Ymir, Ark 1 "Die Nebel von Dunhaven"

  • Hey Etiam !


    Oha, wir kommen also zur Sache. Den Handlungsverlauf finde ich gut, es wird auch einigermaßen Spannung erzeugt - was man sicher noch drastischer ausgestalten könnte, aber ich weiß ja nicht, ob noch mehr kommt ;)


    Die Anspannung verließ Tjelvar für einen Moment und ein Hauch von Resignation überkam ihn

    Hm. Resignation finde ich hier unpassend, immerhin glaubt er, den Feind nahen zu hören. Das resigniert einen doch nicht, das regt einen auf, macht einen wachsam, möglicherweise entsetzt - immerhin ist doch Tjelvar da bereits ein gebranntes Kind, oder? Vielleicht kommen auch kurz alte Erinnerungsfetzen auf...

    Der Untote verweilte auf der Straße, als müsse er sich umsehen

    Ich finde das Untotenkonzept sehr interessant. Man muss sie also enthaupten o.ä. Was ich mich allerdings fragte: Hier nennt Tjelvar den Draugar bereits untot, wundert sich dann aber, als seine Waffe erstmal nichts anrichtet. Das ist für mich ein Widerspruch. Hier fehlt mir eine Erklärung, wie Tjelvar wissen kann, dass der Zwerg untot ist, und was untot in seiner Welt bedeutet, denn für mich heißt es klar: Die sind halt nicht tot zu kriegen :p

    Auch Tjelvar rannte nun seinerseits auf das Wesen zu, welches ihm nicht mal bis zur Brust reichte.
    Sich der gegnerischen Schneide zu entziehen war ein leichtes, doch folgte dem ersten Schlag des Gegners direkt der zweite.
    Mit einer schnellen Drehung parrierte er den Angriff des Draugr, sodass sie sich mit ineinander verhakten Waffen gegenüberstanden.
    Tjelvar hatte die Geschwindigkeit der eher schwerfällig anmutenden Zwerge unterschätzt.
    Drohend brüllte der Zwerg ihn an, wobei Tjelvar der üble Gestank des Todes ins Gesicht blies. Die kleine Kreatur gewann an Kraft und würde es bald schaffen, dieses Wettdrücken zu gewinnen, da verlagerte Tjelvar sein Gewicht auf den Kopf seiner Axt.

    Hier machst du viele Nebensätze mit einleitenden Konjunktionen. Würde man das knackiger und präziser umformulieren, käme mehr Spannung bei raus, würde ich behaupten. Auch solche Partikel wie "seinerseits", "anmutenden" (sowieso finde ich schwerfällig und anmutenden widersprüchlich :D ), "eher" bremsen den Leser im Spannungsfluss aus. Die vielen Konjunktionen/Subjunktionen lassen den Abschnitt eher wie eine distanzierte Erzählung lesen. Ich würde verstärkt auf Sachen wie "Im nächsten Moment", "Doch da", "Keine Sekunde später", blabla setzen, um zu schildern, dass es eine sehr rasante Action ist.

    P.S. parieren nur mit einem r :)



    „Mein Vater“, sagte Knut nur. „Er wurde von diesen Monstern überrascht. Er gab seinen Arm, um mich zu beschützen. Er verliert viel Blut.“

    Was Knut hier sagt, klingt für mich sehr lapidar, und das liegt an diesem "nur". Ich weiß, dass du damit verständlich machen willst, dass es das einzige ist, was er sagt. Was aber gar nicht stimmt, es kommt ja noch mehr dahinter, und das "nur" impliziert, dass er es sehr trocken sagt! Ich würde ein Adjektiv benutzen und das "nur" rausschmeißen. Ich meine, kriegerische Erfahrung hin oder her, wenn der eigene Vater seinen Arm opfert und jetzt droht zu sterben, ist das doch krass! Da muss man doch was fühlen - und wenn es nur Schock ist: Ich würde das benennen!

    „Bring ihn in die Kirche, wir versammeln alle dort, die nicht kämpfen können und ...“

    Woher weiß Tjelvar das? Hat er das gesehen, während er durchs Dorf rannte und sich dachte: "Könnte es sein, dass die Feinde da sind?" Wessen er sich ja auch gar nicht sicher war? Die Dorfbewohner hatten meiner Erinnerung nach ja eher "träge" reagiert, wieso sollten sie so schnell eine Krankenstation aufbauen?

    Welch fauler Zauber!

    Diesen Ausdruck empfinde ich als krassen Gegensatz zu den relativ normalen Aussagen, die die Dorfbewohner sonst so machen. Die anderen reden recht normal, und er kommt hier mit so überbordender Hochgestochenheit daher^^

    Konnten sie uns deswegen überrumpeln? Waren sie schon damals ... Still?

    Gute Idee!!!!!!!!!!! Da spielt vielleicht auch wieder die Titelgebung mit den Musikbezeichnungen rein! Gefällt mir extrem gut. Und da frage ich mich natürlich, wie das kommen konnte, dass sie still wurden. Nebenbei: still wäre hier klein :)

    Das Antlitz des Todes hatte ihm den Mut gestohlen.

    Sehr schöner letzter Satz. Da gibt es nichts hinzuzufügen, sehr malerisch. :)


    Und PS. nochmal zu dem Widerspiegeln im vorigen Part: Du hast dir die Frage fast selbst beantwortet, da du ja schriebst, "in den Augen widerspiegeln". Ja, etwas muss sich in etwas widerspiegeln, heißt, die Reflexion braucht ja einen Untergrund (Glas, Fensterscheibe, Tümpel, Display...). Und darin spiegelt sie sich, nicht davor. Das wäre... physikalisch unmöglich :D



  • Kapitel 3

    Wie an jenem Tag


    Teil 3

    Doch Tjelvar würde das nicht aufhalten. In den letzten sieben Jahren hatte er immer dieses Gefühl gehabt, dass die Draugar irgendwann wiederkehren würden. Es war nur schwach gewesen, wie eine leise Ahnung oder ein schlechtes Bauchgefühl. Aber es war immer präsent und hatte dazu geführt, dass er sich auf diesen Tag vorbereitet hatte. Er wurde nicht mit dieser Statur geboren. Er hatte trainiert, um sich, anders als sein Vater gegen diese Monster wehren zu können. Entschlossen setzte er deshalb seinen Weg in Richtung Haupttor fort und erst, als er nur noch wenige Schritte von den restlichen Kriegern entfernt war, vernahm er plötzlich die Klänge der Schlacht. Anfangs gedämpft, dann vollends klar. Das Aufeinanderprallen der Waffen und die Rufe dröhnten in seinen Ohren und er befahl seinen Beinen nochmal an Tempo zuzulegen. Mit donnerndem Kampfschrei schlug er dem ersten Draugr, der ihm in die Quere kam den Kopf ab. Eine schnelle Drehung, um dem nächsten Untoten seine Waffe in den Nacken zu rammen. Anscheinend reichte dies, um ihn zu erledigen, denn das Wesen sackte ohne weitere Reaktionen zu Boden.
    Noch einmal schrie Tjelvar seinen Zorn heraus und eine Welle der Euphorie packte ihn, als er zusammen mit Knuts Vater den nächsten Zwerg, den Garaus machte.
    Das schwarze Blut klebte jetzt schon überall an ihnen und um sie herum war der Kampf noch lange nicht zu Ende. „Wir können sie besiegen“, schrie Tjelvar an den einarmigen Krieger gerichtet.
    Dieser nickte und setzte ein höhnisches Grinsen auf. „Diese faulen Leichen sind keine Gegner für die Kinder Nords!“
    Dumpf schlug eine Wurfaxt in die Brust von Knuts Vater. Mit offenem Mund ging der Krieger auf die Knie. Fassungslos starrte er zu Tjelvar und Blut lief ihm über die Lippen in seinen Bart, bis es von dort aus auf den Boden tropfte.
    „Nein“, hauchte Tjelvar und ihm wurde schwindelig.
    Binnen Sekunden eroberte eine Blässe sein Gesicht und als könnte er es selbst nicht glauben, schaute Knuts Vater hinunter auf das Beil, welches seinen Kampf beendet hatte. Mit zitternden Fingern umfasste er den Kopf der Axt. Seine Kraft reichte nur noch für einen kurzen Blick in Tjelvars Richtung, ehe er leblos nach vorne in den Schlamm kippte.
    „Nein!“, schrie Tjelvar und riss den Kopf rum. Aus der Richtung, aus der die Axt geflogen kam, stand ein weißbärtiger Draugr, welcher ihn anbrüllte und auf ihn zulief.
    Der Zwerg besaß keine Waffe, schaffte es aber mit einem wuchtigen Sprung, Tjelvar von den Beinen zu holen. Schmerzhaft beförderte er ihn auf die blutgetränkte Erde.
    Desorientiert durch den Aufprall tastete er mit seiner Hand im Matsch.
    Verdammt, die Axt.
    Sie war weg
    Mit bloßen Händen rangelten sie wie wild, doch Tjelvar schaffte es nicht, seinen Gegner von sich zu stoßen.
    Immer wieder krallten sich die dreckigen Fingernägel des Draugr in sein Fleisch.
    Tjelvar wand sich unter dem Wesen und bekam endlich den Hals des Monsters zu fassen.
    Immer fester drückte er, in der Hoffnung, dass es den rasenden Gegner ausschalten würde. Seine Finger gruben sich in das faulige Fleisch und ihm tropfte das schwarze Blut des Zwerges ins Gesicht.
    Angewidert versuchte Tjelvar sich wegzudrehen und erblickte dabei, seine Axt auf dem Boden. Er streckte sich nach ihr, schaffte es aber nicht, sie zu greifen.
    Nur mit einer Hand bekam er ihn nicht mehr gebändigt. Unaufhaltsam kam ihm die faulende Fratze näher. Der faulige Gestank von Verwesung schlug ihm entgegen, Tjelvar stieß einen Schmerzensschrei aus, als der Draugr in seine Schulter biss.
    Die gelben Zähne durchbohrten seine Haut und drangen tief ins Fleisch.
    Wie ein schwerer Stein lag er auf ihm und es war nicht möglich, ihn wegzudrücken. Der Zwerg war nicht nur schwerer, sondern auch stärker, als es seine Größe vermuten ließ.
    Ein weiterer Schrei entfloh Tjelvar, als jemand über seine Beine stolperte. Entsetzt stellte er fest, dass es sich um einen zweiten Untoten handelte. Der Zwerg wandte sich im Matsch, bis sein gieriger Blick Tjelvar fand. Geifernd versuchte er vom rutschigen Boden aufzustehen.
    Verdammt!
    Tjelvar kämpfte Kieferknirschend darum, den Schmerz zu bändigen. Zusammen mit dem auf ihm liegenden Draugr rollte er sich einmal rum. Die Drehung schaffte Distanz zwischen ihm und den zweiten Untoten, welcher auf ihn zu wankte. Aber wichtiger war, dass sie ihn näher an seine Axt brachte.
    Er packte sie und wollte sich erheben, doch der Biss seines Feindes hielt ihn weiterhin gefangen. Eilig zwängte er seinen Arm unter den Rücken des Zwerges, bis er ihn umklammern konnte. Vor Wut und Schmerz schnaubend hievte Tjelvar sich zusammen mit dem Draugr empor. Er schwang seine Axt. Mit einem schmatzenden Geräusch versengte sich der Stahl in dem Hals des Untoten.
    Die Waffe saß so fest, dass sie Tjelvar aus der Hand glitt, als der Zwerg zu Boden ging.
    Der Schmerz in seiner Schulter machte ihn wahnsinnig. Hektisch packte er seinen Peiniger und riss sich eine große Wunde auf, als er das Monster gewaltsam von sich drückte.
    Wie ein nasser Sack plumpste der Zwerg in den Matsch.
    Ein Schwall Blut trat aus Tjelvars Schulter und lief ihm an der Brust und den Arm herunter. Er ignorierte das und setzte sofort sein Knie auf den am Boden liegenden Zwerg.
    Die Klauen des Draugr zerrissen ihm den Stoff am Bein und schnitten durch seine Haut.
    Doch von dieser Position aus, war es möglich, nach der Axt zu greifen und den Untoten damit endgültig zu erledigen.
    Am liebsten hätte er sich direkt neben der Leiche des Zwerges niedergelassen. Der Kampf hatte ihn alles abverlangt. Mühselig stand er auf, von Blut und Dreck besudelt und sah zu dem Krieger, den er gerächt hatte.
    Knut war an dessen Seite geeilt und schlug wild nach sich nähernden Draugar. Seine Augen waren Tränen unterlaufen und seine Schreie zeugten von Verzweiflung und Trauer.
    Doch es war nicht nur Knut. Tjelvar sah es in fast allen Gesichtern. Die Männer und Frauen, die um ihn herum kämpften, waren nicht vorbereitet gewesen auf das, was sie heute erwartet hatte.
    Von dem einst furchtlosen Auftreten dieser Krieger schien nichts mehr übrig zu sein.
    Egal in welche Richtung Tjelvar blickte, er sah die Kämpfer entweder fliehen oder fallen und allmählich wurde ihm klar ...

