Ymir, Ark 1 "Die Lichter von Dunhaven"

Es gibt 399 Antworten in diesem Thema, welches 35.354 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Etiam.

  • Hallo Etiam ^^

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    • Offizieller Beitrag

    Damit es nicht so ankommt, als hätte ich Tariq letzten Kommentar ignoriert: Ich hatte mich kurz mit ihr über WhatsApp unterhalten. Herausgekommen ist eigentlich, dass ich das Kapitel erstmal zu Ende schreibe und man dann schaut, was man wie ändern kann.

    Ich habe mich jetzt allerdings für einen mittelweg entschieden. Ich werde das erstmal weiterschreiben, habe aber schon ein paar Sachen angepasst, die eigentlich erst später revealed worden wären.
    Das habe ich gemacht um einigen Problemen vieleicht zuvor kommen zu können. Beschäftigt habe ich mich dabei auf diese Punkte hier:


    Tariq:

    Das reicht mir nicht. Mir ist klar, dass du uns in diesem Frod-Part keinen Einblick in Tjelvars Innenleben geben und seine Gedanken für uns nicht offenlegen kannst. Aber Frod könnte sich fragen, warum Tjelvar sich überhaupt auf Birks Vorschlag einlässt. Oder ob er Birk überhaupt richtig zugehört hat. Er hat ja selbst auch Zweifel. Oder er könnte beobachten, wie sich in Tjelvars Miene ein innerer Kampf ablesen lässt. Oder zumindest ein Zögern, das erkennen ließe, dass Tjelvar sehr wohl überlegt, ob er sich auf Birks Bedingungen einlässt. So wirkt Tjelvar auf mich stumpf und wie jemand, der nicht erkennt, dass sich da was zusammenbraut.


    [„Nun gut. Aber dann lasst mich euch zu Durin führen.“

    Überrascht von der plötzlichen Kooperation, hob Frod die Augenbrauen. „Welchen Unterschied macht es, ob wir mit oder ohne Euch an seine Tür klopfen?“

    „Wir werden einen Umweg nehmen“, sagte er lediglich. Er packte sein Schwert weg und bewegte sich in Richtung des Ausgangs.

    Augenblicklich spürte Frod, wie die Anspannung von ihm fiel. Die akute Gefahr schien zu schwinden, doch sollten sie sein Angebot wirklich annehmen? Fragend schaute er zu Tjelvar herüber, dessen Blick von Skepsis gefüllt war, dennoch schenkte er Frod ein Nicken und gab ihm so das Zeichen, den Vorschlag anzunehmen.

    Hatte er vielleicht einen Plan?
    Ich habe Tjelvar jetzt auch eine gewisse Skepsis verpasst. Seine Entscheidung habe ich ihm aber gelassen. Frod denkt jetzt aber darüber nach, ob vlt ein Plan dahinter steckt. Darauf kommt er im späteren Kapitelverlauf auch noch zu sprechen. BTW habe ich auch das "Wir klopfen nicht an seine Tür" entfernt, weil das für Verwirrung gesorgt hat.]

    Und diese Drohung mit dem Jarl ... Wie sollte der das mitbekommen? Rechnet Birk damit, dass er vom Jarl überwacht wird? Macht Sinn, weil er forhin Verfolger erwähnt hat. Doch das würde mMn bedeuten, dass der Jarl Birk und Durin nicht traut, oder? Aus welchem Grund sollte der Jarl das sonst tun?

    Und welche Geschichten würden "unter sein Volk kommen"?

    Und was wäre daran schlimm?

    Und was wäre schlimm, wenn der Jarl erfahren würde, dass sie noch einmal zu Durin gehen wollen? Er hat doch die Karten bereits, die Operation ist ja gar nicht fehlgeschlagen. Oder bin ich hier total auf dem Holzweg?

    Hier sind viele Fragen drin, die ich gewollt aufmachen wollte. Aber auch welche, die zeigen dass der Text noch nicht so rund ist. Ich gehe mal durch.
    Wie sollte der (Baleson) das mitbekommen?: Birk erzählt von den Beobachtern des Jarls. Das werde ich denke ich so belassen. Es wird an einigen Stellen erwähnt. Aber ich verstehe die Folgefragen.
    Rechnet Birk damit, dass er vom Jarl überwacht wird? Beantwortest du selbst.
    Folgefrage: Vertraut der Jarl Birk und Durin nicht?: Diesen Gedanken wollte ich zumindest mal nahegelegt haben. Ist also gewollt, dass man sich das fragt. Ich habe nun was hinzugefügt, was auch gleichzeitig Tjelvars Entscheidungsfreudigkeit/Tatendrang erklären könnte.

    So trennten sich die beiden Gruppen und gingen auf verschiedenen Wegen zum Markt. Das Fest war nicht weit, doch Frod nutzte den kurzen Moment, um Tjelvar zu fragen, ob sie es wirklich auf diesen Weg durchziehen wollten.

    „Was ist los mit dir? Willst du deine Sachen nicht wieder haben?“

    „Natürlich will ich sie wiederhaben, dumme Frage. Aber ... Machst du dir keine Sorgen, dass das alles hier in einem großen Haufen Scheiße endet?“

    „Wir sitzen doch schon mittendrin“, antwortete Tjelvar trocken. „Durin aber auch.“

    „Du meinst, weil die Beobachter des Jarls sonst von seinem oder Illes Versagen mitbekommen?“, fragte Elina.

    „Nein.“ Tjelvar verschränkte die Arme vor der Brust und blieb stehen. „Ich glaube der Jarl weiß überhaupt nichts von dieser Aktion. Weder von der Entführung noch vom Diebstahl.“

    Deswegen geht Tjelvar auf das Treffen ein, dachte Frod. „Du willst das als deinen Trumpf benutzen, wenn wir erstmal vor Durin stehen, nicht war?“

    Tjelvar nickte.

    „Aber woher willst du wissen, ob dem wirklich so ist?“

    „Das da etwas im Busch ist, merkt man sofort. Der Jarl lässt seinen eigenen Kommandanten überwachen und andersherum trauen sie ihm auch nicht. Ich weiß nicht mal, ob sie ihn leiden können. Sie machen nicht den Eindruck auf mich.“

    Frod knetete seine Unterlippe und begann darüber nachzudenken.

    „Und vergiss nicht“, fügte Tjelvar hinzu. „Der Jarl wollte nichts mit uns zu tun haben. Durin war es, Interesse an den Karten gezeigt hat ... und uns aufs Lichterfest gelockt hat.“

    Ja, Tjelvar hatte schon recht mit alle dem, doch reichte das? Gewiss nicht. Die Anschuldigung war groß. Und selbst wenn es stimmen würde, so war die Karte vielleicht ein Trumpf, doch ob sie das Spiel gewinnen würde, stand nochmal auf einem anderen Blatt geschrieben.

    Frod fiel Elinas unsicherer Blick auf, als sie sich zwischen die beiden stellte. „Möglicherweise gibt es aber auch einen anderen ... einen besseren Zeitpunkt. So können wir deine Theorie nochmal überprüfen und ...“

    „Wir haben keine Zeit“, unterbrach sie Tjelvar.

    Sie schaute ihn mit großen Augen an. „Inwiefern?“

    Doch er hatte sich schon wieder von ihnen abgewandt, so dass Frod begann zu erklären. „Er meint, dass der Jarl uns nicht länger in seiner Stadt duldet. Sobald die Draugarhorde weitergezogen ist, müssen wir Dunhaven verlassen.“

    „Aber das kann praktisch jeden Tag sein“, meinte Elina und ihrer Stimme war eine gewisse Wehmut zu entnehmen.

    Frod verzog den Mund und starrte zu Boden.

    Eine kleine Falte bildete sich über Elinas Nase, als sie ihre Brauen zusammenschob. „Warum habt ihr das nicht gesagt?“

    „Das spielt doch jetzt keine Rolle“, entgegnete Tjelvar genervt und drehte sich wieder zu den beiden um. „Komm schon Frod! Du hast uns für lausige Fetzen Papier schon in fiel gefährlichere Abgründe gestoßen. Uralte Hügelgräber in denen es nur so von Draugar gewimmelt hat. Aber jetzt hast du schiss? Jetzt geht es um all diese Fetzen. Und der Einzige, der uns dazwischensteht, ist ein Mann, der seinen Jarl verrät.“

    Er war sich sehr sicher, stellte Frod fest. „Also sag mir endlich, was mit dir los ist? Du warst schon heute Abend so komisch. Vergiss nicht, warum wir hier sind und reiß dich zusammen!“

    Tjelvar vermutet also, dass Birks panik daher kommt, dass der Jarl überhaupt nichts vom Vorgehen Durins und co weiß. DESHALB darf der Jarl auch nichts mitbekommen. Viele Fragen die du dir stellst, hat sich Tjelvar wahrscheinlich auch gestellt. Aber er beantwortet sie genau hiermit. Ursprünglich war geplant diese Vermutung Tjelvars zu einem späteren Punkt zu offenbaren, aber vielleicht ist es so besser, damit es nicht so Wirr bis dahin wirkt.
    Aus welchem Grund sollte der Jarl das sonst tun?: Ist auch eine gewollt aufgeworfene Frage.
    Und welche Geschichten würden "unter sein Volk kommen"?: Das habe ich versucht im Text nochmal zu verstärken, an der Stelle, wo Birk ihnen die drei Optionen nennt.

    „Wie ich das sehe, habt ihr drei Optionen. Die Erste ist, ihr folgt mir und ich bringe euch zu Durin ... Was auch immer ihr euch davon erhofft. Zweitens, Ihr geht einfach. Lasst die Sache hinter euch und genießt vielleicht noch den Rest des Abends. Ich werde euch nicht nachstellen. Wir haben was wir wollen, ihr seid frei. Die letzte Möglichkeit ist, ... falls ihr vorhaben solltet, auf eigene Faust zu Durin zu gehen ... Der Jarl wird das sicherlich mitbekommen ... sehen, dass die Operation nicht so unentdeckt verlief, wie er es sich vorgestellt hatte. Und wenn ihr wirklich glaubt, er würde das Risiko eingehen, dass sein Volk von dieser Entführung Wind bekommt, ... dann seid ihr noch dümmer, als ich dachte. Ihr seht also, mein Angebot ist noch ein sehr großzügiges.“


    Es geht also darum, dass von der Entführung niemand mitbekommen soll. Alles soll wie ein funktionierendes Städtchen wirken, wo nichts zwielichtiges im Hintergrund abgeht.


    Und was wäre daran schlimm?: Einerseits könnte es die öffentliche Ordnung stören, andererseits könnten Tjelvar und Frod (abseits des möglichen Aufwiegelns) zu Problemen werden. Es ist halt einfach schöner, wenn die Sache smooth läuft. Aber auf die Frage werde ich später zum Ende des Kapitels eingehen. Im Endeffekt hast du nämlich recht. Aber um das jetzt genauer zu erklären, müsste ich etwas spoilern.


    Und was wäre schlimm, wenn der Jarl erfahren würde, dass sie noch einmal zu Durin gehen wollen?: Da geht es eigentlich nur darum, dass sie auf dem Weg entdeckt werden könnten.


