Ymir, Ark 1 "Die Lichter von Dunhaven"

  • Hi Etiam,

    Wie schon andere vor mir bemerkt haben, ist der Schreibstil in diesem ersten Teil anders als im "Prolog" was ich allerdings nicht schlimm finde. Ehrlich gesagt finde ich es sogar besser, denn so eine poetische erzählerische Sprache kann niemand mehrere Kapitel lang durchhalten (ich verweise an dieser Stelle auf das Silmarillion oder die Bibel).


    Eine Stelle ist mir aufgefallen:

    Dabei war Tjelvar mit seinen sechzehn Wintern recht jung und eher der Verschwiegene.

    Ich glaube es ist nur Geschmackssache, aber ich würde es etwas anders formulieren, da es sehr nach Alltagssprache klingt. Ich würde eher etwas schreiben wie: "... und war eines recht stillen Gemüts" oder "Dabei zählte der verschwiegene Tjelvar gerade einmal sechzehn Winter."

    Ich weiß nicht ob es so richtig ist, aber ich finde es etwas schöner:)


    „Jetzt sei kein Fisch!“, schimpfte sie und stiefelte hinter ihrem Bruder her. „Spuck Worte aus!

    Ist das ein gängiges Sprichwort? Wenn nicht sollte es auf jeden Fall eins werden! :D


    Um meine allumfassende Meinung kundzugeben, bleibt nur noch zu sagen:

    DRAUGRS SIND VERDAMMT COOL, JEDE GUTE GESCHICHTE BRAUCHT UNTOTE!!! :nummer1:

  • Hallo ihr beiden ^^


    Guten Abend,

    das klingt wirklich gut. Mein Kompliment. :super:

    Danke^^


  • So, dann will ich mich hier auch mal einklinken :D


    Ehrlich gesagt, ist der Start deiner Geschichte etwas an mir vorbeigegangen, weil es hier im Moment gefühlt ziemlich viele neue Storys gibt, die ich unmöglich alle im Auge behalten, geschweige denn verfolgen kann.


    Aber als ich gesehen habe, dass du ein neues Projekt begonnen hast und ein bisschen herumexperimentieren möchtest, war ich sofort Feuer und Flamme .... also, hier bin ich. :)


    Fangen wir mal mit dem Prolog an: Ich bin ehrlich-so richtig überzeugt hat er mich (noch) nicht. Es ging mir ähnlich wie melli, denn ich musste ihn auch mehr als einmal lesen, weil mir nicht alles direkt so klar geworden ist. Ja, es mag sein, dass das beabsichtigt war und sich Vieles im Laufe der Geschichte noch klären wird...aber ein bisschen ausführlicher hätte ich es mir schon gewünscht. Ich weiß noch, als ich mir damals vorgenommen hatte, den Prolog für HEAVEN I zu schreiben...da ging es mir ähnlich wie dir. Das ist immer mehr ausgeufert und aus meiner ursprünglich geplanten einen Seite sind dann gleich vier geworden...:pardon:aber so ist das eben manchmal. Bestimmt ist das Geschmacksache, deshalb ist das auch kein richtiger Kritikpunkt. Vielleicht hast du die längere Version ja noch und magst sie mir mal zeigen? Nur so aus reinem Interesse.


    Dann zu deinem Einstieg in Kapitel 1. Alles, was mir so aufgefallen war, haben die anderen schon angesprochen. Da ging es um die Grammatik, die hier und da mal nicht ganz stimmte (bezogen auf die Vergangenheit in der Vergangenheit) , um das Auftreten der Schwester, die mit ihren 20 jahren beizeiten mehr wie eine vierzehnjährige rüberkam... by the way. Mir war eine Formulierung gleich zweimal ins Auge gefallen...das war das mit dem Wippen von einem Fuß auf den anderen...


    „Was trödelst du so rum? Das Thing beginnt jeden Moment.“ Aufgeregt wippte sie von einem Fuß auf den anderen.

    „Wo ist Erik denn nun?“, fragte Sigi, die ihm mit nach draußen gefolgt war. Ungeduldig wippte sie vom einen Fuß auf den anderen.

    Ich kenne sowas eher von Kindern oder pubertierenden Teenies :D Die haben ihren Körper noch nicht so recht unter Kontrolle und wibbeln herum und zeigen ihre Aufregung überdeutlich durch sowas...aber eine 20-jährige junge Frau? Ich weiß nicht. Vielleicht könntest du an ihr noch ein bisschen feilen. Auf mich wirkte sie durch ihre quirlige Art recht jung...verliebt hin oder her...man könnte sich überlegen, ob es noch andere nervöse Symptome gibt...was weiß ich: sie könnte ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch herumtrommeln...oder einfach so durch ihre Penetranz nerven... (das sind jetzt nur so Gedanken, die mir spontan beim Lesen kamen)


    Was ebenfalls bereits angemerkt wurde, war die Perspektive und die Darstellung bestimmter Personen aus der Sicht des erzählenden Charakters. Das würde ich so absolut unterschreiben.


    Aber neben diesen ganzen Kritikpunkten (die man wohlgemerkt mit Leichtigkeit ausmerzen könnte) blitzt auf jeden Fall eine ziemlich coole Story durch :thumbsup: Ich mag Tjelvar jetzt schon. Bin gespannt, wie er sich bei dieser Versammlung schlagen wird. Seine Schwester nervt mich im Moment noch ein wenig...aber das geht ihm wahrscheinlich genauso. :rofl:Ich freue mich außerdem schon jetzt darauf, wenn wir auf Erik Leifson treffen.

    Die Ältesten bestrafen ihn dafür, dass er bei der letzten Opferung beinahe die Stabkirche abgefackelt hat.“

    Sehr geil! :thumbsup:


    Bin gespannt, wie es weitergeht :gamer:

  • Hallo Etiam ,


    ich bin auch noch dabei, nur spät dran, wie es aussieht. Vieles wurde ja schon erwähnt und vielem stimme ich auch zu. Daher hier nur ein paar wenige Eindrücke noch von mir.