    Wir verlieren ...


    nächster Part

  • Hey Etiam , schön, dass es direkt weitergeht, so komme ich in einen Flow. :)

    Kampfhandlungen finde ich immer etwas tricky. Der Clou ist, alles realistisch-nachvollziehbar, spannend, aber trotzdem noch irgendwie stilistisch gehoben zu präsentieren. Außerdem sollten die Emotionen des Lesers (nicht des Protagonisten, der kann ja durchaus im Eifer des Gefechts wenig empfinden) nicht zu kurz kommen. Ich sage es ganz ehrlich, ich habe mich um Tjelvar nicht gesorgt, und als Knuts Vater das Zeitliche segnete, war mir das auch egal. Immerhin ist er eine Randfigur, die gerade eben erst eingeführt wurde, ein Opfer ohne Verlust sozusagen. Was an sich ja noch nichts Schlimmes ist.

    Nun ja, widmen wir uns den Einzelheiten! ;)


    Aber es war immer präsent und hatte dazu geführt,

    hier fehlt - um es in einer Zeitform zu halten - das "war immer präsent gewesen" - Plusquamperfekt. Damit ergibt sich jedoch eine Dopplung von "waren gewesen". Die Zeitform würde ich im PQP lassen, aber vielleicht kann man es noch eleganter ausformulieren.



    dass er sich auf diesen Tag vorbereitet hatte, dass er sich stark gemacht hatte.

    Meine eigene subtile Meinung: Wenn du nur einen der beiden Nebensätze benutzen würdest - die sich inhaltlich komplett gleichen - käme eine stärkere Aussage raus. "Dass er sich auf diesen Tag vorbereitet hatte." Punkt. Vielleicht kann man zur Akzentuierung jetzt auch noch nen Absatz reinschmeißen, das ist aber nun wirklich komplette Geschmackssache und du kannst diesen Vorschlag (auch den davor) getrost ignorieren, wenn dir nicht danach ist :P



    Dumpf schlug eine Wurfaxt in die Brust von Knuts Vater. Mit offenem Mund ging der Krieger auf die Knie. Fassungslos starrte er zu Tjelvar und Blut lief ihm über die Lippen in seinen Bart, bis es von dort aus auf den Boden tropfte.

    Ich finde den Übergang dazu, dass Knuts Vater nach seinem heldenhaften Kampfschrei einfach abgemurkst wird, etwas lapdiar. "Dumpf schlug eine Wurfaxt..." Das hat ja gar keine Vorwarnung. Der Leser liest es und denkt sich: Äh, ok. Ich würde hier weitaus mehr Dramatik einbauen, unwichtiger Nebencharakter hin oder her :P "Doch plötzlich...", "Tjelvar wirbelte herum und sah gerade noch, wie ein silberner Bogen in den Torso des Einarmigen einschlug. Eine Wurfaxt, präzise geschleudert..." Irgendwie so. :D

    Mit dem "Fassungslos starrte er zu..." machst du ein klassisches "Tell, don't show" - also das, was man nicht machen sollte. :P Ich bin mir sicher, dass Tjelvar hier keine klaren Gefühle empfinden kann, das, was Knuts Vater fühlt, wissen wir dank des personalen Erzählers im Prinzip auch nicht, aber du kannst es uns zeigen! "Da war Blut. Eine dickflüssige, dunkle Lache, die sich unter seinem Körper ausbreitete und seine Kleidung vollsaugte. Schwindel stieg Tjelvar zu Kopf, als wäre es sein eigenes. Das Bild auf seiner Netzhaut erschien surreal. Doch Knuts Vater..." oder so.


    Doch der Kampf war für ihn beendet. Leblos kippte der Mann nach vorne in den Schlamm.

    Auch das schilderst du so lapidar, fast könnte man es für einen Witz halten...


    Und nun kommen wir zum Kampfgeschehen. Ich möchte einmal betonen, dass alles, was ich hier fabriziere, relativ subjektiv ist. An sich ist an deiner Schreibweise hier nichts auszusetzen, außer, dass man es eben noch spannender machen könnte. Zuweilen erzählst du sehr episch, wenig dramatisch. Das liegt an den verschachtelten Sätzen und Konjunktionen (wie ich im vorigen Post schon beschrieb). Es fehlt die Action, das schnell Handelnde. Ein Kampf ist ja schließlich eine Situation, in der alles total rasant geht. Wie du es aber beschreibst, wirkt für mich so, als könnte Tjelvar recht viel gleichzeitig erfassen. Auch dramatisch-spannende Geschehnisse ("Und Tjelvar verlor seine Axt", "Endlich bekam Tjelvar den Hals des Monsters zu fassen", "Doch die Kraft der Zwerge...", "ließ sich nicht wegdrücken") handelst du ziemlich knapp ab. Das könnte zeitlich auch mehr Tiefe haben, ein richtiges Gerangel, sodass der Leser sich plötzlich nicht mehr sicher ist, ob das hier gut ausgeht... Ich meine, dass er seine Axt verliert, ist wahnsinnig schlimm in dieser Szene! Und hier heißt es nur "Doch Tjelvar verlor seine Axt"... Hm. :D

    Den Rest habe ich nicht eingefügt, weil ich den wiederum besser gelungen fand! Dramatischer. Naja, vielleicht bin ich eine Drama-Queen :P


    Das Ende wiederum ist schon echt hart. Das Dorf tut mir ganz schön leid. Ich hoffe wenigstens, dass du mit einer hohen Zahl an Verlusten um die Ecke kommst und dass mindestens einer der Personen (Sigi - ihr Freund - die Mutter) der Nebenpersonen tot oder lebensgefährlich verletzt ist. Sonst ist es ja kein Drama und ich kann die entsetzliche Stimmung nicht mehr so ernst nehmen ;)

    Spaß - bitte töte deine Personen nur dann, wenn es für dich passt!



    Ich bin weiter dabei und hoffe, du bist nicht gekränkt durch meine stilistischen Meckereien!

    LG

    Stadtnymphe

  • Kampfhandlungen finde ich immer etwas tricky. Der Clou ist, alles realistisch-nachvollziehbar, spannend, aber trotzdem noch irgendwie stilistisch gehoben zu präsentieren.

    Oha, wenn du schon so anfängst ... ^^;

    Außerdem sollten die Emotionen des Lesers (nicht des Protagonisten, der kann ja durchaus im Eifer des Gefechts wenig empfinden) nicht zu kurz kommen.

    Sicher? Das habe ich genau andersherum gelernt.



    Immerhin ist er eine Randfigur

    Mehr als das. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein NoNameCharacter ^^;



    hier fehlt - um es in einer Zeitform zu halten - das "war immer präsent gewesen" - Plusquamperfekt. Damit ergibt sich jedoch eine Dopplung von "waren gewesen". Die Zeitform würde ich im PQP lassen, aber vielleicht kann man es noch eleganter ausformulieren.

    Ok O.o Muss ich mir nochmal genauer anschauen, wie du das meinst.

    Meine eigene subtile Meinung: Wenn du nur einen der beiden Nebensätze benutzen würdest - die sich inhaltlich komplett gleichen - käme eine stärkere Aussage raus. "Dass er sich auf diesen Tag vorbereitet hatte." Punkt. Vielleicht kann man zur Akzentuierung jetzt auch noch nen Absatz reinschmeißen, das ist aber nun wirklich komplette Geschmackssache und du kannst diesen Vorschlag (auch den davor) getrost ignorieren, wenn dir nicht danach ist

    Hm :hmm: Jo, ich streichedas letzte dann. Mir war nur nicht klar, ab ersichtlich wird, auf welche Weise er sich vorbereitet hatte.



    "Dumpf schlug eine Wurfaxt..." Das hat ja gar keine Vorwarnung. Der Leser liest es und denkt sich: Äh, ok. Ich würde hier weitaus mehr Dramatik einbauen, unwichtiger Nebencharakter hin oder her :P "Doch plötzlich...", "Tjelvar wirbelte herum und sah gerade noch, wie ein silberner Bogen in den Torso des Einarmigen einschlug. Eine Wurfaxt, präzise geschleudert..." Irgendwie so.

