Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 606 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Reynbow.

  • Manchmal wünscht' ich, ich könnte singen

    dass tausend Instrumente erklingen

    und dann könnte es mir vielleicht auch gelingen

    euch meine Gedanken näherzubringen

    ohne dazustehen und nach Worten zu ringen


    Weil den Rhythmus zu finden echt nicht leicht ist

    Weil ich denke es reicht, aber dann reicht es doch nicht

    Und ich überhol mich

    und wiederhol mich

    und stolper und stotter

    und überhol mich

    und sag Äh und Ähm


    und wiederhol mich

    und wieder und wieder und wieder und wieder

    denn ich hab keinen Rhythmus und wünsche mir Lieder

    statt Worten, von denen ich eh nicht weiß

    ob sie passen und wann und wo und vielleicht

    sollt' ich gar nicht reden statt nur drumherum

    aber Reden ist Silber und Schweigen ist … dumm


    Manchmal wünscht' ich, ich wäre dumm

    Keine klugen Gedanken, aber sei's doch drum

    denn zum Reden fehlt mir ja eh der Mumm

    und statt zu nerven wär ich auch lieber stumm

    denn ich rede zu laut und ich rede zu viel

    und ich bilde mir ein, ich wär noch im Spiel

    doch ich bin schon längst raus und komm eh nie ans Ziel

    denn ich wiederhol mich und komm nicht zum Punkt


    Und dumm zu sein ist ja auch nichts schlechtes

    Ja, klar kann es schon ein echtes

    Problem sein, wenn man wem auf die Nerven geht

    doch ich würd's ja nicht merken, ich wär ja zu blöd

    Jetzt merk ich es, vielleicht bild ich's mir ein

    Das Augenrollen, das stumme Schrei'n

    nach Rettung vor meinem Redefluss


    und JA, ich weiß

    und ich lass es schon sein

    und du sagst Nein, Nein

    so war's nicht gemeint

    und JA, ich seh's

    und JA, ich merk's

    denn ich bin ja kein Stein


    Manchmal wünscht' ich, ich wär ein Stein

    Dann könnte ich mehr oder weniger sein

    als das, was ich werde und das, was ich soll

    Ich hab schon lange die Schnauze voll

    von denen, die sagen; DAS LEBEN IST TOLL!

    SEI EINFACH DU SELBST

    AUCH WENNS KEINEM GEFÄLLT

    AUCH WENNS MIR NICHT GEFÄLLT

    und wenns dir nicht gefällt, dann ist das Pech

    Wer anders sein geht nämlich schlecht

    Ach nee, sag bloß, das weiß ich selbst

    Und was soll das heißen, wenns dir nicht gefällt?

    Magst du mich nicht? Ist es das, was hier zählt?


    Und du sagst Nein, Nein

    so war's nicht gemeint

    wie kann man psychisch so klein

    und so undankbar sein

    zu denken, ich wäre so gemein

    nein, es tut mir nicht leid

    es tut dir leid

    denn du warst gemein

    ey, ich weiß gar nicht, was du von mir willst

    und JA, OKAY, ich bin schon still


    Manchmal wünscht' ich, ich wäre laut

    Dann wär meine Zukunft auf mehr gebaut

    als auf Dingen, von denen ich nicht mal weiß

    ob sie werden und wann und wo und vielleicht

    hab ich keine Ahnung und bin paranoid

    aber sicher ist, dass es Planlose gibt

    auf einem Weg, der nur in die Irre führt

    auf dem sich irgendwann jeder Plan verliert

    Und ich glaube zu wissen und plane voraus

    und ich weiß, dass ich glaube, doch mach mir nichts draus

    denn der Weg ist die Katze und ich bin die Maus

    und wenn ich's dann weiß, ist es eh schon aus

    Also warum nicht glauben, dass es schon wird?


    Manchmal wünscht' ich, wir würden nicht glauben

    Ich will jeden einer Illusion berauben

    von der ich glaube zu wissen, dass sie unecht ist

    doch mein Wissen ist Glaube und Glaube ist Mist

    weil du glaubend niemals sicher bist

    vor dem, was wird und dem, was ist

    aber ich weiß genau, dass ihr's auch nicht wisst

    und dann kann ich es mir doch erlauben

    denn ich schwimm einfach mit

    Wir sind gleich, du und ich

    Siehst du das denn nicht?

    Wir sehen nicht, was passiert

    wissen nicht, was noch wird

    haben keine Ahnung, wohin es noch führt


    Ich wiederhol mich und merke es selbst

    Ich überhol mich und weiß nicht, was zählt

    Ich bin paranoid, doch allein bin ich nicht

    wenn ich mir manchmal wünschte, ich wäre nicht ich

    Dabei wisst ihr es nicht besser

    wisst nicht, wo ihr seid

    kennt den Weg nicht und seid nicht bereit

    lauft einfach vorwärts, seid voll durch den Wind

    Immerhin sind wir alle zusammen blind

    Du solltest etwas mehr Respekt vor den Toten haben.

    - Wieso? Was haben sie denn schon erreicht, außer zu sterben?


    (Die Oberste Heilerin & Namoon)

    Einmal editiert, zuletzt von Reynbow ()

  • Heyho Reynbow


    Hat mir gut gefallen. Anfangs dachte ich, daß wäre ein Songtext. Aber dann haben sich die Zeilen erweitert. Und manche Strophe wurde ohne Reim abgeschlossen (...was ich völlig okay finde), aber in einem Song tödlich wäre.


    Mein persönlicher Lieblingsteil:

    Sehr geil formuliert, auch wenn ich persönlich zum Inhalt teilweise etwas anderer Meinung bin. Aber die hier an sich gezogenen Schlüsse sind Klasse geschrieben.:thumbup:

  • Hey Der Wanderer und danke für die lieben Worte :)

    Anfangs dachte ich, daß wäre ein Songtext. Aber dann haben sich die Zeilen erweitert. Und manche Strophe wurde ohne Reim abgeschlossen (...was ich völlig okay finde), aber in einem Song tödlich wäre

    Gedacht war das Ganze eigentlich als eine Art Poetry Slam, oder zumindest etwas, das sprechend vorgetragen werden kann. Wäre ich in der Lage, zu etwas Musik zu schreiben, wäre es vielleicht sogar ein Songtext geworden, wer weiß. ^^


    Freut mich, dass es dir gefallen hat, auch, wenn unsere Meinungen da etwas auseinandergehen.

    Du solltest etwas mehr Respekt vor den Toten haben.

    - Wieso? Was haben sie denn schon erreicht, außer zu sterben?


    (Die Oberste Heilerin & Namoon)