    Präludium

    Einen Moment lang musste ich darüber nachdenken, aber dann viel mir die Saga vom Anfang ein, da ging es ja auch irgendwie um Töne. Also sehr passend!

    Klackend fielen die Holzscheite zur Seite und Tjelvar wischte sich den Schweiß von der Stirn.

    Na der Einstieg kommt mir doch recht bekannt vor. ;)

    Spuck Worte aus!

    Das ist auch sehr schön, gefällt mir richtig gut.


    Dann bin ich mal gespannt, wie es weiter geht.

  • ANTWORTEN




    UND WEITER...


    Kapitel 1

    Präludium


    Teil 2

    Ihre fröhliche Ausstrahlung täuschte darüber hinweg, dass jener Tag auch bei ihr Narben hinterlassen hatte. Immer wieder erzählte sie damals von einer in schwarze Lumpen gehüllten Gestalt, die zwischen den untoten Zwergen gewandelt war. Obwohl das Wesen die Statur eines Menschen hatte, wurde sie nicht von den Draugar angegriffen.

    Tjelvar schaute hinüber zu einer Hütte, in der offensichtlich gekocht wurde. Durch die geöffnete Tür konnte er ein Feuer glimmen sehen und der Geruch von gegrilltem Fisch stieg ihm in die Nase.

    Die Seher der kleinen Stadt hausten hier. Sigi zuckte bei ihrem Anblick immer zusammen. Sie trugen das gleiche Schwarz, wie die Gestalt von einst. Auch in die Wälder traute sich seine Schwester seitdem nicht mehr und vor der Stille der Nacht hatte sie ebenfalls Angst.

    Warum, wusste Tjelvar nicht. Aber er konnte sie vor dem Zubettgehen oft schluchzen hören. Wenn es besonders schlimm gewesen war, war sie zu ihm gekommen und hatte ihn gebeten mit ihr zu reden. Solange, bis sie eingeschlafen war. Nur über die Geschehnisse von damals schweigt sie bis heute. Wenige Monate nach dem Überfall war jegliches Thema, auch diese dunkle Gestalt tabu. Generell wirkte sie zu der Zeit sehr in sich gekehrt.

    Nachdem sie den Fremden in ihrer neuen Heimat langsam Vertrauen geschenkt hatte, besserte es sich ein wenig. Sie hatte wieder lachen können und suchte bald darauf selbst die Nähe zu anderen Menschen. Tjelvar glaubte, dass sie es nicht mehr konnte. Das ewige allein sein.

    Ihm war die Einsamkeit manchmal lieber. Aber heute konnte er es sich nicht aussuchen. Mit eiligem Schritt machte er sich auf, um rechtzeitig zum Thing zu erscheinen. Dabei lief er auch an der Stabkirche vorbei, in der sein Freund schuften musste. Doch er hatte jetzt keine Zeit mehr, sich mit ihm zu befassen.

    Hastig stieg er die unförmigen Stufen hinauf, um den höchsten Punkt des Hügels zu erklimmen. Die meisten anderen Oberhäupter warteten bereits.

    Sie saßen auf flachen Steinen, welche im Kreis angeordnet waren. Auf dem Größten saß Jarl Harald, ein rothaariger Krieger, der sich immer mit imposanten Pelzen auf seinen Schultern schmückte.

    Auch ein Seher war bei dem Thing anwesend. Er gehörte zu den ältesten der Versammlung und war der einzige, von dürrer Statur. Anders als sein Name vermuten ließ, war der Mann blind. Vor Jahren waren ihm im Laufe eines Rituals die Augen verätzt worden und so war nur eine vernarbte Schicht seiner Lider zusehen. Trotzdem war er der Erste, der das Erscheinen Tjelvars merkte und den Jarl darauf aufmerksam machte.

    „Du bist spät“, kommentierte Harald die Ankunft des Jüngsten in dieser Gruppe, der jedoch bereits alle überragte.

    Tjelvar wollte sich bei dem Jarl entschuldigen, doch dieser fuhr unbeirrt mit seinem vorherigen Thema fort.

    Demütig nahm Tjelvar auf einem der freien Steine platz. Ein flüchtiger Blick zu den anderen Teilnehmern des Things zeigte ihm, dass sich niemand für eine Entschuldigung interessierte.

    Sie nehmen mich nicht ernst, dachte Tjelvar und vermutete, dass es ihnen sogar egal gewesen wäre, wenn er gänzlich Heim geblieben wäre. Er lauschte den Worten des alten Mannes, der über zukünftige Ackerbaupläne philosophierte. Etwas, das sie bereits tausend Mal besprochen hatten.

    Unwillkürlich fragte sich Tjelvar, wie sein Vater das damals nur hatte aushalten können.

    Harald hatte die unschöne Angewohnheit, sich in einem Thema festzubeißen und dann von nichts anderem mehr zu reden. Das konnte sich über Wochen erstrecken.

    Schon bald wurde das Gerede des Jarls zum Hintergrundrauschen und Tjelvar ließ seinen Blick über die Stadt schweifen.

    Ihre Gemeinschaft funktionierte und wuchs immer weiter. Auch wenn er nicht so dachte, so waren die meisten der Stadtbewohner der Meinung, dass es an den Göttern liegen musste. Ihrer Ansicht nach waren die vielen Opfergaben, die sie darbrachten, der Grund für die Gunst der Heiligen. Ihnen sei es zu verdanken, dass die Ernten gut und das Vieh alt wurde, die Sommer nicht allzu drückten und der Winter mild blieb.

    Tjelvar wollte die Götter nicht leugnen. Er glaubte jede Saga, die ihnen ihr Vater damals erzählt hatte, doch glaubte er nicht, dass sich die Götter für die Geschehnisse auf Ymir interessierten.

    Sie waren zwar alle Kinder Nords, dem obersten aller Götter, doch was sollte das für ein Vater sein, der seine Kinder von Draugar abschlachten ließ?