    Hm :hmm: Ich empfinde es jetzt nicht als so wichtig, da mehr draus zu machen, aber ich versuch das mal so umzusetzen wie du meinst.


    Ich hatte das irgendwie nüchtern im Kopf. Aber das mit der Vorwarnung wirkt vielleicht anders. Mal schauen.

    "Doch plötzlich...", "Tjelvar wirbelte herum und sah gerade noch, wie ein silberner Bogen in den Torso des Einarmigen einschlug. Eine Wurfaxt, präzise geschleudert..." Irgendwie so

    Jo, ich werde mir davon was rauspicken^^



    Ich bin mir sicher, dass Tjelvar hier keine klaren Gefühle empfinden kann, das, was Knuts Vater fühlt, wissen wir dank des personalen Erzählers im Prinzip auch nicht, aber du kannst es uns zeigen! "Da war Blut. Eine dickflüssige, dunkle Lache, die sich unter seinem Körper ausbreitete und seine Kleidung vollsaugte. Schwindel stieg Tjelvar zu Kopf, als wäre es sein eigenes. Das Bild auf seiner Netzhaut erschien surreal. Doch Knuts Vater..." oder so.

    Hm. Joar, klingt auch nciht schlecht aber ich wollte unbedingt das Gesicht mit drin haben. Erschien mir wichtig. Ich hätte natürlich schreiben können, WIE das entsetzte Gesicht aussah. Das wäre dann Show. Aber da habe ich irgendwie das Problem, dass ich immer wieder an die gleichen Beschreibungen stoße und das Gefühl habe, dass sich das irgendwann doppelt (Offener Mund, aufgerissene Augen sowas halt. Hatten wir ja auch schon mal besprochen.)




    Und Tjelvars Gedanken beschreibe ich ja auch nicht. Ein akzeptiert es in dem kurzen Moment der ihm bleibt nicht und geht dann zum Kampf über. Das mit dem Schwindel ist aber gut. Das kann man vielleicht nutzen, um die Zeit hier künstlich zu verlangsamen, indem mehr Dinge geschildert werden.


    Auch das schilderst du so lapidar, fast könnte man es für einen Witz halten...

    Ok o.o



    Das liegt an den verschachtelten Sätzen und Konjunktionen (wie ich im vorigen Post schon beschrieb).

    Hatte das Gefühl das hier besser hinbekommen zu haben. Aber wenn cih sie noch weiter kürze dann hab ich doch nur abgehakte Sätze a la Und dann und dann und dann :hmm:


    Also vorher waren sie zu lang, das hab ich verstenaden :hmm: Hab sie dann nach deinem Post hier auch gekürzt. Aber ich wüsste jetzt nicht, was ich rausnehmen soll, ohne das verloren geht WAS überhaupt geschieht. Weil WIE der Kampf hier stattfindet fand ich kompliziert zu schreiben. Es ist ja kein bloßes aufeinander einschlagen. Die liegen da, machen dies und das und Tjelvar befreit sich so und so.



    Es fehlt die Action, das schnell Handelnde. Ein Kampf ist ja schließlich eine Situation, in der alles total rasant geht.

    Ok, Das action fehlt ist blöd xD


    Aber schnell hab ich sie auch nicht vor Augen. Nur ganz am Anfang und letztluich der Todesstoß des zweiten Draugr. Alles dazwischen ist jetzt nicht unbedingt schnell. Vorallem, weil es für einen Moment ja in einem Kräftemessen ausartet, dass der Draugr dann für sich entscheidet. Tjelvar greift nach der Axt. Auch das hab cih eher langsam im Kopf. Wäre es ein Film, dann würde ich die Szene, wie er danach greift schon 3 Sekunden laufen lassen (vor dem Biss)


    Vielleicht habe ich dafür aber auch ein falsches Gefhl, keine Ahnung :hmm:



    ("Und Tjelvar verlor seine Axt", "Endlich bekam Tjelvar den Hals des Monsters zu fassen", "Doch die Kraft der Zwerge...", "ließ sich nicht wegdrücken") handelst du ziemlich knapp ab.

    Ok, ich blicke grad tatsächlich nicht mehr durch ^^;


    Ich dachte es sollte alles etwas flotter sein. Deswegen hab ich das alles gekürzt O.o



    Ich meine, dass er seine Axt verliert, ist wahnsinnig schlimm in dieser Szene! Und hier heißt es nur "Doch Tjelvar verlor seine Axt"... Hm.

    Ja, das meinte ich mit "nüchtern" Irgendwie schreibe ich das immer so. Ich wüsste jetzt aber auch nicht, was ich noch dazu schreiben soll^^; Soll ich schreiben WIE schlimm das gerade ist, dass er seine Axt verloren hat?

    Wie würdest du das denn machen? Also jetzt das konkrete Beispiel mit der Axt meine ich.


    Den Rest habe ich nicht eingefügt, weil ich den wiederum besser gelungen fand! Dramatischer.

    Okay, vielleicht muss ich mal schauen, was ich da anders gemacht habe

    Das Ende wiederum ist schon echt hart. Das Dorf tut mir ganz schön leid. Ich hoffe wenigstens, dass du mit einer hohen Zahl an Verlusten um die Ecke kommst und dass mindestens einer der Personen (Sigi - ihr Freund - die Mutter) der Nebenpersonen tot oder lebensgefährlich verletzt ist. Sonst ist es ja kein Drama und ich kann die entsetzliche Stimmung nicht mehr so ernst nehmen

    Okay, du BIST eine Dramaqueen xD

    Ich bin weiter dabei und hoffe, du bist nicht gekränkt durch meine stilistischen Meckereien!

    Ne, gekränkt nicht. Eher etwas gedämpft(?) :hmm:

    Liegt halt daran, dass ich weiß wie viel in den kommenden Parts noch gekämpft wird und ich das Gefühl habe, dass das für dich dann eher zäh sein könnte :/

  • Ein Erklärungsfetzen für dich Etiam - alles ist subjektiv und du kannst daraus ziehen, was du magst, und den Rest einfach liegen lassen :D

  • Hey Etiam,


    ja, die Kampfhandlungen :D Gar nicht so einfach da das richtige Maß zu finden. Also zunächst mal möchte ich sagen, dass du dir auf jeden Fall Gedanken zu dem Hergang des Kampfes gemacht hast. Das merkt man, da du es doch recht anschaulich beschreibst. Soweit so gut! Von der Handlung selbst habe ich deshalb wenig zu beanstanden. Vor allem das Ende ist mal wieder schön düster und die Ausweglosigkeit der Situation kommt gut rüber. Zu dem Mittelteil-sprich dem Kampf- packe ich dir noch ein paar Anmerkungen in den Spoiler.



    LG,

    Rainbow

  • Hallo Etiam ,


    es bleibt weiter spannend. Die Kampfhandlung finde ich gut gelungen, so was Ablauf und Geschehen betrifft. Nur der Anfang kommt noch nicht so rüber, da würde ich für meinen Geschmack zwar alle Informationen und Beschreibungen, die du bringst, behalten, aber vielleicht die Sätze mehr stückeln, also vor allem die Konjugationen trennen.


  • Hi ihr zwei ^^



    Also, um mich mal in die Diskussion zu der einschlagenden Wurfaxt und Knuts Ableben einzuklinken ^^ ...

    Ich habe die Stelle auch zur Kenntnis genommen und dachte mir so: Oh! ... wie fies. Gerade, WEIL es so nüchern abgehandelt wurde, empfand ich das als umso heftiger. :hmm:

    Es passierte ohne viel Schnick Schnack, unverblümt und OHNE Vorankündigung. Mitten aus dem Geschehen heraus und deshalb traf mich die Überraschung wahrscheinlich genauso, wie Tjelvar in dem Moment.


    Also, ich denke auch, dass man das sicher dramatischer hätte schildern können, indem man das noch näher beleuchtet, es anders vorbereitet etc. Aber für mich hat es in dem Moment auch so funktioniert.

    Danke^^
    Wäre es eine Szene aus einem Film gewesen, hätte ich seinen letzten Satz und die einschlagende Axt auch in ein und der selben Einstelung gedreht. Vielleicht war das für mich deswegen nur so lösbar.


    Nur mit einer Hand bekam er ihn nicht mehr gebändigt. Ein Zittern nahm von ihm Besitz. Seine Muskeln ächzten unter der enormen Anspannung. Er würde seinen Widerstand nicht mehr lange aufrechterhalten können. Langsam, aber unaufhaltsam schob sich das Gesicht des Zwerges näher. Der faulige Gestank von Verwesung schlug ihm entgegen. Zähne so scharf wie kleine Dolche blitzen ihm entgegen. ... blabla... dann der Schmerz....erkläre, wie er sich anfühlt,....

    Das gefällt mir irgendwie gar nicht :( Das Problem ist, ich kann ncihtmal wirklcih beschreiben warum ...


    Ab dem "Ein zittern ..." bin gefühlt aus meiner Szene. Die Bedrohung wird bei seite geschoben udn sein eigener Körper wird ins Augenmaß gezogen. Was ich mir eher vorstellen kann, wäre sowas wie das blaue. Also weiter auf den Draugr eingehen... Aber auch das gefällt mir nicht so richtig :hmm:

    Aber ich guck mal ob ich sowas ähnliches hinbekomme.


    Das gelbe wirkt mir zu lang.



    Zu Blau: Das "Etwas" relativiert das "desorientiert". So nach dem Motto: is ja gar nicht so schlimm ... er ist ja nur "etwas" desorientiert. ^^ Hier kannst du viel mehr Drama einbauen.

    Ja, das "etwas" ist dumm. Das kommt raus.



    Der harte Aufprall presste auch noch die letzte Luft aus seinen Lungen. Flimmernde Sterne tanzten vor seinen Augen, nahmen ihm die Sicht.

    Das ist mir wieder etwas to much ^^;


    Ich weiß nicht. Ich denke mir sowas. Ich weiß wie sich ein Aufprall anfühlt. Das danna cuh noch zu lesen zieht es so in die Länge. Sowas nutze ich eher, wenn es besonders schlimm ist. Aber wäre der Zwerg nciht da, hätte er ja auch sofort wieder aufstehen können.


    Das mit den Sternen ist mir ein bisschen zu Bunt.