    Er hat doch die Karten bereits, die Operation ist ja gar nicht fehlgeschlagen. Oder bin ich hier total auf dem Holzweg?: Nein, du hast absolut recht. Auch hier ging es nur darum, dass der Geheimhaltungsaspekt der Mission fehlschlägt. Also .... ist er durch Ille und Krächz ja schon längst. Aber das weiß der Jarl ja noch nicht.


    Also, bis auf die ersten zwei Fragen, sind denke ich alle berechtigt. Ein paar davon waren gewollt aufgeworfen, ein paar haben die Schwachstellen des Textes gezeigt. Es hilft auf jeden Fall immer sehr, zu wissen, welche Fragen sich der Leser gerade stellt. Ich habe aber auch schon bei Magische Welten gemerkt(und in Ymir natürlich auch), dass es oft falsch aufgenommen wird, wenn ich absichtlich versuche Fragen aufzuwerfen. Häufig wird das damit interpretiert, dass der Text löchrig sei :hmm:
    Da muss ich mir noch was überlegen, wie ich das umgehe, oder das vertrauen in den Autor festigen kann.


    Vielleicht sehe ich auch den Wald vor lauter Bäumen nicht und interpretiere da Dinge rein, die nicht da sind.

    Naja, eigentlich hast du ja vieles richtig gedeutet. Ich frage mich nur immer wieder, warum das so vorkommt, als würde es diesen "Wald" überhaupt geben. Also warum ist das alles so verwirrend?


    Jetzt muss man aber auch dazu sagen, dass mir gerade dieses Kapitel sehr instabil vorkommt.


    So, all diese Änderungen, die ich oben genannt habe sind auch schon im Forum aktualisiert. Dazu noch ein paar kleinere Sachen, die ichauch deinem Kommi entnommen habe. Aber ich habe auch noch nicht alles gemacht. Ich sage auch nicht, dass diese Änderungen perfekt sind und alles beheben, was du angesprochen hast. Aber es ist jetzt denke ich ungefähr der Weg, wie ich das gehen will. Sprich, Tjelvar revealed jetzt schon was er denkt, davor wirkt er etwas skeptisch etc. Schleifen muss man das vielleicht noch. Zu Birk habe ich jetzt noch nichts gesagt. Liegt aber auch daran, dass ich eigentlich ganz zufrieden damit bin, wie du ihn siehst.
    Den neuen Part gibt es dann morgen. Der ist zwar schon fertig, aber ich denke das hier ist erstmal genug für heute. Im neuen Part habe ich dann natürlich einige Sachen auf diesen hier angepasst. Er gehört aber immer noch zum gleichen Kapitel, ist mir also auch sehr schwer gefallen. Ich brauche da echt eure Unterstützung um da durchzukommen.

    Also nochmal vielen Dank, Tari, dass du dir die Mühe gemacht hast, da nochmal genauer drüber zu gucken. Mir gefällt der Part jetzt schon mal viel besser, nach den Überarbeitungen.

    • Offizieller Beitrag

    Kapitel 10:
    Entführung


    Teil 3


    Tjelvar hatte recht.

    Es wurde ihm heute Abend klar, als er im Stall seine Schriften durchgegangen war und die gesammelten Erfahrungen des Tages zusammengefasst hatte.

    Sie hatten einiges Neues über Kingraven herausgefunden. Und so interessant das alles war, zeigte es auch, dass er falschlag. Mit allem. Es handelte sich nicht um das Grab eines Königs, wie zuvor angenommen, sondern um die letzte Stätte eines Volkes, dass fliehen musste. Davor ... eine ganze Stadt. Kingraven trug hier nicht mal diesen Namen. Die Menschen hier nannten es anders als in seinen Aufzeichnungen – Helhaven. All das, und die Tatsache, dass der König die unterirdische Stadt verlassen hatte und mit dem Objekt ihrer Begierde wer weiß, wohin gezogen sein könnte, ließen in ihm Bedenken aufkommen.

    Es gab nie eine Garantie dafür, dass sich das Artefakt hier verbarg, doch das Gefühl nah dran zu sein, hatte sich in den letzten Monaten in ihren Kopf festgesetzt. Die vergangenen Wochen war es, als hätte man endlich verstanden ... und müsste lediglich zuschlagen.

    Das war verpufft. Er hatte sich womöglich geirrt. Wie er sich auch mit den Texten geirrt hatte. Kin hieß nicht König, sondern Volk. Und statt einer Waffe wird hier nur von einer Bedrohung berichtet, die dort unten haust.

    Aber konnten jahrelange Forschungen wirklich so falschliegen? Wer weiß das schon? Frod wusste gefühlt gar nichts mehr. Und das war keine solide Basis, um eine Expedition zu leiten. Sollte man für das Hirngespinst eines Mannes so viele Menschenleben aufs Spiel setzen?

    Diese und eine Menge anderer Fragen waren es, die er sich stellte, während die Gerüche und Klänge des Lichterfestes auf ihn einwirkten.

    Mit gesenktem Kopf war er Tjelvar und Elina gefolgt, ohne mitzubekommen, welche Wege sie genommen hatten. Erst jetzt, wo der Lärm zunahm, schaute er wieder auf.

    Er sah die Heldenstatue. Sie war nicht mehr weit. Da sie mitten auf dem Marktplatz stand, war es kein leichtes sich durch das Gedrängel zu ihr durchzukämpfen.

    Als sie bei der großen steinernen Figur ankamen, welche triumphierend ihr Schwert in den Nachthimmel reckte, kam Frod Dun’Badhur in den Sinn. Der Ort, an dem die Kinder des Urverräters das erste Mal, seitdem sie von Arn geschmiedet wurden, wieder an die Oberfläche kamen. Laut den Legenden war der König damals dabei. Also stimmte immerhin das. Hier wo sie jetzt standen, hat vielleicht auch mal ein mächtiger Zwerg mit der Axt gestanden, die sie so dringend brauchten.

    Möglicherweise ist sein wahres Grab ja doch in der Nähe.

    Frod bemühte sich, über die vielen Köpfe hinweg zu schauen, und suchte die beiden hohen Felswände ab, zwischen denen die Stadt lag. Als würde er auf der Schnelle etwas entdecken ... Er fischte im Trüben, so kam es ihm vor.

    Das Letzte, was Frod wusste, war, dass der König an diesem Strand einen Bürgerkrieg überlebte. Danach verliert sich seine Spur. Und sollte kein Grab hier zu finden sein, dann konnte er nicht mal deuten, wo die Geschichte des Zwerges endete.

    „Schaut gut aus“, hörte er Birk sagen und ließ sich dankbar aus seinen Gedanken reißen. Der Mann stand mit seinen zwei ‚Dungas‘, wie er sie nannte an der Statue. Er hatte einen Krug in der Hand, aus dem er einen Schluck nahm und dann, ohne sie anzuschauen, weitersprach. „Euch scheint niemand gefolgt zu sein.“

    Birk strahlte eine Ruhe aus, dass Frod nur hoffen konnte, nicht in eine Falle zu laufen.

    Mittlerweile traute er Birk oder eher Durin alles zu.

    Die Hoffnung, dass hinter all dem doch kein ausgeklügelter Plan steckte, kam Frod, als er Birks zögern bemerkte, nachdem Tjelvar ihn gefragt hatte, wie es nun weiter geht.

    „Ille, du wirst zu Durin gehen“, begann er schließlich. „Erzähl ihm was passiert ist und sag ihm, dass wir uns bei Ulf treffen.“

    „Nichts da!“, intervenierte Tjelvar. „Er bleibt bei uns. Nachher kommt Durin ohne die Tasche oder macht irgendeinen anderen dummen Scheiß, weil er vorgewarnt wurde. Entweder wir gehen alle gemeinsam zu ihm, oder wir gehen ohne dich!“

    Für einen kurzen Moment spannte Birk seine Kiefermuskulatur an und murmelte danach etwas, was aber im Lärm des Festes unterging. Dann nickte er. „Na schön ... Unser nächstes Ziel ist trotzdem das Haus der Jondr.“

    Tjelvar schob die Augenbrauen zusammen und auch Elina neigte skeptisch den Kopf.

    „Dann gehen wir ja noch weiter Richtung Westwall“, sagte sie.

    „Keine Sorge, von dort aus, gehen wir dann auf direktem Weg zu Durin. Am besten wir laufen wieder getrennt.“

    Gerade als Birk loswollte, packte ihn Tjelvar am Arm. „Verarsch uns nicht!“

    Mit einem Ruck befreite sich Birk aus dem Griff. „Vertraut mir.“ Er stellte seinen Becher auf den Sockel der Heldenstatue, wo schon viele andere ihre leeren und halbleeren Getränke zurückgelassen hatten. „Oder lasst es bleiben ... Ich habe euch die Möglichkeiten genannt, die ihr habt. Ich werde jetzt zu Ulf gehen und dort auf euch warten. Entweder ihr kommt nach oder nicht.“ Danach entfernte er sich zusammen mit Ille und Krächz.

    Das Gefühl, dass Frod in dem Moment beschlich, war dass sowohl Tjelvar, als auch Birk nur noch mit Bluffs um sich warfen.

    Nachdenklich schaute Tjelvar ihnen eine Zeit lang nach, bis er sich zu Elina umdrehte. „Kannst du uns auf einen anderen Weg zu diesem Ulf führen?“

    Als sie nicht antwortete, bückte sich Tjelvar etwas, um ihr ins Gesicht zu schauen.

    „Ist alles in Ordnung? Sind diese Jondr’s ein Problem?“

    „Nein, Ulf ist ein Herzensguter Mann, nur ...“ Mit sorgenvoller Miene schaute sie zu ihm auf. „Er ist auch ein sehr guter Freund von Durin. Ich habe bei der ganzen Sache einfach kein gutes Gefühl.“

    Ich will nur mit Durin reden“, brummte Tjelvar.

    „Und was ist, wenn das nicht reicht?“ Ihr Blick wurde ernster. „Sag mir, was du dann machen willst.“

    „Willst du ihn etwa gewinnen lassen?“, fragte Tjelvar mit hochgezogenen Augenbrauen, worauf Elina nur vehement den Kopf schüttelte.

    „Aber das sage ich doch gar nicht. Ich möchte nur wissen, ob du einen Plan B hast.“

    Tjelvar schwieg.

    „Mja, das dachte ich mir“, sagte sie und verzog den Mund.

    „Wir haben keine Wahl“, raunte er. „Ich weiß, dass das für dich vielleicht schwer zu verstehen ist. Aber du Frod ...“ Er kniff die Augen zusammen. „Du müsstest doch wissen, dass dies das aller wichtigste ist. Wir haben uns dieser Sache verpflichtet. Wir können nicht umdrehen. Sie haben unseren kostbarsten Besitz ... und wir haben keine Zeit.“

    Als Frod zustimmend nickte, sah er, wie sich Tjelvars Augen erwartungsvoll weiteten. „Deswegen werde ich mit dir gehen.“

    Es stimmte. Das Leiden Ymirs zu beenden war ihre Aufgabe geworden. Schon seit vielen Jahren, war sie das. Tausende Möglichkeiten gab es, um falsch abzubiegen. Wer sagt ihm, dass das nicht längst passiert ist und er sich auf dem Holzweg befand? Er vertraute auf Schriften, die durchaus ein verdrehtes Bild der Vergangenheit darstellen könnten. Dennoch musste er feststellen, dass sie nicht beschädigt würden. Falls es ein Fundament für einen Neuanfang seiner Forschungen gab, so befände es sich zweifelsohne in dieser Tasche. „Aber für dich, ist das hier vielleicht die letzte Chance auszusteigen“, sagte Frod und drehte sich zu Elina.