    Verbittert schaute Tjelvar hinüber zur Kirche. Für eine so bescheidene Siedlung war sie reich verziert mit allerlei Schnitzereien und Figuren. An den verschiedensten Stellen waren die Götterstatuen angebracht. Die Darstellung von Nekjol, dem Gott der Gaben, war die Größte von allen. Mit vielen Details versehen, war sie in eine Einbuchtung über dem Eingang eingesetzt.

    Der Gott, dem dieses Haus gewidmet wurde, sollte über das Kommen und Gehen seiner Gäste Bescheid wissen.

    Die Spitze der Kirche überragte den Hügel, auf dem sie saßen. Ein großer Platz verband den Fuß der Anhöhe mit dem Gotteshaus.

    Ein Platz ... auf dem sich seine Schwester Sigi hinter einem der aufgebauten Marktstände versteckte.

    Tjelvar traute seinen Augen nicht. Bei Nords Bart! Das kann doch nicht ihr Ernst sein ...

    Mit schnellen Schritten huschte sie hinüber zum Tor der Stabkirche und verschwand im Inneren.

    Tjelvar verschluckte sich fast an seiner eigenen Spucke, als er die Seher sah, welche soeben den Platz betraten. Gemeinsam steuerten sie auf ihr Heiligtum zu.

    Tjelvar hätte sich die Haare raufen können, würde er sich selbige nicht immer abschneiden. Er musste etwas unternehmen. Wenn sie seine Schwester und Erik im Haus des Nekjol vorfinden, während sie -

    „Ist alles in Ordnung, Raikson?“ Irritiert schaute der Jarl in seine Richtung. „Mir scheint, als seist du mit meinem Vorschlag zur Bewirtschaftung der Felder nicht ganz einverstanden.“

    Es dauerte einen Moment, bis sich Tjelvar wieder erinnerte, bei welchem Treffen er sich befand. „Nein, das ist es nicht, ich ...“

    Harald verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich habe lange an diesem Konzept gearbeitet, aber nun gut. Mach schon. Was missfällt dir?“

    Die anderen Herren schauten ihn erwartungsvoll an.

    Mit offenem Mund und zur Seite geneigtem Kopf stand Tjelvar auf, ohne überhaupt einen Ausweg aus dieser Situation zu kennen.

    Einer der älteren, bereits ergrauten Krieger beugte sich zum Jarl, und äußerte lautstark seine Vermutung. „Ich glaube eher, unser kleiner Raikson hat den Umtrunk gestern Abend im Metbären nicht so gut weggesteckt. Seht nur, wie blass er ist.“

    Die anderen Thingmitglieder lachten über diesen Umstand. Aber für ihn war das vielleicht die Rettung.

    „Das erklärt auch dein Zuspätkommen“, sagte Harald und grinste.

    „Ja, ich glaube, ich habe es gestern einfach ein bisschen übertrieben“, fing Tjelvar stammelnd an. Mit einem Räuspern versuchte er, seiner Stimme Kraft zu geben. „Ich sollte mich vielleicht etwas hinlegen.“ Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf.

    „Nun gut“, sagte der Jarl und entließ ihn mit einem Wink seiner Hand.

    Sofort nutzte Tjelvar diese Möglichkeit und während er die Stufen nach unten stolperte, hörte er die Älteren hinter sich vereinzelt lachen.

    Auf dem Weg sah er, wie die Seher zum Glück von der betagten Smilia aufgehalten wurden. Und er erinnerte sich daran, wie gerne diese Frau redete. Vielleicht blieb doch noch etwas Zeit.

    Als er an der Kirche angekommen war, sprintete er schnell zur Seite. Am anderen Ende des Gebäudes gab es einen kleinen Hintereingang.

    Sobald er den Innenraum von Nekjols Haus betrat, hielt er sich die Hand vor die Augen und näherte sich vorsichtig den Bänken. „Na schön, ihr zwei. Zieht euch wieder an, wir kriegen gleich Besuch.“ Durch seine Finger hindurch sah Tjelvar, wie Sigi sich hinter einer der Bänke aufsetzte.

    „Was redest du da? Wir haben nicht mal angefangen“, gab seine Schwester lautstark zu verstehen.

    „Wollten wir etwa?“, hörte er die überraschte Stimme seines Freundes, welcher mit zerzaustem Haar hinter der Bank hervorlugte.

    Höher kam er nicht, da Sigi auf ihm saß.

    Sie war wenig erfreut über den Anblick ihres Bruders. Ihre blauen Augen funkelten ihm böse entgegen. „Was machst du hier?“

    „Du kommst jetzt mit!“, herrschte Tjelvar sie an und hielt ihr die Hand hin, während er sich den beiden näherte.

    Erik hob vollkommen verwirrt die Augenbrauen. Anscheinend war er mit dem Kopf in den Wolken und kehrte erst langsam ins Hier und Jetzt zurück. „Und wohin gehen wir?“

    „Du gehst nirgendwo hin“, zischte Tjelvar. Er wollte nicht unnötig laut sein, und die Aufmerksamkeit der Seher, welche vor der Kirche mit der alten Smilia redeten auf sich ziehen. „Du machst hier weiter deine Arbeit und keiner bekommt Ärger.“

    „Aber der blöde Stein ist doch schon sauber. Ich acker mich schon seit heute Morgen an dem Ding ab!“

    Um sich von der Aussage seines Freundes zu überzeugen, drehte sich der Hüne um. Vor ihm war die große Tafel aufgebaut. Sie von mehreren Seilen umschlungen, welche sie zwischen den zwei großen Säulen zentrierte. Das Licht, welches durch ein großes Fenster schien, fiel genau auf den Stein. Es wirkte irgendwie friedlich, wie die Tafel im Sonnenlicht badete.

    Tjelvar erinnerte sich genau, wie sie ausgesehen hatte, als sie von acht muskulösen Männern, vor wenigen Tagen über Baumstämme in die Stadt gerollt worden war.

    Mit viel Schweiß hatte man sie in der Kirche befestigt und aufgestellt. Voller Dreck und Wurzeln war sie gewesen, als hätte sie Ewigkeiten unter der Erde verbracht.