    Zu Gelb: Das "stellte er fest" ist ein Erzählpart....zeig uns doch, WIE er das feststellt. Siehe mein Beispiel oben. Das " Verdammt! Wo war die Axt?...." ersetzt quasi das "stellte fest" und schmückt das Geschehen etwas aktiver aus.

    Das dagegen hat mir sehr gut gefallen. Vielleicht weil es ein Gedanke des Chars ist und somit nicht so gestreckt wirkt? Ich weiß es nicht.
    Das ist auch mein Problem bei der Sache. Ich sehe den Unterschied nicht wirklcih zwischen dem was du oben gemacht hast und hier unten. Ich weiß nur, dass mir das oben nicht gefallen hat, ich das hier aber super finde und einfüge.

    1. Gefällt es mir von der Idee. Die Axt ist weg und ich muss nicht mal beschreiben, WIE GENAU er sie verloren hat. Immerhin fragt sich der Char das selbst.

    und 2. Kommt beim lesen das Gefühl von hektik auf.

    Hektik ist auch das, was ich oben vermisst habe. Vielleicht liegt es daran ... keine Ahnung ^^; Ich verzweifel da gerade ein bisschen dran ...



    Mit ein bisschen Übung wirst du solche Stellen ganz alleine im Text finden.

    "bisschen"?

    Ich glaube damit ist es nicht getan :|



    Und ich denke schon, dass die Qualität dann noch zunehmen könnte, wenn du dir die Zeit nehmen würdest, da tiefer einzutauchen.

    Ja, ich versuche es ja. Aber es ist schwer zu finden, was besser ist, wenn man es nicht mal erklären kann.



    Hier stelle ich mir die Frage, wie er sich darauf vorbereitet hat? Sieht momentan ja eher nicht so danach aus. Also was konkret hat er dafür gemacht? Momentan (kann ja noch sein, dass entsprechende Erklärung erst noch kommt) wirkt das eher so, dass er sich nicht viel Mühe damit gemacht hat und daher keinen anderen Ausgang als die Niederlage erwarten dürfte.

    Das hier ist sehr ärgerlich, da es vor knapp 24h noch da stand ... Ich habe es im Laufe einer überarbeitung hier rausgestrichen. Werde es jetzt aber dann doch wieder einfügen, weil es wohl nicht offensichtlich ist.


    Um dir kurz zu erklären, was da stand: Ich hatte geschrieben, dass er sich darauf vorbereitet hat, indem er sich stark gemacht hatte. Sprich er hat trainiert. Es geht also nicht um taktische Vorbereitungen oder der gleichen. Er hat einfach seinen Körper gestählt, um sich (anders als sein Vater) wehren zu können.



    Allerdings muss ich sagen, dass selbst für eine eher unbedeutende Person, die Beschreibung eher etwas lieblos wirkt

    Die habe ich aber gewählt, ohne die bedeutung der Person zu beachten ^^; Auch große Chars können bei mir diesen Tod finden. Das einzige was ich da wohl anders gemacht hätte wär, dass ich im nachhinein mehr drama darum gemacht hätte oder Tjelvars Wut mehr beschrieben hätte ... sowas halt.

    die Beschreibung eher etwas lieblos wirkt

    Was heißt lieblos? Ich find sie ienfach nüchtern :hmm:


    Ich habe auch nicht das verlangen das weiter auszubauen ^^; Es würde der Szene das abrupte nehmen, denke ich :hmm:



    Dass der Tod kurz und schmerzlos (naja zumindest kurz) dargestellt wird, ist nicht das Problem. Ich würde mich da etwas an Stadtnymphe halten, allerdings nicht ganz so dick auftragen.

    Aber hier geht es ja nicht um den Tod an sich, sondern um den Weg dahin, oder? :hmm:

    Und den wollte ich hier kurz ... sehr kurz darstellen.

    Ich wollte zeigen, wie schnell wir da hin kommen können. Sein Tod ist natürlich auch schnell... Aber im Gegensatz zum weg dahin (Die fliegende Axt) wieder etwas länger ^^;


    Wenn ich das jetzt ausschreibe, wie er das erst sieht, wie die Axt durch die Luft fliegt etc. dann nehme ich dem Gefühlt die Überraschung. Ich habe es bei Rainbow versucht mit einer Kameraeinstellung zu erklären. Ich will nicht nochmal umschwenken, nachdem der Alte seinen Satz gesagt hat. Ich will einfach draufhalten und dann trifft ihn diese Axt in die Brust. DANN wird zu Tjelvar umgeschwenkt.


    Natürlich gibt es hier kein Richtig oder Falsch, denke ich :hmm: (immerhin haben wir jetzt drei verschiedene Ansätze wie man es amchen soll^^; Meine (ganz nüchtern) Stadtnymphe (mit viel Drama) und deine (irgendwo dazwischen))
    Aber ich hatte halt eine gewisse Intention mit dieser Szene, und denke dass deswegen speziell hier in diesem Fall meins besser passt.



    Hier nur eine kleine Geschmackssache: Ich würde Singular nehmen, da Tjelvar ja gerade nur den einen als Beispiel hat und auch, wenn sich das auf alle übertragen lässt, könnte es die Stelle etwas persönlicher machen und näher an Tjelvar heranbringen.

    Jo, klingt vernünftig.

    Das deckt sich dann mit meiner Einschätzung zum ersten Zitat oben...

    Hier wiederrum war nicht nur das körperliche gemeint. Auch Vorbereitungen im taktischen Sinne, aber in erster Linie das Mindset.


    Es sollte dann aber auch als kontrast zum Anfang und als Kontrast zwischen Tjelvar und diesen Leuten dienen.



    Diesen Kniff finde ich wiederum sehr schön, resignierenden Blick aufs Schlachtfeld, noch in der Form des Erzählers und dann fließender Schwenk in Tjelvars Gedanken, die das in zwei Worten nüchtern, prägnant zusammenfassen.

    Danke^^

  • Was heißt lieblos? Ich find sie ienfach nüchtern

    Nüchtern ist vielleicht das bessere Wort. Andererseits habe ich da noch Smilia im Kopf (ist das nicht ihr Mann?) und für die wäre es traurig, eventuell kommt daher meine Wortwahl. Ich weiß auch gar nicht, warum ich sie so mag. :D

    Natürlich gibt es hier kein Richtig oder Falsch, denke ich :hmm: (immerhin haben wir jetzt drei verschiedene Ansätze wie man es amchen soll^^

    Das ist doch das schöne, da kommen jetzt viele verschiedene Meinungen zusammen. Wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn alle Welt es gleich machen würde. Und um das nochmal zu verdeutlichen, mein Vorschlag war nur meine persönliche Meinung, was nicht heißt, dass ich deinen Weg schlecht finde, eher im Gegenteil. :thumbup:

  • Ich habe ine Sache in Teil 2 dieses Kapitels hinzugefügt. Und zwar:

    Das Klirren der Waffen und Rüstungen blieb aus. Die Schmerzens- und Todesschreie verstummten, noch bevor sie ihn erreichten.

    Hinter all den Menschen und Zwergen ragte das zerstörte Haupttor empor. Tjelvar wusste nicht, wie sie es geschafft hatten, das massive Holz zu durchdringen, dass den Mauerbogen versiegelte. Doch rund um das Loch, welches die Angreifer schlugen, loderten die Flammen.

    Feuer war zerstörerisch. Aber für eine Zerstörung dieser Größe konnte es nicht verantwortlich sein. Nicht in der kurzen Zeit.

    Zorn breitete sich in ihm aus, als er die vielen Toten sah, welche bereits im matschigen Boden lagen.


    Das fett gedruckte ist neu.



