Ymir, Ark 1 "Die Lichter von Dunhaven"

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    hallo ihr zwei ^^

    Ich muss aber sagen das ich mir stetig schwerer tue, die ganze Lore im Auge zu behalten. Das mag natürlich auch an dem sporadischen Lesefluss liegen aber trotzdem pendeln wir viel zwischen dem Vorwärtskommen in der Gegenwart und Erzählungen der Vergangenheit hin und her.

    Meinst du mit Vergangenheit das, was bereits in der Geschichte passiert ist, oder das, was sogar noch vor den Ereignissen der Geschichte spielt?

    Es geht aktuell noch aber mein Lesegeschmack meldet schon sehr stark, dass er gerne weiter in der aktuellen Story vorrücken möchte.

    Ok, diese "Warnung" nehme ich ernst.
    Ich hatte gehofft, das nach dem kürzen des Kapitels etwas entschärfen zu können, aber ich stimme zu, dass es immer noch sehr lang ist.
    Und auch, wenn ich glaube, dass es am Partweise lesen liegt, mlöchte ich natürlich nicht alles darauf schieben :hmm:

    Ist weiteres Kürzen überhaupt der richtige Weg? Oder hast du da was anderes im Sinn?
    Recht hast du auf jeden Fall. Dieses Kapitel ist kein effektives weiterkommen im Plot, sondern eher ein positionieren.

    So lange haben wir jetzt schon keinen Draug mehr gesehen und die Sache mit der Höhle in der die Zeit anders verläuft ist auch schon so weit zurück.

    Aber ich würde auch nicht sagen, dass nur Kapitel in denen Draugr vorkamen Plotrelevant waren bzw. den Plot vorangetrieben haben.
    Ich weiß natürlich wann der nächste Draugr auftaucht ^^'
    Die Höhle haben wir zwar nicht mehr gesehen/gehört, aber Dwan/der Totengräber aus dem Kapitel kam im letzten Kapitel wieder vor.


    Ich fürchte irgendwie, dass sich das alles etwas zu stark auseinanderzieht um dann noch wieder zusammenfinden zu können.

    Also um das wiederzusammenfinden mache ich mir gar keine Sorgen. Eher darum, dass es dem Leser zu langweilig ist. Oder das dieses empfinden des auseinandergezogens anderweitig dafür sorgt, dass man die Geschichte abbricht. Deswegen bin ich am überlegen, was ich da machen könnte. Vlt auch nicht unbedingt kürzen, sondern versuchen die jetzige Handlung mehr mit dem, was du dir wünschst zu verbinden?



    von der Entwicklung her gefällt mir das ganz gut. Immerhin bekommt Durin durch diese Hintergrundstory als Charakter etwas mehr Tiefe verpasst und sein Verhalten wird nachvollziehbar.

    Das ist im Grunde das, was ich mir vorgestellt habe. Dann haben wir nämlich erstmal alle bis hierhin wichtigen Chars beisammen.

    Das hier nur mal beispielhaft herausgepickt: Durch das "war" und "waren" schaffst du Distanz.

    ja, dieses Distanzding ist nh gute Sache. Also, dass es dir aufgefallen ist. Mir nämlich nicht xD Das ist dann vielleicht schon nextLevel. Muss ich ein bisschen mehr drauf achten.



    Hiermit setzt du die Beschreibung fort und nimmst vorweg, WIE Durin etwas sagt, noch bevor er es überhaupt gesagt hat. Das empfinde ich etwas seltsam...obwohl der Gedankengang von Frod schon irgendwie gut ist...eventuell kann man das verkürzen und Durin ERST sprechen lassen, bevor Frod es bewertet oder vergleichen kann.

    hm ja, ich weiß was du meinst. Weiter unten hattest du einen ähnlcihen Punkt, wo ich dir auch zustimmen würde. Ich glaube an dieser Stelle hier, würde ich das so lassen, weil ich will, dass man die Worte das erste Mal so mitbekommt, wie Frod es mitbekommen hat. Und nicht erst liest (eigene Wahrnehmung) und dann erst erzählt bekommt, wie Frod das aufgefasst hat. Aber im allgemeinen gehe ich da mit, dass ich es auch lieber mag, wenn sowas erst im nachhinein steht.



    Du legst scheinbar viel Wert darauf, immer wieder zu betonen, dass es Frods Beschreibungen / Beobachtungen sind. Das ist meiner Meinung nach eigentlich gar nicht nötig. Für mich ist es klar, dass es Frods Perspektive ist.

    Ja, ich hatte mir eure Perspektiven Tipps damals im Elina Kapitel vielleicht ein bisschen zu sehr zu herzen genommen ^^'



    Wenn würde ich schreiben, seine Brauen schoben sich zusammen.

    Ist das dann noch Vergangenheit? Sry, wenn sich die Frage dumm anhört. Manchmal kann ich mir Sätze zig mal vorsagen und ich rall nicht, welche Zeit das ist Oo


    Also Danke euch beiden, bis hierhin.
    Ich habe sowhl positives, als auch den Wink mal was passieren zu lassen mitgenommen.
    Ich habe es wohl endlich geschafft Dinge in diesem Kapitel so wirken zu lassen, wie sie sollen. Andererseits scheint abseits des Kapitels die Struktur gerade etwas aufzustoßen :hmm: Stand jetzt bin ich nur was Planlos, was ich da machen kann. Ich würde schon fast sagen ... mal abwarten, wie es sich entwickelt?

  • Hey Etiam :)

    Ok, diese "Warnung" nehme ich ernst.
    Ich hatte gehofft, das nach dem kürzen des Kapitels etwas entschärfen zu können, aber ich stimme zu, dass es immer noch sehr lang ist.
    Und auch, wenn ich glaube, dass es am Partweise lesen liegt, mlöchte ich natürlich nicht alles darauf schieben :hmm:

    Ist weiteres Kürzen überhaupt der richtige Weg? Oder hast du da was anderes im Sinn?
    Recht hast du auf jeden Fall. Dieses Kapitel ist kein effektives weiterkommen im Plot, sondern eher ein positionieren.

    Ich bin mal so frei und lasse dich an meinen Gedanken hierzu teilhaben :)

    Kürzen wäre eine Möglichkeit. Aber ich selbst tue mich mit sowas auch immer schwer. Denn das kommt manchmal der Amputation eines Körperteils gleich :rofl: Zumindest gefühlt!


    Aber was wäre denn, wenn du uns unterschwellig immer mal wieder an dem teilhaben lassen würdest, was sich gerade vor den Toren abspielt. ich meine, mich erinnern zu können, dass die Draugr quasi schon im Anmarsch sind... oder belagern sie nicht schon das Tor? War das nicht der Grund, warum Tjelvar und Frod noch geduldet werden, weil da draußen schon Gefar in Verzug ist? :hmm: Keine Ahnung, vielleicht habe ich das jetzt auch falsch abgespeichert. Aber ich denke, du könntest etwas mehr Spannung einbauen, wenn du ab und an mal Bezug drauf genommen wird. Anspielungen auf neue Schreckensberichte...Schwerverletzte, die gebracht werden...vielleicht muss sogar das Fest abgebrochen werden wegen einer Panik, die plötzlich ausbricht, weil....keine Ahnung....der Boden anfängt zu Beben, sich der Himmel zuzieht...und nebenbei in dieses ganze Chaos fällt dann auch noch die Entführung und so weiter...das würde auch verdeutlichen, warum es Durin plötzlich so wichtig ist, schnell an die Karten zu kommen...


    Ich weiß nicht, ob das in dein Konzept passt, aber ich würde es wahrscheinlich so versuchen....also, den Leser durch solche Spannungshäppchen bei Laune zu halten. :)


    Ja, ich hatte mir eure Perspektiven Tipps damals im Elina Kapitel vielleicht ein bisschen zu sehr zu herzen genommen ^^'

    Ja, schon klar :) Jetzt musst du nur aufpassen, dass du es nicht übertreibst.