    Tjelvar legte ihr die Hand auf die Schulter. „Ich hätte dich gerne dabei.“

    Was? Verwirrt schaute Frod seinen Freund an. Wieso? „Zieh sie da nicht mit rein. Das ist allein unsere Sache!“

    „Nein, ist es nicht“, meinte Elina ruhig.

    Als Frod wieder zu ihr sah, konnte er bereits ihren Entschluss von den blauen Augen ablesen.

    „Ich weiß nicht, ob Tjelvar es dir erzählt hat, aber auch ich habe meine Gründe, Helhaven zu besuchen. Und wenn diese Tasche der Schlüssel dazu ist, hinter die Geheimnisse der Zwergenstadt zu kommen, dann werde ich nicht tatenlos zuhause rumsitzen und euch die Arbeit machen lassen.“

    Frod lächelte mild. Nicht, weil ihm die Entschlossenheit der Schankmaid erfreute. Er fragte sich eher, ob die Götter ihre Spielchen mit ihm trieben. Elina baute also ebenfalls auf seine Nachforschungen. Er nickte nur und versuchte, vor ihr zu verbergen, dass ihre Worte nur mehr Last auf seine Schultern luden.

    Sie schaute zu Tjelvar, der wiederum abwartend auf ihn blickte.

    „Wenn dir das so wichtig ist, dann werde ich dich nicht aufhalten“, sagte Frod.

    „Gut“, meinte Tjelvar. „Dann gehen wir.“

    Das Haus der Jondr war ein gutes Stück entfernt. Es lag sowohl weiter westlich, als auch höher gelegen und damit eine Etappe vom Hafen weg.

    Durch die Entführung hatte Frod das Gefühl für Zeit komplett verloren. Wie lange das Fest schon am laufen war, konnte er nicht beantworten. Da nur wenig Menschen auf den Straßen abseits des Hafens zu finden waren, vermutete er, dass tiefste Nacht herrschte. Es war also mit erschöpften Beinen und schweren Augenlidern zu rechnen, doch nichts davon trat bei Frod ein. Trotzdem schoss ihm für einen Moment die Frage durch den Kopf. wo sie heute überhaupt nächtigen sollten. In Illes Stall würde ihn niemand mehr reinkriegen. Bevor er weiter darüber grübelte, blieb Elina vor einem großen Haus stehen.

    Auch wenn es nicht so imposant war, wie das des Jarls, so zeigten die aufwändigen Gestaltungen auf dem Holz, dass es sich nicht um eine arme Familie handeln konnte. Mit Schnitzereien und Farbe waren die Wände geschmückt und präsentierten das Bild einer Seefahrt.

    Ein Motiv, dass eher auf das Haus eines Schiffsbauers deutete. Der große Schriftzug über der Tür verriet aber, wo sie waren. Jondr, stand dort geschrieben. Darunter verschiedene Namen, welche sich dicht an dicht auf dem Rahmen aneinanderreihten. Es war in Dun üblich die verstorbenen Familienmitglieder so zu verewigen. Ähnlich wie es die Zwerge in die Türen ihrer Grabkammern meißelten.


    nächster Teil ...

  • Hey Etiam,


    ich komme endlich mal wieder dazu ein paar Zeilen feedback zu tippen:


    Kapitel Titel Vorschlag: "Finstere Etappe" oder "Frods Abgrund" ((erste gefaellt mir besser)



    Das der neuste Teil dir noch probleme bereitet erschliesst sich auch aus dem Lesen.


    Frod steht fuer mich hier im Mittelpunkt ,er erlebt grade Zweifel an allem was er in den letzten Jahren gesammelt und geglaubt hat.

    Er war bisher das Gehirn und die Planung hinter der zwei Mann Truppe und für ihn hat sich in einer Nacht alles um 180° gedreht.


    Für meinen Geschmack könntest du hier etwas mehr "wums" in den Charakter bringen.

    Da die Eigenschaften gerissenes Schlitzohr und rasender Bulle schon beide bei Tjelvar liegen, wäre für Frod noch "abgezockter Spieler" oder "kühler Kalkulierer" drin.

    Abgezockt verhält er sich als Tjelvar ihn als "Druckmittel" nutzt mit "der Sprache der Götter", gleichzeitig ist er innerlich total aufgewühlt, aber gibt sich nach außen komplett cool.

    Meim Tipp, baue ein wenig mehr auf diesen beiden Eigenschaften für den Charakter auf, vielleicht kommen dir ein paar tolle Ideen, wenn du dir das mal überspitzt vorstellst ^^


    Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit Frod das durchschauen des meisten Teils des Planes oder des ganzen Plans zu geben. Bei der Variante würde ich aber die meisten Parts mit seinen Selbstzweifeln abwerfen. Und das ganze auch von Hinten aufbauen, so dass Frod von Anfang an weiss was Durin im Sinne hat und alles mitspielt um am Ende beim Treffen einen Wichtigen Trumpf zu haben, den er durch sein Verhalten gewinnt.


    Ich denke in diesem Part hast du noch viel Potential für Frods Entwicklung. Ich für meinen Teil würde mir wünschen, dass du den Guten noch ein wenig cooler machst an der stelle hier als wie er aktuell rüber kommt.


    Ansonsten die Plotentwicklung ist super, bin mega gespannt was mit Durin im Gespräch passiert und welche neuen Informationen und Fragen auf uns zu kommen. Ob er im Endeffekt Freund, Feind, oder Rivale ist. 👍


    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Kapitel Titel Vorschlag: "Finstere Etappe" oder "Frods Abgrund" ((erste gefaellt mir besser)

    Das der neuste Teil dir noch probleme bereitet erschliesst sich auch aus dem Lesen.

    Ah vielen Dank schon mal. Ja, mir gefällt das erste auch besser, weil es nicht so direkt auf den Char gerichtet ist. Vielleicht mach ich dadraus was :hmm:


    gleichzeitig ist er innerlich total aufgewühlt, aber gibt sich nach außen komplett cool.

    Meim Tipp, baue ein wenig mehr auf diesen beiden Eigenschaften für den Charakter auf, vielleicht kommen dir ein paar tolle Ideen, wenn du dir das mal überspitzt vorstellst

    hm ja, ich glaube ich weiß was du meinst und ich sehe da auch potential :hmm:

    Ich werde dieses Kapitel aber erstmal zu Ende schreiben und dann nochmal schauen. Die Idee gefällt mir aber sehr gut und das ist etwas, was dann in zukünftigen Kapiteln noch erwähnung finden würde. :hmm:
    Nur dieses hier will ich erstmal zu Ende führen, damit es mehr oder weniger vom Tisch ist xD Außerdem ... ach ich komme nach dem Kapitel nochmal drauf zurück ^^


    Ich VERMUTE, dass es noch zwei Parts werden :hmm:


    Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit Frod das durchschauen des meisten Teils des Planes oder des ganzen Plans zu geben. Bei der Variante würde ich aber die meisten Parts mit seinen Selbstzweifeln abwerfen. Und das ganze auch von Hinten aufbauen, so dass Frod von Anfang an weiss was Durin im Sinne hat und alles mitspielt um am Ende beim Treffen einen Wichtigen Trumpf zu haben, den er durch sein Verhalten gewinnt.

    Das war tatsächlich in einer der früheren Konzepte mal drin. Aber mir hatte dann die jetzige Charentwicklung besser gefallen, auch weil sie zu späteren Ereignissen besser passt.


    Ich denke in diesem Part hast du noch viel Potential für Frods Entwicklung. Ich für meinen Teil würde mir wünschen, dass du den Guten noch ein wenig cooler machst an der stelle hier als wie er aktuell rüber kommt.

    Meinst du dass er nach außen hin abgeklärter wirkt?
    Oder cooler einfach im Sinne von "besser"?



    Ansonsten die Plotentwicklung ist super, bin mega gespannt was mit Durin im Gespräch passiert und welche neuen Informationen und Fragen auf uns zu kommen. Ob er im Endeffekt Freund, Feind, oder Rivale ist. 👍

    Ja, ich denke das wird eine interessante Sache werden :D


    Vielen Dank schon mal fürs lesen und für die Anregungen ^^

  • Hi, Etiam


    deine Änderungen finde ich gut, auch sehe ich selbst jetzt klarer, wo du uns eigentlich hinführen willst. Von daher - passt! :thumbup:

    Zu dem, was Alraniss über Frod gesagt hat - auch ich habe momentan noch Probleme, den Guten in eine Schublade einzusortieren. Ich kann ihn noch nicht richtig greifen. Um das deutlich zu machen, sag ich dir einfach mal, wie ich ihn sehe: Er ist der intellektuelle Part der Truppe, der Denker, aber auch der Besonnene, der Zögernde, Zweifelnde. Der, der nicht vorschnell handelt und redet. Er ist sich seiner Schwächen und Stärken bewusst und bewegt sich im Rahmen der von diesen gesteckten Grenzen. Dass Tjelvar die Ansagen macht, dass er selbst das Ziel seiner Forschungen aufgrund der neuen Erkenntnisse leicht abändern muss und dass Elina ihre Truppe künftig verstärkt, nimmt er klaglos hin. Ein geduldiger und kluger Mann mit einer gesunden Portion Schiss, die ihn vor Tollkühnheit bewahrt. Kein Anführer. Das ist Frod für mich. :)


    Für das Kapitel könnte ich mir "Durchkreuzte Pläne" oder "Neuer Ärger" vorstellen. :hmm:


    So. Ich stehe nun auch vor Jondrs Haustür. Lass uns reingehen! :thumbup:

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    • Offizieller Beitrag

    deine Änderungen finde ich gut, auch sehe ich selbst jetzt klarer, wo du uns eigentlich hinführen willst. Von daher - passt!

    yey, das freut mich ^^

    Er ist der intellektuelle Part der Truppe, der Denker, aber auch der Besonnene, der Zögernde, Zweifelnde. Der, der nicht vorschnell handelt und redet. Er ist sich seiner Schwächen und Stärken bewusst und bewegt sich im Rahmen der von diesen gesteckten Grenzen. Dass Tjelvar die Ansagen macht, dass er selbst das Ziel seiner Forschungen aufgrund der neuen Erkenntnisse leicht abändern muss und dass Elina ihre Truppe künftig verstärkt, nimmt er klaglos hin. Ein geduldiger und kluger Mann mit einer gesunden Portion Schiss, die ihn vor Tollkühnheit bewahrt. Kein Anführer. Das ist Frod für mich.

    Ok, das klingt aber eigentlich alles schon sehr gut. Würde bei keinem deiner genannten Punkte widersprechen. Jetzt versuche ich ihn noch etwas klarer bzgl. dieser Punkte zu zeichnen. Ich glaube die Schwierigkeit liegt darin, dass sein erstes PoV Kapitel direkt eins ist, wo er selber einen Änderungsprozess durchläuft. Er ist am Ende dieses Kapitels ein Stückweit anderer als zuvor. Jetzt nicht zu krass, aber doch schon ...
    Und weil vielleicht alles im Wandel ist, ist er vielleicht schwerer zu greifen, eben weil er sich bewegt. Aber vielleicht gibt es ein paar Eigenschaften (Die von dem Wandel unangetastet bleiben), die ich noch etwas stärker hervorheben kann. :hmm:



    Für das Kapitel könnte ich mir "Durchkreuzte Pläne" oder "Neuer Ärger" vorstellen.

    uh, "Neuer Ärger" gefällt mir auch ganz gut :hmm:


    So. Ich stehe nun auch vor Jondrs Haustür. Lass uns reingehen!