    Kapitel 2

    Wie an jenem Tag


    Teil 4

    Denen die vor der Schlacht davon liefen, schrie er hinterher, dass sie gefälligst kämpfen sollen, doch keiner hörte auf ihn. Die Verteidigung brach zusammen und würde der Überzahl der Zwerge nicht mehr lange standhalten.
    „Ihr scheiß Feiglinge“, brüllte Tjelvar. Ohne ihre Unterstützung war es unmöglich, das Blatt noch zu wenden.
    Im Getümmel der verbliebenen Krieger und Draugar erblickte er die rote Mähne eines Mannes.
    Jarl Harald? Dann muss Erik in der Nähe sein.
    Nochmal setzte sich Tjelvar in Bewegung. Wenn dies das Ende der Stadt war, musste er zumindest seinen Freund vor den Armeen des Todes bewahren.
    Mittlerweile sah er, dass es sich eindeutig um den Jarl handelte, wie er gegen ein oder zwei Draugar kämpfte. Aber Tjelvar kamen immer wieder Zwerge in den Weg, als er zu ihm stoßen wollte.
    Für einen Kampf hatte er jetzt keine Zeit. Er duckte sich unter den Angriffen hinweg oder schubste die Untoten zur Seite. Zwischendurch hielt er immer Mal Ausschau, doch von seinem Freund fehlte jeder Spur.
    Wieder wich er einer Axt aus, bevor er dessen Träger packte und gegen einen der seinen schleuderte.
    Unbeeindruckt taumelten die beiden nur und wankten dann auf ihn zu.
    Zum Glück übernahmen ein paar andere Krieger die zähen Monster, während Tjelvar sich weiter zu Harald durchschlug.
    Dieser schaffte es, einen seiner zwei untoten Angreifer zu erlegen und sich direkt dem nächsten zuzuwenden. Er erkannte Tjelvar sofort und zusammen kämpften sie gegen den verbliebenen Draugr. „Raikson, euch schicken die Götter. Wir dachten sie hätten euch erwischt.“
    Der Jarl nutzte die erzeugte Ablenkung durch Tjelvar
    und trat seinen Gegner zu Boden. Ohne zu zögern, jagte er ihm die Spitze seines Schwertes durch das Auge.
    „Wo ist Erik?“, japste Tjelvar außer Puste.
    „Leifson? Die Draugar sind durch die Mauer gebrochen. Ich habe ihn mit ein paar Männern dorthin geschickt und ...“ Harald wurde von einem Untoten unterbrochen, der ihn attackierte. Gekonnt duckte er sich unter der Klinge des Angreifers hinweg und schaffte es, dem Monster einen schweren Hieb zu verpassen.
    Tjelvar eilte seinem Jarl zur Hilfe, doch das eben Gesagte machte ihn stutzig.
    Sie greifen von zwei Seiten an? Ist das für diese untoten Bastarde nicht ein wenig zu taktisch?
    Während er darüber nachdachte, ob die Draugar ein Verständnis für sowas hatten, schaute er in den hohlen Blick des Zwerges, mit dem sie kämpften. Tjelvar glaubte das nicht so recht, aber jetzt war die Situation nun Mal so und er musste wissen, wo Erik sich gegen diese Biester zur Wehr setzte. „Wo genau sind sie durchgebrochen?“
    Mit einem gekonnten Tritt in den Rücken beförderte der Jarl seinen Gegner in den Matsch und ließ sich dann so auf ihn fallen, dass sein Schwert den Hals des Draugr durchbohrte.
    Zuckend, als hätte ihn der Blitz getroffen schüttelte sich der Untote, bis die fremdartige Macht seinen Körper verließ, die ihm sein unheiliges Leben verlieh.
    Im Dreck liegend drehte sich Harald zu Tjelvar um. „Sie sind Nahe des Thinghügels ins Dorf geko... Vorsicht!“
    Im letzten Moment wich Tjelvar den in seinem Rücken heranstürmenden Draugr aus.
    „Den übernehme ich“, schrie Harald und stürzte sich direkt in den Kampf.
    Tjelvar blieb stehen. In der Nähe des Thinghügels?
    Übelkeit überkam ihn und in seinem Kopf begann sich alles zu drehen.
    Wenn sie in der Nähe des Hügels ins Dorf kamen, dann ... ist auch die Kirche ...
    Schmerzlich wurde ihm bewusst in welche Gefahr er seine Mutter und seine Schwester gebracht hatte. Und all die anderen, die auf seinen Rat hin im Hause Nekjols nach Schutz suchten.
    Auch wenn Jarl Harald in einem hitzigen Zweikampf verwickelt war und Tjelvars Hilfe gebrauchen konnte, so befahl ihm sein Herz, schleunigst zur Kirche zurückzukehren. Wild schaute er um sich. Versuchte die Orientierung, welche er im Laufe der Schlacht verloren hatte wiederzuerlangen. Ich muss zu ihnen! schoss es ihm immer wieder in den Sinn.
    Erneut fing er an, seinen Weg durch die Kämpfenden zu schlagen. Er war nicht weit gekommen, als um ihn herum, plötzlich alles totenstill wurde.
    Es war, als wären jegliche Töne aus dieser Welt verschwunden und irritiert drehte sich Tjelvar wieder zum Zentrum des Geschehens.
    Jarl Harald war dort immer noch mit dem Draugr beschäftigt.
    Viele Krieger bemerkten jedoch ebenfalls den plötzlichen Spuk und schauten sich verwirrt um. Irgendetwas zog ihren Blick auf das Tor, welches hinter ihnen in Trümmern lag.
    Von den Flammen war nicht mehr als ein zahmes Glimmen übriggeblieben und der Rauch, der die Sicht zur Außenwelt verbarg, begann sich zu lichten.
    Tjelvars Herz fing an wie verrückt zu schlagen und ein ungutes Gefühl breitet sich in seiner Magengegend aus.
    Durch den Qualm Schritt ein Wesen, welches Tjelvar das Blut in den Adern gefrieren ließ.
    Es war nicht der Ekel, der ihn überkam, als eine neue Welle des faulenden Dufts ihm entgegenschlug. Auch lag es nicht an der Entrüstung, die ihn durchfuhr, als er die Schar von Zwergen sah, von der die Kreatur begleitet wurde.
    Es war angst. Angst war das Gefühl, dass seine Beine lähmte, dass ihm den kalten Schweiß auf die Stirn trieb und ihm die Luft zum Atmen nahm. Angst, weil er das Wesen kannte. Tjelvar hatte es nie zuvor gesehen, doch wusste er sofort, dass es sich um jene Gestalt handelte.
    So groß wie ein hochgewachsener Mann, spähte die Kreatur über die hereinströmenden Zwerge hinweg. Kein Gesicht war unter dem in Fetzen hängenden schwarzen Stoff zu erkennen, welcher ihren gesamten Körper einhüllte. In den behandschuhten Händen hielt sie ein langes Schwert mit gewellter Klinge. Mit langsamen schweren Schritten bewegte sie sich auf die Menge zu und wirbelte dabei die Asche vom Boden auf.
    Ohne Frage. Dieses Ding war verantwortlich für die abrupte Lautlosigkeit. Und auf einmal wurde Tjelvar klar, warum es die Stille war, vor der Sigi sich nachts gefürchtet hatte.
    Es war die Panik davor, die Gestalt wiederzusehen. Die Gleiche, die sich nun vor den Kriegern in Stellung brachte und sie mit dieser unheimlichen Stille umarmte.
    Schmerzlich erinnerte sich Tjelvar an die Warnung, die seine Schwester aussprach, kurz bevor sie im Nebel verschwand.
    Sigi ... du hattest recht. Es ist hier!
    Blitzartig stürmte das dunkle Wesen nach vorne. Eine Drehung und zwei schnelle Hiebe brachte den ersten beiden Kriegern in der Reihe einen raschen Tod. Die Klinge war unglaublich scharf, und glitt mühelos durch die Körper der Männer. Mit klaffenden Wunden fielen sie zu Boden und befleckten die eisernen Schuhe ihres Mörders mit Blut.
    Das Auftauchen dieses Monsters veranlasste, viele seiner Kameraden das Weite zu suchen. Immer wieder rempelte sie Tjelvar an oder stießen ihn zur Seite. Er dagegen blieb wie angewurzelt stehen.
    Entsetzt sah er zu, wie sich die dunkle Gestalt mit Leichtigkeit durch die wenigen Verbliebenden pflügte. Seine Freunde fielen der gewellten Klinge zum Opfer, wie das Korn der Sense.
    Zielsicher steuerte das Wesen dem Jarl entgegen, welcher noch immer gegen den Draugr kämpfte.
    Harald ahnte nichts von der lautlosen Bedrohung, die sich ihm näherte.
    Verzweifelt versuchte Tjelvar ihn zu warnen und schrie, so laut er konnte. Doch aus seiner Kehle entwich kein einziger Ton. Seine Rufe verstummten gegen die Mächte, die hier am Werk waren.
    Harald indes schaffte es, seinen Gegner zu entwaffnen und ihm mit seinem Schwert den Arm abzuschlagen. Siegessicher brachte er den Draugr zu Fall und positionierte sich über ihn.
    Ein letzter aussichtsloser Akt Tjelvars war das Vorankämpfen durch die fliehende Masse, doch es war zu spät.
    Als der Jarl seine Waffe zum Todesstoß hob, stieß ihm der Dunkle seine eigene Klinge in den Rücken. Als wäre er nur eine Puppe aus Stroh, glitt der Stahl durch seinen Körper.
    Mit aufgerissenen Augen stierte er auf die Spitze, die sich durch seine Brust bohrte.
    Sein letzter Schrei war stumm, doch Tjelvar bildete sich ein, ihn in seinem Schädel widerhallen zu hören.
    Tjelvars Blut fing an zu kochen, als er die Lebensenergie aus den Augen des Jarls weichen sah. Es schmerzte ihm in der Seele, diesen ehrenhaften Krieger einen solch hinterhältigen Tod sterben zu sehen.
    Ruckartig zog das vermummte Wesen die Waffe aus Haralds Leib und ließ ihn achtlos zu Boden fallen.
    Mit einer Ruhe, die Tjelvar nie zuvor bei einem Kämpfenden gesehen hatte, drehte sich der Dunkle zu ihm.
    Ob er ihn dabei ansah oder nicht, konnte er aufgrund der Tücher nicht erkennen.
    Die Geschwindigkeit, durch welche das Wesen im Kampf zuvor unbesiegbar schien, war restlos verschwunden. Schwunglos hob es seinen Arm in Richtung der Straße und streckte einen Finger aus.
    Tjelvars Atem stockte. Er wusste nicht, was er machen sollte und seine Gedanken rasten. Seine Entschlossenheit von vorhin war wie weggeblasen. Nur noch vereinzelte Männer und Frauen kämpften hier einen aussichtslosen Kampf. Sollte er wie die anderen fliehen und sie im Stich lassen? Ein Teil von ihm wollte davonlaufen, seitdem er diese dunkle Gestalt aus dem Nebel hatte schreiten sehen.
    Doch letztendlich wurde sein Griff um den Stiel seiner Axt fester. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen und seine Muskeln spannten sich weiter an.
    Nein. Ich habe geschworen zu kämpfen. Ich werde mich nie wieder unter einem Tisch verkriechen und tatenlos zusehen, wie die Menschen um mich herum fallen.
    Als er im Begriff war loszustürmen, geschah etwas, dass ihn innehalten ließ.
    Ein Flüstern durchschnitt die Stille und war so laut wie das Brüllen eines Bären.
    „Zuk narask mor Nekjol nar!“
    Das ... das kam von diesem ... Ding, traf Tjelvar die Erkenntnis.
    Sofort machte er auf dem Absatz kehrt und rannte überhastet los. Er lief so schnell, dass er Angst hatte die Kontrolle über seine Füße zu verlieren und zu stürzen.
    Doch er durfte jetzt nicht langsamer werden. Es war keine Furcht, die ihn antrieb. Zumindest nicht die, um sein eigenes Leben.
    Diese Silben ... diese Worte ...
    Die Sprache, die das Wesen benutzte, war dieselbe, die Tjelvar zuvor auf der Steintafel der Zwerge las.
    Und so, wie er den Text entziffert hatte, so bildete er sich ein, das Geflüster verstanden zu haben. Deswegen wusste er, dass es sich bei dem Ausruf des Dunklen um einen Befehl handelte. Er wies die Untoten an, das Haus Nekjols zu finden und zu zerstören.


    nächster Part

  • Hey Etiam,


    die Action reißt nicht ab und das Thema Tod ist noch nicht vom Tisch. Der Auftritt dieses riesen Monsters kam ziemlich gut und das Ende war wieder mal mit einer schaurigen Erkenntnis verbunden.


    Ich packe dir meine Anmerkungen mal in den Spoiler:



    LG,

    Rainbow

  • Hallo Etiam ,


    yeah weiter Action und ich fiebere mit. :thumbsup:


  • Hey Etiam :)




    So. In den Spoilern findest du ein paar kleine Anmerkungen. Es ist nicht viel und auch nur das, was mir direkt ins Auge gestochen ist.