    Doch nun war sie von allem Schmutz befreit. Sogar die feinen Verzierungen waren zu erkennen, die wie ein Rahmen auf dem großen Stein wirkten. Erik hatte ihn so sauber bekommen, dass Tjelvar nie darauf gekommen wäre, dass Jarl Harald ihn im Morastwinkel gefunden hatte.

    Doch der rothaarige Krieger hatte an dem Thing vor wenigen Wochen von nichts anderem mehr geredet. Harald war wie besessen von der großen Tafel gewesen. Seiner Meinung nach konnte dieses Kunstwerk nur von den Zwergen stammen.


    nächster Part

  • Hallo Etiam ,


    ich lese gespannt weiter. :)

    Um es vorweg zu nehmen, mir gefällt der Umgang der Leute untereinander. Man merkt gut, dass es da nicht um eine große Metropole geht. Es kommt gut heraus, dass der Schauplatz momentan ein Dorf ist, man kennt sich untereinander, man weiß wer die anderen sind (auch wenn man nicht unbedingt alle leiden können muss).


  • Hey Etiam



    LG

  • Hey Etiam,



    LG,

    Rainbow

  • Sö, dann bin ich auch mal wieder dran. Die Tafel bzw die Zwerge werden wohl noch wichtig werden, sonst würdest du ihnen nicht so viel Aufmerksamkeit schenken. :hmm: Wir haben ja schon mal im Chat über AoT geredet - ich bin gespannt, was hier wohl das Mysterium sein wird.

    [Schlaue, tiefgreifende Lebensweisheit]

  • Aloha


    Sry für die Verspätung, ich musste über das WE zu diesem komischen Chaos Rising:P
    Aber jetzt bin ich wieder zurück ^^






    Ok, danke für eure Kommentare.
    Vielleicht gibt es dann morgen den nächsten Part.

  • Ich bin mit dem Part nicht ganz zufrieden. Ich fand ihn kompliziert zu schreiben. Und er ist auch blöd gecuttet. Aber dafür kann ich dann im nächsten Part das Kapitel beenden.


    Kapitel 1

    Präludium


    Teil 3

    Tjelvar hatte damals nichts damit zu tun haben wollen. Zwerge waren wegen ihres Verrats an den Riesen dazu verdammt, für den Rest ihrer Existenz als willenlose Draugar unter der Erde zu verrotten.

    Doch Tjelvar wusste nur zu gut, dass die Untoten nicht an das Unterreich gebunden waren.

    Mit großen Augen ging er auf den Stein zu und fuhr mit seiner Hand über die eingravierten Runen.

    „Was machst du da?“, fragte seine Schwester, welche sich inzwischen wieder beruhigt hatte und ihr verrutschtes Oberteil zurechtrückte.

    Andächtig machte Tjelvar ein paar Schritte zurück. „Das ... das ist der Teil einer Saga.“

    „Der Stein?“, fragte Erik und gesellte sich zu ihm.

    Mit offenem Mund wandte sich Tjelvar seinem Freund zu. Die beiden unterschieden nur ein paar Zentimeter, so dass er einer der wenigen war, zu denen Tjelvar nicht hinab schauen musste. „Nein, nicht der Stein selbst. Dort ...“, er zeigte mit dem Finger auf die Tafel. „Es steht doch da. Es scheint, als würde die Geschichte nach Arns Verrat weiter erzählt werden.“

    Nun entglitten auch Erik die Gesichtszüge. Erstaunt starrte er Tjelvar an. „Du kannst das lesen?“

    Verwirrt schob Tjelvar seine Augenbrauen zusammen. Erst als er wieder zu den Runen schaute, merkte er, was seine Freunde meinten. Fassungslos starrte er die kryptischen Symbole an, welche er noch nie zuvor in seinem Leben gesehen hatte.

    Er merkte erst, als er wieder zu den Runen schaute, was sein Freund damit meinte.

    Seine Augen hatten diese Zeichen noch nie zuvor gesehen. Sie wiesen keinerlei Ähnlichkeit mit denen auf, welche sie von klein auf lernten.

    Diese Runen dürften für ihn nur wirre Linien sein und doch, konnte er entziffern, was dort geschrieben stand.

    „Ich wusste schon immer, dass du was Besonderes bist.“ Seine Schwester kam langsam zu ihnen. „Seit ich dich das erste Mal gesehen habe.“

    Tjelvar wunderte sich über Sigis Worte, doch da stieß ihm Erik schon gegen die Schulter.

    „Du veralberst mich, oder?“ Der schlaksige Mann legte den Kopf schief. „Ich bin von uns beiden der, der für die Witze verantwortlich ist, schon vergessen?“

    „Was? Nein! Ich ...“

    Erik ließ ihn gar nicht zu Ende reden, da stellte er die nächste Frage. „Was hast du mir noch verheimlicht? Kannst du auch mit Tieren sprechen?“

    „Ich wusste bis gerade eben doch selber noch nicht, dass ich das lesen kann“, versuchte Tjelvar, sich zu erklären.

    Einen Moment herrschte Stille, bis Sigi sich neben Erik stellte und ihrem Bruder tief in die Augen blickte. „Was steht dort?“, wollte sie wissen. Ihre Stimme klang ruhig und entspannt.

    Langsam drehte Tjelvar seinen Kopf zu der großen Tafel. Jetzt, wo er wusste, dass diese Sprache nicht die seine war, begannen die Runen an vor seinem Auge zu glimmen. Es schien, als würden sie anfangen zu bewegen. Sie verschwommen ineinander und ergaben neue Muster. Er musste sich konzentrieren, um den Sinn hinter diesen Zeichen zu begreifen. „Ich ... Ich kann es lesen, aber es ist schwer, es Wort für Wort zu übersetzen.“ Mit zusammengekniffenen Augen visierte er die einzelnen Runen an und versuchte, die wahre Bedeutung aus ihrem Tanz zu lesen.

    „Weiß du, was er meint?“, flüsterte Erik in Sigis Ohr.

    Statt einer Antwort bekam er nur einen Ellenbogen in die Seite und wurde zur Ruhe ermahnt.