    Ist das dann noch Vergangenheit? Sry, wenn sich die Frage dumm anhört. Manchmal kann ich mir Sätze zig mal vorsagen und ich rall nicht, welche Zeit das ist Oo

    Na ja,...die Vergangeheit ist in dieser Geschichte ja quasi die Gegenwart, weil ja ALLES in der Vergangeheit erzählt wird. Insofern hast du schon recht, dass die Vergangeheit in der Vergangenheit mit: ....seine Augenbrauen hatten zu zusammengezogen....beschrieben werden müsste.

    Ich finde es aber eigentlich immer ganz gut, wenn der Prota seine Wahrnehumgen in Echtzeit mit dem Leser teilt...deshalb würde ich dafür plädieren zu schreiben: Seine Augenbrauen schoben sich zusammen....sie tun es also gerade in diesem Moment. Aber ich glaube, das ist hier an der Stelle pillepalle und auch ein bisschen Geschmacksache. Deshalb mach wie du meinst :)


    LG,

    Rainbow

  • Meinst du mit Vergangenheit das, was bereits in der Geschichte passiert ist, oder das, was sogar noch vor den Ereignissen der Geschichte spielt?

    Was von der Lore erzählt wird. Also beispielsweise jetzt die Erzählungen über den Tyrannen.


    Ok, diese "Warnung" nehme ich ernst.
    Ich hatte gehofft, das nach dem kürzen des Kapitels etwas entschärfen zu können, aber ich stimme zu, dass es immer noch sehr lang ist.
    Und auch, wenn ich glaube, dass es am Partweise lesen liegt, mlöchte ich natürlich nicht alles darauf schieben :hmm:

    Ist weiteres Kürzen überhaupt der richtige Weg? Oder hast du da was anderes im Sinn?
    Recht hast du auf jeden Fall. Dieses Kapitel ist kein effektives weiterkommen im Plot, sondern eher ein positionieren.

    Kürzen ist immer so eine Sache. Irgendwie hat man ja einen Platz für alles bereits Geschriebenes in seiner Geschichte gehabt und man läuft Gefahr etwas gutes zu verlieren. Ich kenne deinen Aufbau ja nicht aber evtl. kann man immer sporadische Teile zwischen die aktuellen Kapitel einspielen, die eine alternative Sichtweise der Welt zeigen. Keine Ahnung ob das geht, aber evtl. ist der Mann aus Tjelvars Vision eine Option? Oder eben der Kerl aus der Zeit-Höhle? Oder eine ganz andere Person, die vielleicht sogar hops geht, bevor sie sich in den Haupt-Plot einfügen kann? Einfach um eine zusätzliche Perspektive einzubringen.Es muss nicht viel sein, aber evtl. kann man schon etwas für die Zukunft teasern?

    Manchmal wirkt es auch schon interessanter, wenn man einfach einen Tapetenwechsel bei den Protas bekommt. Ich hatte etwa bei mir selber das Problem, dass ich erst viele Marc-Kapitel abgefertigt habe, dann welche mit Lizzy und dann kam erst Louis. Ich hab die Teile von Louis dann gepackt und zwischen Marc und Lizzy Kapitel eingeschoben. Es hat zeitlich funktioniert, das ganze gelockert und zugleich - zumindest für meinen Geschmack - ein paar Cliffhanger erzeugt, die für Spannung sorgen. :)


    Aber ich würde auch nicht sagen, dass nur Kapitel in denen Draugr vorkamen Plotrelevant waren bzw. den Plot vorangetrieben haben.
    Ich weiß natürlich wann der nächste Draugr auftaucht ^^'
    Die Höhle haben wir zwar nicht mehr gesehen/gehört, aber Dwan/der Totengräber aus dem Kapitel kam im letzten Kapitel wieder vor.

    Mit den Draugr wollte ich eigentlich nur auf Action ala Hackschnitzel anspielen :P Ich warte schon länger drauf, dass Tjelvar mal seine Muckis zum Einsatz bringen kann :D


    Also um das wiederzusammenfinden mache ich mir gar keine Sorgen. Eher darum, dass es dem Leser zu langweilig ist. Oder das dieses empfinden des auseinandergezogens anderweitig dafür sorgt, dass man die Geschichte abbricht. Deswegen bin ich am überlegen, was ich da machen könnte. Vlt auch nicht unbedingt kürzen, sondern versuchen die jetzige Handlung mehr mit dem, was du dir wünschst zu verbinden?

    Sorry, wollte damit nicht deine Plot-Fähigkeiten in Frage stellen. Was ich meine, ist, dass evtl. manche Infos schon so weit zurückliegen, dass man sie nicht mehr richtig im Kopf hat, wenn sie dann für den großen Bums relevant werden. Kürzen habe ich ja oben angesprochen. Wobei mir hier jetzt eine Idee für das genaue Gegenteil gekommen ist. Etwa die Erzählung von dem Tyrannen. In deiner Version ist sie passiv. Es wird von der Vergangenheit berichtet, der Leser ist aber nicht dabei. Evtl. gibt es eine Möglichkeit, einen Part aus Durins Sicht zu schreiben, wo er noch jung ist und die Folgen dieser schrecklichen Zeit erlebt? Evtl. auch mit ansieht wie die Statue errichtet wird usw. Weiß jetzt gerade nicht, ob das zeitlich passt aber es würde der Sache mehr Tiefe geben und den Blickwinkel auf die Geschichte kurzzeitig ändern. Bei dem Aufeinandertreffen mit Tjelvar kannst du die Details dann rauskürzen und nur etwa sagen: "Durin erzählt eine düstere Geschichte über einen Tyrannen blabla..."

    Nur so eine Idee die man evlt. an anderen Stellen auch nutzen kann :)

    Da sitzen sie wieder alle und fressen Eis ... Als wüssten sie nicht, wie ein Bier aufgeht!

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin mal so frei und lasse dich an meinen Gedanken hierzu teilhaben :)

    Kürzen wäre eine Möglichkeit. Aber ich selbst tue mich mit sowas auch immer schwer. Denn das kommt manchmal der Amputation eines Körperteils gleich :rofl: Zumindest gefühlt!

    true xD Außerdem habe ich in diesem Kapitel schon viel gekürzt. Es gab vorher ja eine (wesentlich längere) Version.
    Das soll jetzt nicht heißen, dass ich nicht mehr bereit wäre weitere Dinge zu kürzen, doch solangsam fängt es dann doch an, an die Substanz zu gehen. Also an Dinge, bei denen ich eigentlich glaube, dass sie nicht fehlen dürfen ^^'


    Aber was wäre denn, wenn du uns unterschwellig immer mal wieder an dem teilhaben lassen würdest, was sich gerade vor den Toren abspielt. ich meine, mich erinnern zu können, dass die Draugr quasi schon im Anmarsch sind... oder belagern sie nicht schon das Tor? War das nicht der Grund, warum Tjelvar und Frod noch geduldet werden, weil da draußen schon Gefar in Verzug ist? :hmm: Keine Ahnung, vielleicht habe ich das jetzt auch falsch abgespeichert.

    Nein nein, du hast schon recht. Die Draugr belagern gerade das Tor und man wartet quasi darauf, dass diese Horde wieder weiterzieht. Aber die Idee gefällt mir gut. Also mehr Anspielungen, was sich da vor den Toren abspielt. Vieleicht kann Frod das auch nochmal einwerfen als Argument, worauf Durin ihm dann nur erwidert, dass er sehr wohl weiß, wie sich seine Männer fühlen, dass diese Kriese schon lange genug dauert und sie selbst schon ihre Erfahrungen gesammelt haben. Oder so in der Art. Dann bleibt vielleicht mehr im Kopf, warum man überhaupt tut, was man da gerade tut.



    Anspielungen auf neue Schreckensberichte...Schwerverletzte, die gebracht werden...

    Genau, sowas sehe ich da


    vielleicht muss sogar das Fest abgebrochen werden wegen einer Panik, die plötzlich ausbricht, weil....keine Ahnung....der Boden anfängt zu Beben, sich der Himmel zuzieht...