    Nur noch ganz kurz: Ich habe die anderen Kommentare nicht gelesen, also sorry, falls sich etwas doppelt :D


    Zum Text allgemein: Ich denke, da geht noch was. Es ist insgesamt unglaublich cool geschrieben und stellenweise hast du wieder so mega geile Formulierungen drinnen, die den Text so toll greifbar machen. Dann jedoch wirst du sehr distanziert und versuchst mehr von außen zu erzählen, was geschieht. Dabei bietet sich diese Kampfszene so gut an, nahe bei Tjelvar zu bleiben und seine Gefühlswelt einmal zu scannen - das ist dir oft schon gut gelungen, aber da ist noch Luft nach oben :thumbup:

    Ahhhh - das ist halt ein schmaler Grat, ich weiß und ich bin da auch nicht die beste Ansprechpartnerin, aber das war mein Gefühl während des Lesens ;)


    Aber! - Die Stelle ab dem Auftauchen der verhüllten Gestalt hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mir das mega gut vorstellen und genau das ist es, was ich vorher meinte, weißt du? :)


    Ansonsten bleibt mir nur zu sagen, dass du die Spannung und Action direkt hoch haltest und ich bin echt gespannt, wie das Dorf aus dieser Misere wieder raus kommt - ich meine, wenn jetzt alle sterben, ist die Geschichte halt direkt zu Ende :D


    LG :)

  • Der Auftritt dieses riesen Monsters kam ziemlich gut und das Ende war wieder mal mit einer schaurigen Erkenntnis verbunden.

    nach drei Parts Duerkampf muss man die Leute ja irgendwie bei der Stange halten :P



    Ein frommer Wunsch. Wie gedenkt er das anzustellen? :hmm: Vielleicht etwas weniger theatralisch? ... hab ICH das gesagt?


    Das muss ja ein ganz besonderer Freund sein, wenn man solche Worte dafür findet.

    Wegen dem "vor den Armeen der Toten" bewahren. Ja, das will ich so oder so abändern. Mir gefällt es noch nicht so ganz. Liegt daran, dass er ihn vor den Armeen selbst nicht mehr wirklcih bewahren kann, oderß Laut Haralds Aussage kämpft er ja vermutlich schon. Er könnte ihn eher vor seinem Tod bewahren. Also ich hab hier eher ein Problem mit dem Sinn hinter meinem eigenen Satz ^^; Deswegen werde ich das nochmal ändern müssen xD



    Das klingt so geil! Als würde er einen Spaziergang über das Schlachtfeld machen, hier und da mal einen Untoten zur Seite "schubsen" und dabei nach seinem Freund "Ausschau halten". Vor allem das immer mal... klingt so beiläufig. (mal schreibt man in dem Zusammenhang übrigens klein. )


    Hmm das ist glaube gerade nicht so angemessen, als würde er an der Schlacht teilnehmen und gleichzeitig die hübschen Blumen am Wegesrand betrachten. :D Also das kann gut passen und dein Stil sein (wäre auch mal was sehr interessantes), jedoch habe ich diesen Stil bisher in den vorherigen Texten nicht so vorgefunden.

    Jap, das muss ich dann acuh nochmal überarbeiten. Gedacht war natürlich, dass er im mitendes Getümmels immermal versucht zwischen den Kämpfenden auch seinen Freund ausfindig zu machen.

    Ja ...



    Warum ist er so wichtig? Glaubt man, dass er ein besonders guter Kämpfer ist?

    An sich, ja. Wäre er durchaus, allein schon wegen seiner physischen Erscheinung. Aber einen richtigen Hintergrund Gedanken hatte ich da eigentlich nicht. Es sollte füllend sein. Irgend einen Anfang brauchte ich xD Außerdem wollte mein Bauchgefühl noch einmal den Nachnamen Raikson loswerden, bevor der gute Jarl ins Gras beißt :D



    Es kommt mir ein wenig seltsam vor, dass er mitten in diesem Gefecht, also während er seinem Jarl zur Hilfe eilt und schließlich gegen den Zwerg bestehen muss, diese sehr reflektierten Gedanken hat. Vielleicht liegt es auch an der Art, wie du es schreibst, dass es den Anschein erweckt, als hätte er alle Zeit der Welt, da rumzuüberlegen. Kann man das hektischer einbauen? Abgehackter? Ich würde da mal ein bisschen herumexperimentieren.

    Ja, ich glaube "stutzig" ist zu schwach gewählt. Aber ansonsten funktioniert das schon, finde ich. Es ist halt etwas, dass ihn sofort aus dem Hier und Jetzt reißt. Er merkt halt gerade richtig, dass er ein Eigentor geschossen hat ^^;
    Also ja. Hektischer und Abgehackter sind glaube ich die Lösung.



    Sehr gut!

    Sehr gut? Tjelvar sieht das bestimmt anders :P



    Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Teil.

    Das freut mich sehr ^^ Vorallem, dass dir bestimmte Sätze ganz gut gefallen haben. Sowas hatte ich in Magische Welten gefühlt nie. Das muss ich mir wohl irgendwie über die Pause angeeignet haben ^^;



    Oh unheiliges Leben, muss ich mir merken, passt gut.

    Dafür hab ich auch lange gebraucht xD Ich wollte anstatt Leben ein anderes Wort haben und hab tausend Sachen ausprobiert ... letztlich ist es dann doch bei Leben geblieben ^^;



    Der Teilsatz hinten ergibt nicht viel Sinn, wenn du "um jene Gestalt handelte" verwendest, musst du vorher (oder direkt danach) das Bezugssystem angeben, also um wen handelt es sich denn nun?

    (Oder wolltest du hier schreiben, dass die Gestalt dafür verantwortlich ist? Dann musst du das aber anders formulieren.)

    Ja, das werde ich ändern.



    Also hat er sich schon mal gesehen? Dann habe ich wohl den ersten Teil von Zitat vorher nicht ganz verstanden.


    Und auf einmal wurde Tjelvar klar, warum es die Stille war, vor der Sigi sich nachts gefürchtet hatte.
    Es war die Panik davor, die Gestalt wiederzusehen.

    Ich glaube du hast es eher hier falsch verstanden. Ich dachte es wäre klar, das sich die Panik auf Sigi bezieht. SIE hatte Angst davordie Gestat wiederzusehen. Tjelvar hatte sie ja bis jetzt noch nie gesehen (das hatte ich ja oben erwähnt und das hast du auch richtig verstanden.)



    Hier bin ich mir nicht sicher, ob er das sehen kann? Wie nah ist er denn dran und passt da auch die Richtung, also steht er quasi vor ihm?

    jup, hast natürlich recht O.o

    Ich schreib das um. Vielleicht irgendwas mit seinen Regungen oder so. Mal schauen.




    Sehr schönes Ende, auch mit der Begrünung, dass er die Worte kennt und nun weiß, worauf sie es vermutlich abgesehen haben.

    Danke^^
    Das wäre dann hier auch das Kapitelende und nicht nur das eines Parts :D


    LadyK: Ich finde diese Formulierung irgendwie nicht so schön. Vielleicht einfach nur: ... und legte an Tempo zu.


    Etiam: Mir gefällt generell das mit dem "Tempo" nicht xD Also den Satz will ich so oder so nochmal überarbeiten. ^^


    LadyK: das wirkt unvollständig. Vielleicht: Er machte eine schnelle Drehung ...


    Etiam: Das ist an der Stelle aber ein extra abgehackter Satz. Voll ausgeschrieben wäre mir in diesem rasanten Teil zu langatmig.


    LadyK: kieferknirschend - das Wort höre ich zum ersten Mal xD Ich kenne nur zähneknirschend


    Etiam: Ich auch xD


    LadyK: Das Unterstrichene erscheint mir nicht ganz richtig. Wer wird verwundet? Tjelvar? Zumindest deutet das "sich" darauf hin.


    Etiam: Ja, er reißt sich die Wunde auf. Also das "sich" hast du schon richtig interpretiert. Der Zwerg lockert seinen Biss nciht. Und wenn er ihn nun wegdrückt, reißen die Zähne ja am Fleisch. SO zumindest meine Überlegung.


    LadyK: bitte ein anderes Wort, "plumpsen" klingt als würde ein kleines Kind in eine Pfütze fallen - vielleicht einfach "fiel"


    Etiam: Plumpsen ist hier tatsächlich ein normales Wort ^^; Vorallem in dem Zusammenhang mit dem nassen Sack. Die Metapher ist also nicht auf meinem Mist gewachsen. Mir ist aber bewusst, dass plumpsen kein Elegantes Wort ist. Zudem sei auch angemerkt, dass es sich um einen Zwerg handelt ... der ist nun mal nicht so groß :D


    LadyK:

    Das ist auch etwas unglücklich formuliert. Vorschlag: Blutbesudelt und mit Schlamm überzogen, sah er zu dem Krieger, den er gerächt hatte.


    Etiam: Ich weiß noch nicht, ob mir dein Vorschlag gefällt, aber ja. Der Satz so wie er da steht gefällt mir auch nicht mehr. Den werde ich ändern.


    LadyK: Nice! xD


    Etiam: Hätte ich gewusst, dass das zu einem "Nice" führt, hätte cih schon viel früher Augäpfel durchbohren lassen xD


    LadyK: Das sehe ich ganz genau so! xD


    Etiam: xD Sehr schön. Es war mir sehr wichtig, dass der Leser sich hier mit dem geflüsterten Satz gut identifizieren kann. Toll! :P


    Ich denke, da geht noch was.

    Ja, das glaube ich auch. Aber ich muss auch mal sagen, dass ich auf die letzten Zwei Abschnitte sehr stolz bin^^ Auch, wie sie bei euch ankommen. Das macht mich glücklich.



    wieder so mega geile Formulierungen drinnen

    "wieder"


    Wusste nicht, dass das bei mir mal so Gang und Gebe war xD



    Dann jedoch wirst du sehr distanziert

    Ja, das muss ich noch irgendwie herausfinden. WAnn ist ein Text distanziert. Das ist gerade in diesem Kapitel ein kniffliger Punkt, denn ich noch nicht ganz geknackt bekommen habe.



    Aber! - Die Stelle ab dem Auftauchen der verhüllten Gestalt hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte mir das mega gut vorstellen und genau das ist es, was ich vorher meinte, weißt du?

    Ich glaube das liegt daran, weil für Tjelvar der hektische Kampf ab dem Zeitpunkt auch überhaupt keine Rolle mehr spielt. Ich weiß noch, wie ich selber das Gefühl hatte, dass sich hier alles entschleunigt.



    ich meine, wenn jetzt alle sterben, ist die Geschichte halt direkt zu Ende :D

    xD Vielleicht ist es ja auch eine Kurzgeschichte :P


    Ok... dann wäre aber das "Ark 1" im Titel etwas irreführend xD


    Danke euch dreien fürs Lesen und kommentieren der aktuellen Parts^^

  • Hey Etiam !