    Tjelvar versuchte, es dennoch seinem Freund verständlich zu machen. „Es ist nicht nur eine andere Schrift, sondern auch eine andere ... Sprache.“ Er rieb sich die Stirn.

    Wie ist das möglich? Diese Sprache hab ich noch nie in meinem Leben gehört und doch kann ich Teile davon verstehen. „Dazu kommt noch ... Also wenn ich das richtig sehe, dann ist das nicht einfach nur ein Text sondern ein Lied.“

    „Na dann sing für uns“, sagte Erik und grinste dabei breit.

    Tjelvar schubste ihn leicht nach hinten. „Ha ha, sehr lustig.“

    „Worum geht es?“ Sigi neigte ihren Oberkörper leicht nach vorne und schaute ihrem Bruder ins Gesicht, welcher wieder angestrengt die Runen betrachtete.

    „Es geht um Arn, den Urverräter und die ewige Wacht.“ Tjelvar flüsterte die Worte fast. Er wandte sich zu seiner Schwester. „Das hier, spielt direkt nach der Saga, die uns Vater immer erzählt hatte.“

    Sigi bekam große Augen und legte ihren Zeigefinger an die Unterlippe. „Die Vykr-Saga“, hauchte sie.

    Tjelvar regte den Kopf. Es war das erste mal seit langem, dass Sigi sich nicht direkt abwandte, nur weil man Vater erwähnte. „Kennst du die?“,fragte er Erik, um zu wissen ob sie alle drei den gleichen Kenntnisstand besaßen.

    Beleidigt schnaubte dieser. „Natürlich kenn ich die ...“ Er starrte die beiden kurz an und wartete auf eine Reaktion, die jedoch ausblieb. „Das ist doch die mit den ... Barden?“

    „Nein“, antworteten die Geschwister im Chor.

    „Mit den Königen?“

    „Nein!“

    Erik schnipste mit den Fingern. „Den Brüdern?“

    Sigi nickte.

    Stolz reckte der Schlaksige sein Kinn und stemmte die Arme in die Hüften. „Sag ich doch.“

    Tjelvar hob eine Augenbraue und stellte fest, dass sein Freund den „Triumph“ auskostete.

    „Also, was steht auf dieser Tafel?“, meinte Erik mit immer noch breiter Brust.

    „Wenn ich es recht verstehe, dann wird in der ersten Strophe geschildert, wie die ewige Wacht über Jahrhunderte hinweg gegen die Vykr kämpft. Ich weiß nicht, was das bedeuten soll, aber es scheint um einen Angriff zu gehen?“ Stotternd versuchte er, einen Teil wörtlich wiederzugeben. „In ... In Gestalt von riesigen Seeungeheuern ... brandeten die Vykr gegen den ... den Wall.“

    Er musste sich die Augen reiben, es war anstrengend die Konzentration aufrecht zu erhalten. Immer wieder versuchte der Sinn hinter dem Text, sich vor ihm zu verstecken.

    „Welchen Wall?“, fragte Sigi.

    „Ich weiß nicht recht“, nuschelte Tjelvar in seine vorgehaltene Hand.

    Erik schüttelte mit dem Kopf. „Na ist doch ganz klar. Die ewige Wacht soll doch verhindern, dass die Vykr auf Ymir einfallen. Also werden sie sicherlich eine Mauer gebaut haben.“

    „Der Wall könnte genau so gut die Wacht selbst sein“, spekulierte Sigi.

    Tjelvar zuckte nur mit den Schultern und versuchte weiter zu lesen.

    „Hier ist eine Zeile von Wörtern, die ich nicht verstehe. Danach kommt wohl so etwas wie ein Chorus. Zumindest wiederholt er sich im späteren Verlauf noch einmal, wenn ich das richtig sehe. Es geht um Arn und er ... er tritt gegen eine gewaltige Schlange oder sowas an ... die alle anderen Vykr verschlingt? Noa remi Vykr stali ...Ah, ich glaube hier bedeutet es soviel wie ... die alle anderen Vykr in den Schatten stellt.“ Tjelvar musste sich am Kopf kratzen. Er war sich bei keiner Zeile sicher, ob er sie überhaupt richtig übersetzte. Wie denn auch?, dachte er.

    Seine Schwester fasste ihn an der Schulter. „Willst du eine Pause machen?“

    Überrascht hob Tjelvar die Augenbrauen. „Was? Warum?“ In ihrem Blick erkannte er Sorge.

    „Du bist ziemlich am ölen“, bemerkte Erik.

    „Wenn es dir zu viel Mühe bereitet, dann ...“

    „Nein, alles gut“, unterbrach Tjelvar seine Schwester. „Es geht schon.“ Wieder wandte er sich der Tafel zu und ihm fiel auf, dass es zunehmend leichter wurde, die Runen zu entziffern.

    „Nach einem harten Kampf gelingt es ihm, die Bestie zu erschlagen. Der Chorus endet jedoch damit, dass kein Vykr im Ende verweilt.“ Nachdenklich schaute er zu den anderen beiden. „Wisst ihr, was das heißt?“

    „Das die Vykr nicht tot bleiben?“, fragte Erik und hob dabei ungläubig die Augenbrauen.



    nächster Part

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    So, jetzt nochmal, was ich so kompliziert fand. Das Lied nicht als solches vorzutragen, sondern erzählen zu lassen. Und das auch noch so, dass es so rüberkommt, als würde es gerade on the fly übersetzt werden.

    Naja. Mal schauen, was ihr dazu so sagt.

  • Hey Etiam,


    ich finde, da sind ein paar sehr spannenden Entwicklungen in diesem Part drin! Gefällt mir gut.

    Ich kann mir vorstellen, was dir Schwierigkeiten bereitet hat. Sowas ist nicht ganz leicht zu schreiben. Ein Tipp vielleicht: Tauche mehr in Tjelvar ein, versuch dir vorzustellen, wie sich das für ihn anfühlt, dass er da steht und sich diese Runen für ihn plötzlich zu einer lesbaren Schrift formen. Das kann man wunderbar ins Szene setzen. Also, wie das passiert und wie er das in dem Moment empfindet.