    Das eher weniger ^^' ABER ich überlege mal. Man könnte es vielleicht mit dem Aufbruch von Tjelvar und Elina von dort verbinden. Aber ... die Panik passt mir bis jetzt noch nicht ins Bild. Sie beißt sich nicht mit dem, was ihr schon gelesen habt (da würde es bestimmt gut reinpassen), sondern eher mit dem, was noch kommt.


    das würde auch verdeutlichen, warum es Durin plötzlich so wichtig ist, schnell an die Karten zu kommen...

    jaaaaaaa, ich weiß was du meinst ... das mit Durin ist ja so eine Sache. Mal schauen, wie sich die Dinge ihn bzgl noch entwickeln ... :whistling:

    Aber ich glaube, das ist hier an der Stelle pillepalle und auch ein bisschen Geschmacksache. Deshalb mach wie du meinst

    Ich GLAUBE trotzdem es halbwegs verstanden zu haben ^^'



    Was von der Lore erzählt wird. Also beispielsweise jetzt die Erzählungen über den Tyrannen.

    Ok, verstehe. Das würdest du skippen? Ich wäre dem nicht 100% abgeneigt, aber würde da erstmal abwarten, wie es sich mit dieser Information entwickelt. Ich versuche die Geschcihte Dunhavens ein bisschen einzuspielen, auch damit andere sachen nachher logischer wirken. Zumindest erhoffe ich mir das.



    evtl. ist der Mann aus Tjelvars Vision eine Option? Oder eben der Kerl aus der Zeit-Höhle?

    Das ist der gleiche ^^' Dwan, der Totengräber.


    Werde ich noch verdeutlichen müssen :hmm:



    Oder eine ganz andere Person, die vielleicht sogar hops geht, bevor sie sich in den Haupt-Plot einfügen kann? Einfach um eine zusätzliche Perspektive einzubringen.Es muss nicht viel sein, aber evtl. kann man schon etwas für die Zukunft teasern?

    hm, also von anderen Perspektiven halte ich jetzt nicht so viel. Wir werden zwischendurch zu anderen Chars gehen, aber momentan sehe ich den Mehrwert da nicht. Generell war diese Geschichte (zumindest Band 1) darauf ausgelegt der Core Gruppe durch das Abenteuer zu folgen.

    Evtl. gibt es eine Möglichkeit, einen Part aus Durins Sicht zu schreiben, wo er noch jung ist und die Folgen dieser schrecklichen Zeit erlebt? Evtl. auch mit ansieht wie die Statue errichtet wird usw. Weiß jetzt gerade nicht, ob das zeitlich passt aber es würde der Sache mehr Tiefe geben und den Blickwinkel auf die Geschichte kurzzeitig ändern.

    Passt zeitlich, aber auch davon bin ich kein wirklicher Fan.
    In Magische Welten (also meiner alten Geschichte), hätte das sicherlich gut reingepasst, aber Flashbacks passen mir irgendwie nicht zum Stile Ymirs. Alte Dinge sind alt und werden erzählt. Man muss sich auf Überlieferungen verlassen oder selber Nachforschen. Auch der Leser soll Vergangenes als solches wahrnehmen.
    Eine Geschichte mit Flashbacks gibt dem ganzen direkt einen anderen Vibe finde ich. Da sehe ich die Story gerade nicht.

    Manchmal wirkt es auch schon interessanter, wenn man einfach einen Tapetenwechsel bei den Protas bekommt. Ich hatte etwa bei mir selber das Problem, dass ich erst viele Marc-Kapitel abgefertigt habe, dann welche mit Lizzy und dann kam erst Louis. Ich hab die Teile von Louis dann gepackt und zwischen Marc und Lizzy Kapitel eingeschoben. Es hat zeitlich funktioniert, das ganze gelockert und zugleich - zumindest für meinen Geschmack - ein paar Cliffhanger erzeugt, die für Spannung sorgen. :)

    Das ist doch der Tapetenwechsel, Frods erstes Kapitel ;(

    Ja, ich weiß was du mit dem Tapetenwechsel meinst. Bei Magische Welten bin ich ja auch fröhlich durch die Gegend gehüoft. Aber für mich ist Ymir eine sehr zentrierte Geschichte. Auch, dass alles so auf die Stadt fixiert ist, gehört dazu.


    "Durin erzählt eine düstere Geschichte über einen Tyrannen blabla..."

    uff, das fänd ich sehr mau ^^'

    Ach mann, ich will gar nicht alles niedermachen, was du sagst. Nur dieser Perspektivteil, den sehe ich momentan nicht. Es ist eigentlich nur der eine Punkt, wo ich dir widerspreche, ansonsten lese ich alles sehr gespannt, ich finde deine Beobachtungen sehr hilfreich.

    Mit den Draugr wollte ich eigentlich nur auf Action ala Hackschnitzel anspielen :P Ich warte schon länger drauf, dass Tjelvar mal seine Muckis zum Einsatz bringen kann :D

    Es wird kommen, ich verspreche es dir! Und damit meine ich nicht "in ferner Zukunft..." sondern ... schon recht bald ^^'
    Aber ich sehe natürlich, dass auf später vertrösten diesen Teil des Bandes deswegen nicht besser macht. :hmm:

    Ich hab auch kurz überlegt, ob ich dir einfach spoilern soll, wann die action wieder losgeht, aber das ändert ja auch nichts :hmm:
    Selbst wenn ich jetzt sage, dass das Kapitel vorbei ist, nur noch ein Part kommt und da nur noch Nachwehen statt neuer Infos auftauchen werden, weil wir nun erstmal alle Infos haben, damit die Geschichte weiterrollen kann, ändert das nichts.
    Das Pacing ist abhanden gekommen ^^'

    Sorry, wollte damit nicht deine Plot-Fähigkeiten in Frage stellen.

    Alles gut^^ Und darfst du ruhig. Ich finde es besser jemand sagt was und man kann es ändern, als dass man dann am Ende blöd dasteht und niemand die Geschichte lesen will.


    Ich denke viel drüber nach in letzter Zeit, wie man das verbessern könnte. Aber ich werde wie angekündigt das Kapitel erstmal zu Ende schreiben. Ein letzter Part fehlt ja noch.

  • Ok, verstehe. Das würdest du skippen? Ich wäre dem nicht 100% abgeneigt, aber würde da erstmal abwarten, wie es sich mit dieser Information entwickelt. Ich versuche die Geschcihte Dunhavens ein bisschen einzuspielen, auch damit andere sachen nachher logischer wirken. Zumindest erhoffe ich mir das.

    Skippen ist das falsche Wort. Ich würde eher nach Möglichkeiten suchen, das anders zu arrangieren. Das zwischen den Erzählungen einfach mehr Schritttempo reinkommt und wir zugleich in der Geschichte weiterkommen. Also evtl. Infos kürzen aber dennoch bringen oder es findet sich zu einem späteren Moment noch mal eine Möglichkeit, diese einzubringen.

    Das ist der gleiche ^^' Dwan, der Totengräber.

    Ups, das hab ich nicht gerafft. An was hätte man das erkennen sollen? Evtl. ist das ja wie befürchtet schon zu lange her für mein Hirn :hmm:


    Das gehört für mich alles irgendwie zusammen.

    Ich habe keine Flashbacks aus Erzählerperspektive gemeint die keiner der Protas selbst miterleben hat können. Aber eine aktiv erzählte Erinnerung oder ein Albtraum (bei dem der Charakter emotional mitten drin ist) wirkt anders als wenn "nur" jemand sagt, dass dies und jenes damals so schrecklich war oder dies und das passiert ist. Die Abkürzung bei Durin war nur als Beispiel gemeint, dass man dann halt nichts doppelt auftischt. Dadurch verlängert man dann auch die Geschichte nicht weil man ja an einer anderen Stelle kürzen kann und hat dafür einen Tapetenwechsel drin. Durin wäre für mich wie gesagt ein Kandidat für sowas oder auch Elinas Vergangenheit. Evtl. können bestimmte Ereignisse auch einen Flashback bei Tjelvar auslösen wie er Frod getroffen hat?