    Kommt dann die Tage :D Part ist schon fertig, muss nur noch was poliert werden :thumbsup:

  • Hey Etiam,


    ich meinte Frod ein wenig cooler machen im sinne von, besser.

    Ich stimme grundsaetzlich mit Tariq überein was die Eigenschaften von Frod angeht und wie er dargestellt wird.


    Ich habe nicht viel Erfahrung im schreiben, in Deutsch in der Schule hatte ich immer grotten schlechte Noten 😂

    Also nimm alles was ich sage mit einem kleinen Löffel Salz und lass dich nicht beirren was deinen Plan angeht!


    Mir fällt es schwer in Worte zu fassen was mir bei Frods Entwicklung nicht gefällt. Natürlich ist das auch meine ganz persönliche Meinung und subjektiver geht es nicht.

    Dennoch habe ich das Gefühl beim lesen, dass du als Autor selbst nicht zufrieden bist mit dem was du geschaffen hast.


    Du sagst es ist ein wichtiger Schritt, eine Transistion für Frod im weiteren Verlauf. Hier kommt mir das Wort "zwangsläufig" so stark in den Sinn, dass ich ein wenig den Eindruck habe, dass du dich selber ein Stück weit zwingst mit dem aktuellen Schritt.


    Nachdem ich eure Antworten gelesen hab, kam mir allerdings auch der Gedanke, dass ein guter Charakter in jeder Geschichte einen Punkt hat an dem der Leser ihn nicht mag.

    Wenn die Entwickling gelingt, mag man den Char allerdings hinterher mehr als vorher, dank des auf und abs.


    So das war so viel Konversation um den Brei herum, dass ich hunger bekommen habe 😂


    Nochmal zusammenfassend, Frod wirkt in diesem Kapitel erst rätselhaft, dann unsicher. Ein wichtiger Teil seiner Entwicklung und jetzt Teil seiner aktuellen Identität.


    Nach deinen Erklärungen bin ich jedenfalls gespannt was du noch daraus machst.


    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    ich meinte Frod ein wenig cooler machen im sinne von, besser.

    Ah ok^^


    Ja, ich kanns versuchen xD
    Ich werde wenn das Kapitel durch ist wahrscheinlich eh nochmal über jeden Part von diesem gehen.

    Ich habe nicht viel Erfahrung im schreiben, in Deutsch in der Schule hatte ich immer grotten schlechte Noten

    Ich glaube das ist kein guter Indikator für sowas ^^'
    Ich war in Deutsch so schlecht, dass ich am Ende noch in die Nachprüfung musste, um mich zu retten. :sack:
    Und mittlerweile bekomme ich ganz vernünftige Sätze auf die Beine, denke ich :) Das Forum hat mir da SEHR VIEL beigebracht. Alles was ich kann, habe ich eigentlich von hier. Mein erster Text den ich hier hochgeladen habe war ... nicht sehr gut ... ^^' Sagen wir es so.



    Dennoch habe ich das Gefühl beim lesen, dass du als Autor selbst nicht zufrieden bist mit dem was du geschaffen hast.

    Mja, das ist das Grundgefühl dieses Kapitels und scheint sich wohl durchzuziehen :hmm:
    Ich bin nicht mit dem Kapitel an sich unzufrieden. Aber es ist sehr schwer und ich habe halt nicht das Gefühl, dass ich es gelungen hinbekommen habe.
    Ich denke das "schwere" kommt daher, weil dieses Kapitel a) das ist, wo im Hintergrund am meisten passiert, von dem der Leser nichts weiß, ihm also viele Dinge komisch vorkommen (Angenommen wir hätten Frods Perspektive nicht ... allein bei ihm passiert ja gerade schon voll viel). Und b) NACH dem Kapitel werden WEGEN dem Kapitel im Hintergrund sich wieder einige Dinge bewegen.

    Ich bin einfach froh, wenn ich damit durch bin und es, für mein Gefühl, wieder normal weitergehen kann ^^'


    Du sagst es ist ein wichtiger Schritt, eine Transistion für Frod im weiteren Verlauf. Hier kommt mir das Wort "zwangsläufig" so stark in den Sinn, dass ich ein wenig den Eindruck habe, dass du dich selber ein Stück weit zwingst mit dem aktuellen Schritt.

    Ja, das ist gut möglich. Die Entfaltung muss jetzt recht zackig geschehen, weil ich es nicht weiter andere Sachen vorschieben will, sondern auch die Handlung vorantreiben möchte.
    Ich habe ja eigentlich schon im Kapitel zuvor, als Frod so schlecht gelaunt war, damit angefangen. Vielleicht muss ich noch was früher ansetzen, damit es flüßiger wird. Dann verliert man aber mehr Zeit von dem "normalen" Frod :hmm: Versteht man was ich meine? ^^'


    Nachdem ich eure Antworten gelesen hab, kam mir allerdings auch der Gedanke, dass ein guter Charakter in jeder Geschichte einen Punkt hat an dem der Leser ihn nicht mag.

    Wenn die Entwickling gelingt, mag man den Char allerdings hinterher mehr als vorher, dank des auf und abs.

    ok ... nehm ich gern xD
    Also ich denke ich weiß was du meinst :hmm: Bei manchen Chars ist so ein Punkt auch Vorgesehen, allerdings ohne es aktiv geplant zu haben.


    Vielen Dank für deine Antwort :D

    • Offizieller Beitrag

    Kapitel 10:
    Entführung


    Teil 4:

    Man musste ein paar Stufen hinaufgehen.

    Vor der Tür wandte sich Tjelvar noch mal ihnen zu. Gespannt schaute er in ihre Gesichter. „Bereit?“

    Frod und Elina nickten stumm.

    Dann drehte sich Tjelvar um und klopfte kraftvoll gegen die Tür.

    Es dauerte keinen vollen Atemzug, da öffnete Ulf schon. „Aha“, war seine kurze Antwort, bevor er jeden von ihnen eingehend musterte.

    Frod fiel sofort auf, dass der Dachdecker weniger zufrieden aussah, als es heute Mittag der Fall gewesen war.

    „Dann kommt mal mit.“ Nachdem sie eingetreten waren, führte er sie wortlos durch sein Haus.

    Währenddessen erblickte Frod in einem der Nachbarzimmer einen Hund. Er erinnerte sich daran, wie Durin das Haustier Ulfs ein ‚Monstrum‘ nannte. Dabei sah der zugegeben groß gewachsene Vierbeiner recht friedlich aus. Zusammengerollt lag er da, öffnete kurz die Augen und hob den Kopf, als der Besuch an ihm vorbeilief.

    Einen effektiven Wachhund sah Frod jetzt nicht in dem Tier. Und erst recht kein ‚Monstrum‘.

    Dennoch hätten sie ihn vielleicht mitnehmen sollen, wenn Durin Angst vor dem Hund hatte.

    Am Ende des Flurs kamen sie an eine Treppe, die nach unten führte. Als sie den Keller der Jondr betraten, warteten Birk und die anderen schon auf sie.

    „Ich halte das immer noch für eine schlechte Idee“, sagte Ulf, sobald er von der letzten Stufe trat. „Weiß Durin überhaupt davon?“

    „Er wird es bald erfahren.“ Birk stand mit verschränkten Armen gegen die Wand gelehnt.

    Das klingt zumindest schon mal so, als würde Birk improvisieren, dachte sich Frod. Ganz zum Missfallen Ulfs. Dieser schüttelte den Kopf und verschob eine Kiste, unter der sich eine Falltür verborgen hatte.

    Als sie geöffnet wurde, erwartete Frod ein kleines Depot oder Ähnliches zu sehen.

    Stattdessen legte Ulf einen schmalen Gang frei, dessen unförmige Stufen weiter in die Tiefe führten.

    Überrascht über diese seltsame Art, seine Behausung zu erweitern, beugte sich Frod vor. Wie lang diese Treppe sein mag? Dort unten gab es kein Licht und so wurde das Ende des Abstiegs von der Dunkelheit verschluckt.

    Als hätte Ulf seine Gedanken gehört, zündete er, mit Hilfe der Kerze, die er mit in den Keller nahm eine Fackel an.

    Das Feuer warf tanzende Schatten in den Tunnel und ließ Frod die unförmigen Wände betrachten. Man hatte sich einfach durch den erdigen Boden gegraben. Weiter unten erkannte er so etwas wie Stelzen, doch ausgemauert wurde der Gang nicht. „Was ist das?“, fragte er, nachdem er es schaffte, seinen Blick von dem Abgrund zu reißen.

    Birk stieß sich von der Wand ab. „Ich sagte doch ... wir gehen auf direktem Wege zu Durin.“

    Mit einem schiefen Lächeln betrachtete Elina das Loch. Sie zischte ungläubig durch die Zähne und schaute danach zu Birk. „Du glaubst doch nicht echt, dass wir da hinuntersteigen, oder?“

    „Was habt ihr schon zu befürchten? Ihr habt immerhin einen echten Magier dabei.“ Mit diesen Worten ging Birk auf Ulf zu und nahm ihm die Fackel aus der Hand.

    Frod lief es währenddessen eiskalt den Rücken hinunter. So wie er den Tonfall des Hünen interpretierte, hieße das nämlich, dass er ihm die Magiersache nicht abgekauft hatte und von Anfang an keine Bedrohung in ihm sah. Aber warum war er dann auf den Bluff im Lagerhaus eingegangen?

    Frod hoffte, dass Tjelvar recht hatte und die beiden wirklich hinter dem Rücken des Jarls arbeiteten und somit keine andere Wahl hatten, als mitzuspielen. Andernfalls wären sie aufgeflogen.

    „Aber ich sehe das Problem“, meinte Birk. „Auch wenn dieser Tunnel zu eng ist um das hier anständig zu benutzen, so fällt es euch sicherlich leichter zu vertrauen, wenn ich es ablege.“ Er öffnete eine Schnalle seines Gürtels und zog an diesem, so dass er samt dem daran befestigtem Schwert zu Boden fiel. „Nun Ihr“, sagte er und starrte Tjelvar an.

    Ohne eine Miene zu verziehen, holte dieser sein Messer hervor und legte es ebenfalls zur Seite.

    „Dann sollten wir jetzt keine Zeit mehr verlieren“, sagte Birk und begann als erster den Abstieg, dicht gefolgt von Krächz.

    Wie schon Birk musste Tjelvar gebückt gehen, als er den beiden folgte.

    Während Elina mit vorsichtigen Schritten die Stufen hinunterstieg, gab Ille Frod mit einer Handbewegung den Vortritt. „Nach dir.“

    „Im Leben nicht!“, zischte Frod schon fast feindseliger, als er es beabsichtigt hatte. Dennoch. Diesen Mann würde er nie wieder freiwillig in seinen Rücken lassen.

    Ille verstand. Und mit gesenktem Haupt schlich er Elina hinterher.