    Ich persönlich mag es gerne, wenn man nah am Prota dran ist. Wenn er die Zeilen zu entziffern versucht und ich an jedem seiner Worte hänge, finde ich persönlich das spannender, als wenn er nur zusammenfasst, was er glaubt, gelesen zu haben. Aber das ist vielleicht Geschmacksache.


    Insgesamt denke ich, dass dir das schon ganz gut gelungen ist. Ein paar Kleinigkeiten, die mir so aufgefallen sind und sonstige Anregungen packe ich dir mal in den Spoiler :)



    LG,

    Rainbow

  • Guten Morgen Eti :)


    Heute habe ich keine Lust zum Futzeln, vielleicht hole ich das aber noch nach ^^


    An und für sich hat mir der Teil gut gefallen. Die Chemie zwischen den dreien finde ich sehr dynamisch. Man merkt, dass sie sich gern haben und sich gegenseitig immer helfen würden.


    Jetzt zu der Stein-Szene.

    Die Idee ist cool und die Szene passt schon gut. Das ist schon so ein klassisches Bild, was immer gut klappt. So unter dem Motto "der Eine, der es kann". Ich rieche da so ein bisschen eine Schicksal-Story und das gefällt mir :D

    Außerdem gefällt mir Sigis Aussage nicht so gut. (Nicht, weil mir das vom Verlauf her nicht gefällt). Ich bekomme dabei nur so ein komisches Bauchgefühl. Es wirkt, als würde sie etwas wissen, was sie nicht sagen will.


    Allerdings stimme ich hier Rainbow zu. Du könntest versuchen, hier noch intensiver reinzugehen. Vielleicht könnte Tjelvar auch erstmal fassungslos den Stein anstarren, während sich die Runen für ihn lesbar verformen, während die anderen beiden sein komischen Verhalten bemerken und im Hintergrund fragen, was mit ihm los ist. Möglicherweise wäre es auch cool, wenn er tatsächlich zwischendurch zitiert. Das Erzählen würde ich an dem Pubkt machen, wo er nicht mehr übersetzen kann. Und das Auslassen von Info's geht auch wunderbar beim Zitierten mit Floskeln wie etwa "jetzt weiß ich nicht genau" oder "keine Ahnung, was das bedeuten soll" ... je nachdem, wie du magst.


    Aber so finde ich den Text und die Entwicklung schon recht cool :thumbup:



    Eine Sache noch, die ich nicht unkommentiert stehen lassen will:



    LG :)

  • Hey ihr zwei ^^




    Danke euch beiden fürs lesen :)

  • Hallo Etiam ,


    yeah es geht spannend weiter. :)


  • Hi Charon^^



    So, danke für deinen Kommi Charon

  • Hey Etiam,

    Ja, ich muss nur schauen, dass es sich nicht nachher doppelt. Also das, was er für sich übersetzt und das, was er nachher wiedergibt. Oder versteh ich das gerade falsch?


    Nee, ich meinte, dass er das übersetzt während er es vorliest...deshalb stockend und mit Unterbrechungen, weil er Zeit braucht und sich konzentrieren muss. Das kommt für mich authentischer rüber, als wenn er sich die Platte ansieht und mir dann erzählt, was er gelesen hat...das wollte ich eigentlich damit sagen.

    Nein. Ich glaube nicht. Aber ich steige da noch nicht ganz hinter O.o Wieso war es denn dann in magische Welten ok, wenn ich anstatt Daisuke "ehemaliger Ordensrekrut" Oder stattt Tadashi "Der Dieb" schrieb?

    Na ja...also, wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich dir das damals in Magische Welten ganz zu Anfang auch mehrfach gesagt. Irgendwann habe ich es dann wohl einfach als Etiam-Style akzeptiert.:pardon:


    Aber ich dachte, ich erwähne es hier an der Stelle trotzdem nochmal. Im Grunde ist das ja das Gleiche, wie wenn Tjelvar von seiner Mutter plötzlich als "die Frau" spricht oder von seiner Schwester als "die Brünette".... was weiß ich. Das sind alles so Perspektivsachen. Versetz dich in deinen Prota und überlege dir, wie er sich und die anderen bezeichnen würde. Aus Sicht des personalen Erzählers (und den benutzt du ja hier meiner Meinung nach) wird sich der erzählende Charakter in der Regel niemals selbst beschreiben. Er kennt sich, er ist schließlich er. Alternativ kann man höchstens noch den Namen benutzen, aber er würde sich selbst nicht als Raiks Sohn bezeichnen.


    Das kann man machen, wenn man sowas wie einen "Allwissenden Erzähler" einsetzt. Der quasi über alle Charaktere alles weiß und wie der Märchenonkel die Geschichte erzählt. Denke ich zumindest. Du kannst das ja mal recherchieren. Über die Perspektiven findet man ganz viel..ich glaube sogar in unserer Schreibwerkstatt gibt es einen eigenen Thread dazu. Ist echt eine Wissenschaft für sich. ich weiß nicht, wie oft ich mich hier im Forum mit Leuten schon darüber ausgetauscht habe...


    Ja, ich will es glaube ich gar nicht so magisch darstellen.

    Schade eigentlich. Das könnte ganz cool werden. Ich finde, dass solche Ideen die Szene meistens aufwerten und ihnen irgendwas Besonderes verpassen. Aber das musst du für dich entscheiden. ^^



    Ah, interessant :D Genau an dem Punkt war ich mir nicht sicher, wie rum ich das machen soll xD Ging aber davon aus, dass den Leser ein zu häufiges "..." stören könnte.

    Die Auslassungspünktchen sind hier absolut notwendig. Sie stehen ja quasi für seine Gedankenpausen und simulieren das Stocken bei der Erzählung. Insofern empfinde ich sie nicht als störend. Vorausgesetzt, du übertreibst es nicht und hängst sie nicht hinter jedes Wort :D


    Und ich glaube ich weiß wie ich das mit den Runen löse. Ich schreibe sowas wie "Es war, als würden die Runen vor seinem Auge tanzen ..."

    Das klingt gut! :)



    Der Grund ist folgender ... Ich habe keine Lust mir ein ganzes Lied auszudenken ...