    Gleich vorneweg: Ich weiß nicht, ob du diese Szene nun mit Absicht nahbarer und dramatischer geschrieben hast, aber das ist zumindest mein Eindruck. Ich finde sie um WEITEN besser als den Teil vorher.^^

    Gleich mal hier:

    Nochmal setzte sich Tjelvar in Bewegung. Wenn dies das Ende der Stadt war, musste er zumindest seinen Freund vor den Armeen des Todes bewahren.
    Mittlerweile sah er, dass es sich eindeutig um den Jarl handelte, wie er gegen ein oder zwei Draugar kämpfte. Aber Tjelvar kamen immer wieder Zwerge in den Weg, als er zu ihm stoßen wollte.
    Für einen Kampf hatte er jetzt keine Zeit. Er duckte sich unter den Angriffen hinweg oder schubste die Untoten zur Seite. Zwischendurch hielt er immer Mal Ausschau, doch von seinem Freund fehlte jeder Spur.

    Wir sind im Geschehen drin, wir erleben Tjelvars panische Gedankengänge und seine unmittelbare Sicht. Sehr schön. ("Nur würde ich nicht "schubsen" schreiben, klingt unelegant.)


    Was auch für Spannung mittendrin sorgt, ist natürlich die Unterhaltung:

    Er erkannte Tjelvar sofort und zusammen kämpften sie gegen den verbliebenen Draugr. „Raikson, euch schicken die Götter. Wir dachten sie hätten euch erwischt.“
    Der Jarl nutzte die erzeugte Ablenkung durch Tjelvar und trat seinen Gegner zu Boden. Ohne zu zögern, jagte er ihm die Spitze seines Schwertes durch das Auge.
    „Wo ist Erik?“, japste Tjelvar außer Puste.

    Du schaffst es hier sehr gut, einerseits die Knappheit des Dialogs, die Panik/Unübersichtlichkeit, und andererseits gleichzeitig das unmittelbare Kampfgeschehen aufrecht zu erhalten. Ist auf jeden Fall ein super Stilmittel, um mehr Dramatik (also das heißt Unmittelbarkeit statt Nacherzählen (Epik)) reinzubringen.


    Hier nun noch was Stilistisches.

    Grün: Hier finde ich, dass du doch recht viele Metaphern für einige wenige Empfindungen Tjelvars in den Ring wirfst. Manchmal ist weniger mehr.

    Rot: Hier setzt du dreimal hintereinander mit so einer Nebensatzkonstellation an. Könnte man minimal umformulieren. Es ist mir beim Lesen aufgefallen, dass da immer so eine Einschiebung am Anfang kommt. Andere stört das aber vielleicht weniger :P

    Blau: Machen ist so ein oft benutztes Modalverb, klingt auch sehr mündlich. Wie wäre es mit tun? Vorgehen? Handeln? Etc.


    Übrigens könnte man, um eine kausale Kette herzustellen, noch ein "Denn" vor den Satz "Ein Teil von ihm wollte davonlaufen [...]" setzen.



    Sehr interessant finde ich die plötzlich einsetzende Stille, darauf hatte ich ja eigentlich schon die ganze Zeit bisschen gewartet :D Also bin ich gespannt, wer der schwarze Unbekannte ist.


    Bis bald

    Stadtnymphe

  • Gleich vorneweg: Ich weiß nicht, ob du diese Szene nun mit Absicht nahbarer und dramatischer geschrieben hast, aber das ist zumindest mein Eindruck. Ich finde sie um WEITEN besser als den Teil vorher.^^

    Also ja, es war ... Absicht... Aber nicht so, wie du meinst ^^; Der Part ist ja shcon seit gut 2 Wochen fertig gewesen.


    Das "Absicht" herinter, war das, was ich oben schonmal versucht habe zu erklären. Ich schmücke für mich Sachen erst aus, wenn es die Situation hergibt :hmm:
    Und vorher war das halt ein Kampf. Er war nicht dramatisch. Höchstens anstrengend für Tjelvar. Aber ich hatte irgendwie gar nicht die Intention beim schreiben da mehr draus zu machen. Anders als der Dunkle durch das Tor trat. Das war für mich von vornerein ein wichtiger Punkt und er macht ja auch was mit Tjelvar. Und das muss ich dem Leser irgendwie erklären. Es MUSS anders sein und sich anders anfühlen, als das zuvor. Einfach weil es anders und viel intensiver ist/sein soll.



    Wir sind im Geschehen drin, wir erleben Tjelvars panische Gedankengänge und seine unmittelbare Sicht. Sehr schön. ("Nur würde ich nicht "schubsen" schreiben, klingt unelegant.)

    Wobei hier ist der Dunkle ja noch gar nicht :hmm:


    Ach keine Ahnung xD Das was ich oben geschrieben habe war zumindest meine Empfindung.
    Alles dafür habe ich gefühlt so geschrieben, wie sonst auch ^^;



    Ist auf jeden Fall ein super Stilmittel, um mehr Dramatik (also das heißt Unmittelbarkeit statt Nacherzählen (Epik)) reinzubringen.

    Leider komm ich damit noch nicht ganz klar. Ich verstehe den Unterschied noch nicht so ganz.

    Ich hab ja nicht die Zeit geändert :hmm:



    Hier finde ich, dass du doch recht viele Metaphern für einige wenige Empfindungen Tjelvars in den Ring wirfst. Manchmal ist weniger mehr.

    Dass das mal jemand zu mir sagen würde, hätte ich NIE gedacht xD



    Sehr interessant finde ich die plötzlich einsetzende Stille, darauf hatte ich ja eigentlich schon die ganze Zeit bisschen gewartet

    Ist das so? :D


    Dann bin ich gespannt, ob noch mehr passiert, dass dir viellecht jetzt scon im Kopf umher schwebt^^

  • Kapitel 3:

    Stille


    Teil 1
    Zuk!“ Die Stimme des Dunklen schallte über Tjelvars Kopf hinweg, als er durch die Straßen und Gassen der Stadt hetzte. Er sprang über Zäune und Mauern, nahm jede ihm bekannte Abkürzung. Immer wieder schaute er panisch über seine Schulter. Doch es waren keine Draugar zu sehen. Ob es am Nebel lag, oder ob sie zu langsam waren, konnte er nicht sagen. Aber der Befehl, den diese Kreatur ausrief, lautete Sucht!
    Wenn sie erst suchen müssen, dann kenn sie den Standort der Kirche vielleicht noch nicht.
    Es könnte sein, dass Tjelvar einen Vorsprung vor ihnen hatte. Beruhigen tat es ihn allerdings nicht. Immer wieder dachte er an die Worte Haralds.

    Wenn sie in der Nähe des Thinghügels in die Stadt eingefallen sind, dann ...

    Tjelvar wollte diesen Satz nicht zu Ende denken. Aber eins war ihm klar.

    Jeder Zwerg in dieser Gegend musste den Ruf des Dunklen vernommen haben. Es hörte sich zwar wie ein Flüstern an, doch das war es nicht. Es donnerte durch die Luft und dröhnte noch lange in seinen Ohren nach. Nicht mal ein Riese hätte so laut schreien können, kam es Tjelvar in den Sinn.

    Jeder Draugr in der Stadt suchte also nun nach dem Hause Nekjols.

    Und diese Gewissheit war es, die ihn anpeitschte noch schneller zu rennen. Sein Herz hämmerte wie wild in seiner Brust, und die Panik, welche er in diesem trug, erreichte seinen Höhepunkt, als er auf die Marktstraße bog.

    Die Straße, die auf geradem Weg zum Platz führte, an dem auch die Kirche Stand war, gesäumt mit Leichen.

    Ihre Körper waren schlimm zugerichtet und das Blut der vielen Opfer, sammelte sich in Rinnsalen zwischen den Steinen.

    Sie waren schon hier! Warum hatte sie keiner aufgehalten?
    Während er weiterlief, schielte er zu den Toten und sah, welche Verstümmelungen sie erlitten. Ein kalter Schauer überkam ihn und er schluckte schwer, als er sich ausmalte, wie seine Schwester bei den Leichen lag.

    Er schüttelte den Kopf und richtete seinen Blick wieder stur nach vorn. Diese grausigen Bilder durften ihn nicht ablenken.

    Sie lebt! Und ich werde sie aus der Kirche holen, bevor es zu spät ist!

    Aus dem Augenwinkel erkannte er, dass zwischen den Toten auch Draugar lagen.

    Die teils verstümmelten Zwerge waren immer noch in der Lage sich zu bewegen.

    Sobald Tjelvar ihnen zu nahekam, streckten sie ihre Arme nach ihm aus und fauchten ihm hinterher.

    Ihm wurde erst jetzt klar, dass die Stadt um ihn herum so totenstill war, dass ihm gar nicht aufgefallen war, dass er wieder Töne hörte. Für einen kurzen Moment hatte er den schrecklichen Gedanken der einzige noch überlebende Mensch in diesem Alptraum zu sein.

    Ein Licht, das durch den dichten Nebelvorhang schimmerte, nahm ihm etwas die Angst.

    Die Kirche. Es kommt aus der Kirche.
    Je näher er kam, umso mehr zeichneten sich die Konturen des großen Gebäudes in der Ferne ab. Die Stände auf dem Platz schienen schon zum Greifen nahe, als Tjelvar plötzlich auf etwas Glitschigem ausrutschte.

    Er wollte sich mit den Händen abfangen, doch fand er auf dem nassen Stein keinen Halt und schlug schmerzhaft mit dem Kopf auf den Boden.

    Er krümmte sich vor Schmerz und hielt sich seinen brummenden Schädel.

    Nur langsam ließ die Pein nach und als Tjelvar wieder seine Lider öffnete, sah er in die leeren Augen eines Toten. Bekannte Augen.

    Die blonden Haare waren von Blut und Matsch verklebt. Nur die Spitzen wippten leicht im aufkommenden Wind.

    Tjelvars Magen zog sich zusammen und es fühlte sich an, als würde sein Herz aufhören zu schlagen. Wie das, seines Freundes. Tränen verschleierten die Sicht, als er langsam nach dem blutverschmierten Gesicht tastete.

    „Erik“, wimmerte er mit gebrochener Stimme und rüttelte sacht an ihm.

    Doch statt einer Antwort kam nur Blut über Eriks blasse Lippen. Der Speer im Rücken des jungen Mannes hatte ihn für immer zum Schweigen gebracht.

