatte schon Angst, Du würdest etwas total verrücktes machen, Captain!«, meinte IVetu trocken. Der Xi’an wünschte sich bisweilen genauso schwitzen zu können, wie die Menschen in diesem Schiff. Es roch zwar grauenhaft, aber es half den Primaten-Nachkömmlingen eindeutig, ihren Stress besser abzubauen. Ihm selbst blieb nur stoische Gelassenheit oder einen Teil seines hormongeschwängerten Speichels hier und jetzt loszuwerden.

    »Also, Ike, hör zu, wir werden Folgendes machen …«


    Der Bordingenieur fluchte, schimpfte und machte sich schließlich an die Arbeit, während Rye System um System des Schiffes abschaltete, bis sie hilflos im Nichts trieben und die Kälte des Alls bereits begann, sich ihren Weg durch die Außenhaut des Schiffes zu bahnen.

    »Keine Panik, iVy, das klappt bestimmt.« Sie versuchte viel zuversichtlicher zu klingen, als sie war.

    Doch der Xi’an war keine 213 Jahre alt geworden, weil er niemals gelernt hatte, die Menschen zu lesen. Rye hatte nicht nur vage Zweifel an ihrem Plan, sie rechnete fast sicher damit, dass er nicht aufging. Nur war sie zu stur, sich das selbst einzugestehen.

    iVetu warf, zum ersten Mal auf diesem Schiff und in Gesellschaft von Menschen, seine Manieren über Bord und kotzte neben seinen Sitz, was seine Drüsen hergaben.

    »Ich wäre dankbar, wenn Du kein Wort darüber verlierst, Captain.«, sagte er zu Rye endlich, als er sich genügend Erleichterung verschafft hatte.

    Diese bestätigte feierlich: »Ich bin der festen Ansicht, dass es dazu auch rein gar nichts zu sagen gibt.«

    Beide nickten sich zu.

    »Ike, sind wir soweit?«

    »Alles vorbereitet, aber Du weißt, dass es ein ganz furchtbar dummer Plan ist der noch furchtbarer schief gehen wird?«

    »Klar. Und jetzt Countdown zum Öffnen der Ladeluke und zum Sprengen der Minen. Drückt uns die Daumen.«

    Wer Daumen hatte, drückte, wer nicht, wünschte sich, er hätte welche.

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    Tom Stark
    zum Lesen geeignet

    Einmal editiert, zuletzt von Tom Stark ()

  • Heyho Tom Stark

    Capitänin

    Bitte nicht. Beim Lesen dieses "Wortes" ist mit schlecht geworden wie dem Xi'an am Ende dieses Abschnittes...:puke:

  • Heyho Tom Stark


    da muß Dir gar nix einfallen. Hast Du ja gleich am Anfang schon gemacht:

    Rye - Captain und Chefin einer kleiner Schmugglercrew; Mensch, weiblich

    Mußt jetzt nur überall die "Capitänin" durch "Rye" oder "Sie" ersetzen, dann passt das. Oder, wie hier durch "Captain":

    »Sie hätten vielleicht das Doppelte fordern sollen, Captain?« , iVetu war zwar beunruhigt, aber noch nicht nahe genug an einer Panik, um sich diese kleine Spitze entgehen zu lassen.


    Als Xi’an konnte er beinahe das Doppelte an Beschleunigungskräften aushalten, wie seine menschlichen Kameraden, aber es wäre dem höflichen Alien niemals in den Sinn gekommen, diese Unzulänglichkeit seiner Capitänin auch nur offensichtlich zu bemerken.

    Und da geht auch durchaus "seines Captains". Im gesamten Kontext bleibt Rye als Chefin ja immer ganz klar erkennbar - also was?


    Der Wanderer