    Nicht alles würde natürlich den Text kürzen aber ich kann mir vorstellen, dass es den Lesefluss interessanter gestaltet, wenn man zwischendurch mal aus den aktuellen Ereignissen rauskommt. Besser wäre für mich wie gesagt nur noch wenn man halt einen parallelen Erzählstrang hätte, den man folgen kann :)

    Das ist ein Thema, da kann dir Tariq vermutlich noch ein Lied davon singen. Da bin ich bei den Guardians 1 auch recht lästig gewesen :blush:

    So, jetzt genug Wall of Text von mir :P

    Da sitzen sie wieder alle und fressen Eis ... Als wüssten sie nicht, wie ein Bier aufgeht!

    • Offizieller Beitrag

    Skippen ist das falsche Wort. Ich würde eher nach Möglichkeiten suchen, das anders zu arrangieren. Das zwischen den Erzählungen einfach mehr Schritttempo reinkommt und wir zugleich in der Geschichte weiterkommen. Also evtl. Infos kürzen aber dennoch bringen oder es findet sich zu einem späteren Moment noch mal eine Möglichkeit, diese einzubringen.

    Also was ich auf jeden Fall vorhabe ist das Kapitel 7 noch zu kürzen, was genau diese Info Sache angeht. Also versuchen die Infos kürzer rüberzubringen.Das war das Kapitel, wo sie aus dem Jarlshaus kommen und zu dem Tor von Helhaven gehen.

    Ups, das hab ich nicht gerafft. An was hätte man das erkennen sollen? Evtl. ist das ja wie befürchtet schon zu lange her für mein Hirn

    Sie hatten beide den gleichen Namen xD Und zwar Dwan. Ich habe mir darüber aber heute schon ein paar Gedanken gemacht und Ideen gefunden, wie ich das verbinden kann.

    Aber dass du das nicht mehr verbinden kannst nehme ich dir nicht übel, denn zwischen Kapitel 4 (Interludium) und Kapitel 9 (Begleitung im Dunkeln) liegt ein Jahr(!) Und ich meine nicht in der Geschichte, sondern hier im Forum. Kap.4 wurde am 13.März2021 gestartet, Kap.9 am 28.März2022. Es liegt also tatsächlich einige Zeit dazwischen.

    Und das gleiche ist natürlich auch der Fall, wenn wir vom letzten Draugrkampf reden ... Der ist nohcmal einen Monat früher gewesen, also zu heute mehr als 1 1/2 Jahre.
    Ich will das Problem nicht kleinreden. Aber wenn man nicht nochmal alles am Stück gelesen hat, ist das Partweise lesen bei solchen Abständen wohl auch dafür schuldig, die Abstände zu verzerren.


    Aber deswegen nehme ich es auch niemanden übel, wenn er mal was vergisst. Leider macht es das acuh für mich umso schwerer, einzuschätzen wie Dinge bzgl der Vergangenheit im fertigen Werk nun wirklich rüberkommen würden. Aber das sieht man wohl erst, wenn der Band fertig ist.

    oder es findet sich zu einem späteren Moment noch mal eine Möglichkeit, diese einzubringen.

    Dann wird man auch das besser einschätzen können. Ich suche da momentan nach Möglichkeiten. Finde aber noch nichts. Ist aber auch ein Grund, warum ich das Kapitel erstmal zu Ende schreiben will.



    Ich habe keine Flashbacks aus Erzählerperspektive gemeint die keiner der Protas selbst miterleben hat können. Aber eine aktiv erzählte Erinnerung oder ein Albtraum (bei dem der Charakter emotional mitten drin ist) wirkt anders als wenn "nur" jemand sagt, dass dies und jenes damals so schrecklich war oder dies und das passiert ist.

    Ja, ich glaube wir meinen das Gleiche. Ich habe vielleicht das falsche Wort benutzt. Flash suggeriert natürlich das plötzliche zurückwerfen und das Wort Flashback bezieht sich ja auch auf eine Person, die ein Erlebnis nochmal erlebt in Gedanken oder so ähnlich. Ich meinte aber einfach dass wir Zeitsprünge machen und ich Geschehnisse so darstelle, aus schreiberischer Sicht, als würden sie gerade eben passieren.
    Aber wie gesagt, das sehe ich momentan nicht. Ja klar, es wirkt anders, als wenn man es als Leser selber miterlebt. Aber genau deswegen will ich es auch nicht. Man soll es nicht genau so erleben wie die Dinge die gerade passieren. Es ist Vergangenheit. Und jeder erzählt sie auf seine eigene Art (also ich mein die Inworld Chars.) Früher hätte ich auch locker zu einer Rückblende (Das ist glaube ich das Wort, dass ich gesucht habe) gegriffen. Aber ich bin davon kein großer Fan mehr. Es wirkt im ersten Augenblick viel näher und intensiver nimmt aber auch gleichzeitig das Geheimnisvolle/Mystische. Es ist einfach eine andere Art des erzählens. In Magische Welten habe ich das gemacht und würde es wieder tun. Die Geschichte war auch verspielter und bunter. In Ymir bietet sich das für mich zu diesem Zeitpunkt nicht an. Es würde mich auch eher rausreißen.
    Ich weiß, das ist vielleicht genau das, was du willst ^^; Aber ich habe das Gefühl es käme jetzt ungelegen. Tjelvar, Frod und Elina sind jetzt wichtig. Und ihre Situation ist akut (DAS muss ich ausarbeiten). Ich hab auch nicht das Bedürfnis hier einen Cliffhanger zu erzeugen. Irgendwie würde das für mich nicht Stimmungstechnisch passen :hmm: Aber es wird solche Dinge geben. Wir werden nicht NUR bei den dreien bleiben. Wir werden auch mal an andere Orte hüpfen, wenn acuh eher lokal in diesem Band. Aber alles zu seiner Zeit.

    Durin wäre für mich wie gesagt ein Kandidat für sowas oder auch Elinas Vergangenheit. Evtl. können bestimmte Ereignisse auch einen Flashback bei Tjelvar auslösen wie er Frod getroffen hat?

    Durin soll etwas uneinsichtig bleiben. Laut eurem Feedback bewegt er sich zumindest in dem Rahmen, den ich haben will. Eine Reise in seine Vergangenheit dazu noch aus seiner Perspektive mit seinen Gedanken halte ich da für Kontraproduktiv. Elinas Vergangenheit: Sie ist noch die, wo ich mir das am ehesten vorstellen könnte. Aber fühlt sich das nicht an wie eine Bremse? Grade jetzt? Sie ist auf jeden Fall ein offener Mensch. Also man kann zumindest die Situation erschaffen, dass sie etwas erzählt.
    Bei Tjelvar und Frods Treffen habe ich mich tatsächlich entschlossen es NIE zu zeigen xD Hier und da wird vielleicht mal was dazu gesagt, aber genaueres behalte ich für mich ^^



    Besser wäre für mich wie gesagt nur noch wenn man halt einen parallelen Erzählstrang hätte, den man folgen kann :)

    Weißt du warum das so ist? Allgemeiner Geschmack oder zieht der eine Strang hier nicht so?
    Es wird in naher Zukunft zwar ein paar Stränge geben, die sich mal vom Hauptplot lösen, aber gerade in Band 1 ist eigentlich alles ziemlich Zielgerichtet.


    btw: Das Lichterfest und die Vision mit Dwan, war nie geplant. Die ist mir spontan eingefallen und wurde dann eingeschoben. Vielleicht wirkt es auch deswegen etwas länger :hmm: Aber das wäre jetzt so ein Punkt, denn ich fest machen müsste, wenn man mich fragen würde, wo der rote Faden mal etwas franste und wir einen Schlenker gemacht haben. Das Pacing war hier gefühlt auch auf seinem Tiefpunkt.