    Gerade als Frod auf die erste Stufe trat, hielt ihn Ulf nochmal an der Schulter fest. „Hier, nimm die Kerze. Ich finde auch ohne Licht aus meinem eigenen Keller heraus.“ Mit einem Mal war diese Freundlichkeit, die Frod von Ulf kannte wieder zurückgekehrt.

    Doch die Sorge, die seinen Blick, seit ihrer Ankunft begleitete, konnte er auch jetzt nicht verstecken.

    Wenn Frod nur wüsste, wem diese galt. „Danke“, sagte Frod, als er das Licht entgegennahm. Als er sich umdrehte und den anderen zu folgen begann, hörte er, wie sich die Luke hinter ihm knarzend schloss.

    Nun gab es nur noch den Weg nach vorne.

    Das Licht von Birks Fackel warf bizarre Schatten an die Wände, welche weiter unten nicht mehr erdig, sondern felsig waren. Es waren zwar viele Stufen, die sie hinabgestiegen waren, doch weniger als Frod es sich in seiner Fantasie ausgemalt hatte. Schon nach kurzer Zeit hatten sie den Punkt erreicht, an dem der Tunnel nur noch stur vorwärts führte. Da der Gang so eng war und zwischen Frod und Birk vier andere Leute liefen, war er froh über die Kerze, die Ulf ihm gegeben hatte.

    „Wurde das auch von den Zwergen erbaut?“, hallte nach Minuten des Schweigens Elinas Stimme durch den Tunnel.

    „Nein“, sagte Frod mit ziemlicher Gewissheit. Er strich über die schroffen Wände und erinnerte sich an die hölzernen Pfosten, an denen sie alle paar Meter vorbeiliefen. „Das hier wurde von Menschenhand geschaffen. Die Steinverarbeitung ist viel zu roh. Wenn du mal einen Zwergenkorridor gesehen hast, wirst du wissen, was ich meine.“

    „Das müssten die Versorgungstunnel sein“, meldete sich Ille. „Aus der Zeit des Tyrannen. Ich dachte die seien alle verschüttet.“

    Frod glaubte Birk sagen zu hören, dass das auf eine Vielzahl der Gänge zutraf. Hier hinten war es für ihn nur schwer möglich, die eher ruhigen und leisen Worte Birks vollends zu verstehen.

    „Was für ein Tyrann?“, fragte Tjelvar.

    Doch gerade als Ille ansetzte, fiel im Birk ins Wort.

    Diesmal so laut, dass Frod alles hörte.

    „Hälst du es wirklich für klug, Fremden unsere Geschichte zu erzählen?“

    Für einen Moment herrschte Stille.

    „Aber nur so können sie zu Vertrauten werden“, murmelte Ille schließlich.

    Ob Birk ihn gehört hatte oder nicht, konnte Frod nicht ausmachen. Er antwortete zumindest nicht darauf. Und eine Regung zeigte er auch nicht. Er führte sie einfach stur weiter durch die Höhle.

    „Das mit dem Vertrauen scheint ohnehin ein Problem in diesem Land zu sein“, brummte Tjelvar und Frod konnte ihm da nur zustimmen.

    „Viele Kulturen sind stolz auf ihre Geschichte“, entgegnete Frod. „Ich habe die Dun eigentlich auch so eingeschätzt, doch ihr scheint sehr verschlossen.“

    „Wir sind vorsichtig“, glaubte er Birk sagen zu hören.

    „Wie lange ist das denn her mit diesem Tyrannen?“, wollte Frod wissen.

    Keine Antwort. Weder von Birk noch von Ille oder Krächz.

    Am Ende war es Elina, die erneut die Stille durchbrach. „Vor vierzig Jahren etwa.“ Ihre Stimme klang genervt.

    Zuerst wusste Frod nicht warum. Wegen der Fragerei? Ihre darauffolgenden Worte gaben jedoch eine Ahnung, was der eigentliche Grund für ihre Gereiztheit war.

    „Oder, Ille?“, hakte sie lauter nach.

    Sie konnte es wohl nicht leiden, dass sich ihr Freund so von Birk und Durin einschüchtern ließ.

    Ja, der junge Mann wirkte auf Frod ebenfalls recht unterwürfig, aber was sollte er machen? Durin war der Kommandant und Ille ihm somit unterstellt. Das müsste eigentlich auch Elina klar sein. Rechtfertigen tat das Illes Handeln zwar nicht, doch Frod sah die Schuld eher bei Durin, was seine Spannung auf das bevorstehende Treffen nur noch mehr anfeuerte.

    „Ja“, gab Ille kleinlaut zurück, bestätigte somit Elinas Frage und verbesserte sie im gleichen Atemzug. „Es waren Zweiundvierzig Jahre.“

    Für jemanden wie Frod, der die Geschichte der Zwerge studierte und in Jahrtausenden dachte, war ein halbes Jahrhundert nichts. Ein Ereignis, welches die Bewohner solche Tunnel errichten ließ und in so junger Vergangenheit stattgefunden hatte, wird sicherlich seine Spuren in den Köpfen der Dun hinterlassen haben. Frod hoffte, dass Ille weiterreden würde, doch sein Mut schien ihn wieder verlassen zu haben und von nun an schwieg der Mann vor ihm.

    „Vierzig Jahre, hm?“, Tjelvar blickte kurz über seine Schulter und suchte Frods Blick. „Ist das die Ausrede dafür, dass die Dun nicht da waren, als Ödgard das Land mit Krieg übersähte?“

    Zu wahrscheinlich aller Überraschung, war es Birk, der weitersprach. „Es ist keine Ausrede!“ Der Ärger in seiner Stimme war deutlich zu hören. Dennoch drehte er sich nicht zu ihnen um, sondern führte seinen Weg fort. „Ihr dort unten wisst, was ein Enviki ist, oder?“

    Frod horchte auf. Erzählte er nun doch etwas? Wenn es um die Ehre des eigenen Volkes ging, wird er also redselig, stelle Frod fest. „Ja, nur nicht, ob es hier nach den gleichen Regeln gespielt wird.“

    „Naja, eine wird wohl immer gleich sein. Der Gewinner wird Jarl, der Verlierer stirbt. Eines Tages kam ein Mann in unsere Stadt und forderte unseren Herrscher zu einem Enviki heraus. Trotz aller Umstände, die gegen diesen Fremden sprachen, gewann er den Kampf ... und somit Dunhaven.“


    nächster Teil ...

  • Das ist ein spannender Teil. Ich mag die Art, wie du unaufdringlich Informationen in deine Erzählung einflichst, sei es nun mit Worten oder Frods Gedanken. "Die Treppe zum Keller" :rofl: und der Marsch durch den Gang sind spannend beschrieben. Auch habe ich als Leser wieder viel zu grübeln über das Verhalten von Birk, Ulf und Ille. Gefällt mir.

    Jetzt hoffe ich nur, dass Birk nicht da unten irgendwo ein zweites Schwert und ein paar Kameraden finden wird, die unseren drei Freunden ein freundliches Willkommen entbieten wollen.

    Kann weitergehen! :thumbup:


    Ach so, da wär noch was. Bereit für ...

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



    :cookie:


    ___________________

    • Offizieller Beitrag

    Das ist ein spannender Teil. Ich mag die Art, wie du unaufdringlich Informationen in deine Erzählung einflichst, sei es nun mit Worten oder Frods Gedanken.

    Danke für das Lob^^

    Jetzt hoffe ich nur, dass Birk nicht da unten irgendwo ein zweites Schwert und ein paar Kameraden finden wird, die unseren drei Freunden ein freundliches Willkommen entbieten wollen.

    xD
    Wir werden sehen :sarcastic:


    Mit der Zeit habe ich mich diesmal schwer getan ^^; Deshalb hierfür noch mal ein besonderer Dank. Ich hab mir die Korrekturen und Ideen alle schon durchgelesen und werde davon auch das meiste übernehmen, denke ich.

  • Hey Etiam


    Ich bin auch mal wieder da :)


    Teil 3


    Teil 4

    Ist auch wieder so ein "Fußmarsch-Kapitel" (Wort Neuschöpfung meinerseits xD), aber ich denke du suchst nach Möglichkeiten, wie du die Lore deiner Welt erzählen kannst, ohne das die Gruppe nur stur an einem Lagerfeuer sitzt. Von daher ist es in Ordnung. An dieser Stelle allerdings wieder mal die Frage, ob du nicht zwischendurch mal ein Kapitel einschieben könntest, wo du an einer anderen Stelle erzählst? Du hast ja noch andere Protas gehabt. Nur so ein Gedanke.

    Da sitzen sie wieder alle und fressen Eis ... Als wüssten sie nicht, wie ein Bier aufgeht!

    • Offizieller Beitrag

    Einen allein hat er zuvor nicht gehen lasse wollen, aber jetzt ziehen sie zu dritt davon? Sinn?

    Ja aber sie ziehen ja zu dritt in die entgegengesetzte RIchtung :hmm:
    Also keiner würde es schaffen zu Durin zu laufen UND dann zu Ulf zu laufen, bevor Tjelvar und co bei Ulf ankommen. Sobald wer fehlen würde, wüsste man ja schon direkt was abgeht ... Oder habe ich hier einen Denkfehler?

    Den Satz verstehe ich nicht

    Frod will feststellen, dass seine Schriften nicht beschädigt sind.

    SIE schaute aber er blickte auf IHN? :)

    Elina schaut auf TJelvar, dieser auf Frod.

    Für IHN werd ich dann Frod als Namen einsetzen.

    Für mich ist das Wichtigste hier, dass Elina der Gruppe beitritt und evtl. noch Frods Grübeleien. Evtl. kannst du das ja noch in das vorherige Kapitel mit einweben? Da war das Streitgespräch eh schon vorhanden.

    Meinst du Part oder Kapitel? Weil in beidem gab es ein Streitgespräch ^^;



    Ich habe anfangs auch gerne diese Filler-Kapitel geschrieben

    Ich schreibe sie nicht gerne ^^;
    Den Weg zur Heldenstatue hatte ich anfangs geskippt habe diesen aber jetzt benutzt, um TJelvar Plan zu erklären, weil das zuvor etwas wirr wirkte.


    Das wäre mein Vorschlag bezüglich des Kapitels wie gewünscht

    Es bestand ja vorher die Überlegung das gesamte Kapitel einfach wegzulassen. Aber da dachte ich, dass ich mir das nur einrede, weil ich weiß dass es schwer wird und dem so ausweichen will.
    Warum ich mich dann doch entschieden habe es reinzunehmen:

    aber ich denke du suchst nach Möglichkeiten, wie du die Lore deiner Welt erzählen kannst

    Es gibt viele Hintergrundinfos, die man für die nächsten Kapitel zumindest mal gehört haben sollte.
    Vielleicht ist das auch einfach Bad Writing, wenn man das so vorbereitet, ich weiß es nicht. Momentan sitze ich hier und streiche sehr viel und versuche Erklärungen so kurz wie möglich zuhalten, damit es nicht in Infodump ausartet. AUch geben ich mir Mühe die Informationen natürlich einfließen zu lassen. Das sind zum einen Hintergrundgeschichten zur Stadt, aber auch was in den Chars vor sich geht und Kleinigkeiten, an die ich einfach nur nochmal erinnern möchte, weil ich weiß, dass sie nach diesem Kapitel nicht mehr existent sein werden. Es wird dann also schwerer darauf Bezug zu nehmen und wirkt dann vielleicht auch unnatürlicher.


    ohne das die Gruppe nur stur an einem Lagerfeuer sitzt.