    „Bitte“, flehte Tjelvar und kroch mit erschöpften Gliedern zu seinem Freund. „Bitte steh auf.“ Noch einmal rüttelte er an ihm, doch Erik regte sich nicht. Schluchzend legte Tjelvar seine Arme auf die Schulter des Toten und vergrub das Gesicht in ihnen. Sein Körper bebte durch die Wellen der Trauer und des Schmerzes, über ihn hereinbrachen.

    Er hatte geschworen, diesen Schmerz nie wieder erleiden zu müssen. Nach dem Tod seines Vaters hatte er alles dafür getan, um stark zu werden, um seine Familie und Freunde beschützen zu können. Heute hatte er geglaubt, das Unheil abwenden zu können. Doch er hatte versagt. Er war schwach ... wie sein Vater.

    „Es tut mir leid“, flüsterte Tjelvar und krallte sich in das zerschnittene Hemd seines Freundes. Es war alles seine Schuld gewesen. Er hatte ihnen die Hoffnung gegeben, dass es diesmal anders ausgehen würde. „Wir hätten einfach davonlaufen sollen. Verzeih mir.“

    Zitternd kauerte er an der Seite seines Freundes und wünschte sich, dass er an Eriks Stelle gestorben wäre. Er selbst hatte einen Fehler gemacht! Nicht Erik!

    Langsam begann die Wut, die Trauer zu verdrängen und Tjelvar schlug sich mit den Fäusten gegen den Kopf.

    Aber hätte er sich überhaupt anders entscheiden können? Nach all dem, was die Draugar ihm und seiner Familie angetan hatten? Nein! Er hatte schon nichts gegen den Tod seines Vaters unternommen. Es gab keinen anderen Weg, als heute zu kämpfen.

    Tjelvar mahlte mit den Kiefern und in ihm begann etwas zu brodeln. Von seinem Schluchzen war nur noch ein schwerer Atem übriggeblieben.

    Nein! Ich musste es tun! Vaters Tod darf nicht ungesühnt bleiben ... „und deiner auch nicht, Erik.
    Ein wohlbekanntes Fauchen machte auf sich aufmerksam.

    Auch wenn Tjelvar sofort seine Augen aufriss, so hob er seinen Kopf nur zögernd.

    Ein einarmiger Draugr, welcher nur mit einem Schild bewaffnet war, brüllte in seine Richtung. Langsam aber stetig marschierte er auf Tjelvar zu, der über den Körper seines Freundes kauerte. Niemals würde er den Untoten auch nur in seine Nähe lassen!

    Angewidert zuckte seine Oberlippe. „Ich werde euch umbringen“, zischte er, als er sich mit dem Arm über das tränenverschmierte Gesicht fuhr. „Ich werde euch Missgeburten alle umbringen!“

    Er ballte die Fäuste, als der Untote sein Schild hob.

    Mit starrem Blick in die Augen des Draugr erhob er sich und atmete tief ein und aus. Ein unbekanntes Gefühl begann seinen Körper zu fluten. Adrenalin? Nein, stärker!

    Seine Axt lag nur wenige Schritte von ihm entfernt auf dem Boden, doch erdachte nicht mal daran, seine Waffe aufzuheben. Es gab nur eine Richtung. Es fühlte sich an, als würde das Blut in seinen Adern sieden und seine Muskeln waren bis zum äußersten gespannt. Er war benebelt und berauscht zugleich. Ein unbändiger Kampfeswille kam in ihm auf und beflügelte ihn.

    „Komm her!“, schrie Tjelvar und klopfte sich dabei mit seiner Rechten auf die Brust.

    Ein Grinsen schlich sich in Tjelvars Gesicht, als der Draugr seiner Aufforderung Folge leistete.

    Mit einem heiseren Schlachtruf stürmte er auf Tjelvar zu.

    Krachend prallte das Holzschild auf Tjelvars Unterarme, der keinen Zentimeter zurückwich. Mit aller Kraft stemmte er sich gegen den Untoten, weigerte sich, ihm auch nur einen einzigen Schritt weiter zu lassen.

    Er packte den Schild an beiden Seiten und funkelte seinen Gegner über den eisernen Rand zornig an. Mühevoll machte Tjelvar einen Schritt nach vorne, drückte sein ganzes Gewicht gegen den Schild. Er wusste nicht warum, ob es an ihm lag oder an dem Zwerg. Aber diesmal konnte er sich problemlos der Kraft seines Gegners entgegenstellen. Er spürte, wie der einarmige Draugr die Bewegungen des Schildes nicht kontrollieren konnte.

    Langsam aber mit all seiner Kraft drehte Tjelvar das Holz, wobei er keinen Augenblick den Druck reduzierte. Ein ekelhaftes Knacken verriet das Brechen der faulenden Handknochen. Schlagartig schwand der Widerstand des Zwerges.

    Tjelvar wuchtete sein ganzes Gewicht auf den Schild und riss den Draugr zu Boden. Krachend landete er auf ihm und hielt immer noch die Schutzwaffe in den Händen. Mit voller Wucht donnerte er sie dem Untoten ins Gesicht. Ohne zu prüfen, welchen Schaden er angerichtet hatte, setzte er den zweiten Schlag nach.

    Knirschend und schmatzend begann der morsche Schädel zu bersten und das schwarze Blut verteilte sich auf dem Boden.

    Immer wieder und wieder rammte er den Schild in die madige Fratze. Tjelvars Hände, sein Oberkörper, der Bart sogar seine Augen waren mit dem Lebenssaft des Draugr besudelt. Doch er fand keinen Halt. Blind in seinem Blutrausch gefangen, hämmerte er weiter auf seinen Gegner ein

    Der Schädel des Zwergs war längst nur noch ein matschiger Brei, gespickt mit Knochen und Holzsplittern.

    Jeden Einzelnen von ihnen würde er in kleine Stücke hacken. Er würde sie verbrennen und diese elende Meute stinkender Bastarde auslöschen!

    Mit zusammengekniffenen Lidern schrie er seine gesamte Wut, all seinen Hass und seine Trauer hinaus in den Nebel. Es war ihm egal, dass ihn vermutlich niemand hören konnte.

    Nach unzähligen Schlägen verließ ihn seine Kraft und seine Bewegungen wurden langsamer. Kraftlos und schwer atmend ließ Tjelvar den Schild zu Boden fallen, wo er erst ein paar Meter die Straße entlang eierte und dann scheppernd auf die Seite fiel.


    nächster Part

  • Hey Etiam !


    Zuk!“

    Hier fehlt nicht nur ein Anführungszeichen, auch hab ich mich sofort gefragt, was das sein soll. Klar, es wird gleich später aufgeklärt, aber es schafft zunächst Verwirrung, und das dann auch noch so unvermittelt am Anfang...

    Straßen und Gassen der Stadt hetzte. Er sprang über Zäune und Mauern

    In diesem Abschnitt (also dem ganzen Post) fiel mir immer wieder auf, dass du Dopplungen wie diese benutzt. Straßen und Gassen, Zäune und Mauern, das ist jeweils dasselbe. Der Prägnanz zuliebe würde ich hier auf das Wesentliche kürzen.

    Sein Herz hämmerte wie wild in seiner Brust, und die Panik, welche er in diesem trug,

    Diesen Satzteil empfinde ich ein bisschen als Stilbruch, da er so geschwollen daherkommt. Ich würde "welche er in diesem trug" wegkürzen. Jeder weiß, dass man Panik ja in sich hat.

    Die Straße, die auf geradem Weg zum Platz führte, an dem auch die Kirche Stand war, gesäumt mit Leichen.

    Huch! Was ist das?:D Korrekt müsste es heißen:

    Die Straße, die auf geradem Weg zum Platz führte, an dem auch die Kirche stand, war gesäumt von Leichen.

    Ihm wurde erst jetzt klar, dass die Stadt um ihn herum so totenstill war, dass ihm gar nicht aufgefallen war, dass er wieder Töne hörte.

    Warte, was? Die Stadt ist totenstill - aber er hört Töne? Das ist widersprüchlich, ich würde es treffender formulieren. Ich kann mir schon denken, was du sagen willst, nämlich dass das Kampfgemetzel abgeflacht ist und er nun die kleinen Laute wieder wahrnehmen kann? So wie es da steht, finde ich es ein kleines bisschen paradox.

    Ein Licht, das durch den dichten Nebelvorhang schimmerte

    Seehr seeeeehr schön!!!!:love:

    Es fühlte sich an, als würde das Blut in seinen Adern sieden und seine Muskeln waren bis zum äußersten gespannt. Er war benebelt und berauscht zugleich. Ein unbändiger Kampfeswille kam in ihm auf und beflügelte ihn.

    Hier haben wir wieder ein Beispiel für das "Zäune und Mauern"-Prinzip, dem du in diesem Abschnitt folgst: alles doppelt schreiben. Wir haben Blutrauschen in den Adern und Muskelspannungen. Benebelung und Berauschung. Das steht ja alles für dasselbe. Für eine treffende Aussage: Nämlich, sein Körper signalisiert ihm Angriffsbereitschaft und Kampfwille - benutzt du jede Menge Metaphern. Ich würde hier sagen, weniger ist mehr.;)



    Ansonsten hab ich nix zu meckern. Inhaltlich bin ich wieder gespannt, wie es weitergeht. Hut schon mal ab wegen Erik. Das macht nicht gleich jeder. Falls du es gern wissen magst, ich hatte beim Lesen nicht irgendwie Trauergefühle o.ä., ich war zu fasziniert von Tjelvars Reaktion. Allerdings glaube ich, dass seine "Trauer" etwas zu früh kommt. Im Prinzip hat er für eine derartig tiefgehende, reflektierende Emotion wie Trauer ja noch gar keine Zeit, eigentlich müsste er unter Schock stehen und könnte sogar etwas wie kurze Gefühllosigkeit spüren, bevor er sich dann wutentbrannt in den Kampf stürzt - was du ja hervorragend umgesetzt hast.


    Liebe Grüße!

    Stadtnymphe

  • Guten Morgen Etiam :)



    LG

  • Hey Etiam,


    Meine Güte, du gönnst einem aber auch echt keine Verschnaufpause.

    Und der arme Tjelvar erst... das ist wirklich der reinste Albtraum, was ihm hier widerfährt. Hoffentlich ist zumindest seine Schwester unversehrt. ;( Ich habe zum Ende hin richtig mitgefiebert, also irgendwas musst du richtig gemacht haben.


    Hier kommt noch ein bisschen Kleinkram



    LG,

    Rainbow