    • Offizieller Beitrag

    Kapitel 10:

    Neuer Ärger


    Letzter Teil:

    Es war gut zu beobachten, wie Tjelvar jegliche Gesichtszüge entglitten, wie ihm jedweder Ausdruck in den Augen verloren ging. „Was?“ Seine Stimme war heiser, kaum wahrnehmbar.

    „Ich habe keinen Plan, es tut mir leid. Ich wollte nur ein Massaker verhindern und ...“

    Ehe Frod sich versah, machte Tjelvar einen Schritt nach vorne. Er spürte die Hände seines Freundes am Kragen und fühlte die Wand im Rücken, gegen die er gedrückt wurde. Die Luft entwich ihm für einen Moment aus dem Brustkorb und erst, als er zurückhatte, was er zum Atmen brauchte, sah er in gerötete Augen.

    „Du hast mich angelogen!“ Tjelvars Stimme zitterte. Sein Gesicht war vor Wut verzerrt und er hatte die Worte so hervorgepresst, das ihm der Speichel im Bart kleben blieb.

    Bevor Frod eine Entschuldigung oder dergleichen erwidern konnte, wurde er unsanft auf die Straße befördert.

    „Tjelvar!“, rief Elina halb erbost, halb geschockt dazwischen.

    „Halt dich daraus!“, schnauzte er sie an und würdigte sie dann keines Blickes mehr. „Bei allen Göttern und Hels Feuer, was ist los mit dir?“

    Für einen kurzen Moment wich Tjelvars Wut einem starren Gesichtsausdruck. Den emotionalen Hintergrund dessen Frod nicht erfasste

    „Ich erkenne dich nicht wieder!“

    Frod kniff die Augen zusammen. Es tat weh, seinen Freund so zu sehen und es schmerzte, diese Worte von ihm zu hören, in dem Wissen, dass er recht hatte.

    „Dein halbes Leben hast du dieser Aufgabe gewidmet! Diese Tasche ...“ Er zeigte in die Richtung, aus der sie gekommen waren. „Ist das Ergebnis deiner Mühen. Doch seit wir auf sind zum Lichterfest, benimmst du dich wie jemand, der mit all dem nichts zu tun hatte.“ Tjelvar hielt sich die Stirn. „Heute Morgen, hat dich Baleson vor die Tür gesetzt und du wolltest trotzdem weitermachen. Bitte sag mir, was seitdem passiert ist!“

    „Was passiert ist?“, schrie Frod. Er wusste nicht, warum er so laut wurde. War er wütend auf Tjelvar, weil er es nicht verstand? Oder auf sich selbst? So oder so sprudelte es aus ihm heraus: „Ich lag falsch! Mit allem! In dieser Tasche befindet sich doch nur ein Haufen Müll.“

    Tjelvar schaute ihn verständnislos an, aber ohne dabei das zornige Funkeln in seinen Augen zu verlieren.

    „Was bringt es einem, sein halbes Leben mit etwas zu vergeuden, wenn nur Mist dabei rum kommt? Vor diesen verfluchten Toren habe ich innerhalb Sekunden erfahren, dass ich nichts weiß. Das alles, was wir herausgefunden haben, uns doch nur in eine Sackgasse führt. Zum jetzigen Stand haben wir keine Ahnung, wo sich das Artefakt befindet. Falls du dich erinnerst, Kingraven ist nicht die letzte Ruhestätte des Königs, sondern seines Volkes. Er ist vor der Tragödie ja noch hinausmarschiert. Leider beruhte unsere Hoffnung aber auf der Tatsache, dass die Zwerge mit ihren Waffen beerdigt wurden. Befindet sich also kein toter König hinter diesen Toren, kannst du das mit dem göttlichen Artefakt auch vergessen. Es passt einfach nichts mehr zusammen! Ich weiß auch nicht, wie ich jemals glauben konnte, die Geschehnisse von vor Jahrtausenden zu begreifen ...“ Frod hatte sich inzwischen aufgesetzt und bemerkte den entsetzten Ausdruck seines Freundes nur am Rande. So langsam konnte er es auch nicht mehr sehen. Für Tjelvar war das alles leicht. Er konnte von Anfang an Aldwa lesen und musste hin und wieder seine Muskeln spielen lassen. Die wahre Anstrengung aber, oblag Frod. Den Verstand so tief mit einer Sache zu verbinden, sein gesamtes Denken darauf auszurichten, um zu verstehen. Das waren die wirklich schwierigen Aufgaben. Und sie involvierten ihn viel mehr in ihre Mission, als es Tjelvars Tätigkeiten jemals taten. Dieser würde nie begreifen, wie es sich anfühlt, wenn man merkt, dass all das umsonst war. Schlimmer noch, man einem Irrglauben hinterhergejagt ist. Erst jetzt bemerkte Frod, wie verkrampft er seine Hände zu Fäusten geballt hatte. Er fasste sich an den Kopf. „Ich kann nicht mehr. Durin ist ohnehin besser für dieses Unterfangen geeignet, sollte er es wirklich hinbekommen den Jarl zu überzeugen. Er hat eine Armee, die wir nicht haben ... und um uns gegenüber seine Überlegenheit zu beweisen, brauchte er diese nicht einmal.“ Deprimiert schaute Frod zu Boden. „Nur ein Schwert und ein paar Worte.“

    Es herrschte Stille.

    Elina stand nur regungslos an ihrer Seite. Aber was sollte sie auch machen? Trotz ihrer Vergangenheit wird wahrscheinlich nicht mal sie in der Lage sein zu fühlen, wie leer es in Frod aussah. Niemand würde es verstehen.

    „Wir wussten nie, ob wir auf dem richtigen Pfad sind“, durchbrach Tjelvars tiefe Stimme die Nacht. „Doch ich habe dir immer vertraut, dass du ... uns zum Ziel führen wirst. So wie du mir vertraut hast, als keiner sonst der Geschichte Beachtung schenkte, die in meinem Dorf passiert ist. Als keiner verstand, warum ich so versessen darauf war, diese Waffe zu finden, von der ich auf dieser verfluchten Tafel gelesen hatte. Das Artefakt ... die Rettung Ymirs ... an all das hast du geglaubt ... Du hast an mich geglaubt ...“

    Als Frod wieder aufschaute und aufgrund der brechenden Stimme von Tjelvar erwartete, in ein trauriges Gesicht zu sehen, erkannte er nur Ekel im Blick seines Freundes.

    Mit seinen Fingern holte Tjelvar etwas aus der Manteltasche. „Hier! Den hast du im Stall verloren. Sie würde im Grabe weinen, wenn sie wüsste, was aus dir geworden ist.“ Er warf Frod den Gegenstand gegen die Brust.

    Erst als er zu Boden fiel erkannte er den an einer Kordel befestigten Ring. Mit einem Mal zog sich in ihm alles zusammen und Übelkeit überkam ihn. Wie gebannt starrte er auf das schlichte Stück Silber.

    Tjelvar hatte unrecht.

    Schnell griff er mit seinen behandschuhten Fingern nach dem Schmuckstück und steckte es ein, um es nicht länger sehen zu müssen. Er durfte nicht in die Erinnerungen versinken, die mit dem Ring verbunden waren. Das, was wagte, kurz vor seinen Augen aufzublitzen, versuchte er sofort wieder zu verdrängen.

    Blondes Haar! Feuer! Küsse! Schmerz ...
    Er kniff die Augen zu.

    Da ist nichts! Da ist nichts! Da ist nichts!
    Feuer ... Schmerz!

    Da ist nichts! Da ist nichts!
    Feuer!

    Da ist nichts!

    ...
    Langsam öffnete er die Augen. Seine Muskeln entspannten sich wieder.

    Von Tjelvar fehlte jede Spur.

    Anscheinend abgerauscht vor Wut.

    Frod selbst fühlte sich unglaublich schwach und müde zugleich. Die Beine waren erschöpft und seine Augenlider wogen schwer. Seine Arme hingen nur schlaff an seinem Körper herunter und sein Kopf war zur Seite geneigt.