    Hätte ich an sich auch kein Problem mit, passt aber für mich momentan nicht zur Stimmung. Auch wenn es sich vielleicht gerade nicht so anfühlt, sind sie immerhin in Bewegung und das finde ich besser.

    An dieser Stelle allerdings wieder mal die Frage, ob du nicht zwischendurch mal ein Kapitel einschieben könntest, wo du an einer anderen Stelle erzählst?

    Meinst du Perspektivisch? Also außerhalb Dunhavens zum Beispiel? Dann hier ein kleiner Spoiler

    Du hast ja noch andere Protas gehabt. Nur so ein Gedanke.

    Falls du Dwan meinst. Mit dem verfolge ich zur Zeit andere Pläne.


    Ok. Ich bin gerade am überlegen, wie ich zumindest den Weg zu Ulf raffen kann. Vielleicht überspringen sie den Marktplatz wo sie sich ein zweites Mal trennen. Dann muss ich die Heldenstatue aber doch wieder früher erwähnen. Alternativ wäre dieses Kapitel zu skippen und mal versuchen wie der Leser ohne die ganzen HIntergrundinfos zurecht kommt und es einfach auf ihn wirken zu lassen. Sah ich zuerst wirklich als Option, aber da habe ich als Autor mittlerweile das Gefühl, dass der Leser nicht hinterherkommen wird.


    Zwischenweg wäre nur die Entführung mit reinzunehmen. Birk nicht auftauchen zu lassen und die Gruppe eine Stealthmission zu Durin zu machen. Aber auf dem Weg werden sie sicherlich vom Jarl entdeckt. Immerhin haben sie wie der Leser keine Ahnung von den Beobachtern. Das würde sich zuerst gut lesen lassen aber später in der Geschichte könnte man das zurecht hinterfragen.


    Ich hardere momentan etwas mit der Struktur. Vielleicht setze ich zuviel voraus. Oder denke es wird zuviel gebraucht. Eins von beidem.

    Ist auch wieder so ein "Fußmarsch-Kapitel"

    So wie es jetzt ist, komme ich um den Fußmarsch als solches aber auch nicht drumherum. Weil sie sonst vom Jarl gesehen werden musste ich einen Umweg reinbringen. Ich könnte den natürlich jetzt schnell abhandeln. Vlt braucht ihr die ganzen Lore infos auch nicht. Das Problem ist nur, wenn ich sie später bringe habe ich das Gefühl sie sind schon zu spät. Das meine ich mit Bad Writing. Ich habe nicht viel Zeit den ganzen Scheiß unterzubringen.
    Und spätestens seit diesem Kapitel weiß ich ja, dass es für die Leser sonst an den Haaren herbeigezogen wird. Es werden Dinge geschehen, die zwar Sinn machen, aber solange der Leser nicht weiß dass sie Sinn machen (weil er sich mehr Background wünscht) machen sie für ihn in diesem Moment einfach auch keinen Sinn. Punkt. Und das ist was schlechtes. Es fühlt sich direkt an wie schlecht geschrieben. Vielleicht ist es das dann auch. Aber das war genau der Fall, als sie Frod befreit haben und aus dem Lagerhaus kamen. Ihr hattet zu wenig Infos = Ihr wart komplett verwirrt. Ich habe Infos hinzugefügt, es war weniger verwirrend, es hat für euch vielleicht mehr Sinn gemacht, aber der Sinn der Geschichte als solche, hat sich die ganze Zeit nicht verändert :hmm: Die Chars handeln immer noch gleich.


    Vielleicht merkt man, dass ich gerade etwas ratlos bin ^^' Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, noch so viel erzählen zu müssen, bis man dann bei Durin ist. Und selbst da habe ich die Befürchtung, dass sich die Auflösung ERSTMAL schwach anfühlen wird, weil wieder sehr viel im Hintergrund geschehen wird. In den Köpfen der Leute, in die wir nicht hinein schauen können. Oder auch, was sie tun, wenn unsere PoV nicht da sind. Vielleicht habe ich mich da auch ein bisschen verrannt.
    Mit dem Ziel ein schnelles Pacing zu erzielen habe ich große Ereignisse recht früh gesetzt ohne zu schauen, ob ich genug Zeit habe diese Aufzubereiten. Das passiert nun und wir verlieren genau das, was zu Anfang noch der Plan war. Das schnelle Pacing.

    Passender Weise sind die Kapitel, die ich bei mir in der Überarbeitung sehe Kapitel 7 und 10. Also beides langsame Kapitel, die die Welt näher bringen und nicht direkt die Handlung als solches weiterführen. Dennoch hatte Kapitel 7 immensen Einfluss, auch wenn man es zudem Zeitpunkt nicht gespürt hat. Frods Zweifel kommen eigentlich nur von diesem Kapitel. Die Entführung war nur die Kirsche auf der Sahne. So wird auch Kapitel 10 großen EInfluss (bei weitem größeren) auf das direkte Geschehen danach haben. Aber das hilft mir nicht, wenn bis dahin die Leser abgesprungen sind.

    Naja, ich mach an der Stelle mal lieber Schluss mit dem Kommi. Ist eh schon viel zu lang. Wenn du anhand dem was ich gesagt habe konkrete Vorschläge hast, was du vielleicht ändern würdest (ich weiß, ist immer schwer ohne Spoiler und so) würde ich mir die gerne durchlesen.

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    Kapitel 10:
    Entführung


    Teil 5

    „Und dieser Fremde war der Tyrann“, schlussfolgerte Frod.

    „Unter seiner Herrschaft waren wir Gefangene im eigenen Land. Seine Entscheidungen brachten Hunger und Leid über unser Volk. Als der erste Winter vorbei und der göttliche Schutz des Enviki verflogen war, wurde er deshalb selbst zu einem Jarlskampf herausgefordert. Doch der Krieger der sich dafür gemeldet hatte unterlag und all jene, die ihn unterstützt hatten, wurden hart bestraft. Im folgenden Jahr das Gleiche wieder. Ein weiterer tapferer Kämpfer, der das Enviki verlor, wieder mussten seine Anhänger teuer dafür bezahlen.“

    „Danach waren die Dun gebrochen“, verriet Krächz, der kurz über seine Schulter zu ihnen schaute. „So erzählten es mir meine Großeltern.“

    „Manche glaubten sogar, es sei der Wille der Götter“, fuhr Birk fort. „Ob aus diesem Grund oder aus Furcht vor seinen Barbaren, die er von außen holte, immer mehr Familien unterstützten diesen Tyrannen. Und der hatte kein Interesse in einen Krieg zu ziehen, der nur seine Nachbarn betraf.“

    „Aber ihr habt doch sicherlich davon mitbekommen, oder?“, fragte Frod. Den Schrecken, den Ödgard in Ymir verbreitete, erstreckte sich über mehrere Jahre.

    „Vater ... also Durins Vater, erzählte uns, dass man von Ödgard und seinen Berserkern aus dem Süden gewusst hatte. Aber selbst, wenn wir hätten kämpfen dürfen, unsere Krieger waren nur ein Schatten ihrer selbst. Magere Gestalten, die nicht einem von Ödgards Soldaten hätten gefährlich werden können.“

    „War ja auch ein Grund, warum niemand mehr den Tyrannen herausgefordert hatte“, meinte Krächz. „Alle zu schwach.“

    Das ergab Sinn, dachte Frod. Diesem Umstand war es also zu verdanken, dass die Dun nicht auf den Schlachtfeldern Ymirs zu sehen gewesen waren.

    In den anderen Ländern ist diese Geschichte nie wirklich angekommen. Teils wurden die Dun für ihre Zurückhaltung in diesem Krieg geächtet und als Feige oder egoistisch betrachtet. Aber jetzt hatte Frod die Ausmaße dieser Schreckensherrschaft gehört und ein klareres Bild vor Augen.

    Seitdem ist die Stadt und das Land aber wieder zu einem wichtigen Teil Ymirs geworden. Irgendwie hatten sie diese dunkle Zeit überwunden.

    „Wie habt ihr es geschafft, zu alter Stärke zu finden?“, fragte Frod.

    „Nicht aus eigener Kraft“, murmelte Birk.

    „Ein Held kam übers Wasser zu uns“, erzählte Krächz. „Er forderte den Tyrannen heraus und gewann.“

    Ein Held? Frod überlegte kurz, ob es einen Zusammenhang zu der Heldenstatue gab. Er hatte sie älter geschätzt. Wenn sie erst zum Ende der Schreckensherrschaft gebaut wurde, dann ... Moment. Wie alt ist eigentlich Baleson? „Hat den Held jemals wieder jemand zum Enviki herausgefordert?“

    Vor ihm schüttelte Ille den Kopf.

    „Dann ist Baleson sein ...“

    „Ja.“ Mehr als diese knappe Antwort hatte Birk wohl nicht übrig.

    Baleson war also der Sohn dieses Helden. Irgendwie konnte sich Frod das nur schwer vorstellen. Aber das hatte bestimmt positive Auswirkungen auf den Ruf des Jarls, den er bei der Bevölkerung genoss. Während er darüber nachdachte, hatte er nicht bemerkt, dass die anderen vor ihm stehen geblieben waren. Unvermittelt lief er in Illes Rücken. Dabei wäre ihm fast die Kerze aus der Hand gefallen. „Was bei ...?“ Als er über Illes Schulter hinweg nach vorne schaute, sah er die Abzweigung, die für den plötzlichen Halt verantwortlich war.

    „Kommt!“, rief Birk, der sich längst für einen Weg entschieden hatte.

    Es war Tjelvar, der wie angewurzelt stehen blieb und gebannt in die Finsternis des anderen Weges stierte.

    „Was ist?“, fragte Elina.

    Doch Tjelvar wandte sich nicht ihr, sondern Birk zu. „Wohin führt dieser Gang?“

    „Spielt das eine Rolle?“

    Frod sah nur Tjelvars Rücken, weshalb er nicht wusste, wie sein Freund auf diese Frage reagierte, doch bewegen tat er sich keinen Millimeter und stumm blieb er auch.

    Birk verdrehte schließlich die Augen. „Er führte zu einem Haus einer Gründungsfamilie von Dunhaven, die durch den Tyrannen ausgelöscht wurde. Damit seine Leute den Weg nicht fanden, wurde der Eingang entfernt und der Tunnelabschnitt verschüttet. Er führt also nirgendwo hin ... verstanden?“ Das weitere Schweigen nahm Birk als Antwort hin. „Gut, dann können wir jetzt weitergehen. Wir werden noch an ein paar solcher Abzweigungen vorbeikommen. Wenn das bei jeder so lange dauert ...“ Er brach den Satz ab und drehte sich wieder um.

    Sie folgten ihm und auf dem Weg kamen sie an zwei weiteren Abbiegungen vorbei, doch Birk wusste stets, wie er zu gehen hatte. Er überlegte nicht eine Sekunde, bevor er sich für einen Gang entschied.

    Schließlich erreichten sie Stufen, die nach oben führten.

    Birk stieg diese wortlos empor, ohne sich nochmal umzudrehen.