    :rofl:...

    okay Spaß beiseite. Ein ganz ähnliches Problem hatte ich in meiner Geschichte auch mit der "Prophezeiung", die beizeiten gefunden wird, die auch stellenweise übersetzt aber dann doch wieder nicht so ganz verstanden wird. Hier habe ich mich auch davor gedrückt, Textpassagen vorlesen zu lassen aus genau dem Grund. Man legt sich zu sehr fest, man muss genau schauen, welche Informationen man nun preisgibt, vor allem, wenn es später noch eine Überraschung geben soll. Insofern bin ich hier voll bei dir! ^^


    Es gibt Stellen, die Tjelvar nicht lesen kann. Von Wortwörtlich übersetzen zu "Ich kann diese Zeile nicht lesen" fände ich ein bisschen arg krass den Unterschied.

    Was wäre denn, wenn der Stein an manchen Stellen stark verwittert wäre, sodass er manche Zeichen einfach gar nicht entziffen kann...das könnte er sehr wohl feststellen und sagen...hier wird der Text undeutlicher...ab da kann man die Zeilen kaum noch entziffern.... Moment, hier steht was von....blabla...Nein, es könnte auch ....sowieso heißen.... es macht keinen Sinn. Der letzte Teil ist zu stark in Mitleidenschaft gezogen... (irgendwie so)


    Oder soll er den Text auf dem Stein später doch noch entziffern können, weil er einfach besser die Zeichen lesen kann? Dann ginge das natürlich nicht. Es sei denn, sie fänden einen Weg, die stark verwitterte Schrift später zu rekonstruieren, oder so. :hmm:


    Ich finde es sehr schwer zu schreiben.

    Ja, aber das kann auch voll Spaß machen. Spiel einfach mal ein bisschen damit. Ich würde da stilistisch was ausprobieren...du kannst es ja wieder verwerfen, wenn es doof ist. Aber ich finde das eigentlich eine ganz gute Übung, um solchen Szenen ein bisschen Feinschliff zu verpassen.

  • Hi Rainbow



    Kapitel 1

    Präludium


    Teil 4

    Sigi legte einen Finger an den Mund, während sie mit der freien Hand, nach Eriks Arm griff. „Also kommt die Schlange wieder? Es wiederholt sich ... wie der Chorus in einem Lied.“
    „Ja.“ Tjelvar hatte eine Ahnung, worauf das hinauslief. „In der nächsten Strophe geht der Kampf weiter und ... der Krieger verliert Zeit und Blut im Strom der Stille ...“
    „Er wird alt“, schlussfolgerte Erik.
    „Und er scheint verletzt zu sein“, führte Tjelvar den Gedanken fort. „Und die Angriffe der Vykr werden wohl wieder mit dem Wasser gleichgesetzt.“
    So langsam hatte Tjelvar den Bogen raus. Es gelang ihm ohne große Mühe den Großteil des Textes zu lesen. Merkwürdig war nur, dass dann wieder Stellen vorkamen, bei denen er nicht mal einem einzigen Wort seine Bedeutung entlocken konnte. „Du hast recht, Sigi. Die Schlange kehrt zurück. Aber vor diesem Chorus ist wieder eine Zeile, die ich nicht entschlüsseln kann.“
    Seine Schwester legte den Kopf schief. „Sind es denn die gleichen Zeichen wie bei der ersten Zeile, die du nicht lesen konntest?“
    „Nein ... also ... Ich kann dir nicht sagen warum, aber ich habe das Gefühl, dass sie vom Sinn her ähnlich sind. Aber die Symbole sind unterschiedlich. Der Chorus hier ist jedoch ziemlich identisch mit dem ersten. Aus der Ebene steigt die große Schlange empor, die alle anderen Vykr in den Schatten stellt. Ihr Gift findet den Weg in die Wunden des Kriegsgottes. Es brauchte eintausend Schläge, um sie niederzustrecken. Doch kein Vykr verweilt auf ewig im Ende.“
    Tjelvars Schwester hatte sich mittlerweile ganz an Eriks Arm geklammert.
    „Was hast du denn?“, fragte dieser irritiert.
    „Na siehst du nicht, wo das enden wird?“ Mit großen Augen schaute sie ihren Freund an, doch dieser erwiderte nur ein Kopfschütteln. „Arn wird nicht ewig diesen Kampf bestehen können. Wenn er in jedem Chorus etwas von dem Gift abbekommt und von Strophe zu Strophe älter wird, dann...“
    „Ja, gut. Ich verstehe, aber- Arn ist ein Verräter. Und ich finde, das ist seine gerechte Strafe.“
    Sigi hatte dazu nichts zu sagen und starrte nur nachdenklich auf den Boden.
    Tjelvar atmete noch einmal durch, und widmete sich erneut dem Lied. „Es vergehen wieder mehrere Jahre ...“, er hielt kurz inne. Sigis Theorie schien sich zu bestätigen und auch wenn Erik recht hatte und Arn der Vater des Verrats war, so fühlte Tjelvar doch ein gewisses Unbehagen. „Arn bereitet sich auf seinen nächsten Kampf vor. Doch er sieht keinen Sieg am Horizont, sondern nur die Stille. Aus diesem Grund schmiedet er zwei Waffen und schleuderte diese auf die Welt. Richtig geführt, können sie den Wall befreien“, grummelnd legte Tjelvar seine Hand ans Kinn. „Das war es.“
    „Wie? Da kommt nichts mehr? Keine Schlange, kein Kampf?“ Ein lauter Seufzer zeugte von Eriks Bestürzung.
    Tjelvar kratzte sich am Hals und bückte sich zum unteren Teil der Tafel. „Am Ende ist noch mal eine Zeile, die ich nicht entziffern kann. Vielleicht ist der Text nicht vollständig oder ein Teil der Tafel ist abgebrochen.“
    Doch Sigi schüttelte den Kopf und zeigte auf den unteren Rand des großen Steins. „Diese Verzierungen bilden einen Rahmen. Wäre die Tafel beschädigt, dann wär dieser unterbrochen.“
    Erik schaute verwirrt zwischen den beiden hin und her. „Ja und was ist jetzt? Lebt Arn noch oder ist er tot?“
    „Wir wissen es nicht“, sagte Sigi und schaute zu ihrem Freund auf. „Ich denke mal, Tjelvar wird uns alles vorgelesen haben, was er übersetzen konnte.“
    Tjelvar wollte ihr gerade zustimmen, da hörten sie auf einmal Stimmen an der Vordertür. „Schnell, zum Seitenausgang.“
    Hastig stürmten sie nach draußen, dabei stolperte Erik fast über seine eigenen Füße. Sie hofften, dass die Seher, welche in diesem Moment mit der alten Smilia in die Kirche traten, sie nicht bemerkt hatten.
    Im Freien angekommen, schnippte Tjelvar seinem Freund gegen die Stirn.
    „Du solltest doch drin bleiben, du Depp.“
    Blinzelnd rieb sich Erik die schmerzende Stelle. „Ach, jetzt ist es eh zu spät. Außerdem habe ich doch gemacht, was die wollten. Die Tafel funkelt gerade zu.“
    „Also, dann können wir doch auch was zusammen machen“, meinte Sigi und schaute zwischen den Männern hin und her.
    Mit großen Augen sah Erik zu ihr. „Ich dachte, wir wollten was machen?“ Dabei zeigte er auf sie und sich selbst.
    „Ich will jetzt viel lieber über diesen Stein reden. Und darüber, dass mein Bruder eine Sprache lesen kann, die ich noch nie gesehen habe.“ Mit großen Augen schaute sie zu ihm auf.
    Enttäuscht ließ Erik den Kopf hängen und akzeptierte die Meinung seiner Freundin. Tjelvar musste dann mit ansehen, wie seine Schwester sich auf die Zehen stellte und ihrem Freund mit verführerischer Stimme ins Ohr hauchte, dass sie auch heute Abend noch Zeit hätten. Am liebsten hätte Tjelvar das überhört. Er musste nicht unbedingt wissen, was die beiden wann und wo so anstellten. Und bevor der wieder freudig strahlende Erik weiter auf das Thema eingehen konnte, grätschte er dazwischen. „Also, wo wollen wir hingehen?“
    Sigi schlug vor, sich in den Metbären zu setzen. „Dort können wir was trinken und wir wären ungestört.“
    Die beiden stimmten zu und so schlenderten sie über den Marktplatz in Richtung der Taverne.
    Die Arme um ihren Oberkörper geschlungen, schmiegte Sigi sich an ihren Freund, der sie mit hochgezogenen Brauen anstarrte.
    „Was? Mir ist kalt.“
    „Ist das dein Ernst?“ Erik legte nur verwirrt den Kopf schief. „Es ist mitten im Sommer und du frierst?“
    Beleidigt stieß Sigi ihren Freund von sich. „Dann halt nicht.“ Eingeschnappt spazierte sie an ihnen vorbei. „Kannst ja dann heut Abend auch alleine kuscheln“, rief sie noch über ihre Schulter.
    Tjelvar musste schmunzeln. Es war so typisch für die beiden. Auch wenn sie sich sehr mochten, schon am ersten Tag ihrer Freundschaft hatten sie ihren ersten Streit gehabt. Meist hielt das aber keine fünf Minuten und sie hielten sich wieder in den Armen. Und in den Jahre, die sie hier lebten, schien ihre Zuneigung füreinander immer stärker gewachsen zu sein.
    Tjelvar freute sich für die beiden. Beherzt nahm er seinen Freund an seine Seite und schüttelte ihn leicht. „Wenn du sie wieder glücklich machen willst, solltest du uns allen eine Runde Met spendieren.“
    Erik lachte. „Ja genau. Der selbstlose Bruder. Denkt nur an das wohl seiner Schwester.“
    Sofort nahm Tjelvar seinen Freund etwas fester in den Arm, so dass ihm keine Möglichkeit zur Flucht blieb. „Na, ich hoffe du auch. Vergiss nicht, wir sind zwar Freunde, aber ich bin auch ihr Bruder.“
    Erik grinste und legte den Kopf schief. „Willst du mir jetzt drohen? Wir sind gleich groß.“ Aus Spaß stieß er seine Stirn gegen Tjelvars
    „Dafür bin ich doppelt so breit“, sagte Tjelvar und ließ Erik mit einem kleinen Schubs aus seinem Griff frei.
    „Du hättest trotzdem keine Chance.“ Mit einem Lächeln sah sein Freund zu Boden. „Aber keine Sorge“, raunte er mit gebrochener Stimme. „Ich denke an nichts anderes.“
    Tjelvar wusste, dass das stimmte. Sein Freund hatte ihm schon recht früh von den Gefühlen erzählt, die er für Sigi hegte. Bei ihm war sie in guten Händen.
    „Sigi hatte recht“, sagte Erik plötzlich und rieb sich die Oberarme. „Es wird wirklich recht kühl.“
    Stimmt, jetzt bemerkte es Tjelvar auch. Erstaunt über diese Tatsache schaute er hinauf.
    Der zuvor noch klare Himmel war nun wolkenverhangen und von der schweißbringenden Sonne konnte man nichts mehr sehen. Und als Tjelvar zu seinen Füßen sah, konnte er mitverfolgen, wie der Frost das bisschen Grün, dass sich zwischen den Steinen zeigte, unter seine Fittiche nahm.
    Sein Herz machte einen Sprung und mit böser Vorahnung richtete er seine Aufmerksamkeit wieder nach vorne, um nach seiner Schwester zu sehen. Doch sie war nur noch schwer zu erkennen. Ihre Konturen verschwammen im Grau und das Blut gefror Tjelvar in den Adern, als er realisierte, was hier geschah.
    Ein Nebel zog auf.

    nächster Part

  • Hey Etiam,


    Ein schöner neuer Teil! Mit ein paar interessanten Hinweisen und einem abenteuerlichen Ende.
    Ich packe meine Anmerkungen mal in den Spoiler :)



    LG,

    Rainbow