    „Ist alles in Ordnung?“, fragte Elina unsicher.

    Ein nicken musste ihr als Antwort reichen.

    Sie knetete ihre Finger und wanderte danach die paar Schritte zum Ende der Häuserreihe und spähte ums Eck. „Sollen wir ihm nach?“

    „Nein, lass ihn.“ Als hätte Frod einen Marathon in den Knochen, ächzte er, während er sich erhob. „Er braucht jetzt seine Ruhe.“

    Mit aufeinandergepressten Lippen kam sie zurück. „Er wird sich nur wieder verlaufen ... Und was ist mit dir? Willst du zu uns in die Taverne kommen?“

    Verwirrt schaute er sie an.

    „Naja, bei Ille kannst du wohl nicht mehr schlafen, wenn du das überhaupt vorgehabt hättest ...“

    Tatsächlich hatte Frod trotz seiner Müdigkeit, die er empfand, nicht einen Gedanken daran verschwendet, wo er heute nächtigte. Der Umstand, dass nicht mal mehr die Klänge des Lichterfests zu vernehmen waren, zeigte, wie spät es mittlerweile war. „Ich dachte ihr habt keine Zimmer frei.“

    „Du schläfst einfach im Schankraum. Ich werde es Utjan morgenfrüh erklären.“

    Frod nickte. Was blieb ihm anderes übrig. In Illes Stall hätte ihn niemand mehr reinbekommen.

    Zusammen gingen sie durch die Straßen dieser Stadt. Da sie sich nach Westen bewegten, ragte das große Zwergentor hinter den Dächern empor.

    Wie ein Mahnmal über seine Niederlage kam es Frod vor. Es verspottete ihn, zeigte ihm seine Grenzen auf.

    Reflexartig griff er in seine Tasche und umklammerte den Ring. Immer wenn er auf seinem Weg gezweifelt hatte, war es dieser Gegenstand gewesen, der ihn daran erinnert hatte, warum er weitermachen musste. All das half heute nichts. Nun, war es endgültig vorbei. Aus welchen Gründen sollte er diese Last weiterhin mit sich herumschleppen? War das Schmuckstück doch die letzte Verbindung an eine Vergangenheit, die vergessen werden musste. Seine Hand ballte sich fester.

    Ich brauche ihn nicht mehr!
    Frods Blick wanderte nach Norden. Von der Kreuzung, auf der sie sich gerade befanden, sah man über die abfallende Nordstadt direkt aufs Meer hinaus.

    Ich werde mich davon befreien ...
    Im Schein des Mondes sah Frod die in regelmäßigen Abstand kommenden Wellen. Der Schaum auf ihnen bildete weiße Kronen, die im Hafen an Land gingen.

    Den Schmerz versänken ...
    Was wäre es für ein zauberhaftes Gefühl die kühle Gischt an seinen brennenden Waden zu spüren.

    Und endlich schlafen.
    „Wo willst du hin?“

    „Was?“, Frod drehte sich zu Elina um.

    Sie grinste ihn an: Ihre Augenbrauen aber waren zusammengeschoben und gaben ihrem Blick etwas Sorgenvolles. „Wir sind da.“ Sie deutete, auf das Haus, vor dessen Tür sie stand. „Aber ... wo willst du hin?“

    Verwirrt drehte sich Frod wieder um. Anscheinend war er, ohne es zu merken, der Abzweigung nach Norden gefolgt. „Ich ... weiß es nicht.“

    „Dann komm erst Mal rein ... ich glaube Schlaf würde dir ganz guttun.“

    „Ja“, murmelte Frod. „Das glaube ich auch.“


    Er wusste nicht, wie lange er im Schankraum auf Elina gewartet hatte, während sie ein paar Decken und ein Kissen besorgte. Aber sein Kopf war bis zu ihrer Ankunft leer. Keine Gedanken, die sich um irgendwas kreisten und auch keine Gefühle, die in ihm für Unruhe sorgten. Er saß einfach nur auf der Bank, die heute Abend seinen Schlafplatz darstellte, und starrte auf die Tischplatte vor ihm.

    „So, falls Tjelvar doch noch hier auftauchen sollte, ich habe ihm extra ein paar Decken mitgebracht, ich lege sie auf den Tisch. Brauchst du sonst noch was?“

    „Nein“, sagte Frod, während er sein Bettzeug von ihr entgegennahm und sich auf der Bank einrichtete. „Ich danke dir vielmals, für deine Hilfe.“

    Sie lächelte mild. „Das ist doch selbstverständlich.“

    „Nein, ist es nicht.“ Erschöpft zog sich Frod die Decke bis unters Kinn.

    „Willst du deine Handschuhe nicht ausziehen?“, fragte Elina, mit einer gewissen Belustigung in der Stimme.

    „Nein.“

    Auch wenn Frod die Augen geschlossen hatte, so merkte er immer noch die Anwesenheit der Schankmaid. „Du solltest auch schlafen gehen“, meinte er, ohne sie anzusehen.

    „Mir tut es gut über die Dinge zu sprechen, die mich belasten.“

    Frod öffnete die Augen einen Spalt breit.

    „Es hilft mir, besser damit klarzukommen. Gibt mir Raum und wieder Luft zum atmen ... Ich sehe, dass dir das gerade fehlt ...“

    Ein leichtes Nicken Frods, war das Zeichen, dass er ihr Angebot verstand. „Gute Nacht, Elina.“

    „Gute Nacht“, sagte sie nach kurzem Zögern.




    nächster Teil ...

  • Hey Etiam


    dieser Part gefällt mir gut. Ich finde, hier ist eine schöne Dynamik drin, alleine schon wegen des Konfliktes zwischen Frod und Tjelvar, aber auch zum Ende hin, weil diese Melacholie in Frods Gedanken schön rüberkommt.


    Ich kann verstehen, dass du froh bist, dieses Kapitel jetzt erst mal fertig zu haben. Feilen kannst du später immer noch. Aber zumindest steht das Konzept jetzt erst mal.


    Hier kommen noch sonstige Anmerkungen / Gedanken :)



    LG,

    Rainbow

    • Offizieller Beitrag
  • So, ich habe nun die beiden letzten Teile auch aufgeholt und hab nix gefunden, was ich zum Ändern vorschlagen würde. Ich fand die Erklärung von Durin gut, hatte Verständnis für Frods "Wir werden jetzt gehen" und auch für Tjelvars Ausraster. Elinas Rolle in den beiden Parts gefällt mir auch und ich mochte das Aufblitzen einer Erinnerung bei Frod, als er den Ring nimmt.

    Von mir aus kann es nahtlos weitergehen. :thumbup:

    (Eti, wär es zu viel verlangt, deine laaaaaangen Antwort-Posts in Spoiler zu packen? ;( Ich suche und scroll mich blöde, wenn ich in zurückliegenden Kapitelteilen nochmal was nachlesen will :S )

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    • Offizieller Beitrag

    Tariq

    • Offizieller Beitrag

    Kapitel 11:
    Kehrvers


    Teil 1:

    Dieser Bastard!
    Wutschnaubend lief Tjelvar durch die Straßen. Er hatte längst die Orientierung verloren und auch das Gefühl für Zeit war ihm abhandengekommen. Wie viele Stunden er mittlerweile fluchend durch die Stadt wanderte? Wen interessierte das schon? Jetzt war ohnehin alles vorbei! „Elender Mistkerl! Was ist nur los mit dir?“ Erschöpft vom ganzen inneren Toben, blieb er auf einer Kreuzung stehen. Seine Hände waren so lange zu Fäusten geballt gewesen, dass es schmerzte, als er sie wieder öffnete.

    Was soll ich nur ohne dich machen? Du warst von uns beiden derjenige, der wusste, wo es langgeht.
    Er kniff die Augen zusammen und presste seine Hände gegen den Kopf. Tjelvar wusste genau, ohne Frod, wäre er heute nicht hier.