    Auch wenn Frod das Ende der Treppe nicht sah, wusste er, sie waren da.

    Oben angekommen, öffnete Birk eine Luke und hielt diese für den Rest auf.

    Besonders Tjelvar musste sich über den Umstand freuen, wieder aufrecht stehen zu können. Er hielt sich den Rücken und schlenderte durch den Raum, in dem sie sich nun befanden.

    Überall standen Fässer und Regale, die von oben bis unten mit Flaschen gefüllt waren.

    Anscheinend war Durin ein Liebhaber edler Tropfen.

    „Folgt mir“, sagte Birk und verließ den Raum.

    Mit jedem Schritt, den sie durch den angrenzenden Flur gingen, schlug Frods Herz stärker in seiner Brust. Ein verstohlener Blick zu Tjelvar sollte ihm verraten, ob dieser auch so aufgeregt war. Aber vergebens. Sein Freund ließ sich mal wieder schwer durchschauen.

    Irgendwann blieben sie vor einer verschlossenen Tür stehen und Birk nutzte diesen Moment, um besonders Tjelvar nochmal einer Musterung zu unterziehen. Danach atmete er einmal tief durch und öffnete die Tür.

    Einer nach dem anderen traten sie in die Stube, die durch ein paar Kerzen beleuchtet wurde. Es war ein großer Raum mit viel Platz. Ihnen gegenüber befanden sich Fenster so wie eine Tür, die ins Freie führte. Hätten sie sich allein zu Durin aufgemacht, wären sie vermutlich hier hereingekommen.

    In diesem Fall stünden sie auf dem Fell eines Bären, welches vor der Tür ausgebreitet lag.

    Links von ihnen, wo Birk seine Schritte hinlenkte, befand sich ein runder Tisch, an dem sechs Personen gleichzeitig Platz gefunden hätten. Aber in dieser Nacht saß dort nur einer. Durin.

    Er hatte den Kopf auf seine Hände gestützt und brütete über ein Pergament, welches zweifelsohne aus Frods Tasche stammte.

    Als Frod sah, wie die Stirn des Kommandanten in Falten lag, huschte ihm ein kurzes Lächeln über die Lippen. Scheint so, als käme Durin nicht so gut klar mit Aldwa. Doch würde er tief genug in den Schriften wühlen, bekäme er schon die Antworten, die er sucht.

    Da nur Tjelvar Aldwa sprach, aber Frod Tag und Nacht mit den Texten arbeiten wollte, hatten sich beide große Mühe gegeben, um alles so gut wie möglich zu übersetzen.

    Während sie sich dem Tisch näherten, sah Frod, ein unfertiges Omgibrett, welches von dem Pergament halb überdeckt wurde. Dieses uralte Spiel war ihm noch aus seiner Zeit als Streuner bekannt. Damals nahm er Geld dafür, den Reichen seine Zaubertricks zu präsentieren. Omgibretter hatte er dort einige Male gesehen und nicht selten wurde er zu einer Partie herausgefordert.

    Ziel war es, die gegnerischen Steine mit den Eigenen zu umzingeln.

    Und auch wenn er nie sonderlich gut in solch taktischen Scharmützeln war, so reichte es für eine Vielzahl seiner Herausforderer aus. Trat er jedoch mal gegen einen richtigen Meister an, so merkte er schnell, wo seine Grenzen waren. Für einen Moment fragte er sich, ob Durin so ein Meister war, doch so wie der Kommandant ihn jetzt anstarrte, schaute er eher wie diejenigen, die Frod binnen weniger Züge umzingelt hatte.

    „Birk?“, verlangte er nach einer Erklärung.

    „Du hattest recht“, kam die Antwort hastig. „Aber ich war zu langsam und dann ... hatte ich keine andere Wahl. Und als ich ...“

    „Schon gut“, sagte Durin und hob beschwichtigend die Hand.

    Wirkte er eben so, als hätte man ihn auf dem falschen Fuß erwischt, schien er nun wieder alles unter Kontrolle zu haben.

    Aber überrascht hatten sie ihn mit Sicherheit. Denn der Kommandant hatte sich bereits sein Nachthemd angelegt.

    Auch wenn er ohne den prächtigen Pelzkragen um seine Schultern nicht mehr so imposant wirkte wie heute Mittag, eine gute Statur hatte er allemal. Durin war ein trainierter Mann und zu allem Überfluss bemerkte Frod erst jetzt das Schwert, welches am Tisch lehnte.

    Sofort wandte er seinen Blick von der Waffe ab, um Durin nicht auf dumme Gedanken zu bringen.

    Doch der Kommandant schielte nicht einmal in diese Richtung. Er drehte seinen Stuhl etwas zu ihnen und lehnte sich dann in diesem zurück. Seine Hände legte er gefaltet in seinen Schoß und sein Blick wanderte von Elina über Frod und blieb schließlich bei Tjelvar hängen. „Ihr hättet auf dem Fest bleiben sollen, Südländer.“

    „Wenn Ihr mir unsere Sachen gebt, mache ich mich direkt auf den Weg dorthin.“

    Durin schüttelte den Kopf. „Ihr wisst, dass ich das nicht tun kann.“

    „Nein, ehrlich gesagt wissen wir gar nichts“, sagte Frod. „Ihr zeigtet Euch als jemand, der an unsere Sache glaubt, zumindest Interesse daran hatte. Warum versucht ihr also, unser Vorhaben zu vereiteln?“

    „Ihr missversteht die Lage, Magier. Ich handle nur auf Befehl meines Jarls.“

    Er erzählte die gleiche Geschichte, wie Birk. Vielleicht hatte Tjelvar unrecht und sie waren wirklich auf Geheiß Balesons ausgeraubt worden.

    Während Tjelvars Stimme vorhin noch recht besonnen klang, war nun eindeutig der Ärger aus ihr zu hören. „Ach ja? Was will er denn mit den Karten? Er interessiert sich einen Scheiß dafür! Hat uns rausgejagt und sogar aus seiner Stadt verbannt.“

    Durin zuckte trotz des lauter werdenden Tons nur beiläufig mit der Schulter und sprach dann ebenso ruhig wie zuvor „Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung, was er damit will. Vielleicht sperrt er es in seine Bibliothek zu all dem anderen alten Wissen, vor dem sich der alte Mann so fürchtet.“

    Auch wenn Durin keine großen Emotionen zeigte, so waren diese Worte nicht mit Wohlwollen für seinen Jarl geschmückt.

  • Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    Einmal editiert, zuletzt von Tariq ()

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    Ich habe einen neuen Part dabei. Aber nicht so richtig. Eigentlich ist es der erste Part von Kapitel 10 in einer alternativen Version.

    Ich bin nämlich momentan am überlegen die aktuelle Struktur von diesem Kapitel umzuwerfen. Durch die letzten Kommis kam ich zu der Überlegung, wie es wohl wäre, wenn man nicht diesen langen Fußweg zwischen Lagerhaus und Durin geben würde. Dadurch fallen natürlich ein paar Sachen weg, andere bleiben erhalten. Damit das ganze aber so passiert habe ich eine kleine Stellschraube verändert. Und zwar habe ich mich gefragt, wie das Szenario verlaufen wäre, wenn Birk NICHT aufgetaucht wäre. Also wenn er zum Beispiel zu spät gekommen wäre.

    Große Teile dieses ersten Parts laufen deshalb gleich ab, weil hier Birk ja auch erst am Ende aufgetaucht ist. Damit es in der Struktur des Threads nicht all zu durcheinander wird, werde ich die Links neu setzen, wodurch dies hier dann auch der erste Part in der Inhaltsangabe wird. Tut mir leid, wenn das für euch als Leser dann immer noch verwirrend ist oder ihr diesmal nicht allzu viel neues präsentiert bekommt. Aber ich bin der Meinung, dass dies das Kapitel vielleicht nochmal stärken kann. Und wer weiß, vielleicht ist es dann am Ende auch nicht mehr mein Hass-Kapitel.

    Ich habe schon viel, aber noch nicht alles von euren vorherigen Kommentraren eingebaut (Das beschränkt sich aber eigentlich nur auf sprachliche Sachen.) Ideen und Anmerkungen müssten alle mit drin verarbeitet sein. :hmm:

    Naja, hier der neue erste Teil


    Kapitel 10

    Neuer Ärger


    Teil 1:

    Wie paralysiert saß Frod auf dem Stuhl, an dem man ihn festgebunden hatte. Der Fetzen Stoff in seinem Mund diente als Knebel und die Fesseln waren so stramm, dass seine Arme taub wurden. Er konnte nicht mal sagen, ob er noch seine Handschuhe trug oder nicht. Dazu kam ein pulsierender Schmerz am Hinterkopf, der ebenfalls bestätigte, dass er noch am Leben war. Durch den Dunst, der ihn umgab und direkt auf der Schwelle zwischen Ohnmacht und Bewusstsein liegen musste, hörte er, wie sich zwei Männer miteinander stritten. Was genau sie sagten, verstand er nicht.

    Immer wieder driftete Frod ins Dunkel ab.

    Es dauerte, bis er einigermaßen bei sich war und es verlangte viel Konzentration, die Umgebung als solche wahrzunehmen.

    Wo war er? Was war geschehen?

    Immer, wenn der Schwindel etwas nachließ, bemühte er sich, diese Fragen zu beantworten.

    Das unruhige Licht einer Fackel erhellte die Mitte des Raumes. An den dunkleren Rändern erkannte er aufeinandergestapelte Kisten und Säcke. Von draußen waren gedämpft die Klänge des Lichterfestes zu vernehmen und verrieten, dass man sich wohl in der Nähe des Hafens befand.

    All diese äußeren Einflüsse versuchte Frod in seinem Kopf zu sortieren und so langsam dämmerte es ihm. Er wurde entführt.

    Und die zwei Männer vor ihm standen waren dafür verantwortlich. Inzwischen hatte sich ihr Streit gelegt. Der eine saß auf einem Stuhl und wippte aufgeregt mit dem Fuß, der andere streifte durch den Raum und blickte zu Boden. Beide waren sie vermummt. Eine Kapuze so wie Tücher, welche sie über Mund und Nase trugen, verbargen ihr Gesicht.

    Als der Wandernde zu ihm hinübersah und merkte, dass Frod erwacht war, stockte er in seiner Bewegung.

    Frods Herz begann schneller zu schlagen und er wandte seinen Kopf von dem Entführer ab.

    Doch zu seinem Unbehagen, kam dieser auf ihn zu. Er hockte sich direkt vor ihm und stammelte etwas davon, dass es ihm leidtäte und sie das nicht gewollt hätten.

    Als Frod die Stimme hörte, kam sie ihm bekannt vor und schließlich war es seine Neugier, die ihn doch zu einem flüchtigen Augenkontakt trieben.

    Panik und Sorge glaubte er in dem kurzen Moment erkannt zu haben. Und auf einmal kam es Frod wieder in den Sinn. Es war dieser Ausdruck, an den er sich erinnerte. Das Letzte, was er sah, bevor er das Bewusstsein verloren hatte.


    Allmählich kehrten die Bilder zu ihm zurück.

    Als er vom Pinkeln wieder in den Stall gekommen war, hatte er Ille dabei erwischt, wie er seine Sachen durchwühlt hatte. Doch noch ehe er ihn fragen konnte, was dieser Mist sollte, spürte er einen dumpfen Schlag an seinem Hinterkopf und ging zu Boden.


    Bei dem Mann, der jetzt vor ihm kniete und sich versuchte für etwas zu entschuldigen, was unentschuldbar war, handelte es sich um Ille.

    Frod war sich ganz sicher. Doch warum sollte dieser sowas tun?

    In den wenigen Stunden, in denen er den jungen Mann kennenlernen durfte, hatte er ein gänzlich anderes Bild von ihm gesehen.

    Auch wenn Ille Soldat war, so machte er Frod von Anfang an einen friedfertigen Eindruck. Was trieb ihn zu dieser Tat? Und zu was würde es ihn noch treiben?

    Unsicher schaute Frod zu Illes Partner hinüber. Über diesen Mann wusste er gar nichts. Nur, dass er es wohl war, der ihm eine übergezogen hatte. Er und Ille hatten sich gestritten. Ging es dabei etwa um ihn? Wie es mit ihm weitergehen sollte? Waren sie sich uneins?

    Immer mehr kreiste Frod das Gefühl der Ungewissheit ein.

    Wenn ihre Unentschlossenheit das Einzige war, was ihn noch am Leben hielt, dann sollte ihm schleunigst etwas einfallen. Er zuckte zusammen, als Ille die Hände auf seine Knie legte.

    „Du brauchst keine Angst zu haben.“

    Seine Worte verpufften für Frod. Nichts würde er diesem Mann je wieder glauben und es machte ihn wütend, dass er es überhaupt wagte, ihn beruhigen zu wollen. Schließlich war er für den Scheiß verantwortlich und vielleicht log er ohnehin. Am liebsten hätte Frod sich von ihm weggedreht, doch die Fesseln ließen ihn sich nur wenige Millimeter auf dem Stuhl bewegen.

    „Komm, lass ihn in Ruhe“, sagte der Andere, mit der wohl kratzigsten Stimme, die Frod je vernommen hatte. Doch auch in ihr lag so etwas wie Entrüstung? Oder Bedauern?

    Wie ihm geheißen, ließ Ille ab und schlurfte mit gesenktem Haupt wieder durch den Raum.

    Was war mit ihnen? Beide schienen nicht hinter ihrer Tat zu stehen. Zuerst hatte Frod gedacht, dass Ille unter dem Befehl des anderen stand. Vielleicht war dem auch so, aber der Gedanke, dass die Entführung von diesem Mann ausging, wurde schwächer. Möglicherweise kam diese Anordnung von weiter oben und die beiden führten nur aus, was ihnen gesagt wurde.

    Vielleicht saßen sie deswegen in diesem Lagerhaus rum, ohne das etwas passierte. Frod kam zu dem Punkt, dass sie hier nicht hielten, um zu überlegen, wie man weitermachen würde, sondern weil man auf wen wartete. Und als hätte das Schicksal nur darauf gewartet, dass er diesen Gedanken zu Ende führte, hörte er im hinteren Teil des Raumes etwas klirren.

    Sofort schlug Frods Herz mit doppelter Geschwindigkeit und auch wenn es seine Fesseln nicht zuließen, versuchte er sich lang zu machen, um in die Dunkelheit zu spähen.

    „Los schau nach!“, zischte Ille.

    Nanu? Warten sie doch nicht auf wen? Aber wenn es keiner von ihnen ist, wer dann?

    Sofort keimte Hoffnung in Frod und sein Herz machte einen Sprung, als er sah, wer sich dort aus der Dunkelheit löste.

    Hinter einem Stapel Kisten trat Tjelvar hervor und noch bevor Illes Partner reagierte, hämmerte sein Freund ihm die Faust ins Gesicht.

    Es war immer wieder erstaunlich, wie viel Kraft Tjelvar aus so kurzen Bewegungen schöpfte.

    Er hatte nicht mal ausgeholt und trotzdem reichte es, sein Gegenüber zu Boden zu schicken.

    Einen gedämpften Jubel presste Frod durch den Knebel hervor.

    Ungebremst setzte Tjelvar seinen Weg fort und steuerte zielgerichtet auf Ille zu.

    Der junge Mann hob schon abwehrend die Hände. „Wartet, wir wollen nicht kä ...“

    Ein satter Schlag in die Magengrube beendete das Gestotter und brachte ihn zum Schweigen. Wie ein nasser Sack fiel auch er zu Boden.

    Dieser Mann war eine Naturgewalt, dachte Frod.

    Mit einer Kopfbewegung gab Tjelvar ein Zeichen, woraufhin Elina ins Licht trat und sofort Frods Fesseln löste.

    Den Göttern sei Dank.

    Währenddessen kniete Tjelvar sich zu seinem jüngsten Opfer, zog ihm die Kapuze vom Kopf und riss ihm das Mundtuch vom Gesicht. „Ich wusste es“, kam es von ihm, grollend, wie von einem Vulkan.

    „Wir können das erklären“, sagte Illes Partner.

    „Krächz?“, entfuhr es Elina, als sie die kratzige Stimme hörte.

    Wenn das der Spitzname des Mannes war, dann war er mehr als passend.

    Nachdem Frod endlich von seinen Fesseln befreit war, entfernte er sich selbst den Knebel und stand auf. „Sie haben mir im Stall aufgelauert!“, japste er. „Sie wollten meine Tasche mit den Schriften.“ Das Gefühl, wieder normal zu atmen, war fast noch befreiender, als nicht länger an diesen verdammten Stuhl gebunden zu sein.

    „Seid ihr völlig verrückt geworden?“ Elinas Stimme überschlug sich zu einem Kreischen, als sie die beiden anschrie. „Was hat das alles zu bedeuten?“

    „Elina, es tut mir leid!“, jammerte Ille.

    Energisch packte Tjelvar ihn am Kragen und zog ihn zu sich. „Hör auf dich zu entschuldigen und beantworte ihre scheiß Frage!“ Seine Augen waren weit aufgerissen und Frod meinte das Knirschen seiner Zähne zu hören, so schäumte sein Freund vor Wut.

    Als Ille stammelnd nach Worten suchte und ihnen erklärte, dass er es nicht verraten durfte, wusste Frod, dass Tjelvar nicht zufrieden mit dieser Antwort sein würde.

    Wutschnaubend drückte er ihm das Knie auf die Brust, wodurch Ille aufschrie.

    „Ich folge nur Befehlen“, presste er unter Tjelvars Gewicht hervor.

    „Wessen Befehle“, schnauzte dieser ihn an.

    „Durin“, sagte Elina und trat einen Schritt an Ille heran. „Ist es nicht so? Er steckt dahinter, oder?“

    Sie bekam keine Antwort. Ille wand sich nur, unter Tjelvar und versuchte, sich zu befreien.

    „Dass du immer blind diesem Arschgesicht hinterherläufst, egal wie oft er dich schikaniert ... Dass du Unschuldige entführst ... Bei den Göttern, Ille! Hast du dir nichts dabei gedacht?“

    Ein kleinlautes „Entschuldigung“, war alles, was von ihm kam.

    „Nein ... Diesmal nicht“, flüsterte Elina und sah betrübt zu Boden.

    Am liebsten hätte Frod es gehabt, wenn sich Tjelvar den ganzen Tag so um Ille kümmern würde, doch er bat seinem Freund von ihm runterzukommen.

    Erst nach Luft ringend, dann sich schützend zusammenrollend, kauerte Ille weiterhin auf dem Boden.

    „Wo sind meine Sachen?“, fragte Frod. Er hatte sich schon umgeguckt, entdeckte seine Tasche jedoch nirgends.

    „Wir haben sie übergeben“, sagte Krächz, der sich mittlerweile wieder aufgerappelt hatte. Er zuckte zusammen, als Tjelvar an ihm vorbei ins Freie marschierte.

    Verwirrt schauten sich Elina und Frod an, ehe sie ihm folgten.

    Die frische Nachtluft war wie ein Segen. Vor wenigen Minuten noch, schien es in weiter Ferne auf den Straßen dieser Stadt zu wandeln.

    Auch wenn seine Rettung schnell und problemlos abgelaufen war, so sah Frod sie nicht als selbstverständlich an. Der Schock saß immer noch in den Gliedern und er merkte bereits jetzt, wie ihm jede dunkle Ecke bedrohlicher vorkam und ihn jegliche Geräusche erschrocken herumfahren ließen.

    „Wo willst du hin?“, fragte Elina Tjelvar, als sie ihn eingeholt hatten.

    „Zu Durin“, sagte er und ging weiter. Erst als Elina ihn darauf hinwies, dass er doch gar nicht wüsste, wo dieser sich aufhielt, blieb er stehen und drehte sich um. „Weißt du, wo er wohnt?“

    Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute sie ihn an. „Ich ... äh ja, aber ...“

    „Gut, dann wirst du uns zu ihm führen“, entschied Tjelvar.


  • Heyho, Etiam , hab die neue Version gelesen. Viel ist ja nicht geändert, nur dass Birk halt nicht auftaucht.

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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  • Hey Etiam,


    der Part ohne Birk gefällt mir sehr viel besser. Liest sich einfach runder. Bin gespannt wie du die anderen Infos einfliessen lassen wirst die bisher von Birk kamen.


    Edit: Hab grade gelesen was Tariq geschrieben hat. In dem Punkt mit Tjelvar stimme ich ein wenig überein. Mir würde es auch gefallen wenn er das entscheidet während er noch auf Ille kniet. Im Sinne von: Er Versucht die Infos direkt von Ille zu bekommen, Elina gibt die info dass sie wisseb koennte wo Durin wohnt, Tjelvar wendet sich zu Elina mit einem düsteren Blick: Du wirst uns zu Durin führen Elina.


    Oder sie nehmen Ille direkt als Führer.



    Liebe Grüße

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    Aloha ihr zwei.

    der Part ohne Birk gefällt mir sehr viel besser.

    Ok, das ist schon mal gut. Dann haben sich die Änderungen dahingehend schon mal gelohnt.

    Okay. Das ist also der neue Schluss. Und ehrlich - er kommt mir ziemlich ... unüberlegt vor. Die Absicht, Durin aufzusuchen, in allen Ehren, aber warum stellst du Tjelvar so :pflaster: :pflaster: :pflaster: dar, dass er losstapft, ohne zu wissen, wohin er überhaupt gehen soll? Das kratzt bei mir mächtig an seinem Image, tut mir leid. :pardon:

    Edit: Hab grade gelesen was Tariq geschrieben hat. In dem Punkt mit Tjelvar stimme ich ein wenig überein. Mir würde es auch gefallen wenn er das entscheidet während er noch auf Ille kniet. Im Sinne von: Er Versucht die Infos direkt von Ille zu bekommen, Elina gibt die info dass sie wisseb koennte wo Durin wohnt, Tjelvar wendet sich zu Elina mit einem düsteren Blick: Du wirst uns zu Durin führen Elina.

    Hier nimmt es dann langsam ab ^^'


    Aber das sollte ja kein großes Problem sein, dass zu tauschen. Wie im Spoiler beschrieben würde die Diskussion ja jetzt direkt folgen, aber dann werde ich die einfach VOR dem verlassen der Lagerhalle schieben. Das sollte nichts am Plot ändern, verbessert aber vielleicht die Struktur.