    Seinem Wissen über die Zwerge und ihre Kultur, war es zu verdanken, dass Tjelvar nicht ziellos umherstreifte.

    Alle Menschen, die er kannte, an die er sich hätte wenden können waren tot. Und die Lebenden hielten ihn für verrückt. Er konnte zwar Aldwa lesen, doch was nutzte das, wenn man nicht einmal wusste, wo es die Schriften der Zwerge gab und was diese im Endeffekt aussagten? Frod war das Einzige, was er noch hatte. Ohne ihn war er nichts.

    Diese Erkenntnis war keine Neue, doch ließ sie ihn auf die Knie sinken.

    Es war alles umsonst ...

    Ihre Mission war gescheitert. Selbst wenn er eigenmächtig zu Durin zurückkehren und ihm die Tasche entreißen würde ... spätestens in Kingraven käme er nicht mehr weiter.

    All die Qualen ... umsonst ...
    Jeder Tag, den Tjelvar ertrug, jeder Alptraum, den er durchlebte, ...

    Er hatte sich oft gefragt, warum die Götter ihn in dieser einen Nacht, in der Kirche hatten leben lassen. Kurzzeitig war die Hoffnung da gewesen, dass es einen größeren Sinn dahinter gab. Immerhin konnte er sich bis heute nicht erklären, wie er lebend aus diesem Haus und vor dem dunklen Wesen geflohen war. Doch Tjelvar erkannte schnell, dass er sich da etwas vorgemacht hatte. Er lebte, um zu leiden. Das war es, was die Götter für ihn vorgesehen hatten. Es war ihr makaberes Spiel, welches sie mit ihm trieben.

    Ein letztes Mal noch, verzog er das Gesicht vor Zorn, bevor die tosenden Wellen der Trauer, seine brennende Wut erloschen.

    Er hatte alles verloren. Seine Heimat, seine Mutter, all die Freunde ... und seine Schwester.

    Es gab einen guten Zeitpunkt zu sterben, glaubte er, während er sich mit dem Handrücken über die Augen fuhr. Tjelvar erinnerte sich an den Tag zurück, wo er gegen das dunkle Wesen gekämpft hatte. Damals dachte er, sein Kampf mit der Gestalt hätte Sigi genug Zeit erkauft, um fliehen zu können. In diesem Augenblick war er zufrieden gewesen.

    Das war der Moment.
    Er hatte ihn verpasst und seine Schwester sterben sehen. Seitdem litt er unter den Folgen. Und egal, was er auch tat, es würde sie oder Erik nicht zurückbringen. Also warum weitermachen?

    Langsam glitten seine zitternden Finger zu der Klinge, welche er in seinem Stiefel versteckt hielt. Als er sie hervorzog, betrachtete er die Schneide im Licht des Mondes.

    Er hatte es zumindest versucht. Hatte sich nicht unter einem Tisch verkrochen, wie damals als er tatenlos zugesehen hatte, wie sein Vater starb ... Sein Leben war durchzogen von diesen Bildern. Konnte er mehr davon ertragen? Wie sie ihr Glück irgendwann verlassen würde und Frod doch der Axt eines Draugr zum Opfer fallen würde ... oder Elina? Die Frau, die ihn ohnehin schmerzlich an seine Schwester erinnerte, ...

    Mit beiden Händen umschloss Tjelvar den Griff des Messers und richtete die Spitze auf seine Brust.

    Nein ... nicht noch einmal!
    Tjelvar schloss die Augen und atmete tief durch. Das Einzige, was er vernahm, war das Rauschen des Meeres, welches heute auffällig laut schien. Diese Wellen würden das Letzte sein, was er hören würde. Sie wiegten ihn in einen tranceähnlichen Zustand und seine Hemmungen, seine Angst vor dem bevorstehenden Schmerz verblasste zunehmends. Er würde ohnehin nicht von langer Dauer sein und all die andere Pein beenden.

    Tu es!

    Entschlossen streckte er die Arme von sich, um möglichst viel Wucht zu holen. Er würde sie alle wieder sehen. Mutter, Erik, Sigi.

    TU ES!
    Ein Laut riss ihn aus seinen Gedanken und ließ ihn die Augen aufschlagen.

    Sein Herz schlug schneller.

    Seine Muskeln spannten sich an, die Atmung wurde schwerer.

    Und wieder, der gleiche Laut, das gleiche altbekannte Fauchen.

    Das Blut in seinen Adern begann zu kochen, als er mit zuckender Oberlippe seinen Blick in Richtung des Geräuschs richtete.

    Unmöglich!
    Wankend kam der Draugr die Straße entlang, fixierte ihn und schrie mit allem, was seine untote Kehle hergab.

    Tjelvars weiteres Denken setzte aus. Wie gelenkt erhob er sich und drehte sich zum verfluchten Zwerg. Das Hämmern in seiner Brust schmerzte schon fast, als er einen Schritt auf das Ungetüm zu machte.

    Es war mit einer Axt ausgerüstet und trug eine verbeulte Haube auf dem Kopf.

    Nein! Ich werde nicht gehen! Nicht, bis ich jeden Einzelnen von euch Missgeburten ausgerottet habe!
    Wieder schrie ihn der Draugr an.

    „Komm her!“, brüllte Tjelvar und klopfte sich auf die Brust.

    Mit erhobener Axt stürmte der Untote auf ihn zu.

    Ich werde euch alle umbringen!

    Dem ersten Axthieb wich Tjelvar aus, dem zweiten auch. Er musste auf den richtigen Moment warten, hatte nur sein Messer.

    Der dritte Axthieb -

    Jetzt!
    Nachdem Tjelvar auch diesem Angriff entgehen konnte, packte er den Stiel der Waffe, drehte den Dolch in seiner Hand und rammte ihn dem Monster in den Hals.

    Fauchend begann der Draugr zu zucken. Doch es war noch nicht vorbei.

    Eifrig schnitt Tjelvar durch das faulende Fleisch, bis ein Schlag ihn in die Seite traf. Ein stechender Schmerz, ließ ihn zurückschrecken.

    Was war das?
    Gerade, als er die Stacheln am Panzerhandschuh des Zwerges entdeckte, traf ihn der nächste Schlag ins Gesicht.

    Mit einer halben Drehung landete Tjelvar auf dem Straßenboden. Der unerwartete Angriff mit der freien Linken, des Draugr hatten ihm Kinn, Wange und fast das Auge aufgerissen. Bevor er die volle Orientierung wieder hatte, oder gar ganz auf den Beinen war, drehte er sich zu seinem Gegner um und warf sich beim Aufrichten diesem entgegen.

    Sie prallten gegen eine Häuserwand und erst jetzt erkannte Tjelvar, dass sowohl Messer als auch Axt verloren gegangen waren.

    Sofort griff Tjelvar nach der Hand mit dem Panzerhandschuh und presste diese gegen die Wand. Mit dem anderen Arm drückte er dem Zwerg auf die Kehle.

    Pattsituation.

    Keiner hatte eine Waffe. Immer wieder versuchte der Draugr, mit seiner freien Hand Tjelvar ins Gesicht zu greifen, doch dieser hatte so viel Spielraum, dass er dem entging. Auch wenn er es war, der seinen Gegner in Schach hielt und gegen das Haus schob ... ihm würde irgendwann die Kraft ausgehen. Ein Nachteil, den diese unheilige Kreatur nicht hatte.

    Wütend schrie der Draugr ihn an; zappelte und versuchte sich aus seiner Lage zu befreien.

    Dann sah Tjelvar, die Verletzung, welche er dem Zwerg am Hals zugefügt hatte. Er biss die Zähne zusammen. Angestrengt, den Draugr nicht freizulassen, verschob er seinen Arm an der Kehle so, dass er mit den Fingern in die klaffende Wunde greifen konnte.

    Massig dunkles Blut ergoss sich über Tjelvars Hand, als er fester hineindrückte.

    Na, komm schon!
    Bis zum Anschlag vergrub er seine Finger im Hals des Untoten und ... begann zu reißen.

    Einen gellenden Schrei ausstoßend, schlug der Draugr seinen Kopf wild hin und her.

    Komm schon!
    Die Muskeln in Tjelvars Arm waren bis zum Zerreißen gespannt, als er sah, wie sich das Fleisch seines Gegners auseinanderzog.

    Es funktionierte! Ein düsteres Grinsen legte sich auf sein Gesicht, während ihm der schwarze Saft entgegen sprudelte.

    Immer lauter wurde das Kreischen seines Feindes und übertönte das schmatzende Geräusch, der sich auseinanderziehenden Sehnen.

    Allmählich wurde es schwer und Tjelvar ging die Kraft aus. Unaufhörlich traf ihn der Draugr im Gesicht und zerkratzte seine Haut. Das Knirschen signalisierte ihm jedoch, dass er nur noch gegen den Knochen des Untoten ankämpfen musste. „Komm schon!“, brüllte er und feuerte sich selbst an weiterzukämpfen.

    Ein Duett aus Schreien erfüllte die Straße, bis es mit einem Mal verebbte.

    In hohem Bogen flog der Kopf des Draugr durch die Luft und kam dann scheppernd auf den Steinen auf.

    Erschöpft ließ sich Tjelvar mit dem enthaupteten Leib an der Wand hinuntergleiten.

    Geschafft!
    Erst jetzt dämmerte ihm, was diese Begegnung zu bedeuten hatte. „Sie sind durchgebrochen!“ Wenn dem so war, dann durfte er sich keine Pause gönnen. Gerade als er sich wieder erhob, knallte neben ihm die Haustür auf.

    „Was bei Hel geht hier draußen ... Bei all den Göttern ...“ Als der bärtige Mann den Leichnam des Draugr erblickte,­­ klammerte er sich an seinen Türrahmen. „Sie sind hier!“, stotterte er


    nächster Teil ...

  • Woa, das geht voll ab! 8| Was für eine Sauerei! :dwarf:


    Nein, erstmal der melancholische Part. Da kommt Tjelvars Verzweiflung gut rüber. Dass er nach dem Aufgeben von Frod gleich an Selbstmord denkt, hat mich allerdings überrascht. Wenn Frod so ein guter Freund ist, warum will er ihn dann allein zurücklassen? Keinen Gedanken hat er für ihn oder Elina übrig. Nur Selbstmitleid. Okay, Hätt ich nicht gedacht. :hmm:

    So, und nun kam da ein einzelner Draugr. Einer nur? Wie geht das? Und wenn da noch mehr waren - wieso haben die sich nicht auf Tjelvar gestürzt, als der begonnen hat, dem Zwerg die Rübe abzureißen? Hm, da bin ich mal gespannt, was da noch kommt.

    Wenn wir wüssten, wie kurz das Leben ist, würden wir uns gegenseitig mehr Freude machen.
    (Ricarda Huch)



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    hi Tariq

  • Moin ;)

    Bei allen Göttern, da schlägt einem das Herz bis zum Hals hinaus. Das war ja mal eine richtig packende Szene ! :thumbsup:


    Richtig schön eindringlich sein inneres Gefühlsleben, der arme Tjelvar, beschrieben. Dann kommt da dieser Draugr um die Ecke ... Ich bin begeistert :P


    Hab mich nur kurz gefragt , wie enorm stark er sein muss , dem Draugr den Kopf abzureißen ... Das muss echt schwierig sein


    Und einen Satz habe ich gefunden

    Der unerwartete Angriff mit der freien Linken, des Draugr hatten ihm Kinn, Wange und fast das Auge aufgerissen.

    "Der unerwartete Angriff DES DRAUGR mit der freien Linken HATTE ihm Kinn, Wange und fast das Auge aufgerissen ... " würde ich schreiben


    DES DRAUGR nach oben schieben

    Aus "hatten" "hatte" machen ... War ja nur ein Angriff


    Oder das mit dem Auge in einen extra Satz

    "Der unerwartete Angriff (...) hatte ihm Kinn und Wange aufgerissen. Beinahe hätte er hierbei sein Auge verloren. "




    Hoffe ich konnte ein wenig helfen und freue mich auf mehr :)


    Grüße Rumkeks

  • Ne. Außer ich habe wieder einen Fehler mit den Vergangenheitsformen gemacht ^^'

    Das einfache 'hatte' ist deine Gegenwart. Wenn er Frod jetzt nicht mehr hat, müsste es ins PQP und dann 'was er noch gehabt hatte' heißen.

    *Klugscheiß-Modus aus*

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    Rumkeks

  • „Willst du deine Handschuhe nicht ausziehen?“, fragte Elina, mit einer gewissen Belustigung in der Stimme.

    „Nein.“

    Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hat hier mein Sinn für heimliche Hinweise angeschlagen. Entsinnen, ob er schon immer was mit seinen Händen hatte kann ich mich nicht, aber mir kommt es so vor, als würdest du hier etwas andeuten willst :hmm:


    Der Part mit Tjelvar ist endlich das, worauf ich jetzt so lange gewartet habe! Muahaha! xD

    Er ist auch schön stimmig. Erst der Zusammenbruch und die erdrückende Stimmung, dann der Wechsel auf Hass und Rage. Ich finde den Suizidversuch auch nicht überzogen bei dem was Tjlevar erlebt und nun das verloren hat, was ihn angetrieben hat. Er hat das Verlangen, endlich Frieden zu finden und meinen seiner Schwester und seinem Kumpel wieder vereint zu sein. Vermeintlich hält ihn in diesem Moment nichts mehr in dieser Welt. Ich finde es gut, dass seine harte Schale hier so bricht.

    Bezüglich dem Kopf abreißen noch: Ob es einem Menschen tatsächlich möglich ist, einen Kopf, Fleischwunde oder nicht, wirklich mit bloßen Händen abzureißen stelle ich in Frage, aber ich habe mir einen Draugr bisher aber auch nicht typisch menschlich vorgestellt. Vielleicht sogar etwas verwest oder so. Also da könnte ich dann schon vorstellen, das es möglich wäre. :hmm:

    Da sitzen sie wieder alle und fressen Eis ... Als wüssten sie nicht, wie ein Bier aufgeht!

    • Offizieller Beitrag

    hallo Rebirz ^^


  • Hey Etiam ,


    mir hat dieser Part auch extrem gut gefallen! :thumbup:


    Die anfängliche Beschreibung von Tjelvars Innenleben, sein Zusammenbruch und die daraus resultierenden Selbstmordgedanken fand ich nachvollziehbar und man konnte seine Verzweiflung förmlich mitfühlen.


    Der Cut bzw der Schwenk zu „neuer Überlebenswille“ und „Kampfgeist“ kam dann aber wieder sehr plötzlich. Wobei mir klar ist, dass in Anbetracht der Brisanz der Situation kein ellenlanger innerer Monolog stattfinden kann :rofl: Schließlich muss Tjelvar schnell umschalten. Allerdings könnte er sich zumindest fragen, wo verdammt nochmal dieser Draugr jetzt herkommt und ob ihm seine Fantasie einen Streich spielt... er taucht mir hier etwas zu schnell ins Kampfgeschehen ein. :hmm:


    Ich habe mich dann natürlich auch gleich gefragt, warum nur ein einzelner Draugr da vorbeikommt, wenn tatsächlich der Schutzwall um die Stadt gefallen sein soll. Dieser Gedanke könnte Tjelvar wohlgemerkt auch kommen.


    Und zu der Sache mit dem Kopf. Ich hatte mich anfangs ebenfalls etwas gewundert, dass sich der Schädel des Draugr so einfach von Rest des Körpers trennen lässt, hab mir das aber letztlich damit erklärt, dass die Anatomie bei diesen Untoten höchstwahrscheinlich eine andere ist.


    Ansonsten:Toll geschrieben! Keine weiteren Beanstandungen von mir :)


    Kann weitergehen :gamer: